Israelische Atomwaffen: Hamas-Rakete schlug auf Stützpunkt mit Jericho-Raketen ein

Atomanlage Dimona. Schwerwasserreaktor links unten. Bild: Google Maps

Das Risiko einer Atomkatastrophe besteht in der Ukraine mit seinen AKW weiter. Auch mit Israels Atomwaffen und 60 Jahre alten Plutoniumreaktor in Simona besteht eine kaum beachtete reale Gefahr.

 

Eine nukleare Gefahr geht nicht nur mit von einem Einsatz von Atomwaffen aus, sondern auch von Atomkraftwerken in einem Krieg, der mit konventionellen Waffen geführt wird. Das hat der Ukraine-Krieg deutlich gemacht. Um die Gefahren, die von den Atomkraftwerken in der Ukraine ausgehen können, ist es ziemlich still geworden, obgleich der Krieg weiter geht und die Gefährdungslage unverändert hoch ist. Das AKW Saporischschja war militärisch besetzt und danach beschossen worden. Des Öfteren war die für den Betrieb notwendige Stromverbindung des heruntergefahrenen AKW unterbrochen gewesen, die Sprengung des Staudamms hat die Kühlwasserversorgung gefährdet. Die Sorge war, dass die russische oder ukrainische Seite einen False-Flag-Anschlag ausführen könnte. Auch die anderen AKWs sind gefährdet durch Beschuss.

Die Internationale Atomenergiebehörde hat sich vergeblich darum bemüht, eine entmilitarisierte Zone um das AKS Saporischschja einzurichten. Die Russen haben IAEA-Mitarbeiter zur Beobachtung zugelassen. Nach dem letzten Bericht vom 2. Dezember war das AKW zum achten Mal getrennt von beiden externen Stromverbindungen und musste erneut die Dieselgeneratoren nutzen, um die Reaktoren zu kühlen und andere Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten. Es sei der erste totale Stromausfall seit Mai dieses Jahres gewesen. „Der jüngste externe Stromausfall ist ein weiterer Hinweis auf die prekäre Situation der nuklearen Sicherheit und der Gefahrenabwehr in der Anlage, die durch Ereignisse weit entfernt vom Standort selbst beeinflusst werden kann“, warnte IAEA-Generaldirektor Grossi wieder einmal. „Die IAEA macht weiterhin alles, was sie kann, um einen nuklearen Unfall zu verhindern. Ich appelliere an alle Beteiligten, keine Maßnahmen zu ergreifen, die die Anlage weiter gefährden könnten.“

Die Öffentlichkeit und die Medien nehmen solche Hinweise kaum mehr zur Kenntnis. Das ist bislang auch in Israel der Fall, das im Unterschied zur Ukraine aber auch noch über Atombomben verfügt, was ein offenes Staatsgeheimnis ist. Deswegen darf in Israel darüber nicht gesprochen werden, auch wenn alle Welt weiß, dass sich in Dimona in der Negevwüste die Atomanlage mit dem alten Schwerwasserreaktor befindet, in der unterirdisch das Plutonium für Atomwaffen und abgereichertes Uran für Munition hergestellt werden. Wahrscheinlich wird hier auch der Atommüll in der Wüste entsorgt.

Die 1963 in Betrieb gegangene Anlage war für eine Lebensdauer von 40-50  Jahren geplant und soll bereits zahlreiche Mängel aufweisen, bereits 2015 wurden an die 1500 Probleme angeführt. Vor allem ist der „Forschungsreaktor“, der nur militärisch genutzt wird, weder gegen den Beschuss von Raketen noch vor Flugzeugabstürzen oder Erdbeben geschützt. 2021 wurde aufgrund von Satellitenbildern bekannt, dass direkt neben dem alternden Reaktor größere Bauarbeiten auch unterirdisch stattfinden (Israel baut den Dimona-Reaktor und damit sein Atomwaffenprogramm aus). Welchem Zweck dies dient, ist unbekannt. Klar ist nur, dass der immer unsicher werdende Reaktor irgendwann abgeschaltet werden muss, Israel aber kaum in der Lage sein dürfte, einen Ersatz dafür zu bauen.

Vermutlich Hisbollah ließ schon einmal 2012 eine Drohne Richtung Dimona fliegen. Sie wurde offenbar erst spät entdeckt und knapp vor Dimona von Kampfflugzeugen abgeschossen. Hisbollah-Chef Nasrallah meinte damals, die Drohne sei als Drohung zu verstehen, falls Israel erneut angreifen wolle. Zudem habe man genügend Raketen, die jeden Ort in Israel erreichen können. 2014 wurde eine weitere Drohne Richtung Dimona geflogen, vermutet wurde, dass die Nuklearanlage ausgespäht werden sollte. 2019 hatte der Islamische Dschihad mit einem Angriff auf Simona gedroht. Im Dezember 2021 hat Iran einen simulierten Angriff auf Dimona ausgeführt, ebenfalls als Warnung, verpackt in einem dramatisch aufgemacht Video (Iran droht Israel bei einem Angriff Vergeltung mit einem Schlag gegen die Atomwaffenanlage Dimona). Auf eine Attrappe des Shimon Peres Negev Nuclear Research Center wurden mehrere Raketen und Drohnen abgefeuert, die es zielsicher zerstörten. Abwehr gab es natürlich in der Übung keine.

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Seit dem 7. Oktober haben die Huthis aus dem Jemen wiederholt Raketen und Drohnen Richtung Israel gestartet. Sie wurden abgeschossen von amerikanischen Kriegsschiffen im Roten Meer oder vom israelischen Arrow-Raketenabwehrsystem. Möglich, dass manche auch gegen Dimona gerichtet waren. So ist eine Quds-Rakete der Huthis im Südjordan gefunden worden. Es wird jedenfalls mit Angriffen gedroht:

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Die Qassam-Brigaden der Hamas sollen auch bereits Raketen auf die Atomanlage gerichtet haben. Zuletzt war davon am 28. Oktober berichtet worden. Ich schrieb dazu: „Eine Hamas-Rakete soll in der Nähe des Atomreaktors eingeschlagen sein, was bedeuten würde, dass der Iron Dome sie nicht abfangen konnte. Die Raketen der Hamas werden der Atomwaffenanlage nicht wirklich gefährlich werden können. Aber der Angriff zeigt, wie gefährlich sich der Krieg entwickeln könnte, wenn beispielsweise die Hisbollah mit vielen ihrer weitaus besseren gelenkten Raketen mit größerer Reichweite oder mit Drohnenschwärmen die israelischen Luftabwehrsysteme überwältigen und die Anlage angreifen würden.“

Die New York Times berichtet, dass bereits am 7. Oktober, während des massiven Raketenangriffs vor dem Eindringen von Hamas und Co. nach Israel auch eine Rakete auf dem Stützpunkt Sdot Micha in der Nähe der Stadt Zakharia eingeschlagen ist, auf dem wahrscheinlich landgestützte Trägerraketen für nukleare Sprengköpfe gelagert werden. Vermutlich werden letztere nicht bei den Raketen gelagert. Nach dem Atomwaffenexperten Hans Kristensen, Direktor des Nuclear Information Project der Federation of American Scientists, sollen hier 25-50 Jericho-Raketen aufbewahrt werden, die mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden können. In Bunkern dort sollen Raketenwerfer stationiert sein. Insgesamt soll Israel mindestens 90 nukleare Sprengköpfe besitzen, andere Schätzungen gehen von bis zu 200 aus. Um die 2000 kg Plutonium soll Israel bislang produziert haben.

Nach der Analyse von Satellitenbildern, Aufzeichnungen von Raketenalarmen und Postings in Sozialen Netzwerken wurde durch den Einschlag einer Rakete auf einem Hügel zwischen einem Radarsystem, einem Lager von Jericho-Raketen und Raketenabwehrsystemen ein größerer Brand ausgelöst, der bis in die Nähe der Lager für Raketen und anderer Waffen ging, ohne aber einen größeren Schaden anzurichten. Löschflugzeuge und Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz, Schneisen wurden im Gebüsch geschlagen, um das Feuer von den Raketen fernzuhalten. Kristensen meint, dass selbst dann, wenn das Feuer die Raketen erreicht hätte, die unterirdischen Bunker so gebaut seien, dass sie Schäden standhalten. Aber ein Feuer dieser Größenordnung in der Nähe von Treibstoff- und Munitionslagern könne trotzdem ein großes Risiko mit sich bringen: „Es kann alles Mögliche schief gehen.“

even if the fire had reached the missiles, their underground, tunneled storage facilities were built to withstand damage. Still, he noted the risks inherent in a fire of this size burning near volatile fuel and munition depots. “All sorts of things can go wrong,” he said.

Ob die Angreifer gewusst haben, dass hier Atomsprengköpfe gelagert werden, lässt die New York Times offen, klar dürfte sein, dass der Stützpunkt Ziel eines Angriffs war und dass nicht alle Raketen, selbst nicht alle der primitiven Qassam-Raketen, vom israelischen Raketenabwehrschirm abgefangen werden und in den Luftraum um die Stationierung strategischer Waffen eindringen konnten. Am 7. Oktober wurde das Raketenabwehrsystem Iron Dome von der schieren Zahl der Raketen überwältigt. Wie viele Raketen um den Stützpunkt herum eingeschlagen sind, ist unbekannt. Seitdem wurden von der israelischen Armee auf dem Stützpunkt neue Wälle und Befestigungen gebaut, wahrscheinlich um das Risiko von Schrapnellen zu minimieren.

Was geschehen könnte, wenn Raketen in den Reaktor einschlagen, der gegen solche Angriffe nicht geschützt sein soll, geht NYT-Reporter Riley Mellen erst gar nicht ein. Eine Risikoabschätzung hat 2008 Bennet Ramberg vorgenommen: „Aufgrund der relativ geringen Größe und der abgelegenen Lage von Dimona werden nur in den schlimmsten Fällen Hunderte oder mehr Menschen als gefährdet eingestuft, die sich auf einen großen Teil der israelischen und palästinensischen Bevölkerung verteilen. Die israelischen Behörden haben die Gefährdung der Gemeinden in der Nähe von Dimona als Reaktion auf die Besorgnis über einen Reaktorunfall erkannt, insbesondere die Anfälligkeit der Schilddrüse für Jod-131. Um dem Problem zu begegnen, haben sie Kaliumjodidtabletten an die nahe gelegenen Städte Aruar, Dimona und Yerham verteilt, um die Aufnahme von Jod-131 zu verhindern. … Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein erfolgreicher Angriff auf einen in Betrieb befindlichen Reaktor in Dimona, bei dem die Sicherheitsbehälter durchbrochen werden und es zu einer Explosion und einem Brand des Reaktorkerns kommt, ähnliche Auswirkungen hätte wie eine schwere radiologische Waffe oder eine schmutzige Bombe. Obwohl die Folgen nur einen kleinen Bruchteil der Freisetzung von Tschernobyl ausmachen würden, könnten für Israel, ein Land von der Größe New Jerseys mit einer Bevölkerung von etwa sechs Millionen Einwohnern, die relativen wirtschaftlichen Verwerfungen, die Umsiedlung der Bevölkerung und das sofortige und anhaltende psychologische Trauma erheblich sein.“

 

Ich habe bei Hans Kristensen nachgefragt, ob Nuklearsprengköpfe auf dem Stützpunkt gelagert werden und wie es um die Sicherheit des Dimona-Reaktors steht. Seine Antwort: „In dem Artikel sage ich, dass ich nicht glaube, dass es auf dem Stützpunkt selbst nukleare Sprengköpfe gibt. Es wird angenommen, dass das israelische Atomwaffenarsenal so strukturiert ist, dass die nuklearen Sprengköpfe nicht vollständig zusammengebaut sind und die nukleare Komponente getrennt vom Militär und unter der Kontrolle der zivilen israelischen Atomenergiekommission gelagert wird. Unser Artikel aus dem letzten Jahr liefert mehr Hintergrundinformationen.

Ich nehme an, Sie meinen den Dimona-Reaktor 85 Kilometer südlich des Stützpunkts Jericho. Es würde mich überraschen, wenn die Anlage ‚ungeschützt‘ gegenüber Raketen und Flugzeuge wäre, aber ich kenne die Details über die Verteidigungsanlagen in diesem Gebiet nicht. Es gibt jedoch mehrere Anhaltspunkte, die  möglicherweise Verteidigungszwecken dienen könnten.“

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15 Kommentare

  1. Das ganze illegale Sein, wird sicherlich nicht über illegalen Waffenbesitz geklärt, da etliche Nachbarn ihr Sein auf was stellen werden?
    Die Verwüstung und Vergiftung vom Land Palästina, ist äusserst schrecklich und wird vollzogen, ohne das Israel einen realen Nutzen hat, im Gegenteil.
    Was wäre die Folge, wenn das israelische Atom Arsenal (falls überhaupt vorhanden) in die Luft geht? Die ganze Region wäre auf Jahre hinaus weggefegt.
    Ein Nachbar, die Türkei unter Herr Erdogan, hat als einziger klare Formulierungen geäussert.
    Die USA braucht Geld zum überleben und tut was sie kann…

  2. Dass im Ukraine- Krieg Gefahr von einem (irrtümlichen) Angriff auf ein Atomkraftwerk ausgin -ge, wurde von der westlichen Propaganda getrommelt. Auf dieser Klaviatur spielte die Ukraine. Die Russen sind nicht so blöd, eigenes Staatsgebiet zu verstrahlen ! Dass die Grossi IAEO unter der Fuchtel der USA steht, ist ja mittlerweile klar.

  3. Leute kauft Hamas Aktien, die Hamastanis sind so beknackt daß die sogar eine Radioaktive Verseuchung in Kauf nehmen nur um Palästina Judenfrei zubekommen.

    1. Naja, die jüdischen Rechtsextremisten/Terroristen in Israel, die immerhin mitregieren und Millionen Anhänger in Israel und auf der ganzen Welt haben, würden ja ebenso eine radioaktive Verseuchung in Kauf nehmen, um ihre rassist. Herrenmenschenideologie umzusetzen. Von daher …

  4. Israel aber kaum in der Lage sein dürfte, einen Ersatz dafür (für den alten Reaktor) zu bauen.

    Wieso dürfte Israel dazu kaum in der Lage sein? Rötzer liefert keine Begründung. Weiß einer hier warum das so sein sollte?

    Obwohl die Folgen nur einen kleinen Bruchteil der Freisetzung von Tschernobyl ausmachen würden, könnten für Israel, ein Land von der Größe New Jerseys mit einer Bevölkerung von etwa sechs Millionen Einwohnern…

    Nicht 6 Millionen, Israel hat mittlerweile über 9 Millionen Einwohner! Dazu rechnen muss man aber natürlich eigentlich noch ca. 5 Millionen Palästinenser aus den besetzten Gebieten, die ja auch von einem „Atomunfall“ betroffen wären.

    1. Das ist bei den Amis dasselbe: alle Reaktoren sind aus dem letzten Jahrtausend. Mit den Ausnahmen Vogtle 3 und Watts Bar 2, die aber auch nur, weil sie schon 1971/72 begonnen wurden. Der Hersteller Westinghouse ist pleite.

      In der EU sollte der EPR in Finnland 2009 fertig sein. 14 Jahre nichts als Pannen und Budgetüberschreitung. Dann im April 2023 plötzlich das Wunder: er gibt Strom! Zwar mit Pannen, vor Kurzem wurde er abgeschaltet.

      Das Wunder hat ein Gschmäckle: es ereignete sich genau in dem Moment, als Finnlasnd vom russischen Stromnetz abgekoppelt wurde. Sie leiden seither unter Strommangel, der ohne den Reaktor wohl unüberbrückbar gewesen wäre.

      Verdacht: sie lassen das Ding unter Missachtung der Sicherheitsvorschriften laufen.

  5. Wie viele Palis sind schon tot? Wie viele Kinder? Wurde heute das Tagesziel erreicht?

    Das sind auch so Fragen! Das Herumstochern in irgendwelchen Nebensächlichkeiten des israelischen Kackhaufens ist nur schwer zu ertragen.

  6. „Ein Land mit Atomkraftwerken kann militärisch nicht verteidigt werden“, wie das konkret-Magazin einst lapidar feststellte. Aber jetzt, seit Januar können wir das wieder. Das könnte der Pistorius doch als Erfolg verkaufen. Wir treten aus der NATO aus und gründen mit Österreich zusammen ein Verteidigungsbündnis, dem nur Staaten beitreten können, die ihre AKWs abgeschaltet haben. Wär doch mal was.

    Was, wenn der Reaktor einen Volltreffer bekommt? Kaum zu sagen. Aber was, wenn er plötzlich vom öffentlichen Stromnetz getrennt wird? Das ist wesentlich wahrscheinlicher.

    Erstmal hat der Generator keinerlei Widerstand mehr, die Dampfturbine dreht hoch. Gefahr ist, dass sie aufgrund der Fliehkraft explodiert und in weitem Umkreis alles zerstört. Da sollte der Reaktor nicht stehen. Seinerzeit, 1963 hat man einen Hebel mit einem Splint an der Welle befestigt, der bei einer bestimmten Drehzahl abriss. Der Hebel geht nach außen und hat dann zwar das Gehäuse zerstört, aber außen herum bleibt alles heil. Muss aber klappen.

    Nun hängt das AKW am öffentlichen Stromnetz und speist dort ein. Gleichzeitig bezieht es Strom aus dem Netz, zum Beispiel zur Kühlung. Was, wenn die Verbindung zum Netz plötzlich wegbricht? Zur Erinnerung: genau dieser Fall sollte im April 1986 in Tschernobyl geübt werden. So richtig einfach ist die Sache nicht.

    Natürlich hat das AKW für diesen Fall Dieselgeneratoren. Die aber brauchen eine gewisse Zeit, bis sie Leistung bringen. Im AKW Forsmark entstand da einmal eine sehrt gefährliche Situation, weil die Diesel nicht ansprangen. Bis die Diesel Leistung bringen, ist die kritische Zeit.

    Was kann passieren? Die Kühlung der Brennelemente fällt aus. Wenn man Glück hat, bohren sie sich in den Boden und verschwinden da. Auch das wird nicht ohne den Austritt von Radioaktivität abgehen. Wenn, wie in Tschernobyl, Grafitmoderatoren verwendet werden, können diese in Brand geraten und die Radioaktivität bis in große Höhen transportieren. Die Bauart ist hier allerdings nicht bekannt.

    Die Behauptung von konkret ist durchaus zutreffend.

    1. Mit Verlaub, Du hast von der Notstrominfrastruktur solcher Anlagen keine Ahnung. Nein, die Dieselgeneratoren brauchen keine Zeit bis sie Leistung bringen. Selbst ein pissiger NATO Bunker mit wichtiger Infratruktur hatte vor über 30 Jahren Notstromdiesel mit laufendem Schwungrad und elektrischer Kupplung. Sowas betreibt aufgrund der rotierenden Masse des Schwungrades den Generator ein paar Millisekunden nach Beginn des Stromausfalls und wirft den vorgewärmten Diesel gleichzeitig an.
      Bei Infrastruktur, deren Ausfall nicht nur lästig sondern katastrophal ist macht man das ganz sicher mindestens so, wenn aufwendiger.

      1. Nun ja, Tschernobyl hatte das nicht. Der noch 20 Jahre ältere Reaktor in Dimona noch weniger. Können sie nachgerüstet haben, stimmt. Aber es muss halt klappen. Forsmark wirft da gewisse Zweifel auf:

        „Ein Kurzschluss außerhalb des Kraftwerkes Forsmark-1 führte am 25. Juli 2006 zur Trennung der Anlage vom Stromnetz und zur automatischen Reaktorschnellabschaltung. Um die Nachzerfallswärme des abgeschalteten Reaktors abzuführen, hätte ein Notkühlsystem automatisch anspringen müssen. Jedoch versagten Teile der Notstromversorgung für das Notkühlsystem, nur zwei von vier Siemens-Dieselgeneratoren sprangen an und versorgten die Nachkühlung mit Energie. Weil durch die Stromunterbrechung auch ein Teil des Steuerungssystems ausgefallen war, hatte die Betriebsmannschaft mehr als zwanzig Minuten lang keinen vollständigen Überblick über den Zustand des Reaktors. Danach konnten sie die beiden nicht automatisch angelaufenen Notstromgeneratoren per Hand starten.“ (Wikipedia)

        Und das ohne Einwirkung einer Kriegswaffe. Das wäre in Dimona dann anders.

  7. Weiter geht’s…

    Der alte Mandelbaum, ein renommierter Weinhändler, liegt im Sterben. Seine Söhne umstehen ihn respektvoll. Mühsam erteilt der Sterbende seine letzten Ratschläge. Schließlich flüstert er mit brechender Stimme: „Übrigens, was ich euch noch sagen wollte – Wein kann man auch aus Trauben machen.“

    Fragt der Blau den Grün: „Sag mal, Chaim, Du warst doch neulich in Kossiw. Was gibt es dort Neues.“
    Antwortet Grün: „Ach, gar nichts. Ein Hund hat gebellt.“
    „Ein Hund hat gebellt?“
    „Ja. Es gab einen Menschenauflauf und der hat ihn aufgeregt.“
    „Warum gab es denn einen Menschenauflauf in Kossiw?“
    „Och, nichts Besonderes. Eine Schlägerei.“
    „Wie eine Schlägerei? Wer hat sich denn geschlagen?“
    „Dein Bruder. Ein Polizist hat ihn gehauen.“
    „Mein Bruder!? Mensch Grün, warum hat der Polizist ihn denn gehauen?“
    „Weil er sich gegen seine Verhaftung zur Wehr gesetzt hat.“
    „Wie – mein Bruder sollte verhaftet werden? Warum das denn?“
    „Nichts Besonderes. Er hat offenbar Wechsel gefälscht.“
    „Er hat Wechsel gefälscht?! Aber das ist doch nichts Neues.“
    „Ich hab Dir doch gleich gesagt, dass es in Kossiw nichts Neues gibt…“

    Blau wird im realsozialistischen Polen verhört. Der Beamte fragt ihn: „Haben Sie Verwandte im Ausland?“
    „Nein.“
    „Was heißt hier „Nein“? Wer ist denn David Blau in Tel Aviv?“
    „Das ist mein Bruder.“
    „Und wer ist Chaia Goldbaum in Haifa?“
    „Das ist meine Schwester.“
    „Zum Donnerwetter, ich frage Sie nun nochmals: Haben Sie Verwandte im Ausland, ja oder nein!“
    „Nein, bestimmt nicht. Von der ganzen Familie bin ich der einzige, der im Ausland lebt.“

    1. Irgendwie hat das ja ein wenig Schlagseite. Sollten nicht zur Wahrung der Parität auch mal Palästinenserwitze erzählt werden?

      So richtig durch Humor sind die allerdings noch nicht aufgefallen. Womit ich natürlich keineswegs sagen will, sie seien humorlos. Islam und Humor sind schließlich Zwillinge.

      1. Ich schrieb beim Posten des ersten Witzes, dass ich mit Bonmots und Erzählungen von Nasreddin Hodscha weitermachen würde, sobald ich mit den jüdischen Witzen durch wäre. Meine Sammlung zum jüdischen Humor gibt aber noch einiges her. Und leider erlischt auch der Gaza-Krieg nicht so schnell.

        Gerne können Mitleser aber jederzeit unter meinen Kommentaren auch andere jüdische, arabische und sonstige Witze anfügen. Wie ich immer sage: Humor braucht der Mensch!

        Und im Übrigen haben die islamischen Welten über die Jahrhunderte ein Füllhorn an Humor, Poesie und sonstigen Künsten hervorgebracht sowie Wissen und Schätze der antiken Hochkulturen konserviert und verfeinert. Wer immer nur auf die dunklen Seiten blickt oder Wahhabismus, Salafismus und Co. mit „dem“ Islam (den es nicht gibt) gleichsetzt, übersieht sie natürlich leicht.

        Wer den heutigen Puritanismus und die Rigidität einiger islamischer Strömungen als von Anfang an gegeben und grundständige Signatur des Islams präsentiert, sollte ferner nicht vergessen, dass gerade der Westen sich viel Mühe gab genau diese Strömungen zum Blühen zu bringen. Es gibt noch andere Seiten in den muslimischen Gemeinschaften und ihrer Geschichte zu entdecken. Ich könnte auch arabische Liebesdichtung / -erzählungen einstellen, aber die sind wenig jugendfrei und ohnehin hat mich jenes Genre an sich immer gelangweilt (beginnend bei Ovids Ars amatoria). Vielleicht mag der ein oder andere hier aber mal einen Blick in das Werk Der duftende Garten werfen und sich in jenem Handbuch Anregungen holen…

        Ich stelle hier für’s erste bloß eine kleine Nasreddin-Anekdote ein:

        Eines Tages ging dem Hodscha sein Esel verloren. Auf der einen Seite suchte er, auf der anderen dankte er lauthals Gott.
        Die Leute, die mit ihm suchten, fragten ihn: „Dass Du Deinen Esel suchst, verstehen wir – aber warum dankst Du die ganze Zeit Allah?“
        Da meinte Nasreddin: „Ja wie sollte ich ihm denn nicht danken? Wäre ich auf dem Esel gesessen, wäre ich ja mit ihm verloren gegangen!“

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