
Ist der aktuelle Krieg der USA gegen den Iran eine Blaupause des amerikanischen Angriffs auf den Irak in 2003?
Nach jahrelangen Sanktionen gegen den Irak begann am 20. März 2003 mit der Operation „Iraqi Freedom“ der Krieg der USA gegen den Irak. Begründet wurde der Krieg am 5. Februar 2003 durch den damaligen US-Außenminister Colin Powell vor dem UN- Sicherheitsrat im Wesentlichen mit drei Behauptungen:
- Der Irak verfügt über biologische und chemische Massenvernichtungswaffen und ein geheimes Atomwaffenprogramm.
- Der Irak entwickelt Raketen, die auch die USA erreichen werden.
- Der Irak unterstützt den internationalen Terrorismus.
Alle drei Behauptungen waren falsch, und der Weltsicherheitsrat verweigerte den USA das Mandat für einen Angriff auf den Irak. Trotzdem begann am 20. März 2003 die völkerrechtswidrige Operation „Iraqi Freedom“. Bagdad wurde am 9. April eingenommen, und die große Saddam-Hussein-Statue gestürzt. Ende 2003 wurde der ehemalige Präsident festgenommen und am 30. Dezember 2006 hingerichtet. Der fragwürdige Prozess hatte vor einem irakischen Gericht stattgefunden und hatte sich nur mit Vorwürfen gegen Saddam Hussein bis zum Jahre 1984 befasst, also der Phase, in der er noch kein Verbündeter der USA gewesen war. Im Jahr 2011 zogen die letzten US-Soldaten aus dem Irak ab und hinterließen ein zerstörtes und auch heute noch politisch instabiles Land.
Nach jahrelangen Sanktionen begannen die USA am 28. Februar 2026 mit einem Angriff auf den Iran die Operation „Epic Fury“. Der Weltsicherheitsrat war vorab nicht beteiligt worden, und deshalb gab es kein UN-Mandat.
Begründet wurde der völkerrechtswidrige Angriff vor der Weltöffentlichkeit im Wesentlichen mit drei Behauptungen:
- Der Iran arbeitet an einem Programm zur Entwicklung von Atomwaffen.
- Iranische Raketen sind auch eine Bedrohung für die USA.
- Der Iran unterstützt den internationalen Terrorismus.
Alle drei Behauptungen sind falsch. Die Atomanlagen des Iran wurden im Sommer 2025 durch amerikanische und israelische Luftangriffe zerstört. Die amerikanischen Geheimdienste sind sich sicher, dass der Iran sein Atomwaffenprogramm 2003 auf Weisung des mittlerweile liquidierten Ayatollah Chamenei eingestellt hat. Noch im März 2025 hatte die US-Geheimdienstkoordinatorin (Director of National Intelligence, DNI), Tulsi Gabbard,
in einer Anhörung vor dem Kongress erklärt, dass die US-Geheimdienste weiterhin einschätzten, dass der Iran keine Atomwaffen baue und der Oberste Führer Chamenei das 2003 ausgesetzte Atomwaffenprogramm nicht wiederaufgenommen habe.
Der Iran verfügt über keinerlei Raketen, die die USA bedrohen. Die Unterstützung der libanesischen Hisbollah und der Hamas können den Angriff nicht begründen und von einer Unterstützung des internationalen Terrorismus kann pauschal keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: Im Kampf der USA gegen den IS im Irak wurden die US-Luftstreitkräfte z.B. am Boden von iranischen Milizen unterstützt.
Sind die aktuellen Geschehnisse eine Blaupause des Angriffs auf den Irak im Jahr 2003?
Argumente für eine Blaupause
Wenn man sich im Rahmen einer Zwischenbilanz die aufgezeigten falschen Behauptungen und den Krieg begründenden Lügen vor Augen führt, spricht das – nicht zuletzt wegen des Völkerrechtsbruchs – durchaus für eine Blaupause, zumal es noch weitere Faktoren gibt, die das noch unterstreichen.
Beide Kriege wurden von den verantwortlichen Präsidenten gewollt. In beiden Fällen fehlt ein überzeugendes strategisches Gesamtkonzept für die Zeit nach Ende der Kampfhandlungen. Auf beide Kriege trifft zu, dass die Führer des angegriffenen Landes zunächst Verbündete, bzw. von den USA zu verantwortende politische Systeme waren und sind. Der irakische Präsident wurde im Krieg gegen den Iran, dem sogenannten Ersten Golfkrieg, seit 1984 von den USA militärisch unterstützt, was ihm letztlich einen Sieg über den Iran ermöglichte. Nach dem Überfall Saddam Husseins auf das Emirat Kuwait im Jahr 1990 änderte sich das, und als er im Laufe der nachfolgenden Jahre nach diesem sogenannten Zweiten Golfkrieg trotz der amerikanischen Sanktionen wieder immer fester im Sattel zu sitzen schien, wurde er endgültig zu einem Feind der USA.
Im Iran wurde 1953 Mossadegh, der erste und einzige politische Führer der frei gewählt worden war, mit Hilfe der CIA gestürzt und der Schah von den USA als neuer Herrscher des Iran etabliert. Mit ihm wurde der Iran neben Saudi-Arabien die zweite Säule der amerikanischen „Twin Pillar Strategy“ für die Nahmittelost Region. Als Schah Pahlewi zum Ende der 70er-Jahre immer deutlicher machte, dass nicht die USA und die Briten, sondern der Iran das Sagen über die iranischen Ölvorkommen hätte, ließ Washington ihn fallen und zwar so brutal, dass man ihm erst nach einem längeren Disput eine Behandlung seiner Krebserkrankung in den USA ermöglichte. Sein Nachfolger wurde Ayatollah Khomenie, der bis zu seiner Rückkehr in den Iran in Frankreich im Exil gelebt hatte. Im November 1979 kam es dann in Teheran zu einer Geiselnahme von amerikanischem Botschaftspersonal, die 444 Tage dauerte. Zwischenzeitlich war im April 1980 die US-Militäroperation „Adlerklaue“ zur Befreiung der Geiseln gescheitert. Tote US-Soldaten wurden danach von Pkws durch die Straßen Teherans geschleift. Von diesem Zeitpunkt begann die Feindschaft zwischen den USA und dem Iran, die aktuell in dem jetzigen Krieg gipfelt.
Argumente gegen eine Blaupause
Eine Reihe von Faktoren sprechen gegen eine vollständige Blaupause. Zunächst einmal hatten die USA für den Krieg gegen Saddam Hussein versucht ein Mandat der Vereinten Nationen zu bekommen. Für die Operation „Epic Fury“ hatte Präsident Trump es nicht einmal versucht, weil er die UNO für unfähig hält und außerdem davon ausgehen konnte, dass jeder diesbezügliche Versuch am Veto eines oder mehrerer Ständiger Mitglieder des Weltsicherheitsrates gescheitert wäre. Während Präsident Bush von niemandem zu einem Krieg gegen den Irak gedrängt wurde, muss man davon ausgehen, dass Israel, nicht zuletzt durch Premierminister Netanjahu und die zionistische Lobby in den USA erheblichen Druck auf den US Präsidenten ausgeübt haben, den Iran anzugreifen. Mittlerweile hat Außenminister Rubio ja sogar davon gesprochen, man hätte den Iran präventiv angegriffen, weil eine bevorstehende israelische Operation die Sicherheit der US-Einrichtungen in der Region gefährdet hätte. Die USA sind 2003 mit Bodentruppen in den Irak einmarschiert mit dem klaren Ziel, den irakischen Herrscher zu stürzen, das Land zu besetzen und es als Ersatz für den Iran als zweite Säule der „Twin Pillar Strategy“ aufzubauen.
Die jetzige US-Regierung formuliert immer wieder unterschiedliche Kriegsziele und schließt aktuell einen „Regime Change“ aus. Ein konkreter Einsatz von Bodentruppen ist (noch?) nicht geplant, wird aber von Präsident Trump auch nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Der Krieg gegen den Irak beschränkte sich auf das Zweistromland, während der Krieg gegen den Iran sich immer mehr zu einer regionalen Auseinandersetzung entwickelt. Der Irak war unter dem Strich in der Operation „Iraqi Freedom“ der einzige Gegner der USA, während der Iran die Hisbollah, die Hamas und auch die jemenitischen Huthis zu seinen Verbündeten zählt. Ob es vielleicht noch andere Unterstützer des Irans gibt oder geben wird, ist zum Zeitpunkt dieser Zwischenbilanz noch unklar, aber nicht ausgeschlossen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Präsident Bush 2003 außer dem Krieg gegen den Irak in keine anderen militärischen Auseinandersetzungen verwickelt war, während die USA neben der Operation „Epic Fury“ noch um Ukrainekrieg und im Krieg in Gaza engagiert und verwickelt sind. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Venezuela, und ganz aktuell gibt es wohl auch amerikanische Militäroperationen in Ecuador.
Die deutsche Position in den beiden Kriegen
Im Rahmen dieser Zwischenbilanz sollte man sich auch die deutsche Position vor Augen führen, bzw. sich daran erinnern. Im amerikanischen Krieg gegen den Irak hatte der damalige deutsche Außenminister Joschka Fischer zu den Behauptungen des damaligen amerikanischen Außenministers Colin Powell gesagt: „I´m not convinced“ („Ich bin nicht überzeugt“) Die Konsequenz aus dieser Feststellung war, dass die damalige Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder eine Beteiligung am völkerrechtswidrigen amerikanischen Angriffskrieg abgelehnt hatte. Lediglich im Rahmen der vertraglich vereinbarten Unterstützungsleistungen, dem sogenannten „Host Nation Support“, unterstützte Deutschland die USA, z.B. mit der Genehmigung von Überflügen oder logistischen Transporten durch die Bundesrepublik oder die Nutzung von US-Einrichtungen in Deutschland, wie z.B. das amerikanische Drehkreuz Ramstein. Deutsche Soldaten ersetzen amerikanische Kameraden an US-Stützpunkten in Deutschland, wenn diese in den Krieg gegen den Irak befohlen wurden.
Am aktuellen völkerrechtswidrigen Krieg der USA gegen den Iran nehmen auch keine deutschen Soldaten teil. Eine deutsche Unterstützung im Rahmen von „Host Nation Support“ ist zwar nicht bekannt, aber anzunehmen, weil sie vertraglich vereinbart ist. Vor allem das Drehkreuz Ramstein ist für die USA bei Einsetzen in der Nahmittelost Region unverzichtbar. Der Bundeskanzler hat sich aktuell bei seinem Besuch in den USA de facto solidarisch mit dem US-Präsidenten gezeigt. In seiner anschließenden Pressekonferenz sagte Bundeskanzler Merz u.a.:
„… Das militärische Nuklear- und Raketenprogramm des Iran bedroht den Frieden und die Sicherheit in der gesamten Region, und dies ebenfalls seit Jahrzehnten…. Wir haben es hier also mit einem Land (gemeint ist der Iran) und einem Regime zu tun, das für maßgebliche Teile des Terrors in der Welt persönlich verantwortlich ist.
Wir teilen daher mit den Vereinigten Staaten und Israel das Interesse daran, dass all dies jetzt irgendwann ein Ende hat. Die Vereinigten Staaten und Israel führen seit dem vergangenen Wochenende gezielte Militärschläge gegen das Regime durch, um genau dieses Ziel zu erreichen. Dabei wurden der religiöse Führer Chamenei und andere zentrale Vertreter des Regimes getötet. Wenn dieses Regime nun an sein Ende kommt, dann ist das eine gute Nachricht für den Iran, die Menschen im Iran und auch diejenigen, die heute außerhalb des Iran leben, und es ist eine gute Nachricht für die ganze Welt …“
Mit keinem Wort fordert der Bundeskanzler ein Ende der Gewalt aller Kriegsparteien und verurteilt den Angriffskrieg der USA nicht als Bruch des Völkerrechts, obwohl er von namhaften Völkerrechtlern so eingeordnet wird.
Damit hat sich der Bundeskanzler von der immer wieder betonten regelbasierten Weltordnung verabschiedet und das Recht des Stärkeren de facto anerkannt.
Zusammenfassende Zwischenbilanz
Der Krieg der USA gegen den Iran ist in seiner verlogenen Begründung grundsätzlich eine Blaupause des amerikanischen Angriffskriegs gegen den Irak im Jahr 2003. Zusätzlich gibt es Faktoren, die beide Kriege voneinander unterscheiden. Das gilt besonders unter dem Aspekt, dass die USA (noch?) keine Bodentruppen einsetzen und dadurch, dass die USA nicht nur zwei Kriege führen, nämlich gegen Venezuela und den Iran, sondern durch ihre massive militärische und finanzielle Unterstützung an zwei weiteren maßgeblich beteiligt sind, nämlich in der Ukraine und im Gaza-Streifen. Dadurch besteht die konkrete Gefahr, dass Washington die militärischen Mittel ausgehen, um ihr derzeitiges Engagement beizubehalten. Hinzu kommt, dass – im Gegensatz zum Krieg gegen den Irak – viele militärische US-Einrichtungen in der Nahmittelost-Region konkret gefährdet sind, weil sie nicht ausreichend geschützt werden können. Nach dem Krieg gegen den Irak haben die USA 2011 ein zerstörtes und bis heute politisch instabiles Land hinterlassen. Wie das am Ende der Kampfhandlungen im Iran und/oder auch in der gesamten Nahmittelot-Region aussehen wird, ist heute noch völlig offen. Es ist allerdings zu befürchten, dass auch diese Zeit danach eine Blaupause des Kriegs gegen den Irak sein könnte.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez forderte in einer aktuellen TV-Ansprache die USA, israel und den Iran erneut zu einer Einstellung der gegenseitigen Angriffe auf. Die Gewalt müsse enden, „bevor es zu spät ist“. Es sei „naiv zu glauben, dass blinder unterwürfiger gehorsam Führung bedeutet.“ Es gehe um „die Achtung des Völkerrechts, das uns alle, insbesondere die Zivilbevölkerung schützt“. Zu glauben, die Welt könne ihre Probleme nur mit Bomben lösen, sei ein Irrtum.
Es wäre gut, wenn das nicht nur die Kriegsparteien im Irankrieg begreifen würden, sondern auch der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
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Mit Salami-Taktik in den Dritten Weltkrieg
Die Salami-Taktik hat sich ja schon bei Corona bewährt. Von „wir häkeln uns eine Maske“ wurde es immer in kleinen Schritten verschärft bis schon über „Lager für Impfverweigerer“ geredet wurde.
Beim Krieg in der Ukraine fing es auch mit der Lieferung von 150 Helmen an. Inzwischen versenkt die NATO russische Schiffe. Es werden Lenkwaffen an die Ukraine geliefert, an denen wohl nur der zuletzt aufgeklebte „Made in Ukraine“-Aufkleber ukrainisch ist. Mit diesen Waffen werden mit westlicher Satellitentechnik Ziele tief in Russland getroffen.
Und jetzt noch der Krieg gegen den Iran, Libanon usw. Dazu eine „Wollt-ihr-den-totalen-Krieg?“-Rhetorik, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
langfristiges „Programm“ sieben Länder in Fünf Jahren (es hat länger gedauert)
https://www.youtube.com/watch?v=FNt7s_Wed_4
Wer hat diese Überschrift verbrochen?
Obwohl – paßt schon.
Ihr behandelt eure designierte Zukunft schon seit einer Generation zunehmend als eine Blaupause der überlieferten Schrecken der Vergangenheit – wie das auf allen Dienstbotentreppen, in allen Arbeiter- und Soldatenbaracken der Vergangenheit der Fall gewesen ist – „Noch geht es uns doch Gold“ lautete der eingängige Spruch aus „Tadellöser und Wolff“ dazu.
Weitermachen!
Zu Befehl Herr Kapitän
Eure Generation war es übrigens der es RICHTIG Gold ging.
„Hauptmann“, bitteschön (Reminiszenz an die „Abenteuer des Werner Holt“), und die Antwort lautet nicht „Zu Befehl“ sondern ist allenfalls Gegrummel und Gemurre.
Und übrigens: Ich wuchs bis Mitte der 60er noch mit Hafer-, Griesbrei, Rübensuppe und Eintopf mit gelegentlicher Fleischeinlage auf. Eier waren noch eine relativ günstige Eiweißquelle, und – weil regional verfügbar – Fisch. Aber meine Nordsee habt ihr mir ja gründlich kaputt gemacht.
Der Irakkrieg hatte hierzulande kaum Auswirkungen. Das was jetzt passiert wird in Europa so ziemlich alles auf den Kopf stellen.
Hübschen möchte durch Vergleich Orientierung gewinnen.
Blaupause ja, Blaupause nein. Was soll das bringen?
Ja, auch schon der Irakkrieg war ein völkerrechtswidriges Verbrechen aber mittlerweile hat das verbrecherische Treiben eine Dimension erreicht, die bald auch bei uns, keinen Stein mehr auf dem anderen lassen wird.
Hier geht es nicht mehr um einen regional geführten Krieg des Hegemons. Es geht um den 3. Weltkrieg und Kanzler Merz setzt alles daran für unseren baldigen Untergang zu sorgen.
Na immerhin kann die Ukraine jetzt im Iran mal üben, wie es als „Aggressor“ läuft.
Ach halt, das hatten die vor 23 Jahren ja schon im Irak geübt.
„Endzeit-Krieg“: US-Offiziere auf Armageddon-Kurs
Schockierend: US-Offiziere übernehmen die ultrareligiöse Aufladung des Iran-Krieges von ihren israelischen Vorbildern: Der Krieg soll den Messias bringen, von einem „tausendjährigen Reich“ ist wieder die Rede. Kopf dieser Endzeit-Tendenz ist Kriegsminister Pete Hegseth selbst! Das macht den Krieg gegen Iran zu einer unkalkulierbaren Armageddon-Schlacht, die die ganze Welt in den Abgrund reißen könnte. Damit werden selbst frühere US-Kriege, die zwar Profit-getrieben, aber insofern auch kalkulierbar waren, in den Schatten gestellt.
„Das ist ein Religionskrieg… er wird das Schicksal im Nahen Osten für tausend Jahre bestimmen.“ Mit diesem Satz gab der republikanische US-Senator Lindsey Graham gestern die neue Tonlage in der US-Strategie vor. Es geht nicht mehr um erzwungene Abrüstung des Iran, auch nicht um bloßen „Regime-Change“ – es geht um religiösen Fundamentalismus, um das tausendjährige Reich. Graham ist nicht irgendwer. Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb im Juli 2025: „Der republikanische Falke: Wie Lindsey Graham zum wichtigen Player in der US-Aussenpolitik wurde (…) Trumps Einflüsterer aus South Carolina übt enormen Einfluss aus.“ Dabei waren die beiden ursprünglich zerstritten gewesen, als Trump noch auf Friedenskurs war. Doch spätestens beim ersten Angriff auf Iran im letzten Sommer ist der alte Neocon-Einpeitscher Graham an die Schalthebel der Macht zurückgekehrt.
Das sei kein Einzelfall, berichtet das österreichische Medium „heute“. „Zwischen dem Angriffsbeginn am vergangenen Samstag und Montagabend (2. März) sind mehr als 110 ähnliche Meldungen bei der MRFF eingegangen. Betroffen seien über 40 Einheiten an zumindest 30 Standorten, heißt es. (…) Laut MRFF berichten viele Soldaten von einer regelrechten Euphorie in Teilen der Befehlsketten, wonach der Krieg als biblisch vorhergesagt und notwendig dargestellt werde. Ihre Sorge: Dieser religiöse Fanatismus zerstöre Moral und Zusammenhalt der Einheiten und stünde im Widerspruch zum abgelegten Eid auf die Verfassung.“
Kopf dieser Armageddon-Tendenz im Pentagon ist offensichtlich der Chef selbst, Kriegsminister Pete Hegseth. Er hält in seinem Ministerium regelmäßige Gebetstreffen ab und nimmt an einem wöchentlichen Bibelkreis im Weißen Haus teil. Hegseth selbst missioniert höchstpersönlich bei diesen Treffen. Originalaussage: „Das ist … meiner Meinung nach genau das, was wir als Nation in diesem Moment brauchen, im Gebet, auf Knien, in Anerkennung der Vorsehung unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.“
„Pete Hegseth zeigt sich gern mit nacktem Oberkörper. So sieht man nicht nur die mächtigen Muskelpakete, sondern auch die Tätowierungen: ein Sturmgewehr über der US-Flagge, das mittelalterliche Jerusalemkreuz mit dem Schlachtruf der Kreuzfahrer ‚Deus Vult‘ (‚Gott will es‘) und in hebräischen Buchstaben der Name ‚Jesus’», berichtete die Tagesschau schon im November 2024. Hegseth spricht öffentlich von den Juden als dem ‚auserwählten Volk‘.
https://www.compact-online.de/endzeit-krieg-us-offiziere-auf-armageddon-kurs/
Man soll sich von religiösen Fanatikern nicht täuschen lassen.
Es geht ihnen schlicht um Raubmord.
Das religiöse TamTam soll dabei für die kollektive Stimmung sorgen.
Natürlich geht es um Raubmord. Wenn es wirklich um Religion gehen würde, bräuchte es
keinen Krieg. Diese Endzeit Phantasien sind auch immer das Zeichen, daß man es
mit einer bösartigen Sekte zu tun hat.
@Ketzer: Hatten wir diese Idee mit dem tausendjährigen Reich nicht schon einmal? Da war
doch was? Die Juden waren da doch auch schon involviert. Ist das eventuell auch nur eine
Blaupause von damals, was da jetzt abgeht?
Tja, ich sag ja schon immer „Geschichte wiederholt sich“ und solange daraus nicht die richtigen
Schlüsse gezogen werden, wiederholt sie sich eben immer wieder gleich.
Die Originalquelle für den Armageddon Schmarrn findet sich hier:
https://jonathanlarsen.substack.com/p/us-troops-were-told-iran-war-is-for?r=rmtqv&utm_medium=ios&triedRedirect=true
Die Story geht wohl inzwischen viral, habe das heute morgen auch auf einer RU Website gelesen ; aber ich habe keine Ahnung wer der Blogbetreiber ist, wo ich ihn einordnen soll und ob er überhaupt glaubwürdig ist? Vielleicht kann ja jemand helfen?
Die religiösen Titel sind nicht die Quelle der Irrationalität, sondern ein Bewußtsein der Ohnmächtigkeit außerhalb des Feldes kinetischer Machtausübung.
Da ist allerdings fest zu halten, die Schlächterei im Iran und im Libanon ist restlos irrational, selbst ein iwie fixierbarer symbolischer Effekt, von „Erfolg“ gar nicht zu reden, verbleibt – anders, als im Gaza! – in der Hand des Feindes.
Also zunächst einmal hat der Irak den Krieg von 1984 nicht gewonnen, sondern nach blutigem Stellungskrieg wurden die Kampfhandlungen beendet.
Dann stört es mich wirklich sehr, das deutsche Soldaten ihre „US-Kameraden“
ersetzen.
Das sind keine Kameraden, sondern die Erfüllungsgehilfen des Staatsterrorismus ihres Landes. Stört mich einfach, NATO-
Sprech!
Korrekt, und darüberhinaus dauerte er von 1980 bis 1988.
Danke!
Ist lange her, hatte ich nicht mehr genau auf dem Zettel!
Aus der Vita des geläuterten Oberst:
„Zehn Jahre Einsatz als Raketenspezialist mit amerikanischen Kameraden in NATO-Verbänden.“
Wer das schreibt, zeigt damit auf, wie sehr er der NATO-Propaganda erlegen war.
Die sogenannte „regelbasierte Weltordnung“ war nie etwas anderes, als US-amerikanische Willkür; wer das nicht erkennen konnte, der stellt sich damit selbst intellektuell kein gutes Zeugnis aus.
Aus der Vita des geläuterten Oberst (Ehemaliger Luftwaffenoberst im Generalstabsdienst):
„Letzte militärische Verwendung Referatsleiter im Verteidigungsministerium, zuständig u.a. für die Landesverteidigung, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der alliierten Streitkräfte in Deutschland.“
👍
Es ist und war nie eine gute Idee sich von Ex Militärs das Leben erklären zu lassen.
„Im Jahr 2011 zogen die letzten US-Soldaten aus dem Irak ab …..“
Und was ist das dann?
https://www.thenationalnews.com/news/mena/2026/03/01/us-troops-attacked-in-erbil-as-iraqi-militants-consider-options/
Da schert sie doch einen Dreck, was das irakische Parlament will.
https://orf.at/stories/3149818/
Damit nicht genug: nicht nur die iranische Nachfolgeregelung hat gefälligst nach dem Geschmack des Herrn der Welt zu erfolgen, auch der Irak darf mitnichten seine Regierung selbst bestimmen. Was bilden sich die Sandni…. denn ein?
https://orf.at/stories/3422681/
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/irak-wahl-trump-100.html
Der aktuelle völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und ihrer Vasallen auf den Iran, ist nur eine der letzten oder vorletzten. Bausteine in der Vorbereitung eines Angriffskrieges auf China.
Nicht ohne Grund melden sich sporadisch US Amerikanische Herolde mit der Ansage, China greift Taiwan in spätestens 2 oder 3 oder sonst was an Jahren an.
Das ist auch, aber nicht nur, die Vorbereitung einer Kriegslüge wie Radio Gleiwitz, die jetzt schon die Kriegsschuld umdrehen soll, sondern man schwört seine Vasallen auf Kurs und Rüstung ein. Je nach dem wie stark der Mangel an Bildung durch tumben Fanatismus ergänzt wird, springen dann ihre Hohlheiten , wie Baerbock, Wadephul und Pinocchio darauf an.
Den USA läuft einfach die Zeit davon um noch einen Krieg mit China um die Weltherrschaft anzuzetteln mit Aussicht auf so etwas wie einen Sieg. Ich schätze, wenn Russland sich nicht von China wegdividieren lässt, haben die USA jetzt schon keine Chance mehr auf einen bequemen Sieg.
Das Armaggedon wird wenn, dann von den USA im Taiwankonflikt ausgelöst. Dabei werden zum ersten mal dann US Bürger in ihrer Heimat erfahren müssen was Krieg ist.
Wir werden dank der unendlichen Weisheit unserer Führer gleich mit untergehen. Je länger der Krieg im Iran dauert und je schlechter er für die USA und ihre Schergen ausgeht, desto länger ist unser Untergang aufgeschoben.
Singuläre Ereignisse sind da natürlich nicht mit einpreist. Das ist natürlich nur eine Spekulation, beruhend auf sehr unvollständigen Informationen, aufgebaut auf Erfahrung und Plausibilität.
Die Ermordung der 160 iranischen Mädchen werde ich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen. Der 28 Februar 2026.
Mein Mitleid und meine Anteilnahme gilt den Opfern und Hinterbliebenen. Ich schäme mich dafür, wenn wir dabei geholfen haben sollten. Schon wieder Teil des Tätervolkes.
„Die Ermordung der 160 iranischen Mädchen werde ich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen. Der 28 Februar 2026.“
hier ein Artikel, der an die Nieren geht.
https://tkp.at/2026/03/05/die-kleinen-maedchen-von-teheran/
die USA sind dafür verantwortlich…..!
Ich danke Ihnen für den Link. Wenn ich die Reaktionen auf dieses schreckliche Massaker in den MSM sehe, dann weiß definitiv, dass wir schon im Faschismus leben.
Leider ist religiöser Wahnsinn eben auch im christlichen Bereich, zB bei den Evangelikalen in den USA zu finden. Die stehen dem IS in nichts nach und sie stellen einen beträchtlichen Wählerstamm von Trump dar.
Sie glauben an die Wiederkunft des Messias während der großen Schlacht von Armageddon. Wer da als Christenmensch auf der richtigen Seite steht, der soll bei lebendigem Leib in den Himmel auffahren, so glauben viele.
Ich fürchte nur: Die Erscheinungsform des „Messias“ wird die einer Atombombenexplosion sein und die „Himmelfahrt“ wird nicht ohne die Zerstörung der körperlichen Unversehrtheit stattfinden.
Die Waffentechnik hat sich seit dem Mittelalter enorm weiterentwickelt. Der religiöse Wahn aus dem Mittelalter ist aber vielerorts geblieben.
Skurrile Szenen im Weißen Haus:✝️Trump und die Rückkehr „zu einer Nation unter Gott“
Für viele Beobachter wirkt diese Szene skurril – und hochgradig heuchlerisch. Während US-Außenminister Marco Rubio den Iran als von religiösen fanatischen Irren geführt beschreibt und damit die laufenden US-/Israel-Angriffe rechtfertigt, findet im Weißen Haus fast zeitgleich eine intensive religiöse Zeremonie statt.
In dem Video versammeln sich 19 Personen, darunter evangelikale Glaubensführer, Berater und hochrangige Trump-Vertraute wie Paula White-Cain, um Präsident Trump. Sie legen ihm die Hände auf, beten lautstark für seinen persönlichen Schutz, den der US-Truppen und die „Wiederherstellung einer Nation unter Gott“.
https://auf1.tv/eilt/skurrile-szenen-im-weissen-haus-trump-und-die-rueckkehr-zu-einer-nation-unter-gott
Vielen Dank für diesen Link!
Dieser pseudochristliche Mummenschanz ist widerlich und gleichzeitig sehr gefährlich.
Mittelalterlicher christlicher Wahn, ausgestattet mit Atomwaffen.
Genau das ist es. Ich hätte nie gedacht, daß wir in Zeiten der Hochtechnologie wieder ins
Mittelalter abgleiten könnten. Aber die Zustände in Deutschland sind ja mittlerweile ähnlich
geartet. Stichwort: Bademantel bzw. AFD Verbot
Da liegt ein ausgesprochen schräges Mittelalterbild vor, wenn man Parteiverbote für ein mittelalterliches Phänomen hält.
Weiter stammen weder die Johannesoffenbarung noch evangelikale Zionisten aus dem Mittelalter.
Es geht doch nicht um „Parteiverbote“ sondern um religiösen Wahn, der der ganz profanen und imperialen Herrschaftssicherung dient. Den „Demokraten“ ging es noch um westliche Werte, die aber an Anziehungskraft verloren, die Doppelmoral wurde immer offensichtlicher, weshalb die Trumpisten nun zu religiösen Mythen in der Propaganda wechseln. Das ist Mittelalter.
Ich weiß ja was gemeint ist. Ich mag’s trotzdem nicht, wenn alles schlechte allein auf das Mittelalter projeziert wird. Da packt man dann Dinge rein, die nichts mit dem Mittelalter zu tun haben oder auch Dinge, die es zwar im Mittelalter gab, aber genauso in der gesamten Vormoderne. Das Beispiel der religiösen Mythen in der Propaganda war bei uns auch bis weit in die Moderne noch aktuell.
Insiderwissen: Schröder wollte sehr wohl mitmachen, aber ein paar hohe Tiere der Bundeswehr lehnten ab mit der Begründung, daß sie nicht über die Mittel verfügen da sinnvoll beizutragen. Immerhin flog unsere heldenhafte Luftwaffe ein paar AWACS Missionen, um zumindest gegen das im Grundgesetz geschriebene Verbot zu verstossen, nicht an einem Angriffskrieg teilzunehmen. Ein paar Soldaten klagten dagegen, bekamen Recht, wurden dann gefeuert. Told you so. Ihr denkt immer noch, die Bundeswehr wäre „für unser Land“ da? Ach Gottchen…. Na wenigstens hat es dann die Presse so verkaufen dürfen, daß Gerdgas Schröder da Rückgrat gehabt hätte. Ne, Kinners. Aber das mit dem Gas hat Deutschland wirklich geholfen, also sind wir quit, Gerd – okay?
Ja, der Gert hat sich gut verkauft und „volksnah“ gegeben. Aber er war halt auch nur
eine Marionette. Mir fallen da auch so kleine „Nettigkeiten“ bzgl. Peter Hartz und Konsorten ein.
Ansonsten sollte es spätestens dann klar gewesen sein, als 2004 die Aussage von Peter Struck: „Deutschland
wird am Hindukush verteidigt“ von sich gab. Im Prinzip ist es nur eine Söldnerarmee. Aber ziemlich gut getarnt.
Der Irak war 2003 stark geschwächt, durch
– verlorenen Krieg 1991
– über 10 Jahre Sanktionen
– Es bestanden Flugverbotszonen im nördlichen und südlichen Drittel, von der Nato überwacht, zum Schutz
der Kurden und Schiiten. Saddam war also nur Herr über ein drittel des Landes.
Iran heute ist in ganz anderer Verfassung und hat inbesondere Unterstützung durch china
Ich glaub dass Bush schon eher einen Plan hatte als Trump heute.
Er meinte man könne sowas wie in Japan nach 45 wiederholen.
Die Amis waren auf Bodenkrieg aus, und haben das entsprechend aufgefahren.
Trump meinte wohl etwas rumbomben würde schon reichen.
Wie berichtet wurde, hat er schon am 2. tag versucht über Meloni einen Waffenstillstand zu erreichen.
Hat dann wohl gemerkt. „Oh shit, war vielleicht doch nicht so gut“.
Aber Iran lehnte ab.
Jetzt schliesst er zwar Bodentruppen nicht mehr aus. Aber haben sie die Panzer und so dabei ?
Die Kurden sollen wohl wieder herhalten.
Die Kurden sind zu dämlich. Lassen sich schon wieder von der CIA kaufen, um anschließend fallen gelassen zu werden und jämmerlich zu sterben.
Mit der Türkei fange ich gar nicht erst an.
Ich habe kein Mitleid mehr.
Alles andere westlicherseits ist quatsch.
Auf uns kommen wahrlich interassante Zeiten zu.
Oberst Hübschen lächelt echt freundlich auf dem Foto. Herzerwärmend und liebenswürdig. Ein knuffiger Großvater, mit dem man gern mal einen Wochenendausflug machen oder beim Nachmittagstee klönschnacken möchte.
Bloß nicht über den Artikel. Hier ist mal wieder zu bemerken, dass Hübschen sein im Brotberuf praktiziertes Lebensthema auch als langjährigen Ruheständler ruhelos umtreibt: nationalistische Politikberatung und Militärstrategie.
Er. Dient. Deutschland. Auch mit 80. Konstruktiv, hochmoralisch und geläutert. Liefert Beiträge, wie ES besser ginge (was eigentlich?). Wie die Herrschenden es anständigen Bürgern (m/w/d) verordnet haben.
Ja glaubt denn Hübschen ernsthaft, die hiesigen Funktionseliten wüssten nicht um die allfälligen Kriegslügen damals wie heute und bräuchten seine Nachhilfe? Die haben die Lügen doch selbst aus dem Effeff drauf, je nach Interessenlage in unterschiedlicher Richtung.
Ja glaubt denn Hübschen ernsthaft, „das Völkerrecht“ wäre je etwas anderes gewesen als ein fakultativer Verhaltenskodex, ein Instrument in Händen der weltweit wirtschaftlich und militärisch potentesten imperialistischen Player, damit die sich nicht sofort gegenseitig mit Atombomben beharken?
Glaubt Oberst Hübschen denn, die Herrschenden würden ihr eigenes Völkerrecht nicht buchstabengetreu kennen?
Oder hat Oberst Hübschen in seinen 80 Lenzen je erlebt, dass „das Völkerrecht“ gegen jene mit den dicksten Kanonen durchgesetzt worden wäre? (falls ja: von wem denn durchgesetzt?) Oder vielleicht „die regelbasierte Ordnung“?
„Das Völkerecht“ hat noch kein einziges Be- oder Ce-Hörnchen davor bewahrt, mit Freedom and Democracy™ überzogen zu werden, wenn ein A-Hörnchen das Gegenteil wollte. Atomwaffen dagegen schon (z. B. Nordkorea).
Und dann das:
„Der Iran verfügt über keinerlei Raketen, die die USA bedrohen.“
Ja glaubt Oberst Hübschen denn wirklich, dass dieser Umstand von Washington über Berlin bis zu Satanjahus Groß-Israel nicht hinlänglich bekannt ist???
Meint Oberst Hübschen denn, Trump und Satanjahu wäre ein bloß „Bedrohungs“-Irrtum unterlaufen, als sie Iran anfingen kaputtzubomben? Dann müsste die Terrorallianz ihre Kampfhandlungen doch spätestens heute eingestellt haben, weil jetzt Hübschens Artikel publiziert wurde, der das Oval Office über seine Fehleinschätzung gnadenlos aufklärt.
Und was hätte Oberst Hübschen gegen den aktuellen imperialistischen Terror noch einzuwenden, wenn Iran tatsächlich über Raketen verfügen würde, „die Washington bedrohen“?
Deswegen ist es zwar schwer konstruktiv, aber extrem kontraproduktiv, den gefühlt achtmilliardsten Artikel über die „Ermordung des Völkerrechts“ usw. zu produzieren, während der Imperialismus funktioniert, dass es kracht.
Das ist nämlich alles schon bis zum Erbrechen gesagt, bloß noch nicht von jedem Oberst Hübschen.
Die Erkenntnis: „Der Iran verfügt über keinerlei Raketen, die die USA bedrohen“, könnte man doch mal ernst nehmen und sich fragen, wieso Satanjahu und Trump Iran dann trotzdem überfallen. Und wieso der hiesige Ausmerzer mittut. Dass es sich dabei jeweils um einen unerkannten Irrtum handelt, dürfte ja spätestens mit Erscheinen dieses Artikels auszuschließen sein.
Man könnte die Auskunft mal ernst nehmen, dass sich der US-Imperialismus auch von Staaten bedroht fühlt, die eben keine Raketen haben, „die Washington bedrohen“, aktuell z. B. Iran, Venezuela, Kuba. (Genau wie analog der deutsche Imperialismus). Und anerkennen, dass diese Auskunft gar keine Kriegslüge, sondern wirklich wahr ist.
Das wäre dann der Ausgangpunkt für sachdienliche Überlegungen und für einen Overton-Artikel, den man möglicherweise mit Gewinn lesen könnte.
So bleibt allenfalls ein Klönschnack mit dem knuffigen Oberst über den Nachmittagstee.
Free hugs, lieber Jürgen.
Welchen Sinn ergibt das? Anerkennen, dass sich der US-Imperialismus von Iran, Venezuela und Kuba bedroht fühlt. Und dann vielleicht ein Psychogramm für eine Therapie des US-Imperialismus anfertigen, damit er sich weniger fürchtet und effektiver ausbeuten kann? Oder wie stellt sich das Genosse Mullah vor?
Das ist Gegenstandpunkts-Sprech, ein wenig doof, wenn er nicht unterfüttert wird.
Die Furcht gilt im Verkehr zwischen Weltmarkt-Nationen immer und überall dem möglichen Verlust von Einfluß und Kontrolle, also Erpressungsmitteln und -titeln.
„Titel“ ist im amerikanischen Fall neben anderem die generelle Option glaubhafter Androhung von Mord, Totschlag, flächiger Zerstörung oder wenigstens – das wird gern vergessen – paramilitärischer Sabotage, das sagt der Donald ja bitte bei jeder passenden Gelegenheit im Klartext hin.
Wir sind hier nicht in der Blase Gegenstandpunkt. Wenn er schon so einen Wortschwall loslässt, dann sollte er sich auch um Inhalt und Verständlichkeit bemühen.
Die Antwort ist auch doof. Klüger wäre es, dir im Geiste einen Klaps auf den Hinterkopf zu verpassen: „Hätte ich mir auch denken können“. Das ist nämlich die Wahrheit. Deine Reaktion verriet ein offensives Festhalten an moralischen Titeln, deren materielle Ungültigkeit du kennst, weil du sie jeden Tag 30 mal anklagst bis bejammerst.
„… ein offensives Festhalten an moralischen Titeln, deren materielle Ungültigkeit du kennst“
Was bedeutet das? Hilf mir auf die Sprünge!
Du willst „Bedrohung“ nur nach konkreten Maßstäben gelten lassen, die in das Rechtsverständnis deines Weltbildes passen. Die Maßstäbe eines Souveräns, der über mehr gebietet, als – sage – ein Luxemburg, Lichtenstein, Tschad oder so, sind dagegen abstrakt. So weit es konkrete Bedrohungen gibt, dienen sie ihm als Exemplifizierung abstrakter Narrative, die seine herrschaftlichen Ansprüche bebildern. Um das Konkrete haben sich Handels- und Finanzminister, Geheimdienste und ultimat das Militär zu kümmern. Und im Letzteren Fall heißt das Konkrete einfach: es gibt ihn noch, den Feind – und er macht sich mausig.
@Qana
Das hätte Pina Bausch nicht besser ausdrücken können. Vielen Dank!
Das Lob weise ich zurück, deshalb:
https://youtu.be/wCsGWkRebw8?si=B9DVgc-AE9ZLtbac
(SRV, Tin Pan Alley)
„This is a rubbish place, people living for their whiskey, wine and gin.“
Ok, überzeugt. Dagegen ist kein Kraut gewachsen.
@Mullah+Qana
Die Realität mit den wirklichen Menschen passen wohl nicht in euer verkorkstes Weltbild. So bleibt euch nur das unverständliche Gekeife.
Was mich betrifft, passen sie mehr, als mir lieb ist. Allerdings nicht „in die Welt“. „Die Welt“ ist sowas wie „pi“, *schmunzel*, das umfasst alles und nichts „passt“ hinein.
Qana: „… und nichts „passt“ hinein …“
Dann suche nach dem passenden Schlüssel.
Stimme dir in diesem Falle uneingeschränkt zu.
Wem interessierts wie die Herren der Welt sich fühlen, außer vielleicht einen Psychiater.
Und auch das stimmt, wir sind hier nicht in der Blubberblase Gegenstandpunkt.
Der Oberst trägt hier Teile des ideologischen Propagandahintergrund zusammen. Der ideologische Überbau.
Dieser Hintergrund ist für faschistische Staaten wichtig um die Tumben bei der Stange zu halten. Nicht ohne Grund hatte Hitler auch einen Goebbels. Das einfache Volk will im Gegensatz zu den Eliten, die bleiben ja eigentlich meist am Schreibtisch, nicht ohne intensive Propagandavorbereitung auf die Schlachtbank, mal abgesehen von einer Anzahl Soziopathen.
Diese ideologische Vorbereitung auf neue Kriege befindet sich in unserer neuen woke getarnten präfaschistischen Phase des Imperialismus in der Intensivierung. Nicht ohne Not erfinden die USA ständig neue Lügen als Begründung für ihre verbrecherischen Kriege.
Selbstverständlich wird das Völkerrecht oder noch biegsamer die Wertebasierte Ordnung immer zum Vorteil der eigenen Kriegsverbrechen ausgelegt.
Bis auf die Soziopathen, benötigt die Masse der Menschen das Gefühl zu den Guten zu gehören und nur gegen eine äußere „Bedrohung“ zu kämpfen.
Aus diesem Grunde wurden unter Hitler die Medien gleichgeschaltet und sind jetzt unsere Medien gleichgeschaltet, bis auf die unbedeutenden, aber sehr wichtigen, Portale wie Nachdenkseiten, Overton, Anderwelt, Jacobin, Telepolis u.s.w…
Leider dienen diese Portale auch als Alibi der Presse- und Meinungsfreiheit. Ambivalenz! Aber diese Nischen eines noch halbwegs freien Gedankenaustausches werden gerade Zug um Zug geschlossen.
Der Kapitalismus geht gerade wieder in die offen imperialistische Phase, da ist der Faschismus ja der legitime Sohn. (Habe ich mal irgendwo gelesen)
„Der Oberst trägt hier Teile des ideologischen Propagandahintergrund zusammen. Der ideologische Überbau.“
Genau wie Sie in ihrem hiesigen Beitrag. Diesen konstruktiven Hinweis möchte ich mir mal erlauben.
Das ist daran zu erkennen, dass Sie eine so gute Meinung von der Demokratie haben.
Wenn etwas aus dem Ruder läuft, können Sie sich das nur mit „Faschismus“ erklären. Das ist bedauerlich.
Dass es all das auch im Faschismus gibt, würde ich unterschreiben.
Hier liegt aber glasklar Demokratie als Betriebssystem vor. Kein Faschismus weit und breit.
Deshalb ist auch bei Ihnen – leider – der „ideologische Propagandahintergrund“ der Demokraten auf fruchtbaren Boden gefallen: Sich jeden Schaden immer nur als „Versagen“ und als Abweichung von der grundguten Demokratie vorstellen können, nie aber als das, was er wirklich ist: Als Auswuchs der Demokratie wie sie geht und steht.
Wenn das der Führer wüsste…
Ich denke nicht, dass sich dieser Sachverhalt explizit oben herauslesen lässt. Ihrer Ansicht nach möglicherweise implizit?
Und auch der Nachweis, dass es sich bei dieser „repräsentiven Demokratie“ (vulgo: Pseudo-Demokratie, die nur so tut als ob), tatsächlich um eine Demokratie handelt, der wäre erst noch zu führen.
Fakt bleibt natürlich: das Versagen dieser sogenannten Demokratie ist kein personelles, sondern ein zutiefst strukturelles, das sei Ihnen allemal zugestanden.
Dennoch glaube ich zumindest im Grundsatz an ihre Reparierbarkeit.
„Ich denke nicht, dass sich dieser Sachverhalt explizit oben herauslesen lässt. Ihrer Ansicht nach möglicherweise implizit?“
Der Sachverhalt, dass die Demokratie gemeint ist, lässt sich sogar explizit herauslesen. Eindeutig. Der Neutralleiter reagiert doch auf Oberst Hübschen und dann auf meine Antwort dazu. Da geht es immer um jene Staaten und jene Zustände, die es heute, 2026, zusammen mit ihrem Betriebssystem wirklich gibt, also: USA, Iran und speziell Deutschland.
Hübschen macht sogar einen eigenen Unterpunkt für das demokratische Deutschland („Die deutsche Position in den beiden Kriegen“) und beschwört den demokratischen Ausmerzer, doch nicht so blöd zu sein, wie Hübschen meint, dass der Ausmerzer blöd wäre. Dabei bemüht Hübschen nochmal genau dieselbe Gegenüberstellung wie vor paar Tagen der Jeffrey Sachs, der dem bösen demokratischen Ausmerzer ebenfalls den guten Schröder um die „völkerrechtswidrigen“ Ohren gehauen hatte.
Hübschen tritt gegenüber dem demokratischen Merz als Beschwerdeführer und konstruktiver Politikberater auf, weil Merz aus Hübschens Sicht nicht das macht, was Hübschen per Wunschzettel beim Oberdemokraten Merz bestellt hat.
Laut Hübschen haben nämlich ein paar Figuren namens „namhafte Völkerrechtler“, deren Privatmeinung ebenso belanglos (weil allesamt ohne die erforderlichen Gewaltmittel) ist wie die von Hübschen, festgestellt, dass der Terror von Trump und Satanjahu gegen Iran „völkerrechtswidrig“ wäre. Und trotz der 1A-Politberatung mit Brief und Siegel durch Hübschen und „namhafte Völkerrechtler“ arbeitet Merz Hübschens Bestellzettel einfach nicht ab: „Mit keinem Wort fordert der Bundeskanzler ein Ende der Gewalt aller Kriegsparteien und verurteilt den Angriffskrieg der USA nicht als Bruch des Völkerrechts“.
Dem könnte man doch rein sachlich entnehmen, dass die „namhaften Völkerrechtler“ samt Hübschen dann wohl weniger namhaft sind als der namhafte und mit dem Gewaltmonopol ausgestattete Oberdemokrat Merz.
Das war jetzt sehr ausführlich. Mein Punkt ist wohl klar geworden: Hübschen mosert nicht über den Faschismus, sondern über aus seiner Sicht Missstände in der (deutschen) Demokratie.
Darauf reagiere ich. Und darauf reagiert der Neutralleiter.
Deshalb meint der Neutralleiter doch schon die Demokratie, von der aber gar nicht enttäuscht ist, sondern sich die Missstände nur so erklären kann, das ein Betriebssystem, das so etwas hervorbringt, gar keine Demokratie sein kann, sondern Faschismus sein muss.
All das kann man schon explizit aus dem Beitrag vom Neutralleiter rauslesen.
Ein winzige (Un-)Wahrscheinlichkeit existiert jedoch wirklich, dass sich nicht herauslesen lässt, dass der Neutralleiter so eine gute Meinung von der Demokratie hat: Dann nämlich, wenn der Beitrag von Neutralleiter gar nicht auf Hübschens Beitrag reagiert und nicht auf meine Antwort. Sondern der Neutralleiter ganz abstrakt, völlig ohne Bezugsgrundlage, mal seine generellen Gedanken zum Faschismus geäußert hätte.
Dann stellt sich bloß die Frage, wieso der Beitrag vom Neutralleiter ausgerechnet unter Hübschens Beitrag zu demokratischen Zuständen und meiner Antwort dazu steht. Der Beitrag vom Neutralleiter könnte dann zusammenhanglos auch überall sonst stehen: z. B. im Poesiealbum, auf der Glückwunschkarte zur Goldenen Hochzeit oder als Höhlenmalerei auf Sardinien.
„Und auch der Nachweis, dass es sich bei dieser „repräsentiven Demokratie“ (vulgo: Pseudo-Demokratie, die nur so tut als ob), tatsächlich um eine Demokratie handelt, der wäre erst noch zu führen.“
Damit geben Sie sich als Neutralleiters Halbbruder im Geiste zu erkennen. Auch Sie sehnen sich nach der „echten“ Demokratie und meinen, so eine repräsentative Demokratie wäre in Wahrheit gar keine.
Anders als der Neutralleiter deklarieren Sie das amtierende Betriebssystem nicht gleich als Faschismus, sondern bloß als „Pseudo-Demokratie“. Deshalb nur Halbbruder. Meine Antwort auf den Neutralleiter dürfen Sie daher gerne auch als Antwort für Sie verstehen, Sie brauchen bloß überall dort, wo darin etwas mit „Faschismus“ vorkommt, die entsprechenden Stellen mit „Pseudo-Demokratie“, „pseudodemokratisch“ usw. zu ersetzen.
Meine Antwort auf den Neutralleiter (und Sie) möchte ich dabei auch so verstanden wissen, dass ich gar nicht differenziere zwischen solchen Hilfskonstruktionen wie „echte“ Demokratie, „repräsentative“ Demokratie, #UnsereDemokratie, Schweizer „direkte“ Demokratie usw.
Gemeint ist einfach DIE Demokratie, wie sie in bürgerlichen Staaten tatsächlich zu beobachten ist.
„Dennoch glaube ich zumindest im Grundsatz an ihre Reparierbarkeit.“
Ja, das ist mir klar geworden in Ihrem Beitrag.
„Gemeint ist einfach DIE Demokratie, wie sie in bürgerlichen Staaten tatsächlich zu beobachten ist.“
Damit verhältst Du selbst auf der Ebene der Namen (des Labeling), die Du der Gegenseite verweigerst. Das nimmt die Antithese vorweg und dem Gegenüber aus der Hand: Du stellst Dich auf den Standpunkt des Realisten gegenüber dem Idealisten, eine patriarchale Mahnung, die nichts beiträgt, zu bestimmen, geschweige erklären, woher der Gegensatz rührt.
Dein Trick für diese Operation ist das Wort „Betriebssystem“, das allen zählenden Aussageninhalt abstrakt in „hardware“ verlegt, die gar nicht Thema ist, bzw. es allenfalls mittelbar ist.
Schlimmer, es ist eine komplette Verkennung dieser „hardware“, in welcher die Staatsgewalt in der Gestalt der Rechtshoheit nicht allein ubiquitärer Bestandteil, vielmehr Grundlage ist.
Implizit wird „Demokratie“ bei diesem Manöver identisch mit dem alle vier bis fünf Jahre veranstalteten Wahlzirkus, der Repräsentanten der Volksstände in das rechtsetzende Organ beruft.
Das aber ist ein ergänzendes Feature, das den Unterschied zwischen Demokratie, Standesherrschaft und Faschismus außen vor läßt, ein Feature, das buchstäblich jede Stunde an „Sachzwängen“ blamiert wird, die den repräsentativen Willen zu beugen hat, weil er im Falle des Zuwiderhandelns der gewährten Macht auf die eine oder andere Weise verlustig geht. Im einfachsten, und zugleich schematisch kenntlichsten Fall durch Regierungsrücktritt.
Demokratie, das sind nicht Wahlen, sondern eine Gewaltenteilung, die den Zweck hat, „das Recht“ formell in die Hände derer zu legen, die damit beglückt werden.
Die Demokraten scheiden zwischen Staatsrecht und Bürgerrecht, das ist die „hardware“ der Demokratie. Demokratische Staaten erkennen den Gegensatz zwischen Staat und Bürger in dieser Gestalt an, sie scheiden ausdrücklich zwischen Staats- und Erwerbsbürger in dessen Identität der Staatsmacht gegenüber
Faschistische Staaten, sozialistische Staaten und Standesherrschaften tun das nicht, die kennen nur „Volksbürger“, ggf. in „verschiedenen Graden“ des Völkischen.
Letztere Wendung wechselt allerdings die Ebenen zwischen Rechtsgewalt und Ideologie derselben. Das ist kein Fehler der Darstellung, sondern die Art und Weise, wie Idealismen aller Arten und Herkünfte konstitutioneller Bestandteil einer Herrschaft sind – egal welcher, sage ich mal so hin. Staaten sind dazu da, gesellschaftliche Widersprüche und Gegensätze zu kanalisieren, zu verwalten und dabei zu deckeln, also deren Wirk-Lich-Keit ideell zu zerstören, eben das leisten in dieser Wirklichkeit und gegen sie durchgesetzte Ideale.
Für „Spezialisten“: Daß dies nicht nur für das Dienstvolk / die Metöken, auch für die Vorzugsbürger gilt, liegt in der Natur des Kapitals bzw. kapitalistischen Geldes, dem Umstand, daß „klein v“ Kapitalbestandteil ist.
Faschismus duldet den Gegensatz zwischen Staats- und Erwerbsbürger nicht (mehr), und deshalb hocken überall im demokratischen Getriebe – hier ist das Label „Betriebssystem“ akzeptabel – faschistische Übergänge, die zu allen Zeiten zum Vorschein kommen bzw. gebracht werden.
In der aktuellen geschichtlichen Phase des Imperialismus wollte ich daher sagen: Faschismus wird hier identisch mit Kriegswirtschaft und Kriegsmobilisierung im Rahmen der Militarisierung des Weltmarktes. Deshalb taugt gegen obstinaten Demokratieidealismus weniger der abstrakte Anwurf, dass er einer ist, als vielmehr der offensichtlich richtige Vorhalt, daß er konservativ reaktionär sei. Er verabschiedet sich aus der Gegenwart.
Vielen Dank für Ihren Beitrag.
Freut mich sehr, dass ich Sie zu solch elaborierten Einlassungen bewegen konnte.
Manchem davon kann ich zustimmen, anderem nicht. Da jetzt Wochenende und Sonnenschein ist und ich anders als RdL für die Zeilen nicht mal bezahlt werde, nur mal kurz Beispiele, wo ich nicht zustimme.
a) „Damit verhältst Du selbst auf der Ebene der Namen (des Labeling), die Du der Gegenseite verweigerst.“
Nein, falsch. Ich hatte ja geschrieben, dass man sich die real existierende Demokratie wie sie geht und steht überall anschauen soll. Dass also genau die Demokratie gemeint ist. Natürlich gibt es ein paar Unterschiede zwischen sagen wir mal repräsentativer und direkter Demokratie. Aber für den Zweck, den die Demokratie hier wie dort gleichermaßen erfüllt und erfüllen soll, sind diese Unterschiede unwesentlich und deshalb vernachlässigbar.
Mit Blick auf den Bezugsbeitrag, auf den ich insoweit geantwortet hatte, ist das genau die passende Erwiderung, weil der Kritiker ja explizit unterscheiden wollte zwischen „guter“ und „schlechter“ bzw. „unechter“ Demokratie. Und zwar tat er das deshalb, um die Demokratie bzw. seine Illusion von einer Idealdemokratie, zu retten, also eben zu vermeiden, sich mit der Demokratie, wie sie geht und steht, auseinanderzusetzen.
Auch die Sache mit dem Labeling ist unzutreffend. Weder verweigere ich der Gegenseite das Labeling „Faschismus“ noch das Labeling „Demokratie“. Vielmehr greife ich das Labeling auf, weise darauf hin, dass die den Kritiker störenden Inhalte unter einem unzutreffenden Label subsumiert werden. Außerdem greife ich das vom Kritiker selbst genutzte Label „Demokratie“ auf und weise darauf hin, dass er sich von der Labelebene wegbewegen soll hin zu den Inhalten.
b) „Faschistische Staaten (…) tun das nicht [zwischen Staatsrecht und Bürgerrecht unterscheiden, Anm. Die Mullahs], die kennen nur „Volksbürger“, ggf. in „verschiedenen Graden“ des Völkischen.“
Eine furchtbare Abstraktion, die in einer unzutreffenden Behauptung mündet. Oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, z. B. der deutsche Faschismus, Fiume und Franco hätten insoweit dieselben Einordnungen vorgenommen?
c) „Staaten sind dazu da, gesellschaftliche Widersprüche und Gegensätze zu kanalisieren, zu verwalten und dabei zu deckeln.“
Na ja, all das machen die Staaten auch. Aber erst hinterher. Wichtig und wesentlich ist, dass die Staaten diese „gesellschaftlichen Widersprüche und Gegensätze“ überhaupt erst HERSTELLEN. Und nicht irgendetwas Naturwüchsiges vorfinden, worauf sie dann bloß reagieren.
Unter einem anderen Artikel hatten Sie mir vorgeworfen, ich würde lügen, weil ich geschrieben hatte, der US-Imperialismus wollte Iran seit knapp 50 Jahren zerstören.
Ihre dortige Antwort habe ich nicht mehr gefunden, deshalb antworte ich hier kurz:
Die Charakterisierung „zerstören“ war zugegeben durchaus etwas missverständlich. Gemeint war nicht, den Iran kaputtzubomben wie den Irak, sondern gemeint ist: Die iranische Nach-Schah-Ordnung zu zerstören und durch etwas zu ersetzen, das dem US-Imperialismus wieder zuarbeitet wie vor 1979.
Und dass die USA Iran um die Jahrtausendwende ein wenig als Regionalmacht haben reüssieren lassen (an Ihre genaue Formulierung erinnere ich mich leider nicht mehr), könnte mit eigener US-Schwäche bzw. damals vorübergehend anderer US-Prioritätensetzung zu tun haben, falls das Ihre Frage war.
Hi,
a) Auf den Zusammenhang des ganzen Fadens habe ich nicht geachtet. War auch nicht nötig, denn Du wiederholst hier, was ich angemeckert habe:
Das mag ja sein, aber Dein Gegenüber teilt Dein Urteil über den Zweck – wie immer es laute – nicht, was Du ihm schlicht vorwirst, als verstoße er gegen ein Gesetz – sei es der guten Sitten oder „des Denkens“:
Ja … Pfui! Ich hab nix gegen das „pfui“, doch wenn es dabei bleibt, kann es keinen Streit geben, allenfalls ne Keilerei. Und Du beharrst darauf, daß es dabei bleibt, nämlich so:
Nix „eben“ das ist einfach gelogen, Dein Gegenüber setzt sich aus einander, mit der Demokratie, nur anders, als Du es für richtig hältst.
b) Den Freistaat Fiume kannte ich gar nicht, und die Geschichte des Francismus auch nur unzureichend. Also sag mir, was nicht stimmen soll und warum, beginnend mit dem Nationalsozialismus.
c) Geld, Kapital, Grundeigentum, und folglich eine dazugehörige Gewaltordnung, haben die Staatswesen, die bürgerlich geworden sind, vorgefunden. Sie haben vorgefundene rechtliche Schranken des Eigentums teils beseitigt, teils modifiziert und neue gegen den Despotismus des Eigentumsrechts gesetzt. Nichts anderes hatte ich gesagt, nur a weng allgemeiner.
Zum Irankrieg:
Diesen Wunsch habe ich nicht bestritten, ist jedoch offenkundig nicht das, wofür jetzt gebombt wird. Jetzt werden Assets des regionalen Verkehrs des Iran mit Russland / Zentralasien / China / Indien vernichtet, von nationalen Errungenschaften mal abgesehen, und das auf Kosten des iranischen Verkehrs mit dem Westen. Namentlich Ressourcen des NATO-Staates Türkei und Qatars werden zerbombt. Daß der Iran „dem US-Imperialismus“ seit 1979 nicht „zugearbeitet“ hätte, ist schlichter Quatsch, und soweit er es nicht getan hat, sind das ausschließlich Folgeerscheinungen der Angriffe auf die Islamische Republik und des Sanktionsregimes.
Klartext: 25 Jahre lang haben die USA dem Verlangen Israels nach Zerstörung der Islamischen Republik aktiv widerstanden – das war schließlich der Zweck des JCPOA – jetzt sind sie ihm gefolgt und eine andere Rationale, als „die Mullahs sind unheilbar böse“ gibt es nicht.
@Neutralleiter
Da kann man doch kurz die browser
LLM fragen.
André Malraux wird diese Behauptung zugeschrieben.
Soll aber ein falsches Zitat sein ohne eindeutige Quelle.
einige interessante Links hier zu finden….
https://www.moonofalabama.org/2026/03/trump-ups-demand-to-iran.html
Paul Bremer USA hat im Irak nicht nur die irakische Armee aufgelöst, er hat die ganze militärische Infrastruktur zerstört,
Bremer war der Schöpfer des IS.!
Diesen Fehler möchte Trump im Iran nicht
wiederholen, hat er gesagt.
Venezuela ist da als Beispiel zu nennen, ausser Maduro und Frau wurde kein Minister
und Beamter? ersetzt.
Der Iran ist aber weder Irak noch Venezuela, das wird Trump schon registriert haben,
so einfach wie sich der Donald und sein Gefolge das vorgestellt haben ist es doch nicht.
Die werden dort genauso scheitern wie in Afghanistan. Heute wurde bekannt, daß die Hisbollah, die man ja
angeblich besiegt hatte, mit hoher Mannstärke in den Kampf eingetreten ist.
Der Iran denkt gar nicht daran zu kapitulieren. Das genaue Gegenteil ist der Fall.
„Wir warten auf sie“ – Irans Außenminister warnt Trump vor Bodeninvasion
In einem Interview mit „ABC News“ warnte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi Washington vor einer Bodeninvasion. Angesichts entsprechender Drohungen von US-Präsident Trump gab sich Araghtschi unbeeindruckt und betonte, sein Land sei durch ein verbessertes Raketenarsenal besser vorbereitet als je zuvor.
https://freedert.online/kurzclips/video/272286-wir-warten-auf-sie-irans/
Einige Forenten hier haben von dem „Armageddon Plan“ Trumps gehört. ich wollte gerne die Ursprungsquelle angeben:
https://jonathanlarsen.substack.com/p/us-troops-were-told-iran-war-is-for?r=rmtqv&utm_medium=ios&triedRedirect=true
Ich habe noch nie von dem Typ u. seinem Blog gehört, kann das also auch nicht einordnen, ob seriös oder nicht. Andererseits hat Trump schon in seiner ersten Amtszeit behauptet, er wäre der von Gott Auserwählte. Falls an der Geschichte auch nur die Hälfte wahr ist, dann Gute Nacht Marie !
Sollte es der Iran es schaffen, die Straße von Hormuz für längere Zeit unpassierbar zu halten, so wäre dies für das westliche Finanzsystem ein harscher Knock-Out. Der Öl-Preis (Brent) bewegt sich mittlerweile in Richtung 100 US-$, heutiger Preisanstieg um die 10%. An der „Gas-Front“ sieht es ebenfalls zappenduster aus.
Es ist nicht nur die Straße von Hormus. Der Suezkanal ist praktisch auch dicht. Was allein Letzteres bedeutet, konnte man 2021 beobachten, als da ein Schiff auf Grund lief.
Dank für den Side-Kick. Es rumort bereits im US-Finanzsystem. Die US-Finanzmafia ist zwingend darauf angewiesen, dass z.B. die Golf-Staaten ständig frisches Kapital in das US-System pumpen. Dafür hatte man ja den Golfstaaten die US-Militär-Basen angeboten, eben dass sie dadurch aufgrund ihrer Petro-Dollar ein luxuriöses Leben haben führen können, da die US-Basen dies vermeintlich sicherte . Dieser Traum hat sich erledigt, denn die Golfstaaten incl. Saudi-Arabien haben jetzt eine Menge anderer Probleme, da die Knete aus der ÖL- und Gasförderung nicht mehr fließt und der US-Finanzmafia somit kein frisches Kapital mehr zuspielen können.
Weitere auftretende Risse: Folgende Meldung auf X dazu, dessen Wahrheitsgehalt ich aus der Ferne nicht verifizieren kann. Das genannte Zahlenwerk wirkt jedoch nicht so, als hätte irgendwer sich das mal einfach so aus den Fingern gesogen. Investoren, welche in dubiosen US-Kreditfonds investiert hatten, die bekommen nun oftmals eine lange Nase seitens der Vermögensverwalter gezeigt.
BlackRock hat Investoren gerade daran gehindert, ihr eigenes Geld abzuheben. Der weltweit größte Vermögensverwalter sagt den Leuten: Nein, Sie können Ihr Geld nicht zurückbekommen.
Das ist noch nie zuvor passiert.
Der 26 Milliarden Dollar schwere Privatkreditfonds von BlackRock wurde in diesem Quartal mit Auszahlungsanträgen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar konfrontiert. Diese Fonds verleihen Geld in illiquiden Krediten. Kredite, die nicht schnell verkauft werden können.
Wenn also zu viele Anleger gleichzeitig aussteigen wollen, hat der Fonds nicht genug Bargeld, um alle auszuzahlen.
Die Investoren wollten 9,3 % ihres Geldes zurück.
BlackRock lehnte dies ab. Es wurde eine Obergrenze von 5 % festgelegt. 620 Millionen Dollar wurden ausgezahlt, der Rest wurde gesperrt.
Das bedeutet, dass fast die HÄLFTE der Anleger, die aussteigen wollten, dies nicht konnten.
Und das betrifft nicht nur BlackRock.
https://x.com/NoLimitGains/status/2029953260052717603
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Vereinzelte Liquiditätsbeschränkungen gab es bei BlackRock oder auch andern großen Private-Credit-Anbietern früher auch schon mal. Der Umfang, und dass mehreren große Fondsanbieter gleichzeitig zu solchen Maßnahmen greifen ist allerdings ungewöhnlich. Dass ist zwar nicht unbedingt auf den Krieg zurückzuführen, die Branche hat gerade auch andere Probleme, aber die Situation im Nahen Osten dürfte für die Anbieter eine recht deutliche zusätzliche Belastung darstellen.
Ein Text von Alexander Chartschenko (RIA Novosti), der hoffentlich selbst dem verwirrten Ziofaschistenfan Artur zu denken gibt: (autotranslate https://t.me/bayraktar1070/6952>
Danke fürs Teilen. Ein unglaublich guter und vorausschauender Text von Alexander Kharchenko.
Im Westen nichts Neues.
@Arthur Dent: „Im Westen nichts Neues.“
Absolut korrekt!
Der Oberst trägt hier Teile des ideologischen Propagandahintergrundes zusammen. Den ideologischen Überbau.
Dieser Hintergrund ist für faschistische Staaten wichtig um die Tumben bei der Stange zu halten. Nicht ohne Grund hatte Hitler auch einen Goebbels. Das einfache Volk will im Gegensatz zu den Eliten, die bleiben ja eigentlich meist am Schreibtisch, nicht ohne intensive Propagandavorbereitung auf die Schlachtbank, mal abgesehen von einer Anzahl Soziopathen.
Diese ideologische Vorbereitung auf neue Kriege befindet sich in unserer neuen woke getarnten präfaschistischen Phase des Imperialismus in der Intensivierung. Nicht ohne Not erfinden die USA ständig neue Lügen als Begründung für ihre verbrecherischen Kriege. Ich glaube der Soziopath Hegseth will angeblich auch darauf verzichten, Ich glaube nicht, dass das dauerhaft geht.
Selbstverständlich wird das Völkerrecht oder noch biegsamer die Wertebasierte Ordnung immer zum Vorteil der eigenen Kriegsverbrechen ausgelegt.
Bis auf die Soziopathen, benötigt die Masse der Menschen das Gefühl zu den Guten zu gehören und nur gegen eine äußere „Bedrohung“ zu kämpfen.
Aus diesem Grunde wurden unter Hitler die Medien gleichgeschaltet und sind jetzt unsere Medien gleichgeschaltet, bis auf die unbedeutenden, aber sehr wichtigen, Portale wie Nachdenkseiten, Overton, Anderwelt, Jacobin, Telepolis u.s.w…
Leider dienen diese Portale auch als Alibi der Presse- und Meinungsfreiheit. Ambivalenz! Aber diese Nischen eines noch halbwegs freien Gedankenaustausches werden gerade Zug um Zug geschlossen. Dann wird es ganz einsam für die, die sich noch einen Rest Humanität und Verstand erhalten haben.
Der Kapitalismus geht gerade wieder in die offen imperialistische Phase, da ist der Faschismus ja der legitime Sohn. (Habe ich mal irgendwo gelesen)
Siehe auch hier:
https://nuoflix.de/krieg-gegen-den-iran–das-3-jahrtausend-127
kann man immer mal reingucken lohnt sich. (Spenden auch 😉 )
The Shield Is Gone — Iran Takes Out Four THAAD Systems Across the Gulf
https://islanderreports.substack.com/p/the-shield-is-gone-iran-takes-out?utm_source=post-email-title&publication_id=2141174&post_id=190166173&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=true&r=1lcxf1&triedRedirect=true&utm_medium=email