
Warum der deutsche Staat mit der ‚Kriegsertüchtigung‘ ernst macht und welchen öffentlichen ‚Mentalitätswechsel‘ er damit bewirkt. Den streikenden Schülern zugedacht.
Zweiter Teil. Den ersten Teil finden Sie hier.
Im ‚Berufsbild‘, das die Bundeswehr präsentiert, um ihrem Auftrag zur ‚Kriegstüchtigkeit‘ nachzukommen, wie im ‚Feindbild‘, das die Bundesregierung ausbreitet, um ihn zu erteilen, zeigt sich auch das Bemühen, der Bevölkerung einen kriegstauglichen ‚Zeitgeist‘ zu verpassen. Immerhin wird ihr seitens der Politik eine „friedensverwöhnte“ Vergangenheit (Ex-Präsident Gauck) nachgesagt.
Dabei ist festzuhalten, dass beide Bilder nur unter der Bedingung einer vorausgesetzten Parteilichkeit nachzuvollziehen und wirksam sind. Ohne dieselbe stößt man unschwer auf die aufgezeigten Widersprüche. Wadephuls Warnungen wie die siebzig Kausalsätze der Bundeswehr kommen zwar in Form von Argumenten daher, verfangen aber nur bei Bürgern mit einer patriotischen Vorbildung. Die besteht kurz gesagt darin, die faktischen Lebensumstände, im vorliegenden Fall die Mobilmachung der Gesellschaft, als normierende Kraft anzunehmen. Dergestalt enthalten und ‚beweisen‘ die Maßnahmen der Regierung zur Aufrüstung und zur Kriegsertüchtigung ganz umstandslos deren Notwendigkeit und Dringlichkeit. Eine Öffentlichkeit, die das so sieht, macht damit die Ansagen der Staatsführung zur positiven Grundlage ihres Nachdenkens. Verbleibende Kritik, angeleitet durch den unabhängigen Journalismus und die parlamentarische Opposition, besteht dann in der Nachfrage, ob die anstehende Sache auch entschlossen und schnell genug, führungsstark und einig, umsichtig und ausgewogen, solide finanziert und gut kommuniziert erledigt wird.
Resilienz
In einer weiteren Hinsicht will der erwünschte ‚Mentalitätswechsel‘ im Volk betreut und gepflegt sein. Aus dem verkündeten Feindbild soll schließlich keine dysfunktionale Kriegsangst hervorgehen. Vor gut vierzig Jahren ist etwas Ähnliches passiert, als die Bundesregierung die ‚Notwendigkeit‘ neuer Mittelstrecken-Raketen aus der ‚Überrüstung‘ der Sowjetunion herleitete, die sich mit ihrem Einmarsch in Afghanistan eindeutig als ‚imperialistische Macht‘ erwiesen habe. Solche ‚Beweise‘ konnten damals allerdings nicht verhindern, dass eine breite Friedensbewegung entstand, die „Raketen sind Magneten“ skandierte und einen dritten Weltkrieg befürchtete.
Um hier vorzubeugen, arbeiten die verantwortlichen Vaterlandsverteidiger an einer Haltung im Volk, die sie „Resilienz“ nennen. Die ‚Zivilgesellschaft‘ soll in Krisen- und Kriegszeiten das ihr Zugemutete ertragen und das ihr Mögliche beisteuern, ohne aus dem Ruder zu laufen. Entsprechende Übungen und Vorbereitungen vom Manöver im städtischen Raum und der Triage in der Notfallmedizin über die Wehrhaftigkeit als Unterrichtsthema bis hin zum Kurbelradio im Vorratskeller sind bereits im Gange. Daneben sind nach derzeitigen Stand vor allem kriegstüchtige Bürger auf Abruf gefragt, die ihr Alltagsleben in gewohnter Manier abwickeln und den zuständigen Politikern folgen, auf die sie dabei auch angemessen schimpfen dürfen. So wird die Aussicht auf Krieg wieder zum Bestandteil einer persönlichen Lebensperspektive.
In diesem Zusammenhang erklärt sich auch ein nicht unbekanntes Paradox. Einerseits gibt es Alarmisten wie Oberst Kiesewetter oder den NATO-Chef Rutte, der kürzlich erklärte, ‚wir‘ seien „Russlands nächstes Ziel“ und müssten „auf einen Krieg vorbereitet sein, wie ihn unsere Großeltern erlebt haben“. Andererseits sprach Manfred Weber, Chef der Europäischen Volkspartei, ungefähr zeitgleich bei „Maischberger“ zur möglichen Gefahr eines Angriffs auf ‚uns‘ gelassen dies aus: „Die Russen sind derzeit nicht einmal fähig, den Donbass zu erobern. Deswegen sollte man die militärischen Fähigkeiten von Russland vernünftig einschätzen.“ Offenbar kann die anstehende Kriegsertüchtigung beides gut gebrauchen: Die Scharfmacherei gegen den erklärten Feind wie die gleichzeitige Versicherung, dass ‚wir‘ beim Vorgehen gegen ihn der Regierung voll vertrauen und dabei ruhig Blut bewahren können.
Frieden mit dem Krieg
Fortschritte und Folgen der inneren Mobilmachung zeigen sich in voller Breite – auch in Organisationen und Bewegungen, die zu anderen Zeiten die Sache des Friedens zu ihrem Anliegen erklärt hatten. Von der grünen Partei braucht da nicht eigens die Rede zu sein. Ihre Berufspolitiker stehen inzwischen an der Front der ‚Zeitenwende‘, und ihren Followern haben sie beigebracht, dass „Pazifismus heute aufrüsten heißt“ (Ministerpräsident Kretschmann). Deshalb ein Blick auf „soziale Bewegungen, NGOs, Gewerkschaften, Kirchen und Aktivisten“ die einem Hauptredner der letzten Berliner Friedensdemonstration zufolge „nicht bereit sind, die [militaristischen Entwicklungen] stillschweigend hinzunehmen“. Wie sieht es damit aus?
Gewerkschaft
Der DGB erklärt zum Antikriegstag 2025, „dass die EU und die europäischen NATO-Staaten immer stärker Gefahr laufen, zum Spielball rivalisierender Großmachtinteressen zu werden.“ Bevor also das kleine Europa von den Großen unfair herumgeschubst wird, „müssen wir uns nicht nur gegen die unmittelbare militärische Bedrohung durch Russland verteidigen, sondern auch gegen den autokratischen Staatskapitalismus Chinas und den Big-Tech-Radikalkapitalismus US-amerikanischer Prägung behaupten.“ Offenbar merkt der DGB gar nicht, was für ein ambitioniertes Imperialisten-Programm er den politischen Entscheidern da anträgt. Wenn es hierzu ausreichen soll, dass „zusätzliche Rüstungsausgaben nur in dem Umfang zu rechtfertigen sind, der die Bundeswehr […] zur Landesverteidigung befähigt“, dann darf der gewerkschaftliche Verteidigungsbegriff nicht zu eng gefasst werden …
Für die IG Metall müssen sich die Rüstungsausgaben in einer weiteren Hinsicht rechtfertigen. Zusammen mit dem Wirtschaftsforum der SPD und der Deutschen Verteidigungsindustrie verlangt sie „eine industriepolitische Agenda, um Deutschland, seine Industrie und die dortigen Arbeitsplätze sowie die Fähigkeiten und Souveränität der Bundeswehr zu stärken“. „Die heimische Industrie droht unter die Räder zu geraten, wenn mehr und mehr in Übersee gekauft wird“. Der Kampf um Arbeitsplätze und die Sozialpartnerschaft können auch in Zeiten nicht pausieren, wo „wir nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden sind“ (F. Merz). Und die Aufträge für Bomben und Granaten aus dem Sondervermögen Bundeswehr haben bevorzugt bei deutschen Arbeitgebern einzugehen, statt bei den „Radikalkapitalisten“ aus „Übersee“.
Evangelische Kirche
Sorgen macht sich auch die Evangelische Kirche. Ihrer Friedens-Denkschrift von 2007 waren Jahre der relativen Kooperation zwischen Russland und dem Westen vorausgegangen. Daher entschärfte die EKD ihre 1981, also in den Tagen des Kalten Kriegs aufgeschriebene Position, sah die nukleare Abschreckung kritisch und wies die Lehre vom „gerechten Krieg“ zurück. Mit der ‚Zeitenwende‘ gesteht die Kirche sich aber ein, ihre Friedfertigkeit ein wenig zu weit gefasst und die Friedensgebote von Gott Vater und seinem Sohn etwas zu eng gesehen zu haben. In der Denkschrift von 2025 bessert die EKD theologisch und politisch nach: „Seit jeher [stellt sich] das Christentum die umstrittene Frage, ob sich das 5. Gebot, ‚Du sollst nicht töten‘, auch auf die Handlungen der Staatsgewalt beziehe.“ Da, wo mit einem bibeltreuen Ja geantwortet wurde, „konnte eine strikt pazifistische Gesinnung und die Verweigerung des Wehrdienstes als herausgehobene Form des Christseins verstanden werden.“ Was allerdings spätestens seit ‚Putins Krieg‘ ein Missverständnis sowohl des Alten wie des Neuen Testaments darstellt: „Es ist aber festzuhalten, dass sich biblisch das 5. Gebot nicht auf das Töten im Krieg oder etwa das Töten aus Notwehr bezieht.“ Das folgt eindeutig aus 1, Mose 9,6. Und auch mit dem Gebot der Feindesliebe bzw. mit Matthäus 5,21 braucht keiner anzukommen, da Matthäus 23ff. das Nötige klarstellt. (Interessenten lesen das bitte schön selbst nach.) Wie vorausschauend von der göttlichen Weisheit, ihre biblischen Verlautbarungen so einzurichten, dass sie im Auf und Ab von Krieg und Frieden stets passend gelesen werden können.
„Gewaltfreiheit ist für Christen ein ethischer Grundsatz, der nicht in jeder Lage zwingend ist. Das liegt daran, dass wir […] in einer erlösungsbedürftigen Welt leben.“ Das könnte unser aller Erlöser zwar zu regeln versuchen, aber bis dahin bleibt „Gewalt Teil dieser Welt“. Deshalb „kann eine die Ordnung und das gemeinsame Leben erhaltende Gegengewalt in bestimmten Fällen unvermeidbar sein“. „Auch die nukleare Teilhabe oder der Besitz von Nuklearwaffen kann vor diesem Hintergrund eine ethisch begründbare Entscheidung sein.“ Nach Lage der „Fälle“ und ihres „Hintergrunds“ darf heute „die andere Backe“ (Matth. 5,39) nicht länger hingehalten werden. Jetzt gilt wieder „Auge um Auge“ (Exodus 21,24) und der „christliche Pazifismus“ hat einstweilen fertig. „Als allgemeine politische Theorie ist er ethisch nicht zu begründen. Er ist aber als Ausdruck individueller Gewissensentscheidung und gelebter Frömmigkeit zu würdigen.“ Passt also eventuell noch zum Zivildienst an der Heimatfront.
Friedenspädagogik
Auch die Fachvertreter der Friedenspädagogik und der Friedens- und Konfliktforschung müssen die Denkerstirn in Falten legen. Eine einschlägige Radiosendung von Ende 2022 wusste schon mitzuteilen: „Wie Pazifismus in Zeiten des Krieges noch uneingeschränkt gültig sein kann, das fragen sich viele.“ Statt umgekehrt darauf zu beharren, dass der Pazifismus gerade in den Zeiten einer Kriegsgefahr uneingeschränkt Not tue. Wann denn sonst? Diese Friedenserzieher sehen ihre Disziplin aber eher als Schönwetter-Fach: „Bisher war die Friedenspädagogik eher präventiv und auf gewaltfreie Konfliktvermeidung ausgerichtet.“ „Bisher waren Kriege an Schulen in Deutschland der Stoff aus Geschichtsbüchern. Entweder lagen sie lange zurück oder sie waren weit weg.“ Vergangene Völkerschlachten oder neuere wie der Grenzkrieg zwischen Eritrea und Äthiopien, der Sezessionskrieg im Sudan oder der Bürgerkrieg im Jemen waren offenbar nicht geeignet, die Friedensbildung ins Wanken oder gar in Zweifel darüber zu bringen, was ihre Didaktik und Methodik der „Konfliktvermeidung“ mit Kriegsgründen zu tun haben könnte. „Jetzt angesichts der Zeitenwende aber schaffen Waffen die Fakten, die Friedensbildung muss sich neu aufstellen und die Rolle des Militärs miteinbeziehen.“ Sollten die Friedenserzieher vor dieser Wende übersehen haben, dass ihr Geschäft entfernt auch etwas mit der kriegerischen Seite von Staatsgewalten zu tun haben könnte? Es scheint so: „Jetzt aber nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine herrscht mitten in Europa eine neue Realität, auf die weder die Lehrkräfte noch die Friedenspädagogik vorbereitet waren.“
„Deutschlands bekannteste Friedensforscherin“ (Spiegel 29/2025), die Chefin des Instituts für Friedensforschung in Frankfurt, Nicole Deitelhoff, hat vorgeführt, wie diese Vorbereitungslücke schnell geschlossen werden kann. In der Kinder-Uni vom November 2022 erzählte sie den Kleinen zwar noch die bekannten Geschichten der Friedenspädagogik: „Wenn Menschengruppen zusammenkommen, gibt es immer etwas, worüber sie in Streit geraten: Sie wollen etwas, was andere haben, sie fürchten, sie haben zu wenig von etwas.“ „Vieles, was wir heute besprechen, ist auch in eurem Alltag drin: Streit mit den Geschwistern, Konflikte in der Schule oder mit den Eltern. Wenn ihr keine Möglichkeit findet, Konflikte anders zu lösen, geht ihr aufeinander los. Wie im Kleinen, so ist es auch im Großen. Staaten machen es genauso.“ Allerdings wollte die Dozentin die Nachfrage einer Grundschülerin nach dem Grund des Ukrainekriegs nicht damit beantworten, dass Putin und Selenskyj im Kindergarten weder das Teilen gelernt noch das Streitlösen geübt hätten, sondern zeigte auf Russland, das „einen Krieg vom Zaun brach“. Heute, so der Spiegel, „plädiert Deitelhoff dringend für ‚nachholende Aufrüstung der europäischen NATO. Friedrich Merz […] müsse ‚offen über die Bedrohungslage sprechen und erklären, warum wir den Wehrdienst brauchen‘. Die Koalition trete in dieser Frage ‚verdruckst auf‘. […]. Die Regierung müsse ‚mutiger sein‘, ‚sich zur Wehrpflicht bekennen‘ und die Debatte durchstehen.“
Linkspartei
Dass sie taktische Erwägungen bei der Einführung der Wehrpflicht als „verdruckst“ bezeichnet, verrät den Rigorismus der kriegsbereiten Friedensforscherin. Für die Linkspartei trifft der Begriff aber eher zu. Als für die Aufhebung der Schuldenbremse eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich war, stimmte die Linke im Bundestag dagegen. Die Linken als Mitregierer in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sagten allerdings ja und begründeten das mit ihrer Verantwortung für die Landeshaushalte. Ihr Fraktionschef in Schwerin erklärte, die Partei bekenne sich zum Verteidigungsauftrag des Grundgesetzes. „Für ‚reine Aufrüstungsvorhaben‘ stehe Die Linke nicht zur Verfügung, allerdings seien auch Fachpolitiker der Linken der Auffassung, dass es ‚Verteidigungslücken‘ gebe.“ Die sich aus fachlicher Sicht mit den genehmigten Kriegskrediten dann eventuell schließen lassen.
P.S. zu den Schülerstreiks
Vielleicht halten die protestierenden Kids im Unterschied zu den eben geschilderten Fällen an ihrem spontanen Antimilitarismus fest. Dann müssten sie aber auch gegen Versuche in den eigenen Reihen hart bleiben, die den Protest auf einen Ruf nach Mitbestimmung herunterbringen wollen. Der vormalige Sprecher der Bundesschülerkonferenz gipfelte (hier und hier) in dieser ‚Kritik‘: „Vielleicht gibt es gute Gründe für eine Wehrpflicht, aber man verkauft aktuell die Politik absolut falsch. Man schafft es nicht, uns an die Hand zu nehmen und uns mitzunehmen.“ „Wo sollen all die motivierten jungen Leute herkommen, wenn man über ihre Köpfe entscheidet?“ Diesen Jungen braucht Pistorius nicht mehr an der Hand zu führen. Das neue Team übergeht in einer Erklärung zum Streiktag am 5.12. salomonisch das eigentliche Thema: „Die BSK bezieht keine Position zur Wehrpflicht selbst.“ „Die Teilnahme an Demonstrationen [etc.] kann entscheidend dazu beitragen, langfristig politisches Interesse und Verantwortungsbewusstsein zu stärken.“ „Der Mehrwert so einer demokratischen Erfahrung ist weitaus höher, als es der von einem einzelnen Schultag je sein könnte.“ Womit der Streik zu einer Freilichtübung in Staatsbürgerkunde erklärt wäre.





Detektorempfänger oder Kurbelradio nach dem Nuclearwinter gibt’s eh nur noch Hintergrundrauschen 🤡 🤡 🤡
Es darf keine Wehrpflicht geben. Dafür können ÖDP und Basis sorgen. Diese sollten eine Koalition mit der AfD bilden. Die AfD wird Anfang März in BW erstmals die Grünen überholen. Bitte googeln: Jesuanische Lebensreform und Traumyoga
Das Niveau mancher Kommentare hier wird von Tag zu Tag einfältiger und primitiver.
Ja so ist das, wenn man das Leben reformieren will und den Unterschied zwischen Wehrpflicht und Kriegspflicht nicht erkennt. So wäre es doch wohl erst einmal besser, sein Wissen über die Begriffe zu reformieren, insbesondere den Begriffen -Deutschland-, Demokratie/Volksherrschaft , Staat.
Das wäre nicht nur für Lebensreformer ein guter Anfang für das Verständnis, sondern auch für den Autor.
Der Lagebericht zeugt von dem aktuellen ideologischen Desaster und dass es keinen Lichtblick gibt, nicht einmal die Proteste der Schüler.
Allerdings scheint Schuster von einem eigenständigen europäischen Imperialismus auszugehen (eher in Teil I). Würde mich interessieren, womit er das begründet. Ein EU Finanzkapital, Zahlungssystem (es gibt noch nicht einmal eine EU Kreditkarte), ein EU Internet, ein EU Betriebssystem? Und die Industrie? Schaue er auf die Stakeholder.
Ich würde die EU-Elite eher als Möchtegern-Imperialisten bezeichnen. Vom eigenen Anspruch her, mit ihren universellen Werten, würden sie ja gern mehr Einfluss auf die Welt ausüben, aber ihnen fehlen die Mittel. Die sie nun aber in ihrem überheblichen Größenwahn versuchen zu bekommen. Am erfolgreichsten dürften sie dabei wohl noch beim Militär sein. In allen anderen Bereichen werden sie meiner Ansicht nach versagen. Was die EU bis jetzt zusammenhält, ist das Geld, aber das wird knapp.
Die EU wird sich weder gegen Russland noch gegen China und auch nicht gegen die USA durchsetzen können, dafür fehlen inzwischen die ökonomischen Mittel, zudem haben sie sich ja auf den Pfad der De-Industrialisierung begeben. Es ist auch nicht sicher, ob sie in Europa selbst noch imperiale Ansprüche durchsetzen können. Der Bacillus der nationalen Souveränität dürfte sich weiter von Ungarn, Slovakei und Tschechien aus in der EU verbreiten. Was die EU bis jetzt zusammenhält, ist das Geld, und das wird knapp.
@garno
„Das Geld wird knapp…“
Ich würde sagen, die EU ist pleite!
Die EU hat ja noch ihre Nationen, die ausgequetscht werden können. Bloß wie lange werden die das noch mitmachen?
Geld ist nichts, was aus dem Boden oder dem Fluss gewonnen werden müsste, wie ein Naturschatz.
Die EZB macht Geld. Während der Finanzkrise ab 2008 stellte sich Deutschland quer, als es um gemeinsame Euro-Bonds ging. Der Grund war, dass Deutschland das Geld nicht wollte, sondern Griechenland und andere Süd-Länder und Deutschland zusammen mit den Nordländern Erzwingungsmacht beim Reindirigieren in die Innenpolitik der „Schuldenländer“ verloren hätte.
Jetzt, wo die Idee, Russland einen Denkzettel zu verpassen, nicht tot zu kriegen ist, wollen auch Deutschland und die Nordländer das Geld. Motto: Wenn das mit dem russischen nicht funktioniert, dann eben Euro-Bonds.
Zwar hat die EZB es abgelehnt, direkt einen Ukraine-Giganto-Kredit bereitzustellen, aber wenn die Nordländer gemeinsam abgesicherte Eurobonds wollen, werden sie die natürlich bekommen. Die einzelnen Länder können sowieso Kredite aufnehmen, und solange es um das Prestige-Objekt „Russlands Niederlage“ geht, wird da kein Widerspruch in Gestalt von Euro-Stabilitäts-/Vertragsverletzungsklagen oder Ähnliches kommen.
Es fragt sich nur, wie man es der Bevölkerung verkauft. Etliche Redaktionen setzen immer noch darauf, so zu tun, als würde der Kredit letztlich mit den Russen-Milliarden beglichen werden. Dass sie derzeit gleichzeitig beim Thema Waffenstillstand in Richtung Frieden umschwenken, weil Trump sich nicht erweichen lässt, was dann aber russische Reparationszahlungen ausschließt, scheint sie – und wird sie wohl auch in Zukunft – nicht zu stören.
Falls Frieden kommt, heißt das noch lange nicht, dass die EU ihre Riesen-Investitionen in die Ukraine beendet. Es geht dann immer noch darum, Russland damit, dass man irrsinnig viel Geld in das bodenlos korrupte Land pumpt, zu demonstrieren, wie sehr man es hasst und verachtet.
Vergleichbar einem Rosenkrieg, bei dem ein Partner die Luxusvilla, in der er selber wohnt, in der der andere aber gerne gewohnt hätte, anzündet.
Das Bild stimmt aber dahingehend nicht, dass Russland nie Westeuropa erobern wollte und auch die Ukraine betreffend immer nur deren Neutralität aus der Vor-Putsch-Zeit von 2014 wollte. Das Überraschendste an dieser Sache ist, es lässt sich für das Verhalten der EU keine gängige Metapher in der realen Welt finden.
Verrückt.
Die kapitalistische geführte Finanzwirtschaft beruht nun mal auf Schulden.
Geld ist etwas völlig abstraktes.
> Die kapitalistische geführte Finanzwirtschaft beruht nun mal auf Schulden.
Wie ist das auf Kuba oder in China?
> Geld ist etwas völlig abstraktes.
Darum kann Geld nicht knapp werden oder gar ausgehen – für Staaten mit eigener Währung.
Ohne das hätten die Länder massiv Probleme, alleine ihre Infrastruktur auf ein akzeptables Niveau zu bekommen.
“ Ein EU Finanzkapital, Zahlungssystem (es gibt noch nicht einmal eine EU Kreditkarte), ein EU Internet, ein EU Betriebssystem? Und die Industrie? Schaue er auf die Stakeholder.“
Braucht´s alles nicht ! Wir haben eine Uschi !! Das reicht!
Es gibt aber EU Sanktionen gegen die Bürger. Damit lassen sich Leben zerstören.
Und es läßt sich damit Zwang aufbauen und Angst. Da es so etwas noch nie gegben hat,
können sich die Europäer gar nicht vorstellen was ihnen geschehen kann.
„Es gibt aber EU Sanktionen gegen die Bürger.“
Posten Sie @Träumer alltäglich ganztäglich aus dem Knast?
Postest Du „alltäglich ganztäglich“ aus der Klapse?
Meine Sicht der Dinge: die Leitungsfiguren der EU sind Vasallen, Befehlsempfänger der Globalistenfraktion des (hauptsächlich us-amerikanischen) Megakapitals, des tiefen Staates, der Transatlantiker, wie immer man diese Oligarchen-Clique bezeichnen möchte. Wenn sie als gewählte Regierung gegen ihr eigenes Volk handeln, ist das nur im Sinne ihrer Auftraggeber und überhaupt kein Widerspruch. Nur dass das gemeine Volk sie wählt ist einer.
Ja, mei, dann killt diese Leute und ihre Zuarbeiter doch endlich!
Danach wird man sehen.
„Ja mei“, was für ein hochintelligenter und hochphilosophischer Vorschlag.
Nach den ersten drei Anschlägen gegen „diese Leute und ihre Zuarbeiter“ wird man sich an den „deutschen Herbst“ als ein liberales und tolerantes Paradies erinnern. Gleiches gilt für die ständigen Massakervorschläge des Monotonen.
Routard dürfte nach meiner bescheidenen Schätzung allein in D. mindestens 8 Mio verbalradikaler, rhetorisch mehr oder auch weniger faschistisch gestrickte, „wildwerdende“ Kleinbürger repräsentieren. Wenn sich davon sage 80.000 zu bewaffnetem Widerstand entschließen täten, wäre die Folge Bürgerkrieg, nicht ATO.
Von mir aus gerne.
Freilich würden diese Schwätzer derart lange brauchen, sich auszukäsen, daß die Staatsorgane leichtes Spiel mit ihnen hätten.
Den Faschismusvorwurf kennt man ja zur Genüge – geschenkt, Herr Wasser in Weinverwandler. Im Übrigen, es sind mehr: 60 Mio Wahlberechtigte: ca. 30% AFD Wähler.
Wo, bitte, soll ein „Faschismusvorwurf“ stehen?!
Gegen dich würde ich den voraussichtlich nie erheben (können).
Wie ist das, anders herum, wenn einer notorisch lügt? Wenn ich mich mal zu einer Lüge hinreißen lassen habe oder sie für unverzichtbar erachtet habe, geht es mir regelmäßig schlecht damit. Das ist wie ein hartnäckiger Fleck auf meiner Seele.
Sind solche Flecken für dich „Kunst“? Vermutlich.
Ich zitiere „Qana“ heute 17:25 Uhr
„Routard dürfte nach meiner bescheidenen Schätzung allein in D. mindestens 8 Mio verbalradikaler, rhetorisch mehr oder auch weniger faschistisch gestrickte, „wildwerdende“ Kleinbürger repräsentieren. “
Kein Faschismusvorwurf? Liest Du, was Du schreibst, oder fliesst das wie Durchfall?
So lange man Geld verdienen kann wird es Krieg geben.
Solange man Profite machen kann wird es Krieg geben.
So lange man aus Geld mehr Geld machen kann wird es Krieg geben.
Alles, aber auch alles ist inzwischen dem kapitalistischen Verwertungsprozess unterworfen.
Vor lauter Selbstoptimierung bekommen unsere Kinder ADHS, na sowas… wie konnte denn das geschehen?
So lange ihr nicht begreift, das der Kapitalismus UNS in die Vernichtung treibt wird sich nichts ändern.
Solange es Staaten gibt wird es Krieg geben.
Und fortan wird dann nur noch Geld die Welt regieren. Die Oligarchen werden sich die Welt aufteilen und Kriege gegeneinander führen, ähnlich wie die Feudal-Reiche des Mittelalter – ein Feudal-Kapitalismus.
Solange es Kapitalismus gibt, wird kein Frieden einkehren!
Und ohne Kapitalismus wird es keine Kriege mehr geben? Wie kommen Sie auf den Gedanken, etwas garantieren zu wollen, was Sie gar nicht garantieren können?
Die liberale westliche Elite sieht sich in Bedrängnis, nicht nur in der Ukraine durch Russland sondern auch in China und den vielen Autokratien in der Welt. Und wenn dann sogar die westliche Führungsmacht zur Autokratie wird, dann ist Gefahr in Verzug um wenigstens die eigene europäische Herrschaft von „Freiheit und Demokratie“ zu retten.
Und wie man sieht, sind der liberalen westlichen Elite dafür alle Mittel recht, selbst die Schädigung ihrer eigenen Volkswirtschaften und auch Krieg gegen die Atommacht Russland wird eingeplant. Sie sehen sich als die letzten aufrechten Demokraten in einer Welt voller böser Despoten. Nur können sie mit ihren Hirngespinsten nicht ewig regieren. Die Realität wird sie letztlich verspeisen.
Das alles geschieht nur um die eigene Ideologie von „Freiheit und Demokratie“ aufrechtzuerhalten und über andere Nationen auszuweiten – diesen universellen Anspruch ihrer Ideologie können sie nicht aufgeben, was das Grundproblem ist.
Wie erschütternd dressiert, dieser „vormalige Sprecher der Bundesschülerkonferenz“. Einer Karriere als Berufs-Speichellecker steht eigentlich nichts im Wege.
@AeaP
Das kenne wir aus der C Kampagne: „Ich habe ja nichts gegen das 8 stündige Tragen von Plastikmasken, aber…..mimimi…“
Buckelkarrieren gehen im Normalfall immer mit 16-18 Jahren los, in den Nachwuchsorganisationen der Parteien oder gesellschaftlicher Organisationen.
Man muss mit dem Fahrradfahren zeitig anfangen.
Fahrradfahrer sind Teil des Problems!
Dazu sollte man aber halt auch um die Ecke denken können.
Wieso Fahrradfahrer? Hast du da schlechte Erfahrungen auf deiner Enduro gemacht? Hat dich mal jemand auf dem Fahrrad fahrend überholt? Das könnte natürlich traumatisch sein, in der Tat! 👻
Thema dieses zweiten Teiles ist die „patriotische Vorbildung„, auf welche die Kriegsvorbereitung an der Heimatfront nicht etwa bloß ziele, welche sie vielmehr abrufe und damit zugleich kategorisch einverlange.
Diese Befehlsform der Werbung für Kriegsbereitschaft auch und gerade gegen Russland, aber eben nicht allein gegen Russland, sondern mögliche Feinde weltweit, deren Erledigung „man“ nicht länger den Amerikanern überlassen könne, hat Georg zu Beginn dieses zweiten Teils ganz und gar jener „patriotischen Vorbildung“ angelastet, nämlich so:
Das ist im deskriptiven Sinne keine falsche Aussage, denn im technischen (juristischen) Sinne sind „Feindpropaganda“ und „Wehrkraftzersetzung“ (noch) nicht kriminalisiert, solche Übergänge überlassen die europäischen Regierungen teils dem EU-Sanktionsregime, teils den „Gestapos“ der Geheimdienste und deren Vorgaben aus der NATO-Stratcom, welche „Empfehlungen“ zu öffentlicher Ächtung, Entlassungen und Kontensperrungen an willige Instanzen und Autoritäten durchreichen.
Aber die Aussage ist dennoch ein Fehler, namentlich wenn die Adressaten Schüler sind, die sehr wohl wissen oder rasch in Erfahrung bringen können, was Lehrer mit Rücksicht auf ihre bürgerliche Existenz besser nicht sagen und tun. Die sog. „normative Kraft“ hoheitlicher Ansagen entfaltet unterschiedliche Wirkungen, wenn sie auf unterschiedliche Konkurrenzbedingungen zielt und trifft, einerseits auf Erwerbsbedingungen ständischer Funktionsträger im Gefüge bürgerlicher Herrschaft, andererseits Ertragsbedingungen des bürgerlichen Arbeitsdienstes allgemein und insgesamt. Im ersten Fall ist das Ziel „Herstellung von Konsens“, im zweiten Fall „bloß“ Duldung und Hinnahme.
Das ist nebenbei ein Paradebeispiel für den intellektuellen Blödfug soziologischer / sozialpsychologischer Kategorien, zu denen „Normativität“ zählt, das wird sich ein „Altlandrebell“ freilich nicht hinter die Ohren schreiben …
Was dagegen „der Fall ist“: Die Bundesregierungen können sich seit Generationen auf den Gehorsam ihrer bürgerlichen Untertanen verlassen und tun das jetzt mitsamt der dazu rekrutierten Funktionseliten mit buchstäblich wachsender Begeisterung. Eine Begeisterung, die verrät, wie wirksam der Idealismus des Völkischen in demokratischer Herrschaft durchgesetzt ist. Neunzig Prozent des Kommentariats auf Overton – gnädig geschätzt – rennen mit einer davon abweichenden Vorstellung vom Ideal des Volkes bzw. des Völkischen gegen dessen Wirklichkeit an, wie Don Quichote gegen Windmühlen.
Übrigens sollte dieser zweite Teil zumindest in Verbindung mit dieser Kritik auch @Dans Reibung an einer Formulierung des ersten Teiles erledigen:
https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/innere-mobilmachung-i-kriegsbereitschaft/#comment-331939
Die:
geschah zwar mit jeder Menge unfriedlicher Mittel und Verfahren, aber die beteiligten „Völker“ haben das über Generationen so wenig einen „Krieg“ nennen wollen, wie die beteiligten Herrschaften. Folglich ist es auch keiner gewesen, es sei denn, man nimmt halt nicht philosophisch zum Maß, „was der Fall ist“, sondern was der Begriff ist – nämlich imperialistische Konkurrenz. Die besteht halt zu einer schematischen Hälfte in nichts anderem, als Kriegsvorbereitung und Kriegführung an Brennpunkten dieser Konkurrenz.
„Eine Begeisterung, die verrät, wie wirksam der Idealismus des Völkischen in demokratischer Herrschaft durchgesetzt ist.“ – m.E. sehr gut erkannt. Dieser „Idealismus des Völkischen“ tarnt sich heute mit einem kitschigen, übertriebenen und gleichzeitig verlogenen Philosemitismus (in auffälliger Opposition zu einem schier maßlosen Russenhass), einer ritualisierten und limitierten Erinnerungskultur und einer dreisten Verballhornung der demokratischen Idee unter dem Sigel „Unsere Demokratie“.
@ Qana
Warum magst du das Volk nicht? Weil es deine Ansichten nicht teilt?
Im Übrigen kommst auch du nicht ohne „normativen Idealismus“ aus. Wo ich dich in der individualistischen Ecke stehen sehe. Alles kollektive scheint dir ja zuwider.
„Alles kollektive scheint dir ja zuwider.“
Das schreibst du, weil du dich mit einem Widerwillen gegen meinen Text zum üblichen Gegenstandswechsel ermächtigt hast: Qana-Bashing.
Hättest du stattdessen meinen Text zum Gegenstand, wäre deine Aussage eine platte Verdrehung und Lüge:
Was du „Kollektiv“ zu nennen beliebst, ist halt keines, bzw. ist es nur in Gestalt einer kollektiven Unterwerfung, die gleichwohl unterschiedliche Zwecke und Motive hat.
Dennoch stimmt deine Aussage über mich: Von „Kollektivität“ zu reden macht und konstituiert immer und überall denselben Fehler, wenngleich in unterschiedlichen Gestaltungen, das Wort hat überhaupt keinen anderen Inhalt, als den, eine herrschaftliche Abstraktion vorzugeben.
Kurzbegründung:
„Arbeitsteilung“ ist ja wohl schematisches Vorbild für die Rede von „Kollektivität“, oder etwa nicht?
Wenn Arbeitsteilung ihren Grund in einem geteilten Arbeitszweck der Beteiligten hat – statt in einem auf sie verteilten Erwerbszweck – ist die Rede von „Kollektivität“ schlicht gegenstandslos, vere? Umgekehrt wäre sie glatt ein Autoritarismus, denn ein geteilter Arbeitszweck unterstellt keineswegs Einmütigkeit hinsichtlich arbeitsteiliger Verfahren und Techniken, gelle? Er unterstellt allenfalls Gefolgschaft gegen eine Arbeitsorganisation, so lange sie gilt und wirksam wird, und solche Gefolgschaft ist kein Gehorsam.
Abstrakt: „Gesellschaft“ besteht immer und überall – im gesamten Tierreich – im Zusammenwirken von Individuen, das unterscheidet „Gesellschaft“ von „Population“. Folglich besteht „Gesellschaft“ wie „Population“ aus nichts anderem, als Individuen – da sind keine Abstrakta „am Werke“, weder „Strukturen“ noch sonstwelche intellektuelle Erfindungen.
Qana: „Was du „Kollektiv“ zu nennen beliebst, ist halt keines, bzw. ist es nur in Gestalt einer kollektiven Unterwerfung, die gleichwohl unterschiedliche Zwecke und Motive hat.“
Individuen haben sich einem Kollektiv immer zu unterwerfen, das liegt in der Natur der Sache. Liberal-individualistisch sozialisierte Menschen haben damit grundsätzliche Probleme. Ihre Herkunft aus der bürgerlichen Demokratie ist unverkennbar, auch wenn sie sich Sozialisten oder Kommunisten nennen. Sie müssen dann normative „ Zwecke und Motive“ hinzufügen um etwa „Staat“ und „Volk“ als Übel bewerten zu können, denn in ihrer Dogmatik sind Staat und Volk von grundsätzlichem Übel, das weist ihre linksliberale Herkunft aus.
Deiner „Kurzbegründung“ kann ich im Übrigen nicht folgen: Kommt mir vor wie etwas Einfaches mit vielen Worten zu verkomplizieren.
„Individuen haben sich einem Kollektiv immer zu unterwerfen, das liegt in der Natur der Sache.“
Vor 15 Jahren hätte ich, wie jedes wehrhafte Individuum, noch sagen können: Du wirst mich bewaffnet finden und hätte in einem praktischen Extremfall kein Problem damit gehabt, dir ein Messer in den Bauch zu rammen.
Jetzt werde ich 71, kann und mag nicht mehr.
Mit dem Alter kommt auch Weisheit.
Hübsches Beispiel für die Aussage eines Irren, indem das Thema unzweideutig illustriert, wie entbehrlich bis schädlich deine „Weisheit“ ist. Hätte eine hinreichende Anzahl Ukrainer ihre Waffen ab 2014 „umgedreht“, statt „Dienst nach Vorschrift“ zu machen, wäre dabei ein großer Haufe Leichen, Versehrte und vernichtete Existenzen angefallen, aber bei weitem nicht so gewaltig, wie er jetzt ist.
Beizeiten eine Revolution käme sicher auch billiger…. Wenn man mit kapitalistischen Denkweisen Argumentiert. 😉
Revolution kommt aber nie „beizeiten“, sondern immer erst zum Schluss, wenn das Gesellschaftssystem vollkommen dysfunktional geworden ist, dann drängt es nach Veränderung.
Das ist sicher richtig und die Deutschen werden eh die Allerletzten sein.
Frieden gibt es hinterher und er findet dann zu Hauf auf dem Friedhof statt. Wird es diesmal noch ein hinterher geben können?
Deshalb Populisten an die Macht, die werden dann hoffentlich Frieden mit Russland schließen. Die liberalen Demokraten (mit ihrem universellen Anspruch) sind das Übel unserer Zeit.
Wenn es soweit ist, ist die Welt der Friedhof!
Das Problem mit dem Pazifismus ist die Unterwerfung. Natürlich kann man auf Angriffskriege verzichten, aber darf man sich einem Angreifer unterwerfen? Das ist gegen jeden Instinkt. Aber weil es nicht gegen die Vernunft ist, unterwerfen wir uns doch ständig, das fängt mit den Eltern an, setzt sich in Schule und Beruf fort, betrifft Verhaltensregeln und Sitten, und wer sich nicht unterwirft, landet im Knast oder in der Klapse, aber zumindest im Elend.
Unterwerfung ist also keine Schande. Das gilt auch „geopolitisch“. Deutschland hatte das Glück, den zweiten Weltkrieg zu verlieren. Man stelle sich vor, Hitler hätte den Krieg gegen Russland gewonnen. Tatsache ist auch, dass die beiden größten Staaten der Welt ihre Existenz militärischen Niederlagen verdanken. Indien war nie geeint, bevor die Moguln es eroberten. Als das Mogulreich zerfiel und nur noch nominell bestand, eroberten die Briten Indien und einigten es wieder. China war im Mittelalter zerfallen. Die Eroberung durch die Mongolen und die Errichtung eine Dynastie durch Kubilai Khan führte wieder zu Einheit. Am Ende der Ming Dynastie begann wieder der Zerfall. Die Eroberung durch die Mandschus stellte die Einheit wieder her.
Ehrlich gesagt, die Menschen sind von Natur aus Feiglinge. Und die Kriegsbereitschaft ist oft einer Stampede ähnlich. In Panik gebracht rennt die Herde von Rindviechern in ihr Verderben.
Mit dem Unterschied das wir uns auch ökologisch dabei vernichten, denn die Ressourcen gehen zu Ende, vor allem bei der Bevölkerungsdichte.
Man kann gar nicht früh genug mit der Feindbildpflege anfangen, dachte man sich wohl bei den ÖR. Schon lange vor Ende 2022 wurde seitens des DLF den Kindern eingetrichtert, wer der Feind ist, was er alles Böses tut und daß man ihn davon abhalten muß:
„Der russische Präsident Putin führt derzeit zwei Kriege. Einen in der Ukraine
und einen in Syrien. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident
Hollande wollen Putin dazu bewegen mit beiden Kriegen aufzuhören. Das wird
wahrscheinlich nicht funktionieren, weil Putin sich nicht an internationale Regeln
hält. Er ist der Ansicht, dass er den russischen Einfluss in der Welt vergrößern muss
und das auch mit Krieg. Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Hollande haben
mehrfach gesagt, dass Putin in Syrien schwere Menschenrechtsverletzungen
begeht. Die russische Luftwaffe bombardiert Krankenhäuser und Hilfskonvois der
Vereinten Nationen. Deshalb fliehen viele Syrer mit ihren Familien nach
Deutschland. Auch in der Ukraine kämpfen trotz eines Abkommens russische
Soldaten. Wie man Putin davon abhalten kann, ist aber nicht klar. Man könnte ihn
unter Druck setzen, in dem man Russland bestimmte Waren nicht mehr verkauft.“
usw.usw.
http://gottes-warnung.de/Hintergrund/Archiv/Beitraege/Programmbeschwerde%20%E2%80%93%20Propaganda%20im%20Kinderprogramm%20des%20Deutschlandfunks.pdf
Inzwischen sind die damals 8-10jährigen im wehrfähigen Alter, haben womöglich seitdem Dank entsprechender Berieselung ein stabiles Feindbild entwickelt und überlegen selbst, was sie wohl tun könnten…….An Angeboten fehlt es ja nicht mehr. Man wird sehen, wie die Freiwilligenaktion demnächst ausgehen wird.
Der Feind ist die herrschende Klasse samt ihrer Funktionselite.
Erst wenn die beseitigt sind, könnte sich etwas ändern.
Leider gibt es in jedem Staat eine herrschende Klasse, und wenn man sie samt Funktionären abschlachtet, entsteht sofort eine neue.
Ein einfacher Journalist (M. Pindur!) erklärt für einfache Menschen in einfacher Sprache die komplizierte Welt. Einfach fabelhaft einfach.
Danke für diesen Hinweis auf das Wirken der Flachweltbewohner.
Dieses grimmig-schwitzende Gesicht mit diesem aufgeschnittenen Schädel ist sehr interessant. Dieser Mensch steht unter Druck.
Da lässt sich vieles reininterpretieren.
Ein Hannibal Lecter hätte jetzt sicher gerne mal probiert.
Ob es Ihm geschmeckt hätte?
Danke, Herr Schuster, namentlich auch für die abschliessenden Beispiele, die allesamt zeigen, auf seine Institutionen kann sich der bürgerliche Staat verlassen. Was ist eine Gewerkschaft wert, die die vo ihr angeblich Vertretenen auf mehr als vage Alarmschreie hin in die Drohnenhölle zu schicken bereit ist? Dass die christlichen Kirchen kein Problem mit Aufrüstung und Krieg haben, seit sie sich im 4. Jahrhundert dem römischen Staat angedient haben, überrascht nicht. Die christlichen Werte sind wie Pizzateig, man kann und manche meinen muss sie ganz ganz dünn wallen. Gott dem Herrn sei Lob für sein Buch, die Bibel, in der alles und sein Gegenteil steht, es gibt nichts Praktischeres. Übrigens hört man auch aus der feministischen Ecke keine Widerworte, ein Mann ist, was eine ganze Frau ist… oder so.
Es zeigt sich, wie Schuster es an einer Stelle selbst nennt, all das Reden vom Frieden, von der Abscheu vor dem Militär, ist Schönwettergeschwätz. Wenn man glaubt, es zögen Wolken auf, oder es der Staat für angezeigt hält, solche aufziehen zu lassen, ist Schluss mit lustig. Und gerade in Deutschland nimmt man es dann genau und gründlich. Die revanchistische Partei glaubt nun das Rezept zu kennen – ein deutsches Europa, den Rest haltend umarmen, Schland als Primus inter pares. Wohl bekomms…
Ein „Möchtegern-Imperialist“ ist die Verniedlichung von Imperialismus und damit eine Verharmlosung.
„Schaut ihn an den Möchtegern, er möchte gern, aber kriegt ihn nicht hoch den Krieg, weil ihm die Mittel, die Potenz, das Viagra fehlt. Ha Ha Ha.“ Das ist nun wirklich dumm. Wenn ein Kanzler und die gesamte politische Elite des Landes im Verein mit anderen europäischen Staaten sich dazu bekennt sein Land in den Zustand der Kriegsbereitschaft zu versetzen, das ist das ein imperialistischer Plan, ein Vorhaben, und das Subjekt ist ein Imperialist.“
Woran gemessen soll das denn Möchtegern sein? Daran dass er noch nicht erfolgreich ist. Was ist das denn für ein Maßstab? Ist nur der erfolgreiche Imperialist einer? Na dann – Mit Krieg zum Sieg, Deutschland über alles.
Bevor man sich streitet, ob einer in etwas gross oder klein ist, sollte man sich einig sein, was dieses Etwas ist. Imperialismus ist die letzte Stufe des Kapitalismus, gekennzeichnet durch:
1. Starke Konzentration von Kapital, Monopole ersetzen konkurrierende, kleinere Einheiten. Der sog. Markt fällt weg, an seine Stelle tritt die Aufteilung und Zuteilung von Pfründen
2. Verschmelzung von Bank- und Industriekapital. Das Finanzkapital übernimmt die politische Macht.
3. Kapitalexport wird wichtiger als Warenexport
Die Frage nach dem Möchtegern stellt sich demnach so, ob die EU ein eigenständiger Akteur im Rahmen des Imperialismus sein kann oder nicht. Anders gesagt, ob es in der EU nennenswerte Finanzakteure/Monopole gibt, die um die Aufteilung der Welt mitstreiten, oder ob sie abhängig von den weltberrschenden US Monopolen sind: Vasallen, Sprecher von Blackrock, Möchtegern Gröfatzkes.
Die Geburt des (kapitalistischen) Imperialismus:
https://harpers.org/archive/2020/12/the-silenced-majority/
Zum letzten Abschnitt. Es heißt dort:
„Vielleicht halten die protestierenden Kids im Unterschied zu den eben geschilderten Fällen an ihrem spontanen Antimilitarismus fest. Dann müssten sie aber auch gegen Versuche in den eigenen Reihen hart bleiben, die den Protest auf einen Ruf nach Mitbestimmung herunterbringen wollen.“
Ob die protestierenden Schüler – teilweise oder alle – gegen die nachfolgend im Artikel dargestellten – in der Tat fiesen – Stellungnahmen der Schülervertretung Einwände erheben, weiß ich nicht, denn in der Öffentlichkeit wird darüber typischerweise nicht berichtet.
Aus dem Konjunktiv „müssten“ schließe ich jedoch, dass der Autor es so darstellen will, dass die Vertreter der streikenden Schüler diese Äußerungen der offiziellen Schülervertretung positiv oder auch nur neutral kommentiert hätten. Dafür würde ich doch Belege erwarten.
„Wir sind nicht Opfer von äußeren Umständen. Wir sind kein Spielball von Großmächten.“
Nö, wir sind Opfer einer verkommenen politische Kaste!
„Hören wir nicht auf die Angstmacher und auf die Schwarzmaler.“
Also kein Kriegsgeschrei mehr? Kommt der pöse Russ also doch nicht?
„Russlands Angriff war und ist Teil eines Plans, der sich gegen ganz Europa richtet. Täglich wird auch Deutschland von Sabotage, Spionage und Cyber-Angriffen überzogen.“
Oh, doch Kriegsgeschrei, Angstmacherei und Schwarzmalerei.
Jaja, der Blackrock-Fritze. Realsatire.