
Der amerikanische National Intelligence Council beschreibt in seinen „Global Trends“ eine Welt, in der die westliche Dominanz schwindet und der Wettbewerb zwischen den USA und China die internationale Ordnung verändert.
Die Europäische Union betreibt eine erstaunlich ähnliche strategische Vorausschau. Ihr jüngster ESPAS-Bericht von 2024 kommt in vielen Punkten zu denselben Diagnosen. Doch dort, wo Washington vor allem nach Macht fragt, beschäftigt Brüssel eine andere Sorge: Kann Europa unter den neuen Bedingungen überhaupt noch selbständig handeln?
Im April 2024 veröffentlichte das European Strategy and Policy Analysis System, kurz ESPAS, seinen vierten großen Zukunftsbericht. Der Titel Global Trends to 2040: Choosing Europe’s Future ist bewusst gewählt. Der Bericht will die Zukunft nicht vorhersagen. Er soll Entwicklungen identifizieren, die Europa bis 2040 prägen werden, und zeigen, wo politische Entscheidungen noch Einfluss auf den Verlauf nehmen können. An ESPAS sind mehrere Institutionen der Europäischen Union beteiligt. Der Bericht ist dennoch kein offizielles politisches Programm der EU.
Schon methodisch besteht damit eine bemerkenswerte Nähe zu Global Trends 2040: A More Contested World des amerikanischen National Intelligence Council von 2021. Auch der NIC versteht seine Arbeit ausdrücklich nicht als Prognose. Er untersucht langfristige strukturelle Kräfte und entwirft daraus unterschiedliche mögliche Zukünfte.
Noch auffälliger sind die inhaltlichen Schnittmengen.
Die kooperative Epoche geht zu Ende
ESPAS stellt die Geopolitik ins Zentrum seines Berichts. Die internationale Ordnung bewege sich von einer Epoche der Kooperation in eine Epoche des Wettbewerbs. Das internationale System fragmentiere sich, während gleichzeitig große technologische und wirtschaftliche Veränderungen abliefen.
Das klingt fast wie eine europäische Übersetzung der NIC-Diagnose. Der amerikanische Bericht erwartet eine Welt, die „more contested, uncertain, and conflict prone“ werde – also „umstrittener, unsicherer und konfliktanfälliger“. Kein einzelner Staat werde sämtliche Regionen und Machtbereiche dominieren können. Neben militärischer und wirtschaftlicher Macht gewinnen technologische Fähigkeiten und Informationsmacht an Bedeutung. Zugleich schwächen sich internationale Normen ab.
Beide Berichte verabschieden sich damit von einer Vorstellung, die nach 1989 lange das westliche Denken bestimmte: dass wirtschaftliche Verflechtung zwangsläufig politische Annäherung erzeugen und die internationale Ordnung allmählich homogener werde.
Statt Konvergenz erwarten beide Fragmentierung.
Der Unterschied liegt in der Position des Betrachters. Für die Vereinigten Staaten bedeutet diese Entwicklung den relativen Verlust einer hegemonialen Stellung. Für Europa stellt sich eine grundsätzlichere Frage: ob es in der neuen Ordnung überhaupt eines der Machtzentren sein wird.
China verändert die Weltordnung
Auch bei China liegen NIC und ESPAS nahe beieinander. Der amerikanische Bericht betrachtet den Wettbewerb zwischen Washington und Peking als eine der bestimmenden Größen der kommenden Jahrzehnte. Beide Staaten vertreten unterschiedliche Vorstellungen von internationaler Ordnung. Ihre Konkurrenz werde technologische Entwicklung und internationale Institutionen beeinflussen.
Der NIC ist dabei keineswegs sicher, dass China die Vereinigten Staaten als Hegemon ablösen wird. Eines seiner Szenarien, A World Adrift (Eine Welt auf Abwegen), beschreibt eine Welt, in der westliche Staaten durch schwaches Wachstum und politische Lähmung an Einfluss verlieren. China profitiert davon, ist aber weder willens noch in der Lage, die amerikanische Rolle vollständig zu übernehmen. Das Ergebnis wäre keine chinesische Weltordnung, sondern eine Welt mit weniger Ordnung.
Für Europa liegt genau darin ein Problem. Es kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass eine von den USA garantierte Ordnung dauerhaft den Rahmen europäischer Politik bildet. Gleichzeitig besitzt es weder die militärischen Fähigkeiten der Vereinigten Staaten noch die politische Zentralisierung Chinas.
Die Frage nach Europas Handlungsfähigkeit durchzieht deshalb den ESPAS-Bericht. Schon seine Aufgabenstellung besteht ausdrücklich darin, zu untersuchen, welchen Einfluss die EU überhaupt noch auf globale Entwicklungen ausüben kann.
Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied zum NIC. Washington untersucht, wie sich Macht verteilt. Europa muss zusätzlich fragen, ob es über genügend Macht verfügt.
Die innere Krise gehört zur äußeren
Eine zweite bemerkenswerte Übereinstimmung betrifft den Zustand der eigenen Gesellschaften.
Der NIC beschreibt eine Bevölkerung, die zwar besser informiert ist als frühere Generationen, gleichzeitig aber stärker auseinanderdriftet. Wirtschaftliche Unsicherheit und Misstrauen gegenüber Institutionen treiben Menschen in Gruppen Gleichgesinnter. Abgeschlossene Informationsräume können gesellschaftliche Bruchlinien verstärken. Der Bericht fasst diese Entwicklung unter der Überschrift „Disillusioned, Informed, and Divided“, also „desillusioniert, informiert und gespalten“, zusammen.
ESPAS betrachtet gesellschaftliche Stabilität ebenfalls nicht mehr als selbstverständlich. Demografischer Wandel und wirtschaftlicher Anpassungsdruck treffen auf politische Polarisierung. Der europäische Sozialstaat muss unter ungünstigeren Bedingungen finanziert werden. Zugleich verändern Migration und technologische Umbrüche die Gesellschaft.
Damit verschiebt sich auch der Begriff von Macht. Eine politisch tief gespaltene Gesellschaft kann wirtschaftlich wohlhabend sein und dennoch außenpolitisch an Handlungsfähigkeit verlieren.
Der NIC formuliert dafür den Begriff des „disequilibrium“ (Ungleichgewicht): Die Anforderungen an Regierungen wachsen schneller als ihre Fähigkeit, diese Anforderungen zu erfüllen. Daraus können Vertrauensverlust und politische Instabilität entstehen.
In diesem Punkt nähern sich amerikanische und europäische Zukunftsanalyse erstaunlich stark an. Die Stärke des Westens entscheidet sich nicht nur an Flugzeugträgern oder Wirtschaftsleistung. Sie hängt auch davon ab, ob seine politischen Systeme noch Entscheidungen hervorbringen können, die von ihren Gesellschaften getragen werden.
Technologie ist keine neutrale Größe mehr
Eine weitere Schnittstelle ist die Technologie.
Beim NIC ist technologische Überlegenheit ausdrücklich Bestandteil geopolitischer Macht. Künstliche Intelligenz und Biotechnologie können wirtschaftliche Vorteile schaffen und militärische Fähigkeiten verändern. Der Wettbewerb um Talente und technologische Führerschaft wird deshalb selbst zum Bestandteil des amerikanisch-chinesischen Machtkampfes.
ESPAS betrachtet dieselbe Entwicklung stärker aus europäischer Verwundbarkeitsperspektive. Für die EU stellt sich die Frage, wie weit sie bei Schlüsseltechnologien von anderen Machtzentren abhängig werden darf.
Das ist ein grundlegender Wandel des europäischen Denkens. Jahrzehntelang galt wirtschaftliche Interdependenz, die wechselseitige Abhängigkeit, überwiegend als stabilisierende Kraft. Heute kann dieselbe Abhängigkeit als strategisches Risiko erscheinen. Lieferketten und Dateninfrastrukturen bekommen dadurch eine geopolitische Bedeutung, die weit über ihre ökonomische Funktion hinausgeht.
Hier wirkt der ESPAS-Bericht stärker politisch als der NIC. Der amerikanische Bericht beschreibt einen Wettbewerb, in dem die USA bereits einer der beiden wichtigsten Akteure sind. Europa muss erst die Voraussetzungen schaffen, um nicht lediglich zum Markt für Technologien anderer zu werden.
Beim Klima trennen sich die Perspektiven
Deutlicher wird der Unterschied beim Klimawandel.
Für beide Berichte gehört er zu den langfristigen strukturellen Veränderungen. Beim NIC erscheint er jedoch überwiegend als Risikomultiplikator. Klimaveränderungen können Migration verstärken oder Ressourcenknappheit verschärfen. Sie können bestehende politische Probleme gefährlicher machen. Der Bericht behandelt Umwelt deshalb neben Demografie, Wirtschaft und Technologie als eine der strukturellen Kräfte, welche die zukünftige Welt formen.
In der europäischen Perspektive besitzt die ökologische Transformation einen stärkeren normativen und politischen Stellenwert. Europa will auf diese Entwicklung nicht nur reagieren, sondern internationale Standards mitgestalten.
Darin zeigt sich ein charakteristischer Unterschied. Der NIC fragt stärker nach den Folgen einer Entwicklung für amerikanische Macht und Sicherheit. ESPAS fragt häufiger, welche politische Gestaltungsmöglichkeit Europa besitzt.
Ein bemerkenswerter Unterschied im Ton
Gerade deshalb wirkt der amerikanische Bericht stellenweise nüchterner und pessimistischer.
Der NIC hält ausdrücklich eine Welt für möglich, in der die westlichen Industriestaaten unter politischer Lähmung leiden. Ebenso modelliert er eine Welt, die in getrennte Wirtschafts- und Sicherheitsblöcke zerfällt. Nur eines seiner fünf Szenarien beschreibt eine ausgesprochene Renaissance der Demokratien.
ESPAS formuliert die europäischen Probleme durchaus deutlich, behält aber stärker die Vorstellung politischer „agency“ bei: Europa kann Entscheidungen treffen, mit denen es seine Stellung verändert. Schon der Titel Choosing Europe’s Future (Die Zukunft Europas gestalten) enthält diese Zuversicht.
Dahinter stehen zwei unterschiedliche institutionelle Perspektiven.
Der NIC ist Teil des amerikanischen Nachrichtendienstsystems. Seine Aufgabe besteht darin, der politischen Führung auch unangenehme Entwicklungen vorzulegen.
ESPAS ist ein Instrument strategischer Vorausschau europäischer Institutionen. Sein Erkenntnisinteresse endet nicht bei der Frage, was geschehen könnte. Es fragt zwangsläufig auch, welche Handlungsmöglichkeiten daraus für Europa entstehen. Der Bericht selbst betont allerdings, dass er keine politischen Empfehlungen formuliert und keine offizielle Position einer beteiligten Institution darstellt.
Dieselbe Welt – aber zwei verschiedene Probleme
Legt man Global Trends 2040 und Choosing Europe’s Future nebeneinander, fällt deshalb zunächst die große Übereinstimmung auf. Die internationale Ordnung fragmentiert sich. China verändert das Machtgefüge. Technologie wird geopolitisch. Die westlichen Gesellschaften stehen unter innerem Druck. Die kommenden Jahrzehnte erscheinen beiden Institutionen weniger berechenbar als die Zeit, die auf das Ende des Kalten Krieges folgte.
Aber aus dieser gemeinsamen Diagnose entstehen unterschiedliche Fragen.
Für die USA lautet sie: Wie behauptet man eine herausgehobene Stellung in einer Welt, in der amerikanische Dominanz nicht mehr selbstverständlich ist?
Für Europa lautet sie: Wie verhindert man, dass andere über die Ordnung entscheiden, in der man selbst leben muss?
Vielleicht ist das der interessanteste Unterschied zwischen beiden Papieren. Der NIC denkt aus der Perspektive einer Macht, die einen relativen Bedeutungsverlust einkalkuliert. ESPAS denkt aus der Perspektive eines wirtschaftlich großen Raumes, der erst noch beweisen muss, dass wirtschaftliche Größe unter den Bedingungen des Jahres 2040 auch politische Macht bedeutet.
Der Titel des europäischen Berichts erhält dadurch einen beinahe unfreiwillig ernsten Unterton. Choosing Europe’s Future setzt voraus, dass Europa seine Zukunft noch wählen kann. Ob es 2040 dazu noch in demselben Maße in der Lage sein wird, ist eine der Fragen, die der Bericht selbst aufwirft.
Quellen
European Strategy and Policy Analysis System (ESPAS): Global Trends to 2040: Choosing Europe’s Future. 2024.
National Intelligence Council: Global Trends 2040: A More Contested World. Washington, D. C., März 2021.
European Union Publications Office / ESPAS: Begleitmaterialien zu Global Trends to 2040.
Office of the Director of National Intelligence / National Intelligence Council: Global Trends 2040, insbesondere die Abschnitte zu International Dynamics, Societal Dynamics und Technology.





“ Die Anforderungen an Regierungen wachsen schneller als ihre Fähigkeit, diese Anforderungen zu erfüllen. Daraus können Vertrauensverlust und politische Instabilität entstehen.“
Ich habe unserer politischen Kaste schon länger Kompetenz abgesprochen.
Erschwerend kommt für mich hinzu, das die Oligarchie „Anforderungen“ überhaupt nicht erfüllen WILL!
Die Parteienoligarchie ist transatlantisch verseucht, deren Exponent Friedrich Merz halte ich für einen Black-Rock-Erfüllungsgehilfen.
Den „Anforderungen“, die der Amtseid impliziert, werden die Oligarchen nicht gerecht, ganz im Gegenteil wird gegen den Amtseid ständig verstoßen.
Daher kann man sich den eigentlich schenken!
Der Amts“Eid“ ist rechtlich schon immer nur eine Absichtsbekundung gewesen. Justiziabel ist der nie gewesen. Da kann man nichts einklagen. Ist halt schön, wenn man sich die Gesetze selbst machen kann.
Wichtiger ist eh der inoffizielle Amtseid, den man dem Netzwerk, das einen an die Macht gebracht hat, leistet. In dem Maße, wie die USA Macht verliert, verliert auch das Transatlantikernetzwerk an Macht.
Einen leichten Hauch von Zukunft konnte man schon schnuppern, als AfD-Mann Krah von allen Seiten wegen seiner behaupteten oder echten China-Verbindungen unter Beschuss kam.
Junge, an die Macht strebende Leute werden kommen, die sich anders positionieren als ihre Vorgänger. Der Kampf wird ecklig werden, aber die USA wird umso mehr sie militärische Konflikte schüren, wohl auch umso schneller an hegemonialer Macht, wie jetzt beim Irankrieg verlieren.
Inwiefern ein China mit mehr Macht als heute als Friedensstifter oder Kriegshetzer fungieren wird, muss sich noch zeigen. Dass es in Europa noch heftig in den Balken knarzen wird, bis das Schiff neuen Kurs segelt, ist gewiss. Dass es seinen Kurs aus eigener Kraft segeln könnte, wie man in der EU und manchem EU-Land zu glauben scheint, ist unwahrscheinlich. Dazu fehlt die grundlegende Kompetenz, selbst eine bestehende wirtschaftliche Macht zu bewahren und schon gar, größere zu erzeugen. Dazu sind zu viele Blindgänger, die ohne Netzwerk irgendwas zustande bekommen, unterwegs.
Der Amtseid ist vor allem ein Kaspertheater fürs Volk.
Was sie schreiben ist richtig. Warum kann so was nicht einfach mal im Artikel selbst benannt werden, immer muss erst ein Kommentator auf den „Elefanten im Raum“ hinweisen.
„Beide Berichte verabschieden sich damit von einer Vorstellung, die nach 1989 lange das westliche Denken bestimmte: dass wirtschaftliche Verflechtung zwangsläufig politische Annäherung erzeugen“ Auch so ein Witz.
Die maßgebenden Kreise im Westen sahen sich als Sieger des Kalten Krieges und haben nicht eine Sekunde lang einen Gedanken daran verschwendet mit dem in ihren Augen Reich des Bösen ehrlich zusammen zu arbeiten. Die DDR würde angegliedert, die Anderen vielen mehr oder weniger zu, Russland glaubte man, werde auch einfach so zufallen wie eine reife Frucht, oder auch in die Tasche zu stecken sein. Kam bekanntlich anders.. Alles folgende ist bekannt.
Schon wegen des babylonischen Sprachengewirrs wird aus dem Konglomerat niemals ein Ganzes. Für äußere Mächte ist es sehr leicht, Keile hineinzutreiben. Was bleibt, ist die Eigenschaft der Europäischen Union als Völkergefängnis.
Sehr guter Artikel, danke.
Europas Zukunft in einer Welt, die nicht mehr auf Europa wartet
Der amerikanische National Intelligence Council beschreibt in seinen
Habe nur mal den Algorithmus gecheckt. Hatte vorher was anderes geschrieben.
Auf jeden Fall ein sehr guter Artikel, wahrscheinlich der beste.
„der Wettbewerb zwischen den USA und China die internationale Ordnung verändert. “
Dafür müssten die USA wettbewerbsfähig sein, was mit einem ideologischen Trottel nicht realisierbar ist.
Die europäische Agenda ist doch nur noch destruktiv. „Impfungen“ mit Giftspritzen und Krieg, Krieg und noch mehr Krieg. Wo soll das enden?
Wer sich als Normalo immer derart mit dem Ehrgeiz von (Einfluss)Reicheren identifiziert, dass er denen dann auch noch – kostenlos! – Ratschläge erteilen will, wie sich diese eh schon Mächtigen im globalen Wettbewerb positionieren sollen, liegt eher falsch. Da kann man auch gleich für F. Merz Geld sammeln, weil er ja nur Millionär ist und Milliardär werden sollte, damit er von D. Trump ernstgenommen wird.
Vielleicht ist die Logik natürlich auch, dass ein „starkes Europa“ dann gerade noch so sozial im Inneren ist, dass der Normalverbraucher auch was davon hat, eine Mini-Beteiligung sozusagen. Das ist natürlich nicht sehr nett gegenüber der „übrigen“ Welt und funktioniert übrigens auch nicht, es gibt genug Beispiele für Boom UND Armut am gleichen Ort, die Flut hat schon früher nicht alle Boote gehoben und tut dies heute eher noch weniger.
Um es kurz und bündig auszudrücken: eine neue Weltordnung wird ausgehandelt. Und Westeuropa als US-Kolonie ist nicht mit dabei. Denen ist ihr fanatischer Russenhass wichtiger. Warum sie die Russen hassen, wissen sie gar nicht mehr. Aber ohne Feind geht’s auch nicht…Das sie sich damit selber schweren Schaden zufügen, ist egal. Es geht um die Sache…
„Warum sie die Russen hassen, wissen sie gar nicht mehr.“
Warum die NATO- und EU-Führung Russland hasst, weiß sie ganz genau: Russland soll sich unterordnen!
Friedrich Merz hat es deutlich formuliert: In Europa kann es nur eine Führungsmacht geben – Deutschland!
Um dieses Ziel zu erreichen, wird reingeklotzt für die Kriegstüchtigkeit. Für die Jahre 2027 bis 2030 werden vorwiegend dafür zusätzlich 838 000 000 000 € aufgewendet. Wie oft Ihr Jahreseinkommen dort hineinpasst, können Sie sich ausrechnen.
So lange die EU nicht kooperiert wird sich nichts ändern.
Kapitalistisches Wirtschaften wird uns alle untergehen lassen.
Blablabla – von welchem Europa reden wir denn? Gehört die Schweiz dazu? Ist nur die EU gemeint? Mit der Ukraine, Georgien, Moldau? Mit der Türkei oder ohne all diese Länder? Wir brauchen auch keine anderen Länder um uns zu schaden, wir können das selbst am besten. Wird die europäische Bevölkerung von einem mächtigen Europa profitieren oder wieder nur die Multimillionäre?
Trotz dass die EU in vielen Ländern Botschaften und Geheimdienste unterhält, ist sie von manchen Völkerwanderungen einfach überrascht und kann oder will die eigenen Grenzen nicht schützen.
„Blablabla – von welchem Europa reden wir denn? “
ich vermute, dass das „geografische Europa“ gemeint ist.. Das ist aber nur eine Vision.
EUropa wird zwischen China, USA und ja, auch Russland nicht mehr auffindbar sein, wenn die Politik weiterhin mit lernresistenten, sturem, trotzigem Personal, das im amerikanischen 20. Jahrhundert ausgebildet wurde, gestaltet wird, damit wird die Zukunft aller EU-Bürger verspielt.
Solange die Transatlantiker in Europa das Sagen haben, kann Europa bestenfalls ein Unterzentrum unter den US-Interessen sein. Eine eigenständige imperialistische Macht ist so nicht möglich. Europa ist dann zwar eine imperialistische Macht (es beutet mit seinem Kapital andere Länder aus), Nutznießer der europäischen Beute sind aber die USA.
Die Ordnung in Europa haben die USA bestimmt und die Transatlantiker zu deren Macht-Wächter installiert. Sie geben in Politik, Medien und Kultur die Richtung vor und achten darauf, dass transnationale Kapital-Interessen (mit Wohnsitz USA) bedient werden. Nationale und europäische Interessen haben so das Nachsehen. Die eigentliche Frage ist also: Wie die sich „Demokraten“ nennenden Transatlantiker loswerden? Was eine sehr langfristige Aufgabe sein wird.
wer sich über das Vasallentum beschwert, wer den Ausverkauf deutscher/europäischer Interessen beklagt, der sollte sich fragen, ob die eigenen Interessen denn besser bedient wären, wenn es deutsches statt US Kapital ist, welches Geschäfte in Europa macht.
Meinst du ernsthaft, dass es einen Unterschied macht, wo der „Wohnsitz“ des Kapitals liegt?
Bekommst du gar nicht mit, dass dieses „Vasallentum“ für Europa ein Erfolgsweg war (zumindest bis in 90er)? Wie hätte es Deutschland als WK2 Verlierer überhaupt schaffen können zu einer Weltwirtschaftsmacht aufzusteigen, wenn nicht als Junior Partner der USA? Es waren deutsche Kapitale, die darüber groß geworden sind, dass sie einen von USA eingerichteten Weltmarkt benutzt haben, den sie mit ihrer eigenen militärischen Gewalt nie hätten absichern können.
Richtig ist, dass es die USA waren, die die Ordnung (nicht nur in Europa) eingerichtet und aufrechterhalten haben. Was du nicht siehst: Europa war jahrzehntelang Teilhaber und Nutznießer dieser Ordnung. Was du ebenfalls übersiehst: auch die Transatlantiker haben ein von den USA unabhängiges Projekt verfolgt. Das nennt sich EU. Die war schon immer der Weg für die Nationalstaaten eine Macht zu werden, die sie als Nationalstaaten nicht hinbekommen.
In den USA hat man dieses Projekt aufmerksam verfolgt und als Konkurrenz begriffen, die man im Auge behalten muss.
Dank der doofen Begrenzung auf 5 Kommentare kommt jetzt hier die Antwort auf deinen Post:
Richtig, du gehst davon aus, beweisen tust du die Behauptung nicht. Das Kapitale konkurrieren ist Fakt. Dass sie die Politik bestimmen nur deine Behauptung:
Wer ist das Subjekt, wenn der Bauer morgens früh aufsteht, wenn das Vieh gemolken werden muss? Das Vieh? Oder nicht doch der Bauer, der sich für Viehhaltung entscheidet, und dann den daraus folgenden Notwendigkeiten nachkommt, weil es seinem Interesse so am besten bekommt?
Staaten richten sich einen Kapitalismus ein (z.B. Russland), und unterliegen dann Notwendigkeiten der Bewirtschaftung dieses Kapitals. Sie hätscheln ihre Lieblingsbürger und haben stets ein offene Ohr für deren Sorgen und Nöte. Staaten sind insofern Dienstleister – aber eben, weil sie es wollen, und solange sie es wollen. Im Kriegsfall sieht das schon anders aus. Russlands Kriegswirtschaft läuft zum Schaden der Wirtschaft ab. Bis auf einige, wenige Kapitale ist der Krieg ein Schaden für Ökonomie und wird auch lange nach Kriegsende negative Auswirkungen haben. In Deutschland sieht das nicht anders aus. Firmen wandern ab, oder machen dicht. Die hätten liebend gerne noch weiterhin billige Energie aus Russland bezogen – dürfen sie aber nicht. Trump hätte den Krieg gerne beendet, es sind die Europäer, die ihn weiterführen wollen, und dafür allerhand Schädigungen in Kauf nehmen. Und nur weil einige US Kapitale wiederum davon profitieren, kommst du auf Vasallentum?
…
Offensichtlich taugt die ganze Produktivität nichts, denn anstatt Freiheit von den Notwendigkeiten zu schaffen, wurden die Lohnarbeiter zunehmend zum Anhängsel der Maschinerie, die – weil ja so teuer – möglichst rund um die Uhr betrieben werden muss, damit sie sich rentiert. Du lobst den Kapitalismus dafür, dass er die Ausbeutung vorantreibt. In der Hoffnung, diese Produktivität dann zu „erben“. Ich sage es dir nochmal: diesen Arbeitsplätze sieht man an, wofür sie eingerichtet wurden. Sie dienen dazu, möglichst viel unbezahlte Arbeit einzusaugen. Entsprechend verschleißen sie die Menschen, die an ihnen arbeiten müssen.
Man könnte auch einfach seinen Verstand benutzen und sich fragen, ob man solche Verhältnisse will – ganz getrennt von den Widersprüchen. Ich brauche keine Philosophie und schon gleich nicht die des historischen Materialismus um Veränderungen zu wollen.
Ja, das ist in deinen Beiträgen auch deutlich zu erkennen, anstelle einer Philosophie arbeitest du mit einige Dogmen (wie der Staatenkonkurrenz, die die Ursache allen Übels sein soll).
Eine Philosophie gibt Verständnis für die Wirklichkeit und kann als mentales Werkzeug benutzt werden zur Veränderung. Einfach nur Veränderungen zu wollen reicht nämlich nicht, man muss schon mit beiden Füßen auf den Boden der Realität stehen, ansonsten baut man mit dem „wollen“ nur Luftschlösser. Wobei bei dir nicht klar ist, wohin denn eine Veränderung führen soll, was verändert werden soll und wie das geschehen soll. Ich kann in deinen Texten nur Enttäuschung über die aktuellen gesellschaftlichen Zustände erkennen, wofür du die „Staatenkonkurrenz“ verantwortlich machst, was sich zudem zum Dogma verdichtet hat. Staatenkonkurrenz ist natürlich ein Fakt, allerdings eher ein Symptom als die Ursache allen Übels.
Kurz: Ich kann in deinen Texten nur kleinbürgerliches Revoluzzertum erkennen, nach dem Motto: Mach kaputt was dich kaputtmacht. Aber was danach? Dann kehrt man zurück in den bürgerlichen Arsch (so wie Joschka Fischer).
Geld wird es in irgendeiner Form noch lange geben, das wird erst abgeschafft wenn es überflüssig geworden ist, also wenn die Menschheit den Paradies-Zustand erreicht hat.
Mit anderen Worten: gar nicht.
Hatte ich mir schon gedacht. Du machst so ziemlich alle Fehler, die man am realen Sozialismus auch studieren kann. Den simplen Gedanken, dass man eine Gebrauchswertproduktion einrichtet, bei der die Bedürfnisse vorgeben, was in welcher Menge produziert wird, den scheinst du nicht zu teilen.
In jeder Fabrik gibt es eine Arbeitsteilung, ohne das die Teilarbeiten getauscht werden. Man ermittelt den Bedarf, teil die Arbeit auf, besetzt die Arbeitsplätze mit den dafür qualifizierten Menschen und produziert so viel wie benötigt wird – nicht mehr und nicht weniger. Das Urprinzip des Wirtschaftens halt.
Die Realsozialisten wollten eine Wertproduktion organisieren. Daran muss man notwendigerweise scheitern, es wäre aber auch kein Segen, wenn es denn gelänge.
Zurück zum Thema des Artikels. Der beschreibt ja die Schwierigkeiten, die Staaten haben, wenn sie in der Konkurrenz eine Schnitte machen wollen. Europa zu klein, nicht mächtig genug, um im Konzert der Großen auf Augenhöhe mitzumischen, überlegt sich, wie man es als Europa schafft, dieses Manko wettzumachen. Aufrüstung ist notwendig, aber nicht ausreichend, solange man nicht die Wuchtbrumme ist, die man sein will, und die man eigentlich schon sein muss, um das zu erreichen, was eben die eigene Voraussetzung ist.
Das ist der Grund, warum die „Transatlantiker“ immer wieder auf die USA als „Partner“ kommen, die USA für ihr Aufstiegsprogramm funktionalisieren wollen. Das klappt immer schlechter, die Notwendigkeit bleibt aber (bislang).
Es sind strategische Überlegung von Staaten, die glatt einen Teil ihrer Ökonomie opfern, um als Staaten die Macht zu erringen, die sie in der Konkurrenz brauchen. natürlich gefällt es einem Merz auch nicht, dass die Industrie abwandern, oder Konkurs geht. Dann muss es eben vermehrter Arbeitseinsatz wettmachen. Mehr und billigere Arbeitskraft, sparen am Sozialstaat, sparen an allem, was nicht unmittelbar der Wirtschaft auf die beine hilft. Das ist da nationale Rettungsprogramm, von dem du meinst, dass wäre in Auftrag und zum Nutzen der US Kapitale.
Wenn man die „Staatenkonkurrenz“ als Ursache aller Übel ansieht, dann kommt man natürlich zu solchen Schlüssen. Sie sind aber falsch, denn es ist die Freiheit des Kapitals, rechtlich abgesichert im ideologischen Überbau, der Ideologie des Liberalismus, die die Staaten zum Wettbewerb um die profitabelsten Anlage-Bedingungen für das Kapital zwingen. Die Staaten werden so von den Kapital-Interessen an der Nase geführt.
Und bevor du wieder mit dem „Subjekt“ kommst. Das Subjekt ist hier die Ideologie, die sich die liberalen Demokratien gegeben haben. Darin sind ihre Staaten und Gesellschaften gefangen. Im Übrigen ist ein Staat nichts anderes als eine gesellschaftliche Organisation, ein Kollektiv, das im Kleinsten mit der Familie anfängt und mit dem Staat (oder Gruppen von Staaten) endet.
Diese Frage ist elementar: wer über die Ordnung entscheidet, in der man selbst selbst leben muss. Da sind beide Seiten enthalten: der, die Ordnung stiftet und die, die sich unterordnen müssen – dann kann man aber auch gleich Klartext reden: natürlich geht es weniger um (irgend) eine Ordnung, als um die Macht, die man selber besitzt, und der sich andere Staaten fügen müssen. Diese Macht gilt es zu erringen.
Wenn man diesen Zeiten eines zu Gute halten will, dann die Offenheit, mit der über die tatsächlichen Beweggründe der Politik geredet wird. Ein Joschka Fischer fällt da schon etwas aus der Zeit, wenn er bemängelt, dass die Ankündigung von Merz, dass D stärkste Militärmacht Europas werden muss, kontraproduktiv(!) ist. Den Zweck teilt er, hängt aber geistig, moralisch noch in der Ära des verdrucksten „der gewachsene Verantwortung nicht länger entziehen“.
Die Welt wird wieder normal, und allen voran Deutschland. An die Stelle der „regelbasierten Ordnung“ (die übrigens nie friedlich gewesen ist) tritt zunehmen die offene Drohung mit Gewalt, oder auch gleich die Gewaltanwendung. Ein Trump oder Rubio haben keine Scheu offen herauszusagen, dass sie sich nehmen, was sie wollen. Europas Politiker sind auf dem Weg dorthin.
Fragt sich bloß, warum das so ist.
Das ist sehr euphemistisch ausgedrückt. Und vor allem wird weggelassen, worin der „Wettbewerb“ eigentlich besteht, und inwiefern man vorher „kooperiert“ habe und wobei. Um es kurz zu machen: die „Kooperation“ ist an ihr natürliches Ende gelangt, schlicht, weil die Gegensätze zwischen den „kooperierenden“ Staaten eine Größenordnung erlangt haben, die zur gewaltsamen Auflösung drängen. Beispiel: China als verlängerte Werkbank für westliches Kapital zu nutzen, hat China zu einen Aufstieg verholfen, der so nicht geplant war und der auch unerwünscht ist und deswegen nach Kräften eingehegt wird.
Die hier mit „Kooperation“ gekennzeichnete internationale Ordnung hat zwar den Regeln nach immer eine Art Gleichberechtigung vorgesehen – war aber nie dafür gestiftet worden, den USA ernsthafte Konkurrenten zu bescheren.
Es mag zwar wie ein Bruch mit der bisherigen Ordnung aussehen, aber die USA unter Trump verfolgen keine anderen Ziele als zuvor. Immer schon ging es um die Sicherung der Vorherrschaft, immer schon ging es um die Nutzbarmachung der Welt für US Interessen. Das hatte seine unterschiedlichen Phasen – vom Kolonialismus über den freien Weltmarkt hin zur heutigen Politik, die Bedingungen bilateral dekretiert.
Bemerkenswert. Die USA sanktionieren das größte Land der Erde und rufen einen Wirtschaftskrieg gegen China aus. Gleichzeitig wird ein heißer Krieg gegen den Iran angezettelt. Und nun kommt das amerikanische National Intelligence Council ganz überraschend auf die Idee, dass die Welt „unsicherer und konfliktanfälliger“ geworden sei. Welch eine begnadete Analysefähigkeit.
Ähnlich genial das European Strategy and Policy Analysis System. Wie kann Europa eine eigenständige Rolle spielen ohne aus dem Anus des Hegemon zu treten?
„Das Ergebnis wäre keine chinesische Weltordnung, sondern eine Welt mit weniger Ordnung.“
Der Autor glaubt also daran, dass die Machtverhältnisse unter u.s.-amerikanischer Hegemonie etwas mit Ordnung zu tun haben. Das finde ich eher zum Fremdschämen.
In der obigen Diskussion sindbdie USA und China die völlig offensichtlichen Hauptakteure. Es gibt aber etwa ein Interview mit dem Polarforscher und US-Konteradmiral Richard E. Byrd in der Sendung Longines Chronoscope aus dem Jahr 1954, das eine völlig andere Wahrheit über unseren Planeten enthüllt.
„Longines Chronoscope“ Interview mit Admiral Richard E. Byrd über den Nordpol und die Antarktis
https://www.pravda-tv.com/2024/09/longines-chronoscope-interview-mit-admiral-richard-e-byrd-ueber-den-nordpol-und-die-antarktis-videos/
Ebenso gibt es die nachfolgend verlinkte U-Boot-Tauchanleitung für eine Fahrt nach Agartha, die dafür spricht, dass es im Inneren unseres Planeten eine technologisch hochentwickelte Zivilisation gibt.
Reichsdeutsche Karten von Agartha
https://rds.ag/DE/documents.html
Der russische Journalist Nikolai Subbotin analysierte eben diese KGB-Dokumente zu den Aktivitäten der Nazis in der Antarktis vor und während des Zweiten Weltkrieges.
Zudem gibt es die Geschichte mit der „Eisernen Republik 1895“, die für eine Zivilisation im Inneren der Erde spricht.
Der vor rund drei Jahren 102-jährig verstorbene Robert Johnson enthüllte kurz vor seinem Tod Details über die sog. Operation Highjump:
Was Während Der Admiral-Byrd-Expedition Tatsächlich Geschah | Doku
https://www.youtube.com/watch?v=N9j0p-cdrno
Es gibt darüber hinaus Hinweise, dass es sogar in unserem Sonnensystem eine extraterrestrische Zivilisation gibt, die in erster Linie mit den USA in Kontakt steht.
Valiant Thor – Der Fremde von der Venus im Pentagon? – Peter Lemar
https://nuoflix.de/valiant-thor–der-fremde-von-der-venus-im-pentagon–peter-lemar
Der digital-finanzielle Komplex ist doch rein zufällig in den USA angesiedelt. Sollten wir es nicht komisch finden, dass etwa die Firma Palantir ein geheimnisvolles CIA-Startup ist?
Die neue Weltmacht: Der digital-finanzielle Komplex
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/505668/die-neue-weltmacht-der-digital-finanzielle-komplex