Eine Weltmacht ohne Plan

Ein ratloser Donald Trump. KI-generiert.
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Die US-Außenpolitik ohne Konzept und sicherheitspolitische Strategie.

Im Zusammenhang mit dem zwischen den USA und dem Iran unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU) wird immer deutlicher, dass die US Außenpolitik konzeptlos und ohne sicherheitspolitische Strategie ist. Es stellt sich die Frage, ob das nur typisch für die Umsetzung des MoU ist oder vielmehr kennzeichnend für die amerikanische Außenpolitik in ihrer Gesamtheit. Sollte das so sein – aus Sicht des Verfassers trifft das zu – schließt sich die Frage an, warum das so ist. In dem Artikel wird versucht, die entscheidenden Gründe dafür aufzuzeigen. Die Ausführungen beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Nahmittelost-Region und ergänzend auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die aktuelle Auseinandersetzung mit Venezuela.

Es ist wichtig zu wissen, dass es darüber hinaus weitere Militäroperationen der USA in verschiedenen Regionen der Welt gegeben hat, bei denen es auch an Konzept und Strategie gefehlt hat. Das eklatanteste Beispiel ist der Krieg in Afghanistan.

Der betrachtete Zeitraum der US-Militäroperationen und außenpolitischen Initiativen, die zu keiner Lösung geführt haben, umfasst schwerpunktmäßig die letzten 30 bis 40 Jahre.

Die offenen Baustellen in der US-Außenpolitik

Die nachstehenden Militäroperationen und politischen Initiativen mit Schwerpunkt Nahmittelost-Region erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sind in erster Linie Beispiele für die Konzeptionslosigkeit der US Außenpolitik und ihre fehlende sicherheitspolitische Strategie.

Der 2021 mit dem Abzug der US-Truppen beendete Krieg in Afghanistan und der seit 2022 andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine sollen das Bild lediglich vervollständigen.

Militäroperationen ohne abschließenden Erfolg
  • Militärische Unterstützung Israels mit Waffen und Aufklärungsinformationen seit Jahrzehnten, beginnend mit dem Kampf Israels gegen die Palästinenser und mittlerweile auch in Syrien und im Libanon
  • 1980-1988 Unterstützung des Iraks im Krieg gegen den Iran. Abschluss mit Waffenstillstand ohne Friedensvertrag
  • 1986 US Raketenangriffe gegen Libyen
  • 1991 Krieg gegen den Irak; Operation Desert Storm. Fazit: Ein zerstörtes und weitgehend politisch instabiles Land.
  • 1993, 1996 und 1998 Raketenangriffe gegen den Irak
  • Krieg gegen die Taliban in Afghanistan 2001-2021. Abzug der US Truppen ohne Waffenstillstand und Friedensvertrag. Fazit: Zerstörtes und politisch völlig instabiles Land
  • 2003 Einmarsch von US Truppen in den Irak und Sturz von Präsident Saddam Hussein. Fazit: zerstörtes und immer noch weitgehend politisch instabiles Land.
  • 2011 Internationaler Luftkrieg unter Führung der USA gegen Libyen und Sturz von Präsident Gaddafi. Fazit: Zerstörtes und politisch völlig instabiles Land
  • 2014 – 2025 Immer wieder Luftangriffe gegen Ziele in Syrien, nicht ausschließlich gegen die Organisation Islamischer Staat (IS), sondern auch gegen die syrischen Streitkräfte. Dezember 2024 Sturz des syrischen Präsidenten Assad. Fazit: Weitgehend zerstörtes und politisch völlig instabiles Land.
  • Seit Februar 2022 militärische Unterstützung der Ukraine mit Waffen und Aufklärungsinformationen im Kampf gegen die russischen Invasionsstreitkräfte.
  • Im April 2025 Luftangriffe gegen Einrichtungen der Huthis auf jemenitischem Territorium. Mai 2025 Waffenstillstand ohne endgültige Friedensvereinbarung und Lösung des Konflikts
  • Im Juni 2025 gemeinsame Luftangriffe mit Israel gegen den Iran, um die Atomanlagen des Irans und seine Raketenarsenale zu zerstören.
  • Seit September 2025 bis heute Luftangriffe gegen s.g. Drogenboote aus Venezuela.
  • Weihnachten 2025 Raketenangriffe gegen den IS in Nigeria als Vergeltung für angebliche Terroranschläge gegen christliche Einrichtungen im Land.
  • Januar 2026 Militäroperation gegen Venezuela und Entführung von Präsident Maduro in die USA
  • Seit Ende Februar Krieg gegen den Iran, aktuell lediglich brüchiger Waffenstillstand
Politische Initiativen ohne abschließenden Erfolg
  • Unterschiedliche Pläne und Initiativen, um die Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern zu beenden.
  • Bisher letzte konkreter Initiative war der von Präsident Trump gegründete „Friedensrat“
  • Verschiedene Initiativen, um den Krieg zwischen Israel und dem Libanon/ der Hisbollah zu beenden
  • Die „Abraham Accords Declaration“ von 2020 sollte die Basis für eine endgültige Friedensregelung zwischen Israel und muslimischen Staaten sein. Bislang wurde sie neben den USA und Israel und lediglich von den muslimischen Staaten Bahrain, den VAE, Marokko und Sudan unterzeichnet.
  • Verschiedene Pläne, um den seit 2022 andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden.

Die Hauptursachen für das Scheitern der amerikanischen Militäroperationen und politischen Initiativen zur Konfliktlösung

Vor dem Hintergrund dieser Fakten stellt sich die Frage, warum keiner der dargestellten Konflikte/Kriege, die seitens der USA geführt wurden oder an denen sie indirekt beteiligt waren oder sind – wie in der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine – bislang auf der Basis eines stabilen Friedensvertrags erfolgreich beendet wurden.

Aus meiner Sicht sind dafür die nachfolgend aufgeführten Gründe entscheidend.

Die nationalen Interessen der USA

Die amerikanische Außenpolitik wird schon immer von den eigenen nationalen Interessen bestimmt. Unter Präsident Trump hat sich daran lediglich geändert, dass er diese ungeschminkt benennt. Das dabei am häufigsten genutzte Argument ist eine subjektiv wahrgenommene und häufig lediglich konstruierte Bedrohung der Sicherheit der USA.

Das führt dazu, dass vielfach kein Interesse mehr besteht, einen Konflikt endlich und für alle Kriegsparteien verbindlich zu beenden, wenn eine Bedrohung der USA nicht mehr gesehen wird.

Der Stellenwert des internationalen Völkerrechts

Das Völkerrecht wird im Zweifelsfall den nationalen Interessen der USA untergeordnet. Ein sichtbares Indiz dafür ist, dass Washington den Internationalen Gerichtshof nicht anerkennt und z.B. auch dem Vertrag zur Ächtung von Anti-Personen Minen nicht beigetreten sind. Auch die Tatsache, dass die USA weiterhin uranhaltige Munition einsetzen, obwohl die UNO seit Jahren versucht, diese Munition zu ächten, unterstreicht die an eigenen Interessen orientierte Haltung der US-Regierungen.

Die bisher skrupelloseste Position zum Völkerrecht vertritt Präsident Trump, der offiziell erklärt hat, dass ihn internationales Recht nicht interessiere, sondern sein Handlungskompass die eigene Moral sei.

Die Bedeutung der UNO für den amtierenden US-Präsidenten

Der Stellenwert der UNO als internationale Organisation zur Konfliktlösung geht für den amtierenden Präsidenten gegen Null. Er hält diese Organisation, die seit 1949 das alleinige Gewaltmonopol hat, für einen Versager und tut alles, um ihre Bedeutung weiter zu schwächen. Die Gründung des „Friedensrates“ unter seiner Führung ist aktuell der deutlichste Beweis für die Haltung des US Präsidenten. Dass dieser „Friedensrat“ bislang nichts erreicht hat, wohl auch, weil er aktuell nicht im Fokus des US-Präsidenten zu sein scheint, steht auf einem anderen Blatt.

Die Bedeutung der NATO für den amtierenden US-Präsidenten

Auch die Bedeutung der NATO für die Sicherheit „des Westens“ wird durch den US-Präsidenten in Zweifel gezogen. Stattdessen versucht er das Verteidigungsbündnis für seine und die nationalen Interessen der USA zu instrumentalisieren und den NATO Partnern immer mehr Kosten „aufzuhalsen“.

Die innenpolitische Agenda der USA

Militäroperationen und auch politische Initiativen werden entscheidend davon bestimmt, ob diese in den USA innenpolitisch relevant und damit für die amtierende Regierung von Bedeutung sind, sprich die nächsten Präsidentschaftswahlen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, werden entsprechende Aktivitäten – ggf. auch unabhängig von den außenpolitischen Folgen – eingestellt. In der Regel geschieht das spontan, wie z. B. in Afghanistan und ohne jede Beteiligung der Verbündeten.

Die Betroffenheit der US-Bevölkerung

Dabei ist es hilfreich, dass die amerikanische Bevölkerung in den meisten Fällen von den Konflikten in anderen Erdteilen nicht betroffen ist, bzw. häufig nicht einmal weiß, um welche Länder es jenseits des Atlantiks oder Pazifik eigentlich geht.

US-Bürgerinnen und Bürger haben konkrete Folgen von Kriegen, wie Bomben, Flucht, Vertreibung etc. nie erfahren. Wenn es allerdings um Tod oder Verwundung eigener Soldaten geht, ist die Bevölkerung ausgesprochen sensibel.

Boots on the Ground

Wenn sich eine Militäroperation dahingehend zu entwickeln droht, dass Luftangriffe mit Kampfflugzeugen und/oder Raketen keinen Erfolg versprechen, sondern der Einsatz von Bodentruppen unvermeidlich zu werden scheint, endet das US-Engagement in der Regel sehr schnell. Ob die ursprünglichen Ziele erreicht wurden, ist dabei zweitrangig.

Die USA und Israel

Im Kontext mit der amerikanischen Innenpolitik muss auch das besonderes Verhältnis zu Israel gesehen werden. Der Einfluss der israelischen Lobby auf die amerikanische Außenpolitik wird – wenn man so will – täglich größer. Damit sind nicht nur jüdische Organisationen, wie z.B. „AIPAC“ gemeint, sondern auch die jüdischen und christlichen Zionisten. Es gibt mittlerweile berechtigte Zweifel, ob noch „der Hund mit dem Schwanz wedelt“ oder es eher umgekehrt ist. Es kann jedenfalls festgestellt werden, dass es gegen die israelische Regierung, im konkreten Fall gegen Premierminister Netanjahu, überhaupt keine amerikanische Nahost-Politik mehr gibt. Auch der aktuelle Krieg der USA gegen den Iran wurde auf Betreiben Netanjahus begonnen.

Die sicherheitspolitische Strategie

Eine klare sicherheitspolitische Strategie als Voraussetzung für erfolgreiche Militäroperationen und/oder diplomatische Initiativen ist häufig nicht nur nicht erkennbar, sondern gar nicht vorhanden. Auch die dafür erforderliche klare Definition von Zielen fehlt. Hinzu kommt, dass sich die Ziele während einer laufenden Militäroperation oder politischen Initiative immer wieder ändern. Aktuell ist das immer wieder im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran zu beobachten aber auch in der amerikanischen Russland und Ukraine Politik.

Last but not least werden von US-Regierungen Verbündete zwar immer wieder aufgefordert, Washington bei der Umsetzung eigener Vorhaben zu unterstützen, aber ohne sie im Vorfeld in entsprechende Planungen einzubinden.

Das Personal zur politischen Krisenbewältigung

Diese Vorgehensweise hängt auch damit zusammen, dass solche Planungen zunehmend gar nicht von Fachleuten durchgeführt werden. Amerikanische Diplomaten spielen bei politischen Initiativen immer weniger eine Rolle. Der jetzige US Präsident setzt nicht auf professionelle Diplomaten, sondern auf persönliche „bodies“ wie seinen Schwiegersohn Jared Kushner und seinen Immobilen-Partner Steve Witkoff. Außenmnister Rubio und Vizepräsident Vance werden dabei zu einer Art außenpolitischer Statisten. Es ist unstrittig, dass Kushner und Witkoff außenpolitischen „Verhandlungsprofis“ auf der Gegenseite nicht gewachsen sind. Hinzu kommt, dass ihr Aufgabengebiet völlig überdehnt ist. Niemand ist in der Lage einen Krieg zwischen Russland und der Ukraine politisch zu beenden und gleichzeitig zuständig zu sein für eine Konfliktlösung mit dem Iran und dem Löschen aller Brandherde im Nahen Osten.

Fehlende Professionalität und ein viel zu geringer personeller Ansatz führen dazu, dass Verhandlungen nicht konsequent zu Ende geführt werden. Es genügt nicht, dass sich Außenmnister Rubio oder Vizepräsident Vance für kurze Trips in der Nahmittelost-Region blicken lassen. Nachhaltigkeit, Stehvermögen und leise Töne sind die Kennzeichen erfolgreicher Diplomatie.

Präsident Trump

Stichwort“ leise Töne“: Last but not least kommt in der aktuellen Lage hinzu, dass an der Spitze der USA ein Präsident steht, der letztlich nur an sich selbst und seinem Stellenwert in den zukünftigen Geschichtsbüchern der USA interessiert ist. Seine politische Sprunghaftigkeit, gepaart mit seinen Auftritten in seinem persönliche Internet Portal sind eine entscheidende Ursache für das Scheitern von Militäroperationen und politischen Initiativen. Da niemand weiß, wie dieser Präsident in den nächsten Stunden denken und entscheiden wird, gibt es nicht nur bei Verbündeten, sondern auch bei Verhandlungspartnern überhaupt kein Vertrauen mehr in amerikanische Positionen und Versprechen. Das Interesse des Präsidenten an einem bestimmten Thema kann von jetzt auf gleich enden, und seine Ziele können sich ebenso schnell ändern. Das Ganze wird noch gesteigert durch seine Falschaussagen und das Vermischen von Fakten und Wunschvorstellungen.

Zusammenfassende Bewertung

Es gibt kein Vertrauen mehr in die amerikanische Außenpolitik und deshalb auch keine wirklichen Chancen, um die aktuellen Kriege und Krisen zu beenden. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Die großen internationalen „Baustellen“ haben ihre Ursache in erster Linie in einer verfehlten amerikanischen Außenpolitik. Dazu gehört übrigens auch, obwohl viele Beobachter das nicht wahrhaben wollen, der russische Krieg gegen die Ukraine, für den sich kein Ende abzeichnet. Dasselbe gilt für einen Friedensschluss mit dem Iran, weil es, wie in allen anderen von den USA begonnenen Kriegen, keine Strategie für die Zeit nach der militärischen Auseinandersetzung gegeben hat und weiterhin nicht gibt. Für alle aktuellen Konfliktherde im Nahen und Mittleren Osten sind ebenfalls keine Lösungen in Sicht, weil die USA keine sicherheitspolitische Strategie haben und Israel keine stabile Friedensordnung will, es sei denn unter Führung eines „Groß-Israel“. Das gilt für eine Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern ebenso wie für den Krieg mit der Hisbollah und die weiterhin ungelösten Probleme mit Syrien.

Die USA werden weiterhin die Priorität in der Umsetzung ihrer nationalen Interessen sehen und der amtierende Präsident im weiteren Zelebrieren seines unerträglichen Personenkults.

Für die Welt bleibt zu hoffen, dass sich die aktuellen Kriege und Krisen nicht ausweiten, bevor die Amtszeit dieser US Administration, einer Regierung ohne jede sicherheitspolitische Strategie, endet und dieser mäandernde US-Präsident endlich von der Bildfläche verschwindet.

Alles andere wäre eine Katastrophe, die allerdings nicht auszuschließen ist.

Jürgen Hübschen

Jürgen Hübschen, Jahrgang 1945, Westfale und Europäer. Ehemaliger Luftwaffenoberst im Generalstabsdienst. Zehn Jahre Einsatz als Raketenspezialist mit amerikanischen Kameraden in NATO-Verbänden. Drei Jahre Verteidigungsattaché bei der deutschen Botschaft in Bagdad während des Irak-Iran Krieges. Weiß dadurch, was Krieg für eine Scheiße ist, wie wichtig unabhängige Medien sind und wie wenig Möglichkeiten die Menschen in einer Diktatur haben, das herrschende System zu kritisieren oder gar zu ändern. 5 Jahre Leiter einer erfolgreichen OSZE-Mission in Lettland zur Überwachung eines Vertrags zwischen Russland und Lettland. Weiß dadurch, wie man mit Russen zusammenarbeitet. Letzte militärische Verwendung Referatsleiter im Verteidigungsministerium, zuständig u.a. für die Landesverteidigung, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der alliierten Streitkräfte in Deutschland.
Nach der Pensionierung 14 Jahre Unterstützer von NGOs in Sicherheitsfragen. Durchführung praktischer Trainings und Einsätze in Afghanistan und Afrika
Verfasser sicherheitspolitischer Bücher und Artikel, mit dem Ziel die Berichterstattung unserer stark stromlinienförmigen Medien aufzubrechen.
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17 Kommentare

  1. @Jürgen Hübschen
    Da verbringen sie ihr ganzes Berufsleben bei der Bundeswehr und NATO und jetzt plötzlich fällt ihnen auf, dass die USA keinen einzigen ihrer Kriege beendet hat. Noch nicht einmal den 2. WK oder gibt es inzwischen schon einen Friedensvertrag?
    Lieber in der Rente als nie, sag ich da mal und wünsche weiterhin gesegnete Erkenntnisse.

  2. Die US Außenpolitik ist absolut zielgerichtet und konsequent: Alle Länder , und vor allem die rohstoffreichen, welche sich nicht freiwillig in das westliche Imperium integrieren lassen, durch direkte Interventionen und Zerstörung der Infrastrukturen und Aufwiegelung der Bevölkerung zu schwächen und die Regionen zu destabilisieren. In dieser Hinsicht muss die US amerikanische Außenpolitik als sehr gelungen bezeichnet werden.

  3. Herr Hübschen, die die Zusammenhänge sind kompliziert. Die USA sind gespalten und der Iran ist gespalten und Israel irrlichtert.
    Erstens, was Donald Trump will, ist klar, aber wie der Kongress abstimmt unklar. Donald Trump und sein Sonderbeauftragter Keith Kellogg gaben Putin 100 Tage Zeit bis zum Waffenstillstand, damit er sich noch zu holen kann, was er beansprucht, Aber nichts geschah. Die Front änderte sich nur um ein paar Dörfer. Deshalb wollte und konnte Putin keine Verhandlungen eingehen. Der Kongress zwang daher die USA, die Ukraine zu unterstützen, um Druck auf Putin auszuüben. Da sich Putin als zahnloser Papiertiger erwies, beschloss die NATO eben, der Ukraine für die nächsten zwei Jahre 140 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Sie wollen jetzt den total kompletten Krieg.
    Zweitens Israel versucht ständig den Waffenstillstand mit dem Iran zu unterlaufen. Es will USA zwingen, weiter Krieg zu führen, denn es hat die Schläge des Iran stellvertretend für die USA abbekommen. 🤣
    Drittens die Revolutionsgarden unterlaufen ständig den Waffenstillstand, den die Regierung des Iran mit den USA abgeschlossen hat.
    Da bleibt nur abzuwarten was passiert. Das ist spannend.
    Wird Putin Natogebiet mir Raketen beschießen, weil die Nato russisches Gebiet beschießt?
    Bricht im Iran ein Bürgerkrieg aus zwischen den zivilen und den religiösen Kräften aus, z. B. zwischen Artesh und den Revolutionsgarden?
    Sicher ist nur eines, Trump bleibt noch zweieinhalb Jahre lang Präsident und muss sich um Wahlen keine Sorgen mehr machen.

    1. Zweieinhalb Jahre bleibt er noch Präsident, das stimmt!
      Aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht aufgrund seines Alters, das sein Schöpfer ihn zu neuen, absolut großartigen Aufgaben als seine rechte Hand ins Jenseits abberuft.
      Dem vernehmen nach wollte ein byzantinischer Kaiser einst von der Verfolgung der Juden seines Reiches absehen, wenn die Gemeinde einem Esel das Sprechen beibringe. Die Gemeindevertreter erbleichten, nur einer trat vor und bedang sich drei Jahre Zeit aus, was auch gewährt wurde. Auf die Vorhaltungen der anderen sagte er:
      „Drei Jahre sind drei Jahre! Da passiert viel, vielleicht stirbt der Kaiser, vielleicht stirbt der Esel?“

      1. Noch primitiver geht nicht. Selbst wenn Trump stirbt, folgt Vance auf ihn, Aber bei ihrer Art des politischen Denkens ist ihnen das ja wohl nicht bekannt. Und der könnte dann zweieinhalb Wahlperioden regieren.

  4. Trump hat einen Plan. Er beinhaltet, dass die Großmächte sich gegenseitig nichts tun, und über die Verteilung der Resterde pokern. Das Triumpvirat der Großmächte beherrscht die Welt. Das kann eine Zeit des Friedens werden. Die EU führt den letzten Verzweiflungskampf dagegen. Aber weder USA noch China werden eine Niederlage Russlands zulassen, weil das nicht in ihr Konzept passt. Die EU wird zerfallen und in Einflusszonen aufgeteilt. Giechenland, Italien und Spanien kommen zur Seidenstraße.

  5. Fazit: Zerstörtes und politisch völlig instabiles Land

    Das ist kein Bug, sondern ein Feature US-amerikanischer Politik.

    Das Völkerrecht wird im Zweifelsfall den nationalen Interessen der USA untergeordnet.

    Bei uns in deutsch-Europa heißt das „regelbasierte Ordnung“.

  6. Ewige Kriege sind der Plan, sie müssen die Kriege nicht gewinnen um davon zu profitieren
    Die US-Amerikaner haben immer eine Plan, doch er erschließt sich BRD-sozialisierten Menschen nicht, weil dann ihr Weltbild zusammenbrechen würde.

  7. Ewige Kriege sind der Plan, sie müssen die Kriege nicht gewinnen um davon zu profitieren
    Die US-Amerikaner haben immer einen Plan, doch er erschließt sich BRD-sozialisierten Menschen nicht, weil dann ihr Weltbild zusammenbrechen würde.

    1. @BR Kurz und treffend formuliert. Hinzukommt, dass es nicht wenige deutsche Politiker und Journalisten gibt, die von dem permanenten Kriegszustand der USA profitieren. Als die Anstalt noch eine Satire-Anstalt war, gab es dazu einmal einen hervorragende Sendung über die Beziehungen und Netzwerke deutscher Chefredakteure der bürgerlich-konservativen Mainstream-Medien zu den USA.

      Aber unsere deutsche Bundesregierung will das in Zukunft auch selbst machen. Wozu wird schließlich in Deutschland auf Teufel komm raus aufgerüstet und dafür der Sozialstaat geschlachtet? Irgendeinen Anlass findet man sicherlich, um „zurückzuschießen“, es muss ja nicht um 05:45 Uhr sein. Man kann auch eine oder zwei Stunden später „zurückschießen“. Man kann diesmal auch direkt nach Osten marschieren und muss nicht den Umweg über Polen nehmen.

      Oder glaubt jemand tatsächlich. dass Russland in ein paar Jahren Polen, Dänemark, Holland, Deutschland, Italien, Portugal, Deutschland usw. angreifen wird nachdem sie es nach fast fünf Jahren nicht geschafft haben, die Ukraine zu besiegen?

      Wie heißt es in George Orwells dystopischem Roman 1984: Die Welt ist in die drei Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien aufgeteilt, die sich, in ständig wechselnden Koalitionen und in dauerhaftem Krieg miteinander befinden.

      Aber wer kennt schon diesen dystopischen Roman von George Orwell? Der wurde schließlich drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschrieben und das ist schon sehr lange her.

      1. Nicht nur „1984“, auch „Die Farm der Tiere“ von Orwell muss erwähnt werden …

        Wie aus „Vier Beine gut, zwei Beine schlecht“ ein unter Androhung der Knute des aufrecht gehendes Schweines Napoleon ein „Vier Beine gut, zwei Beine besser“ blöken der Schafe, wird ist künstlerisch in diesem kleinem Büchlein bestens beschrieben. Durch das Blöken der Schafe wurde ein aufkommender Unmut/Rebellion der Tiere gegen die Schweine, beschützt von den Hunden, verhindert.

        Analogien in der realen Welt male sich jeder selber aus.

    2. Also ich kann ein ganz klares Konzept erkennen. Die Reichern Oligarchen im Westen werden immer reicher und mächtiger.
      Die Armen immer ärmer.
      Und was Sie schreiben steht sogar offen in Strategiepapieren der USA. Ein Sieg ist nicht nötig, es reicht ein Land, eine Region ins Chaos zu stürzen.
      An sich, es läuft., oder es funzt, wie man so sagt.

  8. Zur Erinnerung: „Alles, was Selenskyj tun musste, war, die Angriffe auf die beiden autonomen Republiken des Donbass einzustellen, und das wäre nicht passiert.“ – Silvio Berlusconi (Forza Italia) am 12.02.2023

    https://www.politico.eu/article/silvio-berlusconi-blame-volodymyr-zelenskyy-war-ukraine-russia/

    Die Angriffe wurden aber nicht eingestellt:

    „Auch das ukrainische Militär terrorisiert die Zivilbevölkerung, es trägt den Krieg mit Artilleriefeuer in Wohn- und Schlafzimmer, es nimmt kaum Rücksicht auf die Not der Menschen und auf deren Leben offenbar noch weniger!

    So tragen Europas Regierungen Mitverantwortung für das rücksichtslose Töten einer Regierung, der sie selbst zur Macht verholfen haben.“ – Georg Restle (tagesthemen) am 28.07.2014

    https://www.youtube.com/watch?v=yrfwe5lp6Ps

    „Wir werden Arbeit haben – sie aber keine. Wir werden Renten haben – sie nicht.

    Wir werden uns um Kinder und Rentner kümmern – sie bekommen dies nicht.

    Unsere Kinder werden in die Schulen und Kindergärten gehen und ihre Kinder werden in Kellern sitzen…

    So, und nur so gewinnen wir den Krieg.“ – Petro Poroschenko in Odessa im Oktober 2014

    https://www.youtube.com/watch?v=LeSFi7Sia1c

    Nachdem die Ukraine die nach Autonomie strebende russische Minderheit durch diese brutale Herrschaftsausübung diskriminiert hatte, war nach dem gegenwärtigen Völkerrecht ihr Anspruch auf territoriale Integrität verwirkt (z. B. Ipsen u. a., Völkerrecht, S. 368 f.) und die Unabhängigkeitserklärung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk am 07.04.2014 sowie der Anschluß an Russland nach den „Donbass 4“-Referenden Ende September 2022 für die verbliebenen Russen in der Donbass-Region der einzige Ausweg – ohnehin mussten inzwischen bereits fast 3 Millionen Donbass-Russen nach Russland fliehen!!

    Putin hat also nicht angegriffen, sondern richtigerweise eingegriffen!!

      1. Ich nicht, weil der Herr “ Walter Nikolaus Gerhartz“ auch nur ein Ziel verfolgt, nämlich die Afd protegiert und möchte das diese „Law and Order“ Partei an die macht kommt!

  9. Viele gute Kommentare hier, in der Tat steckt auch hinter vermeintlicher Konzeptlosigkeit eigentlich immer ein Plan – nur halt kein netter (wovon natürlich auch nicht auszugehen ist, Fürbitten in der Kirche sind schon arg naiv). Es kann also für Mächtige durchaus Sinn machen, eine elende Despotie mit immerhin noch leidlich funktionierenden staatlichen Strukturen in eine Zusammenbruchsregion zu verwandeln – dann wirklich ein failed state. Beklagen wir auch nicht vermeintliche Planlosigkeit in der merkwürdigen Annahme, die Weltmacht habe da ihre eigentlich ja löblichen Ziele irgendwie aus den Augen verloren. Fallen wir auch nicht auf die immer gleichen Lügen rein, die zur Rechtfertigung ersonnen werden von ‚Der nächste Krieg ist immer der schönste und muss wirklich sein, ehrlich wahr!‘ Es gab 1990 keine aus Brutkästen genommenen Babies, 1999 keinen Hufeisenplan, 2001 war die Verbindung der Attentäter nach (ausgerechnet) Afghanistan eine sehr dünne Hypothese, 2003 gab es keine mass destruction weapons, die in 90 Minuten einsatzbereit gewesen wären, 2011 hat man auch nicht irgendeinen „Freiheitskampf des lybischen Volkes“ unterstützt, und so weiter, ab 2011 ist Assad auch nicht mit einem Mal zum Monster mutiert, sondern ein bis dahin sogar mit der CIA in punkto extraterritorialer Folter kooperierender Diktator wackelte und das war dann der Moment, in dem man noch mehr Möglichkeiten zum Einflussgewinn witterte bzw. sich auch von ihm distanzieren musste, weil bei einem gestürzten repressiven Regime (davor hieß das noch Regierung) natürlich Sachen rauskommen, mit denen man keinesfalls in Verbindung gebracht werden will. Wenn auch all diese Lügen selbst endlich allgemein als solche erkannt werden, ist es natürlich schon längst zu spät, Ziele erreicht, Mission erfüllt und der Zweck heiligt ja auch die Mittel. Bevor nun der Verdacht aufkommt, ich würde mich da ausschließlich auf dad Land fixieren, das heute zweieinhalb Jahrhunderte Staatsgründung begeht: Der Laden hier ist halt auch recht mächtig, allerdings trotz aller bellenden Befehle aus Berlin (und, auch wieder mit guter Berliner Beteiligung aus Brüssel) halt nicht unter EINEM Kommando, auch wenn das manche hier gerne so hätten. Keinesfalls besser so eine Weltmacht im Wartestand (die es wohl nicht weiter bringen wird als bis dahin und seit 1492 sowieso schon genug Schaden angerichtet hat, unter anderen Fahnen, zunächst religiös-missionarisch, später mehr und mehr weltlich als hehre, äh, zivilisatorische Mission, heute unter dem Label ‚Menschenrechte‘, aber immer mörderisch und marktkonform). Es gibt also keinen Grund, Scharpings Sprüchen und Taten zu Jugoslawien oder denen von Gauck zu Libyen mehr Glauben an ihre Wahrheit oder Vertrauen in den Edelmut ihrer Absichten zu schenken als vergleichbaren Aussagen von George Bush (Vater/Sohn), Colin Powell, John Bolton, Obama, Biden oder Trump – eher im Gegenteil. Deutschland war ja mal ein paar Jahre Weltmacht bzw. auf dem Weg dazu, was in kürzester Zeit die monströseste Barbarei möglich machte…

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