Eine neue antijapanische Welle in China

China und Japan
Quelle: Dieses Bild wurde mittels Grok entwickelt.

Am 7. November 2025 trat die japanische Premierministerin Sanae Takaichi, erst 18 Tage im Amt, mit einem einzigen Satz eine Lawine los. Sie sagte vor der Nationalversammlung: “Wenn Taiwan etwas zustößt, könnte das eine Krise auslösen, die die Existenz Japans bedroht.” Sprich: Wenn Peking Taiwan angreifen würde, würde Japan mit einer militärischen Intervention antworten.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat noch nie ein japanischer Regierungschef China so offen mit Krieg gedroht. Die Reaktionen folgten prompt: China stoppte die Einfuhr der Meeresfrüchte aus Japan. Als Grund nannte Peking unzureichende Kontrollen des behandelten Wassers, das aus der Anlage in Fukushima ins Meer gelangt. Dass aber die Äußerungen der japanischen Premierministerin bei dieser Entscheidung auch eine Rolle gespielt haben, gab Mao Ning, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, offen zu. Vor der Presse sagte sie: “Vor dem Hintergrund der antihistorischen und falschen Aussagen von Sanae Takaichi, würden im Moment japanische Meeresfrüchte in China gar keinen Absatz finden, selbst wenn wir die Einfuhr nicht stoppten.”

Da könnte sie recht haben. Selten herrscht ein solch hoher Konsens zwischen der Zentralregierung und der Bevölkerung, wenn es darum geht, Japan eine Lektion zu erteilen. Unter dem Kurzvideo der Presseagentur Chinas (Zhongguo Xinwenshe) über dieses Pressestatement lesen sich die Hunderten von Kommentaren wie aus einer Hand geschrieben: “Wir unterstützen alle Maßnahmen der Regierung gegen Japan!” “Nie wieder japanische Meeresprodukte importieren.” “Wir essen sie nicht, wir folgen dem Appell des Staates.”

Meeresfrüchte und seltene Erden

Deutschen Presseberichten zufolge hat die Abhängigkeit der japanischen Exporteure der Meeresfrüchte vom chinesischen Markt stark reduziert, weshalb sie relativ gelassen auf das Verbot des Nachbarlandes reagiert haben. Aber die nächste Maßnahme trifft Japan viel härter. Peking rät seinen Bürgern, vorerst nicht nach Japan zu reisen. Laut Zahlen der japanischen Statistikbehörden machten die chinesischen Touristen rund ein Viertel aller Gäste aus dem Ausland aus. Dass die Chinesen dem Appell der Zentralregierung Folge leisten, zeigt eine japanische Reportage, die vom Kanal “Top-Themen rund um die Welt” (Huanqiu meiri resou) – eine Social-Media-Plattform des Parteiorgans Global Times, geschnitten wurde. Darin stellte ein japanischer Journalist allen asiatisch aussehenden Touristen auf den Straßen von Kyoto und Osaka dieselbe Frage: “Woher kommen Sie?” Zweck der Interviews besteht darin, die Effektivität der chinesischen Forderung zu testen. Folgende Antworten werden angegeben: Singapur, Korea, Indonesien, Thailand und Australien. Kein einziger aus dem Reich der Mitte. Hier eine kleine Auswahl der Kommentare unter diesem Kurzvideo: “Was die Auswahl der Reiseziele anbetrifft, stehen wir auf der Seite des Staates.” “Es ist richtig, nicht nach Japan zu reisen.” “Es gibt so viele attraktive Reiseziele auf der Welt. Ich werde in meinem Leben niemals nach Japan reisen.”

Nun zieht China die dritte Trumpfkarte aus dem Ärmel: die seltene Erde. Die Genehmigungsverfahren für den Export seltener Erde nach Japan sollen in die Länge gezogen werden. “Auch wenn die Importquote der seltenen Erde aus China von 90 Prozent auf 60 bis 70 Prozent reduziert wurde, bleibt die Abhängigkeit von China im Kernbereich hoch”, berichtet die Global Times auf ihrem Videokanal.“ Japanische Wirtschaftsexperten berechnen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans um 0,11 Prozent schrumpfen wird, sollte China die Einschränkung des Exports seltener Erde für drei Monate aufrechterhalten. Soll die Maßnahme für ein Jahr gelten, wird das Japan 0,43 Prozent BIP kosten”, so der Bericht weiter. Auch hier bekommt die Pekinger Regierung volle Zustimmung der chinesischen User. “Harte Sanktionen, bis Japan kapituliert.” “Warum nicht den Export nach Japan ganz stoppen?” “Das hätte längst geschehen sollen. Japan ist viel zu arrogant.”

“Sanae Takaichi sitzt in einer Zwickmühle”, kommentiert der bekannte Politikwissenschaftler Jin Canrong auf seinem Videokanal: “Die vier anderen ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates sehen die Spannungen zwischen China und Japan folgendermaßen: Russland stellt sich ganz auf die Seite Chinas und fordert die Abschlachtung des japanischen Militarismus; Frankreich hat Japan indirekt kritisiert; Großbritannien hat bisher geschwiegen; die USA haben Japan die Unterstützung verweigert.” Manche japanischen Influencer meinten, dass das Schweigen vom Präsidenten Trump ohrenbetäubend sei. “Japan steht also unter dem internationalen Druck. Auf der anderen Seite kann Sanae Takaichi auch nicht zurück, denn sollte sie ihre Position zurückziehen, würde sie die Unterstützung der Rechten in Japan verlieren”, so Jin weiter. Trump hat Japan nicht nur die erhoffte Rückendeckung nicht gegeben – im Gegenteil, Anfang Dezember sagte Trump im Weißen Haus, dass die USA lange Zeit von ihren Verbündeten “ausgebeutet” würden und nannte dabei offen “Japan”.

Chinesische Eintracht gegen Japan

Sanae Takaichi blieb nichts Anderes übrig, als etwas zurückzurudern. Einen Tag, nachdem Trump Japan als “Ausbeuter” bezeichnet hatte, erklärte die japanische Premierministerin vor dem Parlament, dass Taiwan ein Teil der Volksrepublik China sei und dass sich an dieser Position Japans nichts geändert hätte. Der Influencer “Kleiner Schwarzfinanzen” (Nxiaohei caijing) analysiert in einem Video die Wortwahl von Sanae Takaichi: “Sie versteht und respektiert diese Position (Taiwan ist ein Teil der Volksrepublik), was aber nicht bedeutet, dass sie sich diese Position zu eigen macht. Sie gibt etwas nach, aber sie gibt nicht wirklich nach.” So denken auch seine Follower: “Verstehen und respektieren, das ist nicht anerkennen. Sie muss ihre Aussagen vom 7. November zurücknehmen. Sie muss sich entschuldigen.” “Sie hat nicht zugegeben, dass sie einen Fehler gemacht hat. Sie hat nur Angst bekommen.”

Der Influencer namens “Über das Kapital im harten Kern” (Yinghe zibenlun), dessen Videokanal zig Millionen Follower hat, setzt sich in einem sechseinhalbminütigen Video mit dem Motiv der japanischen Arroganz gegenüber China auseinander. “Seit Jahrzehnten plagt Japan der Widerspruch, wirtschaftlich ein Riese und militärisch ein Zwerg zu sein. Die Armee dient nur der Verteidigung, sicherheitspolitisch ist Japan abhängig. Das Land will sich mit dieser Situation nicht zufriedengeben, aber eine Verfassungsänderung würde von außen als die Wiedergeburt des Militarismus gesehen und von der Welt nicht toleriert werden.” Nun sehe Japan eine historische Chance, um aus dieser Situation herauszutreten. “Japan stellt fest, dass die USA einen Verbündeten brauchen, um im Fernost für die Eindämmung Chinas zu sorgen. Japan übernimmt zu gerne diese Rolle. Mit der Aussage vom 7. November wollte Sanae Takaichi testen, ob die USA einer veränderten Rolle Japans zustimmen.” Das zweite Signal, das die japanische Regierung sehe, bestehe in der Zustimmung ihrer Bürger für höhere Militärausgaben und eine Änderung der Verfassung. Seit Jahren hätten japanische Medien das Bild eines aufsteigenden und aggressiven Chinas verbreitet, so dass die Bevölkerung denke, es müsse etwas geschehen, um der Gefahr entgegenzuwirken. Den dritten Grund für die Provokation von Sanae Takaichi erklärt der Influencer so: “Aus den Reaktionen Chinas auf japanische Provokationen aus den letzten Jahrzehnten schließen die japanischen Rechten, dass Chinas Revanche aus diplomatischem Druck und wirtschaftlichen Sanktionen besteht, China hat wichtigere Dinge zu tun, als Japan eine militärische Lektion zu geben und die Kosten einer solchen Aktion zu tragen.” Diese drei Punkte bildeten aus japanischer Sicht eine historische Chance für die Änderung des Status Quo. Nach Meinung des Influencers weichen diese Kalkulationen von der Wirklichkeit ab: “Der Unterstützung aus den USA kann sich Japan keineswegs sicher sein. Und Japan unterschätzt Chinas rote Linie, wenn es um Taiwan geht.”

Die rund 2.000 Kommentare unter diesem Video zeigen eine seltene Eintracht der User: “China hat sich immer um Frieden bemüht, wenn Japan aber die rote Linie Chinas überschreitet, wird China Japan früher oder später eine Lektion geben.” “Zur Hölle mit den japanischen Dieben!” “Der japanische Militarismus ist nicht gestorben, sondern wartet jederzeit auf Wiederbelebung. Wir müssen mit den historischen Verbrechen Japans abrechnen, nur so werden die Japaner Respekt vor uns haben.”

Guan Xin

Guan Xin ist ein deutscher Bürger chinesischer Abstammung. 20 Jahre war er in München als Dolmetscher tätig. Seit zehn Jahren lebt er in seiner alten Heimatstadt Peking als freier Autor. Guan Xin ist sein Pseudonym.
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50 Kommentare

  1. Sanae Takaich ist anscheinend die japanische Friederich Merz?
    Anstatt sich erst mal für Japans abscheuhliche Greueltaten im 2. Weltkrieg zu entschuldigen und mit einem Quantum Demut auf eine friedliche (wenn auch kompetitive) Koexistenz hinzuarbeiten knallt sie erst mal einen raus.

    1. Seit der Kapitulation 1945 ist Japan besetzt und eifriger Lakai des großen Häuptlings in Washington. Natürlich folgt Japan der Linie aus Washington Taiwan zu beschützen. Es hätte aber auch direkt Auswirkungen auf Japan, wenn Taiwan in die VR China eingegliedert wird, weil dann die VRC näher an Japan dran ist.

  2. Nun lese ich ja immer China heute. Das sind Worte der Völkerfreundschaft, was natürlich eine Wohltat ist im Vergleich zur deutschen Presse. Da sind auch „Klassische Sinnsprüche in Xi Jinpings Reden“. Weihnachten für einen Linken? Warum nicht?

    Der Ton ändert sich allerdings, wenn das Thema auf Taiwan kommt. Spätestens seit Nancy Pelosis Besuch ist da eine große Gereiztheit, denn diese wollte dort massiv aufrüsten. Wäre nun Joe Biden noch Präsident, würde er Japan in das AUKUS-Bündnis aufnehmen, was mit dieser Regierung möglich wäre. So aber ist AUKUS nicht mehr als eine teure Leiche. Und Trump tut nichts, um das zu ändern. Was ja der gängigen Meinung widerspricht, dass er mit Russland Frieden schließt, um sich auf China zu konzentrieren. Wenn er das will, müsste er jetzt springen. Er springt nicht. Was erstaunt.

    Pete Hegseth ließ neulich wissen, dass man einen Krieg gegen China simuliert. Wir verlieren ein ums andere Mal, so der Kriegsminister. Wenn Pete das sagt, wird es wohl so sein.

    Am Ende hat vielleicht Xi Jinpig goch noch eine Chance. Er wird nicht müde, zu betonen, dass China, die EU und USA zusammen arbeiten müssen, um die Probleme der Welt zu lösen. Das nämlich wollen Trumps Wähler und wahrscheinlich auch die Demokraten zu einem gewissen Teil. Und ja, auch die europäischen Wähler. Nicht wahr, Friedrich?

  3. Die Lehren und Ergebnisse des 2. WK werden von den beiden Hauptverlierern peu a peu kassiert. Nicht überall und nicht immer mit gleichem Tempo, aber stetig und beharrlich. Das ist auch nicht neu, nimmt aber an manchen Fronten gewaltig an Fahrt auf.

    Wichtig dabei, dass dies immer mit Rückendeckung des großen Bruders passiert und diesem auch immer in die Karten spielt.

    1. Ja, scheinbar träumen N.z.s der Hauptverliererländer des 2. WKs von einer Revanche:
      warum auch nur einmal verlieren, wenn man es doch mehrfach kann.

    2. Der Hass auf die Russen ist älter als Nazi-Deutschland. Zuvor war der Hass das Ergebnis von Neid auf das große Land und die Schätze. Seit den Sowjets ist es tradierter und auf die Folgerepublik übertragene Angsthass der Bürgerlichen vor dem Kommunismus.

      Daraus leiten sich die schizophrenen Vorwürfe gegen Putin ab, er wolle das zaristische Russland oder alternativ die Sowjetunion wieder auferstehen lassen.

      Bei den Japanern fehlt mir die Empathie, aber es dürfte schon Arroganz und ähnliches Herrenmenschendenken sein, das wir auch hier kennen und das bei Merz und seinen Fans sicherlich vorherrscht.

      Deutschland ist bei technischen Reputations-Großprojekten wie eigenen Mondlandungen gegenüber Japan zurück. Umso mehr kleben sie mit ihrem Fühlen und Hoffen an den USA. Das scheint aber auch bei Japans Konservativen sehr der Fall zu sein.

      Wenn die USA Lust auf Krieg haben, wird es nicht schwer sein, ehemals große Eroberungs-Nationen, besonders England, aber auch Frankreich und in Asien eben Japan, dafür einzuspannen. Spanien und Italien treten nicht so hervor. Haben die zu wenig Russland Neid-Angst-Hass-Unterbau?

  4. Der Autor lebt nicht in Peking, sondern auf TicToc. Dabei leidet er an einer echten Landplage, den Influencern (Rapper-Jargon: Influenza’s). Aber statt fleißig Bachblütentee zu trinken, hustet er uns lieber solche Stilblüten über’n Tisch:

    Russland () fordert die Abschlachtung des japanischen Militarismus

    – Unbestätigten Meldungen zufolge will Russland dafür die Schlachtschiffe der japanischen Walfangflotte requirieren, wie aus Kreisen von YouTube-Influencern in Dubai berichtet wird. Im Anschluss wird Taiwan mit gezielten Fangschüssen aus den Bordharpunen versenkt. Im privaten Kreis ließ Sergei Lawrow verlauten, die Inselkette, die nachher noch aus dem Wasser gucke, würde der Russischen Föderation als die „Skurrilen“ angegliedert. Chinas blutrünstiger Diktator Xi identifizierte den entsprechenden Bericht umgehend als Peking-Ente (süß-sauer).

  5. Die Welt wandelt sich in rasendem Tempo. Nur im verschnarchten Deutschland bekommt da niemand etwas mit. Die Medien tun so, als wäre Schland noch immer das Zentrum des Universums.
    Die Besatzungsmacht USA ist im Niedergang begriffen. Und will sich auf sein Territorium zurückziehen, um Wunden zu lecken. Die ehemaligen Vasallen Schland und Japan haben Angst, vom BigBoss verlassen zu werden. Beide tun so, als wären sie bedroht und bräuchten den Schutz ihres Herrn weiterhin. Die rassistische „Elite“ Japans weis genau, wo sie den Stolz der Chinesen triggern kann.
    Aber sie können weder den Niedergang der USA verhindern noch ihre dauerhafte Macht sichern. Die Zeit für die Kompradoren sowohl in Japan als auch Europa läuft ab…

  6. Of topic -gerade auf youtube
    Der Deep-State gegen Trump
    Berichten zufolge sollen CIA, FBI und MI6 Trumps Friedensbemühungen untergraben.
    Ferner soll das FBI die Selenskij-Regierung.vor Korruptions-Ermittlungen schützen.

    Weiviel Macht hat der Präsident der USA noch?
    Selenskij hat ja vor ein paar Tagen inhaltlich gesagt: „Die Dinge könnten sich ändern. Es könnte jemand sterben oder es könnte eine neue Regierung geben“

    1. Die Wahrscheinlichkeit, dass Elendski derjenige ist der stirbt und es in der Ukraine
      eine neue Regierung gibt, ist aber erheblich größer, als als das es Trump und die USA
      erwischt!

      1. Mich wundert ernsthaft, warum der nicht schon längst einen Exit-Plan aktiviert hat. Hat der überhaupt einen? Ich an seiner Stelle hätte spätestens die Diskussion um die abgelaufene Amtszeit dazu genutzt, mich diskret zu verabschieden (Neuwahlen verlieren und in der Versenkung verschwinden). Wenn der Laden dort endgültig kollabiert, will man eine Position ganz gewiss nicht innehaben: Die ganz oben in der Regierungsverantwortung.

        1. Selenskis persönliche Sicherheit wird von einem britischen Militärdienstleister (also dem privatisierten Arm des britischen Militärs) gestellt. Sollte Selenski also auf die Idee kommen, nicht mehr Marionette des britischen Deep State spielen zu wollen, muss dieser nur den Personenschutz abziehen und Selenski ist 1h später Vogelfutter.

          Zudem braucht es für eine Flucht es ein Ziel, bei dem einem die vormaligen Auftraggeber nicht erreichen können. Das wäre in Selenskis Fall bestenfalls noch Israel, sofern Mossad&Co mitspielen und nicht nach derselben Agenda spielen wie MI-6.

          Tatsächlich wäre Selenskis noch beste Option, aus der Nummer lebend rauszukommen, Wahlen abzuhalten, sich abwählen zu lassen und sich im Anschluss umgehend als nun nutzlose Ex-Marionette zu verdrücken.

    2. „Auf Youtube“ findet man alles in jeder beliebigen Qualität und auch von allem auch das exakte Gegenteil. Das ist nicht wie „gerade in der Tagesschau“. Du solltest daher schon auf ein konkretes Video verlinken, damit man sich sein eigenes Bild machen kann 😉

      1. @Hattori Hansen

        Otto0815 schreibt wie auch der Träumer nach aktueller Windrichtung und der Wind dreht eben ständig. Sie wollen gescheit erscheinen und schleimen sich ständig der aktuell vermuteten Mehrheitsmeinung hier im Forum ein. Im Zweifel bleiben sie deshalb vage…

  7. Die Japaner sind die Nazis Ostasiens!
    Das ist leider in Deutschland zu wenig bekannt.

    Für China begann der 2. Weltkrieg 1937 mit der japanischen Okkupation der Manschurei und der Errichtung der japanischen Marionettenrepublik Mandschuko, die von letzten chinesischen Kaiser auf Japans Gnade regiert werden durfte.
    Unvergessen im Gedächtnis des chinesischen Volkes ist das Massaker von Nanking. Hier vergewaltigte die japanische Soldateska Frauen und brachte auf barbaische Weise mehrere Hundertausend Chinesen um. Teilweise wurden diese lebendig begraben oder an Holzwänden angenagelt.
    Ein Deutscher war an der Rettung tausender Chinesen beteiligt und dies wurde im bekannten Film „Nanking! Nanking! dargestellt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/City_of_Life_and_Death_%E2%80%93_Das_Nanjing_Massaker

    Anders als Deutschland hat sich Japan nie für seine Verbrechen entschuldigt. Deshalb muß ein Wiederaufleben des japanischen Militarismus mit allen Mitteln verhindert werden. China hat heutzutage die Mittel dazu.

    Im 2. Weltkrieg hat China an der Seite der USA gegen den japanischen Faschismus gekämpft. Das mußte sogar Trump anerkennen und rief die japanische Ministerpräsidentin zur Mäßigung auf. Diese muß öffentlich ihre fehlerhaften Ansichten korrigieren und sich bei China entschuldigen.

    1. Hallo Naomi, seh ich ganz genau so. Im übrigen hat Japan in Konzentrationslagern in der Mandschurei dasselbe praktiziert wie NS-Ärzte und wurde nie für diese Massenmorde und Menschenversuche an Chinesen, und alliierten Kriegsgefangenen, zur Verantwortung gezogen. Auch eine weitgehend unbekannte Tatsache im „Wertewesten“ LG Bernie

          1. Hallo Naomi,

            danke für den Hinweis.

            Ich habe übrigens von der „Einheit 731“ erfahren als ich eine Doku der ÖRR darüber sah 😉

            Das es darüber eine Kinofilm gibt wußte ich bisher nicht, aber wie schon gesagt ich erfuhr darüber über eine sehr aufklärerische Doku der ÖRR – zugeben ist schon einige Zeit her, daher weiß ich nicht mehr welcher Sender, aber das es ÖRR war, da bin ich sicher.

            Gruß und schöne Feiertage wünschend
            Bernie

    2. Japan ist mir immer etwas unverständlich geblieben. Wenn man im modernen Japan unterwegs ist, mit all seiner Freundlichkeit, seiner demonstrativen Rücksichtnahme, seiner Sauberkeit und nach wie vor exzellenten Organisation, was dich als Berliner mit Neid und Wehmut erfüllt, kann man sich diese Bestialitäten kaum vorstellen und schon garnicht, die anmaßende Ablehnung jeglicher Verantwortung für die begangenen Verbrechen. Da gibt es diese Seite des Landes und die blüht keineswegs im Verborgenen.
      Vor einigen Jahren war ein wissenschaftliches Fachbuch ein Bestseller, dass den Titel „Das japanische Gehirn “ hatte und haarsträubenden Unfug verbreitete. Die Botschaft aber war, dass Japaner per Genetik was besseres sind. Kommt einem nicht ganz fremd vor?
      Du hast im Land auch diese Mischung aus unfassbarem Kitsch, bunt, grell, künstlich und perfekter Schönheit in Klöstern und Zengärten.

      Und du hast Hiroshima. Wenn man dort in dieser Ausstellung war und noch immer meint, man könne und müsse Kriege führen, dann gibt es wahrscheinlich keinen menschlichen Maßstab mehr, an dem man die messen könnte. Sieht so aus, als wenn die in der aktuellen japanischen Politik mehr von der Sorte haben, als für das Land gut ist.

      1. @1211

        Mir geht es mit Japan wie Ihnen – auch was die amerikanischen Kriegsverbrechen (Nagasaki; Hiroshima) angeht.

        Zum Trost es soll auch JapanerInnen geben die eine andere Sicht auf ihr Land haben, die eben kein Teil der „Elite“, die es auch in Japan geben soll, ist 😉

        Mal ein kurzer Exkurs über einen Bericht einer Deutschen, die einen Japaner geheiratet hat, und ihr Buch „111 Gründe Japan zu lieben….“

        Die japanische Schwiegermutter, und die deutsche Frau, sehen japanische Samurai völlig anders als wir im Westen – es waren keine „edlen Krieger“ sondern Kopfjäger, die auf Köpfe (nicht nur ihrer Feinde sondern generell „schöne Köpfe“) regelrecht Jagd gemacht haben sollen, und diese Trophäen sogar in ihren „Burgen“ in Sammlungen abgetrennter Köpfe öffentlich ausstellten…..

        Diese Barbarei war mir auch nicht bewußt bis ich die eben über die oben erwähnte Deutsche erfahren habe, und eben auch, dass JapanerInnen die Verherrlichung der Samurai im Hollywood- oder eigenen Kino nicht verstehen…..

        Die Samurai waren nämlich weitaus barbarischer als die edlen Krieger die uns z.B. Akira Kurosawa im Kino früher in „Die sieben Samurai“ nahe bringen wollte…..

        Sorry für die Abschweifung, aber wie oben erwähnt, dass war mir selber nicht bewußt, und man lernt immer mal wieder was dazu…..nie zu spät was Neues zu lernen…..auch über andere Kulturen….. 😉

        Gruß
        Bernie

        PS: Auch unsere „Ritter“ waren keineswegs edle Helden, aber das ist ein anderes Thema, dass zu weit abschweifen würde 😉

        1. In China ist natürlich die Empörung über Japan sehr groß, ganz gleich ob man Freund oder Feind der Regierung ist. Wenn man aufmerksam die chinesische Presse liest merkt man schnell, die chinesische Regierung unterscheidet sehr genau zwischen der japanischen Oberschicht und den japanischen Volk. Es wird sehr genau über Proteste der japanischen Bevölkerung gegen ihre militaristische Regierung berichtet.

          https://www.globaltimes.cn/page/202512/1351082.shtml

    3. Tja, die eurozentrische Weltsicht ist in der
      Geschichssicht immer noch dominierend!
      Der zweite Weltkrieg begann nicht 1939 mit Hitlers Einmarsch in Polen, sondern 1937 mit dem „Zwischenfall“ an der Marco-Polo-Brücke.
      Der Vorwand für Japan den Krieg gegen China richtig loszutreten!

      1. Am 9. August 1945 startete die UdSSR vertragsgemäß ihren Angriff auf Mandschukuo. Sie stieß auf wenig japanischen Widerstand. Die Soldaten der roten Armee verhafteten den letzten chinesischen Kaiser, den sie später an die Volksrepublik überstellten. Anders als die Bolschewiki ermordeten die Chinesen ihren letzten Tyrannen und Ländesverräter nicht, sondern steckten ihn in ein Umerziehungslager. Die Umerziehung gelang, der letzte Kaiser wurde Gärtner und ein nützlicher Bürger des neuen China. Das erzählt der großartige Film „Der letzte Kaiser“ der an Orginalschauplätzen gedreht wurde

        https://www.youtube.com/watch?v=7_CMPPmcduA

        Normalerweise sieht man den Palast der höchsten Harmonie in der verbotenen Stadt nicht so „menschenleer“ wie im Film. Neuerdings dürfen den Platz des himmlischen Friedens und die verbotene Stadt nach strengen Sicherheitskontrollen täglich nur 80.000 Menschen besuchen. Der Andrang ist groß , denn jeder Chinese möchte einmal in seinen Leben das berühmte Selfie im Zentrum chinesischer Macht schießen

        1. Erstmal danke für den Hinweis, die Besucherbegrenzung existiert seit Juni 2015.
          https://german.cri.cn/3105/2015/05/20/1s235025.htm
          Allerdings wurden die 80.000 pro Tag wohl nur zu Stosszeiten, etwa um das Frühlingsfest und die „goldene Woche“ um den Nationalfeiertag erreicht oder überschritten. Die 15 Millionen Besucher pro Jahr, die die Museumsleitung angibt, ergeben ca. 41.000 Besucher täglich.

          1. Es gehen nicht alle Besucher des Platzes des himmlischen Friedens in die verbotene Stadt, obwohl sich das anbietet. Autos können um den Platz herumfahren, nachts wohl auch Fahrräder über den Platz. Die Zugangskontrollen zum Platz des himmlischen Friedens sind in etwa so streng wie der Zugang zum jüdischen Museum in Berlin. Wenn man auf den Platz mühelos will,sollte man vor 8 Uhr morgen am Eingangsbereich sein, sonst könnte die Wartezeit lang werden. Der Inlandstourismus in China blüht nach Corona auf, die Chinesen wollen ihr eigenes Land kennenlernen. 11% des BIP gehen auf den Tourismus zurück, der in entlegenen Regionen einen Beitrag zur Bekämpfung der Landarmut leistet. Dazu berichte Uwe Behrens ausführlich in seinen neuen Buch

            https://www.eulenspiegel.com/buecher/edition-ost/titel/chinas-gegenentwurf.html

            Das Buch ist ein Reiseführer China für Fortgeschrittene weil seine Frau Chinesin ist und WeChat perfekt beherrscht, was nur chinaerfahrenen Langnasen gelingt. Behrens hat Teile von China mit seinen alten Audi besucht, die vorher noch nie eine Langnase gesehen hat, natürlich auch die Unruheprovinz Xinjiang, die sehr ruhig geworden ist und sich lebhaften Tourismus erfreut. Aber der Terror der Minderheit islamistischer uigurischer Terroristen ist noch präsent. Ich traf eine Chinesin, die selbst Opfer eines uigurischen Überfalls wurde. Folglich steht sie voll hinter den Sicherheitsmaßnahmen, die auf chinesische Art natürlich wirksamer sind als die Kontrollen deutscher Weihnachtsmärkte.

            Einheimische meinen, die Sicherheitskontrollen hätten sich seit der Coronazeit verschärft. Aber Corona und China ist ein eigenes Thema.

    4. Am 19.September ist in China der Film 731 angelaufen, hier der offizielle Trailer

      https://www.youtube.com/watch?v=EmecKft35rM

      Er zeigt wie die Japaner, die Einheit 731, an Chinesen medizinische Experimente durchführten, wie einst Mengele in Auschwitz, nur viel schlimmer. Millionen Chinesen haben diesen Film bereits gesehen. Er ist bisher nur begrenzt in den USA und Kanada zu sehen, in Deutschland nicht. Ihr könnt mal versuchen den Film auf Netflix zu sehen, aber ich bin nicht auf dieser Bezahlplattform.
      Ich finde es bezeichnet das dieser Film hierzulande nicht zu sehen ist, denn dieses Deutschland folgt noch den japanischen Militarismus. Vor ein paar Monaten hat hier in Berlin ein Aufgebot der berüchtigten Berliner Polizei ein Denkmal für die koreanischen Trostfrauen in Moabit entfernt. Vorher hatte eine Organisation der Trostfrauen einen Prozess für ihr Denkmal verloren. Die Klage kam auf Initiative der japanischen Botschaft zustande, mit der sich die deutsche Regierung offenbar nicht anlegen wollte. Die Presse hat über den Vorfall nur wenig berichtet, wäre somit eine Aufgabe des alternativen Journalismus

  8. Russland und China sind die Länder, die im 2. Weltkrieg mit weitem Abstand die höchsten Verluste unter der Zivilbevölkerung einstecken mussten. Das ist etwas, das bei uns hier im Geschichtsunterricht leider etwas zu kurz kommt. Es ist daher kein Wunder, dass sich diese Episode der Geschichte tief in das kulturelle Gedächtnis der beiden Nationen eingebrannt hat und man dort extrem sensibel auf alles reagiert, das auch nur den Anschein erweckt, die Geister der Vergangenheit wieder heraufzubeschwören.

    In der Ukraine waren das die netten Leute vom Bandera-Fanclub mit den Hakenkreuz-Tätowierungen, die man auf die russischstämmige Bevölkerung im Osten gehetzt hat, und hier ist es der japanische Militarismus – zumal (wenn ich da recht informiert bin) man in China auch noch die japanische Besatzung als einer der Hauptursachen ansieht, weshalb man Taiwan überhaupt verloren hat.

    Das sind beides derart gute psychologische Hebel, man könnte fast den Eindruck gewinnen, die wurden von interessierten Kreisen exakt aus diesem Grund dazu angestiftet: um entsprechende Reaktionen zu provozieren und dann umgehend „unprovozierte Aggression!“ zu schreien. Nur so ein Bauchgefühl.

  9. „“Seit Jahrzehnten plagt Japan der Widerspruch, wirtschaftlich ein Riese und militärisch ein Zwerg zu sein. “

    Das hat aber wohl dann nur Japan geplagt, und westliche rüstungskonzerne, den Rest der Welt aber nicht…
    Japan hat so mehr als gut gezeigt, das es kein großes Militär brauch im auf und von der Welt anerkannt zu werden und auch über Mitspracherecht dadurch zu verfügen , zb bei Internationalen Konflikten..
    Wenn hier einer Amok läuft dann das globale Finanzkapital aufg seiner Jagd nach immer mehr Profit…

  10. Und der ganzen, äh, ‚quality media‘ hier fällt auch gar nichts auf, wenn sie die – zweifellos AUCH stattfindende – Aufrüstung Chinas als „Gefahr für Japan“ u.ä. bezeichnen. Ja, auch hier nichts gelernt haben gewollt aus dem, was der ferne Verbündete Nazi-Deutschlands vor bald 90 Jahren für Massaker in China (sowie auch Südostasien – Vietnam, Indonesien und auf den Philippinen) veranstaltet hat.

  11. Wen wundert die antijapanische
    Welle in China?

    Im Gegensatz zu Deutschland hat Japan seine Kriegsverbrechen und seine Verbrechen gegen die (asiatische) Menschheit, ebenso wie gegen allierte Kriegsgefangene, nie aufgearbeitet.

    Im Gegenteil die haben sogar einen Schrein in Japan wo die ihre japanischen Kriegs- und Menschheitsverbrecher bis heute ehren 👎👎 den Jasukini Schrein.

    Bin eigentlich ein Japan-„Fan“, aber dieses Verhalten der japanischen „Eliten“ 🤮 mich regelrecht an.

    Gruß Bernie

  12. Endlich wieder: Japan und Deutschland: verbünden die sich dann bald wieder gegen den Rest der Welt?
    —————

    Was an dem Text auffällt: entweder kann der Autor kein Deutsch oder sein Übersetzungsprogramm kann es nicht richtig, oder aber der Korrekturleser hinterher hat die Fehler nicht gesehen:

    1. „Deutschen Presseberichten zufolge hat die Abhängigkeit der japanischen Exporteure der Meeresfrüchte vom chinesischen Markt stark reduziert, weshalb sie relativ gelassen auf das Verbot des Nachbarlandes reagiert haben.“:
    in diesem Satz fehlt ein Wort: Vorschläge: Japan, man

    2. „Nun zieht China die dritte Trumpfkarte aus dem Ärmel: die seltene Erde.“:
    gibt es nur eine? Meist wird von „die seltenen Erden“ gesprochen

    3. „Russland stellt sich ganz auf die Seite Chinas und fordert die Abschlachtung des japanischen Militarismus“:
    die Abschlachtung?

    4. „Manche japanischen Influencer meinten, dass das Schweigen vom Präsidenten Trump ohrenbetäubend sei.“:
    entweder „von Präsident“ oder „des Präsidenten“

  13. kleiner Hinweis:
    Seltene Erde (kommz im Text mehrmals vor, also kein Tippfehler) ist etwas anderes als seltene Erden, damit sind nämlich einige Elemente im Periodensystem gemeint, hauptsächlich Lanthanoide. Die sind auch eigentlich gar nicht selten, aber es lohnt sich nicht überall, diese abzubauen und selbst dann ist der Abbau problematisch (teuer, Platzbedarf, Umweltverschmutzung)

  14. Der ewige Kampf um den Drachenthron. Der geht schon so lang die beiden Staaten voneinander wissen.

    Wenn sie einen Chinesen oder einen Japaner fragen, ob er sich eher links, rechts oder eben als Chinese oder Japaner sieht wird der Eine sagen: „Als Japaner!“ und der Andere: „Als Chinese!“

    Hier jetzt wegen lang vergangener Kriegsgräuel ein Spiel „guter Asiate, schlechter Asiate“ aufzumachen greift zu kurz.

    Frag doch mal einen Ostasiaten, was der so von Chinesen hält. 😉 Der wird natürlich vorsichtig sein, aber trotzdem sagen, dass er die Chinesen nicht mag und ihn ins „rechte Licht“ stellen. Weil eben essentielle Teile seiner Wirtschaft sich in chinesischen Händen befinden. Da können die chinesischen Touristen so viel Geld ins Land tragen, wie sie wollen. . Er sieht Folgendes: Ein Chinese bringt einem anderen Chinesen Geld und er geht leer aus.

  15. Offen gestanden finde ich die Reaktionen auf den Artikel zu negativ. Er stellt die Sachlage im Wesentlichen zutreffend und neutral dar. Einige Sachen stammen aus dem Translator und klingen etwas krude, da hätte der Autor drüber redigieren können. Und wie stets bei diesem Autor fehlen Links zu Quellen.

    Das mit der „seltenen Eintracht der (chinesischen) User“ sollte man so verstehen, dass sich normalerweise „linke“ und „rechte“ User, „wolf warriors“ und prowestliche Liberale normalerweise ziemlich in der Wolle haben. Bei diesem Thema sind sie aber ziemlich einer Meinung mit der Regierung, wenn nicht härter gegen Japan.

  16. Schlandihausen ist für China inzwischen wirtschaftlich uninteressant, weil Chinanicht mehr auf dessen wirtschaftliche Vorreiterschaft angewiesen ist. China produziert die ganze Kacke, die Schlandi vorher exportiert hat, nun einfach selbst und ist höchstens noch auf Energieimporte angewiesen. Schlandi muss jetzt außerdem schwer aufpassen, dass ihm nicht auch noch die eigenen Spitzenpolitiker das Fell über die Ohren ziehen.

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