Eine authentische Befreiung der iranischen Nation

Zukunft des Iran
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Zwischen Beschwichtigung und Militarisierung stärkt der Westen oft ungewollt radikale Kräfte. Ein dritter Weg setzt auf gezielten Druck und weitgehend gewaltfreie Strategien gegen autoritäre Regime.

Seit Jahrzehnten spielt sich eine Polarisierung der Meinungen im Nahostkonflikt ab. Während jedoch eine faktenbasierte, ausgewogene Sicht immer weiter zurückbleibt, lassen sich westliche Bürger auf zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen selbstmörderische Wege führen. Linke neigen zunehmend zu einer Beschwichtigungspolitik gegenüber immer radikaleren Islamisten, denen ihrerseits eine Rolle als verfolgte Opfer eingeräumt wird. Konservative hingegen lassen sich auf einen militaristischen Kurs leiten, auf dem sie jedoch gänzlich darin versagen, muslimische Bevölkerungen von Unterdrückerregimen zu befreien – wie es George W. Bush 2003 vor dem Irakkrieg versprochen hatte.

Stattdessen hat westliches Militär zivile Infrastruktur und Anlagen zerstört, was zu beträchtlichen Zahlen von Kollateralopfern geführt hat. Solche Art von „Befreiung“ hat Terrororganisationen und generell Islamisten regen Zulauf verschafft und zugleich ihre weltweite Reputation aufpoliert.

Auslaufen des Waffenstillstandes bieten jedoch die Möglichkeit

Vor allem aber bringt das medial präsentierte Leiden muslimischer Zivilisten die Islamisten ihrem eigentlichen Ziel näher, der Verbreitung eines radikalen, reformresistenten Islam. Dafür haben Terrororganisationen harmlos erscheinende zivile Zweige eingerichtet, die ihre Ideologie in einem Prozess des geduldigen, auf Propaganda und Demografie beruhenden Dschihad in westliche Gesellschaften tragen.

Diese Erfolge haben die Extremisten dazu verleitet, eine Erfolgsstrategie aus dem Wechselspiel von Terror und westlicher Reaktion zu entwickeln. Dies hat spätestens das von Hamas-Führer Yahya Sinwar geplante Massaker vom 7. Oktober 2023 gezeigt. Der Plan ist perfekt aufgegangen, wie eine Meldung an Komplizen in Katar Mitte 2024 bestätigt. Nachdem israelisches Militär weite Teile des Gazastreifens verwüstet hatte, schrieb er: „We have Israel right where we want them.“ – Wir haben Israel genau da, wo wir es haben wollen.

Der politische und mediale Gegenwind, der Trump im Irankrieg entgegenweht, verursacht wachsenden Druck in Richtung einer Politik der Beschwichtigung gegenüber Islamisten. Einfach diesem Druck zu folgen, hätte einen fortgesetzten Expansionskurs des nahöstlichen Terrorismus zur Folge.

Die Tage bis zum Auslaufen des Waffenstillstandes bieten jedoch die Möglichkeit, mit der Vorbereitung einer zügigen, weitgehend unblutigen Befreiung der 70–80 % der Iraner, die das Regime ablehnen, zu beginnen.

In den Augen der Bürger haben die autokratischen Führer in Teheran ihre Legitimität mit jahrzehntelanger Terrorförderung und durch die Ermordung Tausender Demonstranten verspielt. Ein Umsturz aus eigener Kraft wäre jedoch aufgrund der festen Systemstrukturen extrem blutig, und der Erfolg ungewiss. Die erforderliche externe Hilfestellung kann jetzt von amerikanischer und israelischer Seite mit geschickter, aber weitgehend gewaltfreier Hand geleistet werden. Erstes Ziel ist die Amtsenthebung des nicht demokratisch kontrollierten Machtdreiecks aus dem Obersten Führer, der Expertenversammlung und dem Wächterrat.

Sofortmaßnahmen für einen weitgehend gewaltlosen Regimewechsel:

  1. Absetzung: Die USA, Israel und Verbündete erklären, dass der Oberste Führer, die Expertenversammlung und der Wächterrat ihre Legitimität verloren haben. Jedem Mitglied wird ein klarer, zeitlich begrenzter Ausweg angeboten: freiwilliger Hausarrest mit Schutzstatus und freie Ausreise für diejenigen, die öffentlich der Gewalt abschwören und innerhalb weniger Tage zurücktreten. Wer sich weigert und weiterhin Befehle erteilt, wird durch eine internationale Erklärung geächtet – ohne Rechtsmittel, mit weltweit eingefrorenen Vermögenswerten und verhängten Reiseverboten. Dies entspricht erfolgreichen Drucktaktiken vergangener Machtübergänge und führt zur sofortigen Lähmung der Führung, ohne zivile Gebiete anzugreifen.
  2. Schutz durch eine koordinierte „Luftverteidigungsstrategie der Freiheit“: Jegliche Sicherheitskräfte des Regimes (Basij, interne Einheiten der Revolutionsgarde), die versuchen, Demonstranten zu massakrieren, werden mit präzisen Luftschlägen in Echtzeit angegriffen. Im Gegensatz dazu werden Bevölkerungszentren, Stromnetze und die zivile Infrastruktur geschützt. Dies stärkt das Recht des iranischen Volkes auf friedliche Versammlung und beschleunigt das Erreichen der 3,5%-Beteiligungsschwelle, die bekanntermaßen gewaltlose Bewegungen unaufhaltsam macht. Gleichzeitig wird der Iran mit sicheren Kommunikationsmitteln (Satelliteninternet, verschlüsselte Apps, VPNs) und persischsprachigen Sendungen versorgt, die unmissverständlich verkünden: „Wir stehen an der Seite des iranischen Volkes gegen das Regime, das euch unterdrückt.“
  3. Unterstützung paralleler Institutionen und Überläufer: Die Bildung eines Nationalen Versöhnungsrates (unter Einbeziehung verschiedener Oppositionsbewegungen wie Frauenrechtsaktivistinnen, Gewerkschaftsführer, Reformer und Vertreter der Zivilgesellschaft) wird gefördert und finanziell unterstützt. Dieses Übergangsgremium kann Neuwahlen ausrufen und friedliche Streiks, Boykotte und Nachbarschaftskomitees koordinieren – bewährte Methoden aus den gewaltlosen Phasen des iranischen Aufstands von 1979 und den Samtenen Revolutionen in Osteuropa.
  4. Auffangen kooperationswilliger Personen: Politikern, Armeekommandeuren und Polizeibeamten mittleren Ranges sollte die Wahl gelassen werden: Registrierung und Beibehaltung ihres Ranges und ihres Schutzes oder persönliche Sanktionen und Isolation.
  5. Selektive Sanktionen: Sekundärsanktionen sollten ausschließlich gegen regimekontrollierte Einrichtungen, Offshore-Konten der Elite und Öleinnahmen des Regimes aufrechterhalten und verschärft werden – gleichzeitig sollten transparente humanitäre Kanäle eingerichtet werden, die regimeinterne Mittelsmänner umgehen. Die diplomatischen Kanäle zur theokratischen Führung sollten geschlossen und jede entstehende republikanische oder Übergangsregierung anerkannt werden, die freie Wahlen zusichert. Dies schwächt den Repressionsapparat, ohne der Gesamtwirtschaft oder der iranischen Bevölkerung zu schaden.

Das Programm eignet sich auch dazu, bei Verhandlungen Druck aufzubauen.

Christian Hamann

Christian Hamann wurde 1949 in Berlin geboren und lebt seit einigen Jahren abwechselnd in Deutschland und Südamerika (Uruguay, Paraguay). In den Jahren 1968 bis 1973 hat er Geographie und Biologie in Hannover und Mainz studiert und danach bis zu seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer gearbeitet. Er hat sich zeitlebens selbständig weitergebildet, insbesondere auf den Gebieten Geschichte, Politik einschließlich Soziologie, Wirtschaft und Psychologie.
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41 Kommentare

  1. Die Veröffentlichung dieses „Artikels“ spricht für sich. Überdeutlich.
    Klärt allerdings für jedermann sichtbar und endgültig, welcher Wind hier weht.

    1. Naja. Man kann doch über alles reden.

      Ich fand zum Beispiel, dass schon die Heraushebung einer Stimme, dass man Israel dort habe, wo man es haben wolle, ziemlich wählerisch ist. Das ist ein machtloser Versuch, der Realität, wie sie sich fürchterlich für die Palästinenser entwickelt hat, noch irgendwas Gutes abzugewinnen.

      Das ist, wie wenn Langzeitarbeitslose von Medien vorgeführt werden und sie sich zu Darstellungen hinreisen lassen, dass es doch toll wäre, dass sie Geld bekommen und dafür nichts arbeiten müssen. Auch diese Menschen sind tief verletzt und versuchen nach außen sowas wie Würde darzustellen.

      1. Huch! OK. Nachdem dieser Kommentar nun mal tatsächlich von der Blogsoftware angezeigt wird, noch zu dem Plan.

        Nachdem die bisherigen Politiker plötzlich weg waren, haben aktuell die Militärs im Iran das Sagen. Wenn die sich an die über Jahre entwickelten Pläne halten, dass sie die USA möglichst nicht zu weiteren Flächenbombardements reizen und die Kontrolle über die Straße von Hormus zu Einnahmen führt, können sie die Zeit für sich arbeiten lassen. Die US-Verbündeten in der Region machen auf die USA vermutlich genug Druck. Israel von der anderen Seite.

        Wenn die USA, die kein militärischen Ziele mehr finden, anderes kaputt machen, können die iranischen Militärs mit entsprechenden Angriffen auf die US-Verbündeten antworten.

        Bei einem 1-2-3-4-Plan hätte ich vermutet, dass man zuerst versucht die Militärs zu beschwichtigen und auf seine Seite zu ziehen.

    1. @ Stefan Berk 14:27 Ist dieses Buch nicht längst geschrieben ? Erinnere ich richtig, von einer usa Gedankenfabrik. Auch eine Ausgabe auf serbokroatisch liegt vor „Die Faust von Otpir“. Einzelne Kapitel wurden schon realisiert; nur ganz
      wenige im Sinne ihrer Erfinder. …. Die meisten endeten in zerstörten Staaten,
      hunderttausenden Toten, hunderttausen-den Verstümmelten, Kranken, Traumati -sierten und einem verwüsteten Land.

  2. Overton schiesst sich in die Überflüssigkeit. Seit Jahrhunderten wiederholen die Agenten von Großkapital und Imperialismus diese ekelerregende Nummer.

  3. Wie wäre es mal damit, dass andere Länder sich einen Scheiß in die inneren Angelegenheiten von anderen zu mischen haben? Hier wird offener Kolonialismus hofiert und das noch als Alternative angepriesen. Unglaublich!

  4. Es gab mal Zeiten, als die Pensionisten an ihrem Stammtisch sich darüber ausgetauscht haben, wie sie seinerzeit beinahe den Krieg gegen die Türken, die Österreicher, die Franzosen, den Russen etc. etc. gewonnen hätten, also dann jedenfalls, wenn alle so tapfer und opferbereit gewesen wären wie sie, bei Sedan, bei Kursk oder wo auch immer. Mittlerweile ist das ganz anders, mittlerweile gibt es eine aufgeklärte Zivilgesellschaft und moderne Medien. Jetzt sitzen Pensionisten an ihrem digitalen Stammtisch und tauschen sich alkoholfrei darüber aus, wie man den Sieg über die aktuellen Feinde der Nation und des Bündnisses viel besser und effizienter und mit etwas weniger Leichenbergen anstreben sollte, also dann jedenfalls, wenn die Regierungen so klug wären beim „Druck aufbauen“ wie ehemalige Gymnasiallehrer. Solche Denker waren im Berufsleben wahrscheinlich Experten im gewaltfreien Fertigmachen der Unbotsamen – eine deformation professionelle also?!

  5. Ob’s was bringt, wenn der Autor mal bei Prof. Patrick Ringgenberg von der Univer sität Lousanne, Spezialist für Iran und Religion, vorbeischaut ?

  6. Verstehe, Sarkasmus ist hier nicht mehr gewollt. Mein Kommentar ist weg.
    Kurzfassung:
    Wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird, verkommt der Garten zu einem Schlachtfeld. Mit Waffengewalt wird nie etwas Gutes erreicht. Und selektives Töten funktioniert sowieso nicht. Der Iran muss seine Probleme selber lösen. Wir haben weder die moralische Pflicht noch die moralische Berechtigung, da einzugreifen. Libyen lässt grüßen.

  7. Ein Gymnasiallehrer, der wann genau den modernen Iran von innen erlebt hat, erklärt nicht nur richtig und falsch sondern synthetisiert gut und böse im Iran zu einer goldenen friedlichen Zukunft. Respekt! Und Respekt auch jenen, die diesem Manne hier eine breite Plattform geben.

    Ich liebe es, wenn Menschen von präzisen Luftschlägen durch jene Mächte schwafel, die Dank der Präzision etwa 150 Kinderleben dann wohl absichtlich beendet haben.

    Ich nehme zunehmend themenunabhängig eine Orientierung der Overtonmacher an das untere Ende der Anspruchsskala wahr. Aber wahrscheinlich liegt das an meinen begrenzten Fähigkeiten.

  8. „Wir wollen ja nicht weniger als einen Regimewechsel in Russland“ sagte im Februar 2021 der damalige Chef des Kiel Institut für Weltwirtschaft im Deutschlandfunk. Nun erklärt uns ein pensionierter teutscher Gymnasiallehrer, wie man die Regierung des Iran stürzen könne: „Die USA, Israel und Verbündete erklären, dass der Oberste Führer, die Expertenversammlung und der Wächterrat ihre Legitimität verloren haben.“ Ich wusste gar nicht, dass die USA und Israel Exekutiv-Organe der UN sind, die das Recht haben, Regierungen anderer Länder die Legitimation zu entziehen. Ich dachte bisher immer Artikel 2 der Charta der Vereinten Nationen von 1945 gelten würde (Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten). Aber man verzeihe mir meine Unkenntnis. Ich komme nicht „vom Völkerrecht her“. Solche Texte übersteigen meinen Horizont. Ich werde in Zukunft wohl besser auf die Lektüre verzichten.

    1. Kleine Nachfrage: Herr Hamann, vielleicht tue ich Ihnen Unrecht. Deshalb meine Frage: War Ihr Beitrag in Wirklichkeit ein Satireprojekt? Falls das der Fall sein sollte: Chapeau! Da haben Sie mich und andere Foristen ganz schön reingelegt. Falls nicht, sage ich wie Dorfpolizist Schäffer aus Hengasch: Mann, Mann, Mann!

  9. Zitat: „Die Tage bis zum Auslaufen des Waffenstillstandes bieten jedoch die Möglichkeit, mit der Vorbereitung einer zügigen, weitgehend unblutigen Befreiung der 70–80 % der Iraner, die das Regime ablehnen, zu beginnen.“

    Und das weiß der Autor dieses vor wertewestlicher Moral und Heuchelei nur so triefenden Pamphlets natürlich mit absoluter Sicherheit, nicht wahr?
    Für so etwas bedarf es wirklich nicht Overton, das kann ich bei SPIEGEl, BILD, taz etc. oder dem antideutschen Rotzblatt jungle world mit seinen geschätzten 1274 Abonnenten genau so haben.

  10. So, das war es für mich.Ich wollte noch einige Zeit abwarten aber mit diesem Artikel hat sich das erledigt. Nur interessehalber , wer hat euch gekauft und für wieviel? Diesen Kommentar könnt ihr ruhig verschwinden lassen

  11. Unterirdisch überheblicher Text, der mit Mord- und Totschlag sympathisiert.
    Wenn nur die Richtigen töten, ist es ok.
    Bah. Einfach nur ekelhaft.

    1. Wir lernen in diesem Beitrag nichts über das Weltgeschehen, aber erhalten einen kleinen informativen Einblick in die Denkungsart all dieser alternativen Imperialisten der Grünen oder anderer Oberstudienräte. Als Bezieher einer Pension oder eines Einkommens aus den etwas besseren Jobs verstehen sie sich als Nutznießer ihrer Nation, kleine, winzig kleine Nutznießer nur, wenn man einen Blick auf die relevanten Profiteure wirft, aber immerhin.
      Und diese Nation – das wissen sie bei allem Idealismus dann doch zuverlässig – kann in einer Konkurrenz marktwirtschaftlicher Mächte nur dann gedeihen, wenn sie siegreich ist und eine erfolg- und ertragreiche Hegemonie über andere Weltgegenden herstellt.
      Es berührt sie zwar ungemütlich, dass man in dieser Welt nur allzuleicht zu den Verelendeten und Zusammengebombten gemacht wird. Sie sehen es ja jeden Tag in der Tagesschau. Aber werden Sie da kritisch? Ach woher! Als Insassen einer ambitionierten Führugsmacht haben sie ja wohl ein Recht darauf, sich nicht gemein zu machen mit diesen verzweifelt herumwuselnden Jammergestalten mit überwiegend dunklerer Pigmentierung andernorts. Sie werden als An- und Abhängsel der Nation fanatisch parteilich für die Verelender und Bombardierer der Wertegemeinschaft und schreiben Besinnungsaufsätze darüber, wie diese ihr Geschäft noch effizienter ausüben könnten, auch dann, wenn kein Machthaber danach fragt. Das ist der Stoff, aus dem man vor 1914 Flottenprofessoren geschnitzt hat und heute Menschenrechtler, die bei jedem Gemetzel ihren konstruktiven Senf dazugeben wollen. Für die idelle Stabilität der Heimatfront leisten sie so jedenfalls ihren Beitrag.

  12. Schlies mich dem Tenor hier an, der Artikel ist ein NoGo.
    Wir haben kein Recht über andere Völker zu entscheiden. Das widerspricht zudem dem Völkerrecht !

    „70–80 % der Iraner, die das Regime ablehnen“
    Wage ich zu bezweifeln. Ein Teil der Jugend ist dagegen aber die Älteren haben die Regierung in Mehrheit gewählt. Und damals die Ankunft Chomenis gefeiert.

    „Ermordung Tausender Demonstranten“
    Wiederholung der Operation Ajax, sollte dem Author evtl etwas sagen.
    Ein aus dem Ausland versuchter Sturz der Regierung, wo Leute bewaffnet wurden. Das waren keine Demonstranten. Und wieviel das waren wissen wir auch nicht. Wir kennen nur die eine unverifizierte (Propaganda?) Quelle.

    Der Zustand des Iran ist im übrigen die Folge der jahrzehntelangen Einmischung des Westens.

  13. Die sich ja ganz offenkundig nicht nur mir stellende Frage nach Lektüre dieses Rechtfertigungspamphlets für von extern herbeigeführte Regimechanges: wieso wird derartigem Machwerk hier eine Plattform geboten ?

    Da das nicht der erste Artikel dieser Machart ist, der hier in letzter Zeit publiziert wurde, hab ich gerade ein starkes deja-vu zu Telepolis im Endstadium.

  14. Ich bin fassungslos ob dieses Pamphletes bei Overton. Wenn die Redaktion beim Einstellen von Artikeln die gleiche Aufmerksamkeit an den Tag legen würde wie beim Canceln von Kommentaren, wäre dieser Text nicht auf Overton erschienen.
    Aber vielleicht war ja Sarkasmus in der Redaktion entscheidend: Sollen die Leser von Overton doch auch mal sehen, was auf anderen Plattformen als normal gilt.
    Oder was, oder wie?

  15. Kommt mir tatsächlich langsam wie ein Krieg gegen die Leser vor.
    „Denen zeigen wir es! Die provozieren wir bis sie endlich Leine ziehen.“
    Quo vadis Overton.

  16. Liebe Redaktion, ich lese hier schon lange, habe mich jetzt angemeldet, um meine Empörung über diesen Artikel auszudrücken. Es gab immer wieder recht fragwürdige Beiträge, aber soviel Unkenntnis, Ignoranz und Überheblichkeit in einem, hat mich wirklich umgehauen.
    Mfg

  17. Interessanter Text, offenbart mir Denkweisen, die mit meinen inkompatibel sind. Ich entnehme ihm auch eine gewisse Überheblichkeit, die vielleicht einem deutschgeborenen Nachkriegseuropäer zu eigen ist. Lief ja auch alles ganz gut bis hierher. Allerdings bin ich fast selbst so einer, wenn auch etwas jünger und offenbar mit weniger Sendungsbewusstsein ausgestattet.

    Wenn von einer Befreiung gesprochen wird, verbirgt sich dahinter der Gedanke einer Befreiung hin zu einem System, dass sich derjenige vorstellt, der die Befreiung verlangt. Woher will er aber wissen, dass dieses sein System dasjenige ist, dass sich die anderen wünschen? Ist Demokratie besser als Theokratie? Was ist besser: Monarchie oder Autokratie? Was ist für den Bürger sicherer? Warum folgte auf eine Römische Republik ein Kaiserreich? Wenn 80% rechts wären und 20% links, warum wäre dann links dennoch besser als rechts? Wie gut lassen sich überhaupt die Problemlösungsstrategien eines abgesicherten Nachkriegseuropäers anwenden auf die Probleme eines 4000 Kilometer entfernten, weitgehend muslimisches Landes? Was genau ist sein Problem, welches er mit diesem Land hat und was genau sind die Probleme, die diese Menschen dort in diesem Land haben?

    Schließlich: Wie viele Menschen, die Teil einer Revolutionsgarde sind, müssten, äh, „weitgehend gewaltlos“ getötet werden, damit am Ende die Befreiung zur Herrlichkeit gelingen kann? Am besten alle? Wie ist es dann mit den Kindern der Getöteten? Vielleicht sind die ja traurig, weil ihr Papa bei einem vom Westen geführten Präzisionsluftschlag getötet wurde. Vielleicht sind die dann in 10, 15 Jahren immer noch wütend? Wie kann man das verhindern?

    Nur zur Verdeutlichung, das Gewalt aus meiner Sicht ungeeignet ist, um Probleme langfristig zu lösen. Im Text wird gesagt, Zitat: „Sofortmaßnahmen für einen weitgehend gewaltlosen Regimewechsel“. Ich weiß nicht, aber auf mich wirkt der gesamte Text alles andere als gewaltlos, der schmeckt irgendwie unfriedlich. Gewalt ist nicht nur dann, wenn eine Bombe fällt. Beispielsweise sind Sanktionen sind auch eine Form von Gewalt.

    Ich habe einen iranischen Freund, der aktuell in Deutschland arbeitet. Er sympathisiert keinesfalls mit den Mullahs. Aber er ist der Meinung, eine Veränderung kann dort nur von innen heraus stattfinden. Sie kann nicht von außen eingebracht werden. Das hält nicht.

    Meta-Anmerkung: Warum sollte Overton nicht auch solche Texte hier veröffentlichen? Wollen wir wirklich alle nur noch in Meinungsblasen leben? Werden solche Texte als Nestbeschmutzung empfunden, weil wir uns nur noch saubere Nester in einer immer schmutzig werdenden Welt wünschen? Verstehe die Aufregung nicht so ganz. Meinungsfreiheit ist kein Schaumbad und ist nicht immer schmerzfrei.

  18. Nach Löschorgie und Knebelwelle nun die Iran-Regime-Change-Apologie der (fast) brandneuen, wenn auch nicht mehr ganz taufrischen Overton-Edelfeder. Da wächst endlich zusammen, was zusammengehört: Blühende Schlandschaften.

    Kaum anzunehmen, dass der Autor mit Evelyn Hamann verwandt oder verschwägert ist. Andernfalls hätte man seinem originellen Einfällen wenigstens noch den Auftrag zum Ablachen entnehmen können, auch wenn Letzteres nicht nur aufgrund zwangsweise zugeschnürter Kehle im Halse stecken bliebe.

    Als Handreichung für die wertewestlichen Imperialisten verordnet der Autor „Sofortmaßnahmen“, die geeignet sind, dass wertewestliches Kapital nach dem vom Autor heiß ersehnten „Regimewechsel“ an Iran, an Land und Leuten maximalprofitabel parasitieren kann. Des Autors Patentrezept dafür: Statt alles in Schutt und Asche zu legen, lieber erhalten und dadurch mehr von Iran absaugen, aussaugen, leersaugen.

    Doch auch das „Auslaufen des Waffenstillstandes“ bietet laut Autor „Möglichkeiten“.

    Und er nutzt das Orwell-Vokabular aus dem Herzen der Bestie: „Befreiung“

    Samstag hatte Zuckermann bei Overton Sartres „Der Ekel“ beworben. Daraus stammt die Passage:

    „Da hat mich der Ekel gepackt, ich habe mich auf die Bank fallen lassen, ich wusste nicht einmal mehr, wo ich war; ich sah die Farben langsam um mich kreisen, ich hatte Brechreiz. Und das ist es: seitdem hat der Ekel mich nicht verlassen, er hält mich fest.“

    Im Westend nichts Neues!

    Das war mein allerletzter Kommentar auf Overton.

  19. Mein Rat an die Redaktion: Macht Euren Laden dicht , solange Euch noch ein kleiner Funken Achtung Eurer Leserschaft bleibt. Ihr seid alt genug und solltet Euren Lebensabend in Ruhe und finanziell abgesichert (im Vergleich zum Michel-Normalrentner) verbringen können.

    Zieht Euch zurück und hört auf den Revoluzzer bzw. Systemgegner zu geben, der Ihr nicht seid. Euer Drops ist gelutscht und Ihr könnt mich gerne canceln u. sperren, aber das wird nix an den Tatsachen ändern.

    1. Das ist ja unfassbar, da veröffentlicht die Redaktion doch tatsächlich Berichte, die den wahren Revolutionären in diesem Forum nicht passen. Das müsste auf der Stelle verboten werden, denn die Wahrheit kennen nur die Luisas . Meinungsfreiheit auch für Redaktionen ist eine Zumutung für wahre Linke, das geht so gar nicht, Schluss damit…

    2. @Luisa: „Mein Rat an die Redaktion: Macht Euren Laden dicht , solange Euch noch ein kleiner Funken Achtung Eurer Leserschaft bleibt. Ihr seid alt genug und solltet Euren Lebensabend in Ruhe und finanziell abgesichert (im Vergleich zum Michel-Normalrentner) verbringen können.“

      Na ja, ob man als Betreiber eines nicht kostenpflichtigen Online-Magazins so sehr finanziell abgesichert ist, wage ich doch mal zu bezweifeln.

  20. was soll dieser Blödsinn?
    1. Die Linke, die den Islamismus beschwichtigt? naja, ein paar Idioten werden sich auch bei denen finden lassen, die die Liquidierung der Linken in diesen Ländern zu ignorieren bereit sind.
    2. Wer glaubt, dass ein gewaltsamer Regime Change zu einer Verbesserung der Lebensumstände für die Bevölkerung führen oder auch nur zur Schaffung der Bedingungen hierfür führen könnte, sollte sich die Resultate davon in der realen Welt ansehen.
    Mehr gibt es zu diesem Thema m.M. nicht zu sagen.

  21. Was für ein überheblicher, selbstverliebter und historisch enthemmter Text ist das eigentlich? Da sitzt ernsthaft jemand am Schreibtisch und fantasiert darüber, wie das iranische Volk „authentisch befreit“ werden könne — natürlich nicht etwa durch die Iraner selbst in ihrer eigenen politischen, sozialen und historischen Wirklichkeit, sondern flankiert von genau jenen Mächten, deren Einmischung die Region seit Jahrzehnten verwüstet, vergiftet und destabilisiert hat. Man reibt sich die Augen. Haben diese Leute wirklich nichts gelernt? Gar nichts?

    Es ist dieser unerträgliche, westlich-paternalistische Erlösergestus, der mich an solchen Texten so abstößt. Immer derselbe Tonfall, immer dieselbe Selbstermächtigung: Wir hier draußen wissen offenbar besser als die Menschen vor Ort, was „das Volk“ will. Wir deuten aus sicherer Entfernung die Sehnsüchte von Millionen. Wir erklären, wer legitim ist und wer nicht. Wir definieren, wann ein Staat „befreit“ werden muss. Und selbstverständlich darf dann auch gleich mitgedacht werden, welche Sanktionen, welche Übergangsräte, welche äußeren Schutzmächte und welche „präzisen“ Luftschläge dazu nötig wären. Der alte Imperialismus im neuen Menschenrechtskostüm. Dieselbe Fratze, nur mit moralisch geschniegelt-gebügelter Sprache.

    Besonders unerquicklich ist dabei diese ekelhafte sprachliche Camouflage. Man spricht nicht offen von Machtpolitik, Einmischung, Regime Change und Zerstörung, sondern von „authentischer Befreiung“, „Unterstützung demokratischer Kräfte“, „Schutz“, „internationalem Druck“ und anderen wohlparfümierten Euphemismen. Als hätte die Geschichte nicht längst gezeigt, was aus solchen Projekten wird. Als hätte es den Iran 1953 nie gegeben. Als hätten Irak, Libyen, Syrien und Afghanistan nie stattgefunden. Als wäre das alles nur ein bedauerliches Missverständnis gewesen und nicht vielmehr ein fortgesetztes Muster westlicher Hybris, die sich für Moral hält, während sie in Wahrheit das Selbstbestimmungsrecht anderer Völker mit Füßen tritt.

    Genau darin liegt die Absurdität dieses Textes: Er tut so, als wolle er den Iranern Würde zurückgeben, und nimmt ihnen im selben Atemzug die politische Subjektstellung weg. Denn wer anderen von außen „Befreiung“ bringt, hat bereits entschieden, dass diese anderen ihre Angelegenheiten nicht selbst regeln können oder dürfen. Das ist keine Solidarität. Das ist Bevormundung. Das ist kein Respekt vor einem Volk, sondern die Anmaßung, dessen Geschichte, Interessen, Widersprüche und Gefahren von außen besser zu verstehen als die Menschen, die dort leben und die Folgen tragen müssten.

    Und nein: Man muss die Mullahs nicht verteidigen, um diesen Text zum Fürchten zu finden. Man kann das iranische Regime autoritär, repressiv, verknöchert und unerquicklich finden — und gerade deshalb jeden westlichen „Befreiungs“-Fantasierer mit hochgezogener Augenbraue fragen, ob er noch alle historischen Tassen im Schrank hat. Denn das eigentliche Problem ist doch: Die moralische Verurteilung eines Regimes wird hier nahtlos in eine Legitimation äußerer Einmischung übersetzt. Und genau das ist brandgefährlich. Wer erst einmal behauptet, er spreche im Namen „des Volkes“, öffnet die Tür für alles Mögliche: Sanktionen, Destabilisierung, Proxystrukturen, Geheimdienstspielchen, wirtschaftliche Erpressung und im schlimmsten Fall militärische Gewalt — selbstverständlich immer unter dem Banner des Guten, der Freiheit und der Menschlichkeit. Das haben wir alles schon gesehen. Es stank damals schon zum Himmel, und es stinkt heute keinen Deut weniger.

    Überhaupt ist dieses Gerede von der „Befreiung der Nation“ eine intellektuelle Frechheit. Nationen befreit man nicht wie einen verschlossenen Fahrradkeller. Staaten sind keine SimCity-Karten, auf denen kluge Außenstrategen mal eben ein paar Stellschrauben drehen, bis die gewünschte Ordnung herausfällt. Der Iran ist kein Labor westlicher Wunschprojektionen. Er ist ein Land mit eigener Geschichte, eigenen Traumata, eigenen Klassenverhältnissen, religiösen Spannungen, geopolitischen Zwängen, Generationenkonflikten und einer kollektiven Erinnerung, zu der eben auch gehört, dass ausländische Einflussnahme dort nicht als uneigennützige Hilfe, sondern sehr oft als Herrschaftstechnik erfahren wurde. Und das völlig zu Recht.

    Gerade deshalb ist es so unerquicklich, wenn wieder einmal jemand so tut, als sei äußere Einmischung diesmal aber wirklich anders gemeint, diesmal feiner dosiert, diesmal intelligenter, diesmal „authentisch“. Nein. Sie bleibt Einmischung. Sie bleibt Fremdsteuerung. Sie bleibt der Versuch, die inneren Angelegenheiten eines Landes nach den Vorstellungen externer Akteure zu formen. Nur weil man diese Zumutung in hübsche Begriffe wickelt, wird sie nicht weniger unerquicklich. Ein Luftschlag bleibt ein Luftschlag, auch wenn man ihn als freiheitssichernde Präzisionsmaßnahme etikettiert. Eine Sanktion bleibt eine Sanktion, auch wenn man sie als moralischen Druck verkauft. Und ein Regime-Change bleibt ein Regime-Change, auch wenn man ihn mit dem Wort „Befreiung“ lackiert.

    Es ist ohnehin erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit manche Kommentatoren ständig fremde Völker in den Mund nehmen. „Die Iraner wollen dies“, „das Volk will jenes“, „die Nation sehnt sich danach“. Woher kommt diese Unverschämtheit? Wurde das Volk gefragt? Wurden die unterschiedlichen Milieus gefragt, die verschiedenen Generationen, die urbanen und ländlichen Räume, die religiösen, säkularen, armen, wohlhabenden, konservativen, progressiven, opportunistischen, resignierten und widerständigen Teile der Gesellschaft? Oder genügt es heute schon, von außen auf Proteste zu blicken und daraus die Generalvollmacht abzuleiten, im Namen einer ganzen Nation zu sprechen? Das ist keine Analyse. Das ist Projektion mit Sendungsbewusstsein.

    Und dieses Sendungsbewusstsein ist der eigentliche Kern des Problems. Es ist die ewige westliche Krankheit, sich selbst zum Tribunal der Weltgeschichte zu ernennen. Man hält sich für aufgeklärt, humanistisch und universal, merkt aber nicht einmal mehr, wie tief man bereits in einem Denken steckt, das anderen Gesellschaften nur dann politische Reife zugesteht, wenn sie sich in die gewünschte Richtung bewegen. Tun sie das nicht, sind sie entweder Opfer, die gerettet werden müssen, oder Verblendete, die man unter Druck setzen muss. In beiden Fällen bleibt das Entscheidende dasselbe: Nicht sie bestimmen, sondern wir. Nicht ihre Geschichte zählt, sondern unsere Deutung. Nicht ihre Souveränität hat Vorrang, sondern unser moralischer Größenwahn.

    Gerade im Fall des Iran ist das fast schon obszön. Wer dort ernsthaft von äußerer „Befreiung“ redet, sollte sich vorher wenigstens fünf Minuten mit der Geschichte westlicher Einflussnahme befassen. Der Iran ist nicht zufällig misstrauisch gegenüber dem Westen. Dieses Misstrauen wurde nicht vom Himmel geschickt. Es ist gewachsen an realen Eingriffen, realen Interessen, realen Operationen und realem Machtmissbrauch. Wer das ignoriert und stattdessen die nächste sauber formulierte Befreiungsfantasie präsentiert, beweist vor allem eines: dass er Geschichte nicht als Warnung, sondern nur als Störgeräusch der eigenen Moralpose wahrnimmt.

    Am unerquicklichsten ist vielleicht der Gedanke, dass solche Texte sich selbst wahrscheinlich noch für besonders verantwortungsvoll halten. Da wird geschniegelt formuliert, differenziert getan, strategisch gedacht — und am Ende landet man doch wieder an derselben geistigen Müllhalde, auf der seit Jahrzehnten die kaputten Schlagworte vom exportierten Fortschritt, von der gelenkten Demokratie und vom heilsamen äußeren Druck herumliegen. Nichts daran ist neu. Nichts daran ist mutig. Nichts daran ist besonders klug. Es ist bloß die alte Arroganz in einem frischen Textgewand.

    Wer dem iranischen Volk wirklich Respekt entgegenbringen will, der spricht ihm nicht aus dem Ausland seine „authentische Befreiung“ zu. Der hört zu. Der erkennt Widersprüche an. Der akzeptiert, dass politische Entwicklung nicht aus Washington, Tel Aviv, Brüssel oder Berliner Redaktionsstuben verordnet werden kann. Der begreift endlich, dass ein Volk nicht dadurch souverän wird, dass andere seine Zukunft auf dem Reißbrett entwerfen.

    Kurz gesagt: Dieser Text ist keine Hilfe für die Iraner. Er ist ein Lehrstück westlicher Selbstüberschätzung. Er zeigt in Reinform, wie sich Einmischung als Humanismus tarnt, wie sich Machtgelüste als moralische Pflicht verkleiden und wie schnell aus vorgeblicher Solidarität die Anmaßung wird, über fremde Gesellschaften verfügen zu wollen. Genau diese Haltung hat in der Region unendlich viel zerstört. Wer sie heute erneut als „Befreiung“ anpreist, hat nicht die Lösung anzubieten, sondern ist Teil des Problems.

    Und deshalb muss man es in aller Deutlichkeit sagen:
    Nicht jeder, der „Freiheit“ ruft, bringt Freiheit.
    Nicht jeder, der „Befreiung“ schreibt, meint Selbstbestimmung.
    Und wer nach all den Katastrophen immer noch glaubt, andere Völker von außen erlösen zu müssen, der hat entweder ein erschütternd kurzes Gedächtnis — oder einen erschütternd langen imperialen Reflex.

    1. Komisch, mit
      der “ Befreiung vom Faschismus“ durch die Sieger 1945 hatte die Linke nie ein Problem. Aber bis zum 8. Mai 45 waren die Amerikaner ja auch noch die “ Guten“.

    2. Danke für den langen Text. Wie andere Leser bin ich auch am Zweifeln, was sich hier geändert hat und ob es überhaupt noch Sinn macht hier weiter zu posten.

      Der Autor ist ein Gymnasiallehrer, der sich quasi gerne als Fußballbundestrainer, bzw. noch schlimmer als arm chair general sieht. Er will die humanitäre Intervention, gegen Mullahs und Ayatollahs, um iranische Frauen zu retten. Also diesen armen Unterdrückten muss zu ihrem Glück verholfen werden. Dass das rassistische Schmähbegriffe sind, um zu dämonisieren, versteht er gar nicht. Wenn Linsay Graham über böse Ayatollahs redet, dann doch nur weil er endlich wieder mehr Bomben auf Iran abgeworfen sehen will. Der Autor hat keine Ahnung vom Regierungssystem oder Rechtssystem im Iran, von der Gesellschaft dort.

      Er liest MSM und hat z.B. die Propagandalügen über die iranische Regierung gefressen, dass die zehntausende Protestierende ermordet hätten. Ich habe mir die NGOs, die hier auch mal verlinkt waren, die HRANA angeschaut und die die deutsche MSM zitieren. Dass so ein Massenmord nicht geht in 2-3 Tagen statistisch und die Zahlen erfunden sind, kapiert er nicht.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Activists_in_Iran

      Die haben das typische Aussehen einer Tarnorganisation eines Geheimdienstes, so wie damals die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die nur eine Person war.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Beobachtungsstelle_f%C3%BCr_Menschenrechte

      Die haben sogar wieder die übliche Zeichensprache von OTPOR und anderen Regime Change Organisationen, die sich als zivile NGOs tarnen. Deren Filmszenen waren quasi Antifa-Gewaltorgien, alle in Schwarz gekleidet, sehr manipulativ gefilmt. Deshalb hatte ich erst den Verdacht, das sei KI gewesen. Schaut man auf die Finanzierung dieser Organisationen, weiß man eigentlich schon Bescheid.

      Was ich mich frage, wie man darauf reinfallen kann?

      Dazu kommt noch ein mir schwer verständlicher Chauvinismus, der auch im Text von n.b. angesprochen wird. Ich habe neulich auch von christlichen Friedensaktivisten eine Nachricht bekommen, wo angeprangert wurde, dass die Bundesregierung Waffen an Saudis und UAE schicke, also an Araber (arabische Regime), die Menschenrechtsverletzungen begehen. Das stimmt ja auch. Aber an Israel oder USA wären Waffenlieferunge dann okay? Die werden nicht erwähnt.

      Das kann nicht sein, vor allem nach dem, was in der jüngeren Vergangenheit passiert ist.

  22. „Nachdem israelisches Militär weite Teile des Gazastreifens verwüstet hatte, schrieb er: „We have Israel right where we want them.“ – ….“

    Der Autor tut hier so, als sei der genozidale Überfall auf die Bevölkerung des Gazastreifens ein Naturereignis. War wirklich keine andere Reaktion der Israelis und ihrer Unterstützer möglich? Ich denke schon.

    „Der politische und mediale Gegenwind, der Trump im Irankrieg entgegenweht, verursacht wachsenden Druck in Richtung einer Politik der Beschwichtigung gegenüber Islamisten. Einfach diesem Druck zu folgen, hätte einen fortgesetzten Expansionskurs des nahöstlichen Terrorismus zur Folge.“

    Wer sind wohl in Nahost die Terroristen und ihre Organisationen. Ich denke nicht nur an die Freunde Teherans, sondern auch an die IDF, die Saudis, die UAE und ihre Waffenlieferanten. Ein Blick in die Staaten Libyen, Irak und Syrien sollte reichen, um zu wissen, welche Staaten dort nach den westlichen Eingriffen unter Terrorismus leiden. In Syrien hat man gar einen Kopfabschneider an die Macht gebracht und sich mit ihm arrangiert. Derartige Leute regieren auch wieder in Afghanistan.

    „Wer sich weigert und weiterhin Befehle erteilt, wird durch eine internationale Erklärung geächtet“

    Wer soll hier das handelnde Subjekt sein – Trump und Netanjahu? Hat der Autor sich eine Überdosis Tagesschau verpasst – oder warum glaubt er, es ginge hier um das gewaltfreie Zusammenleben der Iraner?
    Zur Erinnerung sei an das Massaker an den Schulmädchen in Mindab erinnert und die Drohung Trumps, die gleiche Gesellschaft, die angeblich in Frieden und Wohlstand leben soll, ins Steinzeitalter bomben zu wollen.

    Wie schafft man es, derart gegensätzliche Fakten in einem Kopf zusammenzubringen? Ganz klar, einige unbequeme Informationen fallen einfach unter den Tisch.

  23. Hier kommt jetzt zusammen, was ich seit einiger Zeit in diesem Forum anprangere und unterschwellig die ganze Zeit auch immer schon am schwelen war.
    Overton im Wandel macht auf Tabula rasa, sozusagen. Telepolis im Schnelldurchlauf.

  24. Vanilleeis für alle – Ausbürgerung für Veganer!
    Alleine das hier:
    „Auffangen kooperationswilliger Personen: Politikern, Armeekommandeuren und Polizeibeamten mittleren Ranges sollte die Wahl gelassen werden: Registrierung und Beibehaltung ihres Ranges und ihres Schutzes oder persönliche Sanktionen und Isolation.“
    offenbart die völlige Absurdität dieses Artikels. Wer sollte das vor Ort denn leisten? US-Pentagon-Söldner? Mossad-Friedenstruppen?

    Es ist schon seltsam, wie sich Overton nach dem ersten Artikel zum Thema „Todesstrafe in Israel“ und den darauf folgenden, wenig verständnisbereiten Kommentaren, plötzlich verändert hat:
    – Drei Tage keine Kommentare.
    – Neue, teils realitätsferne, Regeln.
    – Eine Schwemme von Eintagsfliegen-Artikeln, deren Autoren man nicht kennt und welche so spezielle Anschauungen enthalten, dass man sich fragt, ob man seine Zeit demnächst doch besser zB in der Eisdiele verbringen wird…

    Ich erwarte zeitnah einen Artikel von Florian Rötzer, der uns hier mal ins Thema bringt.

  25. Die Tage bis zum Auslaufen des Waffenstillstandes bieten jedoch die Möglichkeit, mit der Vorbereitung einer zügigen, weitgehend unblutigen Befreiung der 70–80 % der Iraner, die das Regime ablehnen, zu beginnen.

    Laut der Forsa Umfrage lehnen 80% der Deutschen das Regime in Deutschland ab.

    https://www.n-tv.de/infografik/Infografik-id30711691.html

    Wie würde der Autor es wohl finden, wenn sagen wir mal in Russland oder in China man sich gedanken darum machen würde, ob man die Deutschen blutig oder doch besser unblutig befreien sollte?

    1. Es kann nur besser werden wenn Putin endlich kommt….;-)
      Die Russen sind unsere Freunde und wir werden sie in Frieden willkommen heißen.

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