
Hat der Westen den Ukrainekrieg verlängert, obwohl ein früher Frieden möglich gewesen wäre? Eine provokante Anklageschrift stellt unbequeme Fragen zu Krieg, Macht, Profit und politischer Verantwortung.
Bevor ich mit dem Artikel beginne, möchte ich meine tiefe Verachtung gegenüber allen Kriegstreibern dieser Welt ausdrücken. Nicht, wer den ersten Schritt zu einem Krieg unternimmt, ist zwangsläufig der wahre Aggressor, sondern der, der zu diesem Schritt zwingt. Dennoch ist auch dieser erste Schritt nicht zu verzeihen.
Am Ende wird dieser Krieg nicht mit einem Triumph enden, sondern mit Verhandlungen. Er wird enden, wie Kriege fast immer enden: nicht durch moralische Posen, nicht durch Fernsehparolen, nicht durch Orden für Scharfmacher und „Leidverlängerer“ wie Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann oder Annalena Baerbock, sondern durch eine politische Lösung am Verhandlungstisch. Die Tragödie besteht darin, dass ein solcher Tisch bereits Ende März/Anfang April 2022 – lediglich fünf Wochen nach Ausbruch des Krieges – in Istanbul bereitstand.
Fünf Wochen nach Beginn der russischen Invasion lagen Entwürfe vor, die zumindest die Chance auf ein Ende des Sterbens boten: Neutralität der Ukraine, Sicherheitsgarantien, ein politischer Rahmen. Doch diese Chance wurde nicht genutzt. Sie wurde politisch erstickt — von jenen dunklen Kräften im Westen, die nicht Frieden wollten, sondern den Abnutzungskrieg.
Boris Johnson erschien in Kiew als Bote dieser Linie: Mit Putin solle nicht verhandelt, sondern er solle unter Druck gesetzt werden. Hinter dem britischen Bellizisten stand die damalige US-Regierung unter Joe Biden, flankiert von europäischen Politikern, die seither jede weitere Eskalation als Solidarität mit der Ukraine verkauften. Annalena Baerbock sprach davon, „einen Krieg gegen Russland“ zu führen. Ursula von der Leyen versprach den Sieg der Ukraine. Keir Starmer erklärte die ukrainische Front faktisch zur eigenen europäischen Frontlinie.
Als Ende März 2022 in Istanbul über ein mögliches Kriegsende verhandelt wurde, hatte die UN-Menschenrechtsbehörde OHCHR bereits 3.257 zivile Opfer in der Ukraine dokumentiert – darunter 1.276 getötete und 1.981 verletzte Zivilisten. Verlässliche Gesamtzahlen zu getöteten und verletzten Soldaten auf beiden Seiten gab es damals noch nicht. Schätzungen gingen jedoch bereits in die Zehntausende.
Heute, vier Jahre später, reichen Schätzungen der militärischen Verluste – getötet, verwundet oder vermisst – auf 1,7 bis fast 2 Millionen russische und ukrainische Soldaten zusammen. Allein CSIS schätzt rund 1,2 Millionen russische und 500.000 bis 600.000 ukrainische Verluste. Wie viele dieser Opfer wären vermeidbar gewesen? Diese Frage richtet sich weniger an Moskau, sondern insbesondere an jene politischen Akteure, die auf weitere Eskalation, Waffenlieferungen und einen langen Abnutzungskrieg setzten. Schande über euch Kriegstreiber! Das Leid jeder einzelnen Mutter, die ein Kind in diesem sinnbefreiten Krieg verloren hat, möge euch euren Schlaf rauben! Aber dazu bräuchte man ja so etwas wie ein Gewissen. Ich denke, die Protagonisten dieses Krieges schlafen recht gut.
Das Ergebnis dieser Kriegsverlängerungs-Politik liegt in Leichenhallen, Schützengräben und zerstörten Städten. Hunderttausende Soldaten sind tot, verwundet oder vermisst. Zehntausende Zivilisten wurden getötet oder verletzt. Und dennoch werden jene, die den Krieg durch immer neue Waffenlieferungen verlängern, als Freunde der Ukraine gefeiert.
Das ist die Perversion unserer Zeit: Wer Frieden verhindert, nennt sich Freund. Wer Verhandlungen diffamiert, nennt sich Verteidiger der Freiheit und Demokratie. Wer andere Menschen in einem aussichtslosen Abnutzungskrieg sterben lässt, erhält Orden.
Diese Anklage richtet sich gegen die politischen Kriegstreiber Europas und der USA, gegen jene, die Russland allein zum Täter erklären, aber ihre eigene Mitverantwortung am verlängerten Sterben verschweigen. Russland hat diesen Krieg begonnen. Doch der Westen hat alles getan, ihn nicht frühzeitig zu beenden. Darin liegt seine historische Schuld.
Wer verdient am Krieg?
„Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold“
Friedrich Schiller
Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe. Er ist auch ein gigantisches Konjunkturprogramm – für Rüstungskonzerne.
Nehmen wir Rheinmetall.
Ende 2021, also wenige Monate vor dem russischen Einmarsch, notierte die Aktie grob im Bereich von rund 85–95 Euro. Nach Kriegsbeginn sprang sie sofort über 100 Euro. Im März 2022 wurde erstmals die Marke von 200 Euro überschritten. Im Jahr 2025/2026 lag die Aktie zeitweise bei rund 1.600 bis fast 2.000 Euro. Selbst nach Rücksetzern bewegte sie sich noch deutlich über 1.200 Euro.
Das bedeutet: Aus einer Aktie um 90 Euro wurde zeitweise ein Papier im Bereich von fast 2.000 Euro. Ein Zuwachs, der selbst im Technologiesektor außergewöhnlich wäre. Der Krieg tötet Menschen – und schafft zugleich Börsenrekorde.
Eine Bekannte von mir brüstete sich damit, den richtigen Riecher gehabt zu haben, da sie rechtzeitig in Rheinmetallaktien investierte. Ich entgegnete ihr äußerlich ruhig, innerlich jedoch zutiefst bestürzt mit einer Bibelstelle. Jesus stellte folgende grundsätzliche Frage, erfasst in mehreren Evangelien, unter anderem bei Matthäus 16,26:
„Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet?“
Jesus warnt davor, sein eigenes inneres und ewiges Wohlbefinden für rein äußere, materielle oder weltliche Erfolge zu opfern. Man kann nach allem streben, was die Welt an extrinsischer Motivation zu bieten hat (Reichtum, Macht, Ansehen, Besitz), doch wenn man dabei seine eigene Seele, sein Gewissen oder seine Beziehung zu Gott – was auch immer man sich unter Gott vorstellen mag – „verliert“, hat man am Ende nichts gewonnen. Sollte man auch noch an eine Vergeltungsethik, etwa an Kharma glauben, hat man durch den Kauf von Rheinmetallaktien definitiv mit Zitronen gehandelt. Man braucht sich dann nicht zu wundern, wenn man im nächsten Leben als Nacktschnecke wiedergeboren wird.
Wer behauptet, Kriege hätten keine wirtschaftlichen Gewinner, ignoriert die Realität der Rüstungsindustrie. Rüstungskonzerne in Europa und den USA verzeichneten Auftragsbücher auf Rekordniveau. Rheinmetall meldete Milliardenaufträge, Kapazitätserweiterungen und neue Produktionsstandorte.
Damit ist meines Erachtens die Frage geklärt, wer ein materielles Interesse daran hat, dass Kriege möglichst lange dauern. Dieses Interesse – die Gier – hat einen Namen: Teufel Mammon. Wer Rüstungsaktien kauft, ist in meinen Augen Teil des Bösen, auch wenn er nach außen als ein „unbescholtener“ Bürger dastehen mag.
Bereits vor über 60 Jahren sprach ein Mann eine Warnung aus, die heute aktueller wirkt als je zuvor. Nicht irgendein Friedensaktivist. Nicht ein linker Intellektueller. Sondern ein Fünf-Sterne-General, ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber und Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Dwight D. Eisenhower. Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt warnte er eindringlich:
„In den Regierungsinstitutionen müssen wir uns vor dem Erwerb unberechtigten Einflusses – gewollt oder ungewollt – durch den militärisch-industriellen Komplex schützen.“
Und weiter:
„Das Potenzial für den verhängnisvollen Aufstieg fehlgeleiteter Macht besteht und wird fortbestehen.“
Ein amerikanischer Präsident sah also bereits 1961 die Gefahr, dass Rüstungsindustrie, Militär und Politik ein Machtgefüge bilden könnten, das eigene Interessen entwickelt – Interessen, die definitiv nicht deckungsgleich mit Frieden, Diplomatie oder dem Wohl der Bevölkerung sind.
Hatte Eisenhower recht? Ohne Zweifel!
Wenn Kriege ganze Industriezweige reich machen, wenn Aktien von Rüstungskonzernen explodieren während Menschen in Schützengräben sterben, wenn Rheinmetall innerhalb weniger Jahre Kurssteigerungen erlebt, von denen normale Unternehmen nur träumen können, wenn Politiker immer neue Waffenlieferungen als Friedenspolitik verkaufen – „mit Waffen Frieden schaffen“, wen wollt ihr eigentlich für blöd verkaufen –, wenn ganze Volkswirtschaften wieder „kriegstüchtig“ werden sollen, wenn junge Menschen eventuell wieder verheizt werden sollen, ist die Frage berechtigt: Wer profitiert von einem dauerhaftem Konflikt? Der ukrainische oder russische Soldat im Schützengraben? Die Mutter, die ihren Sohn verloren hat? Der Rentner, dessen Sozialleistungen gekürzt werden? Der Arbeiter? Oder vielleicht jene Unternehmen, deren Auftragsbücher mit jedem weiteren Eskalationsschritt voller werden?
Eisenhower warnte nicht vor Russland. Er warnte nicht vor China. Er warnte vor einer Machtstruktur im eigenen Lager. Er warnte vor einem System, in dem Krieg nicht nur ein geopolitisches Mittel, sondern zu einem ökonomisches Geschäftsmodell wird. Das ist eine der empörendsten Wahrheiten unserer Zeit: Konflikte lassen sich schwer beenden, wenn ein paar mächtige Institutionen und Personen ein Interesse daran haben, dass sie weiterlaufen. In meinen Augen sind Kriegstreiber hochkriminelle Elemente.
Wer die Frage nach dem Sinn des Ukrainekriegs stellt, ist kein Extremist oder gar ein Volksschädling, sondern er stellt lediglich dieselbe Frage, die ein amerikanischer Präsident bereits vor mehr als sechs Jahrzehnten stellte.
Vielleicht hätten wir besser auf ihn gehört. Pazifistische Politiker wie Sahra Wagenknecht oder auch meine Wenigkeit haben es, aber bellizistische Politiker wie Anton Hofreiter, Roderich Kiesewetter, Friedrich Merz – BlackRock lässt grüßen – Annalena Baerbock, Marie-Agnes Strack-Zimmermann – Rheinmetall lässt grüßen –, Keir Starmer, Emmanuel Macron, Ursula von der Leyen und Konsorten sind nach wie vor auf ihrer kriegstreiberischen Linie, und machen sich massiv mitschuldig am Leid der davon betroffenen Menschen
„Nie wieder Krieg“ – oder „kriegstüchtig“?
Deutschland definierte sich jahrzehntelang mit einem historischen Imperativ:
Nie wieder Krieg!
Heute spricht dieselbe Republik über Kriegstüchtigkeit und Aufrüstung, sieht die Rüstungsproduktion als Wachstumsmarkt, möchte die stärkste konventionelle Armee Europas aufbauen, will Verteidigungsausgaben aufbauen, die nahezu die Hälfte des Bundeshaushalts auf Kosten des Sozialstaats verschlingen, und diskutiert über eine erneute Einführung der Wehrpflicht.
Boris Pistorius sagte am 29. Oktober 2023 bei Berlin direkt: Deutschland müsse „kriegstüchtig werden“. Später verschärfte er diese Linie mit der Formel, Deutschland müsse „bis 2029 kriegstüchtig sein“. Wie kommt dieser Mann auf das Jahr 2029? Eine göttliche, oder besser gesagt teuflische Eingebung? Das Bundesverteidigungsministerium benutzt seitdem diese Formulierung, ebenso wie der Bundestag. Warum? Weil die Menschen sich an die verantwortungslose Kriegsrhetorik gewöhnen sollen, und die Kriegstüchtigkeit zur neuen Normalität werden soll. Wenn unsere Parlamentarier des Altparteienkartells außer Sesselerhalt und Diätenerhöhung auch sonst nicht viel draufhaben: die Instrumente der Manipulation – wie ständige Wiederholung, Angsterzeugung oder Feindbildaufbau – beherrschen sie aus dem FF.
Der Begriff Kriegstüchtigkeit wurde politisch prägend. Er ruft bei mir jedoch historische Assoziationen hervor, weil eine ähnliche Kriegsrhetorik auch vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg existierte.
Das Wort kriegstüchtig ist ein politischer Dammbruch. Es heißt eben nicht „friedensfähig“, nicht „diplomatiefähig“, nicht einmal nur „verteidigungsfähig“. Es heißt: kriegstüchtig. Also tüchtig zum Krieg. Bereit für den Krieg. Gesellschaftlich, wirtschaftlich, militärisch und mental auf Krieg ausgerichtet. Schande über Sie, Herr „Pistolius“ und alle Ihre bellizistischen Weggenossen!
Pistorius verkauft diese Rhetorik als Abschreckung. Doch wer eine Gesellschaft auf Krieg trimmt, erhöht nicht ihre Sicherheit. Er erhöht die Kriegsbereitschaft. Deutschland wird nicht sicherer, wenn es sich wieder an militärische Großmachtphantasien gewöhnt – die stärkste konventionelle Armee Europas aufbauen und ähnliche bellizistische Suizidgedanken. Es wird gefährdeter.
Deutschland und seine Bevölkerung müssten bei solchen Begriffen eigentlich zusammenzucken. Zwei Weltkriege, Millionen Tote, zerstörte Städte, verbrannte Erde – und nun soll ausgerechnet Deutschland wieder „kriegstüchtig“ werden – obwohl es der Menschheit insbesondere mit dem Zweiten Weltkrieg unermessliches Leid zugefügt hat und daraus vor allem eines hätte lernen müssen: Nie wieder Krieg! Man muss sich fragen, ob Teile dieser Gesellschaft aus ihrer eigenen Geschichte überhaupt etwas gelernt haben. Ich befürchte: Nein, wenn ich mir Hardliner wie Kiesewetter, Strack-Zimmermann oder Pistorius so ansehe.
Besonders irritierend wirkt, dass ausgerechnet Boris Pistorius – der Mann, der Deutschland „kriegstüchtig“ machen will – seit Jahren zu den beliebtesten Politikern Deutschlands zählt. Im ZDF-Politbarometer war er zeitweise der einzige Spitzenpolitiker mit positiver Bewertung, während andere Regierungsmitglieder deutlich schlechter abschnitten. Auch RTL/Forsa und INSA sahen ihn regelmäßig auf Platz eins der Beliebtheitsskalen.
Diese Popularität eines Verteidigungsministers wurde vornehmlich in alternativen Medien kritisch kommentiert. Auf Manova griff der Publizist Tom J. Wellbrock in seinem Beitrag „Der Zeitenwendehals“ die politische Figur Pistorius scharf an und problematisierte gerade dessen hohe Zustimmung trotz immer offensiverer Aufrüstungsrhetorik. Dort wird sinngemäß die Frage gestellt, wie ein Politiker, der Begriffe wie „kriegstüchtig“ gesellschaftsfähig macht, gleichzeitig als Hoffnungsträger gelten kann.
In meinem Buch „Gefährliche Nullen“, in dem ich über 10 äußerst fragwürdige Personen der deutschen Gesellschaft geschrieben habe, durfte neben den Kriegstreibern Annalena Baerbock, Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Friedrich Merz und Ursula von der Leyen auch Boris Pistorius nicht fehlen. Darin stelle ich diesen Kriegstreiber als nach außen pragmatisch, volksnah und vernünftig dar, der jedoch die politische Normalität schrittweise wieder in Richtung Militarisierung verschiebt. Meine Kritik lautet im Kern: Nicht der laut auftretende Hardliner ist die größte Gefahr, sondern der populäre Politiker mit gemäßigter Sprache, der Aufrüstung als Vernunft verkauft. Der Wolf im Schafspelz wirkt nicht gefährlich, weil er wie ein Psychopath – wie etwa Donald Trump – brüllt. Er ist gefährlich, weil er ruhig spricht, staatsmännisch klingt und dabei eine ganze Gesellschaft an den Gedanken gewöhnt, Krieg sei wieder eine normale Option politischer Gestaltung. Auch intelligente Menschen in meinem engeren Umkreis fallen auf den versteckten Bellizisten Pistorius herein, der mit seiner pastoralen Ruhe und gemäßigter Sprache Militarisierung als Vernunft verkauft.
Pistorius erhöht nicht die Sicherheit Deutschlands. Er verschiebt die geistige Grenze dessen, was wieder sagbar, denkbar und machbar wird. Dadurch gefährdet er Deutschland massiv. Denn wer ständig von Kriegstüchtigkeit spricht, der baut nicht am Frieden. Er baut an der psychologischen Infrastruktur des nächsten Krieges. Politiker wie Boris Pistorius machen aus mühsam aufgebauter Friedenspolitik militärische Normalität. Ein Bundeskanzler wie Friedrich Merz, der nicht das Gespräch mit Russland sucht, sondern die Konfrontation, ist in meinen Augen ein Todesengel. Scharfmacher wie Roderich Kiesewetter, der schon vor ein paar Jahren den Krieg nach Russland tragen wollte, werden wieder gehört. Mental begrenzte und bellizistische Politiker – eine gefährliche Mischung –wie Annalena Baerbock, die Krieg mit Russland führt und uns in ihrer Formulierung inkludierte, haben Deutschland nach außen vertreten. Die Worte „Nie wieder Krieg“ verhallen zunehmend, und werden aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Bevölkerung schrittweise gelöscht.
Die Umwandlung zur Kriegswirtschaft
Es entstehen neue Allianzen zwischen ziviler Industrie und Militär. Was früher als Ausnahme galt, wird Schritt für Schritt zur neuen Normalität: Autoindustrie, Bahnindustrie, Zulieferer, Infrastrukturplanung – alles wird zunehmend unter dem Gesichtspunkt militärischer Verwendbarkeit betrachtet.
Ein besonders deutliches Beispiel ist Volkswagen. Rheinmetall prüfte 2025 eine mögliche Zusammenarbeit mit VW am Standort Osnabrück. Laut Deutschlandfunk bestätigte VW, dass bei einem Besuch einer Rheinmetall-Delegation „mögliche Potenziale einer Zusammenarbeit bei Militärfahrzeugen“ ergebnisoffen diskutiert wurden. VW-Chef Oliver Blume zeigte sich zuvor offen für ein stärkeres Engagement in Militärprojekten. Reuters berichtete später zwar, Rheinmetall verhandele aktuell nicht mehr konkret über Osnabrück – entscheidend ist aber: Die Tür wurde geöffnet. Ein ziviler Autostandort wird als möglicher Baustein der Rüstungsproduktion gedacht. Sollte dieser Baustein realisiert werden, weiß ich, welche Automarken ich nicht mehr kaufe.
In Görlitz übernimmt der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS schrittweise das frühere Alstom-Werk, in dem jahrzehntelang Doppelstockzüge und Straßenbahnen gebaut wurden. Künftig sollen dort Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützenpanzer Puma sowie Module für Varianten des Radpanzers Boxer produziert werden. Die Umstellung erfolgt schrittweise; der Übergang des Standorts soll voraussichtlich bis 2027 abgeschlossen sein. Produktionsstarts und erste Personalübernahmen durch KNDS wurden bereits angekündigt.
Aus einem Werk, das Menschen transportierte, wird ein Werk, das Komponenten für Kriegsgerät liefert. Das nennt man heute Strukturwandel. Es ist ein Symbol dafür, wie die bellizistischen Drahtzieher in Deutschland eine Gesellschaft langsam von einer zivil ausgerichteten hin zu einer militärischen verschieben.
Auch Continental und Rheinmetall zeigen, wohin die Reise geht. Continental unterzeichnete 2024 eine Absichtserklärung mit Rheinmetall, um Beschäftigten – aus vom Strukturwandel betroffenen Bereichen – Wechselmöglichkeiten in die Rüstungsindustrie zu eröffnen. Reuters beschrieb dies ausdrücklich als Folge des Personalbedarfs der Rüstungsbranche bei gleichzeitigem Stellenabbau in der Autoindustrie. ZF Friedrichshafen, klassischer Autozulieferer, spricht selbst von seiner Rolle als Partner der Verteidigungsindustrie und liefert Komponenten für geschützte Fahrzeuge.
Das ist der Kern der neuen Kriegswirtschaft: Wo zivile Industrien schwächeln, erscheint Rüstung plötzlich als Rettungsanker. Arbeitsplätze werden nicht mehr durch friedliche Zukunftstechnologien gesichert, sondern durch Panzer, Munition, Militärfahrzeuge und Kriegslogistik.
Autor Michael Hollister vertritt in seinem beim Online-Magazin Overton erschienenen Beitrag „Aufrüstung im Niedergang: Warum Deutschland und die EU in den Krieg investieren“ die These, dass wirtschaftliche Schwäche, Deindustrialisierung und ausbleibendes Wachstum die Versuchung erhöhen könnten, Aufrüstung als neuen Investitions- und Wachstumsmotor zu nutzen. Im Klartext heißt das: Wo industrielle Dynamik schwindet – der Schwund ist in Deutschland von unfähigen beziehungsweise eliteinstruierten Politikern hausgemacht –, wird Kriegswirtschaft nicht mehr als Ausnahme gesehen, sondern als ökonomischer Ausweg.
In meinem Artikel „Sozialabbau für Kriegswirtschaft ist eine Kriegserklärung an das eigene Volk“ auf wassersaege.com schrieb ich im Kern: Während Politiker über Einschnitte im Sozialstaat in einem massiven Ausmaß diskutieren, werden für Aufrüstung, Rüstungsproduktion und militärische Infrastruktur Milliarden ohne großartige Debatte mobilisiert. Die Prioritäten der deutschen Politmarionetten verschieben sich – weg von sozialer Absicherung, hin zu militärischer Stärke.
Es bleibt aber nicht bei Fabriken, die umstellen auf Kriegswirtschaft. Auch Straßen, Brücken, Schienen und Häfen werden zunehmend unter militärischen Gesichtspunkten geplant und ausgebaut. Die EU und Deutschland arbeiten an dem Projekt „Military Mobility“: Truppen und schweres Gerät sollen schneller durch Europa bewegt werden können. Eine DGAP-Analyse fordert regelmäßige Berichte über Straßen, Brücken, Tunnel, Schienen und Wasserwege – inklusive militärischer Lastenklassen. Die Bundesregierung selbst räumt ein, dass die Bundeswehr für Bewegungen außerhalb militärischer Liegenschaften auf zivile Verkehrsinfrastruktur angewiesen ist, insbesondere auf Straßen. Hatten wir das nicht schon einmal vor 85 bis 90 Jahren?
Brücken werden nicht nur saniert, damit Pendler schneller zur Arbeit kommen. Schienen werden nicht nur ertüchtigt, damit Familien pünktlicher in den Urlaub fahren. Straßen werden nicht nur ausgebaut, damit der Alltag besser funktioniert. Für die Kriegstreiber stellt sich die Frage: Hält diese Brücke auch Panzer aus? Kommt dieser Zug auch mit Militärgerät durch? Kann diese Infrastruktur im Ernstfall Truppen und Waffen Richtung Osten transportieren?
Das ist keine harmlose Modernisierung. Das ist die schleichende Militarisierung des zivilen Lebens.
Noch vor nicht allzu langer Zeit stellten sich verantwortungsvollere Politiker die Frage: Wie verbessern wir das Leben der Bürger? Heute lautet sie: Wie machen wir das Land kriegstauglich?
Ist das nicht pervers? Eine Gesellschaft, die Schulen verfallen lässt, Pflegekräfte überlastet, Rentner vertröstet und Familien mit steigenden Kosten alleinlässt, entdeckt plötzlich ihre Tatkraft, wenn Panzer rollen sollen. Für marode Klassenzimmer fehlt Geld. Für die Sanierung von Brücken, über die im Ernstfall schweres Kriegsgerät fahren kann, finden sich plötzlich strategische Begründungen und jeder Menge finanzielle Mittel.
Kriegswirtschaft entsteht nicht über Nacht. Sie kommt leise. Erst als „Zeitenwende“, dann als „Sondervermögen“, dann als „Kriegstüchtigkeit“, dann als Arbeitsplatzsicherung und dann noch als Infrastrukturprogramm. Und irgendwann merkt man: Das ganze Land wird nicht mehr auf Frieden ausgerichtet, sondern auf den nächsten Krieg vorbereitet. Und viele Bürger in Deutschland sitzen wie hypnotisierte Kaninchen vor der Schlange. Deutschland ist zu einer Zuschauerdemokratie geworden.
Nicht nur Rheinmetall profitiert. Der Geist der Rüstung frisst sich in die zivile Wirtschaft hinein. In Autowerke. In Bahnwerke. In Zulieferketten. In Straßenbauprogramme. In Brückenstatik. In politische Sprache. In die Köpfe.
Und wer das kritisiert, ist kein Träumer, Schwurbler oder Verschwörungstheoretiker. Er sieht nur früher als andere, wohin diese Entwicklung führt.
Wie wird die neue Kriegswirtschaft finanziert? Auf Kosten des Sozialstaats.
Aufrüstung kostet. Kriegswirtschaft kostet. „Kriegstüchtigkeit“ kostet. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob bezahlt wird, sondern wer bezahlt.
Die Antwort lautet:
Nicht die Vermögenden, nicht die großen Profiteure, nicht jene Konzerne, deren Gewinne mit jedem Rüstungsauftrag steigen. Bezahlen sollen Arbeitnehmer, Rentner, Familien und sozial Schwächere.
Während für Aufrüstung, Waffen, Munition, militärische Infrastruktur und milliardenschwere Sondervermögen plötzlich Geld in kaum vorstellbarer Höhe mobilisiert wird, heißt es an anderer Stelle: Sparen bei Pflege, sparen bei Bildung, sparen bei Renten, sparen bei sozialen Leistungen.
Gleichzeitig werden längere Lebensarbeitszeiten diskutiert. Menschen sollen länger arbeiten, später in Rente gehen und sich auf geringere soziale Absicherung einstellen – in einem der wirtschaftsstärksten Länder der Welt – zumindest noch.
Für Panzer ist Geld da, für Menschen offenbar weniger. Eine Gesellschaft, die Milliarden für Aufrüstung bereitstellt, während über Kürzungen im Sozialbereich gesprochen wird, verschiebt ihre Prioritäten – weg vom sozialen Ausgleich, hin zur militärischen Stärke. Kanonen statt Butter.
Natürlich wird niemand offen sagen: Wir kürzen Soziales, damit mehr Geld für Aufrüstung bleibt. Politisch klingt das so: Haushaltsdisziplin, Standortsicherung, Verantwortung, Zeitenwende, Kriegstüchtigkeit. Die Wirkung ist dennoch dieselbe. Eine einzige Scharade!
Eine der gefährlichsten Entwicklungen unserer Zeit liegt nicht allein in der Aufrüstung selbst, sondern darin, dass eine Gesellschaft beginnt, Waffen schneller zu finanzieren als soziale Sicherheit – und dies nicht einmal mehr hinterfragt. Das ist keine „Zeitenwende“, das ist ein Wertewandel einer manipulierten Gesellschaft – weg vom Selbstdenken hin zur Fremdsteuerung. Die Handlanger der eliteinstruierten Politiker – die Mainstreammedien – unterstützen die gesteuerte und systematische Volksverblödung mit allen erdenklichen Mitteln. Sie werden ihrem Auftrag einer objektiven und neutralen Berichterstattung in keiner Weise mehr gerecht.
Die momentane Entwicklung ist nicht nur bedenklich, sondern brandgefährlich.
Junge Menschen sollen den Preis zahlen
Aufrüstung braucht nicht nur Geld. Aufrüstung braucht auch Menschen.
Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit Personalproblemen. Stimmen werden lauter, die Truppenstärke deutlich auszubauen. Zielgrößen von bis zu 260.000 Soldaten werden diskutiert, hinzu kommen Reservisten und Überlegungen zu neuen Wehrdienstmodellen. Verteidigungsminister Boris Pistorius brachte mehrfach eine Form von verpflichtendem Dienst ins Gespräch. Die Bundeswehr spricht langfristig von einem deutlich höheren Personalbedarf.
Die entscheidende Frage lautet:
Wer soll diese neue „Kriegstüchtigkeit“ eigentlich tragen?
Die Antwort ist einfach:
Nicht jene Politiker, die heute Aufrüstung fordern, und wahrscheinlich auch nicht deren Kinder, Nichten, Neffen und dergleichen. Nicht jene Kommentatoren, die von ihren bequemen Sesseln aus Waffenlieferungen bejubeln. Nicht jene Entscheidungsträger, die von geopolitischer Verantwortung sprechen.
Den Preis zahlen junge Menschen. Menschen, die Familien gründen wollen. Menschen, die studieren, arbeiten, reisen oder Unternehmen aufbauen wollen. Menschen mit Zukunft. Wieder sollen junge Menschen auf Konflikte vorbereitet werden, die ältere Entscheidungsträger verantworten. Kanonenfutter – Bauernopfer werden gesucht
Nachfolgendes Zitat bringt es auf den Punkt:
Krieg ist, wenn junge Menschen, die sich nicht kennen und nicht hassen, einander töten – weil alte Menschen, die sich kennen und hassen, es so wollen.
Die Herkunft des Zitats ist nicht eindeutig. Seine Aussagekraft schon.
Die Opfer der Kriege waren immer überproportional junge Menschen. Im Ukrainekrieg zählen die militärischen Verluste auf beiden Seiten mittlerweile Schätzungen zufolge weit über eine Million Tote, Verwundete oder Vermisste zusammen. Hinter jeder Zahl stand einmal ein Mensch mit Plänen, Hoffnungen und Angehörigen. Nicht die Väter sollten ihre Söhne beerdigen, sondern die Söhne ihre Väter.
Wer heute „kriegstüchtig“ sagt, sollte deshalb klar benennen, was das bedeutet: Es bedeutet nicht nur mehr Panzer, nicht nur mehr Waffen, nicht nur höhere Militärausgaben, es bedeutet insbesondere: mehr junge Menschen, die im Ernstfall kämpfen und gegebenenfalls ihr Leben lassen sollen oder versehrt aus dem Krieg zurückkommen. Und für was beziehungsweise wen? Um den Macht- und Besitzeliten bei der Erreichung ihrer menschenverachtenden Ziele zu helfen. Junge Männer und Frauen, bitte glaubt nicht diesen Schwachsinn, dass ihr im Ernstfall für Volk und Vaterland, für die Sicherheit Deutschlands kämpfen würdet. Ihr kämpft für ein paar alte, verantwortungslose Säcke, die ihre Kinder sicherlich nicht in den Krieg schicken werden.
Mein Appell an die junge Generation: Überlegt euch genau, ob ihr diesen Schritt in die Bundeswehr gehen wollt. Wenn ihr das nicht wollt, gibt es selbst bei gegebener Wehrpflicht Mittel und Wege diesem von eigennützigen Bellizisten entwickelten Zwang zu entgehen.
Deutschland müsste aufgrund seiner dunklen Geschichte, die sie Kriegstreibern vergangener Jahre zu verdanken hat, besonders vorsichtig sein. Stattdessen wird erneut eine Sprache gesellschaftsfähig, in der Aufrüstung Verantwortung heißt und Kriegsvorbereitung als Vernunft gilt, wofür es Soldaten braucht, um die stärkste Armee Europas aufzubauen. Es sind wieder die gleichen skrupellosen Bellizisten am Werk! Schande über euch Kriegstreiber! Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich kann meinen Ekel vor diesen Leuten nicht oft genug ausdrücken.
Junge Menschen brauchen Zukunft, Bildung, Familien, Innovation, bezahlbaren Wohnraum und Perspektiven, und keine militärische Mobilmachung im Kopf. Wahre Verantwortung gegenüber der jungen Generation besteht nicht darin, sie kriegstüchtig zu machen, sondern ihr eine aussichtsreiche Zukunft zu bescheren, und alles dafür zu tun, dass sie niemals kriegstüchtig sein muss. Gehen Sie endlich zu Wladimir Putin, Herr Merz, und reden Sie mit ihm. Oder haben Sie nicht die Courage dazu?
Eine große Leistung der Politik wäre es, nicht junge Menschen auf den Krieg vorzubereiten, sondern sie davor zu bewahren. Das scheint mit dem momentanen bellizistischen, von den Macht- und Besitzeliten ins Amt gehievten „Politikermaterial“ nicht machbar zu sein. Es ist auch nicht beabsichtigt, da sich die eliteinstruierten Politiker längst unverblümt gegen das eigene Volk gewendet haben, wie spätestens in der Coronazeit offen sichtbar wurde.
Russland als Bedrohung – Realität, Narrativ oder Folge eigener Politik?
Seit einiger Zeit taucht in Deutschland immer wieder eine bemerkenswert konkrete Zahl auf:
2029.
Bis spätestens 2029 müsse Deutschland „kriegstüchtig“ werden. Russland könne dann militärisch in der Lage sein, NATO-Staaten zu bedrohen. Das ist Russland heute schon. Gehen die Verbreiter dieses Unsinns davon aus, dass Putin „fairerweise“ so lange wartet, bis es Europa mit Russland aufnehmen kann? Diese Warnung wurde von Verteidigungsminister Boris Pistorius und Militärvertretern aufgegriffen.
Warum genau 2029?
Beruht diese Jahreszahl auf belastbaren Geheimdienstinformationen? Auf militärischen Planspielen? Auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen? Oder handelt es sich vor allem um ein politisches Szenario, das Aufrüstung gesellschaftlich akzeptabler machen soll? Eines sollte klar sein: 2029 ist keine Tatsache. 2029 ist eine Annahme aus – in meinen Augen – unberufenem, bellizistischem und letztendlich dummem Munde.
Aus einer Annahme wird jedoch schnell ein Gefühl. Aus einem Gefühl Angst. Und aus Angst entstehen politische Entscheidungen, die unter normalen Umständen und einer weniger ängstlichen Bevölkerung auf erheblich mehr Widerstand stoßen würden.
Mehr Waffen, mehr Schulden für Aufrüstung, mehr Soldaten, mehr „Kriegstüchtigkeit“ werden mit dieser hirnrissigen Annahme begründet. Die Frage, die in diesem Zusammenhang gestellt werden sollte, ist doch: Warum sollte Russland überhaupt Europa oder Deutschland angreifen?
Russland besitzt die längsten Landesgrenzen der Welt – mehr als 60.000 Kilometer –, enorme Rohstoffvorkommen und gewaltige eigene sicherheitspolitische Herausforderungen. Welches strategische Interesse hätte Russland daran, Deutschland militärisch zu besetzen? Wegen seiner alternden Infrastruktur? Wegen seinen hohen Energiekosten? Wegen seinen fehlenden Rohstoffen? Oder will Russland unsere enormen Sondervermögen alias Schulden übernehmen? Machen Sie sich doch nicht lächerlich, Herr Pisorius und Konsorten! In meinen Augen seid ihr das: Lächerliche Figuren, gesteuert von den Finanzeliten dieser Welt, die Deutschland in den Abgrund führen werden, sollte ihnen nicht Einhalt geboten werden.
Die Invasion Russlands in die Ukraine ist nicht zu entschuldigen. Dennoch drängt sich die Frage auf: Wie entstand überhaupt die heutige sicherheitspolitische Konfrontation?
Hier kommt die NATO-Osterweiterung ins Spiel. 1990 sagte der damalige US-Außenminister James Baker im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung sinngemäß:
„Not one inch eastward.“
„Keinen Zentimeter nach Osten.“
Das war zwar keine verbindliche Zusage gegen spätere NATO-Erweiterungen wie Bellizisten oftmals argumentieren. Es gibt tatsächlich keinen schriftlichen Vertrag, keine rechtlich bindende Vereinbarung. Aber ist ein Wort eines hochrangigen Politikers nichts mehr wert? Andererseits, wenn ich mir die Versprechungen von Friedrich Merz vor seiner Wahl zum Bundeskanzler so ansehe…
Russische Sichtweisen betonen dagegen – in meinen Augen – richtigerweise: Auch wenn kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde, gab es dennoch ein politisches Versprechen, aus dem ein gebrochenes Vertrauen wurde.
Es ist auch nicht so wichtig, wer historisch recht hat. Wenn Russland durch die NATO-Osterweiterung über Jahrzehnte eingekreist wird – unabhängig davon, ob der Westen diese Sicht teilt –, ist die russische Reaktion zu verstehen. Mit der möglichen Aufnahme der Ukraine in die NATO wurde aus Sicht Russlands eine rote Linie überschritten – ein Konfliktpotenzial, das Joe Biden bereits 1997 im Zusammenhang mit der NATO-Osterweiterung prognostiziert hatte. Die USA würden es verständlicherweise auch nicht gerne haben, wenn Mexiko oder Kanada auf sie gerichtete Raketen in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze aufstellen würden.
Der Ukrainekrieg hat nicht im Februar 2022 begonnen, sondern ist das Ergebnis einer jahrelangen bewusst gesteuerten Eskalationsspirale. Er begann spätestens mit dem Euromaidan 2014, wie auch Jens Stoltenberg, der ehemalige Generalsekretär der NATO wusste.
Fazit
Vielleicht ist die größte Tragödie Europas nicht, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Die größere Tragödie ist meines Erachtens, dass ausgerechnet jene Politiker, die täglich von Frieden sprechen, jede neue Waffenlieferung in die Ukraine als Moral verkaufen. Die eigentliche Perversion besteht darin, dass heute Aufrüstung als Friedenspolitik gilt und Kriegsverlängerung als Solidarität mit der Ukraine.
Für mich stellt sich mittlerweile weniger die Frage, wer diesen Krieg begonnen, beziehungsweise wer zu diesem Schritt provoziert hat, sondern: Wer hätte ihn früher beenden können – und wollte es nicht?
In tiefster Verachtung aller Kriegstreiber
Uwe Froschauer






@“Hat der Westen den Ukrainekrieg verlängert, obwohl ein früher Frieden möglich gewesen wäre? “
Was für eine Frage?
Selbstverständlich hat der Westen den Frieden verhindert und verhindert ihn immer noch und will ihn auch noch weiter führen. (Bis alles in Scherben fällt???) Minsk 1 und 2, Istanbul sind doch bekannt, die Verhinderer auch. Trump der „Peacemaker“ hat gerade 8 Milliarden Dollar für die Fortsetzung gespendet.
Deutschland der größte Unterstützer spendet bis das eigene Land total ruiniert ist. Putin muss gar nicht kommen das erledigen unsere Politiker selbst.
Wie soll die Anklage lauten
-Mord
-Völkermord
-Kriegsvorbereitung gemäß GG
o.ä..
Die Zeit eilt!!!
Mit dieser ukrainischen Regierung wird es keinen Verhandlungsfrieden mehr geben, nur noch die bedingungslose Kapitulation.
Das sieht mittlerweile auch die RF so.
„Derzeit hängt alles nicht von Verhandlungen ab, sondern von den Taten unserer Helden an der Front“, zitierte Lawrow Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Man lese sich nur mal den „offenen Brief“ von Selenski an Putin durch! Der, von dem behauptet wird, er sei ein Verhandlungsangebot, das der böse verbohrte Putin rundweg ablehne:
https://anti-spiegel.ru/2026/was-selensky-in-seinem-offenen-brief-geschrieben-und-warum-putin-ein-treffen-mit-selensky-abgelehnt-hat/
Der erste Teil besteht aus Beleidigungen Russlands und Putins persönlich, gemixt mit dem Brüsten mit Kriegsverbrechen. So gibt Selenski (oder dessen Briefeschreiber) direkt zu, zivile Ziele anzugreifen und droht mit weiteren solchen Angriffen.
Wie will man mit solchen Menschen verhandeln?
Es ist pure Propaganda.
Es ist bewundernswert, daß Wladimir Putin anlässlich dieser Provoktion, die an Unverschämtheit nicht zu überbieten ist, immer noch die Contenance behält. Normalerweise hätte er dieses unverschämte Machwerk in aller Öffentlichkeit zerreissen müssen. Sein Kollege in USA hat ein Interview, bei dem ihm die Fragen nicht gefallen haben, abrupt abgebrochen und das Mikrofon zertreten. Das unterscheidet diese beiden Gott sei Dank voneinander. Sonst würde die Welt wahrscheinlich bereits in Flammen stehen.
Das Problem sitzt übrigens in Moskau:
„To the Ukrainians’ dismay, there was a crucial departure from what Ukrainian negotiators said was discussed in Istanbul. Russia inserted a clause saying that all guarantor states, including Russia, had to approve the response if Ukraine were attacked. In effect, Moscow could invade Ukraine again and then veto any military intervention on Ukraine’s behalf — a seemingly absurd condition that Kyiv quickly identified as a dealbreaker.“
https://www.nytimes.com/interactive/2024/06/15/world/europe/ukraine-russia-ceasefire-deal.html
@ Verkäufer / Vende : 14 Uhr 42 : Als Quelle, als Beleg für Ihre Behauptung geben Sie die NYT, die New York Times an. Entzückend.
„Russische Sichtweisen betonen dagegen – in meinen Augen – richtigerweise: Auch wenn kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde, gab es dennoch ein politisches Versprechen, aus dem ein gebrochenes Vertrauen wurde.“
Warum immer wieder diese Falschbehauptung?
http://en.kremlin.ru/events/president/news/30679
https://www.handelsblatt.com/politik/international/interview-mit-aussenminister-lawrow-russland-oeffnet-ukraine-den-weg-in-die-nato/2460820.html
https://www.swr.de/swrkultur/wissen/archivradio/russland-stimmt-1997-nato-osterweiterung-zu-102.html
@ Vende oder doch Wände oder Wende
14 Uhr 51 : all die Dokumente, all die Aussagen von Gorbatschow, von Jelzin, von us-Diplomaten, all das Papierkorb ?
hohoho
Wieso Papierkorb? Wurde irgendwas zur Nato Osterweiterung schriftlich festgehalten, was man in den Papierkorb schmeissen könnte?
Es gibt Tondokumente die z.B. bei den 2+4 Verträgen aufgenommen wurden.
Darauf sind die Versprechen der „Westaleierten“ festgehalten, das die Nato nicht
gen Osten erweitert werden soll.
Der östlichste Punkt der NATO hat sich seit 1990 tatsächlich keinen Zentimeter nach Osten verschoben – und liegt nach wie vor an der Ostgrenze der Türkei.
Von welchem „Osten“ sprach Baker? Von Ostdeutschland? Von Osteuropa? Vom Osten östlich der Türkei? Genau deshalb wird in den Verträgen jedes Wort und jeder Ausdruck sorgfältig geregelt. So steht in Paragraf 5.3 des 2+4-Vertrags die endgültige, von ALLEN Vertragsparteien abgestimmte und bestätigte Formulierung: „Gebiet der ehemaligen DDR“ – gerade damit später keine Spekulationen darüber aufkommen, welcher „Osten“ gemeint war.
Aber Putins Anhänger sind nicht aufzuhalten. Selbst wenn Gorbatschow vor der Kamera sagt: „Das ist ein Mythos, ich habe kein Versprechen erhalten und konnte es in dieser geopolitischen Lage auch gar nicht erhalten.“
https://www.youtube.com/watch?v=WjP1Nepeggs
Selbst derjenige, der dieses mündliche Versprechen angeblich erhalten hat, sagt, dass das Unsinn ist – aber man muss ja irgendeine Rechtfertigung für das geliebte Russland finden (das massenhaft seine eigenen schriftlichen Verträge verletzt, von denen einige bereits von Putin persönlich unterzeichnet wurden).
Ach übrigens – ich habe Ihr Haus gestern meinem Freund für ein Glas Bier verkauft, also mündlich, Sie wissen ja, wie das läuft. Wann kann er einziehen? „Mündliche Versprechen muss man einhalten.“ Oder gibt es doch Aspekte hinsichtlich der Befugnisse und der rechtlichen Festlegung des Geschäfts, an denen alle betroffenen Parteien beteiligt sind?
Mag ja sein, dass sowas angesprochen wurde, aber da ging es um das Gebiet der DDR. Ein paar Jahre später gab es Gespräche mit Moskau über die Osterweiterung der NATO und da stimmte Russland zu !
Später gratulierte putin sogar den Beitrittsländern!
„Wurde irgendwas zur Nato Osterweiterung schriftlich festgehalten…?
Ja, in der „NATO-Russland-Grundakte“ von 1997, Keine der beiden Seiten -weder die Nato noch Russland- beschränkt das Souveränitätsrecht der anderen Seite bei Bildung/Gestaltung von Militärbündnissen. Der sog. „Nato-Osterweiterung“ hat Russland vertraglich zugestimmt -auf der anderen Seite schränkt die NATO Russland bei Bildung von eigenen Militärbündnissen auch nicht ein.
„Die Bestimmungen dieser Akte räumen der NATO oder Russland in keinerlei Hinsicht ein Vetorecht über die Handlungen der jeweils anderen Seite ein, noch beeinträchtigen oder beschränken sie die Rechte der NATO oder Russlands auf unabhängige Entscheidungsfindung und unabhängiges Handeln.“
Was für ein Wälzer!
Dabei ist die Sach‘ doch trivial: Der Krieg ist alt. Neu sind nur die Logos auf den Raketen und die Hashtags unter den Fahnen.
Die Bellizisten erzählen uns, sie verteidigten die Freiheit. Die Antibellizisten erzählen uns, sie verteidigten den Frieden. Ich sehe nur Typen, die große Worte benutzen, um ihre Zugehörigkeit zur Herde zu beweisen. Die einen tragen Flecktarn, die anderen Moral. Beide denken und handeln uniform. Beide verkaufen ihre Überzeugungen als Selbstverständlichkeiten. Deswegen misstraue ich auch diesem Artikel.
Der Text handelt angeblich vom Krieg, doch Seite um Seite spricht daraus vor allem der Autor selbst. Seine Verachtung, seine Gewissheiten, seine moralische Empörung. Er verteilt Schuld wie ein Richter, Schande wie ein Priester und psychologische Diagnosen wie ein Feldarzt. Man hat den Eindruck, dass er Krieg zwar verurteilt, den moralischen Hochsitz aber durchaus genießt. Fast jeden Absatz beginnt er bei der Welt und beendet ihn bei sich selbst. So weiß man am Ende mehr über das Bedürfnis des Verfassers nach moralischer Gewissheit als über die Ursachen des Krieges.
Lest:
„Bevor ich mit dem Artikel beginne, möchte ich meine tiefe Verachtung gegenüber allen Kriegstreibern dieser Welt ausdrücken. Nicht, wer den ersten Schritt zu einem Krieg unternimmt, ist zwangsläufig der wahre Aggressor, sondern der, der zu diesem Schritt zwingt. Dennoch ist auch dieser erste Schritt nicht zu verzeihen.“
„Allein CSIS schätzt rund 1,2 Millionen russische und 500.000 bis 600.000 ukrainische Verluste.“
„Pazifistische (!) Politiker wie Sahra Wagenknecht“
„Deutschland definierte sich jahrzehntelang (!) mit einem historischen Imperativ: Nie wieder Krieg!“
„Es entstehen neue (!) Allianzen zwischen ziviler Industrie und Militär. Was früher als Ausnahme galt, wird Schritt für Schritt zur neuen Normalität“
„Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit Personalproblemen (!).“
„Vielleicht ist die größte Tragödie Europas nicht, dass Russland (!) die Ukraine angegriffen hat.“
Und, Besonders ulkig:
„Eisenhower warnte nicht vor Russland. Er warnte nicht vor China.“
Aber ohne solche Sätze aus dem Paralleluniversum bleibt ein Artikel wohl schlicht unmöglich. Der Autor musste sich erst einen Harnisch aus Moral umgürten, bevor er seine Meinung behutsam aussprach. Er scheint zu ahnen, dass eine wirkliche Botschaft Anstoß erregen könnte. Also kleidete er sie in Empörung, Humanismus und Friedensrhetorik. Ich dagegen meine: Wer etwas sagen will, soll es frei heraus sagen. Oder lassen, wenn er selbst nicht ganz an die Freiheit seines Wortes glaubt. Aber er soll uns mit zehn Absätzen moralischer Vorrede verschonen!
Man sollte sich einfach jeder Liturgie verweigern. Der des Pfaffen, genauso wie der des Krieges oder der der Empörung. Fragt euch lieber mal etwas Ernsthaftes: Wer lebt einfach, natürlich und frei? Sicher nicht der Mensch, der ständig seine Tugend vorzeigen muss.
Ich stehe an einer Ampel direkt hinter einem Bus, an dem eine orangene Tafel befestigt ist. Einer der Fahrgäste hat den Kopf zu mir gedreht und streckt mir die Zunge heraus. Ich winke freundlich zurück.
Von einem Großherzog aus der Gegend in der ich heimisch bin, ist obwohl die Geschichte bereits seit 200 Jahre zurückliegt noch bekannt dafür, dass er bei seinen Kutschfahrten den Menschen stets sein entblößtes Hinterteil entgegenstreckte.
In einer nicht fernen Zukunft wird ein Mensch in ein technisches Gerät einen Code eingeben und darauf hin zwei rote Schalter drücken, die im Abstand von 60 Zentimeter montiert sind und zuvor unter Klappdeckeln verborgen waren. Er wird dabei hämisch grinsen und rufen got it, got it.
„Wer lebt einfach, natürlich und frei? Sicher nicht der Mensch, der ständig seine Tugend vorzeigen muss“.
@Vende
Werte Frau, werter Herr oder was auch immer,
ich weiß nicht, wer und wo was und wann besprochen oder nicht besprochen wurde.
TATSACHE ist jedenfalls, dass die russischen Truppen 1990 aus der ehemaligen DDR und den Staaten des Warschauer Paktes abgezogen sind. Die NATO hat sich seitdem sukzessive nach Osten ausgebreitet und ihren Einflussbereich ausgeweitet oder wollen Sie das allen Ernstes abstreiten oder leugnen? Wollen Sie das ABSTREITEN?
Die NATO ist doch per definitionem ein westliches „VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS“ oder etwa nicht? WARUM breitet sich ein westliches Verteidigungsbündnis nach Osten aus, wenn sich der potentielle Feind zurückzieht? Wer oder was hat die NATO dazu gezwungen: Die böse Stiefmutter von Napoleon Nato, die Hexen von Eastwick, Isegrim, die Medusa, Minotaurus, die Hydra von Lerna, der Wal Moby Dick, die italienische Mafia, die Camorra, der Teufel persönlich oder ein feuerroter feuerspeiender zehnköpfiger Drache? Wer war es denn?
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die „NATO“ doch kein Verteidigungsbündnis ist, sondern ein Angriffsbündnis?
Aus meiner Sicht gibt es aktuell nur drei imperiale Staaten/Staatenbündnisse: das Imperium – die USA (Grönland, Panama, Südamerika), das ständige auf Gebietsgewinne zielende Israel und die nach Osten drängende EU.
„TATSACHE ist jedenfalls, dass die russischen Truppen 1990 aus der ehemaligen DDR und den Staaten des Warschauer Paktes abgezogen sind. Die NATO hat sich seitdem sukzessive nach Osten ausgebreitet und ihren Einflussbereich ausgeweitet oder wollen Sie das allen Ernstes abstreiten oder leugnen? Wollen Sie das ABSTREITEN?“
Ruhig Brauner, beim Studium der Links wird schnell klar das dies in Abstimmung und mit Zustimmung mit Russland erfolgte.
Es gab seinerzeit auch Diskussionen ob Russland Teil der NATO wird: https://www.welt.de/print-welt/article478463/Putins-Nato-Wunsch-stoesst-auf-Skepsis.html
Und wie ist eigentlich die Türkei in die NATO gekommen: https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Gebietsanspr%C3%BCche_in_der_T%C3%BCrkei
Das @Vende ein vermeintlicher Toll zu sein schein, ist wohl daran zu erkennen,
dass er/sie ruhig andere persönlich angreifen darf. Wenn ich jetzt die beiden
Worte hier schreibe, ist mein Kommentar futsch.
Wie heute schon einmal beschrieben:
https://overton-magazin.de/dialog/ein-krieg-darf-einfach-nicht-stattfinden/#comment-390297
Krieg dem Kriege!
Mehr hätte in dem Artikel hier nicht stehen müssen.
Wir sollten uns am System und den Verursachern dieser Zustände abarbeiten, anstatt auf unserem gemeinsamen Nenner immer wieder rumzureiten.
Die Einen (USA) initiieren, befeuern und unterstützen bis heute ohne Unterlass diesen Konflikt, der andere (Zbigniew Brezezinski) hat die „theoretischen Grundlagen“, den Masterplan dafür entworfen. Von Wiesbaden aus wird der Ukraine Krieg geführt, Trump hat ALLE Sanktionen der Biden-Administration bestehen lassen. Die USA haben sich NICHT (NULL) aus dem Konflikt zurückgezogen.
Der grundsätzliche Ursprung und die strategischen Grundlagen dieses Konfliktes, den man auch auf keinen Fall als isoliertes Ereignis betrachten darf, sondern mit Irak, Lybien, Syrien, Venezuela und Iran im Zusammenhang sehen muss , kommt hier nicht vor.
BRD Sozialisierung und US-Softpower Einfluss über Jahrzehnte lassen auch hier nicht zu den richtigen Schlussfolgerungen kommen.
Es ist kein Friede gewünscht. Es hätte längst Frieden erreicht werden können.
„„Aufrüstung im Niedergang: Warum Deutschland und die EU in den Krieg investieren“ Aufrüstung ist Destruktion. Kann man mit den Militärprodukten irgendwas vernünftiges anstellen? Kann man mit einem MG Suppe kochen oder mit einem Panzer den Acker pflügen? Kann man mit einer Artilleriegranate eine Brücke errichten oder mit einem Geschütz ein Haus bauen?
Nichts dergleichen ist mit diesen Geräten möglich. Man kann nur sich und andere damit ins Unglück bringen. Und wenn derartige Produkte als Ausweg aus einer Wirtschaftskrise genutzt werden sollen, braucht es unbedingt einen Absatzmarkt – den Krieg! Aber ach – den wollte man ja gerade verhindern.
Nein, Aufrüstung im Niedergang führt zum Untergang, auch ohne Krieg.
Schuld hat derjenige, der eine schädliche Situation absichtsvoll herbeiführt oder sie aufrecht erhält, obwohl er die Möglichkeit besitzt, sie zu ändern.
Russland kann sich dem Drang der NATO nach Osten lediglich in den Weg stellen. Den Krieg beenden, kann aber nur der Westen selbst, indem er sein Vorhaben einstellt.
Weshalb so umständlich um die Wahrheit herum eiern Herr Froschauer? Dieser Krieg wurde von den NATO-Staaten unter der Führung der USA planmäßig herbeigeführt und wird mittels dem Stellvertreter Ukraine gegen Russland geführt.
Bis spätestens 2029 soll die Europäische NATO nicht nur die Waffen und das Kapital für diesen Krieg stellen, sondern sich dann auch offiziell mit den eigenen Truppen an diesem Krieg beteiligen.
Der jetzige Stellvertreterkrieg funktioniert nur, weil Russland wegen seiner konventionellen Unterlegenheit gegenüber der NATO, es nicht wagen kann, direkt auf die NATO-Staaten zurück zu schießen und deshalb alles unternimmt, um den Krieg lokal auf dem Gebiet der Ukraine begrenzt zu halten. Und genau darin liegt die große Gefahr. Sollte die NATO immer weiter eskalieren, dann wird Russland irgendwann dazu gezwungen sein, die Europäische NATO mittels Atombomben aus dem Spiel zu nehmen um weiter überleben zu können.
Was die vom Westen längst überschrittenen roten Linien angeht, so wird es tatsächlich die letzte der rote Linie sein, die bei ihrer Überschreitung nur noch ein kurzes Aufblitzen von West Europa übrig lassen wird.
Für uns heißt dies folgerichtig, dass wir entweder sehr bald unsere ferngesteuerten Politiker entmachten müssen, die uns immer weiter in den Krieg hetzen oder die verstrahlten Radieschen bald von unten betrachten können.
Die gigantische Aufrüstung macht Spekulanten reich, das stimmt. Aber Merz, Klingbeil und „Konsorten“ glauben, das stärkt auch die Wirtschaft.
„Die Europäische Zentralbank (EZB) widerspricht zentralen politischen Versprechen der EU rund um den geplanten massiven Ausbau der Verteidigungsausgaben in Europa. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Europaabgeordneten Fabio De Masi kommt die Notenbank zu dem Schluss, dass von der Aufrüstung nur sehr begrenzte Wachstumsimpulse ausgehen, während die Inflationsrisiken gleichzeitig steigen. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen vertritt hingegen ausdrücklich die Position, dass Rüstungsinvestitionen auch wirtschaftlich positiv seien.“
„EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte in ihrem Schreiben an den BSW-Politiker nun fest, dass „erhebliche Unsicherheit“ darüber bestehe, „wie stark sich höhere Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben auf Produktion und Inflation auswirken“. Entscheidend seien Umfang, Tempo und Ausgestaltung der zusätzlichen Ausgaben sowie die zugrunde liegenden Fiskalmultiplikatoren.“
https://www.berliner-zeitung.de/article/ezb-aufruestung-kaum-wachstum-10010410
Wo ist mein Kommentar geblieben?
Wenn die Redaktion mit ihrer Meinung allein bleiben möchte, braucht sie auch gar nichts mehr veröffentlichen.
Das kommt hier öfter vor. Einer meiner Kommentare, hat sich kürzlich praktisch in Luft aufgelöst.
Es war übrigens eine Antwort, auf einen kritischen Kommentar bzgl. des Autors eines Artikels.
Im Zuge dessen wurde der Kommentar auf den ich geantwortet hatte, gleich mitgelöscht.
Bin jetzt gespannt ob dieser Kommentar sein Ziel erreicht.
Jetzt ist mein Kommentar doch noch erschienen.
Es war also diesmal ein Fehlalarm meinerseits.
Trotzdem. Zensur gehört sich nicht.
Der Westen, bzw. die Biden-Administration hat ja nicht nur einen frühzeitigen, möglichen Friedensschluss zwischen Ukraine und Russland verhindert, er hat auch das ideals „Biotop“ geschaffen, dass überhaupt ein Krieg ausgebrochen ist – und zwar bereits 2014.
Nicht nur, dass die ukrainische Regierung durch westlich finanzierte und ausgebildete Nazis weggeputscht wurde, um ein Washington-freundliches Marionettenregime zu installieren, es wurde ja auch alles dafür getan, die Sicherheitsinteressen und „roten Linien“ Russlands zu missachten und zu überschreiten, obwohl es überhaupt kein Problem gewesen wäre, beider Länder Sicherheitsinteressen, Ukraine und Russland unter einen Hut zu bringen.
Gemeinsame Manöver der Ukraine mit der NATO im Schwarzen Meer und in der Ukraine, die Installation von Marinebasen, die dem Zwecke dienen sollten, der US-Navy Häfen im Schwarzen Meer und im Asow’schen Meer -vor Russlands Haustüre zu eröffnen, der Aufbau von Biowaffenlaboren in der Ukraine durch die CIA, die Zusage, die Ukraine in die NATO aufzunehmen, die Kündigung von gemeinsamen Begrenzungsprogrammen von Atomwaffen und Mittelstreckenraketen durch die USA, das Auftreten der NATO als Angriffsarmee weltweit, stets unter erlogenem Vorwand und ohne vorherige Provokation, die bewusste Ankündigung Bidens, die von den USA gehasste Nordstream-Pipelines zu zerstören, wenn Russland zum äußersten getrieben wurde und militärisch in der Ukraine interveniert usw. usf.
Somit wird und ist völlig klar, dass die militärische Auseinandersetzung zwischen der NATO-Proxy-Armee der Ukraine und den russischen Streitkräften nach allen Regeln der „Kunst“ von den USA initiiert wurde.
Was die EU-Vasallen dazu sagen, ist im Prinzip irrelevant, die tanzen nur nach der Pfeife Washingtons, wenn nicht nach Trumps (Daddys) Pfeife, dann zumindest nach der Pfeife des Deep State und MIK.
Ach, da ist er wieder, dieser ganz besondere, exklusive Mythos der typischen Russlandversteher-Szene: Eine böse dritte Partei habe den Kreml im 21. Jahrhundert quasi „gezwungen“, einen brutalen Eroberungskrieg zu beginnen. Offensichtlich hat der Westen Putin wohl auch dazu genötigt, lautstark von den imperialen Eroberungen des 17. Jahrhunderts und dem Ruhm Peters des Großen zu schwärmen. Und wahrscheinlich waren es auch westliche Geheimdienste, die jene Reden diktiert haben, in denen der Ukraine die bloße Existenzberechtigung als eigene Nation und eigenständiger Staat abgesprochen wird.
Das ist unbestreitbar ein völlig neues Phänomen in der Weltgeschichte. Bisher waren wir es von imperialen Aggressoren gewohnt, dass sie zumindest die Schuld direkt auf ihr Opfer schoben – aber eine unbeteiligte dritte Partei vorzuschieben, um den eigenen, offen zur Schau gestellten Imperialismus zu rechtfertigen, ist eine ganz neue Stufe der intellektuellen Akrobatik.
Man tut so, als sei der Angreifer ein willenloser Statist, während er gleichzeitig stolz seine historischen Landkarten ausrollt.
Sollte (Gott bewahre!) jemals ein bewaffneter Räuber in das Haus dieser feinen Friedensexperten einbrechen, bleibt nur zu hoffen, dass die deutsche Polizei ihnen exakt nach ihrer eigenen Logik antwortet: „Unterschreiben Sie einfach alles, was der Gangster von Ihnen verlangt, überlassen Sie ihm das Haus, tun Sie alles, was er sagt – und wir als Polizei sorgen dann penibel dafür, dass Sie diese Vereinbarung auch einhalten!“
Machen wir es doch einfach mal der Reihe nach. Russland bricht im Februar 2022 erneut ein ganzes Dutzend bilateraler und internationaler Verträge, überfällt die Ukraine an mehreren Fronten und jammert dann – als es auf unerwartet harten Widerstand stößt: „Das ist unfair, lasst uns erst die ukrainische Verteidigung demontieren, damit wir es später noch einmal versuchen können!“
Jeder selbsternannte Experte, der heute tränenreich von der „verpassten Friedenschance von Istanbul“ schwurbelt, sollte erst einmal eine ganz einfache Frage beantworten: Warum wäre dieser vage Zettel im Jahr 2022 eigentlich mehr wert gewesen als all die Verträge zuvor? Was unterschied diesen Entwurf vom Budapester Memorandum von 1994, dem russisch-ukrainischen Grenzvertrag von 2003 oder den Vereinbarungen über die Aufteilung der Schwarzmeerflotte?
Ich gebe eine kleine Denkhilfe: Jedes einzelne dieser Dokumente enthielt konkrete, rechtlich bindende Verpflichtungen Russlands, die Ukraine niemals anzugreifen, keine militärische Gewalt gegen sie anzuwenden und die bestehenden Grenzen von 1991 als unverletzlich anzuerkennen.
Geholfen haben diese alten Papiere bekanntlich nichts, und wer im Ernst glaubt, dass ein Aggressor, der Verträge im Wochentakt bricht, sich ausgerechnet an ein in Istanbul improvisiertes Papier gehalten hätte, leidet an akuter Realitätsverweigerung.
Schaut man nämlich genauer hin, was in diesem angeblichen „Entwurf des Istanbuler Vertrages“ tatsächlich stand, stellt man schnell fest: Es gab überhaupt keinen fertigen Vertrag. Es handelte sich um einen chaotischen Austausch von Notizen, Maximalforderungen, unvereinbaren Ultimaten und Vorschlägen. Erst im Nachgang haben die Kreml-Apologeten aus diesem rohen, unfertigen Material ein fiktives Enddokument zusammengebastelt.
Das beste Beispiel dafür ist die Nebelkerze namens „Neutralität“. Sollte es eine Neutralität nach Schweizer Vorbild sein – also ein Staat mit einer hochgerüsteten, wehrhaften Armee und einer engen Partnerschaft mit der NATO? Oder meinte man das belarussische Modell? Viele wissen es vielleicht nicht, aber formal trat Belarus 1998 der „Bewegung der blockfreien Staaten“ bei. Gleichzeitig wurde das Land Mitglied des russisch geführten Militärbündnisses OVKS, beherbergt russische Militärstützpunkte sowie Atomwaffen und gilt auf dem Papier immer noch als „blockfrei“.
Ähnlich verhält es sich mit dem hohlen Versprechen der sogenannten „Sicherheitsgarantien“. Fakt ist, dass sich zum damaligen Zeitpunkt kein einziges Drittland bereiterklärt hatte, als Garantiemacht zu fungieren. Es gab absolut keine Konkretisierung, wie diese Garantien im Ernstfall aussehen sollten. Ein nuklearer Gegenschlag gegen Russland? Westliche Bodentruppen? Luftunterstützung? Oder doch nur simple Waffenlieferungen – also genau das, was dieselbe Friedensbewegung im Rest ihrer Texte als völlig inakzeptabel verdammt? Es gab schlichtweg nichts Konkretes. Dafür enthielt der Entwurf ein geradezu höhnisch anmutendes Angebot des Kremls: Russland verlangte für sich selbst den Status einer Garantiemacht und ein striktes Vetorecht bei künftigen Beistandsleistungen.
Die Logik dahinter ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Moskau wollte das Recht verbrieft haben, mit der einen Hand die nächste Aggression zu starten und mit der anderen Hand jegliche Hilfe für die Ukraine ganz legal zu blockieren – frei nach dem Motto: „Ihr dürft dem Opfer nicht helfen, wir sind dagegen, das steht so im Vertrag!“
Man muss sich wirklich fragen, ob der Autor bereit wären, seiner Logik auch auf andere Konflikte der Weltgeschichte anzuwenden. Konsequent zu Ende gedacht bedeutet ihr Argument nämlich: „Hitler hat zwar den Krieg begonnen, aber schuld an den Millionen Toten sind eigentlich diejenigen, die diesen Krieg nicht sofort beendet haben … natürlich durch die prompte Erfüllung all seiner Forderungen!“ Warum bricht diese vermeintlich pazifistische Logik an dieser Stelle plötzlich zusammen? Warum gilt das unbedingte Einknicken vor dem Aggressor nur im Fall der Ukraine als Stimme der Vernunft? Weil es kein echter Pazifismus ist. Es ist die feige Bereitschaft, die Freiheit anderer für eine trügerische, eigene Ruhepause zu opfern – exakt derselbe fatale Fehler, den Europa schon 1938 mit der Politik des Appeasements begangen hat.
Besonders unterhaltsam wird es, wenn der Blick auf die ökonomischen Profiteure des Konflikts gelenkt wird. Da wird haarklein und mit moralischer Entrüstung seziert, wer in Deutschland und im Westen an diesem Krieg verdient. Doch diese wirtschaftliche Spurensuche macht wie durch ein Wunder an der russischen Grenze halt. Folgt man dieser Logik, scheinen russische Waffen nicht etwa von Putins Oligarchen und Staatskonzernen produziert zu werden, sondern sie entstehen vermutlich ganz magisch aus dem Nichts. Es wird ernsthaft behauptet, für Russland gäbe es in diesem Krieg überhaupt keinen wirtschaftlichen Anreiz, da das Land ohnehin schon über riesige Territorien und Ressourcen verfüge. Warum sollte Moskau also Land, Rohstoffe, Getreide oder gar ukrainische Kinder stehlen wollen? Russland hat das doch alles schon! Das ist ein faszinierendes Paradoxon: Laut Theorie gibt es keinen Profit, aber in der harten Realität tut der Kreml exakt das – und zwar im industriellen Maßstab.
Schlimmer noch für die hiesige Argumentation: Die russische Führung versteckt diese Beute nicht einmal. Im Gegenteil, man brüstet sich im Staatsfernsehen ganz offen mit den eroberten Häfen, den besetzten Industriegebieten, den geplünderten Kornkammern und dem demografischen „Gewinn“ durch die verschleppten Kinder. Während uns hierzulande also weißgemacht werden soll, Russland führe einen rein defensiven, fast schon altruistischen Kampf gegen die NATO-Erweiterung, feiert sich der Aggressor selbst für seinen kolonialen Raubzug.
Ganz im Gegenteil: Die massive Aufrüstung Russlands und seine unverhohlene Aggressivität werden von genau dieser Publizistik nicht etwa kritisiert, sondern als höchste Form nationaler Souveränität und als Ausdruck weisester Politik gefeiert. Wenn der Westen seine Verteidigungsfähigkeit stärkt, ist das in den Augen dieser Kritiker blutrünstiger „Bellizismus“ und blinde Unterwerfung unter Washington. Wenn aber der Kreml seine gesamte Wirtschaft auf Kriegsproduktion umstellt, Raketen auf Wohnhäuser abfeuert und mit dem nuklearen Holocaust droht, dann mutiert das wie durch Zauberei zur „wahren Unabhängigkeit“ und zur Krone geopolitischer Weisheit. Russland darf sich nehmen, was es will, weil es eben „souverän“ ist – während das Opfer gefälligst stillzuhalten hat, um den Frieden nicht zu stören.
Diese bizarre Doppelmoral entlarvt das ganze Dilemma dieser Denkschule: Es geht ihnen gar nicht um Frieden oder Völkerrecht, sondern um die pure, devote Bewunderung des vermeintlich starken Mannes im Kreml, dessen brutalste Gewaltakte zu Akten höherer Staatskunst verklärt werden.
Und ach ja, der Euromaidan! Da war doch was.
Wenn diese Kreise über das Jahr 2013 schwurbeln, vergessen sie gerne den entscheidenden Unterschied: Das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU wurde über Jahre hinweg akribisch vorbereitet. Jeder einzelne Punkt war detailliert ausverhandelt, geprüft und mit dem gesamten ukrainischen Rechtssystem harmonisiert. Im krassen Gegensatz zu dem phantomartigen „Friedensvertrag von 2022“ lag das Dokument im November 2013 in Vilnius tatsächlich fix und fertig auf dem Tisch – inklusive des Stifts, mit dem der angereiste Janukowytsch nur noch hätte unterschreiben müssen.
Doch unter brutalem wirtschaftlichem Druck und unverhohlenen Drohungen aus Moskau machte Janukowytsch in letzter Sekunde vor dem fertigen Dokument kehrt und reiste ab. Als Reaktion auf die darauffolgenden Bürgerproteste versuchte er dann, ebenfalls nach Drehbuch und auf Anweisung Moskaus, den legitimen Unmut der eigenen Bevölkerung mit nackter Gewalt und Blutvergießen zu ersticken.
Aber hier sieht diese ganze Publizistik plötzlich überhaupt kein Problem darin, dass Russland einen echten, völkerrechtlich ausgereiften Vertrag eines souveränen Nachbarstaates mutwillig torpediert hat, oder? Ein jahrelang vorbereiteter Vertrag mit dem Westen darf von Moskau ungestraft zertrümmert werden, während ein chaotischer, russischer Erpresser-Zettel aus Istanbul zum heiligen Gral des Friedens hochgejagt wird. Mehr Doppelmoral passt in eine einzige politische Weltanschauung schlicht nicht hinein.
Ich ergänze:
„Immer mehr Aufmerksamkeit bekommen auch die Kommunisten, die mit ihrer Agitation die Hälfte des Landes für sich gewonnen haben. Für ihre Wahlkampagne verfügen sie über mehr Geld als je zuvor; sie werden wohl mit Leichtigkeit ins Parlament einziehen. Die Kommunisten sind der Seele der ostukrainischen Wähler, die von Janukowitsch enttäuscht sind, am nächsten. Sie versprechen wie er eine maximale Annäherung an Russland und die Einführung des Russischen als offizielle Amtssprache neben dem Ukrainischen. Der einzige Unterschied ist, dass die Kommunistische Partei, anders als die Partei der Regionen, sich gegen eine Annäherung an Europa ausspricht. Sie plädiert für den Zusammenschluss eines neuen vereinigten Staates, bestehend aus Russland, Belarus und der Ukraine.“
https://www.sueddeutsche.de/politik/wahl-in-der-ukraine-unehrlich-schmutzig-und-doch-ein-grund-zur-freude-1.1507705
Die Partei von Janukowitsch hat also Wahlkampf mit Europa gemacht.
„Die Separatisten in der Ostukraine haben nach eigenen Angaben umfangreiche militärische Unterstützung aus Russland bekommen. 30 Panzer sowie 1.200 auf russischem Gebiet ausgebildete Kämpfer seien zur Verstärkung gekommen, sagte ihr Anführer Andrej Sachartschenko in einem Video. Der Mitschnitt des Sachartschenko-Interviews stand auf einer den Separatisten nahestehenden Internetseite.“
https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/separatisten-waffen-russland
Pöse, pöse Waffenlieferungen, werft ihn zu Boden.
„Moskau – Russland hat Kiew massive Finanzhilfen zugesichert. Das sagte Kreml-Chef Wladimir Putin Agenturen zufolge am Dienstag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch in Moskau. Konkret geht es um folgende Maßnahmen:
Russland investiert 15 Milliarden Dollar (10,9 Milliarden Euro) in ukrainische Staatsanleihen.
Außerdem kündigte Putin einen Abschlag von etwa einem Drittel auf den Preis für Gaslieferungen an. Kiew zahlt demnach an den Staatskonzern Gazprom ab Januar 2014 nur noch 268,50 Dollar (etwa 195 Euro) pro 1000 Kubikmeter Gas und damit erheblich weniger als der Westen. Bisher lag der Preis bei 430 Dollar.
Zudem soll nach drei Jahren Unterbrechung die Wiederaufnahme russischer Öllieferungen an eine Raffinerie im ukrainischen Odessa vorgesehen sein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters in Berufung auf Händlerkreise.
Über einen Beitritt der Ukraine zu einer Zollunion vom Pazifik bis zu den Grenzen der EU, wie sie Russlands Präsident vorschwebt, wurde nach seinen Angaben nicht gesprochen.“
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/russland-bewilligt-ukraine-kredit-ueber-15-milliarden-dollar-a-939646.html
Kurz nach der Weigerung von Janukowitsch das Assoziierungsabkommen zu unterschreiben mit dem er Wahlkampf gemacht hat düst der mal so eben nach Moskau um sich von Putin Kohle überweisen zu lassen.
Und nach Ihrem, oder dem westlichen Mythos, ist es so, dass die zunächst gefeierten und hofierten Glasnost & Perestroika-Politiker ihre früher unterjochten Satelliten-Staaten erst in die freie, souveräne Selbstbestimmung entlassen haben, um sie aber weiterhin mit ihrem gut versteckten „Expansionismus“ aus der Zarenzeit so zu bedrohen, dass ihnen aus ständiger Angst vor einer erneuten russischen Invasion nichts anderes übrig blieb, als ganz freiwillig „Schutz“ vor dem potenziellen Aggressor in der Nato zu suchen und sich militärisch auf Nato-Standards umzurüsten.
Da hat der böse Russe sie in die Arme des Westens getrieben, der als völlig Unbeteiligter gar nicht anders konnte, als diese verfolgten Freiheitswilligen in sein Militärbündnis aufzunehmen und sie – natürlich nur zu ihrer Sicherheit – mit Militärgerät auszustatten, das geostrategisch noch näher an Russland stationiert, viel schneller in der Lage ist, russische Bedrohungen möglichst frühzeitig auszuschalten. Bei den Russen darf man das ja nicht als berechtigte „Sicherheitspolitik“ und „Abschreckung“ sehen, weil der Ausbau der „europäischen (Nato-)Sicherheitsarchitektur“ in Ländern wie Deutschland, Polen, Estland, Lettland, Litauen, sowie geplante Erweiterungen wie in der Ukraine und spätere Beitritte Finnlands und Schwedens ja nie so offen auf Russland abzielte. Weswegen die Russen, spätestens seit Kanzler Scholz, trotz aller jahrelang gesteigerten Anfeindungen über das „autokratische Unrechtsregime“, überhaupt keinen Grund hätten haben können, sich von westlicher Seite durch irgendwas bedroht zu fühlen.
Beim historischen Geschwurbel ist Putin natürlich in Sachen Stolz auf die Nation und ihren vaterländischen Sieg über den Hitler-Faschismus leicht im Vorteil, weil besonders Deutschland auf dem Feld eher Peinlichkeiten zu bieten hätte. Deswegen hat auch Kanzler Scholz Putins „lange Ausschweifungen“ ins Historische gar nicht weiter als diplomatische Begründung des russischen Standpunkts ernst genommen, dass der Westen mit der geplanten Eingliederung der Ukraine ins Nato-Bündnis eine „rote Linie“ überschritten hat, die Russland sich sicherheitspolitisch nicht weiter gefallen lässt, und wenn es einen Krieg kostet.
Deutschland und Europa haben sich anstelle von historischem Quark lieber auf eine „europäische Sicherheitsordnung“ gestützt, so getan als wäre die Ukraine nicht nur vom Anspruch her, sondern bereits ein fester Bestandteil dieser Ordnung, gegen die Russland mit seinem Krieg verstößt. Von daher ist es im westlichen Mythos immer beides. Deutschland und Europa helfen einem kleinen, angegriffenen Land „nur“ bei der Verteidigung seines Selbstbestimmungsrechts gegen den großen Aggressor. Andererseits ist ihre weitreichende Sicherheitsordnung selbst angegriffen und verletzt, auch ohne jede Mitgliedschaft der Ukraine. Umso schöner, wenn es der ukrainische Präsident selbst ständig erzählt, dass er für „ganz Europa“ und dessen „freiheitlichen Lebensstil“ gegen die bösen Russen-Orks kämpft. Und so ein Dienstverhältnis ist es ja auch, wenn die Ukraine weiter für das Endziel unterstützt wird, nur als territorial vollständig zurückeroberter und nicht-neutraler Staat in die Nato-Abteilung der EU aufgenommen zu werden.
Das ganze Gerede um frühere „Zusagen“, verbal, schriftlich und vertraglich rechtsgültig, eventuelle „Übersetzungsfehler“ oder „Missverständnisse“ zum Geltungsbereich der Nato-Erweiterung, Vertröstung der Russen auf spätere Verhandlungen, noch spätere öffentliche Revisionen von Baker, Fragen der Vertragsbrüchigkeit und -würdigkeit und wissenschaftliche Forschungen und Expertenmeinungen über all das, ist den beteiligten Kriegsparteien aber sowieso ziemlich egal.
Faktisch klar dürfte sein, dass die Glasnost und Perestroika-Politiker sich von der Aufgabe ihres Staatssozialismus und anderen Vorleistungen eine Anerkennung als gleichberechtigte Großmacht versprochen haben, gar westliche „Hilfen“ und Kredite zu ihrer kapitalistischen Transformation, eine Sicherheitspartnerschaft zu irgendwie „gemeinsamer“ Regelung der Weltordnung und jedenfalls kein militärisches Aufrücken der bisher feindlichen Nato an russische Grenzen. Mit diplomatisch gutwilligen Gesten des Westens wurden ihre Interessen als diskutabel begrüsst, auf spätere Verhandlungen hinausgeschoben, für die den Russen taktisch stets weitere Beweise ihres „ernsthaften“ und unumkehrbaren Besserungswillens abverlangt wurden. Von „Verarschung“ kann man da natürlich nicht reden, Gorbi und Jelzin wollten es ja so.
Besonders die USA haben der Selbstzerlegung des „Kommunismus“ und dem für sie nützlichen Zerfall der Sowjetunion als ihrem Hauptfeind gerne zugesehen und hatten natürlich kein Interesse das bekehrte Russland nun zu ihrem kapitalistischen Konkurrenten hochzupäppeln. Im Gegenteil. Jede Schwächung Russlands würde ja zur Aufwertung der einzig verbliebenen Supermacht mit ihrer Nato führen. Die sah in der Schwäche Russlands ihre Chance ehemalige Ost-Block Staaten in ihr Militärbündnis einzugliedern, was die wiederum als gute Gelegenheit gesehen haben ihrem nationalen Status mehr Gewicht zu verleihen, gerade wenn ihre Wirtschaft dafür (noch) nicht so viel hergibt. Von wegen Angst vor Bedrohung durch die Russen. Bis zum Krieg gegen die Ukraine wurde das freiheitliche Leben in den baltischen Staaten als locker entspannte, kulturell vielfältige, touristisch interessante und fortschrittliche Lebensweise dargestellt und plötzlich wird nur noch über Ängste vor dem ewigen russischen Imperialismus berichtet, für die Deutschland unbedingt eine Brigade nach Litauen kommandieren muss, die zweiffellos sofort ein wohliges Schutzgefühl unter den Litauern verbreitet.
Die häufigeren Panzer- und Militärtransporte auf den Autobahnen finde ich ja auch total beruhigend, weil ich weiß, dass es dabei um meine und „unsere Sicherheit“ geht, und die von Opa, Oma und ihrem kleinen Häuschen.
Der „Mythos“ der Putin-Versteher ist nur gar nicht so „exklusiv“, weil die Ukraine- und Nato-Anhänger fast den gleichen Mist wie Putin in seinen Kriegsbegründungen erzählen, nur eben umgekehrt, dass es in der Ukraine um unser aller Freiheitskampf gegen einen neuen Hitler oder Großmacht-Zaren geht, der einfach nicht der europäischen Großmacht gehorchen will, unverhandelbare Forderungen nach vollständiger EU/Nato-Zugehörigkeit der Ukraine nicht unterschreibt, stattdessen genauso unverhandelbar auf einer neutralen, teilweise entmilitarisierten Ukraine, einer russischen Krim und anderen Gebieten beharrt und von seinen Ansprüchen auf eine „russische Sicherheitsarchitektur“ einfach nicht abrücken will.
Na dann müsste ja auf beiden Seiten der Anhängerschaft klar sein, dass Vertragsbrüche und Verhandlungswillen sowieso keine überzeugenden Einwände für niemanden sind und nur für die Schuldzuweisungen taugen sollen wer nun verantwortlich dafür ist, dass der Krieg auf jeden Fall weitergehen muss, bis einer auf dem Schlachtfeld nicht mehr kann.
Beliebte „Beispiele“, wie das vom überfallenen Häuschen, bei dem die Opfer ganz bedingungslos „alles unterschreiben“ sollen, sind doch mit ihrer fingierten Unmöglichkeit einer Beendigung des Krieges nur ein einziges Plädoyer für seine möglichst siegreiche Fortsetzung. Nach der Logik müssen dann eben weitere patriotische Opfer erbracht werden, für etwas mehr ukrainisches Territorium, nationale Souveränität und einen Sieg des deutsch-geführten Europas bei der Bekämpfung und Unterordnung russischer Interessen.
Wenn Verträge oder Vertragsentwürfe „das Papier nicht wert wert sind“ – natürlich nur wegen der Russen, Minsk 2 mit Merkel war ja gar kein Täuschungsmanöver um der Ukraine mehr Zeit für Kriegsvorbereitung zu verschaffen -, wenn die russische Forderung nach „Neutralität“ genauso nur eine „Nebelkerze“ sein soll, wie die westlichen Tricksereien mit „Zusagen“ und Verhandlungen, wenn drittens, die von europäischer Seite aufgebrachten, unerfüllbaren „Sicherheitsgarantien“ auch nur als „hohle Versprechen“ auf den Tisch gelegt werden, um zu beweisen, dass Putin auf eine alternative Besetzung der Ukraine durch UNO- und „nato-blaue Männchen“ als Friedenssicherer auch nicht eingeht, dann geht es den verbliebenen Nato-Europäern, nun ohne US-Führung, ja ebenso um das Beharren auf ihrer „Maximalforderung“ vom Anfang des Krieges, dass die Ukraine ohne irgendwelche unberechtigten Bedingungen der Russen zum gemeinsamen europäischen Militär-Bollwerk gehören muss und dass da mit dem Aggressor nichts zu verhandeln ist – also weiterhin „auf in den Krieg!“ Jeder andere Gedanke an „Diplomatie und Verhandlungen“ nützt aus dieser bellizistischen Sicht nur dem total unnachgiebigen Feind im Kreml und vereitelt den europäischen „Siegfrieden“. Aber die Strategie ist ja nicht neu Kriegsgegnern, Pazifisten oder auch nur alternativen Diplomatie-Freunden zuviel unnationales „Verständnis“ für den Feind vorzuwerfen.
Bei „Janukowitsch“ braucht man übrigens auch nur weglassen, dass es die EU war, die den Abbruch der Beziehungen zu Russland forderte als Bedingung für Beziehungen zur EU – was natürlich gar keine „dreiste“ Erpressung des „ukrainischen Selbstbestimmungsrechts“ darstellte.
2. (Fortsetzung)
Putin macht als amtierender Nationalist seines Landes letztlich nicht so viel anderes als Scholz, Merz, Baerbock, Kiesewetter u.a., um ihre deutschen Interessen demnächst ebenfalls mit Krieg durchzusetzen. Dafür werden mehr Ressourcen in Aufrüstung und Kriegsertüchtigung gesteckt. Wenn Russland das macht wird es „Kriegswirtschaft“ genannt und ist schlecht und böse. So böse, dass „wir“ in dieser Disziplin dringend aufholen müssen. Dieser Irrsinn wird an zig anderen Punkten vorexerziert, an denen man über Einschränkungen der Meinungs- oder Pressefreiheit und rechtliche Bestrafungen einfach darauf verpflichtet wird „Deutsch!“ zu denken und damit hier als gut und nötig einzusehen, was unter Putins Herrschaft ein reines Übel ist. Und Nein, man muss kein „Putin-Versteher“ sein, wie es ständig diffamierend gegen Wagenknecht, Precht und andere mit ihren hohlen Aufrufen zu „Vernunft“ und „diplomatischen Lösungen“ gestreut wird. Man kann auch gegen russischen UND den deutsch-europäischen Nationalismus genügend Einwände gegen das Märchen haben, dass Opfer für „die deutsche Meinungsfreiheit“, das Wahlrecht oder die Wirtschaft, sich für einen selbst irgendwie „lohnen“, wenn man nur bereit ist, Gesundheit oder Leben für die Nation aufs Spiel zu setzen.
Die vielen alten Geschichten von Kriegstoten und -versehrten, und auch die neueren von geschädigten Afghanistan-Veteranen scheinen schonmal gar keine „abschreckende Lehre“ mehr zu sein, sondern mehr als realitätsbewusstes Anwerbemittel eingesetzt zu werden. Im TV werden auch nur noch jugendliche Bundeswehr-Interessierte anstelle von traumatisierten oder sonstwie beeinträchtigten Soldaten gezeigt, die bereit sind „ihrem Land etwas zurückzugeben“, und authentisch besorgte Eltern, die aber trotzdem „jede Entscheidung“ ihrer Kinder zum Kriegsdienst unterstützen. Vorbildlich!
3.
Den Froschauer-Artikel finde ich, trotz vieler Fakten und manchen richtigen Einschätzungen, wenig überzeugend, weil er ausgerechnet mit dem Eisenhower-Zitat gegen „unberechtigten Machteinfluss“ des bloß profitorientierten Rüstungskapitals argumentiert und damit FÜR einen unbefleckten Patriotismus, bei dem nur die höchsten nationalen Interessen zählen dürfen. Für die muss man sich schon „Frieden, Diplomatie und das Wohlergehen der Bevölkerung“ als politische Zwecke zurechterfinden und fest dran glauben, dass es ehrenwerten Nationen eigentlich darum ginge, wenn es nicht dauernd üble Kapitalinteressen gäbe, die die guten politischen Absichten ins Verderben führen.
Es sind doch die verehrten Nationen, die mit ihrem Bedarf an bedrohlichen und erpresserischen Militärgütern die Rüstung erst zum guten Geschäft mit dieser speziellen Ware machen und im Kapitalismus muss sich jede Produktion von Ware für ihre Eigentümer lohnen. Wozu also das alte Gemecker, dass auch mit Waffen privates Geld verdient wird, das zum „gefährlichen Einfluss“ werden könnte, wo doch staatliche Nachfrage und privates Angebot so einträchtig zusammenpassen? Für unerwünschte Deals, selbst mit kleinen Bauteilen, gibt’s ja eine ständige politische Handelskontrolle, die sicherstellen soll, dass nur die richtigen Freunde mit unserer hochgeschätzten Kriegstechnologie beliefert werden.
Natürlich ist die NATO-Erweiterung nach Osten das Problem. Versprochen war *keine* NATO-Erweiterung und Genscher und Baker haben damals „keinen Zentimeter“ bzw. „not an inch“ versprochen.
Nun hatten die Russen gegen die erste und zweite Osterweiterung nicht wirklich etwas einzuwenden – die ehemaligen Ostblock-Länder waren schließlich seit dem zweiten Weltkrieg „von den Russen besetzt“ gewesen und konnten so leicht von den Amerikanern gekauft werden.
Kritischer ist die Lage allerdings bei den Ländern, die direkt an Russland grenzen und große russische Minderheiten haben. Weißrussland, die Ukraine und Georgien konnten nicht einfach so gekauft werden, da wurden geheimdienstliche Mittel wie Putsche und „Farbrevolutionen“ aus der westlichen Trickkiste geholt …
Falls es in der Ukraine (wie nach 2008 in Georgien) noch einen Aufstand gegen die „pro-westlichen Revolutionäre“ gibt, könnte die Sache dort sogar nach hinten losgehen …
Selbst wenn es dieses ominöse Versprechen gegeben haben sollte, ist dass noch lange kein Grund ins Nachbarland einzufallen, Teile dieses Landes zu seinem eigenen Territorium zu erklären, jahrelang zu morden, zu brandschatzen, den Rest des Landes mit Bomben und Drohnen zu terrorisieren und nebenbei auch noch diejenigen zu bedrohen die dem Land helfen sich dagegen zu wehren.
Abgesehen von unseren westlich Bellizisten existiert jenseits des eisernen Vorhangs auch eine russisch-putinistische Kriegsmaschine, die sich seit mehreren Jahren in der Offensive befindet und nicht locker lässt. Welch eine irrsinnige Verschwendung dieser überflüssige Krieg doch bedeutet! Warum muss dieser ohnehin geschundene Planet darunter leiden, dass einige Multimilliardäre sich um seine Ressourcen balgen? Die Antwort: Multimilliardär XYZ hatte gestern Sackjucken oder Ähnliches…
Die Russen sind unserer Freunde.
Die würden niemals angreifen, denn der Westen ist seit über 100 Jahren der Agressor.