
Atomwaffen galten als Relikte des Kalten Krieges. Nun rücken sie ins Zentrum internationaler Sicherheitsstrategien. Die großen Mächte rüsten auf, Rüstungskontrollverträge zerfallen und nukleare Drohungen gehören zum politischen Alltag. Steht die Welt vor einem neuen atomaren Wettrüsten?
Mit dem Ende des Kalten Krieges schien die Gefahr eines nuklearen Wettrüstens gebannt. Die Zahl der Atomwaffen nahm ab, Abrüstungsverträge wurden geschlossen und viele Beobachter gingen davon aus, dass die Relevanz nuklearer Abschreckung sinken würde.
Heute ergibt sich ein anderes Bild. Atomwaffen haben ein Comeback in der internationalen Machtpolitik. Russland modernisiert sein Arsenal, China baut seine nuklearen Fähigkeiten in unbekanntem Tempo aus, die Vereinigten Staaten investieren Milliarden in die Erneuerung ihrer Nuklearstreitkräfte und Nordkorea treibt sein Raketenprogramm kontinuierlich voran.
Die Hoffnung auf eine Entwertung nuklearer Waffen ist einer sicherheitspolitischen Realität gewichen, in der Abschreckung als unverzichtbar gilt.
Das Ende der nuklearen Entspannung
Die internationale Sicherheitsordnung befindet sich im Umbruch. Der Ukraine-Krieg, die wachsenden Konflikte zwischen den USA und China sowie regionale Konflikte im Nahen Osten und in Ostasien haben die Wahrnehmung militärischer Bedrohungen tiefgehend verändert.
Besonders Russlands Angriff auf die Ukraine markiert einen drastischen Wendepunkt. Seitdem Ukraine-Krieg verweist Moskau permanent auf sein Nukleararsenal. Russische Politiker und Militärvertreter betonen regelmäßig die Tragweite nuklearer Abschreckung und erinnern daran, dass Russland über das größte Atomwaffenarsenale weltweit verfügt.
Diese Signale dienen dazu, westliche Staaten von einer direkten militärischen Konfrontation abzuhalten. Sie weisen nachdrücklich auf, dass Atomwaffen sowohl militärische als auch politische Drohkulissen sind. Bereits ihre Existenz beeinflusst Entscheidungen anderer Akteure.
Chinas nuklearer Aufstieg
Während Russland im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit steht, vollzieht sich in Asien ein Prozess, die langfristig noch bedeutsamer sein könnte. China erweitert sein Atomwaffenarsenal schneller als erwartet wurde. Satellitenaufnahmen zeigen moderne Raketensilos, Experten gehen von einem erheblichen Ausbau strategischer Kapazitäten aus.
Für Peking symbolisiert das ein umfassender Machtaufstieg. Die chinesische Führung sieht sich mit den USA im globalen Wettbewerb um Einfluss und technologische Vorherrschaft. Nuklearwaffen repräsentieren strategische Glaubwürdigkeit.
So entsteht eine neue Situation: Während die nukleare Ordnung des Kalten Krieges durch die Rivalität zwischen Washington und Moskau geprägt war, bildet sich nun ein Dreieck zwischen den USA, Russland und China.
Die Krise der Rüstungskontrolle
Parallel zur Modernisierung nuklearer Arsenale schwindet die internationale Rüstungskontrolle. Einige Kontrollverträge wurden jüngst aufgekündigt und das Vertrauen zwischen den Großmächten ist immens gesunken. Wo einst Verhandlungen über Begrenzungen und Transparenz stattfanden, dominiert fortan strategisches Misstrauen.
Die Folgen reichen über technische Fragen hinaus. Rüstungskontrollabkommen dienten nicht bloß der Limitierung von Waffen, sondern hauptsächlich der Berechenbarkeit staatlichen Handelns. Sie reduzierten Unsicherheit und verringerten das Risiko gefährlicher Fehleinschätzungen. Ihr Zerfall steigert dagegen die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen und Eskalationen.
Europa zwischen Abschreckung und Abhängigkeit
Für Europa hat dies eine brisante Wichtigkeit. Die europäischen NATO-Staaten verfügen begrenzt über eigenständige nukleare Fähigkeiten und sind in hohem Maße auf den nuklearen Schutzschirm der Vereinigten Staaten angewiesen.
Es wächst die Unsicherheit über die Verlässlichkeit amerikanischer Sicherheitsgarantien. Demnach gewinnen Diskussionen über europäische Verteidigungsfähigkeit und strategische Autonomie an Popularität.
Dabei zeigt sich ein grundlegendes Dilemma: Viele europäische Staaten betrachten nukleare Abschreckung angesichts der russischen Bedrohung als unverzichtbar. Aber dieses Denken steht stark im Spannungsverhältnis zu den Abrüstungs- und Nichtverbreitungszielen.
Mehr Waffen führen nicht automatisch zu mehr Sicherheit
Jede Ausweitung nuklearer Kapazitäten erhöht die Komplexität strategischer Beziehungen. Mehr Akteure, modernere Waffensysteme und kürzere Reaktionszeiten können die Stabilität eines Abschreckungssystems schwächen.
Hinzu kommen technologische Herausforderungen wie Künstliche Intelligenz, Cyberoperationen oder autonome Systeme. Sie verändern die Bedingungen strategischer Entscheidungsfindung und schaffen neuartige Unsicherheiten, deren Auswirkungen kaum absehbar sind.
Die Annahme, dass nukleare Abschreckung jederzeit stabil funktioniert, ist keinesfalls garantiert.
Die Rückkehr einer alten Gefahr
Sehr lange schien die nukleare Bedrohung aus dem öffentlichen Bewusstsein vollkommen verschwunden zu sein. Klimawandel, Digitalisierung und wirtschaftliche Krisen bestimmten politische Runden. Atomwaffen galten als überwundene Hürde.
Die internationale Lage beweist, dass diese Einschätzung verfrüht war. Nuklearwaffen sind mitnichten verschwunden. Vielmehr stehen sie im Vordergrund geopolitischer Machtkonkurrenz. Die Welt befindet sich nicht unbedingt in einer Neuauflage des Kalten Krieges. Dennoch entsteht eine Sicherheitsordnung, in der Abschreckung, Aufrüstung und strategische Rivalität an Stellenwert zulegen.
Deshalb stellt sich die Frage nach neuen Formen der Rüstungskontrolle mit großer Dringlichkeit. Denn die Geschichte des Atomzeitalters belegt: Abschreckung kann Stabilität schaffen – dauerhaft ersetzen kann sie politische Verständigung niemals.





Sogar der Komiker Dieter von Hallervorden geht gegen MERZ vor!
Didi Hallervorden – Merz + Pistorius kämpft auf dem Mond
https://www.youtube.com/shorts/oiCXEewwWg4
Deutschland wacht auf – Merz muss weg-Demonstrationen in Berlin und München
https://www.youtube.com/watch?v=1qAHn_6eWlw
DIE WAHREN NAZIS SITZEN IN UNSERER REGIERUNG !!
@Walter Nikolaus Gerhartz
Mir erscheint es auch unverständlich, dass so wenige Bürger gemerkt haben, dass die Vorwürfe von Politikern der Union, SPD und den Grünen nur von ihrer eigenen rechtsradikalen Politik ablenken sollen.
„Mir erscheint es auch unverständlich, dass so wenige Bürger gemerkt haben, dass die Vorwürfe von Politikern der Union, SPD und den Grünen nur von ihrer eigenen rechtsradikalen Politik ablenken sollen.“
„Ablenkungsstrategie“ gehört zum vorherrschenden Politik-Betrieb
„Spaltung der Gesellschaft: Autoritarismus-Vorwurf, begründete Autoritarismus-Angst als Vehikel “
https://www.youtube.com/watch?v=IQvR8a3VYNM&t=11s
Mir ist unverständlich wieso von einem fehlkonstruierten System immer noch gute Lösungen im Sinne des Gemeinwohls erwartet werden?
Unbegreiflich, dass Kanzler Merz, EU-Präsidentin von der Leyen, Pistorius, Wadephul und andere die Aussage von Putin
auf die leichte Schulter nehmen.
Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl, Atomwaffen einzusetzen, sollte die Existenz Russlands bedroht sein, und die USA haben diesen Wink kappiert.
Selbst wenn Putin tatsächlich nur blufft, ist es nicht nur unverantwortlich das Schicksal Deutschland, der EU und sogar der ganzen Welt aufs Spiel zu setzen, es ist sogar verbrecherisch, und das nur um ein korruptes Regime in der Ukraine am Leben zu erhalten.
Ja, wenn es denn nur um Korruption gänge – die gibt es überall. Nur in D nicht, dort gibt es „politische Landschaftspflege“
Viel schlimmer ist doch, dass es sich dort um einen rassistischen und faschistischen Unrechtsstaat handelt. Wer Teile seiner Bevölkerung ihrer Rechte beschneidet, sie zu minderwertgen Menschen abstempelt, kaltblütig abknallt und eine ethnisch reine Ukraine anstrebt, den kann man nicht anders bezeichnen. Das betrifft natürlich vorrangig ethnische Russen, aber die anderen Minderheiten (u.a. Ungarn und Polen)sind für die Machthaber dort auch nicht viel besser. Der ganze Bandera Kult und die Verherrlichung des Nazitums tun ein übriges.
Und wer diese Mischpoke unterstützt, ist ebenfalls ein Faschist. Und mit Faschisten kungeln, da war Deutschland immer vorn mit dabei. Nix gelernt aus der Geschichte 🙁
Finde der Artikel hat ein ziemliche Schieflage. (wundert mich das der hier erscheint)
> Besonders Russlands Angriff auf die Ukraine markiert einen drastischen Wendepunkt. Seitdem Ukraine-Krieg verweist Moskau permanent auf sein Nukleararsenal.
Im Gegenteil Russland hat immer wieder betont das sie dort keine einsetzen. Das halte ich auch für glaubhaft, da man sich sonst aus der Weltgemeinschaft katapultieren würde.
Wenn westliche Länder allerdings sagen wir wollen Russland zerschlagen, gibt sogar schon Landkarten wer welches Stück bekommt, dann droht Russland mit Atomwaffen. Wenn der Krieg auf russisches Territorium getragen werden würde, sollte man allgemein davon ausgehen das Russland AW einsetzen würde. Das würden alle andere Atomwaffenländer genauso handhaben. Insofern ist das keine Besonderheit von Russland.
> Heute ergibt sich ein anderes Bild. Atomwaffen haben ein Comeback in der internationalen Machtpolitik. Russland modernisiert sein Arsenal, China baut seine nuklearen Fähigkeiten in unbekanntem Tempo aus, die Vereinigten Staaten investieren Milliarden in die Erneuerung ihrer Nuklearstreitkräfte und Nordkorea treibt sein Raketenprogramm kontinuierlich voran.
Nein. Der Hintergrund war das die USA einseitig aus den Absrüstungsverträgen ausgestiegen ist. Dazu zählen übrigens Raketenabwehrschirme mit rein, welche von den USA in Polen und Rumänien aufgestellt haben. Das vergessen viele. Da diese das Kräftegleichgewicht beeinflussen. Dann erst hat Russland gesagt wir modernisieren.
China rüstet auf, das ist zumindest richtig. Hängt aber auch mit der stärkeren Bedrohung durch die USA und Westeuropa wegen der Taiwan Frage zuammen. Eine aggressive Außenpolitik hat Folgen, dem kann man eigentlich fast alles der letzten 30 Jahre zuordnen.
> Dabei zeigt sich ein grundlegendes Dilemma: Viele europäische Staaten betrachten nukleare Abschreckung angesichts der russischen Bedrohung als unverzichtbar. Aber dieses Denken steht stark im Spannungsverhältnis zu den Abrüstungs- und Nichtverbreitungszielen.
Die russische Bedrohung ist herbeigeredet. Im Sinne des Kräftegleichgewichts muss Russland alle Atomwaffen in Europa zusammenrechnen. Dazu gehören USA, Frankreich und England. Und wenn die USA die Verträge aussetzen oder Raketenabwehrschirme bauen, ist Russland gezwungen aufzurüsten.
Der Verantwortliche dafür ist der der als erster die Verträge gekündigt hat und der als erster Raketenabwehrschirme aufgestellt hat. Da schauen wir dochmal auf den Kalender.
https://www.kasseler-friedensforum.de/867/fragen_und_antworten/US-Mittelstreckenraketen-in-Deutschland-Sicherheit-oder-Kriegsgefahr/
Der Artikel hat tatsächlich Schlagseite, man könnte auch sagen, er ist gekentert und säuft ab.
Das ist die Realität: „Nein. Der Hintergrund war das die USA einseitig aus den Absrüstungsverträgen ausgestiegen ist. Dazu zählen übrigens Raketenabwehrschirme mit rein, welche von den USA in Polen und Rumänien aufgestellt haben. “
Und wie versteckt die Autorin dieses eindeutige Verhalten unserer Führungsmacht? „Parallel zur Modernisierung nuklearer Arsenale schwindet die internationale Rüstungskontrolle.“ Klarer Fall von plötzlicher Schwindsucht.
„Viele europäische Staaten betrachten nukleare Abschreckung angesichts der russischen Bedrohung als unverzichtbar.“ Wie entstand eigentlich die „russische Bedrohung“, an die wir nun glauben sollen? Sie entstand durch einen Angriffskrieg, den wir laut G. Beebe mit Umsicht herbeigeführt haben – weil wir glaubten, Russland würde ihn automatisch verlieren.
Es täte dem Artikel gut, würde die ursprüngliche Wurzel des aktuellen Geschehens wenigstens am Rande erwähnt – das Imperium USA im Niedergang. Es geht um den Machterhalt des Westens und dem Versuch dieses Westens mit allen Mitteln dagegen zu halten.
Dabei haben die BRICS alle Länder auf der Welt einschließlich des Westens eingeladen bei ihrem Projekt gleichberechtigt mitzumachen. Für den neokolonialen Westen eine Frechheit, weil sie wissen, dass sie in einer friedlichen Welt weiter Macht verlieren.
„Dazu zählen übrigens Raketenabwehrschirme mit rein, welche von den USA in Polen und Rumänien aufgestellt haben.“
Raketenabwehrschirme sind Wunderwaffen, eine ICBM mit MIRV die mit > Mach 10 reinkommt wird man nicht sicher abfangen können. Das wurde doch alles in den 80’ern diskutiert.
Das stimmt sicher abfangen wird man die nicht. Da wird eine trügerische Sicherheit verkauft.
Allerdings gibt es eine Abfangquote und um genau die wird die Gegenseite die Anzahl ihrer Waffen erhöhen.
Umso mehr Waffen existieren, desto eher werden sie auch irgendwann eingesetzt.
Das sieht man ja auch so schön in der USA.
MAD ist gekommen um zu bleiben und das war auch nie weg.
Seit Trinity ist der Geist aus der Flasche.
Und zur Erinnerung: https://video.twimg.com/amplify_video/1896218732407500800/vid/avc1/880×576/rTNehdC__b9lwQvM.mp4
Eben. Nur weltfremde Träumer haben geglaubt der kalte Atomkrieg wäre vorbei mit dem Ende der Blockkonfrontation. Die Bedrohung war aber nie weg. Sie war nur aus der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verschwunden, während die bestehenden Abkommen das Risiko eines Einsatzes zu reduzieren langsam wegerodiert wurden durch Nichtverlängerung oder Aufkündigen. Meistens von den USA ausgehend.
Ja eine wirklich vernünftige Menscheit würde Kernwaffen als jenseits aller Größenordnungen anderer Waffen verbannen. Was man mit den dafür aufgewendeten Geldern alles machen könnte…! Aber was wenn dann doch jemand heimlich…? Deswegen bleibt MAD. So geisteskrank dieses Konzept auch ist. Ein besseres haben wir leider nicht sicherzustellen, daß kein Atomkrieg ausbricht.
Leider scheint diese Erkenntnis bei den europäischen politischen Führern noch nicht angekommen zu sein. Oder aber die Erkenntnis wird von ihnen bewusst ignoriert – aus mir unbekannten Gründen. Aber es müssen ja sehr starke Gründe sein, wenn man es auf einen Atomkrieg ankommen lässt. Jedenfalls kann ich nicht glauben, dass sie tatsächlich so naiv sind wie uns täglich in Tagesschau und Co erzählt wird.
Russland vor nuklearem Rubikon: Warum der Westen mit dem Feuer spielt
https://pi-news.net/2026/06/russland-vor-nuklearem-rubikon-warum-der-westen-mit-dem-feuer-spielt/#comment-6297563
In einer Zeit, in der die NATO die Eskalationsleiter Stufe um Stufe erklimmt, warnen zwei der schärfsten geopolitischen Denker vor einer Katastrophe.
Der US-Politikwissenschaftler Professor John Mearsheimer und der einflussreiche russische Stratege Professor Sergey Karaganov haben in einem brisanten Gespräch klargemacht:
Russland steht unter wachsendem Druck, seine Abschreckung wiederherzustellen – notfalls mit einem begrenzten nuklearen Schlag gegen Europa. Und beide sind sich einig:
Die USA würden höchstwahrscheinlich nicht atomar zurückschlagen.
Seit 2022 hat die NATO ihre Beteiligung am Ukraine-Krieg schrittweise ausgeweitet: von Panzern über Langstreckenraketen bis hin zu Angriffen direkt von NATO-Gebiet aus.
Jede neue Eskalationsstufe wird in Brüssel und Berlin als Beweis russischer Schwäche gefeiert.
Gleichzeitig wächst im Kreml der Druck, endlich zu reagieren.
Besonders alarmierend ist die russische Wahrnehmung Deutschlands. ALLES LESEN !!
Ein wunderbares Märchen von den „besorgten Denkern“, aber die Realität sieht leider weitaus weniger philosophisch aus. Der fundamentale Fehler in dieser Erzählung ist die Annahme, diese nuklearen Drohgebärden seien erst eine Reaktion auf das Jahr 2022 oder die jüngste NATO-Eskalation.
In Wahrheit hat Russland schon in den chaotischen, korrupten 1990er Jahren — geplagt von wirtschaftlichem Kollaps und tiefen Minderwertigkeitskomplexen — bei jeder kleinsten Kritik oder politischen Krise bereitwillig mit seinem nuklearen „Gemächt“ vor der Nase der Weltöffentlichkeit herumgewedelt, um den eigenen Statusverlust zu kompensieren.
Während man im westlichen politischen Diskurs die nukleare Vernichtung als absolutes Tabu begreift, gehört der lockere, fast spielerische Umgang mit der Bombe in Russland seit Generationen zum guten Ton. Drohungen mit dem nuklearen Inferno als Antwort auf Sanktionen oder mangelnden „Respekt“ sind in russischen Talkshows kein neues Phänomen, sondern seit Jahrzehnten gängiges Abendprogramm.
Wer das für eine „russophobe Übertreibung“ hält, sollte sich an den Februar 2019 erinnern: Damals sang der offizielle Konzertchor der Isaakskathedrale in St. Petersburg fröhlich ein Lied darüber, wie ein russisches U-Boot Washington nuklear verdampft („Petrow, ziele auf Washington!“). Was im Westen als geisteskranker Knalleffekt gälte, ist in Russland längst massentauglicher Stoff für Stand-up-Comedy und patriotische Liederabend.
https://www.nmz.de/politik-betrieb/kulturpolitik/ziele-auf-washington-russischer-chor-sorgt-fuer-empoerung
https://www.youtube.com/watch?v=bT1dDtgkpzg
Was nun die beiden hier gefeierten „großen Strategen“ betrifft:
Herr Karaganow ist kein „Denker des Jahrhunderts“, sondern schlicht ein gut bezahlter Hofnarr. Er macht fleißig seinen Job und schwadroniert stundenlang vom „verrotteten Westen“, der „spirituellen russischen Welt“ und einer glorreichen Zukunft unter BRICS-Führung. Aber wie jeder clevere Geschäftsmann trennt er strikt zwischen Beruf und Privatleben. Seine Träume vom süßen Ruhestand und sein Geld hat er jedenfalls nicht in Peking, São Paulo oder Omsk investiert, sondern in noble Immobilien in Berlin und Venedig, die er nun wegen der Sanktionen nicht mehr betreten darf.
https://www.bz-berlin.de/berlin/karaganow-putin-wohnung
Der ganze nukleare Furor dieses Mannes entspringt wohl eher dem Frust eines blockierten EU-Visums. Er erledigt das schmutzige, nuklear-verbale Geschäft für seinen Chef im Kreml, damit der Zar sich nicht selbst die Hände schmutzig machen muss.
Und was Professor Mearsheimer angeht, so ist seine heutige Haltung das Paradebeispiel für akademische Heuchelei. Heute schiebt er die ganze Schuld auf die NATO, aber erinnern wir uns an den Sommer 1993. Damals forderte Mearsheimer in seinem berühmten Artikel „The Case for a Ukrainian Nuclear Deterrent“ im renommierten Magazin Foreign Affairs vehement, die USA sollten die Ukraine bloß nicht zur nuklearen Abrüstung drängen. Seine damalige Argumentation war glasklar: Ohne eine eigene nukleare Abschreckung würde die Ukraine unweigerlich Opfer einer russischen Aggression werden, da Moskau die ukrainische Souveränität niemals akzeptieren würde. Mit dieser Prognose hatte er erschreckend recht.
https://www.mearsheimer.com/wp-content/uploads/2019/07/Mearsheimer-Case-for-Ukrainian-Nuclear-Deterrent.pdf
Lesen Sie mal dies dürch – jawohl, dies ist selber J. Mearsheimer!
Das Problem ist nur, dass die Politikwissenschaft keine Mathematik ist. Wäre Mearsheimer ein Professor der Naturwissenschaften und hätte im Laufe seiner Karriere erst behauptet, dass 2+2=4 ergibt, und Jahre später, es sei doch eher minus 3,14, hätte man ihn längst aus dem Hörsaal gelacht. Wir würden wohl nur die Achseln zucken und traurig feststellen, dass die Altersdemenz selbst vor den klügsten Köpfen keinen Halt macht.
Aber in den Geisteswissenschaften kann man seine Theorien anscheinend alle paar Jahre um 180 Grad drehen, fleißig mit der Angst der Menschen Kasse machen und im Netz trotzdem als „Vordenker von globalem Rang“ gefeiert werden.
Ein wunderbares Märchen von den „besorgten Denkern“, aber die Realität sieht leider weitaus weniger philosophisch aus. Der fundamentale Fehler in dieser Erzählung ist die Annahme, diese nuklearen Drohgebärden seien erst eine Reaktion auf das Jahr 2022 oder die jüngste NATO-Eskalation.
In Wahrheit hat Russland schon in den chaotischen, korrupten 1990er Jahren — geplagt von wirtschaftlichem Kollaps und tiefen Minderwertigkeitskomplexen — bei jeder kleinsten Kritik oder politischen Krise bereitwillig mit seinem nuklearen „Gemächt“ vor der Nase der Weltöffentlichkeit herumgewedelt, um den eigenen Statusverlust zu kompensieren.
Während man im westlichen politischen Diskurs die nukleare Vernichtung als absolutes Tabu begreift, gehört der lockere, fast spielerische Umgang mit der Bombe in Russland seit Generationen zum guten Ton. Drohungen mit dem nuklearen Inferno als Antwort auf Sanktionen oder mangelnden „Respekt“ sind in russischen Talkshows kein neues Phänomen, sondern seit Jahrzehnten gängiges Abendprogramm. Wer das für eine „russophobe Übertreibung“ hält, sollte sich an den Februar 2019 erinnern: Damals sang der offizielle Konzertchor der Isaakskathedrale in St. Petersburg fröhlich ein Lied darüber, wie ein russisches U-Boot Washington nuklear verdampft („Petrow, ziele auf Washington!“). Was im Westen als geisteskranker Knalleffekt gälte, ist in Russland längst massentauglicher Stoff für Stand-up-Comedy und patriotische Liederabende
https://www.youtube.com/watch?v=bT1dDtgkpzg
Was nun die beiden hier gefeierten „großen Strategen“ betrifft:
Herr Karaganow ist kein „Denker des Jahrhunderts“, sondern schlicht ein gut bezahlter Hofnarr. Er macht fleißig seinen Job und schwadroniert stundenlang vom „verrotteten Westen“, der „spirituellen russischen Welt“ und einer glorreichen Zukunft unter BRICS-Führung. Aber wie jeder clevere Geschäftsmann trennt er strikt zwischen Beruf und Privatleben. Seine Träume vom süßen Ruhestand und sein Geld hat er jedenfalls nicht in Peking, São Paulo oder Omsk investiert, sondern in noble Immobilien in Berlin und Venedig, die er nun wegen der Sanktionen nicht mehr betreten darf. Der ganze nukleare Furor dieses Mannes entspringt wohl eher dem Frust eines blockierten EU-Visums. Er erledigt das schmutzige, nuklear-verbale Geschäft für seinen Chef im Kreml, damit der Zar sich nicht selbst die Hände schmutzig machen muss.
https://www.bz-berlin.de/berlin/karaganow-putin-wohnung
Und was Professor Mearsheimer angeht, so ist seine heutige Haltung das Paradebeispiel für akademische Heuchelei. Heute schiebt er die ganze Schuld auf die NATO, aber erinnern wir uns an den Sommer 1993. Damals forderte Mearsheimer in seinem berühmten Artikel „The Case for a Ukrainian Nuclear Deterrent“ im renommierten Magazin Foreign Affairs vehement, die USA sollten die Ukraine bloß nicht zur nuklearen Abrüstung drängen. Seine damalige Argumentation war glasklar: Ohne eine eigene nukleare Abschreckung würde die Ukraine unweigerlich Opfer einer russischen Aggression werden, da Moskau die ukrainische Souveränität niemals akzeptieren würde. Mit dieser Prognose hatte er erschreckend recht.
https://www.mearsheimer.com/wp-content/uploads/2019/07/Mearsheimer-Case-for-Ukrainian-Nuclear-Deterrent.pdf
Das Problem ist nur, dass die Politikwissenschaft keine Mathematik ist. Wäre Mearsheimer ein Professor der Naturwissenschaften und hätte im Laufe seiner Karriere erst behauptet, dass 2+2=4 ergibt, und Jahre später, es sei doch eher minus 3,14, hätte man ihn längst aus dem Hörsaal gelacht. Wir würden wohl nur die Achseln zucken und traurig feststellen, dass die Altersdemenz selbst vor den klügsten Köpfen keinen Halt macht.
Aber in den Geisteswissenschaften kann man seine Theorien anscheinend alle paar Jahre um 180 Grad drehen, fleißig mit der Angst der Menschen Kasse machen und im Netz trotzdem als „Vordenker von globalem Rang“ gefeiert werden.
Deine Ergüsse sind zumindest für mich so irrelevant wie jene von @Cromwell oder auch @Vende.
An euch wird dieser traurige Rest des Forums zugrunde gehen und die Redaktion hat aus Überlebenswillen noch fleissig geholfen.
“ ..Rüstungskontroll – Verträge zerfallen“.
eeeecht? Ja, wegen des feuchttropischen Wetters infolge des Klimawandels zer -setzen sich Verträge, Dokumente, Daten-
träger in rasantem Tempo, sie zerfallen zu Staub…..
Ich stelle ja nur Fragen: Welches Land hat neue Atomraketen an seinen Außengrenzen und in Nachbarländern aufgestellt?
@ Wände um 13 Uhr 54 : so eine sau-
blede Frag ! Das weiß doch jedes Kind !
Was wollen Sie denn damit ?
völlig irrelevant…..
„Ich weiß nicht, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber der Vierte Weltkrieg wird bestimmt mit Stöcken und Steinen ausgetragen.“
Albert Einstein
„Die europäischen NATO-Staaten verfügen begrenzt über eigenständige nukleare Fähigkeiten und sind in hohem Maße auf den nuklearen Schutzschirm der Vereinigten Staaten angewiesen.“
Das ist Unsinn. Haben wir nicht gerade neue Beweise dafür bekommen, dass auch atomar bewaffnete Staaten angegriffen werden? Oder wurde Israel etwa nicht angegriffen und wird es wieder werden, wenn sich seine rechtsextreme Regierung nicht den Bestimmungen des MoU fügt? Die Rede vom ’nuklearen Schutzschirm‘ ist irreführend. So etwas gibt es nicht. Auch im Kalten Krieg wurde Westeuropa nicht wegen eines Atomschirms nicht von der Sowjetunion angegriffen, sondern schlicht, weil diese nie einen Angriff beabsichtigt hat. Wozu auch? Um sich weitere feindlich gesinnte Bevölkerungen aufzuhalsen? Dagegen kann es durchaus aufgrund eines Missverständnisses, eines Fehlers, eines Unfalls zu einem Atomkrieg kommen. Atombomben sind selbst die Gefahr, vor der sie angeblich schützen. Kein Land, das ein anderes angreifen möchte, wird wegen Atombomben drauf verzichten, das ist ein Mythos. (Allgemein schützt in den allermeisten Fällen starke Bewaffnung nicht vor Kriegen, löst sie vielmehr aus.)
Nun erzählen alle, die iranischen Erfahrungen würden viele weitere Staaten dazu verführen, atomare Bewaffnung anzustreben. Das mag sein, weil Wenige wirklich nüchtern hinsehen. Tatsache ist doch, dass der Iran keine hat und dennoch sich gegen die beiden Aggressoren durchgesetzt hat. Die das Land übrigens auch mit atomarer Bewaffnung angegriffen hätten. Israel ist imperialistisch motiviert und offensichtlich nicht defensiv unterwegs. Alle gehen davon aus, dass niemand atomar Krieg führen wird. Und das stimmt wohl auch, es sei denn, bei der entscheidenden Person handle es sich um einen Wahnsinnigen. Schaut auf die empirische Beweislage, nicht auf Theorien.
Russland hat das fünzigfache der Landfläche Deutschlands und verfügt über 5.000 Atomwaffen. Da wirksame Abschreckund sich stets auf militärische Überlegenhei beruft, benötigt Deutschland 250.001 Atomwaffen – bis 2029.
Ich schlage vor, dann die Waffen zu tauschen, so dass dann jeder sogleich das Arsenal der anderen auf dem eigenem Territorium zündet. Im Ergebnis ändert sich dadurch nichts, aber die Friedensverhandlungen gestalten sich anschließend einfacher, da man sich nicht gegenseitig vorwerfen kann, mit dem Krieg begonnen zu haben.