Die Linke? Gibt es nicht!

Karl Marx stürzt vom Stuhl.
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Warum ist die Linke auch in Europa so kraft- und saftlos im Angesicht autoritärer Entwicklungen? Antwort: Weil es sie nicht gibt. Ein Interview mit einem linken US-Soziologen macht das unter anderem deutlich.

Es ist durchaus an der Zeit, dass sich eine Linke formiert. Nein, nicht dieses Phänomen, das seit einigen Jahren den Diskurs bestimmt und in Deutschland zuletzt die Regierungsgeschäfte führte. Es würde Zeit für eine Linke, die die zentralen Fragen stellt und sie – das ist der eigentliche Anspruch von Politik – demgemäß beantwortet. Alles wäre dafür angerichtet, das Autoritäre ist mitten unter uns, fasst überall Fuß und die Politik im Westen liebäugelt stark mit dem Autoritarismus – eben nicht nur in den Vereinigten Staaten. Auch die Europäische Union will so werden, wie sie sich China heute schon vorstellt: Ein omnipräsentes Regime, das seine Bürger im Griff hat oder wahlweise in Acht und Bann schlägt, wenn sie sich dem Zugriff widersetzen.

Wo sind sie also, die Linken, die skeptisch gegenüber staatlicher Allmacht und politischen Machtmissbrauch aufbegehren? Beispiel: Neulich ordnete mir die Künstliche Intelligenz einen Artikel, den ich recherchierte, als »rechtspopulistisch« ein. Grund: In dem Text würde den Gegensatz »Volk gegen politische Elite« sehr betont. Auf »die da oben« zu schauen und sie als bürgerfern einzuordnen, war in anderen Zeiten ein Urprinzip der Linken. Jetzt gilt es als rechts. Und die Linken? Auf die kann man lange warten, denn an sich gibt es sie nicht mehr – und einige wenige, die es wirklich sind, bezeichnet man heute als Rechte. Dieses Attribut ist keine politische Kategorie mehr, sondern ein sittlicher: rechts steht in dieser Weise für widerlich, asozial, boshaft. Nicht mehr für konservativ oder autoritär. Die europäische Linke hat sich aufgelöst, auch wenn sich manche noch so labeln.

Interview mit einem Gefühllinken aus Übersee

Richard Sennett ist Soziologe – er lehrt sein Fach an der New York University. Sennett hat sich im Laufe seines beruflichen Lebens viel mit der neuen Arbeitswelt befasst, die Angestellte zu flexiblen Posten und Verschiebeobjekte degradiert hat. Sennett gilt deshalb auch als eine eher linke oder linksliberale Stimme in der amerikanischen Öffentlichkeit. Nun hat er vor einigen Tagen der Frankfurter Rundschau ein Interview gegeben. Er sollte einen Blick auf die Lage in seiner Heimat werfen – aus einer eher linken Perspektive heraus. Man muss nicht weiter erwähnen, dass er sich sorgt. Aber ganz offenbar weniger um sein Land, als um die NATO und um die »Sicherheitsarchitektur des Westens«.

Verwunderlich ist das natürlich nicht. Als jemand, der das Label »US-Linker« trägt – Sennett im Interview: »Ich zähle mich selbst zur Linken, genauer gesagt zu einer bürgerlichen Linken.« – hat man einen sehr viel geostrategischeren Blick auf eine Welt, die beiden politischen Lagern in den Vereinigten Staaten – dem konservativen und dem sehr konservativen Lager – wie ein Vorgarten vor Augen steht. Dass ein deutsches Medium einen US-»Linken« zur wichtigen Stimme auch für die europäische Perspektive erhebt: Nun gut. Dass der sich wiederum vom Zerfall einer NATO fürchtet, die in ihren Planspielen Europa – und speziell Deutschland – als Kollateralschadensmasse betrachtet: Soll das exemplarisch sein für die Linken in der westlichen Hemisphäre? Und in der Tat ist dem vermutlich wirklich so – von taz bis Die Linke: Die NATO ist ihnen essentiell wichtig. Sie zweifeln nicht an deren hehren Auftrag, Europa vor den Schrecknissen der Welt zu beschützen.

Dabei müsste man diesem Donald Trump dankbar sein, dass er das mit Grönland forciert. Ist er die berühmte List der Vernunft, von der die hegelianische Geschichtsphilosophie spricht, wenn an sich egoistische Eigeninteressen einen Zustand herstellen, der als Fortentwicklung der Weltvernunft gilt. Der Zugriff auf Grönland fällt dieser Tage mit einer Aussage des Bundeskanzlers zusammen, die aus dem Kanzleramt schon seit Jahren nicht mehr zu vernehmen war: Russland sei ein europäisches Land – und man würde wieder ins Einvernehmen mit dem Nachbarn kommen müssen. »Wenn es uns dann gelingt, in der näheren Perspektive, mit Russland wieder einen Ausgleich zu finden […], dann können wir auch über das Jahr 2026 hinaus mit großer Zuversicht nach vorne blicken«, erklärte er im genauen Wortlaut. Solche Töne aus dem Mund eines Regierungsmitgliedes vernahmen wir in der Tat lange nicht mehr. Steckt dahinter die Erkenntnis, dass man nicht im Zangengriff zwischen zwei Weltmächten stecken will – und dass uns die Russen letztlich näherstehen, als die Boys, die über dem Atlantik die Geschicke steuern?

Sennett jedenfalls fürchtet sich. Er sagt auch: »Sollte die NATO zerfallen, wäre das für Russland eine Einladung, weiterzugehen als bisher.« So gut wie alle Experten sind sich einig, dass Russland kein Interesse an Europa hat – US-Dienste bestätigen das obendrauf. Sennett geht hier auch allzu locker über den Umstand hinweg, dass Russland eben nicht über die Ukraine brauste, um gleich danach weiter Richtung Westen zu ziehen. Die Russen stecken fest, sie sind nicht die glorreichen Gewinner dieses Krieges – nein, sie sind militärisch nicht in der Lage, ihre Kriegsziele zu manifestieren. Sennett sieht es aber offenbar als linke Pflicht an, darauf hinzuweisen – als Amerikaner liegt seine diesbezügliche Argumentation vielleicht nahe. Die europäische Linke hat diese Sichtweise jedoch längst adaptiert.

Die Linke wurde amerikanisiert – und damit neutralisiert

In den letzten Jahren hat sie nun endlich angenommen, was über Jahrzehnte für die Linke in Deutschland und Europa vorgesehen war: Eine um Inhalte entkernte Linke, die den Status Quo nicht kritisch begleitet, sondern sich darin heimisch fühlt und sich den Zuständen angepasst hat. Die Systemfrage sollte überflüssig werden, zur Folklore der Linken gehören, etwas woran man sich erinnert, von dem man aber längst abgelassen hat. Längst hat die Linke diesen Zustand erreicht. Zwar sprechen einige Protagonisten noch vom Sozialismus oder Kommunismus, aber sie tun es meist mit Kalkül, wollen provozieren und auffallen. Was ihre Forderung bedeutet, wissen sie indes nicht konkret – das System ist ja auch gut zu ihnen. Oder glauben Mandatare im Bundestag, die hin und wieder auf den Sozialismus setzen und ihn einfordern wirklich, dass innerhalb eines Sozialismus so ein einträgliches System der Selbstbereicherung von jedem kleinen Volksrepräsentanten möglich wäre?

Zuletzt sprachen wir in diesem Land – und im Westen ganz generell – auf linker Seite von Emanzipationsthemen, die im Grunde völlig übersteuert wurden. Identität wurde nicht nur als Thematik forciert – es wurden gar Identitäten erfunden, um den Diskurs weiter ausdehnen zu können. Über das System sprach indes niemand mehr. Die Klassenfrage hat zudem ausgedient. Wir sprachen über Erweckungsthemen (woke gleich erwacht), aber immer weniger über Profiteure und Verlierer, über Ausbeutung und Unrecht – der Staat mauserte sich für die Linke zum Bewahrer »erwachter« Themenblöcke. Die Kritik an staatlicher Vollmacht: Auch sie gilt mittlerweile als verdächtig – die neue Linke kritisiert nie den Staat, sondern immer nur Individuen. Systemisch denkt sie nicht mehr, nur personell. Was hat ihr das Handwerkszeug aus der Hand genommen?

Der Friedensforscher Hauke Ritz beschreibt in einem Essay seines Buches »Warum der Weltfrieden von Deutschland abhängt«, dass die politische Linke in Westeuropa und insbesondere in Deutschland seit dem Kalten Krieg tiefgreifend verändert wurde. Ausgangspunkt seiner Analyse ist die gezielte Kulturpolitik der Vereinigten Staaten, vor allem der CIA, die ab den Fünfzigerjahren versuchte, den Einfluss des Marxismus und der sozialistischen Arbeiterbewegung zurückzudrängen – sie wollte also die Linke um ihre Geschichte berauben. Über den von der CIA 1950 gegründeten Kongress für kulturelle Freiheit seien Intellektuelle, Künstler, Zeitschriften, Universitäten und Stiftungen gefördert worden, um eine »nicht-kommunistische Linke« aufzubauen. Diese neue Linke habe sich zunehmend von Klassen-, Eigentums- und Machtfragen gelöst und stattdessen kulturelle, moralische und identitätspolitische Themen in den Vordergrund gestellt. Ritz interpretiert dies nicht als spontanen Wandel, sondern als strategisch begleitete ideologische Neuformierung.

Für Deutschland und Westeuropa habe diese Entwicklung laut Ritz langfristige Folgen gehabt. Die klassische Linke, die soziale Ungleichheit, Kapitalismuskritik und geopolitische Machtverhältnisse thematisierte, sei geschwächt und schließlich marginalisiert worden. An ihre Stelle sei eine akademisch und medial dominante Linke getreten, die zwar progressiv auftrete, aber das bestehende Wirtschafts- und Machtsystem nicht mehr grundsätzlich infrage stelle. Dadurch, so Ritz, sei die Linke paradoxerweise mit neoliberalen und westlich-hegemonialen Interessen kompatibel geworden. Diese ideologische Verschiebung habe Europas politische Souveränität untergraben und dazu beigetragen, dass »linke Milieus« heute häufig außenpolitische Konfrontationen und transatlantische Narrative stützen, statt sie kritisch zu hinterfragen.

Der autoritäre Ruck: Von den Linken mitverursacht

Der autoritäre Ruck, den wir in Europa – und auch in den Vereinigten Staaten – beobachten, ist kein Einfall in geordnete bürgerliche Verhältnisse und auch kein exklusives Projekt der Rechten. Er wurde vorbereitet, legitimiert und teilweise sogar begeistert begleitet von jenen Kräften, die sich selbst noch immer links nennen. Indem die Linke den Staat nicht mehr als potenziell repressives Machtinstrument begreift, dem man mit Skepsis begegnen sollte, sondern ihn als moralisch überhöhten Akteur deklarierte, hat sie ihm eine Art von Freibrief ausgestellt. Einst pflegte man Misstrauen gegenüber Zentralisierung, Überwachung und Ausnahmezuständen – seit geraumer Zeit zeigen jene vermeintlich linken Kräfte Verständnis für solcherlei Maßnahmen; sie rechtfertigen sie sogar. Autorität wird nicht mehr nach ihrer Wirkung auf die Machtbalance beurteilt, sondern nach der vermeintlich richtigen Motivation und Gesinnung. Das ist ein fundamentaler Bruch mit linker Tradition.

Durch die oben geschilderte Amerikanisierung verlor die europäische Linke zugleich ihre kulturellen Anknüpfungspunkte. Die hiesige Linke speiste sich historisch aus Arbeiterbewegung, Aufklärung, Klassenbewusstsein, Gewerkschaften, Antimilitarismus und einem tiefen Misstrauen gegenüber Imperien, Machtblöcken und staatlicher Vollmacht. Die geheimdienstlich forcierte Unterwanderung hingegen ersetzt diese Traditionen durch einen Liberalismus, den man in den Vereinigten Staaten gerne auch als Left bezeichnet, der aber mit der europäischen Linken keine Tradition teilt und nicht dieselben Wurzeln aufweist. So dominieren statt materieller Interessen billige Haltungsfragen – und statt Sozialem arbeitet man sich an Symbolik ab. Dadurch wirkt die heutige Linke in Europa kulturell entwurzelt: Sie spricht nicht mehr die Sprache ihrer eigenen Geschichte, sondern reproduziert fremde Deutungsmuster, die mit den Erfahrungen, Kämpfen und sozialen Realitäten der historischen europäischen Linken kaum noch Gemeinsamkeiten aufweist.

Hinzu kommt eine merkwürdige Verkehrung von Verantwortung. Während ökonomische Macht, Konzerninteressen und geopolitische Strategien kaum noch systematisch analysiert werden, richtet sich der moralische Eifer gegen Individuen. Sprache, Verhalten und Haltung werden kontrolliert, korrigiert und sanktioniert. Der Staat liefert dafür die passenden Instrumente, die Linke die moralische Rechtfertigung. Autoritarismus erscheint so nicht als Gewalt von oben, sondern als pädagogische Maßnahme, dessen Dienstherr der unverbrüchliche Glaube an den Fortschritt ist. Denn nur so lasse sich ein neuer Mensch erziehen.

Exemplarisch lässt sich diese Entwicklung an jenem Interviewten nachvollziehen, von dem bereits die Rede war: der Soziologe Richard Sennett. Er klingt im Gespräch so, als sei die Linke zwar ausgebrannt, aber auch Opfer der zeitgenössischen Verhältnisse. Wurde sie von Donald Trump überrumpelt? Oder hat sie die Wahl dieses Mannes nicht erst begünstigt? Sennett hält dergleichen heraus, stattdessen sorgt er sich um die »fragile NATO«. Er tritt als Verteidiger westlicher Ordnungsstrukturen auf, deren autoritäre Züge er nicht weiter problematisiert. Er ist zugegeben weitaus weniger larmoyant als andere »linke Stimmen«, die wie die Unschuldslämmer tun, wenn sie auf Trump zu sprechen kommen – aber auch bei ihm spürt man, dass diese »Linke« nicht ursächlich für die Verschiebungen in den Vereinigten Staaten ist. Wahr wäre jedoch, dass ohne Joe Biden keine zweite Amtszeit Donald Trumps möglich geworden wäre – die Überdehnung der Wokeness zulasten sozialen Ausgleiches – das totale Versagen der US-Demokraten also –, hat die Wiederwahl erst Wirklichkeit werden lassen.

Links? Rechts? Das war mal!

Die Reaktanz ist eine Folge, mit der man im politischen Händel rechnen muss. Die Dynamiken werden niemals von einer Seite alleine erzwungen, immer ist es ein Zusammenspiel und ein Gegeneinander verschiedener Kräfte. Und so wie diese Administration Trump eine Schöpfung der Biden-Regierung ist, so muss man die Verhältnisse auch in Deutschland sehen. Denn ohne eine überbordende Autoritätslust jener, die eine Linke nur simulieren, die aber auf die traditionellen Werte der historischen Linken Europas nicht bauen können, weil sie schlicht nicht ihre Nachfolger sind, sondern Geschöpfe von Fremdbeeinflussung, ist die wachsende Stärke und der zunehmende Zuspruch für die Alternative für Deutschland nicht zu erklären.

Aber die klassischen politischen Koordinaten haben ihre Orientierungsfunktion ohnehin weitgehend verloren. Links und rechts waren einst Begriffe, die auf Machtverhältnisse, Eigentumsfragen und gesellschaftliche Hierarchien verwiesen. Heute sind sie moralische Begriffe, die Worte wie »gut« und »böse« ersetzt haben. Einst steckten verschiedene Welt-, Gesellschafts- und Menschenbilder hinter den politischen Richtungsangaben. Aber so unterschiedlich sind die heute nicht mehr. Eine vermeintliche Linke, die kriegstüchtig werden will und dabei das Thema der Migration den eher rechten Kräften überlässt, obgleich es ursächlich ein linkes Thema wäre, dem man sich annehmen müsste: Welchem Kompass folgen diese Entwicklungen?

Diese Verschiebung verweist auf ein tieferliegendes Problem politischer Orientierungslosigkeit. Politische Entscheidungen folgen aufgrund dessen weniger einem kohärenten Gesellschaftsentwurf, eine Vision davon, wie man leben und gestalten will, als kurzfristigen Machtkalkülen und medialer Anschlussfähigkeit. Die totale Entkernung der Begrifflichkeiten hat die traditionellen Entitäten aufgelöst. Links? Rechts? Spielt das noch eine Rolle? Uns fehlen Begriffe und Ideen für die politischen Lager der Gegenwart und Zukunft. Sollte es uns nicht um vernünftige Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse gehen – und braucht man dazu jene antiquierten Begriffe, die längst verwässert sind?

Was ist also mit der Linken los? Richard Sennett war so freundlich und hat nochmals unterstrichen, was für viele längst klar war: Die Linke? Die gibt es gar nicht! Nicht mehr. Sie hat sich aufgelöst. Und das schon vor einer Weile. Sie wurde amerikanisiert, was auch heißt: In den Brei der Beliebigkeit getunkt, in dem sich die US-Politik selbst schon seit mehreren Dekaden abstrampelt – und in dem alle gleich vollgeschmiert aussehen und es gar keinen Unterschied in den Anschauungen mehr gibt. Spielt es eine Rolle, ob ein rechter Republikaner oder ein linker Demokrat im Weißen Haus sitzt? Ja? Ach so, Sie meinen, weil Donald Trump sich Grönland schnappen will? Fürwahr unschön! Aber ist das schlimmer als die durch US-Drohneneinsätze mehr als 3.000 getöteten Menschen, die unter dem Präsidenten Barack Obama anfielen? Ach so, Sie glauben auch, dass der nächste demokratische US-Präsident Grönland gleich wieder zurückgibt? Darüber sprechen wir, wenn es so weit ist. Seien Sie aber nicht allzu enttäuscht …

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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23 Kommentare

  1. Wie wahr, leider.
    Aber dieser Trend begann schon zu Marx‘ Lebzeiten, von M&E durchaus bemerkt, die Entstehung des „M/L“, der die Grundfragen von beiden, das Wertgesetz, ausklammerte, eine Theorie und Praxis entwickelte, die nicht darauf gegründet war.
    Die Analyse kann ohne dies nur unzureichend sein. Die „Amerikanisierung“ ist nicht Ausgangspunkt, sondern Folge.

  2. Das, was sich noch „ links“ nennt, sind nur noch die Milieus, die auch an die Fleischtöpfe der Macht wollen. Wenn schon „ die Anderen“ von den Erträgen der produktiven Klasse schmarotzen, dann will auch der Rest der urbanen Kleinbürger was davon abhaben. Mehr ist nicht…

    1. @Ronald
      Ihr Kommentar hört sich an wie „Alle Macht für die AFD“
      Wann lernt ihr endlich selbstständig zu denken und auch zu handeln statt immer nach neuen Führern zu schielen?

      Merkt Euch:
      „There will never be another one like you
      There will never be another one who can
      Do the things you do“

      Wär gern nur Komödiant geblieben …
      https://www.youtube.com/watch?v=pjGUhMKWie4

  3. > Warum ist die Linke auch in Europa so kraft- und saftlos im Angesicht autoritärer Entwicklungen? Antwort: Weil es sie nicht gibt. Ein Interview mit einem linken US-Soziologen macht das unter anderem deutlich.

    Manche beantworten das etwas anders. Die Linke steht teils auch für autoritär. Viele betrachten Sozialismus als linke Diktatur. Von daher hat man dann weniger Probleme mit einer grünen Diktatur zb, oder einer Meinungsüberwachung nebst Überwachern äh Faktencheckern.

    Sag ich mal als eigentlich Linker, wobei Links bei mir für sozial steht und zb nicht woke, wie teils bei heutigen linken Parteien.

    Das was heute als rechts gilt war früher einfach selbstständiges Denken, oder eigene Meinung. Da hat sich das Raster sehr stark verschoben oder besser gesagt wurde verschoben um die eigene Macht zu stärken.

  4. Das was der Autor hier treffend beschreibt, läßt sich doch ganz einfach auf den Punkt bringen: die Linke an den Schaltheben der Macht bedeutet Korruption, Unfähigkeit, Faulheit, Intoleranz, Ausbeutung, staatliche Förderung von Dummheit, Kriminalität. Besonders gut zu beobachten in den Hochburgen dieser Bewegung, in Berlin, Bremen etc. Chaos und Staatsversagen auf der ganzen Linie, Versager an den Schaltstellen, Frauenquoten, Migrantenquoten, Queerquoten. Alles Kopfgeburten der sog. Linken, und das weltweit. Das Verblöden von weiten Teilen der Schüler an allen Schulformen ist den Schwachsinnsexperimenten der Linken zu verdanken, Goethe in einfacher Spache, “ gerechte Mathematic“, das Lehren von “ sozialer Kompetenz“, anstatt von Kompetenz in MINT- Fächern, hat zu den derzeitigen Zuständen geführt. Alle Probleme dieser Art sind auf dem Misthaufen linker Ideologen gewachsen, die Folgen sind katastrophal, eine Entwicklung zum Guten ist bis auf Weiters nicht in Sicht, bestenfalls eine 360 Grad- Wende, wie eine bekannte Völkerrechtlerin und Romanautorin sagen würde. Freunde, die Arschkarte wieder wegzustecken dürfte schwierig werden, da die Hose des Schiedsrichters ganz unten hängt.

    1. „Das was der Autor hier treffend beschreibt, läßt sich doch ganz einfach auf den Punkt bringen: die Linke an den Schaltheben der Macht bedeutet Korruption, Unfähigkeit, Faulheit, Intoleranz, Ausbeutung, staatliche Förderung von Dummheit, Kriminalität.“
      Gleiches kann man traditionell genauso für die feststellen. die sich schon immer als rechts ansahen. Nur ist das bei sog. Linken relativ erst neuerdings so klar sichtbar.

  5. Tja das ist ne lustige Sache mit der Logik, denn wenn es die „Linke“ nicht mehr geben würde müsste man sie nicht ständig thematisieren.

    So kann man nur das alte Sprichwort ausgraben „Totgesagte leben länger“ oder in diesem speziellen fall; je mehr man versucht sie tot zu schreiben desto wahrscheinlicher ist sie jemandem ein Dorn im Auge.

    1. Nein, nicht wirklich. Es ist eher ein ewiger Feind der, auch wenn er längst nicht mehr existiert, immer noch als Schreckgespenst in der Luft hängt. Als ewiger Buhmann wie das Patriarchat bei den Feministen oder wie Goldstein in 1984. Zum Teil auch nützlich, weil diese „Linke“ als Honypot fungiert, wo man gleich gucken kann, wer unzuverlässig ist. Ich gehe davon aus, dass diese Seite hier ebenfalls so ein Honypot ist und diejenigen, die hier schreiben, längst auf den entsprechenden Listen stehen.

  6. Hallo Herr De Lapuente,

    Punktlandung! Und wenn ich mir anschaue, was und von wem seit Jahren als sog. ‚Links‘ tituliert und verunglimpft wird …; wie übrigens auch gegenwärtig von Portalen / Medien wie NiUS und Apollo und Tichys Einblick … ( Hier werden TypInnen wie Meloni, Trump, Milei verehrt. ), ja dann …

    Wissen Sie, Zeitungen wie taz, SZ, FR oder Magazine wie „DER SPIEGEL“ oder Formate wie „MONITOR“ ( hoch lebe Herr Dr. Bednarz! ) … waren ziemlich exakt bis zum Jahre 2000 meine Leib- und Magenblätter bzw. Fernsehformate! Und seitdem / heute? Verkehrte Welt, ganz verkehrte Welt.

    Randnotizen
    Während der Gymnasialen Oberstufe knallte ich montags immer den „DER SPIEGEL“ auf meinen Tisch, wenn mein von mir sehr geschätzter Deutsch- und Philosophielehrer Dr. Presser den Raum betrat, um ihn zu ärgern. Denn er war konservativ; FAZ-Fraktion. Und er fuhr fast immer voll darauf ab: ‚Was da drin steht, sind doch alles linke Thesen, Herr Weinert. – Herr Stephan, grinsen Sie doch nicht immer so!‘

    Schauen Sie sich die Kriegstreiberpartei vor dem Herrn, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, heute an, welche Namen wie Heinrich Böll und Petra Kelly übelst missbraucht. Aber ich schweife ab. Schönen Sonnatg noch!

  7. Was waren die typischen Merkmale der Linken? Einsatz dafür, dass auch die Bürger mit den niedrigsten Einkommen sich ein menschenwürdiges Leben gestalten konnten und Vermeidung von Kriegen durch Diplomatie und Vertrauen.

    Ein weiteres Merkmal der Linken war ihr Kampf gegen Rechtsextremismus, aber seit den gewalttätigen Demonstrationen auf dem Maidan, haben sogenannte linke Politiker wie Steinmeier gezeigt, dass sie nicht das geringste Problem mit Nazis haben.

    Der F ührer der rechtsextremen Partei Svoboda Tyahnybok, der im Jahre 2004 eine Rede hielt, in der er erklärte, dass eine »moskautreue jüdische Mafia, die die Ukraine regiert« und dass »die Moskauer, Deutschen, Juden und anderer Abschaum, die uns unseren ukrainischen Staat wegnehmen wollten.«

    Spätestens mit Hartz IV hat die SPD ihre sozialen Grundsätze aufgegeben und mit der sofortigen Einwilligung zum Angriff auf Jugoslawien, so als ob es gar nicht schnell genug gehen könnte, haben sich die SPD und GRÜNE von der Friedenspolitik verabschiedet.

    Die FDP hat immer linke Politik abgelehnt und die Politiker der LINKEN, außer Sarah Wagenknecht, waren nur damit beschäftigt sich selbst in Szene zu setzen.

    Die einzige echte Linke war das BSW und die landete bei den letzten Bundestagswahlen auf wundersame Weise auf 4.9 Prozent, das reichte, um sie ais dem Bundestag heraus zu halten und sie von Politikern und Medien mundtot zu machen.

    Es ist heuchlerisch die SPD oder die GRÜNEN mit »links« zu titulieren, sie sind bestenfalls als konservativ zu bezeichnen.

    1. Das BSW links? Made my day!

      Die sind wenn’s hochkommt sozialdemokratisch. Das Programm ähnelt dem Nachkriegsprogramm der CDU. Was draus geworden ist, wissen wir.

  8. Ein bürgerlicher Linker ist ein linker Bürgerlicher. Wer ein Bürgerlicher ist, der will das Privateigentum, damit den Kapitalismus, damit die verallgemeinerte Sklaverei der Lohnarbeiterklasse, Ausbeutung, unbeschränkte Bereicherung in privater Hand an der Arbeit Anderer. Was dann von links noch übrig ist, lässt sich unter guten VORsätzen, also religiösen Dogmen, Moral, verbuchen, die den Weg zur Hölle pflastern. Wokeness ist diese Moral, eine gesunde Empathie mit den Opfern der christlichen Mullahs, aber ohne jede Analyse davon warum der Laden brennt.

    1. Ja, auch Biden war ein Linker, da gegen die Autokratien Russland und China. Trump ist ein Rechter da er mit dem Autokraten Putin liebäugelt. So einfach ist das politische Weltbild der „Linken“ heute. Sie nehmen die Rolle ein, die ihnen die Herrschenden zuweisen.

  9. Wenn Linke heute die Nato befürworten, dann besagt das doch bereits alles, dann befürworten sie den westlichen Imperialismus, insbesondere den US-amerikanischen. Was soll man von solchen Linken noch anderes erwarten als bestenfalls Passivität?

  10. Von Grundtenor gebe ich Roberto recht! An Einzelheiten hätte ich genug herumzumäkeln, habe aber keine Lust einen langen Text zu schreiben. Deshalb ein paar kurze Anmerkungen:

    Das es noch Projekte, linke Regierungen gibt, die realistisch operieren, hat Overton vor längerer Zeit am Beispiel Sri Lanka erläutert:

    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/das-droehnende-schweigen-der-linken-in-europa-zum-politischen-umsturz-in-sri-lanka/

    Der Artikel fand bei denen hier, die noch in alten Ideologien verfangen sind, wenig Interesse und wurde teils hämisch kommentiert. Ich denke das „Modell „ Sri Lanke hat schon wegen seiner Nähe zu China, geografisch, wirtschaftlich und auch politisch, eine Überlebenschance. Aber lest doch selbst mal nach.

    Die Linke, oder was davon übrig ist, was sich so anfühlt, hätte eine Chance der Wiedergeburt, wenn sie eine positive Zukunftsvision anzubieten könnte. Diese könnte sein ein streng staatlich regulierter Kapitalismus oder anders gesagt, eine gelenkte Marktwirtschaft. Das erfordert einen starken Staat, der über eine Gemeinwohlorientierung verfügt. China könnte hier ein Modell sein. Die chinesische KP betont allerdings selbst immer wieder, sie sehe in ihren Modell keinen Exportschlager (da hat sie bessere) und möchte ihr Modell niemand aufzwingen. Das hört sich doch sehr viel besser an als das liberale Modell der USA, das jetzt Trump demontiert. Was er macht ist allerdings nichts anderes als die Amis schon immer gemacht haben: mit brutaler Gewalt ihre Interessen durchsetzen. Nur Trump macht das ganz offen, ohne demokratische Verkleidung/ Propaganda. Er zeigt, der amerikanische Kaiser ist nackt. Da aber viele Altlinke Fans der Amikultur sind, widerspricht das ihren Weltbild.

    Die Welt ändert sich aber schneller als Restlinke bereit sind ihr überholtes Weltbild zu ändern!

    1. „Diese könnte sein ein streng staatlich regulierter Kapitalismus oder anders gesagt, eine gelenkte Marktwirtschaft. “
      Das könnte eine Verlegenheitsvariante rein operativer Natur mit begrenzter Dauer sein, denn das Problem ist die Marktwirtschaft an sich, in der der Wert, das „Bewegungsgesetz des Kapitalismus“, das dominierende Produktionsverhältnis eine Produktionsweise nach Bedürfnissen unmöglich macht.
      Die strategische Frage wäre, wie kann aus diesen Produktionsverhältnissen ein Übergang zu bedürfnisbestimmten erfolgen? Ist zu erwarten, dass dann die KP sagt: Gut, bis hierher Kapitalismus, jetzt, liebe Produzenten, übernehmt Ihr das Ruder und baut eine neue Produktionsweise auf nach Eurem Gusto, den Bedürfnissen? Wohl kaum zu erwarten, aber trotzdem historisch notwendig.

  11. Das was aktuell sich als „Linke“ bezeichnet (und – wohlgemerkt – diese Bezeichnung bezeichnender Weise von den Großmedien mitgetragen werden, also auch hier eine Kumpanei zwischen „links“ und Kapital stattfindet) hat einzig den Antrieb und Willen und das Ziel, alles was möglicher Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse wäre, zu untergraben und zu spalten.

    Eine ganz wesentliche Funktion dieser von sich selbst und den Großmedien als „links“ bezeichneten Funktionärs- und Aktivisten-Clique ist es, die politisch-„rechts“-Zuweisungen der Politik und Großmedien zu unterstützen und damit überzeugend zu machen, um dieses „Rechts“ dann auszugrenzen, in systemtragenden „gegenrechts“-Demos abzuspalten. Da spielen „linke“ Lautsprecher ebenso mit wie die pseudolinke „Antifa“ oder eingebildete „linke“ Klimawahnfantasten , „linke“ Migrationsbeförderer, „linke“ Israelunterstützer, etc.

    So wurde und wird alles, was möglicher Widerstand darstellt, vom Coronaregime-Widerstand bis zu Bauernprotesten als „rechts“ verunglimpft und damit die Anschlussfähigkeit an die Gesellschaft durch Vernichtung der Gesprächsfähigkeit unterbunden.

    Nicht zuletzt ist wichtig zu betonen, dass dieses „links“ sich großteils als marxistisches „links“ versteht und damit ideologisch verblendet ist und alles unideologische und nicht-marxquaristische kategorisch ausschließt – womit alles was nicht „links“ ist nach deren Logik eben „rechts“ und damit zu bekämpfen notwendig sei.

    Und nicht zu vergessen: hier haben auch diese spaltenden und widerstandsverhindernden Linksmarxquarkisten die Überhand.

    Schön, das immer mehr Aufwachen. Gabriele Gysi hat ein interessantes Buch geschrieben. Das Problem nur: die Herrschenden reagieren schnell und demnächst sind nicht mehr die „Linken“ sondern bald wieder die „Rechten“ das Problem weil die gerade dabei sind, den gesellschaftlichen Konsens einzunehmen. Ein Anzeichen für diese Umdekoration des Affentheaters ist die strikt Israel-freundliche Haltung. Denn nur so dürfen sie an die Macht.

    „Links“ und „Rechts“ sind Erfindungen der im Hintergrund Herrschenden zur Erhaltung ihrer Macht durch Veranstaltung dieses Affentheaters und immerwährende Spaltung der Gemeinschaft, die so nie ihre gemeinschaftlichen, kooperativen und einvernehmlich ausgehandelten Interessen GEGEN DIE HERRSCHENDEN vertreten kann.

    Wenn nicht endlich erkannt wird, dass Marx gelogen hat, dass nicht der Besitz an Produktionsmittel sondern der Besitz an Finanzmittel den Klassenunterschied ausmacht, werden wir aus dem Elend nie herauskommen. Sowohl „links“ als auch „rechts“ arbeiten im Sinne der im Hintergrund Herrschenden daran, diese Wahrheit nicht öffentlich werden zu lassen.

  12. Die Linke muss durch die sozialkonservative Basis ersetzt werden. Diese kämpfte damals gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen. Heute fordert deren Vertreter Darwin Dante (Pseudonym) eine Arbeitszeitverkürzung.
    Bitte klicke auf „Lebensreformer“.

  13. Ich gratuliere gerne persönlich all denjenigen, die auf den persönlich von Karl Marx verfassten Seiten der bisherigen n+ x Bände der MEGA keine inneren Widersprüche entdecken. Bitte melden!
    Ich kenne glücklicherweise überhaupt keine Menschen, die sich lebenslänglich ab dem Zeitpunkt der Beherrschung der landesüblichen Schrift bis zu ihrem Tod inhaltlich nicht verändert hätten. GLÜCKLICHERWEISE! Sonst wäre jedes Gespräch von vornherein in den Sand gesetzt!!!!!!!
    Grundsätzlich sind nämlich Wortbedeutungen nicht in Stein gemeißelt. Das waren sie nicht einmal zu der Zeit, wo man technisch nur bis zum Meißeln, bestenfalls zum in Ton eindrücken, gekommen war.
    Am allerliebsten streiten sich `Linke´ mit allen anderen, die sich als `Linke´bezeichnen, über das was `links´ ist. Sie kommen genauso wie andere Lehren ohne Wahrheitsanspruch nicht aus. Hat hier schon mal jemand im Interesse der Vollständigkeit versucht alle Periodika der deutschen Linken seit 1848 zu sichten und die gegenwärtig angebotenen jede Woche/jeden Monat/jedes Jahr zu lesen?

  14. Eine wirklich aufgeklärte und aufklärende Linke mit einer Erkenntnistheorie auf materialistischer Basis, welche dialektisch und nicht dualistisch agiert, hat es noch nie gegeben..
    Insofern sind die Niederungen der letzten Jahrzehnte nur als relative Fehltritte zu bezeichnen.
    Aber weil sowohl Erkenntnis naht, als auch die Zwänge der herrschenden Form kapitalistischer Zustände immer brisanter und restriktiver werden, gibt es am Horizont gehöriges Emanzipationspotential zu vermelden.
    Kapitalisten sind ja oft so dumm, für fiktive Plusmacher-Phantasien nicht nur ihren Reichtum, sondern auch ihr Leben zu gefährden. Nur weil sie sich dessen nicht bewusst sind, heißt das nicht, dass die Wirklichkeit anders ist.
    Und Vulgär-Linke sehen die Erlösung in der formalen Eigentümerschaft an den Produktionsmitteln hinreichend begründet bzw. als absolutes sine qua non.
    Dabei wird Stumpfsinn nie der Begleiter wirklicher menschlicher Emanzipation sein und deren Vorgeschichte abschließen.

  15. Ursachen für den Niedergang der Linken sind der seit Jahrzehnten rückläufige IQ und der Zerfall der Bildung.

    Man müsste definieren, was heutzutage links ist. Sozialistische Wirtschaftssysteme gibt es nur noch in Kuba und Venezuela, soviel ich weiß. Venezuela rückt davon ab, und Machado und Rodrigues haben dazu Trump zu Hilfe gerufen. Und in Kuba wird es auch nicht bleiben, wie es ist.
    Auf ideologischer Ebene bleibt nur der Hass auf den Kapitalismus und die Reichen übrig. Kommunismus reduziert sich theoretisch darauf, den Reichen zu nehmen, und den Armen geben, um so den Sozialstaat aufrecht zu erhalten. Der Reichtum soll gerecht verteilt werden. (Soll man Musk SpaceX oder Tesla wegnehmen)
    Meistens geht es um höhere Besteuerung der Reichen.
    Anscheinend versteht man nicht, dass Globalisierung und Sozialstaat nicht vereinbar sind, weil man dann nicht mit Niedriglohnländern konkurrieren kann, die sich einen Luxus wie gute Löhne und Sozialstaat nicht leisten. Aber Globalisierungsgegner zu sein und Zölle zu befürworten, ist gar nicht in, das sieht nach Nationalismus aus und ist rechts.
    Demokratie und Freiheit sind eigentlich auch linke Projekte. Dass die Parteiendemokratie in diesem Sinn nicht funktioniert, haben die meisten schon kapiert. Aber gegen Direkte Demokratie sind sie auch, weil sie glauben, dass das Volk zu dumm ist, Sachentscheidungen zu treffen. Das Beispiel Schweiz zeigt, dass das Volk total prinzipienlos ist und mal linke und mal rechte Entscheidungen trifft, z. B. was Einwanderung und CO² betrifft. „Progressive“ Initiativen der Regierung werden einfach abgelehnt. Die Regierungsmitgliedern stammen traditionell aus den vier wählerstärksten Parteien. Dieses System wird als „Konkordanzdemokratie“ bezeichnet. Deshalb ist auch die SVP in der Regierung, die der AfD entspricht, die nach Übereinstimmung aller „Linken“ verboten werden muss. Man sieht also, das Direkte Demokratie rechts ist.

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