
Nigel Farage gewinnt die von ihm provozierte Nachwahl in seinem Wahlkreis Clacton mit 63% der abgegebenen Stimmen gegen 27% für seinen schärfsten Konkurrenten: eine wandelnde Mülltonne. Ein Sieg für ihn ist das aber absolut nicht.
Mitunter schien es ja so, als sei der Aufstieg (und letztendlich die Machtübernahme) der rechtspopulistischen Parteien in den wichtigsten westlichen bürgerlichen Demokratien überhaupt nicht mehr aufzuhalten: Zu der einschlägigen Riege der so gepolten amtierenden Staats- und Regierungschefs aus Donald Trump und Georgia Meloni plus der neuen japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi könnten sich in den nächsten paar Jahren Marine Le Pen gesellen, Alice Weidel – und Nigel Farage, seit langem das enfant terrible der britischen Politik, dessen „Reform UK“-Partei seit rund einem Jahr in der Regel die Meinungsumfragen anführt. Doch unversehens geriet Farage in den letzten Wochen ins Stolpern – und verantwortlich hierfür waren in erster Linie sein übergroßes Ego und die taktische Cleverness seiner politischen Gegner.
Der Finanzskandal, den er an der Backe hat (ein in Thailand lebender britischer Krypto-Milliardär bedachte ihn mit einem „Geschenk“ in Höhe von fünf Millionen Pfund, und entgegen dem Ehrenkodex des britischen Unterhauses gab Farage diese Zahlung gegenüber dem Speaker des Parlaments nicht an) ist dabei gar nicht einmal sein Hauptproblem – sondern sein ziemlich durchsichtiges Ablenkungsmanöver, sein Parlamentsmandat zurückzugeben und eine Nachwahl zu provozieren, bei der er selbstverständlich wieder anzutreten gedachte. Mit der Hoffnung, fulminant wiedergewählt zu werden, als Alternativkandidat zu dem in weiten Teilen Großbritanniens mittlerweile regelrecht verhassten Parteien-Establishment in London. Doch seine politischen Kontrahenten machten ihm einen Strich durch die Rechnung: Allesamt erklärten sie, für diese überflüssige und kostspielige Nachwahl auf eine Kandidatur zu verzichten. Und einer der vielen joke candidates, die im Vereinigten Königreich traditionell regelmäßig präsent sind, ergriff die unverhoffte Gelegenheit beim Schopf, sich zu profilieren.(1)
Graf Mülleimergesicht
„Count Binface“ („Graf Mülleimergesicht“) nennt sich der Mann (der in Wirklichkeit Jonathan David Harvey heißt), er tritt stets in einem Science-Fiction-Alien-Outfit auf, mit einer Mülltonne aus Metall auf dem Kopf. Und er drehte den Spieß einfach um: Er sei nämlich, so verkündete er, der Gegenkandidat zum Establishment – und Nigel Farage lediglich ein weiterer (und noch dazu ziemlich korrupter) Vertreter desselben. Und schlagartig stand der berühmteste Rechtspopulist des Landes auf einmal sozusagen nackt da. Ein „Präsent“ von fünf Millionen britische Pfund anzunehmen und sich gleichzeitig als der wahre Vertreter der Interessen der „kleinen Leute“ und der Arbeiterklasse zu präsentieren – dieser Widerspruch wurde urplötzlich für jedermann sichtbar, und das mühsam konstruierte quasi-proletarische Image von Farage (am liebsten lässt er sich in einem gewöhnlichen Pub photographieren, an der Theke stehend, im Gespräch mit den Malochern, ein gefülltes Pint Bier in der Hand) brach krachend in sich zusammen. Und „Count Binface“ ging noch weiter. Zu einer bizarren Karikatur einer Art „Volksfront“ lud er ein: Zu einer Sammlung aller Anti–Farage–Kräfte hinter seiner Kandidatur (und ließ sich schon einmal siegesgewiss und publikumswirksam vor dem beeindruckenden Gebäudekomplex der Houses of Parliament in London ablichten, selbstverständlich in voller Alien-Montur, die Mülltonne über den Kopf gestülpt).(2)
In dem Land, das einst (neben den USA) den provokativen Punk Rock erfand, kam das prompt sehr gut an. Eine landesweite Umfrage ergab, dass 33% der Wähler und Wählerinnen im Vereinigten Königreich sich einen Sieg von „Count Binface“ in Clacton wünschten, lediglich 21% einen von Nigel Farage. Und selbst seriöse Journalisten begannen, sich zu fragen: „Kann Count Binface vielleicht sogar gewinnen?“(3) Nun ist allerdings der Wahlkreis Clacton seit Jahren eine absolute Hochburg der Rechtspopulisten, eine Umfrage in dem Bezirk selbst prognostizierte denn auch eine satte Mehrheit für Farage – und so kam es dann auch.(4) Eine Rekordzahl von Kandidaten (insgesamt 34) bewarb sich dieses Mal um ein Parlamentsmandat – aber von Anfang an war es ein klares Duell zwischen Binface und Farage. Und die 27% für Ersteren sind weit mehr als nur ein Achtungserfolg. Sie signalisieren, dass ein beträchtlicher Teil der Wählerschaft dem bürgerlich-demokratischen Wahlprozess mittlerweile mit einer fundamentalen (und auch völlig nachvollziehbaren) Skepsis gegenübersteht – und lieber für einen Jux-Kandidaten stimmt (laut Wahlmanifest forderte Count Binface unter anderem die „Verstaatlichung“ der populären Sängerin Adele und den Bau eines Hauses mit bezahlbarer Miete) als für einen Politiker, der bei näherer Betrachtung mindestens genauso vertrauensunwürdig ist wie seine sattsam bekannten Kollegen aus den „Mainstream“-Parteien. Und das enfant terrible ist jetzt natürlich Binface – und Farage im Vergleich zu ihm nur noch ein weiterer „angry old man“; bezeichnenderweise reagierte Letzterer in dem gesamten Nachwahlkampf denn auch ziemlich unsouverän und defensiv auf die jäh aufgetauchte Herausforderung.
Umfragedelle bei Reform UK
Die plötzliche Verwundbarkeit von Farage offenbart eine Achillesferse vieler rechtspopulistischer Politiker: Dass sie trotz aller Bemühungen, sich volksnah und als der natürliche Interessenvertreter der „kleinen Leute“ zu geben, in Wirklichkeit meist selbst Teil des von ihnen gebrandmarkten Establishments sind (oder da, wo sie es noch nicht sind, im Begriff sind, es zu werden), und dass sie vor allem wirtschafts- und sozialpolitisch Konzeptionen vertreten, die sich kaum von denjenigen der ansonsten von ihnen eifrig verteufelten „Altparteien“ unterscheiden.(5) Beim „Reform UK“-Chef kommt noch hinzu, dass er nun schon seit vielen Jahren eine sehr präsente Figur auf der politischen Bühne Großbritanniens ist, und dass vor allem viele Jungwähler und -wählerinnen die etablierten Figuren, die Tag für Tag in den BBC-, ITV- oder Sky-News zu sehen sind, so langsam satthaben. Count Binface und die zahllosen joke candidates, die im Vereinigten Königreich seit langem bei jeder Haupt- und jeder Nachwahl antreten, machen sich das inzwischen sehr geschickt zunutze – und jenseits jeglicher seriösen politischen Argumentation kann dies eine höchst effektive Wirkung erzielen: „Wenn die Leute Dich niederbrüllen“, konstatierte ein kluger Beobachter im Vorfeld der Clacton-Nachwahl, „ist das schlecht für Dich – wenn sie Dich auslachen, ist das für Dich das Ende.“(6)
Es bleibt abzuwarten, ob die Umfragedelle, die „Reform UK“ in den letzten Wochen landesweit verzeichnete – von fast 30% sackte die Partei auf 22-23% ab – von Dauer sein wird; ein (recht bescheidener) Aufschwung für die Labour Party suggeriert momentan, dass die Strategie des neuen Premierministers Andy Burnham, sich mit öffentlichkeitswirksamen, aber eher symbolischen Aktionen in Szene zu setzen, nicht völlig ohne Erfolg bleibt. In manchen demoskopischen Erhebungen liegt seine Partei mittlerweile vor Farages Truppe, und da die Wahlgeographie Großbritanniens stets diejenige Partei bevorzugt, deren Wählerschaft über das gesamte Land breit verteilt ist, könnte sie sogar bei Neuwahlen „Reform UK“ auf die Plätze verweisen, selbst wenn sie weniger Stimmen erhalten würde.(7) Ob Burnham den Mut aufbringt, angesichts dieser Lage das Unterhaus doch vorzeitig auflösen zu lassen und sich einem Volksvotum zu stellen, darf allerdings getrost bezweifelt werden; die nächste reguläre Parlamentswahl ist erst für 2029 projektiert. Und die wird aller Voraussicht nach ohnehin exakt das werden, was angelsächsische Politologen eine „critical election“ nennen – und wird dann wohl (mal ganz davon abgesehen, wer letztendlich auf Platz eins liegen wird) die derzeitige beispiellose Fragmentierung des britischen Parteiensystems in aller Deutlichkeit dokumentieren.(8)
Fußnoten
1) Daniel Boffey, „‚He goes a bit funny if you use his real name‘: the unstoppable rise of Count Binface“, Guardian, 11. Juli 2026
2) Billy Stockwell, „Farage left fighting a trash can as the UK populist leader’s election gamble backfires“, CNN World, 9. Juli 2026; „‚Boy, they like him‘: Farage’s by-election win is guaranteed – but success is not“, The i Paper, 8. August 2026. Publizistische Unterstützung bekam Binface’s Aufruf zur Bildung einer „United Front“ durch den einflussreichen politischen Kommentator Will Dunn in dem der Labour Party nahestehenden New Statesman: „Britain must now unite behind Count Binface“ (8. Juli 2026)
3) Rebecca Whittaker, „Clacton by-election poll tracker: Who is set to win Nigel Farage’s seat as Count Binface plots upset?“, Independent, 8. August 2026; Paul Whiteley, „Could Count Binface actually win?“, The Conversation, 16. Juli 2026
4) „Nigel Farage wins Clacton by-election triggered by own resignation“, ITV News, 14. August 2026; „Farage beats Count Binface but skips result announcement“, Guardian, 14. August 2026
5) Und das wirkt sich natürlich auch auf die Regierungspraxis rechtspopulistischer Parteien aus – überall da, wo sie als Junior- oder gar als Seniorpartner an Kabinetten beteiligt sind, etwa in Finnland oder in Italien (bis vor kurzem auch in Holland und früher beispielsweise in Österreich): Thabo Huntgeburth, „Globaler Rechtsruck: Die faschistoide Seite des Neoliberalismus“, Surplus, 19. August 2025
6) Siehe Fußnote 1)
7) Verantwortlich ist hierfür das Phänomen des so genannten „accidential bias“ im britischen Mehrheitswahlrecht: Eine Partei, die ihre Stimmen gleichmäßig über alle Wahlkreise verteilt, kann unter Umständen mehr Mandate erzielen als eine, deren Wähler regional konzentriert sind. Ausführlich hierzu: Ferdinand A. Hermens, „Demokratie oder Anarchie – Untersuchung über die Verhältniswahl“, Westdeutscher Verlag Köln und Opladen, 2. Auflage 1968. Das letzte Mal trat dieser Effekt bei einer Parlamentswahl in Großbritannien 1974 auf: Die Labour Party errang mehr Sitze als die Konservative Partei, obwohl diese fast eine Viertelmillion Wählerstimmen mehr erhielt („February 1974 United Kingdom general election“ auf https://en.wikipedia.org)
8) Zum Begriff der „critical election“ siehe: Eric Schmidt, „Critical Elections, Partisan Realignment, and Long-Term Electoral Change in American Politics“, Indiana University Bloomington, 2018





flood the zone with shit“ war die Devise
eines Rechten Demagogen aus den usa .
Diese Scheiße taucht jetzt auch im over-
ton-magazin auf ?
So ähnlich hat es auch in mir geklungen, als ich diesen Schwachsinn überflogen habe.
Nigel Farage IST der einzige Gegner des UK Establishments, welcher auch die Chance hat etwas zu bewirken… Deshalb kommenimmer wieder unredliche Angriffe auf ihn – aus welcher Ecke auch immer.
Es ist völlig egal wer dort oder hier gewählt wird.
Das Sagen haben ganz andere, die nicht wählbar sind.
Wie oft muss ich das noch bekunden?
Mit Count Binface wäre es interessant geworden. Ich bezweifele, daß man in England überhaupt eine einziges neues Haus wird bauen können mit bezahlbaren Mieten. Eigentlich ganz schlau das Problem aufgezeigt durch den Recyclonen Binface. Auch die anderen Punkte seines Wahlprogrammes waren zwar satirisch absurd, aber doch ernste Probleme ansprechend. Zum Beispiel Punkt 5 MPs von der Zwischenwahl auszuschließen, wenn sie selbst zurücktreten um eine Zwischenwahl auszulösen, wie es Farage gemacht hat.
Manifest: https://countbinface.com/
Jetzt kann Farage weiter seinen Leuten Sand in die Augen streuen. Er hat ja die Zustimmung seiner Wähler. Und auch noch mehr Spenden nicht deklarieren, und neoliberale Politik machen, verpackt als anti-establishment.
Aber wir hatten in der BRD ja mit Spahn auch gerade einen Skandal mit nur vorgespielten Konsequenzen.
@Adel verpflichtet:
Dann stellt sich die Frage: Warum wählt die Mehrheit in einer Demokratie Parteien/Politiker, die keine Politik für die Mehrheit der Bevölkerung und zum Wohle der Allgemeinheit machen, sondern das, was der feudale 👑🏰⚜ und reiche Adel 💰 🪙 sagt? Liegt das an der natürlichen Dummheit der Mehrheit 🤡 oder daran, dass sie von opportunistischen Politikern, opportunistischen Wissenschaftlern, opportunistischen Journalisten und opportunistischen Lobbyisten, die vom feudalen und reichen Adel dafür bezahlt werden, für dumm verkauft werden? 🤥🪤 Woran liegt das?
Warum fällt mir bei Wort „Journalismus“ in Kombination mit „Opportunismus“ immer sofort der Vorname Sarah und der Nachname Frühauf ein? Woran liegt das? Bis 2021 war das jedenfalls nicht so.
Kienzle: Noch Fragen Hauser?
Hauser: Ja Kienzle. Warum war das bis 2021 nicht so und warum ist das vor allem seit 2025 anders?
Und ich würde behaupten, 27 Prozent der Wähler sehen dies genauso und haben entsprechend abgestimmt!
@Adel verpflichtet
„Es ist völlig egal wer dort oder hier gewählt wird. Das Sagen haben ganz andere, die nicht wählbar sind.“
Stimmt!
Die Täter werden gewählt, ihre Autraggeber nicht:
Das ganze System ist korrupt, sieht man in den USA unter Trump jetzt gerade ziemlich deutlich. Wird auch mit der AFD eine Desaster!
Der Artikel gehört nicht zu den anspruchsvollen und nüchternen Analyseartikeln wie man sie hier im Overton Magazin beispielsweise von den Herrn Burbach oder Silnizki kennt.
Ein typisch parteiischer Meinungsartikel, wie man ihn ansonsten überall in der Mainstreampresse findet. Geschrieben für Leser, die ohnehin derselben Meinung sind wie der Autor.
Zitat: „Der Artikel gehört nicht zu den anspruchsvollen und nüchternen Analyseartikeln … ein typischer Meinungsartikel … für Leser, die ohnehin derselben Meinung sind wie der Autor.“
Diesen Kommentar möchte Inspektor Columbo gerne analysieren 🔎 und Inspektor Columbo fragt/sagt:
■Wo ist die Begründung des Kommentators?
■ Könnte es sein, dass der Artikel nicht „anspruchsvoll“ ist, weil er der MEINUNG des Kommentators widerspricht?
■ Welcher aktuelle (politische) Artikel, der in der FAZ, BILD, NZZ, SZ, WELT, TIMES, WALL STREET JOURNAL, dem NORDKURIER oder in welcher Zeitung/Zeitschrift auch immer erscheint, ist aus der Sicht einen objektiven Dritten neutral und transportiert keine MEINUNG? MEINUNGEN sind persönliche und/oder subjektive Überzeugungen bzw. Einschätzung zu einer Person, einem Sachverhalt oder einem Thema. Es fließen immer auch persönliche Erfahrungen, Interessen und Werte ein. Es sei denn, es geht um Mathematik und die Frage: die Wurzel aus 144 ist ❓
■ Mit MEINUNGEN und Werturteilen werden Wahlen gewonnen. Mit MEINUNGEN und Werturteilen wird in Demokratien Politik gemacht. Mit anspruchsvollen und nüchternen Analyseartikeln werden keine Wahlen gewonnen, weil mindestens 90 Prozent der Bürger davon überfordert sind. Oder warum haben 1933 nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler 43,9 Prozent der deutschen Wähler ihren eigenen Diktator gewählt, obwohl es Stimmen gab: Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg. Warum wählt die Mehrheit in Deutschland seit Jahren Parteien, die eine Politik machen, von der 10 Prozent der Bevölkerung und vor allem die milliardenschweren „Superreichen“ profitieren und die anderen 90 Prozent „sparen“ und „den Gürtel enger schnallen“ müssen?
■ MEINUNGEN sind Werturteile. Auch das Grundgesetz von 1949 beruht auf Werturteilen. Das zentrale Ziel des Grundgesetzes ist es, zu verhindern, dass sich der Niedergang der demokratischen Weimarer Republik, der Terror des Dritten Reiches und der Zweite Weltkrieg widerholen. Denn nach MEINUNG mancher AfD-Politiker wäre das nur ein „Vogelschiss“ in über 1.000 Jahre erfolgreicher deutscher Geschichte?
Hallo @dirty Harry,
ich nenn Sie mal so, weil Sie meiner humorvollen Spekulation nicht widersprochen haben.
Sie haben ja ganz recht.
Allerdings hatte ich zuvor mit der Nennung der Namen Burbach und Silnizki schon deutlich gemacht, was für mich die qualitative Messlatte ist.
Ja, schon doof wenn öffentlichkeitswirksam dargelegt wird, daß das eigene Team bei der „Stuhlpolka“ mindestens genauso korrupt ist.
Stimmt allerdings, nüchtern sind die Artikel zur Anscheinalternative (egal in welcher Form), zur Pseudolinken (egal in welcher Form), bis zur radikalen Mitte (egal in welcher Form) schwerlich zu ertragen. Das Diktat kommt in unterschiedlicher Verpackung daher und jeder bettelt darum geschmiert zu werden.
Egal, zum Glück ist es Zentralbankiers, Schattenbankiers und Eignern ziemlich Schnuppe welcher Laiendarsteller den überzeugendsten Häuptling spielt. Auch wenn die Halbwertszeiten immer kürzer werden.
Knarzt ganz schön im Gebälk.
„Nigel Farage gewinnt die von ihm provozierte Nachwahl in seinem Wahlkreis Clacton mit 63% der abgegebenen Stimmen gegen 27% für seinen schärfsten Konkurrenten: eine wandelnde Mülltonne. Ein Sieg für ihn ist das aber absolut nicht.“
Es ist sehr wohl ein Sieg. Das „Establishment“ hat laut DLF nicht mitgespielt und keine Kandidaten aufgestellt, weshalb Farage gegen Count Binface antreten musste. Und er gewann deutlich.
Aber hätte Farage gegen die Grafen Mülleimergesicht des Establishments nicht ebenso gewonnen? Ich glaube ja, und ich glaube, das ist der Grund warum sie die Wahl ignorierten. Sie hatten keine Chance!
Politische Karriere erzeugt automatisch Zugehörigkeit zum „Establishment“. Wer nicht dazugehört, kommt nicht nach oben – und wer nach oben kommt, wird Teil des Zirkels.
Das ist nicht mal unbedingt so ein Privatschul-Club, wo die richtigen Beziehungen zusammen mit der richtigen Herkunft schon mit der Geburt die Zugehörigkeit bestimmen. Gibt es natürlich auch.
Politisch ist das „Establishment“ aber durchaus offen: Jeder kann mitmachen – wenn er „mitmacht“.
„Links“ und „rechts“ sind dann eher Markennamen für das weitgehend gleiche Produkt. Wirklich andere Produkte gibt es nicht.