Ein Huthi-Team aus Taiz besucht Mokka, „um die Stabilität und die öffentlichen Dienstleistungen wiederherzustellen“. Bild: Saba.ye
Ein weiterer Rückschlag für Trumps Nahostpolitik.
1. Ein strategischer Erfolg
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach tagelangen Kämpfen mit regierungstreuen Kräften die Hafenstadt Mokka an der jemenitischen Westküste eingenommen, ihre Kontrolle entlang des Roten Meeres und in der Nähe der Schifffahrtsroute Bab Al Mandeb ausgeweitet und ca. 1000 Quadratkilometer besetzt.
Die Einnahme von Mokka durch die Huthi am 10. September 2026 ist mehr als nur ein weiterer Rückschlag für die international anerkannte Regierung des Jemens. Der historische Hafen am Roten Meer bietet der Miliz eine strategisch wichtige Position, etwa 75 km von der Meerenge Bab Al Mandeb entfernt.
Die Huthi-Miliz eroberte Mokka erstmals im November 2014 während einer Offensive im Süden, Monate nachdem sie die Hauptstadt Sanaa eingenommen hat. Sie nutzte den Hafen, um Waffen in Richtung ihrer nördlichen Hochburgen zu transportieren, bis sie im Januar 2017 von einer saudisch geführten Militärkoalition vertrieben wurde.
Jahrhundertelang war Mokka eines der bekanntesten Kaffeehandelszentren der Welt und exportierte jemenitische Kaffeebohnen in Märkte vom Nahen Osten bis nach Europa. Sein Name wurde zum Synonym für Kaffee.
Heute ist Mokka jedoch ein bedeutender Logistikknotenpunkt an der Küste, dessen Lage wichtiger ist als die Kapazität seines Hafens. Dort werden Stückgüter umgeschlagen, allerdings bei weitem nicht so viele Güter wie im wichtigsten jemenitischen Hafen am Roten Meer, Hodeidah.
Bab al-Mandab heißt das „Tor der Tränen“ und ist nach seinen gefährlichen Schifffahrtsbedingungen benannt. Es ist der südliche Ausgang des Roten Meeres und trennt Jemen von Dschibuti und Eritrea – eine wichtige Route für Rohöl und Treibstoffe aus dem Persischen Golf, die durch den Suezkanal oder die Sumed-Pipeline ins Mittelmeer transportiert werden.
Die Meerenge steht zwar nicht unter der direkten Kontrolle der Huthi, die Einnahme von Mokka stärkt aber die Position der Huthi-Rebellen und schwächt eine wichtige Logistik- und Operationsbasis ihrer Gegner im Süden. Ca. 12 Prozent des Welthandels wird durch diese schmale Wasserstraße abgewickelt.
Die unmittelbare Sorge gilt Dhubab, einem Gebiet weiter südlich und viel näher an Bab Al Mandeb. Berichten zufolge rückte die Huthi-Miliz am 10. September auch dorthin vor.
Das verleiht Mokka vor dem Hintergrund des Irankrieges eine zusätzliche Bedeutung. Da die Straße von Hormus bereits stark eingeschränkt ist, hat Bab al-Mandab für den Handel und den Energiefluss zwischen dem Persischen Golf, dem Indischen Ozean, dem Roten Meer und dem Suezkanal drastisch an Bedeutung gewonnen.
Mokka verschafft der Huthi-Miliz keine Kontrolle über die internationale Schifffahrt und sein Hafen ist nicht groß genug, um ihre maritimen Kapazitäten allein zu verändern. Seine Bedeutung liegt aber vor allem in seiner geografischen Lage.
Sollte die Eroberung Bestand haben, wäre dies wohl der bedeutendste konkrete Gebietsgewinn für Irans Stellvertreter seit Kriegsbeginn am 28. Februar und einer der größten strategischen Erfolge der Huthi-Rebellen seit dem Waffenstillstand 2022.
Die zentrale Frage ist nun, ob Mokka ein isolierter Sieg oder der Beginn eines Vormarsches der Huthi-Miliz in Richtung Dhubab und Bab al-Mandab ist. Im letzteren Fall könnte die Eroberung weit über die Kämpfe im Jemen hinausreichende Folgen haben und eine weitere Bedrohung für die ohnehin schon beeinträchtigte globale Schifffahrtsroute darstellen.
Die Folgen dieser Eroberung war bereits an den Finanz- und Rohölmärkten zu spüren. Der Schiffsverkehr über die Meerenge Bab Al Mandeb brach am 10. September ein, auch die Zahl der Schiffe in der Straße von Hormus blieb nach erneuten Angriffen niedrig. Die Miliz hat zuvor ein „Seeembargo“ gegen Saudi-Arabien verhängt und greift Schiffe an, die Rohöl aus OPEC-Ländern transportieren.
Nach einer Reihe von Angriffen der Huthi-Rebellen leiten die Saudis inzwischen ihre Tanker über das Mittelmeer um.
Vor diesem Hintergrund schnellte der Preis für Brent-Öl auf 105 Dollar pro Barrel hoch, da die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten die Sorgen um die globale Versorgungslage verstärkten.
Zahlreiche Soldaten, dide für Saudi-Arabien gekämpft haben, sollen sich in den Regionen Hays, Mokka, Khawkhah, Taizé und Jawf. ergeben haben. Screenshot aus Video von Ypagency.net
2. Die Bloßstellung der US-Hegemonie
Pakistan forderte inzwischen den Iran auf, die Huthi-Rebellen einzudämmen, nachdem diese ihre Angriffe auf das Königreich Saudi-Arabien verstärkt haben, berichtete Reuters unter Berufung auf saudische, pakistanische und iranische Quellen. Die vom Iran unterstützte Miliz griff am 8. September einen Luftwaffenstützpunkt und Ölanlagen in Saudi-Arabien an und verletzten dabei mindestens 73 Menschen. Saudi-Arabien reagierte mit 54 Luftangriffen im Jemen, wie die Huthi mitteilten.
Ein iranischer Beamter bestätigte Pakistans Aufforderung, sagte aber: „Der Iran hat keine Kontrolle über die Huthi.“ Zwei iranische Quellen gaben allerdings an, Teheran habe die Huthi letzte Woche angewiesen, Saudi-Arabien anzugreifen, und ihnen zusätzliche Finanzmittel und Waffen versprochen.
Wie dem auch sei, eine Miliz aus einem wirtschaftlich schwachen Land macht Weltgeschichte. Sie hat es geschafft, die Weltmacht der USA und deren Satelliten herauszufordern und die maritime Sicherheit neu zu definieren. Die Situation im Roten Meer hat die Grenzen der US-Macht und ihrer Verbündeten aufgezeigt.
Trotz massiver Luftangriffe der von den USA geführten Koalition und hartem Sanktionsdruck ist es nicht gelungen, das militärische Potenzial der Huthi zu zerstören. Der Einsatz billiger Drohnen und ballistischer Anti-Schiff-Raketen gegen die extrem teuren US-Luftverteidigungssysteme hat die tiefgreifende Asymmetrie der modernen Kriegsführung offengelegt.
Ein nichtstaatlicher Akteur hat bewiesen, dass er in der Lage ist, technologische Kriegsführung auf Augenhöhe mit regulären Armeen zu betreiben. Die Huthi haben sich von einem regionalen Stellvertreterakteur zu einem Machtfaktor entwickelt, der in der Lage ist, Bedingungen zu diktieren.
Als Teil der sog. „Achse des Widerstands“ verstärken die Huthi Teheran Einfluss auf die US-amerikanische und israelische Kriegsführungsstrategie, wohingegen der Iran formal am Rande bleibt und behauptet, dass „die Huthi ihre eigenen Entscheidungen treffen“.
„Eine Bewegung, die lange Zeit als ein bloßer iranischer Stellvertreter abgetan wurde, hat sich zu einem zunehmend autonomen Partner Teherans entwickelt, der sein Engagement im regionalen Aktivismus kalibriert und seine innenpolitische Machtbasis festigt“, schrieb Jonathan Fenton Harvey bereits am 13. Juli 2026 in seinem Artikel „Die Huthi bestimmen zunehmend ihre eigene Agenda“ für Responsible Statecraft.
Wie Danny Citrinowicz (ein prominenter Iran-Analyst am Institut für Nationale Sicherheitsstudien in Israel) argumentiert hat, könnte die Aussicht auf eine gemeinsame Blockade von Hormus und Bab al-Mandeb den strategischen Wert der Huthi aus Teherans Sicht erhöhen. Entscheidend ist aber, dass sie auch den Einfluss der Bewegung innerhalb dieser Partnerschaft stärken könnte, da die Huthi nachweislich in der Lage sind, selbst zu entscheiden, wann und wie sie diese Drohung einsetzen.
Der geopolitische Einfluss der Huthi reicht mittlerweile weit über die Arabische Halbinsel hinaus. Die Miliz begann Allianzen am Horn von Afrika zu schmieden (insbesondere durch die Koordinierung ihrer Aktionen mit der al-Shabaab-Bewegung in Somalia).
Dadurch entsteht die Gefahr einer „maritimen Einengung“ auf beiden Seiten der Bab al-Mandeb-Straße, was die USA zwingt, ihre Afrikastrategie zu überdenken und u. a. nach neuen Stützpunkten in Somali zu suchen.
Billige Drohnen und Raketen zwingen die hochentwickelten Militärs zu extrem teuren Abwehrmaßnahmen, was zu einer materiellen und psychologischen Zermürbung führt.
Die Huthi haben bewiesen, dass selbst eine kleine, aber hochmotivierte Miliz im 21. Jahrhundert die moderne asymmetrische Kriegsführung beherrscht, die der Weltwirtschaft Bedingungen diktiert, globale Handelsströme umlenkt und das mächtige Militärbündnis erfolgreich herausfordern kann.
Weder die von den USA geführte Operation Prosperity Guardian noch die Angriffe der Koalition konnten den Huthi ihre Offensivkapazitäten berauben. Dies hat den Status der USA als Hauptgarant der globalen Schifffahrtssicherheit untergraben und die US-Hegemonie bloßgestellt.
Michael Silnizki (20. Juni 1957) immigrierter 1976 nach Israel aus der Sowjetunion, wo ich 6 Jahre verbrachte. Im Januar 1982 wanderte ich nach Deutschland ein. An der Uni. zu Köln absolvierte ich geisteswissenschaftliche Studien (Philosophie, gr. Philologie, kath. Theologie). 1987 und in den 1990er-Jahren arbeitete für Forschungsinstitute: BIOst (Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien) und Max-Planck-Institut f. Europäische Rechtsgeschichte. Ab Anfang des Jahrhunderts bin ich sozusagen ein Privatgelehrter und habe mehrere Bücher und zuletzt ca. 250 Studien geschrieben, die auf meiner Webseite: www.ontopraxiologie.de zu finden sind. Mehr Beiträge von Michael Silnizki →
Guter Artikel! Man sollte noch hinzufügen, das saudisch unterstützte Milizen und Milizen, die von den Emiraten/ Israelis unterstützt werden, aneinander geraten sind. Kurz vor Beginn des Iran- Krieges hat Saudi- Arabien die regulären Truppen der Emiratis aus dem Jemen vertrieben…
Es scheint sich die Wiedervereinigung des Jemen anzubahnen.
Jemens Huthis (Ansar Allah) haben die Perim-Insel, auch bekannt als Mayyun, erobert, die zu einer der strategisch wichtigsten Positionen in der Bab el-Mandeb-Straße vorrückt, während die Gruppe entlang der Küste des Roten Meeres im Jemen nach Süden drängt, so Berichte von AFP und anderen Nachrichtenagenturen vom 11. September.
Die gemeldete Einnahme der Insel kommt einen Tag, nachdem die Huthis die Hafenstadt Mokha erobert haben und inmitten eines schnellen Vormarsches in Richtung Dhubab.
Reuters berichtete sogar am 11. September, dass die Streitkräfte der Gruppe bereits Dhubab erreicht haben, das direkt gegenüber von Perim liegt.
Ein nettes, wenn auch etwas bescheidenes Witzchen (wobei Sie ja vielleicht wissen, dass die besagte Stadt wirklich – Stichwort zeitweises Kaffeehandelmonopol vor geraumer Zeit – da namensgebend war :-)).
Und ganz allgemein: Die, äh, „international anerkannte Regierung“ … ja, da gab es (laut Wikip.) 2014 die letzten Präsidentschaftswahlen, die für das Parlament liegen sogar schon 23 Jahre zurück. Die Verfassung erlaubt das offenbar, ja, o.k., so isch‘s no halt au wieder…
Na, das trifft sich ja günstig. Glenn Diesens tägliche Mail mit einem Gast – heute „Peter Schiff_ Economic Armageddon – Bonds & Dollar in Crisis“ passt wie A**** auf Eimer:
„Welcome back. We are joined today by Peter Schiff, the CEO of Europacific Asset Management and also the host of the very popular Peter Schiff Show. … It seems, well, one One of the big news of today is the oil prices. We see now Brent crude surpassing $107 per barrel. The Trump administration has worked very hard to talk down the oil over the past few months. It seems every Monday morning the Iran war is announced to be over. But this time it doesn’t seem to work. I was wondering how do you interpret these prices? Is it only about The Iran war and the Middle East on fire, or is there a bigger story here? Well, there’s a bigger story, but I think Iran is certainly part of it. And as we’re speaking, Brent oil, which is more significant for us here in America, but Brent is at 101.60, up another almost 6% today. And Maybe even more problematic for the U.S. economy are bond yields rising along with oil.“ Das restliche Transscript wäre auch nicht ganz so uninteressant, wirklich.
Wo die Übersetzung bleibt? Die kommt heute nicht! Den ganzen Ottonen et al zur Zeit will ich deren Spass nicht vermiesen. Wo käme ich da hin?
Und in der Willy-Brandt-Allee Nr. 1 strapaziert man bestimmt schon wieder die nächstgelegene KI-Manufaktur, wie denn diese sich abzeichnende drohende neuartige Gefahr wieder dem Kreml-Schurken untergejubelt werden und mit welchen perfiden Mitteln dem Russ‘ zwischen die Speichen gegriffen werden kann. Allzuviel bleibt ja nimmer. Wie wärs denn damit? Das Ehrenmal im Treptower Park mit roter oder blauer Farbe beschmieren oder mit einem Profilbild vom Zauberlehrling bekleben? Langweilig! Vielleicht die pompöse RF-Botschaft Unter den Linden ein für allemal von der Abwasser-Kanalisation trennen. Würde doch dem Russ‘ bestimmt besonders stinken, oder?
Welche Gruppe wäre denn staatlich legitimiert und hätte mehr Autorität im Jemen?
Die haben den Rückhalt in einem größeren Teil der Bevölkerung. Da es keine Volkszählungen gab, kann man das nicht so richtig beziffern. Wobei man bei dem anderen ethnischen Gruppen wohl keine so große Gruppe hat und die von Golfdiktaturen unterstützt werden, also noch weniger staatliche Legitimation haben. Jemen ist eines der Länder, die erfolgreich in einen „failed state“ verwandelt wurden, weil die Golfdiktaturen davon ihren Teil abzwacken wollten mit dazugehörigen noch unerschlossenen Gasfeldern. Im Kalten Krieg gab es 2 Jemen.
Wir bräuchten erst einmal eine Recherche, wer dort was macht. Bei 99zueins habe ich mal ein Beitrag gehört. Bei der Suche muss man versuchen unabhängige (anti-imperialistische) Journalisten zu finden, gerade im englischsprachigen Bereich.
Der Vormarsch sieht auch nicht nach großartigen Kriegshandlungen aus, sondern bei den Gegnern ist irgendwas an Logistik oder Geldfluss auf Seiten der von den Golfdiktatoren und vom Westen unterstützten Gruppen zusammengebrochen. Vielleicht ist der wirtschaftliche Druck auf die Golfdiktaturen so stark geworden, dass sie ihre imperialen Abenteuer in anliegenden Ländern zurückfahren.
Das wäre auch eine gute Nachricht für Sudan, wobei der Krieg dort leider durch Blutgold finanziert wird, Landraub und Plünderungen.
Es ist eigentlich nicht zu glauben, dass eine Miliz (mit Zier-Dolchen im Gürteln) gegen das Maximum militärischer Entwicklungen (Satelliten-Aufklärung, Drohnen, Luftüberlegenheit, weltweite Logistik, …) der militärisch stärksten Staaten (Israel, USA, SA, …) ankommen können soll.
Gibt es da unsichtbare Kräfte, die diese Miliz stützen bzw. gewähren lassen?
Disruption ist vielleicht das Zauberwort. Denn genau da werden wir gerade hingesteuert. Auf allen Ebenen und in allen Kanälen.
„Bei der Suche muss man versuchen unabhängige (anti-imperialistische) Journalisten zu finden, gerade im englischsprachigen Bereich.“
Sicher nicht.
Da muss man Journalisten suchen, die keiner Ideologie verwachsen sind. Und ja, die sind schwer zu finden.
Aber linksextreme marxistische Anti-Imperialisten, die den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands von 2022 relativieren… oder den Terrorangriff vom 7.Oktober 2023 der demokratisch gewählten Regierung von Gaza, die die Vernichtung aller Juden zur Hauptaufgabe gemacht (genauso wie damals der „grösste Führer Deutschlands aller Zeiten“) und sogar in ihre Charta geschrieben haben, als Akt des Widerstands betrachten, gehören nicht dazu.
Und klar „unser“ russischer Propagandakrieger vom Magazin hier, auch nicht. Ich glaube, das kann ich auch sagen, ohne dass ich den Artikel erst lese.
Jawohl, Herr Nicht-„Propagandakrieger“! Ohne den Artikel zu lesen, haben Sie einen Kommentar abgegeben. Das nennt sich wohl für Sie ein „vorurteilsfreies Denken“. Und dafür war sogar Ihnen Ihre angeblich „knappe Zeit“ nicht zu schade!
Warum lesen Sie überhaupt dann das Magazin bei so viel Intoleranz?
So Dumm, solange der Degenerierte Westen sich als absolut Unfähig erweist zu begreifen was die Houthis überhaupt sind und ihr Stereotyp vom iranischen Stellvertreter herunterbeten, wird es da unten garantiert keinen Frieden geben. Weil das „Meer der Tränen“ ja so wichtig für den Westen ist, starren anscheinend alle Schreiber nur auf diesen Punkt und haben trotz der unter anderem gerade laufenden Offensive auf Marib, nicht einmal gemerkt dass die Houthis gerade dabei sind, die Saudis und ihre Stellvertreter aus dem Jemen zu prügeln.
Die Houthis sind soviel iranischer Stellvertreter wie die NATO aus US Stellvertretern besteht. Dazu ist fast jeder Staat am Golf ein US Stellvertreter, die meisten ja sogar mit US Militärbasen belegt. Da ist viel viel mehr Stellvertreter drin als beim angeblichen Stellvertreter Houthi.
Guter Artikel! Man sollte noch hinzufügen, das saudisch unterstützte Milizen und Milizen, die von den Emiraten/ Israelis unterstützt werden, aneinander geraten sind. Kurz vor Beginn des Iran- Krieges hat Saudi- Arabien die regulären Truppen der Emiratis aus dem Jemen vertrieben…
Es scheint sich die Wiedervereinigung des Jemen anzubahnen.
Heute sind sie schon einen Schritt weiter.
Übersetzt, aus https://southfront.press/houthis-seize-island-at-bab-el-mandebs-narrowest-point/
Inzwischen wird gemeldet, das die Houthis die gesamte jemenitische Küste und alle Inseln des Roten Meeres kontrollieren.
Als nächstes sind die Städte Cappuccino und Latte macchiato dran. Teetrinker können sich auch weiterhin beruhigt zurücklehnen.
Ein nettes, wenn auch etwas bescheidenes Witzchen (wobei Sie ja vielleicht wissen, dass die besagte Stadt wirklich – Stichwort zeitweises Kaffeehandelmonopol vor geraumer Zeit – da namensgebend war :-)).
Und ganz allgemein: Die, äh, „international anerkannte Regierung“ … ja, da gab es (laut Wikip.) 2014 die letzten Präsidentschaftswahlen, die für das Parlament liegen sogar schon 23 Jahre zurück. Die Verfassung erlaubt das offenbar, ja, o.k., so isch‘s no halt au wieder…
Oh, hehe, ich sehe gerade, dass meine Allgemeinbildungs-Belehrung da etwas naseweis-unnötig war, steht ja auch im Artikel, ne…
Na, das trifft sich ja günstig. Glenn Diesens tägliche Mail mit einem Gast – heute „Peter Schiff_ Economic Armageddon – Bonds & Dollar in Crisis“ passt wie A**** auf Eimer:
„Welcome back. We are joined today by Peter Schiff, the CEO of Europacific Asset Management and also the host of the very popular Peter Schiff Show. … It seems, well, one One of the big news of today is the oil prices. We see now Brent crude surpassing $107 per barrel. The Trump administration has worked very hard to talk down the oil over the past few months. It seems every Monday morning the Iran war is announced to be over. But this time it doesn’t seem to work. I was wondering how do you interpret these prices? Is it only about The Iran war and the Middle East on fire, or is there a bigger story here? Well, there’s a bigger story, but I think Iran is certainly part of it. And as we’re speaking, Brent oil, which is more significant for us here in America, but Brent is at 101.60, up another almost 6% today. And Maybe even more problematic for the U.S. economy are bond yields rising along with oil.“ Das restliche Transscript wäre auch nicht ganz so uninteressant, wirklich.
Wo die Übersetzung bleibt? Die kommt heute nicht! Den ganzen Ottonen et al zur Zeit will ich deren Spass nicht vermiesen. Wo käme ich da hin?
Und in der Willy-Brandt-Allee Nr. 1 strapaziert man bestimmt schon wieder die nächstgelegene KI-Manufaktur, wie denn diese sich abzeichnende drohende neuartige Gefahr wieder dem Kreml-Schurken untergejubelt werden und mit welchen perfiden Mitteln dem Russ‘ zwischen die Speichen gegriffen werden kann. Allzuviel bleibt ja nimmer. Wie wärs denn damit? Das Ehrenmal im Treptower Park mit roter oder blauer Farbe beschmieren oder mit einem Profilbild vom Zauberlehrling bekleben? Langweilig! Vielleicht die pompöse RF-Botschaft Unter den Linden ein für allemal von der Abwasser-Kanalisation trennen. Würde doch dem Russ‘ bestimmt besonders stinken, oder?
„nichtstaatlicher Akteur“
Welche Gruppe wäre denn staatlich legitimiert und hätte mehr Autorität im Jemen?
Die haben den Rückhalt in einem größeren Teil der Bevölkerung. Da es keine Volkszählungen gab, kann man das nicht so richtig beziffern. Wobei man bei dem anderen ethnischen Gruppen wohl keine so große Gruppe hat und die von Golfdiktaturen unterstützt werden, also noch weniger staatliche Legitimation haben. Jemen ist eines der Länder, die erfolgreich in einen „failed state“ verwandelt wurden, weil die Golfdiktaturen davon ihren Teil abzwacken wollten mit dazugehörigen noch unerschlossenen Gasfeldern. Im Kalten Krieg gab es 2 Jemen.
Wir bräuchten erst einmal eine Recherche, wer dort was macht. Bei 99zueins habe ich mal ein Beitrag gehört. Bei der Suche muss man versuchen unabhängige (anti-imperialistische) Journalisten zu finden, gerade im englischsprachigen Bereich.
https://www.youtube.com/@99ZUEINS/search?query=jemen
Der Vormarsch sieht auch nicht nach großartigen Kriegshandlungen aus, sondern bei den Gegnern ist irgendwas an Logistik oder Geldfluss auf Seiten der von den Golfdiktatoren und vom Westen unterstützten Gruppen zusammengebrochen. Vielleicht ist der wirtschaftliche Druck auf die Golfdiktaturen so stark geworden, dass sie ihre imperialen Abenteuer in anliegenden Ländern zurückfahren.
Das wäre auch eine gute Nachricht für Sudan, wobei der Krieg dort leider durch Blutgold finanziert wird, Landraub und Plünderungen.
Es ist eigentlich nicht zu glauben, dass eine Miliz (mit Zier-Dolchen im Gürteln) gegen das Maximum militärischer Entwicklungen (Satelliten-Aufklärung, Drohnen, Luftüberlegenheit, weltweite Logistik, …) der militärisch stärksten Staaten (Israel, USA, SA, …) ankommen können soll.
Gibt es da unsichtbare Kräfte, die diese Miliz stützen bzw. gewähren lassen?
Disruption ist vielleicht das Zauberwort. Denn genau da werden wir gerade hingesteuert. Auf allen Ebenen und in allen Kanälen.
„Bei der Suche muss man versuchen unabhängige (anti-imperialistische) Journalisten zu finden, gerade im englischsprachigen Bereich.“
Sicher nicht.
Da muss man Journalisten suchen, die keiner Ideologie verwachsen sind. Und ja, die sind schwer zu finden.
Aber linksextreme marxistische Anti-Imperialisten, die den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands von 2022 relativieren… oder den Terrorangriff vom 7.Oktober 2023 der demokratisch gewählten Regierung von Gaza, die die Vernichtung aller Juden zur Hauptaufgabe gemacht (genauso wie damals der „grösste Führer Deutschlands aller Zeiten“) und sogar in ihre Charta geschrieben haben, als Akt des Widerstands betrachten, gehören nicht dazu.
Und klar „unser“ russischer Propagandakrieger vom Magazin hier, auch nicht. Ich glaube, das kann ich auch sagen, ohne dass ich den Artikel erst lese.
Zeit ist knapp.
Jawohl, Herr Nicht-„Propagandakrieger“! Ohne den Artikel zu lesen, haben Sie einen Kommentar abgegeben. Das nennt sich wohl für Sie ein „vorurteilsfreies Denken“. Und dafür war sogar Ihnen Ihre angeblich „knappe Zeit“ nicht zu schade!
Warum lesen Sie überhaupt dann das Magazin bei so viel Intoleranz?
Das ist professionell. Das Honorar ist klein, und für einen Heiermann kann man keinen Artikel lesen *,und* posten…
So Dumm, solange der Degenerierte Westen sich als absolut Unfähig erweist zu begreifen was die Houthis überhaupt sind und ihr Stereotyp vom iranischen Stellvertreter herunterbeten, wird es da unten garantiert keinen Frieden geben. Weil das „Meer der Tränen“ ja so wichtig für den Westen ist, starren anscheinend alle Schreiber nur auf diesen Punkt und haben trotz der unter anderem gerade laufenden Offensive auf Marib, nicht einmal gemerkt dass die Houthis gerade dabei sind, die Saudis und ihre Stellvertreter aus dem Jemen zu prügeln.
Die Houthis sind soviel iranischer Stellvertreter wie die NATO aus US Stellvertretern besteht. Dazu ist fast jeder Staat am Golf ein US Stellvertreter, die meisten ja sogar mit US Militärbasen belegt. Da ist viel viel mehr Stellvertreter drin als beim angeblichen Stellvertreter Houthi.