Die gekaufte Linke – wie eine Bewegung lernte, ungefährlich zu sein

Linke CSD
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Sie nennt es Fortschritt – doch es war und ist Kapitulation. Während die Linke Identität und Sprache priorisierte, verschwand die Frage nach Besitz, Löhnen und Macht.

Es gibt eine Geschichte, die die westliche Linke über sich selbst erzählt. Sie lautet: Wir haben uns weiterentwickelt. Wir haben verstanden, dass Unterdrückung viele Gesichter hat – nicht nur Klasse, sondern Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Identität. Wir sind komplexer geworden, sensibler, gerechter. Das ist Fortschritt.

Diese Geschichte des angeblichen Fortschritts ist leider falsch. Nicht in jedem Detail, aber in ihrer Grundstruktur. Was als moderne Erweiterung erzählt wird, war in Wirklichkeit ein fataler Tausch: Die Linke hat die einzige Frage aufgegeben, die „Macht“ etwas kosten könnte – wem gehört was, und warum – und sich auf Fragen konzentriert, die „Macht“ nichts kosten. Das war kein Versehen. Es war ein Systemergebnis, das niemand planen musste, weil die Anreize es von selbst produzierten.

Der Strukturbruch und seine Deutung

Um zu verstehen, was passiert ist, muss man in die 1970er Jahre zurückgehen. Die Deindustrialisierung zerstört die materielle Basis klassischer Arbeiterpolitik. Gewerkschaften verlieren Mitglieder und politischen Einfluss. Thatcher und Reagan sind nicht Symptome dieses Wandels, sondern seine Architekten – die Zerschlagung der Bergarbeitergewerkschaft 1984 in Großbritannien, die Entlassung der Fluglotsen in den USA 1981 waren bewusste Klasseninterventionen, Signale, dass der Nachkriegskompromiss aufgekündigt war.

Die Linke verlor ihre materielle Basis nicht einfach. Sie wurde enteignet. Die entscheidende Frage ist, wie sie darauf reagierte. Eine mögliche Reaktion wäre gewesen: neue Organisationsformen entwickeln, die veränderte Klassenstruktur analysieren, die wachsende Dienstleistungsklasse gewerkschaftlich erschließen. Das geschah punktuell. Aber die dominante Reaktion war eine andere: Der Begriff der Klasse selbst geriet unter Verdacht.

Die akademische Umcodierung

In den Geistes- und Sozialwissenschaften vollzog sich ab den 1980ern eine Verschiebung, die für die intellektuelle Linke konstitutiv werden sollte. Foucault, Derrida, Butler boten etwas, was eine materialistische Analyse nicht leicht bieten konnte: die Möglichkeit, Macht als allgegenwärtiges diskursives Phänomen zu begreifen, das sich nicht auf Eigentumsverhältnisse reduzieren ließ. Klassenpolitik wurde als “Reduktionismus” markiert, als “Ökonomismus”, als “blind für Intersektionalität”.

Diese Kritiken sind nicht vollständig falsch. Tatsächlich hat ein enger, deterministischer Klassenmarxismus reale blinde Flecken. Aber die Konsequenz, die gezogen wurde, ist analytisch verheerend: Man warf nicht die simplen Versionen des Klassenbegriffs über Bord, sondern den Klassenbegriff als Ganzes. Das Ergebnis war eine Linke, die Unterdrückung in immer feinere Kategorien differenzieren konnte – aber den strukturellen Mechanismus der Umverteilung nach oben nicht mehr benennen wollte (oder konnte).

Warum “kontaminiert”?

Klassenpolitik wurde nicht nur als analytisch überholt markiert – sie wurde moralisch als „kontaminiert“ verdächtigt. Das geschah über eine rhetorische Verknüpfung, die so effektiv ist, weil sie empirisch nicht vollständig falsch ist: Die Arbeiterbewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war oft rassistisch, sexistisch, imperial. Diese reale Geschichte wurde nun aber nicht als Problem innerhalb der Klassenpolitik behandelt, das einer Lösung bedarf, sondern als strukturelles Merkmal – als ob Klassenpolitik wesenhaft diese Ausschlüsse produziere.

Dazu kommt ein zweiter Mechanismus: In identitätspolitisch sozialisierten Milieus ist moralische Überlegenheit ein zentrales Gut. Wer Klasse priorisiert, muss sich vorhalten lassen, er vernachlässige Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit. Das ist eine soziale Kosten-Nutzen-Rechnung, die die meisten Akteure schnell lernen. In akademischen Kontexten, NGOs, Redaktionen, progressiven Parteistäben wird Klassenpolitik schlicht nicht gefördert. Wer sie betreibt, wirkt “retro”, im schlimmsten Fall verdächtig nah an populistischen Rechten.

Die Elitenkompatibilität als Schlüssel

Was diesen Prozess antrieb und stabilisierte, war ein Interesse, das im progressiven Milieu selbst selten benannt wird: Identitätspolitik ist für kapitalistische Eliten weitgehend kostenlos. Ein Unternehmen kann Diversity-Programme einführen, Genderbeauftragte einstellen, Queerflaggen hissen – und gleichzeitig Gewerkschaftsgründungen mit juristischen Mitteln bekämpfen, Löhne drücken, Steuervermeidung betreiben. Es gibt keinen strukturellen Widerspruch zwischen progressiver Identitätspolitik und kapitalistischer Akkumulation.

Es gibt einen sehr deutlichen Widerspruch zwischen Klassenpolitik und kapitalistischer Akkumulation. Große Stiftungen haben identitätspolitische Programme großzügig gefördert. Das war kein konspirativer Masterplan, aber auch kein bloßer Zufall. Es war Klassenselbstbedienung von liberal-kapitalistischen Eliten, die eine Linke bevorzugen, die ihnen kulturell ähnlich ist und materiell nichts kostet. Man musste niemanden zwingen. Man musste nur fördern, was kompatibel war.

Die institutionelle Selbstreproduktion

Nach einer Weile braucht es keinen externen Förderer mehr. Universitätsstellen werden nach Kriterien vergeben, die Diskurskompatibilität belohnen. NGO-Karrieren hängen an Sprache und Framing. Progressive Medien selektieren Stimmen, die das Milieu ansprechen. Wer in diesen Strukturen sozialisiert wird, lernt – nicht durch Anweisung, sondern durch Beispiel – was sagbar ist und was nicht.

Das Ergebnis ist eine Linke, die sich selbst für radikal hält, weil sie in Sprach- und Repräsentationsfragen kompromisslos ist – und die gleichzeitig die Verteilungsfrage systematisch vermeidet. Das ist kein Versagen im Sinne von Fehlern. Es ist ein Systemergebnis.

Die pseudoreligiöse Struktur

Was dabei entstand, ist keine säkulare politische Bewegung, sondern ein moraltheologisches System mit erkennbarer Struktur. Die Erbsündenlehre heißt jetzt “struktureller Rassismus” – Schuld ist kollektiv, unverdient, durch Geburt zugewiesen. Die Erweckung und das Bekenntnis heißen “privilege checking” – öffentliche Selbstkritik als Reinigungsritual. Der unfehlbare Text ist nicht mehr die Bibel, sondern ein akademischer Kanon, dessen Infragestellung als moralisches Versagen gilt, nicht als intellektuelle Herausforderung. Und die Exkommunikation funktioniert heute ohne Kirchengericht.

Das ist keine Metapher. Das ist strukturelle Isomorphie mit dem puritanischen Protestantismus, gegen dessen Erbe diese Bewegung angeblich antritt. Die tiefste Ironie: Der lauteste Kampf gegen westlichen Kulturimperialismus wird mit den Mitteln seines dunkelsten Kapitels geführt – Kollektivschuld, Bekenntniszwang, Ketzerverfolgung. Was gerade weltweit als progressiver Universalismus exportiert wird, ist amerikanischer Moralprotestantismus in säkularem Gewand. Das ist kultureller Imperialismus der besonderen Art – durchgeführt von jenen, die am lautesten gegen Imperialismus rufen.

Was das konkret bedeutet

Die Konsequenzen sind nicht abstrakt. In öffentlichen Debatten über Jugendliche und soziale Medien etwa wird regelmäßig gefragt, welche Gruppen gefährdet oder problematisch sind – aber der Symmetrietest wird nicht angewendet. Strukturelle Fragen nach Bildungsarmut, Perspektivlosigkeit, sozialem Abstieg tauchen nicht auf. Das Problem wird als Diskursproblem behandelt, das eine Diskurslösung braucht. Dass es ein Strukturproblem sein könnte, liegt außerhalb des Analyserahmens – weil Strukturprobleme materielle Antworten verlangen, und materielle Antworten Macht kosten.

Die, im materiellen Sinne, armen Schwarzen, arme Frauen, arme Migranten – genau jene, in deren Namen Identitätspolitik betrieben wird – profitieren am wenigsten von ihr. Was sie bräuchten, wären höhere Löhne, stabile Arbeit, bezahlbare Mieten. Was sie bekommen, sind sichtbarere Repräsentation in Vorständen und gendergerechte Sprache. Identitätspolitik hat die Emanzipation von ihrem materiellen Kern getrennt – ironischerweise ausgerechnet im Namen der materiell Benachteiligten.

Europa: Chance und verpasste Gelegenheit

Hier liegt eine historische Ironie besonderer Qualität. Europa hätte die intellektuellen Werkzeuge, um diesen Prozess zu benennen und ihm zu widerstehen. Die kontinentale Wissenschaftstradition ist epistemisch rigoroser: Theorien müssen sich selbst begrenzen, Übertreibung gilt als Warnsignal, Universalismen werden historisch kontextualisiert. Ein Argument, das jede Kritik als Beweis seiner eigenen Wahrheit umdeutet, wäre in dieser Tradition nicht als radikal, sondern als methodisch unseriös eingestuft worden.

Bourdieu hat die Mechanismen der kulturellen Reproduktion präzise beschrieben. Habermas hat die Bedingungen rationaler Diskurse formuliert. Popper hat die Immunisierungsstrategie unfalsifizierbarer Theorien als wissenschaftliches Ausschlusskriterium definiert. Das europäische Denken des 20. Jahrhunderts hat – durch Religionskriege, totalitäre Erfahrungen, Aufklärung und Gegenaufklärung – gelernt, was geschlossene Systeme anrichten. Es hat Begriffe dafür entwickelt.

Und dennoch: Europa importiert aktiv die amerikanische epistemische Schwäche, anstatt die eigene Stärke auszuspielen. Das geschieht nicht durch Zwang, sondern durch Statusimitation. Amerikanische Universitäten definieren akademisches Prestige. Wer in den richtigen Journals publiziert, welche Theorieschulen als fortschrittlich gelten, welche Sprache Fördergelder anzieht – das wird in einem transatlantischen Diskursraum bestimmt, in dem Amerika das Gravitationszentrum bildet. Das akademische Milieu, das die Werkzeuge zur Kritik besäße, ist gleichzeitig das Milieu, das dem amerikanischen Diskurs am stärksten folgt.

Das ist strukturell gefährlicher als die amerikanische Situation selbst. Die USA puffern ihre epistemischen Schwächen durch institutionelle Plastizität, brutale Marktselektion und die strikte Trennung zwischen produktiven und symbolischen Wissensdomänen. Europa hat diese Puffer nicht in derselben Stärke. Es übernimmt den epistemischen Irrsinn ohne die kompensierenden Stärken.

Die Chance wäre real: Europa könnte den aufklärerischen Universalismus nicht als historisches Erbe verwalten, sondern als lebendiges Argument einsetzen – gegen Kollektivschuld, gegen Bekenntniszwang, gegen die Ersetzung von Analyse durch Moral. Es könnte die Klassenfrage neu stellen, ohne in die Fehler eines dogmatischen Marxismus zurückzufallen. Es könnte zeigen, dass Universalismus nicht die Verleugnung von Unterschieden ist, sondern ihre einzige stabile politische Grundlage.

Stattdessen wiederholt es den amerikanischen Fehler – mit Verzögerung, ohne die Reserven, und mit dem zusätzlichen Nachteil, ihn nicht einmal als eigenen zu erkennen.

Das Paradox am Ende

Heute werden Elemente klassischer Klassenpolitik – Industrieschutz, Lohnpolitik, Skepsis gegenüber der Globalisierung – gerade von jenen Kräften artikuliert, die das progressive Milieu am meisten verachtet. Und das progressive Milieu reagiert reflexhaft mit Delegitimierung. Was dabei verteidigt wird, sind nicht die Interessen der Arbeitenden. Es ist die eigene Diskurshoheit.

Die Linke wurde nicht besiegt. Sie wurde umfunktioniert. Sie betreibt heute moralische Politik, die nichts kostet, und hält das für Fortschritt. Darum wirkt sie kaltgestellt und irrelevant in der Verteilungsfrage – und darum ist dieser Zustand für jene optimal, die von Verteilung am meisten profitieren.

Klassenpolitik bedroht Macht. Identitätspolitik verwaltet Moral. Und Moral lässt sich kaufen.

Julian Kairos

Dr. Julian Kairos ist Arzt und Gesundheitsökonom mit klinischer und akademischer Erfahrung in der Hochschulmedizin. Er schreibt über Diskursasymmetrien, epistemische Standards und die Wechselwirkung zwischen institutionellen Anreizsystemen und technologischen Wissenssystemen. Seine Analysen stehen in der Tradition universalistischer Aufklärung und verantwortungsethischer Wissenschaftskritik. Er publiziert unter Pseudonym, um die Argumente von der Person zu trennen – ein Prinzip, das seine Texte einfordern und das er auf sich selbst anwendet.
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52 Kommentare

    1. Exakt zu diesem Zeitpunkt habe ich mich von diesen Pseudolinken völlig und unumkehrbar entfremdet. Der absolute Wahnsinn aber ist, dass diese Leute bis heute das Corona-Narrativ nicht ernsthaft hinterfragen. Selbst beim BSW gibt es Altkommunisten, die so drauf sind. Alles nicht mehr lustig.

      1. Die Entfremdung fing bei mir schon mind. 2015 an, als es darum ging begeistert die ganze Welt unkontrolliert reinzulassen, weil das ja für jeden des Dreisatzes mächtigen erkennbare Konsequenzen hatte. Die Umgangsformen mit Kritikern waren auch da schon von ähnlicher Qualität wie der von Volker Birk zitierte Satz.

        Diese Umgangsformen hatte ich bereits 1994 als Student an einer südwestdeutschen Uni beobachten können und mich davon angeekelt gefühlt. Das war aber, so meinte und hoffte ich noch viele Jahre, nicht der linke Mainstream. Welch ein Irrtum.

      1. ja, wollte die „linke“ aber gar nix von wissen…. ja noch nicht einmal die „Wildcat“ oder die „direkte aktion/FAU“…
        Drum gehe ich davon aus, dass der größte Teil der „linken“ Bewegung staatlicherseits gar gelenkt wird…

        1. hast du Vighi gelesen?
          und jetzt mache ich die 100 Zeichen voll, egal ob du willst oder nicht. Ich habe mich soeben durch sein letztes Buch „unverwertbar“ gearbeitet, Betonung auf Arbeit, ist ein starkes Stück, das aber belohnt. Nun ist der gute Robert Kurz dran. Seitdem ich seit Corona als lebenslanger marxist nun mit Rechter und Nazi tituliert werde ist mein Kompass eh stark verbeult

    2. Das war wirklich übel. Wahrscheinlich hat da auch ‚Endlich mal auf der „richtigen“ Seite stehen (wollen)‘ eine Rolle gespielt und viel Weltveränderer-Übergriffigkeit. Gedankt hat es ihnen niemand wirklich, der Mühe Hohn. Bei Anti-Maßnahmen-Demos zeigte aber auch das Team blau öfter mal social profiling, sprach angesichts der Teilnehmenden von „bürgerlichem Spektrum“ (was dann offenbar eine recht zuvorkommende Behandlung verdient hatte bis hin zu Einsätzen à la „Police Academy“, bei denen Polizeiketten recht mühelos durchbrochen oder umgangen werden konnten, nix mit zigstündigen Kesseln…

    3. Habe damals mit Buundestagsabgeordneten der LINKEN in einer Diskussonsrunde gesessen, als sie dsmit anfingen, daß man doch die Impfpflicht jetzt endlich bringen müsste. Die waren erschrocken, als ich ihnen im Detail erklärt habe, warum das keinesfalls passieren dürfe. Eine der Anführerinnen der Kampagne saß dabei…
      Danach war das in der ganzen Linkspartei plötzlich kein Thema mehr,.Ich denk mal, die haben diese Kampagne nicht aus einem unbedingten und bewussten Anpassungsvorsatz gemacht. Die waren einfach jung, unerfahren, von der Situation völlig überfordert und fachlich völlig ahnungslos. Das konnte ich deutlich aus der Diskussion entnehmen. Aber sie hatten den festen Willen, politisch Honig aus der Situation zu saugen, sich politisch als Vorŕeiter der Volksgesundheit zu profilieren. Haben damals übrigens alle Politiker gemacht, klassenkämpferisch war daran gar nichts. Ging nach hinten los..

      Und ja, wir können immer noch miteinander reden.
      Übrigens geht es bei der Wohnungsfrage in Berlin (auch in der Berliner Linkspartei) durchaus ums Eigentum. Wobei sich die Führung implizit um die Systemfrage drücken will, nicht jedoch die Basis. Ist ein ganz großer innerparteilicher Konfliktpunkt.. Ich guck mir das aber sowieso lieber von außen an😬

  1. Ich habe da eine andere Erklärung, die so kurz ist, dass ich noch etwas schwafeln muss, um sie schreiben zu können:

    Diese „Linken“ waren niemals links.

    1. Das stimmt zwar, trotzdem ist deren Aufstieg bei den Wahlen nach der BSW Gründung erstaunlich.
      Ist es eine Mode, oder hat es Methode?..

      1. Das liegt einfach an den vielen Auftritten von der Wagenknecht in den Medien.
        Die Wagenknecht wohnte ja quasi in Studio von Lanz.

        Und Nationalbolschewismus war historisch gesehen nie sonderlich erfolgreich.

      2. Naja, die einfache Erklärung lautet auch hier: Die Wähler sind nicht links. Bestenfalls wollen sie von den Vorteilen profitieren, die der Sozialismus ihnen verspricht. Schlimmstenfalls wollen sie von den Versprechen derer profitieren, die gar nicht links sind …

        Für sehr viele dürfte freilich gelten: Die Unzufriedenen wählen aus Protest rechts (AfD) oder links (Linke), ohne sich groß mit der jeweiligen Ideologie zu beschäftigen … oder auch nur dem Programm oder dem Personal. Was sie nicht sehr von Wählern aller anderen Parteien unterscheidet …

      3. wenn die „Qualitätsmedien“ plötzlich so massiv Werbung für diese Partei (also die angebliche „Linke“, die Corona mitgemacht hat und in der Ostsee Schiffeversenken spielen will )machen, ist das gar nicht sooo verwunderlich.

  2. @Volker Birk

    Und zwar nicht nur mit der Genbrühe, sondern auch mit Fatalismus, Resignation und Identitätspolitik. So muss das „Klassenkampf-Virus“ bekämpft werden. Die stetig sinkenden Mitgliederzahlen in Gewerkschaften und Betriebsräten sprechen Bände.

    1. Links ist, wenn man für die Geschäftsinteressen der Milliardäre Soros und Gates eintritt. Rechts ist, wenn man für die Geschäftsinteressen der Milliardäre Trump und Musk eintritt.

      Ob man links oder rechts ist, ist in einem Punkt nicht so wichtig: man tritt immer für die Geschäftsinteressen des Milliardäres Peter Thiel ein.

      1. @Volker Birk Mein Kompliment und ich spreche äußerst selten Komplimente aus. Eine treffende Analyse und zugleich pointierte Formulierung.

        Ich befürchte jedoch, 50 Prozent all derer, die sich heute für „links“ halten oder sogar explizit als „links“ bezeichnen, sind damit intellektuell überfordert und 49 Prozent wissen nicht, wo der Unterschied zwischen einem Millionär und einem (Multi-)Milliardär ist. Bleibt noch ein Prozent übrig und ein Prozent ist nicht sehr viel.

      2. Sauber auf den Punkt gebracht!

        (Vielleicht kommt ja mal ein Artikel, wo erklärt wird, daß jeglicher Marx-, Kommun-, …, Sozialismus schon immer nur ein Projekt kruder Eliten war, quasi nur die Simuation eines Klassenkampfes.)

      3. Zitat:“Links ist, wenn man für die Geschäftsinteressen der Milliardäre Soros und Gates eintritt. Rechts ist, wenn man für die Geschäftsinteressen der Milliardäre Trump und Musk eintritt“.
        Das sehe ich ein wenig anders.
        Es gibt durchaus Schnittmengen, sonst wäre bspw. Corona gar nicht möglich gewesen.
        Denn beide Parteien wollen UNS loswerden!

  3. Die Überschrift verspricht mehr, als der Artikel hält. Wie vollzog sich der Kauf und welches waren die Bedingungen des Kaufvertrags? Um diese Frage zu beantworten, muss man mehr bringen, als nur Ideologiekritik. Was der Autor an der Linken kritisiert: Machtrealität durch Symbolik zu ersetzen, findet in seinem eigenen Artikel leider auch statt.
    Die Klassiker machten sich die Mühe, ökonomische Prozesse zu analysieren, nicht umsonst, Sicher, einen Artikel wie diesen schreibt man in zwei, drei Stunden, wenn man kein ChatGPT zu Hilfe nimmt. Um die Transformation der Partei die Linke darzustellen – also deren Ankauf – dazu braucht man einige Tage und Einblick in Internas.

    1. > welches waren die Bedingungen des Kaufvertrags?

      Die Erlaubnis am Katzentisch sitzen zu dürfen? Endlich nicht mer jedesmal ausgegrenzt zu werden, sondern nur noch gelegentlich? Für genaue Auskünfte müsste man bei der Linken mal nachfragen.
      Der teuersten Aufrüstung der Nachkriegsgeschichte und massiven Staatsverschuldung zuzustimmen, muss man erstmal schaffen.

      Als ehemaliger Wähler reibt man sich verwundert die Augen, was ist da passiert. Ob man das kaufen nennt, ich hätte es eher feindliche Übernahme (aus dem Westen) genannt, aber kommt aufs selbe raus.

      Der Artikel bringt die Änderung bei der Linken aus meiner Sicht gut auf den Punkt. Nicht umsonst gabs die Abspaltung des BSW.

      Die Kritik ad hominem am Artikel finde ich mehrfach fehl am Platz. Gehts vielleicht nur darum das man inhaltlich nicht zustimmt, dann soll mans auch so sagen.

    2. Ohne “Linkspartei” keinen Kanzler Merz. Die Korruption ist offensichtlich.

      Ohne Wahlbetrug hätte man das BSW. Da war die Zustimmung zur Rüstung für den Dritten Weltkrieg das kleinere Übel für die “Linkspartei”.

      1. @ Volker Birk 9 Uhr 50 : Ist die
        letzte Wahl zum dt. Bundestag jetzt schon nachgezählt (und gegebenen-
        falls korrigiert) ? Oder ist das Ergeb –
        nis nun höchstrichterlich bestätigt ?

    3. Man brauchte die Partei nicht zu kaufen, ich war bei der Gründung der WASG dabei und beim Zusammenschluss mit der PdS zur Partei die Linke.
      Das Grundproblem ist bis heute, das es keine Bildungsarbeit innerhalb der Ortsgruppen gibt. Das hatte ich von Anfang an gefordert das man marxistische Bildungsarbeit machen muss.Das man die Machtfrage innerhalb des kapitalistischen Systems der BRD behandeln muss und daheraus die Stärkung der Grundrechte gegenüber dem kapitalistischen System. Es ist absolut unsinnig den Staat als etwas neutrales, eine Art Schiedsrichter zu betrachten. Alle Fragen wie Hautfarbe, Religion etc. treten hinter der Klassenfrage zurück den sie sind das Ergebnis der Herrschaft des Kapitalismus.
      Ohne Bildungsarbeit mit diesen Inhalten wird es immer eine leere Hülse bleiben was sich da Linke nennt.
      Jeder findet irgendwas was gerade so toll ungerecht ist und wo man was machen muss. Ein wilder Haufen ohne Orientierung eben. Nochmals da musste man nichts kaufen da war klar ohne das man die Klassenfrage stellt bleibt man der Pausenclown des Kapitalismus.
      Ich bin deswegen auch schon früh ausgetreten. Das gleiche Spiel wiederholt sich beim BSW.
      Die einzige Partei die das nicht mitmachte ist die DKP. Wer die Klassenfrage und damit die Rolle der Arbeiterklasse innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft wird bekämpft und nicht als Schosshündchen getätschelt.
      In Bezug auf die Gewerkschaften gilt im Prinzip das gleiche Wobei ihre Rolle tatsächlich darin besteht innerhalb des Systems für die Arbeiterklasse zu wirken.
      Das ist der Unterschied zu einer Linken.
      Die Linke arbeitet innerhalb des bestehenden Systems aber mit dem klaren Ziel dieses System zu Gunsten des Sozialismus zu überwinden.

      1. „Die Linke arbeitet innerhalb des bestehenden Systems aber mit dem klaren Ziel dieses System zu Gunsten des Sozialismus zu überwinden.“

        Wie sehen konkrete Schritte dahingehend aus?

  4. Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit sind keine Begriffe, die einer theoretische Untermauerung bedürfen. Es sind einfach die primitivsten Kampfbegriffe, die man sich denken kann, Damit sollen bestimmte Wählergruppen gewonnen werden, nämlich Menschen mit Migrationshintergrund, sexuell Gehemmten und Menschen mit besonderen Neigungen. Wer irgendetwas gegen Migration vorbringt, etwa die Kosten, die hohe Arbeitslosigkeit und die Niedriglöhne, wird als Rassist beschimpft.
    Der Begriff Sexismus ist besonders dehnbar. In den Siebzigern wurde es schon als Unterdrückung bezeichnet, wenn die Männer beim Sex „oben“ waren. Dabei waren sie oft unten. Das Paradoxon, dass Sex immer mit Unterdrückung einhergeht, weil immer eine Person oben und eine unten ist, wurde nicht thematisiert. Frauen wurden als Sexobjekte disqualifiziert usw. Es wurde also eine Sexualfeindlichkeit losgetreten, die ausgesprochen reaktionär ist. Der Pfarrer freut sich. Menschen mit sexuellen Problemen auch. Sie haben keine sexuellen Schwierigkeiten mehr, sondern wehren sich nur gegen Unterdrückung und Objektsein. Das Orgasmusproblem ist damit endgültig gelöst. Ich meine, man sollte Sexualität nicht zu einem politischen Thema machen, sondern im privaten Bereich belassen und den Psychotherapeuten überlassen.
    Queeres Verhalten ist längst akzeptiert, und ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass in Berlin ein Homosexueller die Wahl gewann, indem er erklärte, er sei schwul und das sei gut so.
    Ich könnte noch auf die Grünen eingehen, aber die hält ja kein Mensch mehr für links.

  5. Es gab mal in der Bundesrepublik Deutschland eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, da sprach sogar die wirtschaftsliberale FDP (das ist die Partei von Herrn Kubicki und Frau Strack-Zimmermann) in einem Parteitagsbeschluss von den kapitalistischen Perversionstendenzen. Das war 1971 und ist lange her, offenkundig zu lange. Diese FDP von 1971 ist inzwischen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Die aktuelle neoliberale Politik kann man wie folgt zusammenfassen:

    Vier von drei Deutschen können nicht rechnen.

    Der 5. ist von der CDU/CSU und sagt: Schuld daran sind die Linken, die Sozialisten, die „faulen“ Arbeitslosen und „die“ Russen.

    Der 6. ist von der AfD und sagt: Schuld daran sind die Linken, die Sozialisten, die „faulen“ Arbeitslosen, die Migranten und die Asylbewerber.

    Der 7. ist von den Grünen und widerspricht: Schuld daran sind die AfD, die Querdenker und „die“ Russen. Wir brauchen mehr Windräder, mehr Panzer und noch mehr Asylbewerber.

    Der/die/das 8. ist von den woken Pseudo-Linken und sagt: Wir müssen gendern und brauchen mehr Regenbogenfahnen.

    Der 9. versteht den Witz nicht und wählt immer noch die „Arbeiterpartei“ SPD.

    1. Da sage noch einer, hier gäbe es keinen Humor.
      Der ist bekanntlich dann, wenn man trotzdem lacht.
      Weiter so! Heine, Tucholsky, Kästner klatschen, hört Ihr?

  6. „Links“ war schon immer eine Illusion. Insofern ist der Wokismus nur eine konsequente Weiterentwicklung. Für mich ist das reale links literatisch kompakt abgebildet in der Figur des Napoleon Fischer.

    DIE LINKE heißt ehrlicherweise nicht mehr Partei des demokratischen Sozialismus, weil sie weder mit Demokratie noch mit Sozialismus was am Hut hat. Selbst antimiltaristisch ist man da achon lange nur noch sehr zurückhaltend und eher so aus Folklore

    Es gibt hierzulande schlicht keinen Gegenentwurf zur modernen linken symptombenennnenden Ablenkungskultur für scheingebildete Flachzangen, die laut gegen Rrrächts brüllen, ohne zu merken, dass sie selbst geradezu rechtsextrem sind. Das BSW ist eine inhaltlich und personell schwer geschädigte Zangengeburt, die leider völlig untauglich ist, eine Alternative zu spiegeln.

    Woran liegt das alles?. Einfach genug: die Klasse der Reichen hat den Klassenkampf gewonnen. Sie geht vom Kapitalismus nun zum Neofeudalismus über und wir Menschen im Westen wollen das. Begeistert spielt die Linke das Spiel mit: ihr werdet nichts besitzen und glücklich sein oder aber auch „Gutes Leben für alle!“.

    1. BSW, Soziale Frage, Friedespolitik, BürgerInnenbeteiligung, realistische Migrationspolitik und Bekämpfung von Alltagsgewalt, hört sich für mich passend an!

      1. So ist es. Das BSW ist für mich inhaltlich die einzig akzeptable Alternative – auch wenn sie schwere Fehler gemacht haben.

  7. Richtig, die Linke ist mit liberalen, ideellen Versprechungen gekauft worden, sie hat sich vom liberalen Bürgertum korrumpieren lassen, sodass sie zu einer leeren Fassade ohne Inhalt geworden ist. Das hat funktioniert solange genügend „Krümel“ für die breite Masse abfielen. Aber was nun, wo die Profite für die Kapitalseite sinken und die Krümel immer kleiner werden? Und die liberalen Versprechungen nicht weiterhelfen. Die gedrehte liberale Linke hat nichts mehr zu bieten und wird überflüssig.

    Die Linke hat die alte linke Weisheit ignoriert, dass es das materielle Sein ist welches das Bewusstsein (also das Denken) bestimmt. Der Autor nennt so: „Das Ergebnis war eine Linke, die Unterdrückung in immer feinere Kategorien differenzieren konnte – aber den strukturellen Mechanismus der Umverteilung nach oben nicht mehr benennen wollte (oder konnte).“

    Der Autor zieht die richtigen Schlüsse:

    Die Linke wurde nicht besiegt. Sie wurde umfunktioniert. Sie betreibt heute moralische Politik, die nichts kostet, und hält das für Fortschritt. Darum wirkt sie kaltgestellt und irrelevant in der Verteilungsfrage – und darum ist dieser Zustand für jene optimal, die von Verteilung am meisten profitieren.
    Klassenpolitik bedroht Macht. Identitätspolitik verwaltet Moral. Und Moral lässt sich kaufen.

    Wer braucht so eine Linke? Es ist die kleine Klasse der Kapitalisten, damit sie sich ungehindert bereichern kann und, was noch wichtiger ist, die Richtung der Politik bestimmen kann.

    1. Richtig, auch hier wird nur die Umverteilung besprochen, gar nicht die ökonomische Verteilung der Produktionsweise. Ohne deren Einbeziehung, und zwar als grundlegendes Produktionsverhältnis, Rolle des Wertes, läuft die Kritik auch am Wesen der Gesellschaft vorbei.

  8. Schade, wir können wegen der 3 Kommentarregel nicht weiter diskutieren, ich habe folgendes beobachtet:
    – BSW steigt aus, will sich dem Kampf gegen die AFD widmen, dazu holt sie SPDler an Bord und koaliert mit den Kriegsparteien in Thüringen, Sachsen, Brandenburg
    – fast gleichzeitig steigt die „Linke“ auf, sie gewinnen die Prozente, die die Grünen verlieren.
    – grosse Teile der grünen Jugend treten in die „Linke“ ein.
    – im derzeit alles entscheidende Punkt, die Kriegsvorbereitung, kritisieren sie Russland und tragen zur Spaltung in der Bevölkerung bei.
    – Sie koalieren sogar mit den Grünen bei lokalen Wahlen
    – sie erhalten dafür Medienpräsenz, zensurfreien Zugang zu Social Media Plattformen
    – ziemlich wahrscheinlich: Posten in staatl. geförderten Organen
    – Fördergelder
    Weil die Rollenverteilung zw. BSW und die „Linke“ nicht Thema ist, lasse ich das Thema aus.
    Und weil mein Kommentarkontingent jetzt erschöpft ist, dürft ihr über mich herfallen, ohne dass ich mich wehren kann.
    Alle diese Punkte sind eine Untersuchung wert: der Autor hat das in keinem einzigen Fall für notwendig erachtet.
    Und anschließend: Diese meine Kritik hat nichts mit ad hominem zu tun, wer solches behauptet, weiß nicht, was es bedeutet.

  9. Ein Arzt mit solchen Erkenntnissen? Ich sehe mich gezwungen, ein weiteres Mal ein Vorurteil zu begraben.

    Nun hatte die Linke klassischerweise den Unternehmer als Gegner. Ein übermächtiger Gegner, der das Geld, die Presse, die Professoren und die Justiz auf seiner Seite hat. War zu anstrendend, sich mit dem anzulegen. Wenn man sich hingegen für winzige Minderheiten stark macht, da hat er nichts dagegen. Oder alles gegen Israel. Da darf man sich sogar im Fernsehen breit machen. Ihm, dem Unternehmer passiert dabei nichts. Ja, die Linke hat sich kaufen lassen.
    Die Linke hat noch einen guten Ruf. Jetzt sind die Flüsse nicht mehr biologisch tot, die Smogalarme sind Vergangenheit. Frauen haben Rechte bekommen, Minderheiten wurden entkriminalisiert, Abrüstung wurde eingefordert und durchgesetzt. Und so fort. All das wurde erreicht durch Einigkeit in den eigenen Reihen. Denn das Einzige, was man diesem Unternehmer entgegen setzen kann, ist die Kraft der Vielen. Die aber kann die Linke nicht mehr entfalten, weil sie sich hat spalten lassen. Zuerst durch diesen angeblichen Feminismus, der Männer als das Problem zeichnete. Was dann immer mehr auffächerte und darin mündete, dass nun die Bedürfnisse von marginalen Gruppen die Aktionen dominieren.

    Zurück zur klassischen Arbeiterbewegung. Klingt derzeit etwas seltsam. Aber es wird schon noch ein Erwachen geben, wenn das, was die CDU will dann kommt. Und erst recht die AfD. Knallharter Manchesterkapitalismus. Da wird dann mancher aufwachen. Wie der sich anfühlt? Ganz arg mies. Kann ich euch versprechen.

    1. Und wer macht dann mit beim Generalstreik?

      Mindestens hundert.
      Mindestens hundert.
      Mindestens hundert.
      Mindestens hundert.
      Zeichen.
      Ha, geschafft!

  10. Die „LINKE“ ist allenfalls noch ein Abklatsch der der rechten Sozialdemokratie und in der Tat hat sie vor dem ausufernden Kapitalismus und den Kriegstreibern kapituliert.

    Aber die wahren antikapitalistischen LINKEN (gemeint ist nicht die Partei die sich so nennt( gibt es auch noch in diesem Land, das sollte nicht vergessen werden.

    Europa am Abgrund: Kriegsvorbereitungen auf ALLEN Ebenen | Prof. Ulrike Guérot auf youtube

  11. „Urban, divers, kosmopolitisch, individualistisch – links ist für viele heute vor allem eine Lifestylefrage. Politische Konzepte für sozialen Zusammenhalt bleiben auf der Strecke. …“

    Das hat Sahra Wagenknecht schon so in ihrem Buch „Die Selbstgerechten“ beschrieben, also alles nicht neu, was der Autor ausführt, nur inzwischen offensichtlicher als 2022, als das Buch auf den Markt kam. (Mehr dazu kann man in den vielen Kommentaren dazu auf A… lesen) Gerade vorgestern war die konstituierenden Sitzung der Grundwertekommission des BSW, in der keinesfalls nur Mitglieder zu finden sind, ganz im Gegenteil. So findet man dort z.B. auch einen Norbert Häring, dessen Blog „Geld und mehr“ sicher vielen bekannt ist. So ist die Mitgliederliste dieser Kommission sehr interessant und aufschlussreich. Und die gemeinsame Erklärung zur Gründung fasst die heutigen Probleme kurz und knapp, aber auf den Punkt, zusammen. Dies findet man im ersten Text unter dem Link, Alles dort ist aber lesenswert.

    https://bsw-vg.de/kategorie/aktuelles/

    Es hat Gründe, warum man das BSW keinesfalls im BT sehen will. Es soll unsichtbar bleiben, nicht dass der Michel vielleicht doch noch aufwacht. Bin ganz gespannt, ob das BVerfG noch vor dem St. Nimmerleinstag entscheidet und wie die Entscheidung ausfällt. Mir schwant Schlimmes, bin da sehr skeptisch, aber warten wir’s ab.

  12. der artikel liest sich so, als wäre die Linke etwas aus der tiefsten westlichen gesellschaft. ist sie aber nicht.

    um der wahrheit die ehre zu geben: die Linke ist unsere originale SED, nur 2x umbenannt.

    1. ñicht ganz. Die Kommunisten aus der SED wurden zuerst rausgegrault, dann wurden die westbürgerlichen „Linken“ mit der WASG reingeholt (wem fällt der Name dieses thüringischen Ex-Ministerpräsidenten noch ein?), die wussten wo es an die Fleischtöpfe geht.
      Interessanter Artikel auch mit Details zu diesem Thema übrigens von Arnold Schölzel
      https://www.unsere-zeit.de/wie-im-kolonialstaat-4813409/

  13. Mein imho äußerst sachlicher Kommentar zum Thema wurde gelöscht. Es ging darum, dass die Thematik nicht neu ist, schon 2022 in einem Buch veröffentlicht wurde und die Probleme heute in einer Partei thematisiert werden, die deshalb unbedingt vom BT ferngehalten werden soll. Deshalb soll sie totgeschwiegen werden, auch hier keine positiven Kommentare dazu erlaubt? Nachtigall, ik hör‘ dir trapsen. Ob dieser Kommentar veröffentlicht wird? Schaun‘ wir mal.

    1. Ups, plötzlich ist er doch da, der Kommentar. Nehme also alles zurück. Ist es normal, dass „auf Moderation wartende“ Kommentare erst mal eine Weile verschwinden, bis sie freigeschaltet werden? Damit sind meine 3 Comments hier verbraten, wünsche noch einen schönen Tag.

  14. @“Wie vollzog sich der Kauf und welches waren die Bedingungen des Kaufvertrags? “

    Der Kauf beruht auf dem Versprechen, falls möglich, sich an einer rot/rot/grünen Regierung beteiligen zu dürfen wenn sie auf Kriegskurs und Ausbeutungskurs bleiben. Vermutlich im September in Berlin.

    Der Preis, viele gut dotierte Pöstchen in der Politik und eine,exorbitante Altersabsicherung.
    Warum wird FDP-Lindner jetzt Chef der Autostadt???

  15. Ihr Sofastrategen, tragt eure Sorgen und Nöte, die Linkspartei betreffend, am morgigen 1. Mai auf die Straße und in die zahlreichen Infostände.

    Und zum Thema Käuflichkeit: Schaut euch die Parteispenden an, dann dürfte klar sein, wer von wem käuflich zu erwerben ist, und wer nicht.

  16. Der Author spricht hier von sogenannten Linksliberalen, die von Linken teils gehasst, teils bekämpft, teils belächelt werden. Er löst absichtlich nicht auf, unterscheidet nicht zwischen den tatsächlichen und den Pseudolinken, um die es ja in seinem Artikel geht. Jeder Sozialist, jeder Kommunist, jeder Anarchist – also tatsächliche Linke – spucken auf die sogenannten „Linksliberalen“, spucken auf die PdL, Grünen und SPD sowieso. All das weiß der Author, erwähnt es aber nicht. Warum, weil er für die AfD schreibt und es als seinen Auftrag sieht, die einzige Kraft, die seiner rechtsextremen Ideologie gefährlich werden könnte, zu diffamieren.

  17. In dem Artikel steckt viel Wahres, aber warum so kompliziert?

    „Klassenpolitik wurde nicht nur als analytisch überholt markiert – sie wurde moralisch als „kontaminiert“ verdächtigt. Das geschah über eine rhetorische Verknüpfung, die so effektiv ist, weil sie empirisch nicht vollständig falsch ist.“

    „Bingo, datt iss et!“ sagt der Kalli, wenn er abends um 22:30 von der Spätschicht heim kommt.

    „Die Entwicklung geht von Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen“ hat sinngemäß Antoine de St. Exupery mal gesagt. Die sich als links verorten, stecken im Komplizierten fest, da hat das Primitive freie Bahn.

  18. 35 Jahre ist es nun her, seit die Weltkapitalisten ihre verheerenden Klassenkriege fast ungehindert führen können.
    Und 35 Jahre ist es her, seitdem die aus der linken Staatspartei der SED stammenden PDSler sich aufmachten, nützliche und anständige Mitglieder der gesamtdeutschen parlamentarischen Kirche des demokratischen Kapitalismus zu werden.
    Über all dem wach(t)en die westdeutschen Geheimdienste, falls da mal was aus dem neuen Ruder laufen sollte, hatten aber real nicht wirklich viel Anlass zum einschreiten. Die große Mehrheit will ja bis heute im parlamentarisch/kapitalistischen Betrieb ausschließlich mitmachen („Muss ja“) und mitregieren.
    Nun steht der große Sprung „Bundespolitische Verantwortung“ an, also ihr bedingungsloses Ja zu Hochrüstung, Krieg und ihre elendigen Folgen. Genau so wie sie damals in regionaler Regierungsverantwortung u.a. den H4-Terror strikt umzusetzen gewollt waren („Sachzwang“), also an vorderster Front den Klassenkrieg von Oben erfolgreich behilflich waren.
    Passiert da jetzt irgendetwas neues, im Hinblick auf diese „linken“ Musterdemokraten?
    Nein, gewiss nicht.

  19. Schöner Artikel erstmal, doch wozu ich gerne mehr gelesen hätte:

    Die USA puffern ihre epistemischen Schwächen durch institutionelle Plastizität, brutale Marktselektion…

    Was mit dieser »institutionelle Plastizität« gemeint ist, hätte ich gerne genauer gewusst, und wo die »brutale Marktselektion« greift, wenn doch die »Identitätspolitik« billig oder sogar kostenlos sein soll, erschließt sich mir auch nicht ganz.

    Identitätspolitik verwaltet Moral. Und Moral lässt sich kaufen.

    Den werde ich mir wegen seiner Alltagstauglichkeit merken.

  20. Meine Arbeitshypothese deren Widerlegung oder Bestätigung ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr erleben werde: Es stehen in immer größeren Weltgegenden und bezogen auf immer mehr Menschen Umbrüche bevor, wie sie auch in früheren Zeiten und Gegenden stattfanden. Was an deren Ende steht, weiß KEINER. Weder überzeugende Einzelpersonen noch Repräsentanten. Weder Atheisten noch Religiöse. Weder Künstler, Geisteswissenschaftler, Naturwissenschaftler, Ingenieure. Ob es in Zukunft zurückblickende Rechthaber geben wird, deren vorausschauende Weisheit „uns gerettet hat“, ist nicht abschätzbar.
    Warum man sich spätestens seit Erfindung der „Zukunftsforschung“ einbildet, die Zukunft von Mensch und Welt sei absehbar, abschätzbar, berechenbar, weiß ich nicht.

  21. Die Headline irritiert schon: „Die gekaufte Linke….“. Typen wie Gysi, Ramelow, Bartsch und jetzt Reichinnek, van Aken und all die anderen, müssen nicht gekauft werden. Die sind politisch von Anfang an auf Linie – glauben aber, sie wären anders als die bürgerlichen Parteien. Das ist lustig. Die Herrschenden lassen solche Nichtsnutze fallen wie eine heiße Kartoffel, sobald diese überflüssig sind. Noch sind sie von Vorteil, um das BSW – soviel Fairness sollte sein – das im Prinzip keinen Deut besser ist, aber immerhin aus dem BT ferngehalten werden muss (man weiß ja nie), also unter der 5% Hürde zu halten. Sollten sich die Verhältnisse in diesem Land immer weiter nach rechts entwickeln, und davon ist auszugehen, die AfD steht bereit für die Herrschenden, können sich die sog. „Linken“ mit ihrem Kontostand zufrieden geben und haben das Maul zu halten. Das alles hat nicht mit „gekauft“ zu tun, denn im BT wird gut abgesahnt, diese Linke betrügt das Volk auch ohne Korruption.

  22. Das Titelfoto zum Artikel zeigt deutlich den Schwerpunkt der „linken“ Politik. Kann verstehen das „die Normalen“, dh. Kleinunternehmer, Malocher (mit und ohne Schlips) sich politisch heimallos und machtlos fühlen obwohl sie die überwätigende Mehrheit der Bevölkerung ausmachen. Lachender Dritter ist die AfD – es wird immer mehr zum kotzen das Leben in der zeitgeistgeprägten und von Profinteressen manipulierten Massen-/Mediengesellschaft.

  23. a) „…Es könnte die Klassenfrage neu stellen, ohne in die Fehler eines dogmatischen Marxismus zurückzufallen…“
    b) „…. Diese Kritiken sind nicht vollständig falsch. Tatsächlich hat ein enger, deterministischer Klassenmarxismus reale blinde Flecken…“
    Ja was wars jetzt:
    War es der (kaum bestreitbare reale aber nicht durchgehend theoretische) Dogmatismus oder waren es die im Zitat b) benannten „blinden Flecken“ (die hier allerdings nur behauptet, aber nicht nachgewiesen werden), oder waren es die Begründer der „Frankfurter Schule“ – die in der direkten Nachkriegszeit wahrscheinlich (bewusst oder unbewusst) im US- Auftrag (Kulturkrieg gegen Sozialismus und Kommunismus) „Links“ gezielt seines eigentlichen Kerns beraubten und Klassenfragen nur noch als endlos differenzierte theoretische Diskurse ohne reale politische Folgen „erlaubten“ ??

    Oder spielt alles Zusammen als groß orchestrierte Agenda der Kapital- und Finanz- Eliten im „immerwährenden“ politischen Kampf der (Finanz- ) Kapital- Eliten gegen das immer wieder neue Aufkeimen der „Klassenfrage“ ??

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