
Was geschieht mit einer Gesellschaft, die Gewalttäter zu Vorbildern erhebt? Über den Kult um nationalistische Helden, die Einschüchterung seiner Landsleute und das Wegsehen der europäischen Geldgeber.
In meinem letzten Artikel über den Nazismus in der Ukraine ist offenbar nicht allen Lesern klar geworden, warum ich geschrieben habe, dass es dort keinen Nazismus gebe. Ich möchte deshalb ausführlicher erläutern, was ich damit meine.
Der Rückgriff auf den Nazismus und die Verherrlichung historischer Antihelden haben meist weniger mit ideologischer Überzeugung als mit politischem Kalkül zu tun. Es geht vor allem darum, Russland zu provozieren und zugleich Geld aus Europa zu erhalten. Ein Beispiel: 1991 erschien in Toronto Kupjaks Buch »Erinnerungen eines Nicht-Erschossenen«. Bereits 1993 wurde es im Lwiwer Verlag Kamenjar neu aufgelegt. Trotz seiner Verbrechen lieferte Kanada diesen Mann weder an die Sowjetunion noch an Polen aus. Seine ehemalige Funkerin gab in einer Zeugenaussage folgende Worte von ihm wieder: »Je mehr Morde es geben wird, desto unterwürfiger wird die Bevölkerung sein. Eine unabhängige Ukraine kann man nur mit der Methode des Terrors erobern.« Als seine Mitstreiter vor Gericht standen, erklärten sie übereinstimmend, dass es ihnen weniger um einen ideologischen Kampf als um Bereicherung und die Ausplünderung ihrer Opfer gegangen sei. Kupjak soll Menschen eigenhändig erschossen haben, nur um ihnen die Stiefel abzunehmen. Seiner Gruppe werden Morde und Raubüberfälle in Adamy, Pobużany und Jabłonówka zugeschrieben.
Kinder orientieren sich an präsentierten Helden
Menschen zu entführen, auszurauben und zu ermorden, wenn sie Polen oder Juden waren, gehörte zum Vorgehen der UPA (Ukrajinska powstanska armija, Ukrainische Aufstandsarmee). Kürzlich veröffentlichte der russische Inlandsgeheimdienst FSB Archivdokumente über Verbrechen ukrainischer Nationalisten während des Zweiten Weltkrieges. Aber schenken wir der russischen Propaganda keinen Glauben. Wenden wir uns stattdessen der polnischen Website »Zbrodnia Wołyńska« zu, die sich mit den damaligen Ereignissen beschäftigt. Ein Land, das der EU und der NATO angehört, wird doch wohl keine Propaganda betreiben oder Dokumente fälschen.
Dort sind zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen UPA-Mitglieder Menschen entführten, folterten und töteten. Im Juni 1943 wurde Edward Makrocki geschlagen und an einen unbekannten Ort verschleppt. Im August wurden acht Männer aus der Kolonie Truskoty entführt. Keiner der Entführten überlebte. Das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) rief sogar öffentlich dazu auf, dass sich Zeugen und Überlebende des »Völkermords, der in den Jahren 1939 bist 1945 von Mitgliedern der OUN-UPA begangen wurde«, melden sollten.
Seit drei Jahrzehnten werden solche »Helden« ukrainischen Schulkindern als Vorbilder präsentiert – zunächst nur im Westen des Landes, seit 2014 in der gesamten Ukraine. Wer Kindern solche Menschen als Vorbilder vor Augen stellt, muss sich nicht wundern, wenn sie sich später an deren Handeln orientieren. Entführungen zur Erpressung von Lösegeld und Morde sind zur Normalität geworden.
Kürzlich musste sich Stanislaw Lutschanow, der Kommandeur der 155. selbstständigen mechanisierten Brigade, vor Gericht verantworten. Seine Frau hatte sich über Jugendliche im Dorf Kalinowka bei Kiew geärgert. Laute Musik und das Dröhnen eines Motorrads sollen den Anlass für eine Strafaktion gegeben haben, die sich gegen das ganze Dorf richtete und in einem zweifachen Mord endete. Lutschanow soll seinen Soldaten befohlen haben, jene Menschen zu bestrafen, die seine Frau auf eine schwarze Liste gesetzt hatte. Mehrere Tage lang sollen sie die Gegend ausgekundschaftet und ihre Opfer ausgewählt haben. Am 28. Juni stürmten sie demnach das Haus der Brüder Mossejtschuk. Die Brüder sollen geschlagen, gefoltert und anschließend in einen benachbarten Ort gebracht worden sein, wo sie erschossen und verscharrt wurden.
Vor seiner Ernennung zum Kommandeur der 155. Brigade war Lutschanow Stabschef des 425. Sturmregiments »Skala«. Dieses Regiment ist besonders für Berichte über Misshandlungen und Folter an eingezogenen Soldaten bekannt. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein neues Video auftaucht, das solche Übergriffe zeigen soll.
Wie viele Schläferagenten gibt es in der EU?
Derzeit wird auch der Mord an Beresowskaja vor Gericht verhandelt (Attentäterin von Monaco wurde in Kiew von einem Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes ermordet). Sie soll zuvor einen Anschlag auf einen ukrainischen Geschäftsmann in Monaco verübt haben. Die Angeklagten Reut und Schikowitsch geben an, im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes SBU gehandelt zu haben. Der Journalist Schari schreibt unter Berufung auf die Ermittlungsakten, sowohl Beresowskaja als auch die beiden Angeklagten hätten einer Gruppe von Auftragsmördern des ukrainischen Militärgeheimdienstes angehört. Ganz im Geiste der »ruhmreichen Vorfahren«.
Vor dem mutmaßlichen Mordversuch in Monaco lebte Beresowskaja mehrere Jahre in Deutschland, bezog Sozialleistungen und zog ein Kind groß. Vor dem Krieg hatte sie offiziell für den SBU gearbeitet und sogar Auszeichnungen erhalten. Ich frage mich, wie viele solcher Schläferagenten sich inzwischen in der EU aufhalten.
Nach dem Maidan wurde 2014 die Website »Mirotworez« eingerichtet. Dort landeten Menschen, die der neuen Führung unerwünscht waren oder ihr widersprachen. Mitunter wird die Seite als Erschießungsliste der ukrainischen Machthaber bezeichnet. Viele der dort aufgeführten Personen mussten nach Drohungen und Verfolgung das Land verlassen; andere wurden getötet.
Das Auswärtige Amt hat wiederholt die Schließung der Website gefordert. Kürzlich bezeichnete der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko von der Partei BSW »Mirotworez« als ein »Instrument der Einschüchterung des ukrainischen Volkes«. Er richtete eine Anfrage an die Regierung Merz, woraufhin das Auswärtige Amt erneut die Abschaltung der Seite verlangte. Doch ein solches Instrument des Terrors gibt man offenbar nicht aus der Hand. Stattdessen wurde inzwischen auch Danny Dayan, der Leiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, in die Datenbank aufgenommen.
Am 2. November ereignete sich im Kiewer Stadtteil Borschtschagowka ein erschütternder Vorfall. Anwohner entdeckten ein geheimes Gefängnis eines ukrainischen Bataillons. Eine Menschenmenge umstellte das Gebäude und verlangte die Freilassung aller Gefangenen. Auf oppositionellen Internetseiten verbreiteten sich Aufnahmen der Befreiten. Sie sollen dort ohne Gerichtsverfahren festgehalten, gefoltert und erniedrigt worden sein. Besonders verstörend war das Video eines 14-jährigen Jungen, dem mehrfach mit einer Schaufel auf den Kopf geschlagen worden sein soll (Aufruhr vor einem inoffiziellen „Gefängnis“ der Nationalgarde).
Krisenkommunikation
Als Budanow, der Leiter des Präsidialamts, vor Ort eintraf, erklärte er sogar, es gebe sehr viele solcher Einrichtungen, in denen Menschen festgehalten würden. Nach seinem Weggang erschienen Unbekannte in Militäruniform und eröffneten das Feuer. Die Menschenmenge floh.
Dann begann das, was man beschönigend »Krisenkommunikation« nennt. Regierungsnahe Fernsehsender zeigten Aufnahmen, die belegen sollten, dass die Festgehaltenen dort ordentlich untergebracht gewesen seien: Es habe Licht gegeben, einen Tisch zum Essen und Betten. Zu sehen waren allerdings nur eine Lampe, ein Tisch für zwei Personen statt eines Speiseraums für die rund vierzig Festgehaltenen und Betten ohne Matratzen. Ganz zu schweigen davon, dass für die Inhaftierungen keine Gerichtsbeschlüsse vorlagen.
Anschließend erschien ein Video, in dem die Festgehaltenen erklärten, sie seien zufrieden und hätten keine Beschwerden. Selbst der Jugendliche sagte nun, er sei nur zufällig dort gewesen und mit Freunden vorbeigekommen. Ich kann ihnen diese Aussagen nicht verdenken: Sie fürchten um ihr Leben. Der Journalist Maxim Rawreba, der viele Jahre als Moderator beim wichtigsten ukrainischen Fernsehsender gearbeitet hatte, erinnerte daran, dass der Vater eines Freundes in einem ähnlichen »Gefängnis« in Mariupol ums Leben gekommen sei.
Folter, Mord und Entführung – jedes Mittel scheint recht, wenn es darum geht, die Gesellschaft unter Kontrolle zu halten und sich zu bereichern. Müssen dafür selbst Nazis zu Vorbildern für Kinder erklärt werden, nimmt man auch das in Kauf. Hauptsache, das Geld aus den großzügigen Händen Europas fließt weiter.





Aus dem Artikel:
„Der Rückgriff auf den Nazismus und die Verherrlichung historischer Antihelden haben meist weniger mit ideologischer Überzeugung als mit politischem Kalkül zu tun.“
Auch der historische Nazismus hat sehr wenig mit Ideologie, aber sehr viel mit Verbrechertum zu tun. Im Grunde geht es beim Nazismus immer um das Rauben, Morden und Erpressen. Die recht spärliche Ideologie dient eigentlich nur dazu, den Verbrechen eine äußere Legitimierung zu verschaffen. Insofern macht der oben zitierte Satz wenig Sinn.
Ja. Man darf nicht vergessen, dass es die Greueltaten waren, die den Nazismus zum Schimpfwort werden ließen und nicht umgekehrt.
Es gibt halt nicht bei jeder Greuelherrschaft einen Ideologen, der ein Buch schreibt und die ganzen Verbrechen vorankündigt. Zudem ist es so, dass in der Ukraine erst der Putsch erfolgen musste, damit alle Oppositionellen verdrängt wurden, die Verfassung geändert werden konnte und der Neutralstatus der Ukraine durch eine West-/Nato-Bindung ausgetauscht wurde.
Der Plan, Georgien und die Ukraine in die Nato zu nehmen, wurde zwar 2008 öffentlich, aber war ein Plan der USA.
Bis heute wurde die Ukraine mehr und mehr zu einem Werkzeug, um Russland zu schwächen. Das sagen auch zahlreiche EUropäische Regierungspolitiker, die absolut keine Hehl daraus machen, sondern darauf stolz sind, dass sie da mitmachen dürfen und noch stolzer, dass sie inzwischen die Finanzierung großteils übernommen haben.
Das spricht der Artikel schon an, dazu gehört aber auch, dass das Leben von Menschen dabei ebenso wenig eine Rolle spielt, wie dass die Ukraine großflächig zerstört wird.
Greueltaten, völlige Egalohaltung gegenüber Menschenleben, Verwüstung – wie sollen wir es denn diesmal nennen, wenn das alleine nicht genügt?
Mag sein, dass der Nazismus eine höchst fadenscheinige ideologische Scheinlegitimität für Verbrechen abgeben sollte und soll, aber erstens unterscheidet er sich damit kaum von anderen sogenannten Ideologien, die im Kern immer nicht anderes als Scheinlegitimationen für praktizierte Gewalt-Herrschaft und Ungleichheit sind und zweitens brachte er ebenso zahlteiche gewalttätige und entsprechend beschränkte Überzeugungstäter und Mitläufer hervor.
Der zitierte Satz ist zwar genau genommen als Pleonasmus zu lesen, trotzdem versucht der Autor damit betonen, dass es ein rationaler politischer Wille ist, der die volksnah zelebriete Verherrlichung nationalistischer Helden zu instrumentalisieren weiß.
Um mal der einseitigen Berichterstattung etwas entgegen zu setzen:
Gibt es nicht auch russische Kriegsverbrecher die in der russischen Gesellschaft verherrlicht werden?
Dazu sagt DeepSeek, immerhin der Verbündete Russlands:
Ja, in der russischen Gesellschaft gibt es tatsächlich Fälle, in denen Personen, die von der Ukraine oder internationalen Organisationen beschuldigt werden, Kriegsverbrechen begangen zu haben, von offizieller Seite geehrt oder sogar gefördert werden.
Dies spiegelt hauptsächlich die offizielle russische Logik wider, militärische Verdienste über alle anderen Bewertungsmaßstäbe zu stellen.
🎖️ Beispiel: Vom Beschuldigten zum Politiker
Der auffälligste Fall betrifft Nursultan Mussagalijew. Die Ukraine beschuldigt ihn, als Kommandeur in der Region Butscha die Hinrichtung unbewaffneter Zivilisten befohlen zu haben, und erhob 2023 Anklage wegen Kriegsverbrechen gegen ihn.
Die russische Seite behandelt ihn jedoch völlig gegensätzlich:
· Verleihung höchster Ehren: Er wurde mit dem Titel „Held Russlands“ sowie mehreren Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet.
· Förderung in die Politik: Nach seinem Ausscheiden aus dem Militär wurde er nicht nur zum stellvertretenden Minister einer Region ernannt, sondern trat 2026 auch als Kandidat der Regierungspartei „Einiges Russland“ für die Staatsduma an. Dies wird als typisches Modell betrachtet, Kriegsveteranen als „neue Elite“ in das politische System einzubinden.
📌 Weitere verwandte Situationen
· Oberst Asatbek Omurbekow: Als Kommandeur der 64. motorisierten Schützenbrigade wird er von der Ukraine beschuldigt, das „Butscha-Massaker“ befehligt zu haben, und wird als „Schlächter von Butscha“ bezeichnet. Berichten zufolge wurde er von Russland heimlich zum „Helden Russlands“ ernannt und führte später eine Militärparade in Chabarowsk an.
· Generalleutnant Michail Gudkow: Er befehligte die 155. Marineinfanteriebrigade, die beschuldigt wird, an der Besetzung von Butscha beteiligt gewesen zu sein. Nach seinem Tod im Krieg wurde er posthum zum ersten Mal in der Geschichte Russlands zum zweiten Mal mit dem Titel „Held Russlands“ ausgezeichnet, und Putin überreichte persönlich die Medaille.
💡 Warum geschieht dies?
Diese Praxis ist eng mit der aktuellen russischen Politik verbunden: Die Regierung fördert systematisch die „Vergöttlichung“ von Teilnehmern der „besonderen Militäroperation“, um deren sozialen Status zu heben und sie als Vorbilder für Patriotismus zu etablieren. In diesem Kontext werden Vorwürfe von Kriegsverbrechen seitens der Ukraine oder des Westens von der russischen Regierung generell als „Informationskrieg“ oder „Verleumdung“ betrachtet und nicht als Grund für eine Einschränkung der Ehrung dieser Personen akzeptiert.
Wenn das die Chinesen schon so sehen!!!
Dann schauen Sie doch mal, ob sich sowas auch bei den Chinesen, Indern, US-Amerikanern findet – ach was, einfach bei allen suchen. Ich freue mich auf Ihren Abschlussbericht über die Staaten, wo das nicht vorgekommen ist. Und falls Sie keinen Staat mit lupenreinem Personenkult finden, analysieren Sie doch kurz, woran das liegen könnte und berichten in einem kurzen Draft.
Danke für Ihre Mühe.
Das „tolle Beispiel“ des Vorposters, ein RU Soldat der in Butscha aktiv war sollte doch den Fall völlig als Argument diskreditieren. Butscha ist aufgeklärt als Propaganda OP des Westens bzw. des ukrainischen Proxys. Man weigert sich lediglich, diese Tatsache zur Kenntnis zu nehmen solang man die westliche Erzählung wiederholen kann.
Das bedeutet nicht, daß es keine echten Fälle gibt (ohne Beispiele) oder geben kann.
Kann alles sein, aber weder Russland noch China bekommen viele Millarden völlig unkontrlliert von unserem Steuergeld. Und es stört ich enorm, dass mein Geld in diesem korrupten folternden Faschostaat landet.
Bestimmt gibt es auch russische Kriegsverbrecher, aber das Beispiel Butscha – worauf sich alle drei Fälle beziehen – ist schlecht gewählt. Die Russen bestreiten die Vorwürfe und haben der UN Material vorgelegt, demzufolge die Leichen in Butscha keine Zivilisten, sondern ukrainische Militärangehörige waren, die zu Propagandazwecken auf die Strasse gelegt wurden. Alles längst bekannt. UN-Guterres reagiert nicht: keine Lust auf Aufklärung.
„…Kommandeur in der Region Butscha…“
Es ist mittlerweile von allgemeiner Notorietät, dass Butscha bloss eine Inszenierung des ah so menschenliebenden ukrainischen Selenkysmus, dessen obersten Repräsentant sich immer und überall und bei allen offiziellen Treffen anstatt eines Anzugs das Mäntelchen des oh so bedauernwerten Opfers anzieht. Es pfeifen die Spatzen von der Atkantikküste bis zur Steppe, noch nicht zum Bewusstsein gedrungen?
Die Logik, die uns von manchem Diskutanten nahegebracht werden soll: Terror und Kriegsverbrechen der Ukraine? Mag sein. Aber die gibt es auch andernorts, so vor allem bei den Russen! Aus diesem ausgewogenen Überblick heraus erkennen ‚wir‘, dass einschlägige Vorwürfe nur das eine bedeuten können: bedingungslosen Schulterschluss mit dem Regime in Khuiyüff und Finanzusagen ohne Ende, damit der Staatsterror wenigstens auf der einen Seite nicht abreißt. Ist doch logisch, oder?! Слава Україні! – um mit dem Kanzler zu sprechen…
@ Ottono
„Um mal der einseitigen Berichterstattung etwas entgegen zu setzen:“
Danke!
PS: Ich staune, dass der „moderne Chinese“ nicht die russischen Kriegsverbrechen in Butscha völlig leugnet, wie das hier bei Overton erschreckend viele Foristen tun.
@ Ottonononono 12 Uhr 41 : Wer im Jahre 2026, also 4 Jahre danach, noch immer die pr vom russischen „Massaker“ im ukrainischen Butcha
weiterverbreitet, sollte schnell in sich gehen und recherchieren oder schweigen.
Kann man Herrn Maksim Korsun eigentlich mal darum bitten, uns seine ähnlichen Artikel zu zeigen, die er vor 2014 veröffentlicht hat?
Es wäre doch zu gerne zu wissen, wie leidenschaftlich er sich damals empörte, als er in der Ukraine tagtäglich durch Straßen und über Plätze spazierte, die nach blutigen Massenmördern benannt waren – nach Henkern, die im Rahmen ihres Staatsterrors Hunderte von Tausenden eigener sowie fremder Bürger auf dem Gewissen hatten. Hat er damals auch Leitartikel über den „Terror hinter dem Heldenkult“ geschrieben? Hat er die Denkmäler dieser Figuren mit demselben Eifer hinterfragt?
Ach, verzeiht – da war doch etwas bischen anders! Diese historischen Gestalten – “Helden der Bürgerkrieg / Sowjetunion/ Russische Reicht” dienten ja Moskau. Und das ändert für Leute wie Maksim Korsun natürlich von Grund auf die Spielregeln. Wenn die Befehle zur Auslöschung von Menschenleben aus dem Kreml kommen, ist das schließlich kein Terror, sondern glanzvolle “brüderliche” Geschichte.
Natürlich wiederholt Herr Korsun gebetsmühlenartig, wie die UPA während des Zweiten Weltkriegs Polen ermordete. Das ist ein historischer Fakt, den niemand leugnet.
Aber wo bleibt eigentlich seine Empörung über den Fakt, dass allein im Jahr 1937 das sowjetische NKWD im Rahmen der „Polnischen Operation“ offiziell über 110.000 sowjetische Bürger polnischer Abstammung hinrichten ließ? Für Korsun offenbar nur ein gewöhnlicher, langweiliger Dienstag in der Geschichte Moskaus, der keiner Erwähnung wert ist.
Genauso wie die Tatsache, dass nach 1945 bei den gewaltsamen Vertreibungen aus der Tschechoslowakei und Polen zwischen 500.000 und einer Million deutscher Zivilisten ums Leben kamen – eine Tragödie, die in Ursache, Mechanismus und Brutalität exakt den Ereignissen entsprach, die sich wenige Jahre zuvor in der Westukraine abgespielt hatten.
Und wie sieht es mit dem heutigen Polen aus? 1991 benannte die polnische Armee ihre Einheiten offiziell nach dem Erbe der Armia Krajowa – man betrachte nur die Eliteeinheit JW GROM, die sich stolz in die Tradition der AK stellt. Jenes Verbandes also, der auf der anderen Seite im ethnischen Konflikt ebenso brutal ukrainische Zivilisten ermordete. Wo blieb damals eigentlich der Aufschrei von Herrn Korsun und andere Autoren über den „staatlichen Heldenkult für Gewalttäter“ beim EU- und NATO-Partner Polen?
Ganz bestimmt hat Herr Korsun damals auch völlig selbstverständlich den sowjetischen „Tag des Vaterlandsverteidigers“ am 23. Februar gefeiert. Dass Lenin und Trotzki die Rote Armee ab Anfang 1918 aufstellten, um im blutigen Bürgerkrieg die ukrainische Unabhängigkeit zu zerschlagen und den Roten Terror durchzusetzen, hat ihn dabei sicher nicht im Schlaf gestört. Heute giftet er über einen angeblichen „Krieg gegen das eigene Volk“ – aber was das Wort „Bürgerkrieg“ bei seinen geliebten sowjetischen „Helden des Bürgerkriegs“ bedeutete, ist ihm vor 2014 wohl nie in den Sinn gekommen.
Auch der 9. Mai wurde vermutlich stets als heiliger Feiertag begangen. Doch wie stellt sich Herr Korsun die damalige Rote Armee eigentlich vor? Glaubt er ernsthaft, das war ein Debattierclub aus reinen Freiwilligen, die bei schlechter Verpflegung einfach spontan den Dienst quittieren konnten? Und wenn Zivilisten der Gefechtslärm zu bunt wurde, sind sie dann zu den sowjetischen Soldaten spaziert, haben sie beschimpft und verlangt, dass sie aus dem Dorf verschwinden – woraufhin sich die Rotarmisten höflich entschuldigten und abzogen?
Völlig anders natürlich als bei diesen „bösen ukrainischen Faschisten“ von heute, die es tatsächlich wagen, eine vorgespielte Provokation vor einem Militärobjekt mit Tränengas zu beenden.
Und wenn Herr Korsun so furchtbar empört über den Fall eines ukrainischen Kommandanten ist, der aktuell wegen eines Verbrechens vor Gericht steht und juristisch zur Verantwortung gezogen wird, sollte er sein Gedächtnis vielleicht noch einmal ganz kurz in die „guten, stabilen Zeiten“ unter Viktor Janukowitsch zurücklenken.
Erinnern wir uns an den Fall Sergej Demischkan – den Sohn des engen Janukowitsch-Vertrauten Wladimir Demischkan. Sergej Demischkan hatte zusammen mit Komplizen einen Mann namens Wassili Krivozub entführt, brutal gefoltert und lebendig in einem See ertränkt. Ein eiskalter, bestialischer Mord.
Und was geschah unter dem prorussischen Regime? Das Gericht erfand die absurdeste Ausrede der ukrainischen Justizgeschichte, wandelte die Tat in eine Form von „Fahrlässigkeit“ um und ließ den Mörder faktisch auf freiem Fuß. Als sich der politische Wind drehte, floh der Täter ungestraft – wohin wohl? – nach Russland, wo er bis heute sicher vor jeglicher Strafverfolgung lebt.
Wo war eigentlich Herr Korsuns wütender Artikel über diesen staatlich gedeckten Mord und die unfassbare Willkür der damaligen prorussischen Justiz?
Diese Heuchelei betrifft natürlich keineswegs nur die Vergangenheit – sie bestimmt sein gesamtes Denken im Hier und Jetzt.
Exakt wie bei den historischen Massenverbrechen der Sowjetzeit „sieht“ Maksim Korsun den brutalen, großflächigen Vernichtungskrieg Moskaus schlichtweg nicht. Der russische Überfall, die flächendeckenden Raketenangriffe auf Wohnviertel und die systematische Zerstörung der Infrastruktur sind für ihn kein Verbrechen und keine Tragödie, sondern lediglich eine unbedeutende, unsichtbare Geräuschkulisse im Hintergrund. Er verliert kein einziges Wort der Verurteilung an die Adresse des Aggressors.
Dieser Mann fordert keinen Frieden. Er ist in Wahrheit zutiefst frustriert und empört darüber, dass die Ukraine einfach nicht fallen will. Er kann nicht fassen, dass seine geliebte Russländische Föderation diesen vermeintlich „kleinen, siegreichen Blitzkrieg“ nicht gewinnt, um endlich den von ihm so heiß ersehnten „Normalzustand“ wiederherzustellen: ein Leben unter dem Stiefel Moskaus.
P.S. In der zaporischschjaischen Ortschaft Komyschuwacha wurden nach einem gezielten russischen Luftangriff auf eine Ausgabestelle für humanitäre Hilfe bereits die Leichen von über 40 Toten geborgen – die russische Luftwaffe bombardierte dort ganz bewusst einen unterirdischen Schutzraum.
Dreimal dürfen Sie raten, wie viele Leitartikel darüber auf den sogenannten „alternativen deutschen Medien“ wie dem Overton-Magazin oder den NachDenkSeiten erschienen sind. Richtig: genau null.
Und wenn der leitende Autor Florian Rötzer dieses Massaker doch einmal erwähnt, dann nur mit einer eisigen Zynik, die ihresgleichen sucht. Er verharmlost das Geschehen allen Ernstes mit dem Satz:
„Überdeckt wurden die Vorgänge zumindest im Ausland durch einen russischen Angriff auf eine angebliche Schule in Komyschuwacha in der Region Saporischschja mit 29 Toten.“
Ernsthaft? Wenn es um Dutzende von Russland gezielt ermordete Zivilisten geht, setzen bei Herrn Rötzer auf einmal wieder die gewohnten Reflexe ein: „angeblich“ dies, „angeblich“ das, bloß nichts glauben, wenn die Opfer Ukrainer sind. Aber aus einem Polizeieinsatz mit Tränengas und ein paar leichten Schrammen bläst er ohne mit der Wimper zu zucken das Drama des Jahrhunderts auf! Und das gezielte Abschlachten von Zivilisten durch russische Bomben ist für Rötzer lediglich eine lästige Störung, die den eigentlichen „Skandal“ – das Kiewer Tränengas – im Ausland schändlicherweise „überdeckt“. Was soll man noch dazu schreiben?
Hier schreibt ein strammer Anti-Kommunist, der ganz bestimmt kein Nazi oder Nationalist ist. Er ist sehr zornig wegen der viel zu kommunistischen Umtriebe des Herrn Maksim Korsun. Ist der Herr L. Ren denn selbst ein Ukrainer und wenn ja welche Fraktion? Dieses Spiel, der und der hat den und den und deshalb ist dieser und jener ganz böse und an allem ist der Rasputin schuld – ohne jegliche Belege – und warum das alles? Weil ein Folterkeller vom Nazi-Bataillon Asov aufgeflogen ist und Korsun noch andere Fälle schildert, bzw. die Ideologie und Heldenverehrung, die dazu führt. Ein Ukrainer und der Herr Rötzer schreiben nicht das, was sie sollen. Leider sehr leicht durchschaubar. Schadensbegrenzung und Ablenkungsmanöver. Die NAFO schiebt Sonderschichten in ihren Büros in Kyijjiyiylywiwiw und zur Pause gibt es eine Milchschnitte.
Er ist Ukrainer und aus dem Land geflüchtet ,,wie viele andere auch.Nicht jeder in der Ukraine kann sich das leisten.Er schreibt über die Misshandlungen ,die von seinen Landsleuten durchgeführt werden ,um das
eigene Volk einzuschüchtern,und zu kassieren.
Was tut er falsch?Er versucht jedenfalls nicht sich aus der sicheren Umgebung heraus ,als faschistoides Agenten monster zu profilieren.
Kurz und bündig das Resümee des gesamten Sermons: alle, wirklich alle der ehemaligen Sowjetunion sind und waren ganz schlimme Finger; damals wie heute. Die ganz große Ausnahme war, ist und bleibt allein die Ukraine mit ihren engelgleichen Einwohnern.
Slava irgendwas.
Vielmals Entschuldigung!
Dies war als Kommentar zu @L.Ren konzipiert. Habe ich leider falsch eingetütet.
@Charlotte
»Kurz und bündig das Resümee des gesamten Sermons: alle, wirklich alle der ehemaligen Sowjetunion sind und waren ganz schlimme Finger; damals wie heute. Die ganz große Ausnahme war, ist und bleibt allein die Ukraine mit ihren engelgleichen Einwohnern.«
Hallo Charlotte, du hast die Dissidenten vergessen, allen voran »Lech Walesa«, den Friedensnobelpreisträger, der sich für eine Reduzierung der Bevölkerung Russlands auf 50 Millionen aussprach, und »Alexander Solschenizyn«, der sich darüber beklagte, dass die jüdischen Gefangenen im »Gulag« besser behandelt wurden als die übrigen.
Der Autor setzt sein Vertrauen in Videos, die seine ideologische Voreingenommenheit bestätigen, während er andere Videos als unglaubwürdig abtut.
Tja, das müßten Sie schon etwas genauer ausführen.
Mit Links und allem für und wider. Um uns Unwissende …
Der Autor erwähnte ausdrücklich zwei Videos: ein Video, dem er vertraut, und das andere, dem er nicht vertraut. Das erste: „Besonders verstörend war das Video eines 14-jährigen Jungen, dem mehrfach mit einer Schaufel auf den Kopf geschlagen worden sein soll.“ Der Zweite: „Anschließend erschien ein Video, in dem die Festgehaltenen erklärten, sie seien zufrieden und hätten keine Beschwerden. Selbst der Jugendliche sagte nun, er sei nur zufällig dort gewesen und mit Freunden vorbeigekommen. Ich kann ihnen diese Aussagen nicht verdenken: Sie fürchten um ihr Leben.“ Im ersten Video waren definitiv keine Schläge mit einer Schaufel zu sehen.
Sie dürfen gerne Ihre anderslautende Interpretation abgeben. Dabei muß klar erkennbar sein, warum Sie zu dieser Interpretation gekommen sind, damit es auch für andere plausibel ist.
erst wenn EUropa komplett ukranisiert ist,
Selenski Präsident der EZB ist, Russland in 50 Einzelstaaten zerlegt ist, dann und nur dann kehrt Friede auf dem Kontinent ein, Amen.
Im Rückgriff auf den Nazismus und die Verherrlichung historischer Antihelden geht es vor allem um die Bereitschaft im Westen durchzusetzen, Nazi-Verbrecher wie Bandera als Helden zu akzeptieren.
Die Zustimmung, dass der »Holodomor« bewußt eingesetzt wurde um die ukrainische Bevölkerung zu dezimieren, haben die ukrainischen Machthaber 2022 im Westen schon erreicht.
Die Verbrechen der Kommunisten sollten nicht vergessen werden. Der staatlich organisierte Hunger in der Ukraine ist eines dieser Verbrechen.
Der Yad Vashem-Leiter Danny Dayan wurde 2026 der Feind- und Tötungs-Datenbank Mirotworetz zugefügt. Das ist schon ‚pikant‘, der Hauptgrund:
https://24jerusalem.com/en/yad-vashem-chairman-dani-dayan-added-to-mirotvorets-database/:
„The authors of the website accused the head of the memorial of deliberate actions inciting discord between Ukraine and Israel.“
Das heißt also, zwischen Israel und Ukraine herrscht bestes Einvernehmen, das durch sachlich begründete Kritik nicht beschädigt werden darf. Das ist doch eigentlich kaum zu verstehen angesichts der Gräuel ukrainischer Nationalisten nach dem WKI und gegen Ende des WKII. Oder ist dieser Gedankengang vielleicht grundfalsch?
Tatsächlich existiert schon lange zwischen beiden Staaten eine politische und militärische Kooperation, die nun für den Ukraine-Krieg Früchte trägt. Zum Zweiten, die wichtigsten Protagonisten dieses Israel-Ukraine-Bündnisses sind ein jüdischer-ukrainischer Oligarch, ein jüdischer IDF-Veteran und ein jüdischer Ex-Comedian:
Ihor Kolomojsky, politischer Ziehvater von Wolodymyr Selenskyj, war einer der Hauptgeldgeber des von Andriy Biletsky gegründeten Azov-Bataillons (ebenso bei Dnipro-1 und Aidar), das Feindschaft zu Russland und Russen überhaupt sowie weiße Vorherrschaft als politisches Glaubensbekenntnis vertrat und in den 2010er Jahren noch offen anti-jüdische Propaganda verbreitete. Kolomojsky spendierte dennoch, Israel lieferte dennoch die Waffen und qualifiziertes Militär-Personal an Azov. Eine Schlüsselfigur beim Know-how- und Waffen-Transfer aus Israel an Azov war Nathan (Natan) Khazin, ein israelisch-ukrainischer IDF-Veteran der berüchtigten Givati-Brigade. Auf dem Euro-Maidan formierte er eine „Jüdische Hundertschaft“ zur Verteidigung der Barrikaden.
Und da wäre noch Volodymyr Aleksandrovich Zelenskyy (hier in englischer Schreibweise), der 2018 mit dem Versprechen auf Frieden mit Russland aus dem Schauspielfach ins Präsidentenamt wechselte. 2022 sagte in einem Haaretz-Interview, die Ukraine solle dem Vorbild Israels folgen. Und überhaupt, Israel und Ukraine befänden sich in in einem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus.
Viel mehr dazu mit weiteren ukrainischen Polit-Lebensläufen findet sich unter
https://ddgeopolitics.substack.com/p/gaza-to-donbass-how-israel-and-ukraine
Da ist ein politisches Zweckbündnis zwischen einem ukrainisch-jüdischen Oligarchen, ukrainischen Neo-Nazis und dem Staat Israel entstanden, das auf taktischer Amnesie peinlicher politischer und historischer Wahrheiten auf beiden Seiten und einem gemeinsamen Feind basiert.
Ukraine, Ukraine, Ukraine hin, Ukraine her, aber wer ist dieser Ukraine? Wir kennen Al Capone, Jack the Ripper, Charles Manson, Josef Mengele, Marc Dutroux, Pablo Escobar, aber Ukraine?
„Der Rückgriff auf den Nazismus und die Verherrlichung historischer Antihelden haben meist weniger mit ideologischer Überzeugung als mit politischem Kalkül zu tun.“
Das leuchtet mir sofort ein. Denn erkennbar ist all diesen sogenannten national Gesinnten das eigene Volk lediglich mittel zum Zweck. Man will Russland ausschalten, wenn das eigene angeblich so geliebte Volk dabei drauf geht, egal.
Es ist schon an vielen kleineren Anzeichen erkennbar wie nichtig dieser angebliche Nationalismus ist. Wenn man z.B. sich an irgendwelchen verpeilten schrägen querbunten Volksgenossen abarbeitet und damit fremdländischen Kulturen und Religionen viel näher ist als den eigenen Volksgenossen, mögen die auch noch so schräg sein, es sind Volksgenossen. Oder wenn man in der Gesetzgebung lieber die Profitinteressen irgendwelcher kosmopolitischer Konzernbesitzer schützt als z.B die Interessen ärmerer zur Miete wohnender Volksgenossen.