
Wie Appeasement und Dahiya-Doktrin Israel und den gesamten Westen aushöhlen.
Erster Teil.
Nach den Verlusten seiner Regierungskoalition bei den Parlamentswahlen in Israel steht Benjamin Netanyahu nach drei Jahren des Vollversagens im Gaza-Krieg sehr wahrscheinlich vor seiner Ablösung als Premierminister, auch wenn sein Likud infolge unverdienter Medien-Unterstützung die stärkste Partei geblieben ist.
In den USA hatte eine unmittelbar nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 durchgeführte Meinungsumfrage noch gut fünfmal so viele Israel-Sympathisanten wie Palästinenser-Sympathisanten ergeben. Seitdem hat ein dramatischer Stimmungswandel stattgefunden: Die Unterstützung für Israel ist eingebrochen und wird nun von derjenigen für die Palästinenser übertroffen, besonders unter jungen Menschen.
Für diesen Erdrutsch ist ein tiefgreifendes, systemisches Versagen im gesamten Westen ursächlich. Politik und Medien haben sich auf einem doppelten Selbstmordkurs festgefahren: Vor allem im linken Lager wird gegenüber dem politischen Islam ein inflationär fortschreitendes, naives Appeasement betrieben, im konservativen Lager dagegen ein blindwütiger Militarismus. Diesen letzteren hat die israelische Führung im Gaza-Krieg und im Süd-Libanon mit der kaum bekannten Dahiya-Doktrin auf die Spitze getrieben. Nach dieser höchst kontraproduktiven Militärstrategie werden nach Angriffen auf Israel zur vermeintlichen Abschreckung harte Schläge gegen zivile Infrastruktur und Wohnhäuser geführt.
Die Doppelstrategie der Islamisten
Der Einbruch der weltweiten Sympathien für Israel zeigt den Bumerang-Effekt dieser blinden Zerstörung. Die Strategie hat sich auch militärisch als kontraproduktiv erwiesen; die humanitär gemeinten Ankündigungen der Angriffe, die eine Evakuierung von Zivilisten ermöglichen sollen, erlauben den Hamas- bzw. Hisbollah-Kämpfern noch eher ein rechtzeitiges Ausweichen als den weniger gut informierten Zivilpersonen.
Zu den dramatischen Resultaten der Politik der maximalen Selbstbeschädigung unter Netanyahu gehört auch der weltweit aufgeflammte Antisemitismus. Dieser gefährdet den gerade jetzt überlebenswichtigen solidarischen Zusammenhalt innerhalb der westlichen Zivilisation.
Denn die im Schutz unkritischer Medien seit Jahrzehnten beharrlich betriebene „westliche“ Politik bedient im Effekt die Ziele einer freiheitsfeindlichen Ideologie – die der 1928 gegründeten Moslembruderschaft. Die Einzelziele summieren sich zur schrittweisen Eroberung der westlichen Zivilisation durch einen doktrinär verhärteten, reformresistenten Islam. Während der militärisch-terroristische Arm der Islamisten im Nahen Osten spektakuläre Militäraktionen provoziert, begleiten politische Kader die Ansiedlung von Muslimen im Westen. Das Kalkül stützt sich u. a. auf drei Hebel: Migration, demografisches Wachstum sowie die Ausnutzung westlicher Toleranz, Freiheitsspielräume und Sozialleistungen.
Kriege und Bürgerkriege wie im Libanon oder in Syrien haben sich als hoch effiziente Exportmechanismen für die Ausbreitung des Islamismus erwiesen, während die Abwanderungsverluste in den Heimatregionen durch hohe Geburtenraten demografisch ausgeglichen werden.
Die Fortschritte auf diesem Weg der Moslembrüder bestätigte der türkische Präsident Erdoğan im November 2024 auf einer islamischen Konferenz:
„As Western civilization collapses with a great clamor, our human-centered and divinely inspired civilization will rise again, stronger than ever.“ – Während die westliche Zivilisation mit großem Geschrei zusammenbricht, wird unsere göttlich inspirierte Zivilisation erneut aufsteigen, stärker als je zuvor.
Strategisch schweben Erdogan dieselben Mittel wie den Moslembrüdern vor, nämlich Migration, demographische Expansion und Integrationsvermeidung durch emotionale Abkapselung von der einheimischen Bevölkerung. Dies bewies er 2017 auf einer Wahlkampfveranstaltung in Eskisehir (TR), die sich an türkische Gastarbeiter-Nachkommen in Europa richtete:
„Macht nicht drei, sondern fünf Kinder! Denn ihr seid die Zukunft Europas. Das wird die beste Antwort auf die Unverschämtheiten, die Feindseligkeit und die Ungerechtigkeiten sein, die man euch antut.“
Die historische Linie des Appeasements: Von Herbert Samuel bis zur UNRWA
Dieser bedrohlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten wäre durch konsequente Anwendung rechtsstaatlicher Grundsätze leicht möglich. Doch stattdessen hat westliche Politik die ideologische Auseinandersetzung gescheut und den solidarischen Schulterschluss gegenüber dem konkurrierenden muslimischen Kulturraum vernachlässigt.
Diese Antipolitik zeigte erstmals im Krimkrieg (1853–1856) ihr volles selbstzerstörerisches Potenzial, als Großbritannien und Frankreich in einen Konflikt zwischen Russland und dem Osmanischen Reich auf Seiten der Moslems eingriffen.
Die Selbstbeschädigungspolitik setzte sich im 20. Jahrhundert in der zögerlichen, Respekt vernichtenden britischen Mandatspolitik in Palästina fort: Eine Hauptwurzel des bis heute andauernden arabischen Revanchismus liegt in der Behinderung der zügigen, im Mandatsvertrag von 1922 vorgesehenen jüdischen Einwanderung in das damals spärlich besiedelte Land. Zwei verheerende Personalentscheidungen traten hinzu. Die erste installierte den rückgratlos nachgiebigen Herbert Samuel als Hochkommissar, die zweite den notorischen Aufwiegler Amin al-Husseini als Großmufti. Dieser entwickelte sich vorhersehbarer Weise zum Pionier des arabischen Terrorismus.
Ein weiteres Beispiel zukunftsblinden Appeasements bot zwischen 1922 und 1946 die Entlassung arabischer Staaten wie Ägypten, Libanon, Syrien und Transjordanien in die Unabhängigkeit. Bei diesen Anlässen versäumten es die britische und französische Regierung, die friedliche Koexistenz mit der jüdischen Heimat als Bedingung zu setzen.
Der Krieg von sechs arabischen Staaten gegen das neu gegründete Israel im Jahr 1948 führte dazu, dass rund 700.000 Palästinenser ihre Wohnorte verließen oder verloren. Doch statt den arabischen Aggressor-Staaten die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge zu überlassen, gestattete es die UNO, dass sich diese vor der selbstverständlichen Verantwortung drücken konnten. Sie baute rund 50 Dauerlager für die Flüchtlinge knapp außerhalb Israels und gründete eigens für deren Betreuung die UNRWA. Die Arabische Liga beantwortete die westliche Großzügigkeit 1952 mit dem dreisten Beschluss, dass keines ihrer Mitglieder Palästinenser als Staatsbürger integrieren würde.
Dieser bisher weltweit größte Eingriff der UNO hat den arabischen Ländern (mit Ausnahme (Trans)Jordaniens) ermöglicht, die Integration der Flüchtlinge in ihre Gesellschaften zu verweigern, bisher inflationsbereinigt etwa 50 Milliarden Dollar gekostet und sehr weitreichende Kollateralschäden verursacht. Zu diesen gehört die dauerhafte Destabilisierung des Libanon (Bürgerkrieg 1975-1990), das dortige Fußfassen der Hisbollah und die Verwandlung von einem prosperierenden, überwiegend christlichen in ein destabilisiertes, islamisch dominiertes Land.
Gegen die resultierenden Konflikte mit Israel intervenierte die UNO erneut und setzte die UNIFIL-Schutztruppe mit inzwischen 10.500 Soldaten und jährlichen Ausgaben von über 700 Millionen Dollar ein.
Die Entlastung der arabischen Aggressor-Staaten von ihrer kollektiven Verantwortung für die Flüchtlinge seit 1948 zieht seit dem libanesischen Bürgerkrieg den gesamten Westen in Mitleidenschaft, namentlich durch die Auslösung von Flüchtlingsströmen.
Das Leben in den UNRWA-Lagern bot zudem ein „perfektes“ Ambiente für eine steile demographische Entwicklung, nämlich eine Verachtfachung der betreuten Palästina-Flüchtlinge auf heute etwa 5,9 Millionen, obwohl weitere Millionen in alle Welt ausgewandert sind.
Auch bildungspolitisch hat das UNO-Engagement von einer Lösung des Nahostkonflikts weggeführt. Über Jahrzehnte hinweg hat an den UNRWA-Lagerschulen systematische Hetze gegen Juden und Israel stattgefunden. Die spärlichen Proteste westlicher Politiker waren zu unkoordiniert, um eine Einstellung der empörenden Praktiken durchzusetzen. Selbst der vom UN-Generalsekretär beauftragte Colonna-Bericht von 2024 führte in der appeasementtypischen Weichspül-Manier nur zu neuen Richtlinien für die Lehrer, nicht aber zum Ersatz der verwendeten inakzeptablen Schulbücher.
Das Versagen der Aufklärung, Tikkun Olam und die Dahiya-Falle
Die Fehler liegen bei westlichen Regierungen und Medien. Eine angemessene Reaktion auf den Überfall vom 7. Oktober hätte eine sofortige Aufklärung der eigenen Sicherheitsdefizite einschließen müssen: Wie konnte eine der bestgesicherten Grenzen der Welt stundenlang frei passiert werden? Netanyahu hat eine unabhängige Untersuchung bis zuletzt blockiert, obwohl unerkannte Schwachstellen im eigenen System gefährlicher sind als der offene Feind.
Anstatt auf präzise Trennung zwischen gegnerischen Kämpfern und Zivilisten hinzuarbeiten, die konsequente Trockenlegung der internationalen Finanzquellen des Terrors zu betreiben und das restlose Säubern der UNRWA-Lehrpläne und -Schulbücher durchzusetzen, folgte Netanyahu der Dahiya-Doktrin. Diese Strategie der massiven Zerstörung ziviler Bausubstanz zur vermeintlichen Abschreckung geriet im Gazastreifen vorhersehbarer Weise zum ethischen und strategischen Bumerang.
Die tragische Ironie der Dahiya-Doktrin liegt in ihrer psychologischen Blindheit: Sie unterstellt Abschreckung durch Zerstörung. In Wahrheit liefert die flächendeckende Trümmerlandschaft den Strategen des politischen Islam genau den Treibstoff, den sie brauchen – Bilder für den Opferdiskurs im Westen und Fluchtwellen zur demografischen Verschiebung. Die harte Hand erweist sich somit als das effektivste Rekrutierungswerkzeug des Gegners. Sie bedient nicht israelische Ziele, sondern die der Islamistenführer, die das Leid der eigenen Bevölkerung zynisch als operative PR-Ressource einplanen. Sie ruiniert Israels moralisches Ansehen und die Rückendeckung im Westen, isoliert den jüdischen Staat international und erzeugt zugleich jenen Migrationsdruck, der die westlichen Aufnahmeländer weiter destabilisiert und deren Freiheit gefährdet.
Wahrnehmungskorruption und das Haaretz-Paradoxon
Schon kurz nach dem 7. Oktober 2023 hat sich der Fokus der westlichen Medien von den terrorisierten israelischen Opfern hin zur kollektiven Not im Gazastreifen verlagert. Wie weit sich der Diskurs dabei von der (hinter Militärzensur und Hamas-Propaganda versteckten) Realität entfernt hat, illustriert der Umgang der linken Zeitung Haaretz mit dem rechten Kandidaten Gadi Eizenkot. Obwohl das Blatt militärische Härte in der Theorie verurteilt, schreibt es diesen Ex-General und Architekten der Dahiya-Doktrin aus reinem Anti-Netanjahu-Pragmatismus salonfähig.
Wenn ein traditionell auf Appeasement geschaltetes Publikationsorgan den Urheber kollektiver Infrastrukturzerstörung aus sekundären Erwägungen stützt, ist das symptomatisch für die verbreitete Prinzipienlosigkeit im medialen Mainstream. Konsistent harmonische Lösungswege findet der Bürger dort kaum.





Ach so ja, die Zionisten von Likud oder Kahane hatten nur die falsche Kriegsstrategie. Hätten sie mit ihren 2000kg+ bunkerbrechenden Bomben nur die gegnerischen Kämpfer eliminiert, also besser gezielt, vor allem auf die UNRWA, den größten Arbeitgeber damals in Gaza, wäre alles tutti paletti gewesen. Danke für den Hinweis, Herr Autor! Aber jetzt kommt doch die neue Regierung, die sicher auch Artur_C super findet. Die wird es bestimmt besser machen. Ich verstehe aber auch nicht wo das Problem sein soll? Die einfühlsame, superintelligente KI hat doch entschieden, wer die Ziele sind und die irrt sich nie? Auf sie sind Israelis doch so stolz drauf und deutschen Unternehmen helfen ihnen gerne. Wir brauchen jetzt mal eine Gegenstellungnahme der israelischen Regierung. Diese viel zu harte Kritik darf man doch auf keinen Fall so stehen lassen? Ist Overton etwa antisemitisch?
„Idź domu!“ Das ist polnisch und heisst Geht nach Hause! Mehr braucht man zu den Wahlen in dem was man Israel nennt nicht sagen. Der Völkermord wird immer noch begangen.
„„Idź domu!“ Das ist polnisch und heisst Geht nach Hause!“
Möchte man auch dem Autor Christian Hamann sagen.
Anmerkung – die heute auch als Nakba bezeichnete Vertreibung bzw. Vernichtung der Palästinenser begann vor dem Krieg 1948 – unter anderem diente sie für die arab.Staaten als Anlaß/Begründung für den Krieg gegen Israel. Der Author bringt hier aus mit unerfindlichen Gründen die timeline durcheinander. Aber vllt. will er auch nur von der israel. Schuld ablenken. Ohnehin kommt mir beim Lesen dieses Artikels der Verdacht, das hier jemand den einst kolonialiserten Gebieten nachtrauert und der festen Überzeugung ist, wir Weiße stehen naturgemäß über den andreren ….
Falls Netanjahu sein Amt verliert, wird es wohl Eisenkot werden. Und der gilt als der Erfinder besagter Dahiya-Doktrin. Was Haaretz über ihn geschrieben hat, ist leider nicht verlinkt. Aber er gilt wohl als jemand, der nicht ganz so verlogen und selbstgerecht ist, was aus israelischer Sicht vielleicht schon als echter Fortschritt gesehen werden kann. Ob sich an der Politik deshalb grundsätzlich etwas ändern würde, darf man aber bezweifeln, was zum einen daran liegt, dass er sicher kein Friedensaktivist ist, aber auch an den möglichen Koalitionen.
ps: Im Artikel sind mindestens drei Quellenangaben mit „https://www.google.com/search?q=https://“ verlinkt. Soll man selber suchen?
Falls Netanjahu sein Amt verliert, wird es wohl Eisenkot werden. Und der gilt als der Erfinder besagter Dahiya-Doktrin. Was Haaretz über ihn geschrieben hat, ist leider nicht verlinkt. Aber er gilt wohl als jemand, der nicht ganz so verlogen und selbstgerecht ist, was aus israelischer Sicht vielleicht schon als echter Fortschritt gesehen werden kann. Ob sich an der Politik deshalb grundsätzlich etwas ändern würde, darf man aber bezweifeln, was zum einen daran liegt, dass er sicher kein Friedensaktivist ist, aber auch an den möglichen Koalitionen.
ps: Im Artikel sind mindestens drei Quellenangaben mit „https://www.google.com/search?q=https://“ verlinkt. Soll man selber suchen?
Ah, etwas Israelkritik, bevor dann der Islam dran ist. Die Eintrittskarte bei Overton.
Was ist die Dahija-Taktik? Diese habe Israel im Jahr 1982 im Libanon angewandt, heißt es. Kann sein. Aber im Gazastreifen? Woran soll man das sehen? Weil so viel kaputt ist? Ein einziger Satz, um das Wort zu erklären, wäre ja angebracht. Er fehlt.
Nie, wirklich gar nie wird betrachtet, warum die Hamas den Streifen mit 500 Kilometer Tunneln untergraben hat. Eine Armee, die hier vorrückt, kann ihr Gebiet einfach nicht sichern. In jedem intakten Haus muss ein Tunnel vermutet werden und das Problem lässt sich nur lösen, indem man den Eingang des Tunnels freilegt. Was ohne Zerstörung des Hauses nicht möglich ist. Die Hamas zwingt der IDF diese Art der Kriegsführung auf, wissend dass dann die Blödel im Westen Genozid rufen. Klappt ja hervorragend.
Mit der Bedrohung durch den Islamismus hingegen hat der Autor recht. Die Verwüstungen Mitte Oktober sind Vorboten eines heraufziehenden Dschihad. Schon jetzt hat das ein riesiges Erpressungspotential, denn die Islamisten können jetzt mit der Wiederholung der Veranstaltung drohen. Es ist gut möglich, dass die europäischen Regierungen dieser Erpressung bereits unterliegen.
Das ist nun das, was bei Free Palestine herausgekommen ist. Eine permanente Aufforderung zum Dschihad. Der dann tatsächlich kam.
„Wie Appeasement und Dahiya-Doktrin Israel und den gesamten Westen aushöhlen“
Da drück ich mal ganz feste die Daumen.
Der Artikel strotzt nur so von Lügen und Halbwahrheiten, dass es kaum lohnt auf einzelne Punkte einzugehen. Geschichte wird hier auf den Kopf gedreht, die Abfolge von Ereignissen vertauscht und Ursachen und Wirkung miteinander verwechselt.
Nein, es ist kein Versagen der PR wenn Israel immer unbeliebter wird. Es ist das permanente Lügen und das begehen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit welche Israel die Sympathien kosten.
„Ein weiteres Beispiel zukunftsblinden Appeasements bot zwischen 1922 und 1946 die Entlassung arabischer Staaten wie Ägypten, Libanon, Syrien und Transjordanien in die Unabhängigkeit. Bei diesen Anlässen versäumten es die britische und französische Regierung, die friedliche Koexistenz mit der jüdischen Heimat als Bedingung zu setzen.“
Das ist starker Tobak!
Eine „friedliche Koexistenz“ gilt, wenn schon, dann für beide Seiten!
Die Briten hätten eigentlich wissen müssen, dass die Zionisten in „Palästina“ nicht „friedlich“ eingewandert sind.
Der Westen hätte schon Anfang des 20. Jahrhunderts, nach Erscheinen des Buches von Herzl „Der Judenstaat“, ahnen können was sich da zusammenbraut.
Mit dem „friedlichen Zusammenleben“ selbst mit der Mandatsmacht Großbritannien war es zu diesem Zeitpunkt nicht weit her. 1946 verübte die jüdische Terrorgruppe Irgun ihren berühmten Anschlag auf das King David Hotel in Jerusalem, was dem Schreiber offenbar nicht bekannt ist. Passt ja auch nicht in seine Narrative.
https://en.wikipedia.org/wiki/King_David_Hotel_bombing
„Während der militärisch-terroristische Arm der Islamisten im Nahen Osten spektakuläre Militäraktionen provoziert, begleiten politische Kader die Ansiedlung von Muslimen im Westen. Das Kalkül stützt sich u. a. auf drei Hebel: Migration, demografisches Wachstum sowie die Ausnutzung westlicher Toleranz, Freiheitsspielräume und Sozialleistungen.
Kriege und Bürgerkriege wie im Libanon oder in Syrien haben sich als hoch effiziente Exportmechanismen für die Ausbreitung des Islamismus erwiesen, während die Abwanderungsverluste in den Heimatregionen durch hohe Geburtenraten demografisch ausgeglichen werden.“
Mit anderen Worten: Die von uns angezettelten Bürgerkriege und unsere geführten Kriege gegen den Libanon, Syrien (und den Irak, Jemen, Libyen, Iran, Sudan) begünstigen, als seien sie auf Bestellung des politischen Islam geliefert worden, Abwanderung aus Nahost und Bevölkerungsaustausch sowie Antisemitsmus im Westen. Und dort im Westen stehen die Kader des Islamismus schon bereit um abzukassieren und irgendwann den Laden zu übernehmen.
Als Verschwörungstheorie eher dürftig, aber eindeutig AfD-anschlussfähig. Frage: warum machen unsere Oligarchen dabei mit oder sind die US NeoCons U-Boote des politischen Islam?
Ich verstehe Ihre offenen Fragen, Simon. Ein Artikel kann immer nur Teilaspekte liefern.
Der Libanesische Bürgerkrieg (1975-1990) war weithin die Folge der Nicht-Integrationspolitik gegenüber den dort in UNRWA-Lagern untergebrachten Palästina-Flüchtlinge, welche die Arabische Liga 1952 beschlossen hatte. Diese Nicht-Integration, also Verweigerung der Einbürgerung und Behinderung bei der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit hatte eine starke Frustration und in Verbindung mit der Hetze im UNRWA-Schulunterricht eine Radikalisierung der Jugendlichen zur Folge. Nach demographischer Expansion war bis zum Bürgerkrieg eine zahlenmäßig starke, gewaltbereite Generation herangewachsen.
Die Folgen des Bürgerkrieges bestanden erstens in einer weiteren demographischen Verschiebung zugunsten der Moslems, indem es zur Christenverfolgung und Abwanderung kam.
Zweitens nahmen europäische Länder außer den verfolgten Christen auch Moslems auf – mit extremen Folgen. Denn selbstverständlich wurde von islamistischen Führern erkannt, dass es keinen wirkungsvolleren Mechanismus zur Verbreitung der Religion und Vorwand zu seiner reformresistenten Verhärtung gibt als das individuelle Leiden ihrer Zivilisten.
Terrororganisationen wie der IS und Boko Haram lösen Konflikte aus, in denen sie einerseits Christen und andere Nicht-Moslems (wie 2024 etwa 12.00 Jesiden) abschlachten, gleichzeitig aber Moslems entwurzeln und zur Migration treiben.
Zentrale Errungenschaften und Institutionen der Moderne – wie Säkularität, Trennung von Staat und Religion, Laizismus – sind dem Autor offenbar völlig unbekannt??!
Geht es dem Autor, der sich in Selbststudien nach eigenen Angaben weiterbildet, wie Pegida: Auf einen in Sachsen wohnenden Muslim kommen 10.000 Islamforscher?
Ob zufällig oder nicht wird mitten im Text meines Artikels ein Buch von Abraham Melzer mit dem anspruchsvollen Titel „Die Ursprünge des Nahostkonflikts“ beworben, das eine weithin gegensätzliche Position im Thema Nahostkonflikt präsentiert.
Wer den Nahostkonflikt auf die Formel reduziert, der Zionismus habe mit einer „Lüge“ und dem Mythos eines „Landes ohne Volk“ begonnen, blendet die komplexen demografischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Realitäten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus – und bedient damit die seit Jahrzehnten sich steigernde geschichtliche Verzerrung in den westlichen Medien, welche die arabische Seite zum endlosen Revanchismus und Terrorismus ermutigt und eine lösungsorientierte Debatte bis heute blockiert.
1. Die demografische und wirtschaftliche Ausgangslage: Nach dem Ersten Weltkrieg lebten im Mandatsgebiet Palästina (zwischen Mittelmeer und Jordan) laut der ersten britischen Volkszählung von 1922 rund 757.000 Menschen (davon 591.000 Moslems, 84.000 Juden und 73.000 Christen). Die Weltbevölkerung der Juden lag damals bei etwa 13,5 Millionen. Die Region wurde nach jahrhundertelanger osmanischer Vernachlässigung überwiegend nur als Weideland genutzt, war agrarisch weithin brach liegend und auf dieser schwachen ökonomischen Basis dünn besiedelt. Der Slogan „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ war damals – wie historische Quellen belegen – kein Dementi der physischen Existenz von Menschen, sondern der Ausdruck einer weitgehend ungenutzten Kulturlandschaft mit immensem Entwicklungspotenzial.
2. Aufbau von Tragfähigkeit und Zivilisation: Erst der Zuzug jüdischer Einwanderer schuf die Kapazität, einer vervielfachten Bevölkerung überhaupt den Lebensunterhalt zu sichern. Durch den Import moderner westlicher Agrartechniken, Melioration, Infrastruktur, Handwerk, Medizin und Städtebau wandelte sich die Region von einer öden Provinz zu einem wirtschaftlichen Dynamikzentrum, von dem in der Folge auch eine erhebliche arabische Zuwanderung aus den Nachbarländern angezogen wurde.
3. Völkerrechtliche Rechtsgrundlage: Die jüdische Einwanderung stützte sich nicht auf einen „Betrug“, sondern auf tiefe historische Wurzeln und durchgängige jüdische Präsenz über rund 3.000 Jahre sowie das Völkerbundsmandat für Palästina von 1922, das ein Ergebnis des Ersten Weltkrieges darstellte. Dieser selben militärischen Auseinandersetzung hatten die Araber ihre Befreiung von 400 Jahren osmanischer Herrschaft zu verdanken. Der Mandatsvertrag von 1922 verpflichtete die Mandatsmacht Großbritannien dazu, die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk durch forcierte Ansiedlung und Einwanderung zu fördern.
4. Der arabische Revanchismus als historische Weiche: Die Tragödie des Konflikts liegt nicht im Beginn des Zionismus, sondern in der systematischen Verweigerung jeglicher Koexistenz durch die damalige arabische Führung – personifiziert durch den Großmufti Amin al-Husseini, der bereits in den 1920er-Jahren den Boden für den bis heute fortwirkenden Terrorismus bereitete.
Wer Frieden und Stabilität sowohl für Israel als auch für Europa sichern will, muss die Ursachen bei den realen politischen Fehlsteuerungen der Gegenwart suchen – von der künstlich aufrechterhaltenen Abhängigkeit der Palästinenser durch die UNRWA bis hin zum naiven Appeasement gegenüber dem politischen Islam.
Die Titelaussage des Artikels „Der doppelte Selbstmordkurs“ wird durch solche Werbeaktivitäten dick unterstrichen. Denn die eine Komponente dieses von WESTLICHEN Personenkreisen betriebenen Selbstmordprogramms besteht in einem Appeasement gegenüber Islamisten durch Bedienung ihrer verbogenen Narrative. Zu den Haupt-Instrumenten des Appeasements gehören dementsprechend – von Ultrareichen wie George Soros gepushte – NGOs und Mainstream-Medien einschließlich vielen Verlagen. Die Aktivitäten lassen sich leicht als Teil der expandierenden Geldherrschaft identifizieren – wenn man bereit ist die vom Mainstream übergestülpten Denkschablonen abzustreifen und zu realisieren, dass der gesamte Nahostkonflikt von kapitalistischen Kreisen angeheizt wurde.
Die Palästinenser sind dabei genauso Bauernfiguren auf dem Schachbrett der Macht wie die Juden. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es etwa zwanzigmal so viele Juden wie arabische Bewohner Palästinas. Beim heutigen Zwischenstand des Schachspiels sind es mit etwa 16 Mio. bereits mehr Palästinenser als Juden. Dass die Palästinenser in den drei Jahren seit Beginn des Gazakriegs als INDIVIDUEN sehr viel mehr zu leiden hatten als Juden in Israel, ist für jeden erkennbar. Aber strategisch begrüßen ihre Führer diese Opfer auf der individuellen Ebene, weil sie mit nichts anderem so viel Propaganda für ihre islamistische Sache durch westliche Medien und Bürgerproteste einfahren können. Für sie zählt nicht das Wohlergehen des einzelnen Menschen, sondern die Expansion der Gruppe. In Gaza hat diese demographische Expansion die Kriegsverluste der 2,5 Mio.-Bevölkerung mehr als ausgeglichen.
Diese Beobachtung führt zur zweiten Komponente des westlichen Selbstmordkurses. Diese besteht in einem blindwütigen Militarismus, der (vom amerikanischen Militär bereits von Vietnam bis Afghanistan praktiziert) die Zivilbevölkerung in den Einsatzgebieten leiden lässt und in die Arme der eigentlich bekämpften Gegner treibt. – Wie im vorliegenden Artikel klargestellt, ist dieser kontraproduktive Militarismus unter Netanyahu auf die Spitze getrieben worden. – Es kommt nun darauf an, die Nachfolgeregierung von diesem für den gesamten Westen verheerenden Kurs abzubringen.
Was fehlt in solchen Schwarz-Weiß-Sichten:
1.)
Dass Hamas von Netanjahu gegründet und gepäppelt wurde, um die säkulare PLO zu schwächen – was gelang…
2.)
Dass der geopolitische Westen mit dem sunnitischen Islam ein Bündnis gegen die Schiiten geschlossen hat:
— Älteres Ergebnis: Das Königshaus Saud in Saudi-Arabien, von der englischen Kolonialmacht vor 130 Jahren gegen die Osmanen eingesetzt, sorgt bis heute für die Autofahrer Europas. „Freie“ Autofahrer füllen täglich die Taschen der Fossilienkonzerne und der saudischen Scheichs.
— Jüngeres Ergebnis: Der Islamische Staat (IS) wurde durch Unterstützung der USA, Israels und der Türkei als Herrscher des (bisher) multireligiösen Syrien eingesetzt. Erster Verlierer waren die säkularen Kurden.
= Islamisierung durch die NATO.
Wenn schon Schwarz-Weiß, dann bitte richtig!
Immer wenn ich solche Bilder sehe wie das zuoberst des Artikels, muß ich dann doch mein allergrößtes Erstaunen darüber ausdrücken, dass das die sich vornehmster Zurückhaltung auferlegte Selbstverteidigung unter Berücksichtigung jeglicher regelbasierter Ordnung, von Menschen- und Völkerrecht wie auch Staatsräson sein soll.- von Helden des Friedens realisiert. Seien wir doch einmal ehrlich – sind die Helden von der moralischsten Armee der Welt wenn nicht der Milchstrasse oder gar des sich ausdehnenden Universums nicht mal endlich reif für den Friedensnobelpreis. Leistung muß sich doch endlich mal lohnen, Herrschaftszeiten aber auch!
Und dabei ist die ganze Fleischeinwage da unter den paar Betonbröseln noch nicht mal mit berücksichtigt. Donnerschlach!
Immer wenn ich solche Bilder sehe wie das zuoberst des Artikels, muß ich dann doch mein allergrößtes Erstaunen darüber ausdrücken, dass das die sich vornehmster Zurückhaltung auferlegte Selbstverteidigung unter Berücksichtigung jeglicher regelbasierter Ordnung, von Menschen- und Völkerrecht wie auch Staatsräson sein soll.- von Helden des Friedens realisiert. Seien wir doch einmal ehrlich – sind die Helden von der moralischsten Armee der Welt wenn nicht der Milchstrasse oder gar des sich ausdehnenden Universums nicht mal endlich reif für den Friedensnobelpreis. Leistung muß sich doch endlich mal lohnen, Herrschaftszeiten aber auch!
Und dabei ist die ganze Fleischeinwage da unter den paar Betonbröseln noch nicht mal mit berücksichtigt. Donnerschlach!
Den perfekten Text frei von Schwächen gibt es bekanntlich nicht (dazu ist das, was wir so als „Realität“ bezeichnen, einfach zu vielschichtig).
Was ich an diesem Artikel gut finde ist das Zulassen eines Nebeneinanders an Kritik: Die Weigerung der arabischen Nachbarstaaten, Palästinenser zu integrieren (aller jahrzehntelanger Israel-Feindschaft zum Trotz), die Barbarei des 7.10.23 und auch das zynische Spiel von Netanjahu. Kein „eindeutiges Positionieren“, was eh nicht ginge und dem ja eigentlich auch das recht autoritäre „Identifizieren Sie sich!“ zu Grunde liegt, eine durchaus mit der Welt von sagemermal Wilhelm II. kompatible (teutonische) Gesinnungs-Trampelei, gerne auch mal als „Klartext“ bezeichnet. Übrigens hat da auch Hamed al-Samed gute Sachen dazu geschrieben, erst haben ihn die Islamisten gehasst und tun das immer noch, seine Einschätzungen bezüglich des Vorgehens der Netanjahu-Regierung haben dann die sich selbst beweihräuchernden Leute auf den Plan gerufen, welche einem gewissen „Trugbild-Zionismus“ anghängen – vorgeblich geht es immer um Israel und „die Juden“ (ja, klar, gerade in Deutschland, je schlimmer das Verbrechen der Vorväter, desto glaubwürdiger die Läuterung der Nachgeborenen, alle zu Rittern des Lichts geworden und mit der hehren Mission, im Nachhinein noch an allen möglichen Ecken der Welt Wiedergänger Hitlers und der Nazis entdecken zu wollen, schöne Relativierung), nein, es dreht sich vor allem mal wieder um das eigene aufgeblähte (politische) Ego, das meint, anderen noch Lektionen in Sachen Humanität erteilen zu müssen, ja, wann arbeiten eigentlich die Azteken ihren Antisemitismus auf? Schaut mal auf die vorbildlichen Deutschen, die sich ohne Wenn und Aber zu den, äh, „problematischen Seiten der eigenen Vergangenheit bekennen“… großes Aufatmen in z.B. Kanada, Kolumbien, dem Kongo, Kambodscha oder Kiribati, dass sie bezüglich der Ereignisse von 1933 bis 1945 nicht beschuldigt werden? Große Anerkennung für die deutsche „Erinnerungsweltmeisterei“?!
Zurück zum Ausgangspunkt: ein Artikel, der verschiedene Aspekte der Vorgänge in Westasien beleuchtet, ist allemal besser als der einseitige Haltungsjournalismus, der kaum Ambivalenzen aushält und recht stark von der Frage „Ja, was denn nun?!“ geprägt ist.