Der Bernie Sanders der 1940er-Jahre

Henry Wallace
Harris & Ewing, photographer, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Weltgeschichte hätte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglicherweise einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn der US-Politiker Henry Wallace Nachfolger von Präsident Franklin Delano Roosevelt geworden wäre.

Ohne seine Armee, ganz allein, hätte Cäsar nie Gallien erobert, befand einmal Bertolt Brecht. Das ist zweifellos richtig. Doch ohne ihren Feldherrn hätte besagte Armee dies vielleicht auch nicht geschafft. Die vulgärmarxistische Ansicht, es seien nicht die großen Persönlichkeiten, die Geschichte schreiben würden, zerschellt immer wieder mal an der Realität. Hätte es denn wirklich eine erfolgreiche faschistische Machtübernahme in Italien und in Deutschland ohne Mussolini und Hitler gegeben? Vielleicht wären der Welt 50 Millionen Tote erspart geblieben, wenn sich die Wiener Kunsthochschule dazu durchgerungen hätte, den jungen Möchtegern-Künstler aus Braunau zum Studium zuzulassen – und dieser sich dann der Aquarellmalerei gewidmet hätte, anstatt als charismatischer Frontmann die NSDAP zum Sieg über die bürgerliche Demokratie zu führen …

Im April 1945, in der Endphase des Zweiten Weltkrieges, starb US-Präsident Franklin Delano Roosevelt. Und in den wenigen Monaten bis zur japanischen Kapitulation wandelten sich die USA von einem Vorkämpfer für Demokratie und Freiheit, einem Frontstaat gegen den europäischen und ostasiatischen Faschismus, in eine monströse, die uneingeschränkte Weltherrschaft anstrebende All-Time-Kriegsmaschine, die nunmehr den absoluten Hauptfeind nicht mehr in den untergehenden Führerstaaten Deutschland, Japan und Italien sah – sondern in der Sowjetunion, mit der sie pro forma ja eigentlich immer noch verbündet war. Die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, bis heute, über 80 Jahre später, die bisher einzigen Beispiele eines Einsatzes dieser furchtbaren Waffe, dienten ja in erster Linie nicht der endgültigen Niederwerfung der japanischen Armee (die hatte den Krieg zu diesem Zeitpunkt bereits verloren), sondern der Machtdemonstration gegenüber dem von Stalin angeführten Rivalen, der auf dem europäischen Schlachtfeld die Hauptlast des Krieges gegen die Nazis getragen hatte und sich nun anschickte, ganz Osteuropa unter seine Kontrolle zu bekommen. (Rational wäre es, nebenbei angemerkt, gewesen, erst einmal draußen auf hoher See, ohne menschliche Opfer, aber nahe genug an Tokio, einen nuklearen Sprengsatz zu zünden, um der japanischen Führung zu zeigen, über welche Zerstörungskraft die US Army nunmehr verfügte – die US-Regierung entschied sich hingegen für ein historisch bis anhin beispielloses Blutbad, das Hunderttausende von japanischen Zivilisten tötete oder verwundete).(1)

Unbeliebter Vize-Präsident

Verantwortlich für diese Entscheidung war der neue US-Präsident Harry S. Truman, der nach Roosevelts Tod die Geschicke des nun mächtigsten Staates der Erde lenkte. Binnen kürzester Zeit beendete er die jahrelange Waffenbrüderschaft der USA mit der UdSSR, forcierte das atomare Aufrüstungsprogramm seines Landes und ging auf radikalen Konfrontationskurs gegenüber Stalin und dessen neu installierten Vasallen in den von der Roten Armee eroberten Territorien in Ost- und Mitteleuropa. Auf Druck der US-Regierung wurden die kommunistischen Parteien, die in etlichen europäischen Ländern Sitz und Stimme in den anti-faschistischen Nachkriegsregierungen hatten, aus den Kabinetten geworfen und als „Fünfte Kolonne Moskaus“ denunziert, schlugen US-amerikanische und britische Truppen einen „kommunistischen Aufstand“ in Griechenland nieder und wurde der gesamte Kontinent (und eigentlich die gesamte Welt) mit einer anti-sowjetischen und anti-kommunistischen Propaganda überzogen, die mehr als nur einmal ziemlich unangenehm an die faschistische „anti-bolschewistische“ Agitation der deutschen und italienischen Nazis im gerade eben zu Ende gegangenen Weltkrieg erinnerte. Die Krönung dessen war 1949 die Gründung der NATO (damals noch ohne das besiegte Deutschland), ihr primärer Sinn und Zweck war die „Eindämmung der kommunistischen Bedrohung“, sprich: des wachsenden sowjetischen Einflusses in Osteuropa (und auch in Teilen Asiens).

Truman hatte im Januar 1945 den bisherigen US-Vizepräsidenten Henry Wallace in seinem Amt abgelöst, vorausgegangen war dem ein erbitterter Machtkampf innerhalb der Demokratischen Partei. Wallace, in den Anfangsjahren seiner politischen Karriere Republikaner, wechselte die Seiten, als die Partei, die einst unter Präsident Abraham Lincoln die Aufhebung der Sklaverei durchgesetzt hatte (um den Preis eines Bürgerkrieges), in den 1920er-Jahren immer unverhohlener die Interessen von Big Business und der Wallstreet vertrat. Nach Roosevelts Wahlsieg 1932 wurde er Landwirtschaftsminister und 1941 dessen Stellvertreter als Vizepräsident. Die progressive „New Deal“-Politik hatte in ihm einen beinharten Anhänger, dementsprechend verhasst war er unter konservativen Demokraten, insbesondere denen aus den Südstaaten. Von allen Seiten wurde Roosevelt im Vorwahlkampf 1944 bestürmt, diesen „Kommunisten“ fallenzulassen; eine besonders große Rolle spielte hierbei die Mainstream-Presse, die Wallace vorwarf, große Sympathien für Stalin und die UdSSR zu haben. Der Präsident, schon von der Krankheit gezeichnet, der er ein Dreivierteljahr später erliegen sollte, verzichtete darauf, seinen Vize unmissverständlich zu stützen und zog sich auf eine betont neutrale Position zurück. Folgerichtig kam es unter diesen Umständen zu einer Kampfabstimmung um die Vizepräsidentschafts-Kandidatur auf dem Wahl-Konvent der Demokraten im Sommer 1944: Im ersten Wahlgang lag Henry Wallace noch in Führung, im zweiten wurde er von Truman, auf den sich alle Delegierten des rechten und des Mitte-Rechts-Flügels der Partei einigten, relativ knapp geschlagen.(2)

Progressive Ansätze und Progressive Party

Nach seinem erneuten Wahlsieg ernannte Roosevelt seinen ehemaligen Stellvertreter zum Handelsminister; in diesem Amt verblieb Wallace auch, als Truman ein paar Monate später die Präsidentschaft antrat. 1946 wurde er jedoch gefeuert, weil er öffentlich die Außenpolitik des neuen Präsidenten kritisierte, insbesondere dessen Bruch mit dem Ex-Weltkrieg-II-Waffenbruder Sowjetunion. 1948 gründete er dann die so genannte, kurzlebige „Progressive Party“ und trat als deren Präsidentschaftskandidat an – mit einem Programm, das wohl eines der fortschrittlichsten eines Bewerbers um das höchste Amt im US-Staat im gesamten 20. Jahrhundert war. Es sah eine Politik der Aussöhnung mit der UdSSR vor, die Verstaatlichung mehrerer Energiekonzerne, die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und einer umfassenden Krankenversicherung für alle Amerikaner und die Auflösung des von Senator Joseph McCarthy ins Leben gerufenen „Ausschusses gegen unamerikanische Umtriebe“, sprich: die Beendigung der hysterischen Kampagne gegen eine angebliche „kommunistische Unterwanderung“.

Sein Vizepräsidentschafts-Kandidat, der Senator Glen H. Taylor, der im Wahlkampf emsig durch die Südstaaten tourte, wetterte unablässig gegen die damals dort immer noch praktizierte infame (und im Detail oft völlig absurde) Rassentrennung und weigerte sich, bei einem Auftritt in Birmingham/Alabama die Veranstaltungshalle durch den für Weiße reservierten Eingang zu betreten; er schickte sich an, die für Afroamerikaner gekennzeichnete Tür durchschreiten zu wollen. Daraufhin wurde er verhaftet und später zu einer Geld- und sogar einer Gefängnisstrafe verurteilt (die er jedoch nicht antreten musste, weil er seinen Wohnsitz in seinem Heimatstaat Idaho hatte – und dessen Gouverneur sich weigerte, ihn an Alabama auszuliefern).(3) Unterstützt wurde die Progressive Party im Vorfeld der Wahlen durch die (sozialdemokratische) American Labor Party (ALP), die jedoch de facto nur im Staat New York existierte, und die American Communist Party – über dieses lose Bündnis brach in der Folgezeit selbstverständlich ein landesweiter Sturm der Entrüstung herein, orchestriert auch durch die meisten Medien, für die Wallace schlicht ein „Agent der Sowjetunion“ und somit ein Vaterlandsverräter war.

Wallace erhielt nur 2,4 Prozent der abgegebenen Stimmen, und in keinem einzigen US-Gliedstaat gelang es ihm, auch nur eine Wahlmännerstimme für das electoral college, das den Präsidenten letztendlich wählt, zu erhalten.(4) In New York kam er jedoch auf über 8 Prozent, wohl dank der Unterstützung durch die ALP. In den 1950er-Jahren distanzierte er sich dann teilweise von seinen für US-amerikanische Verhältnisse ausgesprochen linken politischen Positionen und outete sich als Anhänger des von 1953 bis 1961 amtierenden (republikanischen) Präsidenten Dwight D. Eisenhower, des ehemaligen Oberkommandierenden der alliierten Streitkräfte im Kampf gegen die deutschen Nazis. Nichtsdestotrotz demonstriert sein Wahlkampf 1948 – und selbst das enttäuschende Ergebnis – dass es sogar auf dem ersten Höhepunkt der anti-kommunistischen Hysterie in den USA sehr wohl eine Opposition gegen die dort herrschende Politik gab. Notiz am Rande: Eine neue „Progressive Party“ wurde erst gut ein halbes Jahrhundert später wieder gegründet: durch den gegen Rivalen aus der Demokratischen und der Republikanischen Partei mehrfach wiedergewählten unabhängigen Abgeordneten im Repräsentantenhaus und Ex-Bürgermeister von Burlington, der Hauptstadt des kleinen, nördlichen Gliedstaates Vermont – sein Name ist Bernie Sanders.(5)

Hätte die Schattenregierung einen Präsidenten Wallace entmachtet?

Wäre die Weltgeschichte nach 1945 anders verlaufen, wenn Wallace Roosevelt im Amt des US-Präsidenten beerbt hätte? Vielleicht. Möglicherweise hätte es dann gar keinen Kalten Krieg, kein nukleares Wettrennen, keinen Korea-Krieg, keinen Vietnam-Krieg, keine Kuba-Krise und keine weiteren Fast-Katastrophen – wie etwa die im September 1983, als nur der gesunde Menschenverstand des sowjetischen Oberstleutnants Stanislaw Petrow die Welt vor einem atomaren Inferno rettete(6) – gegeben. Aber hätte der „tiefe Staat“, jenes mächtige Konglomerat aus Rüstungsindustrie, Militärspitze, Geheimdiensten und oberster Staatsbürokratie, das seit mindestens 80 Jahren die Politik der USA dominiert, egal, wer aktuell im Weißen Haus sitzt, eine konsequente Entspannungspolitik gegenüber der UdSSR überhaupt zugelassen? Selbst wenn man die These von (beispielsweise) Oliver Stone, dem US-amerikanischen Filmregisseur und Systemkritiker, CIA und FBI steckten hinter dem (bis heute nicht richtig aufgeklärten) Attentat auf Präsident John F. Kennedy 1963(7), für reichlich abwegig hält, ist ja offensichtlich, welch außerordentlich großen Einfluss der „militärisch-industrielle Komplex“, wie Präsident Dwight D. Eisenhower diese Schattenregierung einst nannte, auf die Rolle der USA als selbsternannter Welt-Sheriff im letzten Dreivierteljahrhundert hatte…

Doch der Deep State ist nachweisbar nicht allmächtig – und das beste Beispiel hierfür ist der Verlauf des (neben den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki) monströsesten Verbrechens, das die US-Regierung bisher weltweit begangen hat: des Vietnam-Krieges. Denn beendet worden ist dieser nicht, weil die US Army keine militärischen Ressourcen mehr gehabt hätte, ihn nach 1973 (Friedensabkommen von Paris) fortzusetzen, sondern weil der Widerstand an der Heimatfront so stark wurde, dass er innenpolitisch schlichtweg nicht mehr länger vermittelbar war. Zehntausende junge Amerikaner entzogen sich damals der Wehrpflicht, flüchteten nach Kanada oder nach Schweden; Hunderttausende protestierten über mehrere Jahre hinweg auf Straßen und öffentlichen Plätzen und belagerten einmal (1967) sogar tagelang das Pentagon, das US-Verteidigungsministerium(8); und die Mehrheit des amerikanischen SDS („Students for a democratic Society“), des größten amerikanischen Studentenverbandes, beschloss auf einem Kongress in Flint/Michigan im Dezember 1969, in den Untergrund zu gehen und den bewaffneten Kampf (!) gegen die kriegführende Regierung in Washington aufzunehmen – aus Solidarität mit der Nationalen Befreiungsfront Südvietnams, des in den US-Medien hartnäckig so genannten Vietcong.(9) Und für fast 20 Jahre, bis zum Golfkrieg im Frühjahr 1991, blieb das Vietnam-Abenteuer schließlich die letzte größere Militärintervention der US Army in globalem Maßstab.

Wenn es einem Präsidenten Henry Wallace gelungen wäre, eine ihn unterstützende Wahlkoalition zu schmieden, die der damals allgegenwärtigen anti-sowjetischen und anti-kommunistischen Propaganda entschieden Paroli geboten hätte, wäre die politische Szenerie innerhalb der USA möglicherweise radikal umgestülpt worden: Immerhin gab es in den Jahren des Zweiten Weltkrieges in beträchtlichen Teilen der amerikanischen Öffentlichkeit durchaus Sympathien für die Sowjets (und auch für ihr sozialistisches Gesellschafts-Experiment!) und einen signifikanten Zulauf für die Kommunistische Partei der USA; 1943 zogen zum ersten Mal zwei KP-Mitglieder in den Stadtrat von New York ein.(10) Die universal-humanistische Utopie, die wenig später Pate bei der Gründung der Vereinten Nationen stand (die heute noch ihr Hauptquartier in New York haben), wäre – vielleicht – auf Jahrzehnte hinaus Kernbestandteil der US-amerikanischen Politik gegenüber dem Rest der Welt geworden. Historisch belanglose Spekulationen? Man wird doch wohl zur Abwechslung auch einmal träumen dürfen …

 

Fußnoten

1) Dass es damals sehr wohl auch diese alternative Handlungsoption gegeben hätte, betont z.B. der britische Öko-Theoretiker James Lovelock: „La Revanche de Gaia“, Flammarion 2007, S. 162

2) John C. Culver/John Hyde, „American Dreamer: A Life of Henry A. Wallace“, W.W. Norton, 2000

3) „Glen H. Taylor“, auf https://en.wikipedia.org

4) Immerhin erhielt Wallace über eine Million Stimmen, fast so viele wie J. Strom Thurmond, der rechtsradikale Kandidat der so genannten „Dixiecrats“ (extrem konservative und rassistische Ex-Demokraten aus den US-Südstaaten): www.270towin.com

5) „About 5 – The Vermont Progressive Party“, auf: www.progressiveparty.org

6) Ingeborg Jacobs, „Stanislaw Petrow: Der Mann, der den Atomkrieg verhinderte“, Westend Verlag, 2015

7) Oliver Stone, „JFK Revisited: Through the Looking Glass“ (Dokumentarfilm), Attitude Film Distribution, 2021

8) Norman Mailer, „Heere aus der Nacht“, Dromer Knaur, 1968

9) Die von der SDS-Führung gegründete Stadtguerilla-Organisation „Weather Underground“ hielt bis weit in die 1970er Jahre hinein die USA mit Bombenattentaten auf Regierungsgebäude und Konzernzentralen in Atem – allerdings hat sie im Unterschied zu ideologisch ähnlich gepolten Untergrundorganisationen (etwa in der BRD, in Italien und im kanadischen Québec) nie irgendjemanden umgebracht, sondern stets mit Warnanrufen an Rundfunk- und Fernsehstationen eine rechtzeitige Evakuierung der Zielobjekte ermöglicht. Ihr zentrales politisches Manifest ist „Prairie Fire“, ursprünglich 1974 veröffentlicht, 2022 als Buch neu gedruckt beim Verlag Warcry Communications

10) „Cicchione Dead; Council Member; First Avowed Communist to Hold Office in State Victim of a Heart Attack“, New York Times, 7. November 1947

Norbert Faulhaber

Norbert Faulhaber fing nach einem Studium der Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften und Soziologie 1991 bei der Konstanzer Tageszeitung „Südkurier“ an: als freier Mitarbeiter für TV- und Filmkritik, Konzertberichte und CD-Besprechungen. Ab 1998 arbeitete er auch als Vertretung des TV-Redakteurs, von 2004 bis 2006 als Verantwortlicher für die tägliche TV-Programmseite. Von 2006 bis März 2023 arbeitete er als Redakteur am NewsDesk See-West in Konstanz.
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4 Kommentare

  1. Ein interessanter Artikel, der allerdings die Rolle der Banken und der Wallstreet unterschlägt. Und ob deutscher Kanzler oder US Präsident, sie bestimmen über die Kandidaten.

  2. „Bürgerliche Demokratie“, da habe ich aufgehört zu lesen. Der richtige Bezeichnung ist Oligarchie, das ist die verfallene Aristokratie in der jetzt nur noch das Geld bestimmt. Daraus entwickelt sich dann durch weiteren Verfall die Tyrannis mit ihren Führern und Präsidenten.

    Genau deswegen ist in Athen die tatsächliche Demokratie entwickelt worden, weil bei Wahlen sowieso nur derjenige mit dem meisten Geld und Einfluss gewinnt.

    Die Demokratie basiert auf komplett zufällig bestimmten Räten in denen sachlich gebunden Berichte und Vorschläge erstellt werden, die anschliessend der Gesamtversammlung vorgelegt werden.

    In der Geschichte brauchte es die militärische Gewalt von Sparta, Persien, Macedon und Rom um die höchst erfolgreiche Demokratie Stück für Stück zu zerlegen. Im Informationszeitalter besteht zum ersten Mal überhaupt wieder die Möglichkeit, so etwas zu entwickeln.

  3. interessante Geschichte, das wusste ich so noch nicht.
    Man sieht in der Realität bestimmen sowohl besondere Persönlichkeiten als auch die Volksmassen den Gang der Geschichte. Dabei sieht es so aus, wie man auch an dem Beispiel erkennt, dass die Volksmassen im Regelfall eine recht sonderbare Neigung haben gerade den Persönlichkeiten zum Erfolg zu verhelfen, die ihnen den wenigsten politischen und wirtschaftlichen Nutzen bringen.

  4. Mit dem Geschichtsbild des Autors bin ich nicht einverstanden. So oder so hätten die Römer Gallien erobert, auch wenn Cäsar gefallen wäre. Caligula wollte Britannien erobern. Weil die Soldaten sich aus Angst weigerten, auf diese unbekannte Insel überzusetzen, ließ er sie Muscheln sammeln, damit sie damit einen Triumphzug veranstalten könnten. Seinem Nachfolger Claudius gelang dann aber die Eroberung Britanniens.
    Dass sich der Sozialismus nicht durchsetzt liegt einfach daran, dass ihn die Menschen nicht mögen. Ich habe alle diesbezüglichen Illusionen aufgegeben. Nach der Auflösung des Warschauer Paktes hätten die nun selbständigen Staaten einen marktwirtschaftlichen Sozialismus oder einen demokratischen Sozialismus oder ähnliches ausprobieren oder umsetzen können. Stattdessen wählten sie Parteien, die alles verramschten, was wertvoll war. Diese Länder waren dann nicht mal mehr in der Lage, ihre Bevölkerung zu ernähren. Es es kamen Ströme von Einwanderern vom Baltikum, Polen, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien usw.. Sie ließen einfach ihre Häuser zurück und nahmen hier auch die niedrigsten Jobs an, und viele verloren dadurch viel mehr als sie gewannen.
    Man schaue nur, wie die DDR mit Einverständnis der Einwohner abgewirtschaftet wurde. Jetzt wählen die Ossis AfD, um wenigstens einen besseren Kapitalismus zu bekommen.
    Als Student hatte ich große Sympathien für den Sozialismus. In der Küche des Studentenheims trank ich eine Flasche Henninger privat. Du trinkst Henninger privat, wurde ich veräppelt. Henninger sozial gibt es noch nicht antwortete ich. Alles lachte. Sozial hat einfach kein gutes Image. Besonders in Amerika.

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