Das unheilige Heilige Land – Leben zwischen Mauern

Faten Mukarker
Bild: Faten Mukarker

Am 26. Januar 2024 fand in Frankfurt am Main eine Veranstaltung mit Faten Mukarker statt.[1] Etwa 120 Teilnehmer verfolgten einen ungewöhnlich langen Vortrag über zweieinhalb Stunden, sehr faktenreich und zugleich mit heftiger emotionaler Wirkung.

Angekündigt war diese als Vortrags- und Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „Das unheilige Heilige Land. Lebensbedingungen in Palästina“. Fragen und Diskussion fielen allerdings der fortgeschrittenen Zeit zum Opfer, was im Nachhinein von einzelnen Teilnehmern bedauert wurde. Man muss sich allerdings fragen, ob eine Diskussion mit Fragen und Antworten bei dem hierzulande üblichen Veranstaltungsformat überhaupt sinnvoll ist, wenn die emotionale Wucht des Vortrags erst einmal wirken muss. Natürlich hätte es viele Detailfragen gegeben, die man hätte stellen können. Individuell zu beantworten ist aber die Grundsatzfrage, die Faten Mukarker so nicht gestellt hat, die sich aber als Fazit aufdrängt: Wie viel Empathie haben wir angesichts der bedrückenden Lebenssituation der Palästinenser und ihrer seit Jahrzehnten entwürdigenden Behandlung durch die israelische Besatzungsmacht?

Was darf in Deutschland (nicht) gesagt werden?

Eingemauerter Ort Belt Jala

Faten Mukarker ist Jahrgang 1956. Sie ist griechisch-orthodoxe Christin. In Deutschland aufgewachsen, kehrte sie als 20-Jährige in ihre Heimat im Westjordanland zurück, um zu heiraten. Sie lebt in Beit Jala. hat zwei Söhne und zwei Töchter sowie 11 Enkelkinder. Beit Jala ist eine palästinensische Stadt mit mehrheitlich christlichen Einwohnern in der Nähe von Jerusalem und Bethlehem, die auch Städtepartnerschaften in Deutschland unterhält. Ihr Wohnort ist seit langen Jahren besonders stark von dem israelischen Mauerbau im Westjordanland und den damit verbundenen massiven Einschränkungen der Arbeits- und Lebensbedingungen betroffen.

Faten Mukarker spricht mit ruhiger, aber fester Stimme. Ihre Tonlage ist sachlich, aber stets mit zwar zurückhaltender, aber gerade dadurch umso packender Emotionalität. Ihr Vortrag beginnt mit dem Krieg im Gazastreifen. „Natürlich ist es schlimm, was die Hamas am 7. Oktober gemacht hat, aber ….

Und dann, nach einer kurzen Pause: „In Deutschland darf man kein Aber mehr sagen.“ Sie zieht einen Vergleich. Stellen Sie sich eine Gerichtsverhandlung vor. Der Angeklagte hat ein Familienmitglied getötet. In der Verhandlung kommt zur Sprache, dass der Angeklagte eine schwierige Kindheit und Jugend hatte: Ständige Gewalt und sexueller Missbrauch in der Familie. Der Richter erkennt schließlich in seinem Urteil leicht mildernde Umstände an.

80.000 Tonnen Bomben wurden bisher auf das wohl am dichtesten besiedelte Gebiet der Welt abgeworfen. Wie soll man die Bilder beschreiben, die man mit wenigen Klicks im Internet oder im Kabelfernsehen über den Sender Al Jazeera über die Zustände in Gaza bekommt? Sie zieht einen Vergleich: In Deutschland gebe es bei vielen Kinofilmen den Hinweis: „Für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet“. Bei den Bildern aus Gaza müsse man schreiben: „Für Menschen nicht geeignet“.

Faten Mukarker versucht, die Situation der Menschen im Gaza-Streifen mit einfachen Aussagen vorstellbar zu machen. Am 7.10. war im Gaza-Streifen noch Sommer, jetzt jedoch ist es Winter. Auch in nicht zerstörten Steinhäusern gibt es keine Heizung. Bestenfalls kann man eine Feuerstelle zum Aufwärmen schaffen, ohne Holz, sondern mit zufällig vorhandenen Kunststoffen, die beim Verbrennen Giftstoffe freisetzen. Die Brutalität des Gaza-Krieges hat auch Konsequenzen für das Leben im Westjordanland. Sie verweist darauf, dass der extremste Minister im israelischen Kabinett zuständig für die innere Sicherheit ist. Nach dem 7.10. verteilte Itamar Ben-Gvir an israelische Siedler im Westjordanland Maschinengewehre.

Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte

Torbogen mit symbolischen Hausschlüssel

Faten Mukarker geht auf die Geschichte Israels ein. Diese beginne mit dem Österreicher Theodor Herzl, der am Ende des 19. Jahrhunderts angesichts zahlreicher Progrome gegen Juden in vielen Ländern Europas die Idee eines säkularen jüdischen Staates entwickelt habe. Das damalige Palästina stand dabei nicht an erster Stelle, vielmehr Argentinien. Doch diese Idee zündete über Jahrzehnte hinweg nicht so richtig. Es gab zwar bereits vor mehr als 100 Jahren Immigration von Juden nach Palästina, was aber seinerzeit das friedliche und gut-nachbarliche Zusammenleben nicht infrage stellte. Juden und Palästinenser sind schließlich beide Semiten, so ihr Hinweis. Erst als ein „zweiter Österreicher“ von 1933 bis 1945 seine Politik durchsetzte, rückte Palästina in den Fokus. Nach dem zweiten Weltkrieg versuchten zionistische Kräfte mit terroristischen Methoden, die Briten zu verbreiten, die als Mandatsträger seit 1920 im Land waren. Faten Mukarker nennt dazu den Terroranschlag unter Führung des späteren israelischen Ministerpräsidenten Begin. Dieser ließ in großen Milchkannen versteckt den Sprengstoff in das Jerusalemer Hotel King David schmuggeln. Die damit erfolgte Sprengung führte zu weit über 100 Toten mit unschuldigen Gästen und Mitarbeitern des Hotels.

Sie nennt weitere Beispiele von Terroraktionen und Progromen gegen die Palästinenser nach dem UN-Teilungsplan von 1947. Die „Vertreibung“ der Palästinenser, die von diesen bis heute als Nakba bezeichnet wird, sei eine eher harmlose Umschreibung. Vielmehr wurden die Menschen durch Progrome und Terrorakte eingeschüchtert, so dass sie um ihr Leben fürchten mussten. Sie verließen ihre Häuser mit ihren wichtigsten Habseligkeiten und schlossen die Haustür hinter sich ab. Sie zeigt ein Foto mit einem großen Torbogen in Form eines überdimensionalen Schlüssellochs, auf dem ein mehrere Meter langer Schlüssel über der Straße entlang der Sperrmauer liegt. Eigentlich, so meint sie, wäre das der größte Schlüssel der Welt und würde ins Guinness-Buch der Rekorde gehören. Das sei aber nicht der Fall, da wohl zu politisch.

Die Menschen, die damals ihre Heimat verließen, hatten immer die Hoffnung, früher oder später zurückkehren zu können. Doch insgesamt 538 Dörfer wurden von den Israelis dem Erdboden gleichgemacht, den ehemaligen Bewohnern blieben nur die Schlüssel zu ihren Häusern. Faten Mukarker nennt 59 Flüchtlingslager in Palästina, die im Laufe der Jahrzehnte entstanden sind. Die Hauptursache dafür sind die 538 Dörfer, die von den Israelis dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Der Oslo-Friedensprozess mit dem Handschlag des israelischen Ministerpräsidenten Rabin und Jassir Arafat mit US-Präsident Bill Clinton ging 1993 um die Welt. Als Ergebnis wurden erstmals selbstverwaltete Gebiete für die Palästinenser festgelegt, die etwa drei Prozent der Westbank, aber mehr als 80 Prozent der palästinensischen Bevölkerung umfassen sollten (A-Zone). Ein weiteres Viertel des Gebietes sollte von Palästinensern und Israelis gemeinsam verwaltet werden (B-Zone). Der restliche, flächenmäßig größte Teil sollte vorläufig unter israelischer Kontrolle bleiben (C-Zone). Diese Regelung war ausdrücklich als Interimsabkommen und Vorstufe zu einem eigenen Staat Palästina gedacht. Damit waren große Hoffnungen auf ein schrittweises Ende der israelischen Besatzung verbunden.

Doch es kam anders. Faten Mukarker zeigt Bilder, auf denen gegen Rabin als Verräter („Rabin is a Traitor“) gehetzt wird. Es gab Fotomontagen mit Rabin in SS-Uniform und Palästinensertuch. Sie erinnert sich, wie sie mit ihrer Familie in Beit Jala die Radiomeldung von der Ermordung Rabins hörte. In Panik versuchte sie, Lebensmittel zu besorgen, denn es war zu erwarten, dass die Besatzungsmacht eine mehrtägige Ausgangssperre verhängen würde. Doch dann kam die „erleichternde“ Nachricht: Der Attentäter war „keiner von uns“, sondern ein israelischer Jude.

Leben an der Mauer und mit Checkpoints

Neubaustraße nur für jüdische Siedler

Die israelischen Siedlungen im Westjordanland haben auch zum Bau neuer Straßen geführt, die ausschließlich für die dort lebenden Juden bestimmt sind und schon jetzt stark zur Zerschneidung der palästinensischen Lebensräume beitragen. Eine ganz andere Dimension hat der 2002 begonnene Bau riesiger Mauern als Sperranlagen. Israel selbst bezeichnet sie als Sicherheitszaun. Sie dienen aber weniger der Sicherung des „eigenen“ Territoriums vor angeblich zu befürchtenden Terrorakten als vielmehr der Zerschneidung palästinensischer Wohn- und Lebensräume, die das Passieren von mittlerweile weit über 100 Checkpoints innerhalb der Westbank erforderlich macht. Dies betrifft auch Faten Mukarker, deren Wohnort Beit Jala an Bethlehem grenzt, wenige Kilometer südlich von Jerusalem.

Im Juli 2004 gab der Internationale Gerichtshof (IGH) ein Gutachten zum Bau der Mauer in Palästina ab. In diesem Gutachten hat der IGH zwar eine Mauer direkt an der Grenze zwischen Israel und der Westbank als legitim bezeichnet, nicht aber eine Mauer innerhalb der palästinensischen Gebiete selbst. Dieser Anteil liegt jedoch weit über 80% und wird im Gutachten als illegal bezeichnet, d.h. diese Mauern müssten wieder abgerissen werden. Diese Nachricht wurde in Faten Mukarkers Wohnort mit Freude aufgenommen und man war gespannt, wie Israel darauf reagieren würde. Doch schon am nächsten Tag machte sich Ernüchterung breit. In der israelischen Tagespresse wurde das Gutachten mit keinem Wort erwähnt.

Zerschneidung von Wohnsiedlung durch Mauerbau

Die Siedlerstruktur in der Westbank hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Durch ihren Sohn, der in den USA lebt, wurde sie auf die Motive von Juden aus den USA aufmerksam, nach Israel auszuwandern und illegale Siedlungen im Westjordanland zu errichten. Es handelt sich durchweg um religiöse Fanatiker, die Faten Mukarker als „extremer als rechtsextrem“ bezeichnet. Diese Leute kommen und vertreiben gewaltsam die Einheimischen, deren Landtitel einfach ignoriert werden. Die jüdischen Siedler berufen sich auf „ihre Besitzurkunde“: das Alte Testament der Bibel, das ihnen historische Besitzansprüche einräume.

Es sind kleine Alltagsszenen, in denen die Brutalität der Besatzungsmacht sichtbar wird. Faten Mukarker zeigt eine heimlich fotografierte Straßenkontrolle, bei der ein israelischer Soldat mit schussbereitem Gewehr den Inhalt des Kofferraums präsentiert. Ein anderes Foto zeigt eine Szene an einem Checkpoint. Ein alter Mann ist offenbar aufgrund der Hitze und der langen Wartezeit direkt am Checkpoint zusammengebrochen. Seine Frau, die hinter ihm steht, versucht ihm mit der Hand wieder auf die Beine zu helfen. Der Soldat in der Kabine weist die Frau jedoch zurück. Der alte Mann müsse selbst aufstehen.

Systematische Zerstörung von existenziellen Lebensräumen

Zerstörung des Olivenhains auf Grundstück von Faten Mukarker

Mit der Ausdehnung der Siedlungen und der Sperranlagen geht aber auch die Zerstörung von Häusern mit Bulldozern einher, die dem im Wege stehen. Durch den Bau der Mauer werden auch Olivenhaine zerschnitten, die ein wesentlicher Bestandteil des unmittelbaren Lebensraumes sind. Olivenbäume sind im Westjordanland nicht nur eine wirtschaftliche Grundlage für die Ernährung, sondern auch kulturell tief verwurzelt. Die Olivenernte ist daher auch ein soziales Ereignis.

Faten Mukarker schildert den wohl dramatischsten Tag ihres Lebens. Plötzlich steht ein Bagger auf ihrem Grundstück, um für den Bau der Mauer die uralten Olivenbäume herauszureißen. Sie versucht, mit dem arabischen Baggerführer ins Gespräch zu kommen. Dieser reagierte aber nur hilflos und verzweifelt mit dem Hinweis auf seine neunköpfige Familie, die er zu ernähren habe. Sie muss dann davon um ihr Leben davon rennen, da sie von den israelischen Soldaten mit ihren Schusswaffen bedroht wird.

Der Kampf um das Wasser als permanente Entwürdigung

Denkwürdig war für Faten Mukarker vor Jahren ein Kirchentagsbesuch in Deutschland. An einem Infostand des Jüdischen Nationalfonds lag ein Flyer aus mit dem Titel „Wald der deutschen Länder in Israel“. Und auf der Rückseite die Worte: „Helfen Sie uns, Israel zu begrünen“.[2] Faten Mukarker konnte es sich nicht verkneifen, die Standbesetzung darauf hinzuweisen, dass sie im Westjordanland die Zerstörung von Bäumen und Wäldern durch Israel erlebt habe und immer noch erlebe. Das sei Politik und habe auf dem Kirchentag nichts zu suchen, lautete die sarkastische Antwort.

Illegal errichtete Siedlung durch Landraub

Die Siedlungen entstehen illegal, meist auf Hügeln, die vorher noch bewaldet waren und eine gute Fernsicht bieten. Damit einher geht ein immenser Verbrauch von Wasserressourcen. Während sich die Siedler viel Grün durch Bewässerung leisten können, auch Swimmingpools, erlebt Faten Mukarker täglich die extreme Knappheit von Trinkwasser.

Ein Blick aus ihrer Wohnung auf die Nachbardächer zeigt, dass diese voller Regentonnen sind, denn fließendes Wasser aus der Leitung ist zum Privileg der jüdischen Siedler geworden. Gesundheit und Körperhygiene werden dadurch massiv beeinträchtigt. Wasser gibt es nur aus Regenwasserzisternen oder durch teuren Zukauf aus den israelischen Siedlungen, wo es für die Siedler dagegen billig zu haben ist.

Deutsche Staatsräson: Selektive Wahrnehmung und Diffamierung

Faten Mukarker weist auf den ökumenischen Weltgebetstag christlicher Frauen am 1. März 2024 hin. Jedes Jahr steht ein anderes Land im Mittelpunkt. Palästina war bereits 1994 dieses Land und ist nun seit über einem halben Jahr wieder für 2024 vorgesehen. Entsprechende Materialien mit Partnerinnen aus Palästina waren vorbereitet. Der 7.10. führte ohne Absprache mit den palästinensischen Partnerinnen zu Änderungen im Werbeflyer. Zusätzlich wurden von deutscher Seite eigene „Erläuterungen“ zu Gaza und der Hamas erstellt.[3]

Faten Mukarker wollte aus diesem Grund bereits ihren geplanten Besuch in Deutschland absagen, ließ sich dann aber doch überzeugen, dass ihr Aufenthalt hier richtig sei. Eine in diesem Zusammenhang ausgesprochene Einladung zur Talkshow Anne Will hat sie allerdings nicht angenommen bzw. für die geplante Runde abgesagt.

Am Ende ihres Vortrags zeigt Faten Mukarker ein Foto ihrer jüngsten Enkelin. Die Botschaft, die sie damit verbindet, ist unausgesprochen, aber unmissverständlich: Wie sieht die Zukunft dieses unschuldigen Kindes aus? Welche Lebensperspektiven hat es angesichts der andauernden traumatischen Erlebnisse?

Siedlung mit elektrisch gesichertem Grenzzaun

In der Frankfurter Lokalpresse wird in einem Bericht, der nach der Veranstaltung erscheint, Einseitigkeit von Faten Mukarker behauptet. Dafür werden in dem Bericht des Lokalredakteurs falsche Behauptungen bemüht, wie die, dass der 6-Tage-Krieg 1967 ein Verteidigungskrieg Israels gewesen sei. Wörtlich heißt es dann: „Selbst wenn das, was sie sagt, stimmte: Durch das, was sie verschweigt, macht sie alles, was sie sagt, zu einer israelfeindlichen, antisemitischen Anklage. Und das ist schade. Denn die Bilder, die sie aufruft, sind stark.“[4] Und abschließend der Satz: „Die Besatzung ist ungerecht, die Anliegen der Palästinenser berechtigt. Doch das Verschweigen der Gegenseite macht dieses Recht zur Lüge.“

Wie pauschal der Vorwurf des Antisemitismus nicht nur hier erhoben wird, zeigt eine Aussage von Faten Mukarker, in der sie auf die historische Dimension der Judenfeindschaft von der Antike bis in die Neuzeit eingeht. Sie weist – als christliche Araberin – darauf hin, dass es nur eine historische Epoche gegeben habe, in der Juden unbehelligt leben konnten, nämlich im heutigen Spanien unter arabischer Herrschaft. Mit der christlichen Reconquista auf der iberischen Halbinsel war es mit der Toleranz vorbei.

Solche historisch differenzierten Sichtweisen sind dem Schreiber der Lokalzeitung jedoch fremd. Immerhin ist in den oben zitierten Sätzen ein Funken Empathie zu erkennen, aber mit dem „Verschweigen der Gegenseite“ wird die überwältigende Dominanz der israelfreundlichen Sichtweisen in Deutschland ausgeblendet. Noch funktioniert dies in Deutschland durch die offiziell so deklarierte Staatsräson. Die Frage ist jedoch, wann diese Filterblase platzt, da die israelische Politik durch den Gaza-Krieg mittlerweile in den meisten Ländern der Welt verurteilt wird und sich damit auch die einseitig ausgerichtete deutsche Außenpolitik weltweit isoliert und einen dramatischen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten hat.

Wenn jetzt die seit den Osloer Verträgen vorgesehene Zwei-Staaten-Lösung wieder in die Diskussion gebracht wird, dann muss auch darüber aufgeklärt werden, welche Anstrengungen die israelische Politik seit Jahrzehnten unternimmt, um sie durch Siedlungen und Mauerbau in der Westbank unmöglich zu machen. Ob wir in Deutschland bereit sind, diese Situation offen wahrzunehmen, wird damit auch zur Schlüsselfrage, wie viel Menschlichkeit in diesen unmenschlichen Zeiten bei uns noch vorhanden ist. Einen Weckruf dazu liefert Faten Mukarker.

 

Alle Bilder im Artikel stammen von Faten Mukarker.

Fußnoten

[1]Veranstalter waren die Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V. in Zusammenarbeit mit: Palästinensische Gemeinde in Hessen e.V., Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, PalästinaForum Nahost Frankfurt a.M., IPPNW Region Rhein-Main.

[2]Siehe dazu auch: https://www.jnf-kkl.de/spenden/

[3]Siehe dazu: https://www.weltgebetstag.de

[4]Frankfurter Neue Presse vom 29.1.2024, Seite 8

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48 Kommentare

  1. Es bleibt wieder mir überlassen den ersten Kommentar hier zu schreiben und den auch noch kurz, sonst sinkt die Aufmerksamkeit.

    Ich beobachte hier, das „nette Randthemen“ wie der Satiresong „Wir sind alle gegen Nazis“ eine wirkliche Kommentarflut erzeugt. Themen, wie der in Vergleich zu Palästina „harmlose“ Ukrainekrieg, erzeugt auch sofort Kommentare. Wenn es aber um Leben und Tod geht wie in Palästina, wo ein Genozid stattfindet, dann herrscht Schweigen.

    Warum ist das so? Seit Ihr einfach nur sprachlos, emotional überwältigt, überfordert, oder doch irgendwie empathielos? Soviel Leid ertragt ihr nicht? Das verstehe ich. Es geht aber darum Menschenleben zu retten. Dafür können alle hier einen bescheidenen Betrag leisten. Ihr könnt z.B. in Euren Organisationen das Palästinathema offensiver ansprechen!

    1. … der in Vergleich zu Palästina „harmlose“ Ukrainekrieg …

      Damit hat sich der eventuell vorhandene Wille, sich mit Ihren Beiträgen zu beschäftigen, erübrigt.

      (Auch dann noch, wenn ich Ihnen zugestehe, dass Sie in Sachen Palästina persönlich involviert sind.)

      1. umbhaki

        kann bis 3 zählen ? der Krieg in der Ukraine ist im Vergleich mit dem
        Gemetzel in Gaza [= unbewohnbar]
        ein Lercherlschas [ Wiener Dialekt]

        1. „Krieg in der Ukraine…Gemetzel in Gaza [= unbewohnbar]“

          Ja, eben.

          Die Machtverhältnisse in Gaza sind so unvergleichbar ungleich, dass ich nur noch in depressiver Faszination versinke, wie unverhohlen sich der Wertewesten und besonders Deutschland als gefühlskalt machtverliebter Barbar präsentiert, der am liebsten selber Siedler werden und die „menschlichen Tiere“ (Yoav Gallant) vom versprochenen Land verjagen würde.

          Alttestamentarisch.

          In der Ukraine findet vergleichsweise ein zivilisierter Wettstreit statt, über den ein empathischer Streit möglich ist: galizische Nazis im Dienste ihrer expansiven Unterstützer wieder mal gegen Russland.
          https://mbasta1.substack.com/p/galician-nationalism-ukraines-disaster

    2. Vielleicht interpretierst du es falsch. Denn bei mir ist es eher ein betroffenes Schweigen, eine Sprachlosigkeit, die entsteht, weil man diese Ungerechtigkeit und das Leid und die Tatenlosigkeit unserer Regierung einfach nicht mehr aushalten kann…dafür gibt es keine Worte mehr, sondern nur den „Schrei“.

    3. Das stimmt leider nicht. Es gibt sehr wohl, auch unter anderer Überschrift, Kritik am Wohlwollen gegenüber Israel. Aber man darf eins nicht vergessen, und das hat der Habeck mit einem hochgelobten Vortrag zu verstehen gegeben, jeder, der Israel kritisiert, läuft Gefahr, als Antisemit abgestempelt und verfolgt zu werden. Die Leute haben Angst.

  2. Danke Herr Peil, für eine andere Sichtweise fernab jeglicher Propaganda.
    Der Inhalt bezeugt zu dem, wie verlogen die Politik ist und wie verkommen ihre ‚Werte’sind. Das mit den ‚Werten‘ ist eben auch so eine Situation, weil diese im WIR verlautbart werden, aber niemals definiert sind. Dadurch erhält das WIR das beschämende Diktat und ist letztendlich eine Narrativ Diktatur.
    Sollte eigentlich jedem Bewusstsein, aber der propagierte gelebte Individualismus hat zu fast 100% Einzug erhalten. Man versteckt sich gerne hinter einer Partei, um diese dann als Individuum im ismus zu beschimpfen.
    Der Westen inklusive Israel gibt sich so viel Mühe ihre Lügen sogar offen nach aussen zu tragen, aber die individualisierten Subjekte haben Angst ihre Individualität zu verlieren.

  3. Ich habe die Veranstaltung leider nicht besuchen können. Dieser Artikel lässt aber darauf schliessen, dass der Vortrag sachlich und nicht propagandistisch vereinfachend oder gar agitatorisch war; aber eben aus der Sicht einer arabischen Bewohnerin des Westjordanlandes. Aber selbst das reicht schon aus, um auch diesem den Stempel „antisemitisch“ aufzudrücken, weil die israelische Seite nicht vorkommt? Rhethorische Frage: Gilt das auch umgekehrt? Muß bei allen Darstellungen über Israel auch die Sicht Palästinas einfliessen? Nein, die Diskussion über Israel und dessen Politik ist scheinheilig, sie missachtet die Werte (in Bezug auf Palästinänser), die sie in Bezug auf Israel (und den Juden) zu verteidigen vorgibt. Wir müssen lernen, dem Leiden beider Seiten zuzuhören – und daraus Konsequenzen zu ziehen. Im Moment heisst das für mich, eine Zwei-Staaten-Lösung einzufordern und auch gegen den Widerstand der israelischen Rechten durchzusetzen. Für mich ist auch klar, dass die israelischen Rechten das sind, was Rechten hierzulande auch sind: menschenverachtende Schlächter.

    1. Zwei-Staaten – Lösung =

      ein Staat [ Israel] und ein Flickenteppich an Land und ein
      Streifen Wüste .

      Das schlagen Sie im Ernst vor ?
      So wie die Wessies ?

      1. Nein, das tue ich nicht. Und ich weiß auch nicht, wie Sie zu so einer Annahme kommen. Ein palästinänsischer Rumpfstaat, ein Flickenteppich von Inselchen in einem israelischen Meer hat keinen Sinn. Es sollte schon ein pal. Staat sein, dessen Grenzen sich an denen von 1967 orientieren. Denke ich.

    1. Hoffentlich.
      Eine interessante Diskussion mit Iris Hefez und Nadia Samour (palästinensisch-deutsche Rechtsanwältin) https://juedische-stimme.de/“nie-wieder”-gilt-auch-für-jetzt!
      Besonders ab Minute 59, wenn Iris Hefez einige entlarvende Sätze über das deutsche Verhältnis zu Juden und Israel sagt.
      Und bei der Veranstaltung kam es zu einem Polizeieinsatz, bei dem die Anzahl der Anwesenden ermittelt werden sollte. Also wieder Einschüchterung!

      1. Danke das Sie dies sagen!
        Wir sollten öffentlich lauter werden, weniger abstrakte theoretische Diskussionen führen, dafür aber mehr praktische Palästina- Solidarität organisieren!

    2. „Der Bundesregierung steht eine Anzeige vor dem IGH wg. Beihilfe zum Genozid ins Haus.“

      Darauf hatte ich gehofft!

      Übrigens, falls sich jemand Illusionen über das Verhältnis USA-Israel und eine evtl. beabsichtigte Einflußnahme zugunsten palästinensischer Zivilisten macht:

      https://www.politico.com/newsletters/national-security-daily/2024/02/13/us-wont-punish-israel-for-rafah-op-that-doesnt-protect-civilians-00141013

      DIE bekommen hoffentlich auch eine Anklage.

  4. Och ja, man darf in Deutschland nicht mehr „Aber“ sagen. Nun hätte sie ihren Sermon sogar bei Anne Will vortragen dürfen. Sie will aber nicht. Lächerlich.

    Dann lesen wir bei Wikipedia über ihren Heimatort:

    „In den Blickpunkt des internationalen Interesses rückte Bait Dschala während der zweiten Intifada, als militante Palästinenser ab Herbst 2000 von Bait Dschala wiederholt zivile Ziele in der nahegelegenen jüdischen Siedlung Gilo in Ostjerusalem beschossen. Israel antwortete darauf mit Luftangriffen[7] und dem Bau einer Betonmauer um Gilo. Im August 2010 wurde die Mauer von der israelischen Armee wieder abgebaut.“

    Ah ja, das verschweigt sie natürlich. Der Klassiker: Terror der Palästinenser und die (angemessene) Reaktion wird dann zur Diffamierung und Dämonisierung Israels verwendet. Derart primitive Lügen sind der Kern des Konflikts. Leute wie Faten Mukarker sind keine Friedensaktivisten, sondern diejenigen, die den Konflikt anfeuern und den Frieden verhindern.

    Och ja, bei der Zweiten Intifada hatten die Israelis 1200 Opfer, die natürlich unerwähnt bleiben. Interessiert kein Schwein. Aber wenn sie von ihren Olivenbäumen erzählt, dann kann man im Auditorium eine Stecknadel fallen hören.

    Wie lange will man sich von solchen Leuten noch verarschen lassen?

    1. Ich bin gerührt, wie Sie mit Dummheit und sicherem Abstand einem Menschen totschreiben, dem Sie nicht im Ansatz das Wasser reichen können. Dazu mussten Sie die Tastatur liegen lassen. Wie wäre es mit einem Urlaub in Gaza. Sagen wir einmal für zwei Wochen? Wie wäre es mit dem Süden? Einige bis viele würden dafür eine Spendenaktion einrichten. Dann würde sich vieles von alleine erledigen.

      1. Och heute bin ich ja gut weggekommen, heute bin ich bloß dumm. Wobei ich anmerken darf, dass ich im Gegensatz zu Wetzel den Akkusativ beherrsche.
        Wenn ihr einmal, statt mich in eine Schublade zu tun, auf meine Argumente antworten würdet.

        Ein einziges Mal würde genügen.

        1. Welche Argumente bringen Sie vor?
          Sie verbreiten hier nur Haß und Fakenews .
          Es gibt in Berlin sehr gute jüdische Psychloginnen, die ihnen vielleicht helfen können, sogar auf Kassenrezept!

      1. Och ja, auf palästinensischem Boden. Schauen wir uns das an:

        „Auf Drängen von arabischen Notablen Jerusalems änderte Abdullah schon am 17. Mai seine Meinung und befahl den Angriff auf den jüdischen Teil der Stadt. Der Legion gelang es, in Häuserkämpfen das belagerte Jüdische Viertel der Jerusalemer Altstadt zu erobern. Die Legion erlaubte nach Kapitulationsverhandlungen den Abzug der jüdischen Zivilbevölkerung und nahm die verbliebenen Verteidiger gefangen. Das Viertel wurde im Anschluss vollständig zerstört inklusive jüdischer Sakralbauten, unter anderem der Hurva-Synagoge. “

        Steht hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4stinakrieg#Jordanische_Offensive

        Was haben wir? Eine Totalvertreibung der jüdischen Bevölkerung und Zerstörung ihrer Sakralbauten. Worauf Israel bei der Nakba verzichtet hat. Ist aber unbekannt, denn jammern dürfen nur die Palästinenser. Auch noch 75 Jahre danach.

        Wenn die ehemaligen Bewohner nun zurückkehren, dann ist das illegal? Hervorragendes Beispiel für eure völlig außer Rand und Band geratenen Sichtweeise.
        ?

          1. Ich würde mich nicht unbedingt auf wikipedia einschiessen, sondern das Augenmerk darauf richten, wie einzelne Aktionen aus dem Gesamtvorgang isoliert für ihn alleinbestimmend hingestellt werden.
            Auf geschickte Weise macht man so aus Tätern Opfer.

        1. Artur, Sie koennen die israelischen Untaten von mir aus mit Ariel weisswaschen bis zum geht nicht mehr, Blut laesst sich nicht einfach abwaschen!
          Ich fange jetzt nicht mit Ihnen eine Diskussion an, wie lange die Osmanen „das Heilige Land“
          bevoelkerten und nach dem Zusammenbruch die Briten darueber herrschten und schon
          gar nicht gehe ich zurueck zu David und sein Gross-Israel und erst recht nicht werfe ich Ihnen zuliebe ein Blick in die Bibel oder Tora.
          Beit Jala liegt in der Zone A und C und was das heisst (siehe Osloer Vertraege) das wissen Sie ganz genau, und Sie wissen auch, dass die Mauer auf palaestinensischem Boden gebaut wurde und
          eben nicht auf dem seit 1948 „israelischem Boden“. Und welche israelischen Siedlungen seit 1967 auf palaestinensischem Boden illegal gebaut wurden, das wissen Sie auch und dass die Palaestinenser nicht mehr oder nur eingeschraenkt ihre Felder bestellen koennen, das wissen Sie auch, also tun Sie nicht so als waere das alles gestern erst passiert.
          Sie sind Netanjahus geistiger Bruder, fuer den reicht das israelische Reich vom Jordan bis zum Mittelmeer, alle arabischen Bewohner, die seit Jahrhunderten in Palaestina wohnten und noch wohnen muessen freiwillig gehen oder sie werden vertrieben, aktuell auch dezimiert.
          Das ist das Ziel der Zionisten!

    2. an König Artur _C
      und seine Stecknadel, sein Zepter:wer wikipedia als seriöse Quelle nimmt, der hat
      wohl seinen Verstand an der Garderobe abgegeben.

  5. „ Ah ja, das verschweigt sie natürlich. Der Klassiker: Terror der Palästinenser und die (angemessene) Reaktion wird dann zur Diffamierung und Dämonisierung Israels verwendet. Derart primitive Lügen sind der Kern des Konflikts. Leute wie Faten Mukarker sind keine Friedensaktivisten, sondern diejenigen, die den Konflikt anfeuern und den Frieden verhindern.“

    Sätze wie diese sind doch völlig empathielos und empörend? Das ist doch völlig verrückt und unlogisch, was da gesagt wird! Hier werden Opfer zu Tätern gemacht. Sowas gibt es nur in Deutschland

    Warum widersprechen hier so wenige?

    1. Danke für diesen Hilferuf, den ich sehr gut nachvollziehen kann. Die meisten Staatsverbrechen in Deutschland (auch mit Blick auf Diktaturen und „befreundete“ Staaten) werden nicht gegen die Bevölkerung durchgesetzt, sondern mit ihrem Schweigen und Zutun. Wenn hier Hunderttausende gegen rechts auf die Straße gehen und gleichzeitig zu einer Regierung in Israel schweigen, in deren Regierungsriege sich Mitglieder stolz als Faschisten bezeichnen, dann hat Orwell gesiegt. Es gibt einen „Höcke“ nicht nur in Sachsen.

      1. Im Gegenteil, Wolf, wenn Kritiker des israelischen Massenmords zu den Demos gegen rechts gehen, werden sie angefeindet, wie auch Iris Hefez auf dieser Veranstaltung anmerkt, besonders wenn es sich um Palästinenser handelt. Tatsächlich haben antideutsche Typen und eben der größte Teil der Bevölkerung keine wirkliche Verarbeitung der Shoah und überhaupt der ganzen verbrecherischen Politik der Nazis geleistet bis in die familiären Verästelungen hinein, sondern sie haben lediglich das Feindbild ausgetauscht, z.T. aber auch beibehalten wie gegen Russen/Kommunisten; sie haben den eigenen Antisemitismus projiziert auf ‚die Muslime‘ und in einer Reaktionsbildung sich ein philosemitisches Mäntelchen umgehängt und glauben jetzt aller Welt erklären zu dürfen, was gut und Recht ist und dass sich die Opfer der früheren Opfer gefälligst nicht so haben sollen, wenn sie Jahrzehnte lang terrorisiert und nunmehr massenhaft abgeschlachtet und dem Verhungern preisgegeben werden. Denn darüber Klagen ist nur der Weinerlichkeit „der Palis“ geschuldet, die einfach nicht anerkennen wollen, dass Juden den göttlichen Eintrag ins Grundbuch auf Palästina haben und dass man dafür eben zu weichen oder zu verrecken hat.

        1. Ergänzung: Und nicht zu vergessen: es bedeutet auch eine erhebliche Entlastung von eigenen unbewussten Schuldgefühlen, wenn die früheren Opfer sich durchaus vergleichbar verhalten, wie es den eigenen Vorfahren zur Last vollkommen zu Recht gelegt wird. einerseits und andererseits: Und so wie man es damals nicht zur Kenntnis nehmen wollte, so will man heute nicht wahrhaben, dass das uns in zahllosen Dokus angediente Identifikationsobjekt Jude/Israel eben nicht der grundsätzlich reine Träger unseres projizierten Ideals des guten und klugen Menschen ist.

          1. Besonders erschreckend ist, die deutsche Restlinke ist völlig verstummt. Sie interessieren sich nicht für die Palästina-Frage, sind nur mit sich selbst beschäftigt. Das betrifft die alte Linkspartei genauso wie das BSW. Konkrete Hilfe Fehlanzeige. Auch auf die VVN ist kein Verlass mehr, ist örtlich sehr verschieden.
            Nur ein paar kleine trotzkistische Gruppen unterstützen uns konkret und sehr aufopferungsvoll. Mir ist der Trotzki völlig egal, aber wenn ich diese Freunde wählen könnte, würde ich es tun. Der Wagenknecht scheinen unsere Wenigen Stimmen völlig egal zu sein. Von ihrer Truppe lies sich noch niemand blicken.
            Wie sagen die Christen, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen

        2. Regelmäßig versucht die Palästina-Soli auf den Demos gegen recht in Palästina-Blocks mitzumarchieren. Dabei werden sie von gewöhnlichen Deutschen, SPD-Mitglidern, alten weißen Männern, angefeindet, beleidigt und mit Gewalt attackiert.
          So geschehen einer jungen Jüdin in Berlin. Ein alter deutscher Mann spukte ihr dreimal ins Gesicht, weil sie auf den Zusammenhang zwischen Zionismus und Faschismus hinwies. In einer deutschen Provinz-Stadt verboten die Omas gegen Rechts palästinensische Fahnen. Das es verrückte Antideutsche gibt wissen wir. Hier artikuliert sich aber die Mitte der deutschen Gesellschaft gegen uns. Ein neuer deutscher Antisemitismus und Rassismus wird sichtbar. Wir bitten um Hilfe. Jeder kann etwas tun. Die Journalisten hier könnten häufiger über solche Vorfälle berichten. Ihr könnt „menschliche Schutzschilde“ um unsere Soliblocks bilden, um uns vor den neuen deutschen Mob zu schützen.

          1. Sehen Sie, der Zionismus und der Faschismus sind zur gleichen Zeit und im gleichen Geiste entstanden. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Kinder und Enkel der Nazis so einfach hinter eine Regierung stellen können, deren einige Mitglieder sich vor der Weltöffentlichkeit als faschistisch bezeichnen. Und sie kein Problem damit haben, wenn diese die Palästinenser als Tiere bezeichnen. Und vom Einsatz der Atombombe schwadronieren.

            Und sie haben auch keine Schwierigkeiten damit, ein Land mit Waffen zu unterstützen, das seine Gegner als „slawische Untermenschen (Moskals) bezeichnet. In den Fußstapfen von A. H. wollen sie sogar Waffen liefern, die Moskau erreichen.

            Der Nazismus ist leider nicht tot sondern verkleidet sich nur.

      2. Das sehe ich bis auf die pauschale Totalabwertung sämtlicher Demo-Teilnehmer „gegen rechts“ auch so.

        Warum – um nur die beiden momentan tödlichsten Schießereien anzusprechen – kann man nicht gleichzeitig
        – die genozidalen Absichten und Handlungen der Hamas (und ihres iranischen Sponsors) sowie die genozidalen Handlungen der Netanjahu-Regierung
        und
        – die imperial-kriegerischen Absichten und Handlungen Russlands und der USA, der NATO und der Führungsstaaten der EU
        verdeutlichen, auf ihre Ursachen hin analysieren und verurteilen?

        Woher kommt der weit verbreitete Wunsch – inzwischen auch in intellektuellen Kreisen verschiedenster politisch-weltanschaulicher Richtung – „das Böse“ ausschließlich einer Konfliktpartei zuzuschreiben? Von unmittelbar betroffenen Menschen, deren Leben im Krieg oder im Vorkrieg bedroht ist, kann ich das verstehen, aber von Menschen, deren Leben durch staatliche Gewalt (noch) nicht unmittelbar gefährdet ist, die im Gegenteil dazu sicher und ohne Todesangst leben, ist solche einseitige Parteinahme, vorsichtig formuliert, befremdlich.

        Ob Faten Mukarker trotz einiger Anzeichen dafür diese einseitigen Zuschreibung vermeiden kann, scheint laut Artikel so zu sein, aber angesichts der jahrhundertelangen Horrortaten der christlichen Kirchen und ihrer Mitglieder, zu denen sich Faten Mukarker zählt, habe ich zumindest Bedenken.

        Die Recherche dazu ist unbefriedigend.
        https://www.stiftcappel-berufskolleg.de/dt_gallery/eine-palaestinensische-christin-berichtet-faten-mukarker-zu-besuch-im-stift-cappel-berufskolleg/
        https://bistummainz.de/pfarrgruppe/bingen/Aktuell/veranstaltung/Faten-Mukarker-zu-Besuch-in-der-Basilika/?instancedate=1706812200000
        https://www.evangelische-zeitung.de/reise-nach-palaestina-als-vorbereitung-auf-den-weltgebetstag
        https://www.nahostfrieden.ch/pdf/Flyer_Event_Nidelbad_Faten_Mukarker.pdf

        1. Warum ziehen Sie die Glaubwürdigkeit von Faten Mukarker in Zweifel nur weil sie Christin ist? Das finde ich ein wenig schäbig!
          Was hat ihr Christentum mit den israelischen Massakern zu tun? Sind Opfer an ihren Schicksal selbst schuld, nur weil sie einer Religion angehören die Sie ablehnen?
          Wo bleibt da die Logik?
          Sehen Sie, wir Araber/Palästinenser:innen haben keine Schwierigkeiten mit kritischen Jüd:innen zusammen zu arbeiten, nur weil sie Juden sind.
          Merken Sie nicht, viele Jüd:innen lehnen die Massaker der rechtsradikalen israelischen Regierung ab

          https://juedische-stimme.de/

        2. 1200 Tote belegen genozidale Absichten der H. [= palästinen -sische Verwaltungsbehörde] ? ? ?
          ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ?
          offenbar muss auch arche zum
          Augenarzt oder braucht er/sie ne Rechenmaschine.

          1. Für jeden getöteten Israeli, von denen ca 30% durch friendly Fire starben, hat Israel mittlerweile 30 Palästinenser ermordet. Mehr als die Hälfte davon waren Frauen und Kinder

          2. Sie unterschieben mir als einzigen Hinweis auf genozidale Absichten der Hamas das Massaker an Israelis am 7. Okt. 2023. Nichts dergleichen habe ich geschrieben. Die genozidalen Absichten der Hamas und der Hisbollah gegenüber Israelis sowie der iranischen Regierung, die beide unterstützt, sind auch ohne den 7. Oktober hinlänglich bekannt, weil von ihnen ständig öffentlich verkündet.
            Der Hinweis von Hussan unter Ihrem Beitrag ist richtig. Die israelische Regierung verfolgt schon lange die Strategie, für jeden von Hamas oder Hisbollah ermordeten Israeli mindestens die zehnfache Menge (aktuell noch viel mehr) an Palästinensern zu ermorden.
            Die Frage ist aber, woran das liegt. Könnte es sein, dass das wesentlich an den Macht- und Kräfteverhältnissen liegt? Sehen Sie den gewaltigen Unterschied und gemäß Feuerkraft eben auch gewalttätigen Unterschied nicht, der dadurch entsteht, dass die Hamas vom Iran und Israel von den USA mit Waffen beliefert wird?
            Ich sehe das so.

            Staaten stellen sich selbst die Lizenz zum Morden aus. Politische Bewegungen wie die Hamas, die einen Staat gründen wollen, sehen sich ebenso zum Morden legitimiert.

            Wer die ökonomische und militärische Macht der Gegner in mörderischen Kriegen nicht analysieren will, der muss sich auf die Suche nach dem besonderen Bösen begeben, weil er sonst z.B. keine Erklärung für den genozidalen Massenmord der israelischen Armee an Palästinensern finden kann.

  6. Man braucht das heutige Israel gar nicht mehr dämonisieren, denn das erledigt die israelische Regierung schon selber: die empathielose Verbreitung von Grausamkeiten gegen Hilflose auf der Flucht gehört zur Staatsraison in Israel und auch in Deutschland.

  7. Dieser Titel „Das unheilige Heilige Land …“ passt hervorragend zu den innerkirchlichen Debatten um den Weltgebetstag am 1. März.

    „(…) Die Liturgie für den weltweiten Gottesdienst, der traditionell am ersten Freitag im März gefeiert wird, kommt dieses Jahr ausgerechnet aus Palästina. Dass dem so ist, hat nichts mit den jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten zu tun, sondern geht auf eine Entscheidung des internationalen Weltgebetstags-Komitees vor sieben Jahren zurück. Auch wurde die Gottesdienstordnung von den palästinensischen Christinnen bereits 2021 geschrieben und dann in die jeweiligen Landessprachen übersetzt. Auf Deutsch wurde sie Anfang 2023 veröffentlicht. Und weil man sich bewusst war, dass ein Gottesdienst für Palästina in Deutschland kein Selbstläufer sein würde, hatten die in Deutschland für den Weltgebetstag Verantwortlichen die Gottesdienstordnung auch gleich verschiedenen Stellen in den Kirchen zur Begutachtung vorgelegt, Antisemitismusbeauftragten, Verantwortlichen für das jüdisch-christliche Gespräch und auf evangelischer Seite auch der Evangelischen Mittelostkommission. Keiner legte ein Veto ein.

    Doch dann kam der 7. Oktober, und auf einmal wurden die Dinge ganz anders interpretiert. (…)“

    https://zeitzeichen.net/node/10973

    1. Interessanter Artikel, der ein Licht auf kirchliche Diskussionen wirft und einen letztlich doch fast verzweifelt zurück lässt darüber, dass die Art des Umgangs mit Palästinensern, mit ihren Unterdrückungserfahrungen und dem nunmehr gnadenlos an ihnen vollzogenen Völkermord wirklich überall in Deutschland so grauenhaft unsensibel und abwertend ist, selbst in der Kirche.

  8. Hallo zusammen
    Mein Name ist Sven
    Ich sag es mal so , ewig dieser Glaube
    Es geht nicht einmal NEUTRAL
    Mir ist es gleich , welcher Moslem, Christ, Orthodoxe, Hindu neben mir steht .
    Für mich zählt die Seele der in dem Menschenhülle wohnt .
    Es muss doch möglich sein , miteinander was zu schaffen, was großes zu Bauen , ohne jedesmal den Glauben raushängen zu lassen 🤔
    NEUTRAL LIEBE BRÜDER U SCHWESTERN
    IN LIEBE SVEN ❤️

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