
Schon der Krimkrieg wurde durch technische Beschleunigung, mediale Machtkonzentration und antirussische Stimmungsmache entfesselt. Heute droht Europa, denselben verhängnisvollen Mechanismen zu erliegen – diesmal unter nuklearen Vorzeichen.
Napoleon Bonaparte (1769-1821) war zweifellos ein hoch intelligenter und staatsorganisatorisch fähiger Mann. Doch sein chronischer Militarismus und seine autokratische Herrschaft stellten einen historischen Störfall dar, einen Verrat an den Errungenschaften der Französischen Revolution und eine Abkehr vom freiheitlich-demokratischen Vorbild der jungen USA. Der beeindruckende Erfolg des amerikanischen Modells führte Europa zur Zeit Napoleons eine historische Gesetzmäßigkeit vor Augen: Viel effizienter als durch militärische Eroberung breiten sich Gesellschaftskonzepte auf dem friedlichen Weg der Vorbildkopie aus. Schon zwei Jahrtausende vor den USA hatte das Reich der Römer bewiesen, dass Stabilität an den Grenzen zwar ein einsatzfähiges Militär erfordert, die Ausbreitung fortschrittlicher Lebensart, Kultur und Schriftsprache aber infolge ihrer Attraktivität vor allem auf freiwilliger Basis stattfindet.
Der Störfall Napoleon umfasste auch den wirklichkeitsfremden Versuch, seine Verwandtschaft in gewonnenen Gebieten erbdynastisch zu etablieren. Der dauerhafteste Schaden seiner Ära bestand jedoch in der Belastung des Verhältnisses zwischen Russland und dem übrigen Europa. Seiner Russlandinvasion 1812 folgte 1854 ein weiterer Angriff auf das große Land unter seinem Neffen Napoleon III. Dieser griff damals zusammen mit Großbritannien unter Beschädigung der gesamteuropäischen Solidarität in einen Konflikt zwischen dem Osmanischen Reich und Russland auf der Seite der Türken ein.
Die Vorgeschichte der anglo-französischen Einmischung in diesen Krimkrieg (1853-1856) zeigte bereits fast alle manipulativen Eingriffe, die Europa später auch in die beiden Weltkriege geführt haben und gegenwärtig der Gefahr eines dritten aussetzen.
Dabei stellte der hohe Preis des Krimkrieges von rund 1 Mio. Menschenleben eine deutliche Warnung an Europa dar, sich vor Wiederholungen solcher Fehler zu schützen.
Vor allem eine ungenügende demokratische Wachsamkeit der Bürger erwies sich als verhängnisvoll. Diese ermöglichte es Louis Napoleon Bonaparte, einem Neffen Napoleons, mit verfassungswidrigen Mitteln die Macht in der Französischen Republik an sich zu reißen. Louis Napoleon wurde 1848 nicht zuletzt dank seines renommierten Namens demokratisch zum Staatspräsidenten gewählt. Doch vor Ablauf der vierjährigen Amtszeit führte er eine rigorose, jede Opposition niederhaltende Pressezensur ein. Die dadurch ermöglichte Propagandawelle hob Louis Bonaparte in einem Referendum 1852 als Napoleon III auf den Kaiserthron.
Der freie Markt der Meinungen im Schatten der Monopolmacht
Meinungsmanipulation durch die Presse ist so alt wie das Zeitungswesen selbst. Doch in der Mitte des 19. Jahrhunderts gewann sie durch den rasanten Ausbau der elektrischen Telegraphie eine völlig neue, weltpolitische Dynamik. Ab 1851 schufen Überseekabel ein transnationales Informationsnetz. Nachrichten benötigten fortan nicht mehr Wochen oder Tage, sondern nur noch Minuten.
Die Informationsflut in der Folge dieses technologischen Sprunges torpedierte jedoch die Besonnenheit, mit welcher Meldungen auf ihre Glaubwürdigkeit und faire Ausgewogenheit zu prüfen sind. Stattdessen verführte sie dazu, die Sensationslust mit oberflächlichen und emotionalisierenden Artikeln zu bedienen. Die Entwicklung wurde durch eine parallele Machtkonzentration in der Informationsbranche noch verschlimmert. Nur drei große Nachrichtenagenturen bündelten die globalen Informationsflüsse und schlossen sich obendrein zu einem Kartell zusammen – Havas in Frankreich, Reuters in Großbritannien und das Wolffsche Bureau in Preußen. Nur sehr auflagenstarke Zeitungen konnten die Kosten für eigene Auslandskorrespondenten aufbringen, die anderen waren von den unzureichend geprüften Blitzmeldungen der Monopolisten abhängig.
Der Krimkrieg (1853-1856) war der erste, bei dem diese Symbiose aus neuer Technologie, zentralisierter Zensur und wirtschaftlichen Interessen ihre volle Zerstörungskraft entfaltete. Die manipulierte französische Berichterstattung unter der bonapartistischen Zensur hatte in einem brisanten Thema eine Parallele in Großbritannien: In beiden Ländern kultivierte die Presse eine antirussische Haltung. Hinter der imperialen Rivalität standen in Frankreich der Kaiser und seine Behörden, in Großbritannien Teile des Geld- und Erbadels, die u.a. über ihre Eigentümerschaft an Zeitungen wie The Times diesen polarisierenden Einfluss ausübte. (https://victoriancommons.wordpress.com/2012/11/29/politicians-and-the-press-the-case-of-john-walter-member-of-parliament-and-owner-of-the-times/#:~:text)
1853 befanden sich Russland und das Osmanische Reich in einem Regionalkrieg im damals osmanisch beherrschten Rumänien. Als die russische Flotte die osmanische bei Sinope im November 1853 vernichtete, geriet das militärische Ereignis zu einer hoch emotionalisierten Mediensensation. Die telegraphengestützte Hetze reduzierte komplexe geostrategische Fragen auf reißerische Einzeiler und erzeugte einen öffentlichen Empörungssturm, dem sich die britische Regierung schließlich beugte und zusammen mit Napoleon III gegen Russland in den Krieg zog.
Damit wurde der Krimkrieg zum ersten Krieg, der wesentlich durch die Wechselwirkung von technologischer Beschleunigung, medialer Monopolisierung und politischer Manipulationslust entfesselt wurde – ein historisches Warnsignal für die Gefährdung freier Informationsflüsse in technisch, aber nicht soziologisch modernen Netzwerken. Anstelle des aufgelösten Dreierkartells aus Havas, Reuters und dem Wolffschen Bureau bilden heute vier große Nachrichtenagenturen das Nadelöhr des westlichen Informationssystems, Havas, Reuters, American Press und DPA.
Die Entwicklungsblockade des freiheitlichen Gesellschaftsmodells
Die mediale Kartellbildung des 19. Jahrhunderts war nur der Vorbote eines weit umfassenderen systemischen Einbruchs. Was als Oligopolisierung der Presse begann, präsentiert sich heute in einer komplexen Geldherrschaft, die u. a. den Finanzsektor, den militärisch-industriellen Komplex und transnationale Konzernoligopole durchdringt. Diese rückschrittliche Entwicklung führt immer weiter weg von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, wie sie bei Gründung der USA entstanden war. Hier offenbart sich eine destabilisierende historische Verwerfung: Die freiheitliche Ordnung und die faire Marktwirtschaft waren die Katalysatoren für den Aufstieg von Wissenschaft und Technologie. Doch während die technische Evolution in den letzten 250 Jahren bewundernswerte Ergebnisse hervorgebracht hat, ist eine Weiterentwicklung ihrer Grundlage, nämlich des freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsmodells, durch die ungehemmte Expansion einer faktischen Geldherrschaft abgeblockt und verfälscht worden.
Die verhängnisvolle Falle der Fehlinterpretation
In diesem Ambiente wiederholt sich die Tragödie des Krimkrieges unter neuen Vorzeichen, mit Emmanuel Macron in der Rolle eines Napoleon IV: Seine imperiale Rhetorik, sein säbelrasselnder Militarismus und sein Anspruch auf Führung stehen ebenso wie bei seinen Vorbildern im anachronistischen und gefährlichen Widerspruch zur geostrategischen Wirklichkeit der Epoche – insbesondere den Eigendynamiken nuklearer Abschreckung und Kriegsführung.
Frankreichs Atomstrategie setzt auf eine erhoffte Abschreckungswirkung, indem es im Falle eines gegnerischen Angriffs mit maximaler Vergeltung droht. Prinzipiell reduziert diese Positionierung das Risiko, folgt aber dem trostlosen Motto „der Angreifer stirbt mit uns“. Als einziges Verzögerungselement umfasst die französische Doktrin den „Ultime Avertissement“ – einen einmaligen, taktischen atomaren Warnschlag, der dem Gegner im Extremfall eine allerletzte Chance zum Einlenken vor dem vernichtenden Gegenschlag einräumen soll.
Aktuell steigern die Angriffe auf russisches Gebiet mit Kampfdrohnen britischer Produktion die Wahrscheinlichkeit eines solchen atomaren russischen Warnschlages auf ein Ziel in Großbritannien oder Deutschland. (https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/atomschlag-gegen-deutschland) Die eigentliche Gefahr bestünde dann darin, dass westliche Politiker und Medien – gefangen im Netz der eigenen Propaganda – diesen Stopp-Ruf als Auftakt zu einem wiederholt „vorhergesehenen“ russischen Eroberungskrieg missdeuten würden. (https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/eine-ignorierte-gefahr-russlands-erzwungener-identitaetswandel) Damit würde ein propagandistischer Kurzschluss den letzten strategischen Notbremsversuch vereiteln und direkt in den Abgrund der gegenseitigen Vernichtung führen.
Die Vorstellung, Deutschland könnte unter dem französischen Atomschirm (mit französischer Alleinentscheidung) sein Risiko verringern, ist illusionär: Im Falle einer Eskalation würde eine solche Einbindung Deutschland nicht entlasten, sondern es würde einen Puffer und atomaren Auffangschirm für Frankreich bilden.
Noch besteht die Option, der Erkenntnis Martin Luther Kings zu folgen, dass man seine Gegner verstehen (und das törichte Propagandaschlagwort vom „Putin-Versteher“ als solches identifizieren) muss. Diese Option zu ignorieren bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit, dass ein falsch verstandenes Warnsignal den Abtausch von Vernichtungswaffen auslöst.
Vom Reflex zur politischen Reife
Die bereits gefährlich fortgeschrittene Eskalation speist sich aus der medial künstlich vorgespiegelten, verhängnisvollen Illusion, man könne dauerhafte Sicherheit gegen statt mit Russland organisieren. Es ist Zeit, eine indianische Weisheit zu befolgen, die besagt, „steig ab, wenn Du merkst, dass Dein Pferd tot ist.“ Dieses Pferd war schon geschwächt, als sich die US-Truppen 1975 nach 20 Jahren Vietnamkrieg geschlagen aus Saigon zurückzogen und todkrank, als der Afghanistaneinsatz 2021 ebenso endete.
Die überfällige Loslösung vom profitgeleiteten MIC- und NATO-Militarismus wird nicht in wütenden Protesten vollzogen, sondern durch Aufbau von Immunität gegen einseitige mediale Stimmungsmache und durch Öffnung für eine nüchterne Rückschau auf die wiederholt bewiesene Kooperationsbereitschaft der russischen Seite. – Da war die versöhnliche Zulassung der deutschen Wiedervereinigung 1990, die Auflösung des Militärbündnisses Warschauer Pakt, die NATO-Russland-Grundakte von 1997 und 2010 der Vorschlag eines gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok. Wer sich den Blick auf realistische Modelle der Koexistenz durch einseitige Narrative vom russischen Monster vernebeln lässt, reduziert die historischen Überlebenschancen Europas. Um dem Eskalationsstrudel von Napoleon III. bis zur heutigen nuklearen Bedrohung zu entkommen, braucht es die Überwindung der medial erzeugten Paralyse und demokratische Einforderung des Weges der Diplomatie.
Ähnliche Beiträge:
- Eine neue europäische Außenpolitik muss Russland berücksichtigen
- Hauke Ritz: »Der europäische Niedergang ist mit dem Ausschluss Russlands aus Europa verknüpft«
- Wie die Neocons seit den frühen Neunzigern die US-Hegemonie über Frieden stellen
- Wenn die USA und Großbritannien Anstand hätten, würden sie Palästina als UN-Mitgliedsstaat begrüßen
- Der Krieg der Überraschungen in der Ukraine




Und die Zeit läuft definitiv nicht für die EU, ganz sicher nicht! Das Geschrei der NATO und der EU-Freak-Show wird in dem kommenden Winter noch anschwellen wie die Chöre in Händels „Messias“. Kiew benötigt aktuell bereits weitere 30 Milliarden Euro von den europäischen Geldgebern, da Kiew u.a. eine Finanzlücke von 27 Milliarden Dollar im Haushalt des ukrainischen Verteidigungsministeriums entdeckt hat. Hört, hört!
Der Iran blockiert geduldig die Straße von Hormus, das Befahren der Bab al-Mandab-Straße ist mittlerweile mit großer Unsicherheit verbunden, zudem blockiert Russland den ukrainischen Getreideexport. Das treibt die Energie- und Rohstoffpreise in Europa, den USA und Asien in die Höhe, erzeugt Inflation, dämpft das Wachstum und erzwingt höhere Zinsen. Die westlichen Staaten sind bereits immens hoch verschuldet; die US-Anleiherenditen liegen auf dem höchsten Stand seit 2007, die japanischen auf dem höchsten seit Jahrzehnten. Die Schuldendienstkosten steigen dramatisch. Hier offenbart sich deutlich die Achillesferse der westlichen Ökonomien – ein Problem, vor dem Ökonomen wie z.B. Michael Hudson seit geraumer Zeit warnen. China hat aktuell Washingtons Aufruf, sich an der Umsetzung der US-Sanktionen zu beteiligen, um die iranische Wirtschaft komplett zu zerstören, entschieden zurückgewiesen.
In diesen Zusammenhängen wirkt das rituell-dümmliche Repetieren von Anti-russischen bzw. Anti-Putin-Mantras nur noch so was von lächerlich! Putin wird nur mitleidig lächeln, wenn dem Werte-Westen der A*sch auf Grundeis geht.
Und die Zeit läuft definitiv nicht für die EU, ganz sicher nicht! Das Geschrei der NATO und der EU-Freak-Show wird in dem kommenden Winter noch anschwellen wie die Chöre in Händels „Messias“. Kiew benötigt aktuell bereits weitere 30 Milliarden Euro von den europäischen Geldgebern, da Kiew u.a. eine Finanzlücke von 27 Milliarden Dollar im Haushalt des ukrainischen Verteidigungsministeriums entdeckt hat. Hört, hört!
Der Iran blockiert geduldig die Straße von Hormus, das Befahren der Bab al-Mandab-Straße ist mittlerweile mit großer Unsicherheit verbunden, zudem blockiert Russland den ukrainischen Getreideexport. Das treibt die Energie- und Rohstoffpreise in Europa, den USA und Asien in die Höhe, erzeugt Inflation, dämpft das Wachstum und erzwingt höhere Zinsen. Die westlichen Staaten sind bereits immens hoch verschuldet; die US-Anleiherenditen liegen auf dem höchsten Stand seit 2007, die japanischen auf dem höchsten seit Jahrzehnten. Die Schuldendienstkosten steigen dramatisch. Hier offenbart sich deutlich die Achillesferse der westlichen Ökonomien – ein Problem, vor dem Ökonomen wie z.B. Michael Hudson seit geraumer Zeit warnen. China hat aktuell Washingtons Aufruf, sich an der Umsetzung der US-Sanktionen zu beteiligen, um die iranische Wirtschaft komplett zu zerstören, entschieden zurückgewiesen.
In diesen Zusammenhängen wirkt das rituell-dümmliche Repetieren von Anti-russischen bzw. Anti-Putin-Mantras nur noch so was von lächerlich! Putin wird nur mitleidig lächeln, wenn dem Werte-Westen der A*sch auf Grundeis geht.
So plausibel Ihre Analyse ist, am Ende schwächeln Sie. Putin lächelt schon seit einigen Jahren vor dem endgültigen Ausbruch des Krieges um die Ukraine nicht, weil er offenbar mitbekommen hat, dass westliche Machteliten Russland zerschlagen unter sich aufteilen wollen.
„Der Westen“ stellt zwar nur noch etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung, ist aber wirtschaftlich und militärisch noch stark genug, großen Schaden anzurichten.
Das absurde am Krieg um die Ukraine ist, wie ALLE beteiligten Seiten stolz darauf sind, dass auch der anderen Seite großer Schaden zugefügt wird. Womit aber kein einzige Opfer der eigenen Seite wieder lebendig gemacht werden kann. Oder sonst irgend etwas wieder gut gemacht werden könnte. Gilt natürlich auch für Russland.
Dieser hochgradigen Nekorpolitik sollten wir endlich organisiert unsere Unterstützung, unsere Mitwirkung entziehen. Als Steuerzahler Geldquellen zu entziehen. Beim EU-Budget fordert schon Kriegskanzler Merz massive Kürzungen, damit der Krieg um die Ukraine weiter finanziert werden kann.
Auch die brutalen Zwangsrekrutierungen werden mit UNSEREN Steuergeldern ermöglicht (Videos siehe https://. Wollen wir wirklich, dass eines Tages auch unsere Kinder und Kindeskinder von den Geld- und Machtinhabern derart brutal in den Tod getrieben werden, damit eine Minderheit noch reicher wird?
Welchesd Übel des kleinere ist, ist egal. Wir sollten ALLEN Übeln unsere Unterstützung entziehen!
.. das wissen die von der NATO auch und deshalb fangen die an den „Bunkerstaat“ aufzubauen.
Auszug aus:
„NATO 3.0: The Transatlantic Cage and the Rise of the Bunkerstate
The transformation of NATO and Europe’s new role as an attritional node“
–> https://worldlinesletter.substack.com/p/nato-30-the-transatlantic-cage-and
Das Ende der Politik
Wir müssen uns eines grundlegenden Wandels in der westlichen Regierungsführung bewusst sein. Die Vorrangstellung der Politikplanung, einschließlich der Ausweitung von Sanktionsregimen, hat sich von der politischen Sphäre (der gewählten Politiker) in den Bereich dessen verlagert, was wir als „ Sicherheitskratie “ bezeichnen könnten. Nationale Politiken werden – vorwiegend in westlichen Ländern – an ein von den USA geführtes westliches Hegemonialsystem (NATO und ihre Verbündeten) angepasst. Es sind die Militärplaner und „Foresight“-Technokraten, die die Politik entwerfen; die Politiker setzen sie lediglich um. In diesem Sinne tragen die Politiker zwar die Verantwortung dafür, dass dies geschehen konnte, aber sie sind nicht mehr die Architekten, sondern diejenigen, die ihren Wählern und Bürgern die entsprechende Erzählung verkaufen.
Abgesehen von den geschichtlichen Erklärungen, welche ich alle nicht kannte, gibt der Artikel genau das wieder, was ich über den Ukraine Konflikt so denke. Leider geht das in der üblichen Propaganda unter. Aber trotzdem ganz gut damit nicht so ganz alleine zu sein.
gut das das friedliche Russland von den kriegslüsternden Staaten Europas sich nicht hat schrecken lassen. Finnen u Schweden hatten schon immer Messer zwischen den Zähnen u haben sich mit ihren bluttriefenden glupschaugen den kriegslüsternden Natoagressoren angeschlossen Der geniale Putin jagt friedliebend ganze Armeen in seinen Grossmachtphantasie Himmel.
Liebe, Frieden, Meinungsfreiheit u Giftlosigkeit breiten sich um ihn herum galloppierend aus. Ja mich erfasst Sehnsucht mit all den klugen Menschen fühlen zu können deren Beiträge ich hier gelesen habe. Allein mein Verstand reicht dafür nicht. dbddhkpsav doofbleibtdoofdahelfenkeinepillenselbstaspirinveragt
> Dieses Pferd war schon geschwächt, als sich die US-Truppen 1975 nach 20 Jahren Vietnamkrieg geschlagen aus Saigon zurückzogen und todkrank, als der Afghanistaneinsatz 2021 ebenso endete.
Afghanistan übrigens auch nach 20 Jahren. Ziemlich genau eine Generation. Zufall?
Hoffe in der Ukraine merken sie’s schneller.
Eins kann man sicher sagen. Wenn die US Verschuldung so weitergeht halten die keine 20 Jahre mehr. Deshalb kauft auch mittlerweile keiner mehr die langlaufenden Schuldentitel der USA.
Sorry, aber die USA haben sich erst 1965 aktiv am Krieg beteiligt (s. Wiki et al.). 10 Jahre wachsenden ‚Engagements‘ haben nur eines hervorgbracht: Über 50.000 tote GIs, Millionen tote und verkrüppelte Vietnamesen, ein verbranntes, verseuchtes Land und Armut. HEUTE sind die USA und die VR Vietnam ja Handelspartner und viele Produkte in D-Land stammen inzwischen auch daher.
The times they are a-changing …
Dazu passt, dass am 10.06.26 das historische Rundgemälde (Panorama) zur Verteidigung von Sewastopol im Krimkrieg vorsätzlich von einer ukrainischen NATO-Drohne zerstört wurde. Die 2. Zerstörung nach dem 28.06.1942 durch deutschen Artilleriebeschuss.
… böse Zungen behaupten es war eine britische Idee, wie bei allen Aktionen, getarnt als „ukrainischer Freiheitskampf“, dabei müssen zur Zeit die auf der Straße eingefangenen Männern in Handschellen im Bus zur Front sitzen, damit diese nicht türmen …
Die Ukrainer wollen diesen Kampf nicht kämpfen. Das wolle nur die Briten.
„Früher hieß es, es sei süß und ehrenvoll, für sein Vaterland zu sterben. Aber der moderne Krieg ist weder schön noch voller Ehre, schon gar nicht, um darin zu sterben. Im Gefecht verreckst du wie ein Hund, ohne vernünftigen Grund.“
Nun, da mag er recht haben. Auf dem heutigen Schlachtfeld bedeutet „Kämpfen“ auf ukrainischer Seite im Grunde, wer am längsten ohne Essen und Trinken in einem feuchten Erdloch überleben kann, bevor eine Drohne kommt, um die Seele abzuholen.
„. .einen Verrat an den Errungenschaften der Französischen Revolution und eine Abkehr vom freiheitlich-demokratischen Vorbild der jungen USA. “
Schon wieder der Mythos von den demokratischen USA.
Der kam erst nach WK II auf, um die Westeuropäer auf antisowjetische Linie zu bringen.
1945 fragte recht konsterniert in einem Interview Hannah Arendt, wie man neuerdings zu dieser These komme. USA können gar keine Demokratie sein, weil ihr die dazu notwendige historische Voraussetzung fehlt, der Feudalismus. In den USA herrsche das Gesetz und sonst gar nichts.
Nicht sah sie die dem Feudalismus ähnliche Herrschaft der berüchtigten 100 Familien, die bis in die heutige Zeit besteht. Aber sie war eben keine Marxistin.
Lieber Herr Oberst Meyer, wir sollten klar zwischen der idealistischen Initiative der USA-Gründerväter wie Benjamin Franklin, George Washington und vor allem Thomas Jefferson und dem heutigen Zustand der damals begründeten Demokratie unterscheiden. Für heute, niemals aber in diesem Umfang in der Zeit kurz nach der Unabhängigkeitserklärung gilt das, was Sie in Ihrem Schlusssatz als Herrschaft einiger ultrareicher Familienclans beschreiben. Und wenn Frau Arendt mit der Behauptung zitiert wird, die „USA können gar keine Demokratie sein, weil ihr die dazu notwendige historische Voraussetzung fehlt, der Feudalismus“, dann greift das viel zu kurz.
Denn mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 haben sich die USA nicht von der britischen Nation gelöst, der sie sich weiterhin verbunden gefühlt haben. Vielmehr hatten sie, ‚die Schnauze voll‘ von der Bevormundung durch einen unsolidarischen Interessenklüngel aus britischem Feudaladel und einem hinzugetretenen Geldadel. Diese Autokraten haben von Großbritannien aus zunächst auf militärische Gewalt gesetzt und den USA in einen achtjährigen blutigen Unabhängigkeitskrieg aufgezwungen – weil ihnen ihr Machterhalt wichtiger war als irgendwelche Menschenleben.
Dieser Krieg ist nur knapp gewonnen worden; wäre dies nicht so gewesen, würden wir hier nicht Meinungen austauschen, sondern schon längst unter der Orwellschen Diktatur leben, die uns auf dem augenblicklichen politischen Kurs allerdings noch einzuholen droht.
Übrigens kann man sich nicht auf Marx berufen, um die Authentizität der frühen US-Demokratie anzuzweifeln, denn Marx hatte durchaus Sympathien für diese über lange Zeit authentisch freiheitliche Gesellschaftsordnung. Anders als später vom Autokraten Lenin praktiziert, war die Demokratie nach US-Vorbild für Marx Demokratie eine wertzuschätzende Grundlage jeder Staatsform, die dem Volk/der Nation ihre Selbstverwirklichung ermöglicht. 1843 schrieb er in seiner Kritik des Hegelschen Staatsrechts: „Die Demokratie ist das gelöste Rätsel aller Verfassungen. Hier ist die Verfassung nicht nur an sich, dem Wesen nach, sondern der Existenz, der Wirklichkeit nach in ihren realen Grund zurückgeführt, auf den wirklichen Menschen, das wirkliche Volk, und als sein eignes Werk gesetzt.“
„… denn Marx hatte durchaus Sympathien für diese über lange Zeit authentisch freiheitliche Gesellschaftsordnung. “
Durchaus richtig, aber mit der Einschränkung, der Idee dazu, weniger mit der Praxis. Er hatte eine Überlegung in die USA zu emigrieren, ließ es aber dann. Er schrieb auch Artikel für US -Zeitungen über europäische Probleme, wurde aber nicht besonders geschätzt.
Seine Sympathie für die Entwicklung in den USA sind m E nur darauf zurück zu führen, dass er in der bürgerlichen Demokratie eine günstige und notwendige Voraussetzung für die proletarische Bewegung sah, nicht den Staat als Ziel der Träume.
Duchaus erhellend, Herr „Oberst“ 😀
Schon ein Gutteil der „Gründerväter“ waren Sklavenhalter und auch ihrer eigenen Wohlfahrt mehr zugetan als der öffentlichen. Selbst Benjamin Franklin hat vor seinem letzten Lebensjahr noch als Verleger Werbung für Sklaverei unterstützt. (Anm.: Auch ein paar meine Vorfahren haben im US-Bürgerkrieg 1861-65 an der Seite der Nordstaaten gegen die Sezessionisten gekämpft)
Die Grundlage der heutigen USA ist aber Steuervermeidung und Geldgier. SO muß man das auch mal klar beim Namen nennen!
Autor: “Die freiheitliche Ordnung und die faire Marktwirtschaft waren die Katalysatoren für den Aufstieg von Wissenschaft und Technologie.“
Das ist neo-kolonialistischer Quark. Ideologische Narrative um Sklaverei und Ausbeutung aus dem Spiel zu nehmen. Um die westliche Herrschaftsordnung zu rechtfertigen.
https://thetricontinental.org/newsletterissue/roots-of-capitalism/
Quark ist gesund.
Als Metapher und Sinnbild für ein Lebensmittel, also eine Lebensgrundlage aufgefasst, steckt eine tiefgründige Wahrheit in Ihrer Wortwahl: Ohne den Durchbruch von Wissenschaft und Technik – ermöglicht durch Renaissance, Aufklärung und die Überwindung obrigkeitsstaatlicher Schranken – hätten die allermeisten der heute über 8 Milliarden Menschen keine Lebensgrundlage und würden gar nicht existieren. Erst die modernisierte und technisierte Landwirtschaft macht die Ernährung einer Bevölkerung dieser Größenordnung überhaupt möglich, optional auch mit Quark.
Sie haben allerdings hundertprozentig Recht, sehr geehrter garno, dass der freiheitlich-demokratische Start der USA außer den positiven Impulsen für eine moderne Entwicklung auch eine dunkle, zutiefst hypokritische Seite hatte, die der Sklaverei und Tendenzen zu ausbeuterischen Arbeitsbedingungen allgemein. – Diese Erscheinungen sind Ausdruck einer bis heute in keiner Weise gelösten Auseinandersetzung zwischen (einer schrumpfenden Anzahl von) authentischen, idealistischen Demokraten und einer leider wachsenden Zahl von Menschen mit der unfairen Neigung, andere auszunutzen, zu unterdrücken und zu bevormunden. – Der 3. Präsident der USA, John Quincy Adams, hat die Hypokrisie der USA deutlich angeprangert – Gleichheit aller verkünden und gleichzeitig Sklaven halten. Es ist bis heute nicht anders geworden. Da sind einige wenige Ultrareiche und eine beachtliche Zahl charaktergleicher Mitläufer und Profiteure (heute als politisches Establishment, Investoren usw.), die einen wachsenden Anteil aller geschaffenen Werte für sich vereinnahmen und daraus auch politische Macht ableiten, die wiederum neue Privilegien schafft, z. B. per Lobbyismus.
Der Moment, in welchem die Widersprüche unübersehbar werden, ist der richtige, daran von Grund auf, aber demokratisch und gewaltfrei etwas zu ändern.
Ihr idealisierter „freiheitlich-demokratische Start der USA“ ist ein Widerspruch zum realen Start der USA. Der basierte nämlich auf Vertreibung und Vernichtung der Indigenen, auf Sklaverei und Rassismus (was bis heute spürbar ist) und auf hemmungslose Ausbeutung von Mensch und Natur. Von Natur war ja auch genug vorhanden, die Indigenen wussten eh nichts damit anzufangen, als weg ihnen. Das ist die Basis Ihrer vorgeschwärmten freiheitlichen Demokratie.
Die USA konnten von den natürlichen Ressourcen her aus dem Vollen schöpfen, konnten verschwenderisch damit umgehen – die beste Basis für eine kapitalistische Demokratie. Sie brauchten sich auch nicht mit überholten feudalen Strukturen herumplagen wie die Europäer. Das alte Feudalsystem enthielt ja auch eine soziale Komponente: Der Feudalherr hatte für den Lebensunterhalt seiner Untergebenen zu sorgen. Auch dieser Mangel an sozialer Sicherheit zeichnet die USA auch heute noch aus.
Kurz: Ich halte nichts von Ihrem idealisierten „freiheitlich-demokratischen Start der USA“. Ich bin aber auch kein Wessi, der das in der Schule gelernt hätte. Individuelle Freiheit ist mit gleich wichtig wie kollektives Arbeiten und Solidarität.
Die freiheitlich-demokratischen jungen USA ? Frei und demokratisch war die Jagd der jungen USA auf 1) Büffel und
2) Indianer .
Warum Frankreich der Hauptkriegstreiber des Krimkriegs gewesen sein soll, weiß vielleicht der Autor ganz allein, wenn er es weiß?
Das waren – typisch für die alte und neue Oberschichten-Mentalität – persönliche Macht- und Geltungsinteressen des „Kaisers“ Napoleon III. Absurder Weise konnte er mit diesem für Frankreich strategisch sinnfreien bis nachteiligen Feldzug gegen Russland tatsächlich in weiten Teilen der Bevölkerung Punkte sammeln. Da war nämlich der gekränkte Nationalstolz, nachdem Napoleon I. 1815 bei Waterloo sein abschließendes Desaster erlebt hatte.
Im Krieg 1870/71 gegen Preußen hat dann Napoleon III. ebenfalls die Quittung für seinen prinzipienfreien Militarismus bekommen.
„Aktuell steigern die Angriffe auf russisches Gebiet mit Kampfdrohnen britischer Produktion die Wahrscheinlichkeit eines solchen atomaren russischen Warnschlages auf ein Ziel in Großbritannien oder Deutschland. Die eigentliche Gefahr bestünde dann darin, dass westliche Politiker und Medien – gefangen im Netz der eigenen Propaganda – diesen Stopp-Ruf als Auftakt zu einem wiederholt „vorhergesehenen“ russischen Eroberungskrieg missdeuten würden. Damit würde ein propagandistischer Kurzschluss den letzten strategischen Notbremsversuch vereiteln und direkt in den Abgrund der gegenseitigen Vernichtung führen.“
Halli-hallo, Herr Autor! Nur soviel: Sie bezeichnen also einen russischen ATOMAREN ERSTSCHLAG als „letzten strategischen Notbremsversuch“?
Bei soviel „Russland verstehen“ werde ich garantiert nicht, den ganzen Quark, den Sie hier zubereitet haben, löffeln. Der ist sicher nicht gesund, schliesslich weiss man ja, dass Putin und seine Schergen ihre innerrussischen Gegner regelmäßig vergiften lassen…