Das BSW am Wendepunkt?

BSW und AfD
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Mehr als strategische Überlegungen zum Verhältnis des BSW zur AfD.

Zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung steht das BSW an einem politischen Wendepunkt. Im Zentrum steht die Frage nach dem zukünftigen Verhältnis zur AfD. Die bisherige Haltung wirkt widersprüchlich: Einerseits kritisiert das BSW die Politik der etablierten Parteien scharf und versteht sich als Anti-Establishment-Kraft, andererseits arbeitet es in Thüringen und arbeitete es in Brandenburg bis Januar 2026, bevor es dann ausgebootet wurde, in Regierungen mit CDU und SPD zusammen. Kooperationen mit der AfD sind vom BSW bislang weitgehend ausgeschlossen worden.

Doch gerade diese Regierungsbeteiligungen mit den Altparteien haben das Profil der jungen Partei geschwächt, viel Vertrauen bei den Wählern gekostet und zahlreiche Unterstützer enttäuscht. Statt als grundlegende Alternative wird das BSW seither für viele als Teil des bestehenden politischen Systems wahrgenommen. Im Vergleich zu den Ergebnissen bei den ersten Landtagswahlen und der Europawahl haben 30 – 50% ihrer Wähler der Partei wieder den Rücken gekehrt.

Beide Parteien betonen nationale Souveränität

Die Koalitionen in Thüringen und Brandenburg gelten als strategische Fehler, weil sie den Eindruck verstärkt haben, dass das BSW sich den politischen Spielregeln der Altparteien anpasst. Viele Wähler haben die Parteigründung sehr begrüßt und sie dann auch gewählt, weil sie sich vom BSW eine echte Veränderung der politischen Verhältnisse versprachen. Durch die Zusammenarbeit mit CDU und SPD verlor das BSW jedoch einen Teil seines im besten Sinne populistischen Anti-System-Charakters. Dies ist vor allem auf den schädigenden Einfluss ehemaliger Linkspartei-Mitgliedern (vieler, aber nicht aller; Gründerin Sahra Wagenknecht und ihren Ehemann Oskar Lafontaine, aber auch  Sevim Dagdelen, Ruth Firmenich, Fabio de Masi und die im März leider ausgetretene Zaklin Nastić möchte ich ausdrücklich davon ausnehmen) zurückzuführen, die einfach dort weitermachten, wo sie bei der Linkspartei aufhörten. Damit wurde die Chance vertan, von Beginn an eine Partei wirklich neuen Typs zu schaffen. In der Folge wanderten zahlreiche Protestwähler zur AfD oder zurück ins Lager der Nichtwähler ab. Obwohl die sinkenden Umfragewerte als direkte Folge dieser Strategie zu interpretieren sind, scheut sich die Partei noch immer, diesen Malus offen in ihren Reihen zu diskutieren.

Dabei bestehen zwischen BSW und AfD gleichzeitig deutliche politische Überschneidungen, noch dazu in zunehmendem Maße, nachdem es Tino Chrupalla und einigen anderen, vor allem ostdeutschen Politikern gelungen scheint, die AfD ein ganzes Stück weit aus der Abhängigkeit transatlantischer Netzwerke herauszuführen. Besonders auf zwei für unser Land existenziell zu nennenden Politikbereichen, nämlich in der Friedens- und Außenpolitik und der Corona-Aufarbeitung, vertreten beide Parteien ähnliche Positionen. Beide lehnen eine weitere Eskalation des Ukrainekriegs, Waffenlieferungen und eine weitere Konfrontation mit Russland ab.

Beide Parteien betonen nationale Souveränität, kritisieren die Macht transnationaler Eliten und wenden sich gegen eine Politik, die die Interessen der eigenen Bevölkerung nicht berücksichtigt.

Gemeinsamkeiten gibt es außerdem bei der Kritik an der NATO, Deutschlands Abhängigkeit von der USA, der EU sowie bei den Themen Globalisierung und wirtschaftliche Abhängigkeit von internationalen Konzernen und Institutionen. Und nicht zuletzt erwähnenswert ist die Forderung nach Wiederherstellung der Energiesicherheit, die die Grundlage unseres volkswirtschaftlichen Wohlstands bildet.

Nur BSW und AfD kritisieren Corona vernehmbar

Ein weiterer zentraler Punkt ist Corona. Die Corona-Politik wird als tiefer Einschnitt in Freiheitsrechte und demokratische Strukturen bewertet. Beide Parteien fordern daher umfassende Aufklärung und juristisch unabhängige Untersuchungen der Vorgänge, die die Welt 2020 nahezu synchron in die bislang wohl größte Psy-Op der Geschichte, die Covid-19-„Pandemie“, stürzte und drei Jahre darin in Atem hielt – mit monatelangen Einschließungen der Bevölkerungen, dem Entzug von Grundrechten, flächendeckend eingeführter digitaler Kontrolle und der Errichtung eines Impfregimes, das einem Großteil der Menschen experimentell-gentherapeutische, nicht regulär zugelassene, hochgefährliche Stoffe transfizierte. Die Bürger wurden einem beispiellosen Propagandafeuer ausgesetzt, in massenpsychotische Panik versetzt und mit wissenschaftlich-evidenzlosen und gesundheitsschädlichen Maßnahmen (wie z.B. Masken- und Testzwang, Ausgangssperren, Betretungs- und Berufsverboten) traktiert.

Nur BSW und AfD kritisieren vernehmbar, dass Lockdowns, Impfpflichtdebatten und gesellschaftlicher Druck das Vertrauen vieler Menschen in Politik, Medien und Institutionen nachhaltig beschädigt haben. Hingegen tun die Altparteien alles, um zu verhindern, dass ihre Verantwortung für diesen dramatischen Vertrauensschwund in der Bevölkerung durch ihren Machtmissbrauch und die schlimmen Verbrechen in der Corona-Zeit in den Fokus der Medien, Parlamente und Ermittlungsbehörden gelangen. Und nur AfD und BSW sehen die Notwendigkeit, dass sich an der Politik in unserem Land grundlegend etwas ändern muss. Sonst droht unser Gemeinwesen noch tiefer in Folge des Corona-Traumas gespalten und der soziale Zusammenhalt, den eine Gesellschaft braucht, unheilbar zerstört zu werden. Aus dieser Haltung ergeben sich weitere Gemeinsamkeiten bei Themen wie Meinungsfreiheit, staatlicher Überwachung, digitaler Kontrolle und direkter Demokratie.

In dieser Hinsicht muss man konstatieren, dass die traditionellen politischen Kategorien „links“ und „rechts“ heute weitgehend ihre Bedeutung verloren haben, da hierüber inzwischen eine Sprachverwirrung geradezu babylonischen Ausmaßes herrscht. Diese Sprachverwirrung nutzen die Mächtigen aus, um wiederum Sand in die Augen der Bürger zu streuen.

Der eigentliche Konflikt verläuft heute zwischen oben und unten, Establishment und Anti-Establishment beziehungsweise zwischen globalistischen Eliten und souveränistisch-populistischen, d.h. bevölkerungsorientierten Kräften. Die etablierten Parteien unterscheiden sich zwar rhetorisch, verfolgen in zentralen Fragen jedoch dieselbe Politik: Aufrüstung, ökonomische und kulturelle Globalisierung, unkontrollierte Migration, zunehmende Machtverlagerung auf supranationale Institutionen. Sie organisieren allesamt den Durchgriff auf die Bürger mittels eines zunehmend übergriffigen Nanny-Staates, der auch zu einer immer stärkeren Einengung bzw. Kontrolle gesellschaftlicher Debattenräume führt. Dadurch ist ein politisches Kartell entstanden, das oppositionelle Kräfte mit Hilfe eines Systems vorgelagerter und für Herrschaftszwecke dienstbar gemachter sogenannter NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) systematisch überwacht, ausgrenzt und den politischen Pluralismus in grundgesetzwidriger Weise einschränkt.

Die Brandmauer gegenüber der AfD schadet deshalb vor allem dem BSW. Solange die Partei die Zusammenarbeit mit der deutlich größeren und demokratiewidrig von den Kartellparteien ausgegrenzten Oppositionspartei ausschließt, kann sie ihren Wählern keine realistische Machtperspektive bieten. Viele Bürger wollen jedoch nicht nur Protest ausdrücken, sondern tatsächliche politische Veränderungen erreichen. Das ist angesichts der Kriegsvorbereitungen in Deutschland und dem Eskalationskurs gegen Russland, den die Regierung Merz weiterhin fährt, auch dringend geboten!

Ohne einen strategischen Kurswechsel verliert das BSW weiter an Bedeutung

Wahlforschung und Umfragen zeigen, dass besonders linkskonservative, globalisierungskritische und friedensorientierte Wählergruppen grundsätzlich offen für das BSW sind, sich letztlich aber häufig für die AfD entscheiden. Vor allem in Ostdeutschland verlor das BSW seit den Regierungsbeteiligungen deutlich an Zustimmung, während die AfD gleichzeitig immer stärker wird.

Eine Öffnung gegenüber der AfD ermöglicht neue politische Mehrheiten und durchbricht die festgefahrene Parteienlandschaft. Dabei geht es nicht darum, alle Unterschiede zwischen beiden Parteien aufzuheben, sondern in zentralen, für unsere Zukunft und die Zukunft der Demokratie überlebenswichtigen Fragen, zusammenzuarbeiten. Das BSW könnte in einer solchen Konstellation soziale und friedenspolitische Akzente setzen und gleichzeitig verhindern, dass die AfD von neoliberalen oder transatlantischen Kräften dominiert wird. Gemeinsam könnten beide Parteien die Dominanz der etablierten Parteien brechen und eine neue politische Dynamik schaffen.

Darüber hinaus eröffnet eine solche Zusammenarbeit die Möglichkeit, endlich den Themen für eine Redemokratisierung der Gesellschaft und Institutionen durch direkte Demokratie, Meinungsfreiheit, politisch unabhängige Medien und Corona-Aufarbeitung eine breite Bühne zu bieten – und eine konsequente Orientierung an nationalen Interessen in den Mittelpunkt der Politik und der öffentlichen Debatte zu rücken. Das BSW könnte dabei als verbindende Kraft zwischen sozialen und konservativen Protestmilieus auftreten und eine politische Repräsentationslücke schließen, die von den etablierten Parteien nicht mehr erreicht wird.

Ohne einen strategischen Kurswechsel verliert das BSW weiter an Bedeutung. Die Partei riskiert, ihr ursprüngliches Profil als Anti-Establishment-Kraft vollständig einzubüßen. Es droht ihr der Abstieg zur Splitterpartei, ein Schicksal á la Piratenpartei schiene dann vorprogrammiert. Die kommenden Monate entscheiden deshalb darüber, ob das BSW eine dauerhaft einflussreiche politische Kraft bleibt oder an inneren Widersprüchen und strategischer Unentschlossenheit scheitert.

Erfreulicherweise hat es jüngst in der Parteispitze Bewegung in diese Richtung gegeben. So erklärte Partei-Gründerin Sahras Wagenknecht bei einer Podiumsdiskussion in Halle, dass das BSW definitiv keinen CDU-Ministerpräsidenten wählen werde und bekräftigte dies in einem Interview mit Apollo-News, „da Merz unbedingt weg müsse“. Keine Regierung sei je so schlimm wie die Merz-Regierung gewesen, urteilte sie im Hinblick auf die derzeitige Kriegsvorbereitungs- und Deindustrialisierungspolitik der CDU/CSU – SPD-Koalition. Sie fügte hinzu, dass die AfD an einer Regierung in Sachsen-Anhalt beteiligt werden müsse und dass das BSW bei Übereinstimmung in Sachfragen selbstverständlich mit einer von der AfD gestellten Regierung zusammenarbeiten werde. Dabei machte sie grundsätzlich klar, dass die AfD, sofern sie es ernst mit wirklicher Veränderung meine und „nicht nur die Vorzeichen ändern wolle“, mit Unterstützung durch das BSW rechnen könne.

Damit dürfte sich die Aussicht des BSW, als linkskonservatives Korrektiv und Zünglein an der Waage den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde für einen echten Politik-Wechsel zu schaffen, klar verbessert haben.

Transparenz-Hinweis: Der Autor ist Mitglied des BSW.

Der Text ist die Kurzfassung eines längeren Artikels, der ursprünglich auf der Seite des BSW-Hamburg als Diskussionsbeitrag erschienen ist und dann am 27.05.2026 zunächst in der Neuen Rheinischen Zeitung publiziert wurde.

Bernd Schoepe

Bernd Schoepe (Jahrgang 1965), freier Autor, ist langjähriges aktives GEW-Betriebsgruppen-Mitglied, ehem. Vertrauensmann und Mitglied der Hamburger Lehrerkammer. Er war bis 2025 aktiv im Schuldienst als Deutsch-, Politik- und Philosophielehrer. Zusammen mit dem Rechtsanwalt und Autor Sebastian Lucenti, den Pädagogen Stefanie Raysz und Alexander Wittenstein und dem Professor für Kinderpolitik Dr. Michael Klundt, gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerkes für die pädagogische Aufarbeitung der Corona-Zeit. Nähere Informationen zum Netzwerk findet man hier: https://padlet.com/netzwerkaufarbeitung/netzwerk-p-dagogische-aufarbeitung-der-corona-zeit-kow5p1819im4so0l
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80 Kommentare

  1. Ja, in Sachsen-Anhalt sind den Brandmaurern jüngst die Kinnladen runter geklappt, als sie bemerkt haben, daß sie nicht automatisch eine Mehrheit haben, wenn die AfD keine hat.

  2. BSW? Die Ausgründung aus der Linken, unserer originalen SED? Nicht Euer Ernst!?

    Die AfD schafft es allein oder gar nicht.

    1. Schön, dass Sie nicht auch noch die Stasi erwähnt und dem BSW angeklebt haben. Es gibt nicht nur die Russenpsychose, auf die vor allem die Westdeutschen ab 1990 voll abgefahren sind. Nüchternes Denken durch Framing erfolgreich eingeschränkt 🙂

      1. Man muß nicht explizit auf den Stasi-Zusammenhang hinweisen, das weiß jeder. Nur Westdeutsche nehmen das auf die leichte Schulter. Ja, SED = Stasi, und 40 Jahre waren wirklich genug. Und jetzt haben sich ein paar langjährige Bundestagsbewohner mit ihrer eigenen Firma „BSW“ selbständig gemacht… Man wird sehen… Sie werden Land und Volk auch nicht mehr schaden können, als die anderen. Aber für die AfD sind die kein Partner.

        1. Es geht nicht um Partner sondern kleinsten gemeinsamen Nenner .
          Um interessen der Wähler sollte es gehen, nur dazu brauch es Parteien .. Noch zumindest..

    2. „Brandmauern“ können offenbar auch die AfD und ihre Sympathisanten. Insoweit hatte Frau Wagenknecht also offenbar recht mit ihrer in Halle geäußerten Befürchtung: Mit der AfD geht es gerade so weiter wie bisher in puncto Diskursverengung, nur unter umgekehrten Vorzeichen (oder, meine Vermutung: es könnte auch noch brachialer werden…).

      Wenn wir als Gesellschaft überhaupt miteinander im Gespräch bleiben wollen, dann geht das nur, wenn keines der beiden Lager (AfD und anti-AfD-Brandmaurer) eine stabile Mehrheit besitzt – und wenn beide Lager dies auch wissen.

      1. Auch Sie scheinen in einer bunten Fantasiewelt zu leben. Die Altparteien unterbinden
        seit Jahren fast jedes Gespräch untereinander und haben dazu ein großes Gesetzpaket
        geschnürt. Bei den Corona Maßnahmen konnten sie sich so richtig austoben, sodass
        nicht einmal Kinder miteinander reden konntne. Das mit dem Bademantel griffbereit
        zu legen, ist leider nicht nur ein running gag.

    3. Schwachsinn. Die Linken sind nicht die SED und die BSW schon gar nicht.

      Die BSW hat das Problem das links nicht wirklich gut mit rechts kompatibel ist, aber viele Positionen eher zur AfD passen als zur Linken. Ein klassisches Dilemma.

    4. Allein. Der war gut. Euch kullert doch die Förderung aus jeder Körperöffnung.

      Ne, ne, der Apparat ist im Eimer. Da helfen auch XYZ Parteigründungen, inklusive Reliktverwertung nix.

      Madame Meloni als It-Girl von Madame von der Leyen hats für eure Sorte vorgemacht. Versprochen wird viel, gehalten wenig bis nichts. Ist kein Alleinstellungsmerkmal. Pardon, aber das war sträflich verkürzt. Denn der Eigentümerkaste bleibt man stets gewogen. Hat aber auch nicht wirklich was mit Versprechen zu tun, viel mehr mit Korruption. Egal.

      Euer „Nationalismus“ ist dabei besonders humorig. Globalisten ist aktuell die Chiffre zur Vermeidung des Wortes Kapitalisten. Damit sucht man zu befördern, nettes nationales Kapital, böses internationales Kapital. Realiter geht es dabei darum, daß Kapitalisten, große und kleinere die gerne größer werden wollen, beim allgemeinen Siechtum und auf dem Rücken der Machtunterworfenen, sich versuchen im Rahmen der vierten industriellen Revolution wegzubeissen.

      P.S.: Ist jetzt aber nicht wirklich kreativ, die links-rechts Unterscheidung gibs nich mehr. Das läuft ja in Dauerschleife. Gerade die stille, lautstarke Reserve betont das gerne um dann nachzulegen links ist doof. Schon etwas schizophren. Nebenbei erwähnt, wenn man die Definition kennt, sind der links-rechts und unten-oben Widerspruch synonym. Aber hey, vlt. erzählen sie dann, falls es eine nächstes Mal gibt, unten-oben gibts nich mehr.

      1. [+++]

        Sehr gut!

        Die Blauen verkünden gern: „Ohne die AfD kommt der Volkstod!“

        Ein großes Wort.

        Früher hieß es: Ohne Kaiser, ohne Führer, ohne Sozialismus, ohne Demokratie, ohne Europa gehe alles zugrunde. Das Volk hat jedoch erstaunlich viele Weltuntergänge überlebt.

        Merkwürdig auch, dass dieselbe AfD, die das Volk retten soll, für Aufrüstung, mehr Überwachung und neoliberale Reformen wirbt, deren Folgen anderswo nicht gerade als „Volksbeglückung“ in Erinnerung geblieben sind. Ob so das „Volksleben“ gemehrt wird?

        Vielleicht stirbt das Volk auch gar nicht ohne die AfD. Vielleicht überlebt es sogar trotz und mit ihr. Die eigentliche Frage lautet ohnehin: Warum brauchen Menschen immer einen politischen Erlöser?

        Wer ständig nach Rettern sucht, bleibt abhängig von Herren!

  3. Ein wirkliches „Zusammengehen“ des BSW mit der AfD wird es meiner Meinung nach nicht geben. Dazu sind die Unterschiede in grundlegenden Punkten (ausserhalb der Schlagworte „Krieg“, „Unterstützung Ukraine“ und „Corona- Maßnahmen“) zu groß. Das, was das BSW positiv von den Maurern der undemokratischen „Brandmauer“ unterscheidet ist, dass das BSW durchaus pragmatisch gute und sinnvolle Anträge de AfD in Abstimmungen unterstützen wird. Andersherum wäre es wohl auch so. Es gäbe wieder mehr sachpolitische Lösungen anstatt ideologischen Blockaden. Das halte ich für eine gute Entwicklung.
    Eine Koalition AfD – BSW wird es aber nicht geben.

  4. Warum nicht das Original wo man auch noch ungegängelt diskutieren könnte, wenn man denn wollte?:

    h#ttps://magma-magazin.info/2026/05/bernd-schoepe/das-bsw-am-scheideweg-des-interregnums/

    „Über das schwierige Verhältnis zur AfD – Zehn Thesen für eine klare Positionierung, mit der das BSW die politische Repräsentationslücke in Deutschland erfolgreich schließen kann“

  5. Nun ja, wenn sich eine partei schon „wirtschaftliche vernunft“ auf die fahnen geschrieben hat, dann kommen koalitionen bzw. regierendes zusammenarbeiten mit der AfD wohl nicht in betracht. Denn das, was bis jetzt von den wirtschaftspoltischen phantasmen der AfD bekannt ist, ist alles andere als vernünftig.

  6. Ein Kommentar, der sich vollkommen mit meiner eigenen Einschätzung – und auch mit meinen Kommentaren unter dem Wagenknecht-Interview – deckt.

    Allerdings dürfte das dazu führen, dass sich innerhalb des BSW dann diejenigen absondern bzw. austreten würden, die – ähnlich wie jetzt in Thüringen – nur einfach weiter im Kartell der Regierungsparteien mitmischen wollen und im Grunde immer noch so sind, wie vor ihrem Austritt aus der Linkspartei. Also dogmatische Leute, die nicht in der Lage sind, neu zu denken und die erstarrte, fossilisierte Weltbilder und Strategien vertreten. Ein Verlust, der zu verkraften sein dürfte.

    Aus Sicht der AfD wäre dies nicht ganz folgenlos, weil es bezogen auf die innerparteilichen Rangeleien zu einer relativen Stärkung der ostdeutschen Landesverbände führen würde, während eher neoliberal und auch transatlantisch ausgerichtete Positionen in den westlichen Landesverbänden und in der Parteileitung etwas an Boden verlören. Kein Drama.

  7. Ich habe letztens eine Pressekonferenz mit dem Herrn Baumann AFD Geschäftsführer gesehen und 3 anderen AFDlern gesehen.
    Die Kritik des Herrn Baumann an der CDU war das die Kürzungen im Sozialbereich von der CDU nicht noch brutaler, bzw. zu lasch durchgeführt würden.
    Ein anderer Teilnehmer forderte die Abschaffung der Schulpflicht.

    Deshalb kann ich mir kaum vorstellen das es zwischen AFD und BSW Gemeinsamkeiten gibt.

    AFD hieße den Teufel mit dem Belzebub auszutauschen.

    1. Können Sie bitte einmal angeben wann und wo die Pressekonferenz mit Herrn Baumann
      und den anderen AFD´lern stattgefunden hat. Ggf sogar hier verlinken? Vielen Dank !

        1. Jetzt habe ich mit diese Pressekonferenz reingezogen. Sie müssen mir noch einmal
          helfen. Wann werden die von Ihnen behaupteten Äußerungen vorgetragen? Entweder
          habe ich da eine geschnittenen Version erwischt, obwohl die Zeit stimmen sollte,
          oder die Äußerungen fehlten in dieser Version. Bitte geben sie noch einmal die Zeiten
          der von Ihnen angegebenen Äußerungen an. Vielen Dank !

  8. Wegen der häufigen TV Auftritte von Sahra Wagenknecht bestand von vornherein der Verdacht, dass das BSW von den MSM hochgezüchtet wurde, um der AfD Stimmen zu nehmen. Und nachdem sich die Brandmauerfraktion mit Getöse durchgesetzt hatte, wird sich manch ein BSW Wähler gefragt haben „Wie konnte ich nur so dumm sein. Das passiert mir nicht wieder.“ Nachdem das BSW nun nach dem Motto „man liebt den Verrat aber nicht den Verräter“ von den Blockparteien ausgespuckt wurde, genügt es nicht „sorry“ zu sagen, um den U-Turn vergessen zu machen. Da ist schon mehr nötig. Ich meine, die Partei müsste den Brandmauer-Flügel ausschließen und sich bei Höcke für die unsägliche Beschimpfung als Nazi entschuldigen, bevor AfD und BSW Funktionäre zusammen nach Moskau reisen können.

    1. „Wegen der häufigen TV Auftritte von Sahra Wagenknecht bestand von vornherein der Verdacht, dass das BSW von den MSM hochgezüchtet wurde, um der AfD Stimmen zu nehmen. …“

      Wie immer völlig daneben, an dem Post stimmt absolut nichts, pure AfD-Propaganda. Das BSW wurde z.B. genau 1x in den ersten 5 Monaten dieses Jahres in eine der großen ARD/ZDF-Talksendungen eingeladen, die AfD dagegen 8x.

      https://bsw-vg.de/bsw-schreibt-beschwerdebrief-an-ard-und-zdf/

      Es ist genau umgekehrt, die AfD wurde gegründet, um unzufriedene, aber uninformierte Wähler zu ködern. Dem dient auch die Brandmauer. Sie verschleiert, dass die Altparteien längst AfD-Politik betreiben, ausgenommen sind – vielleicht – ein paar schlagkräftige Themen wie Migration, Corona und Ukrainekrieg.

      1. „Es ist genau umgekehrt, die AfD wurde gegründet, um unzufriedene, aber uninformierte Wähler zu ködern. Dem dient auch die Brandmauer.
        „Sie verschleiert, dass die Altparteien längst AfD-Politik betreiben,“

        Wohl wahr, wohl wahr!

        Die AFD ist Fleisch vom Fleische der CDU und will den Sozialraub nur viel brutaler organisieren und deshalb wird sie nach dem Versagen von Merz vom Kapital und den MSM gehätschelt. Sie steht wie die Altparteien für Aufrüstung und Wehrpflicht und was die Meinungsfreiheit betrifft werden wir auch ein blaues Wunder erleben.

        Mit denen werden wir das Gleiche erleben (oder noch schlimmer) wie die MAGA-Bewegung in den USA mit Trump.

        1. Können Sie mir bitte auch die Lottozahlen für die Ziehung am 13.06.2026
          voraussagen!! Als potentieller Millionär könnte ich dann auch in die AFD
          eintreten und all die von Ihnen vorausgesagten Taten ins Wirkliche umsetzen.
          Mal endlich so richtig Böse sein. Na gut, so böse wie die Altparteien werde ich
          es wohl nicht schaffen.

      2. „as BSW wurde z.B. genau 1x in den ersten 5 Monaten dieses Jahres in eine der großen ARD/ZDF-Talksendungen eingeladen, die AfD dagegen 8x.“

        In den Wahlumfragen liegt das BSW bei 3,2% und die AfD. bei 29%. Parteien aus der Kategorie „Sonstige“ werden nicht eingeladen, weil sie realpolitisch keine Rolle spielen. 90% errericht das BSW nur bei NichtDenkSeiten und 50% im Overton-Window. Vertreter der Volt-Partei oder den Aiwanger von den „Freien Wählern“ bekommen Sie in den Talk-Sendungen auch nicht zu sehen -auf diesem Level befand sich aber das BSW im Wettbewerb bei den letzten beiden LTW in BaWü und Rh-Pfalz.

        1. „In den Wahlumfragen liegt das BSW bei 3,2% und die AfD. bei 29%. Parteien aus der Kategorie „Sonstige“ werden nicht eingeladen, weil sie realpolitisch keine Rolle spielen. …“

          Wieso war dann die FDP 7x dabei ??? Offenbar hältst du es nicht für notwendig, mal in die bereitgestellten Belege zu schauen, bevor du antwortest. Wenn sower die Nachdenkseiten als „Nichtdenkseiten“ verunglimpft, dann ist das als Empfehlung zu sehen. So sehe ich das zumindest.

  9. O.K. Ich habe meinen Fehler eingesehen und reiche den geläuterten Kommentar ein.
    Wegen der häufigen TV Auftritte von Sahra Wagenknecht bestand von vornherein der Verdacht, dass das BSW von den MSM hochgezüchtet wurde, um der AfD Stimmen zu nehmen. Und nachdem sich die Brandmauerfraktion mit Getöse durchgesetzt hatte, wird sich manch ein BSW Wähler gefragt haben „Wie konnte ich nur so dumm sein. Das passiert mir nicht wieder.“ Nachdem das BSW nun nach dem Motto „man liebt den Verrat aber nicht den Verräter“ von den Blockparteien ausgespuckt wurde, genügt es nicht „sorry“ zu sagen, um den U-Turn vergessen zu machen. Da ist schon mehr nötig. Ich meine, die Partei müsste den Brandmauer-Flügel ausschließen und die AfD muss Nazis wie Höcke ausschließen, bevor AfD und BSW Funktionäre zusammen nach Moskau reisen können.

    1. Dieser Kommentar ist natürlich nicht ernst gemeint. Das BSW müsste die Hetze gegen die AfD unterlassen, die sich meistens an Höcke fest macht, an Äußerungen, für die er verurteilt wurde, die aber dann nicht genannt werden, weil es zu lächerlich ist.

      1. Wo hetzt wer aus dem BSW gegen die AfD? Bis zum Beweis gehe ich vom Gegenteil aus. Sahra Wagenknecht betont immer wieder, dass das BSW vernünftigen Vorschlägen der AfD zustimmt, diese nicht ablehnt, bloß weil die aus dieser Ecke kommen. Dafür wird dann das BSW gerne als „AFD-nah“ verunglimpft. Also wo ist dein Beleg?

        1. Nur mal so ein Beispiel:
          Wenn die AFD in einer Kommune beantragt das Schwimmbad für die Bürger zu reparieren damit es nicht geschlossen werden muss, wäre es doch Blödsinn das BSW würde den Antrag ablehnen nur weil der von AFD kommt.

  10. Gegenseitige, begrenzte Duldung und Absprache bei Themen und Anträgen, die in beiden Parteien ähnlich gesehen werden, das halte ich für sinnvoll.
    Aber bei vielen großen und wichtigen Themen gibt es so fundamentale Unterschiede, dass die Parteien nicht zusammen passen, ohne ihre Grundsätze völlig umzuschreiben. Deswegen kann es kein Zusammengehen=Koalition geben, sondern nur themenbezogene Kooperationen und Abstimmungen. So könnte BSW zum Beispiel einer Minderheitsregierung der AFD zustimmen, wenn vorher für BSW für die Zeit der Duldung nicht akzeptable Punkte ausgeschlossen werden.
    Was die in einem anderen Kommentar angesprochene Präsenz in den Medien angeht: Die war vor allem auch der Tatsache geschuldet, dass BSW Abgeordnete im Bundestag hatte und deswegen die ÖR und die anderen MSM das BSW nicht völlig ignorieren konnten. Aber die haben nach Möglichkeit dafür gesorgt, dass BSW nicht positiv rüberkam und nach dem knappen und wahrscheinlich durch Falschauszählung manipulierten Wahlergebnis wurde die Partei in diesen Medien totgeschwiegen.

  11. Das BSW hat von Anfang an den falschen Weg gewählt anstatt selbst einen klaren Weg zu suchen und zu gehen. Stattdessen tanzt sie gemeinsam mit den Altparteien die Deutschland ruinieren. Es gibt sehr viele Bürger die das BSW wählen würden wenn sie nicht mit den Alten mitmachen würden und ihr eigenes Ding machen.
    Es geht nicht darum, alle Unterschiede zwischen den beiden AfD und BSW Parteien aufzuheben, sondern in zentralen, für unsere Zukunft und die Zukunft der Demokratie überlebenswichtigen Fragen, zusammenzuarbeiten. Beide Parteien haben viele Möglichkeiten mit vielen gemeinsamen Schnittmengen wie Frieden, Energie aus Russland, Nato und vor allem die Aufarbeitung der Corona Missedaten. Also auch einer Duldung Regierung der AfD in den Bundesländern oder Bundestag wäre möglich. Es gäbe schon drei Bundesländer mit einer AfD Regierung wenn das BSW zugestimmt hätte. Nein sie haben mit den alt Parteien mit gemacht und so entgültig Wähler verloren.

  12. Vorneweg sind alle Rechtspopulisten von der Fossil- und Atomindustrie gesponsort. Ganz deutlich zu sehen in den USA, wo sie den Wahlsieg Trumps regelrecht erkauft haben. Welcher inzwischen eine Milliarde Dollar dafür zahlt, dass ein Windpark NICHT gebaut wird. Das wollen sie jetzt auch bei uns, eine Blackout-Economy. Das BSW ist in dieser Frage wachsweich und mehr oder weniger AfD-light. Da hätte man Linke abholen können, die aus diesem Grund nicht AfD wählen. Wurde versäumt.
    Das BSW hat sich nun offenbar für eine selbstgewählte Brandmauer entschieden. Bringt keine Stimmen, nur die Brandmauer, bei der man Opfer ist, tut das.
    Was natürlich zieht, ist das Thema Migration und Ukrainekonflikt. Da liegt das BSW richtig.

    Was das BSW nun in auffälliger Weise von allen anderen unterscheidet, ist ihr völlig kritikloses Nachbeten der Hamas- und Hisbollahpropaganda. In der Meinung, das brächte Stimmen. Nein, im Jahr 2026 kostet das Stimmen.

    1. „Was natürlich zieht, ist das Thema Migration und Ukrainekonflikt. Da liegt das BSW richtig.“

      Na klar, immer schön den fossilen und nuklearen „Heim ins Reich holen und deswegen seine Nachbarn ohne Einladung auf Ketten besuchen“ Kleptokraten im Kreml weiter mit € und $ pampern.

  13. Viele Gedanken in dem Text finde ich schlüssig. Nur werden werden leider die langjährigen Parteigewächse der Linken/SPD unter den BSW-Mitgliedern das nicht mitmachen. Im Text fehlen die Auseinandersetzungen beim BSW-Landesparteitag in Brandenburg vorletztes Wochenende. Die Vorstände von drei Kreisverbänden sind danach geschlossen von ihren Ämtern zurückgetreten, da die wiedergewählte Landesvorsitzende Benda autoritär eine „Nähe zur AfD“ durchdrücke. Und die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat sich gerade letzte Woche mit der CDU/SPD-Minderheitsregierung auf mehr digitale Überwachung durch ein neues sächsisches Polizeigesetz geeinigt. Das BSW-Sachsen will nun Live-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum, leichtere Überwachung von Telekommunikationsgeräten und KI-Datenanalysen durch die Polizei (nicht mit Palantir, aber mit dessen europäischen Konkurrenten) zustimmen. Das BSW wolle der Polizei die Nutzung neuer technischer Mittel nicht vorenthalten. Damit sieht man ja, dass die Kommunikation der BSW-Bundesebene, man habe aus den Fehlern in Thüringen und Brandenburg gelernt, nur Lippenbekenntnisse sind. Ausgerechnet den Grünen und der Linkspartei überlässt man beim Thema digitale Überwachung nun die Position, als einzige im sächsischen Landtag für Bürgerrechte einzutreten.

    Smartphones hacken, Gesichter scannen: CDU, SPD und BSW wollen Überwachung in Sachsen ausweiten
    https://netzpolitik.org/2026/smartphones-hacken-gesichter-scannen-cdu-spd-und-bsw-wollen-ueberwachung-in-sachsen-ausweiten/

  14. Das hätte das BSW von Anfang an tun sollen.
    Brandmauern sind undemikratisch (Punkt)

    Generell möchte ich feststellen:
    Wenn wir in unsere Gesellschaft nicht schleunigst ihre verhäerteten Feindbilder abbaut,
    die inneren (AfD, …), wie auch die äusseren (Russland), wird unsere Gesellschaft und unser Land nicht überleben.

  15. In einer Demokratie sollte doch jede Partei mit jeder anderen Partei in Sachfragen zusammenarbeiten können. Da dürfte es gar keine Brandmauern geben.

    Bei Diätenerhöhungen klappt das oft erstaunlich gut. 😉

  16. Sorry,

    aber dieser Artikel hat nicht sehr viel mit Strategie zu tun, sondern weist nur ein paar oberflächliche Ähnlichkeiten in den politischen Positionierung der AFD und des BSW auf – und das taugt nicht für eine strategische Kooperation.

    Wenn man die strategischen Möglichkeiten von Parteien verstehen will, darf man nicht so sehr nach den Gemeinsamkeiten, sondern muss nach den Alleinstellungsmerkmalen schauen, die eben nicht auf oberflächlichen Ähnlichkeiten aktueller Wahlprogramme, sondern auf den grundlegenden Positionen der Parteiprogramme beruht.

    Richtig ist, dass beide Parteien die nationale Souveränität betonen, aber die AFD tut dies im selben Sinne wie die MAGA-Partei, indem sie außenpolitisch auf Stärke setzt und damit auch militärische Stärke meint. Darum befürwortet die AFD auch die derzeitige Aufrüstung, während das BSW für „Wirtschaftliche Vernunft“ plädiert und sich klar gegen die schon manisch wirkende Rüstung ausspricht: Das BSW positioniert sich also als Friedenspartei wie ehemals auch die Linke – die die Aufrüstung à la Merz ja durchaus mitgetragen hat – oder eher noch wie die SPD aus der Zeit Willy Brands.

    „Die Koalitionen in Thüringen und Brandenburg gelten als strategische Fehler, weil sie den Eindruck verstärkt haben, dass das BSW sich den politischen Spielregeln der Altparteien anpasst.“

    Ja, das stimmt – und eben darum schließt das BSW das von nun an auch aus. Und ja, sie könnte damit auf der Länderebene AFD-Regierungen ermöglichen, aber dies nur in dem Sinne, dass es dann eine Minderheitenregierung wäre, die zu jedem Vorhaben die Zustimmung anderer Parteien benötigen würde.

    „In dieser Hinsicht muss man konstatieren, dass die traditionellen politischen Kategorien ‚links‘ und ‚rechts‘ heute weitgehend ihre Bedeutung verloren haben, da hierüber inzwischen eine Sprachverwirrung geradezu babylonischen Ausmaßes herrscht.“

    Ja, diese Sprachverwirrung besteht, aber man löst sie nicht dadurch auf, indem man so tut, als gäbe es keine grundlegenden Unterschiede zwischen links und rechts! Und wenn man wegen der oberflächlichen „politischen Überschneidungen“ den Kern der Parteien ignoriert, ist das mit Sicherheit der Weg in die Selbstauflösung – wie man es ja z.B. an der SPD unter Klingbeil oder auch der FDP ablesen kann. Die haben sich nämlich dadurch zerlegt, dass sie keine eigene Position mehr vertreten haben, sondern praktisch nur noch der CDU hinterhergelaufen sind, und versucht haben, diese mit unbedeutenden Brotkrümeln anzureichern.

    mfG

    1. Die „grundlegenden Unterschiede zwischen links und rechts“ sind die, die man da hineindeutet. Zur politischen Einordnung taugen sie nur noch sehr eingeschränkt.

      Das größte Übel für die Altparteien ist vermutlich Putin und Russland, für die AfD sind es die Ausländer. Und für das BSW sollte das transatlantische Regime das größte Übel sein, das es zu bekämpfen gilt. Mit der Ost-AfD gibt es da sogar Übereinstimmungen, mit der Rest-AfD wohl eher nicht, die dürfte sich wie Meloni verhalten. Der US-amerikanische Atlantizismus hat den Westen fest im Griff.

      1. Das ist nur insofern richtig, als alle politische Positionierung keiner materiellen Wahrheit einspricht, sondern immer nur „hineingedeutet“ ist. De facto bestehen aber deutliche Unterschiede in der Auffassung über politische Entelechie (revolutionär versus reaktionär), das Verhältnis des Ich zu den Anderen (international versus völkisch) sowie das Verhältnis zur Chancengleichheit (Gleichheit versus Platz in der Volksgemeinschaft).

        Bzgl. des größten Übels haben Sie insofern Recht, als es wegen der eben genannten Unterschiede für die AFD die Ausländer sind und für das BSW die Haltung, die eigenen Interessen gegen die der anderen Nationen gewaltsam durchzusetzen. Dafür stand bisher vor allem das US Imperium, aber eben deshalb hat Frau Wagenknecht auch Putin als Kriegsverbrecher bezeichnet. Und dass die EU gerade darauf hinarbeitet, den Amerikanischen Exzeptionalismus unter veränderten Vorzeichen zu übernehmen und als militaristisches EU Imperium fortzusetzen, ist natürlich ein Kritikpunkt des BSW an der EU.

        Es geht halt darum, seinen Platz in der aufziehenden multipolaren Weltordnung zu finden, und da sind die Antworten bei weitem nicht austauschbar.

  17. Parteien macht man nicht an Wahlversprechen fest, oder Meinungen Ihrer Mitglieder, sondern einzig und alleine an Ihren Programmen.
    Da sieht es gar nicht so schlecht aus für BSW …
    Für Nähe zur Basis steht aber keine andere Partei aktuell so deutlich wie eine AfD, und das macht Ihre aktuelle Stärke auch aus.

  18. Aus meiner Sicht heraus, wird es einen anderen Zusammenschluß geben, das BSW vertritt in ganz vielen Bereichen eine andere Politik als die AFD.

    AFD +FDP wird zur AFDP

    1. @Raimund ERNST
      AfD + FDP 😉Allerdings keine Verschmelzung, getrennt marschieren, vereint schlagen
      Das könnte und wird wohl so sein. Bis auch den Elefanten im Raum, den die AfD nicht übersieht, weil dieser die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland massivst verhindert, ist eh alles gleich. Falls jedoch Kubicki seine Partei zu einem Umdenken in der Ukrainefrage bewegen kann, könnte der FDP ein Einzug in den nächsten Bundestag sicher sein. Er hätte die Unterstützung von Teilen der Unternehmerschaft und von denen, welche gegen jegliche kriegerische Auseinandersetzung sind. Wirtschaftlich ergo die gleiche Linie wie die AfD, nur mit einem größerem „demokratischen“ Feigenblatt.😉🤣
      Nicht , dass ich mir so eine Zusammenarbeit Wünsche, aber es könnte so kommen.

  19. Sich der Brandmauer anzuschießen war grundlegend falsch, aber das BSW als reiner Mehrheitsbeschaffer der AfD wäre nicht weniger fatal.
    Wieso arbeitet man nicht einmal am eigenen Profil, anstatt sich immerzu nur an andere Parteien anzubiedern.

    Mein Vorschlag wäre:
    1. Keine Koalition mit niemandem. Sachpolitik statt Machtpolitik.
    2. Gegen Rüstung. Keine weiteren Waffenlieferungen an Israel und die Ukraine
    3. Gegen den sozialen Abbau

    Die politische Aufgabe des BSW bestünde dann nicht mehr in irgendeiner Regierung mit zu mauscheln, sondern schlicht darin, zu versuchen, noch das Schlimmste, nämlich den Krieg und die weitere Verelendung zu verhindern.

    1. „Wieso arbeitet man nicht einmal am eigenen Profil, anstatt sich immerzu nur an andere Parteien anzubiedern. …“

      Du hast absolut Recht, aber wie kommst du auf die Idee, dass man im BSW nicht lernfähig wäre? Das eines der Grundübel im Lande, man informiert sich nicht, was ganz einfach wäre, man pflegt lieber seine Vorurteile. Man bräuchte nur hinzuhören, was Sahra Wagenknecht in ihrem Interview bei Overton sagt und auf den Seiten des BSW nachzusehen.

      https://www.youtube.com/watch?v=ZFXiDzT9aD4

      https://bsw-vg.de/kategorie/aktuelles/

      1. Die Monarchin spricht.

        Nun schweige Du und lausche!

        Gerade wenn die Monarchin von Demokratie, Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung redet, lausche besonders andächtig. (Sorry, aber Wagenknechts Gesalbere ist doch schwerlich ernst zu nehmen, wenn man das beschreibt, was ist.)

  20. Wir müssen endlich aufhören, uns mit dem politischen Spaltkeil der Links-Rechts-Zuordnung auseinander treiben zu lassen!
    Worauf es heute mehr als je zuvor ankommt, ist die dringende Vereinigung der „VERNÜNFTIGEN“ gegen die „UNVERNÜNFTIGEN“ zu einem gemeinsamen (Macht-) Block der VERNUNFT. Denn „Vernünftige“ gibt es in (fast) jeder politischen Strömung.
    Und dazu ist vor allem eines von Nöten:
    Man darf NICHT mehr nur ÜBEREINANDER reden, SONDERN muß endlich MITEINANDER reden.
    Insofern ist die Frage: „BSW und AfD: Soll das zusammengehen?“ auch nicht pauschal mit „Ja“ (oder „nein“) zu beantworten (bzw. auf BSW und AfD zu beschränken), sondern dem Test-Kriterium zu unterziehen, ob dieses „Zusammengehen“ einer (vernünftigen) Sache (z. B. demokratische Freiheit im Land und friedliches Miteinander mit unseren Nachbarn zum beiderseitígen Vorteil) dient. Und das ganz OHNE ideologische Restriktionen.
    Das impliziert nicht automatisch, dass man in allen Sachfragen einer Meinung ist.
    Aber wer weiß:
    Wenn Gespräche erst einmal in Gang gekommen sind, ergeben sich bei allen Beteiligten neue Sicht- und Denkweisen, die zumindest das Potential haben, weitere Gemeinsamkeiten zu erkennen bzw. herauszuarbeiten und in der politischen Arbeit umzusetzen.

    1. „Wenn Gespräche erst einmal in Gang gekommen sind, ergeben sich bei allen Beteiligten neue Sicht- und Denkweisen, die zumindest das Potential haben, weitere Gemeinsamkeiten zu erkennen bzw. herauszuarbeiten und in der politischen Arbeit umzusetzen.“

      Das klappt ja noch nicht mal innerhalb der AFD und BSW.

    2. Herrjeh, Ihnen ist klar, daß das auf eine Abschaffung des Parteienkonstrukts hinausliefe?

      Cc: Eure Zeichenvorgaben sind der Diskussion abträglich.

  21. Dass die AFD mit ein paar außenpolitischen Positionen punktet, geschenkt. Sind dort doch die Positionen der sogenannten etablierten Parteien einfach nur irre zu nennen. Aber trotz manch moderat erscheinender Anflüge, lugt bei der AFD doch stets das Anbiedern an den sprichwörtlichen deutschen Spießer und Opportunisten in Reinkultur vom Typ : „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ durch. Das wirkt alles in allem fadenscheinig und auch scheinheilig, zumal grundlegende neoliberale Positionen vertreten und sogar eher noch um den Hautgout eines populistischen Sozialdarwinismus angereichert werden. Außerdem kommt sie mit ihrem Nazifolkloretick etwas altbacken rüber. Gewählt wird sie in rückständigen Regionen von ebensolchen Leuten, die sich immer ein Früher herbeiwünschen, das es historisch nicht gab. Die Brandmauerei hat der AFD bis jetzt mehr genützt als geschadet. Sie profitiert vom Mythos der Systemalternative, die sie definitiv nicht ist und auch nur so viel von ihr sein will, wie sie es vordergründig für opportun hält. Den etablierten Parteien liefert sie eine Folie, um sich selbst als lupenreine Demokraten inszenieren zu können, die sie ebenfalls nicht sind und was ihnen auch von immer weniger Leuten abgenommen wird.
    Für die beiden eine so called Win-Win-Situation, wenn auch eine prekäre.
    Das BSW dagegen ist ein ernstgemeinter Versuch überhaupt linke Positionen in die rezente Politik einzubringen. Positionen wie sie eine SPD längst aufgegeben zu haben scheint und auch solche die von einer woken Reaktion links liegengelassen wurden, als diese das Label „links“ gekapert hat.
    Sicher ist, dass das BSW Fehler gemacht hat, in fast alle offenen Messer und aufgestellten Fallen lief, aber doch noch einigermaßen aufrecht da steht und glaubhaft die Chance hat, sich zu erholen.
    Sich aber mit der AFD gemein zu machen, wäre tödlich.

  22. In diesem Land halte ich mittlerweile alles für möglich!
    Das Wichtigste ist doch schließlich, an die Tröge zu kommen!
    Wer da mit wem….spielt alles keine Geige!

  23. Wieder so eine drollige Geschicht‘!

    Interessant daran ist nicht einmal die Analyse des BSW, sondern die unerschütterliche Hoffnung, politische Erlösung ließe sich irgendwann durch die richtige Parteienkombination herstellen. Das erinnert einen an Schiffbrüchige, die darüber streiten, auf welchem Stück Treibholz das Meer sie retten soll. Früher sollten es linke Sammlungsbewegungen richten, heute erhofft man sich den Durchbruch von einer Annäherung an die AfD. Der politische Heilsbringer wechselt, die Heilssehnsucht bleibt. Kaum sitzt der eine am Koalitionstisch, wird schon der nächste als Revolutionär gehandelt!

    Bizarr auch, dass das BSW einerseits als „Anti-Establishment-Kraft“ gefeiert und dann dafür kritisiert wird, dass es sich in Regierungen wie alle anderen verhält. Doch wozu gründet man denn eine Partei, wenn nicht, um irgendwann zu regieren? Um irgendwann die Macht zu erringen? Wer sich als Anti-System-Kraft inszeniert, entdeckt erstaunlich schnell, dass das System überraschend bequeme Sitzplätze bereithält.

    Das Hauptproblem scheint ohnehin nicht im Gerangel um das richtige Bündnis, sondern im Klammern an Parteien zu liegen. Der Glaube, Deutschland werde durch eine neue Farbkombination erlöst, ähnelt dem Versuch, ein morsches Haus durch Umstellen der Möbel zu sanieren.

    Statt ständig über Koalitionen, Brandmauern und Lagergrenzen zu debattieren, wäre es sinnvoller, die eigene Abhängigkeit von politischen Heilslehren zu hinterfragen. Wer seine Hoffnungen an Parteien delegiert, landet am Ende bloß bei der Enttäuschung über die nächste Truppe.

    Besser also, du beginnst dich von diesem Laientheater zu emanzipieren. Wer dagegen weiter auf die richtige Partei wartet, gleicht einem Sklaven, der nur seinen Herrn wechseln möchte.

    1. @Sepp Gladiola

      Ihr Kommentar beinhaltet ein verräterisches Wort: „politische Erlösung“.

      Ich denke, dass dieses Wort weitaus mehr über IHRE eigenen Maßstäbe und Hoffnungen verrät als über die Gedanken von AfD und BSW. Unser „Erlösung“ scheint für Sie alles bedeutungslos zu sein.
      Bezeichnenderweise verwenden Sie das Wort „erlösen“ sogar noch einmal:
      „Der Glaube, Deutschland werde durch eine neue Farbkombination erlöst, ähnelt dem Versuch, ein morsches Haus durch Umstellen der Möbel zu sanieren.“
      Es geht Ihnen also um viel, es geht Ihnen um mehr als nur das Bestehende etwas zu sanieren.
      Immer lieber die Taube auf dem Dach haben wollen als den Spatzen in der Hand …

      Um „Erlösung“ geht es der AfD und dem BSW nicht, und für einen Nationalkonservativen ist allein schon das Wort („erlösen“) ein bisschen anrüchig, ja fast unanständig. Es gibt keine Erlösung!! Es gibt hier auf Erden und losgelöst von Religion sowieso prinzipiell NIE so etwas wie Erlösung. Es gibt immer nur ein kleines bisschen besser oder nicht. Gleichzeitig gilt aber die Regel: „Schlechter geht immer!“

      Was Herrn Schoepe, Frau Wagenknecht und mir vorschwebt, das hat null Komma nichts mit Erlösung oder oder einer Vision zu tun, sondern lediglich damit, auf diese Weise Sand im Getriebe zu sein und das nahezu ungestörte Funktionieren eines selbstzufriedenen und politisch desaströs handelnden Parteienblocks zu stören. Das zu schaffen, wäre schon viel, wäre sehr viel. Und ich bin ziemlich sicher, dass mir der obige Autor Herr Schoepe da auch rasch zustimmen würde. Mehr ist sowieso unmöglich.
      Schoepe spricht ja auch nicht von „Koalition“ oder „Freundschaft“.

      Und wenn das nicht klappt, dann liegt das mal wieder an dieser verdammten Alles-oder-Nichts-Mentalität der Linken und dem Träumen von der Taube auf dem Dach … !!!
      In diesem Sinne: Wer hat uns verraten? Die Träumer!

      1. Dein Eifer ehrt Dich, Wolfgang – aber du kämpfst gegen Windmühlen.

        Erstens: Ich bin kein „Linker“. Ich bin überhaupt kein Partei- und Kostgänger. Wer sich weigert, sein Heil an eine Parteifahne zu knüpfen, steht nicht automatisch „links“, „rechts“ oder sonstwo – er steht schlicht außerhalb der allgemeinen Parteifrömmigkeit.

        Zweitens: Ich bin auch kein „Träumer“. Im Gegenteil! Der Träumer ist derjenige, der glaubt, eine neue Konstellation am Kabinettstisch werde den politischen Charakter von Macht verändern. Ich unterstelle weder AfD noch BSW per se „Erlösungsfantasien“. Aber ich beobachte die Erwartungshaltung ihrer Anhänger. Und die hat oft etwas Heilsbedürftiges.

        Drittens: „Erlösung“ ist hier kein theologischer Begriff, sondern ein psychologischer. Man hört sie doch heraus – die Sehnsucht nach dem Durchbruch, nach dem „echten Politikwechsel“, nach dem großen Bruch mit dem „Block“. Auch in deinen Zeilen. Wenn du darüber schreibst „Sand im Getriebe“ sein zu wollen, klingt das auf den ersten Blick bescheiden. Aber auch darin schwingt die Hoffnung mit, das Getriebe möge endlich knirschen und schließlich stehenbleiben. Das ist kein Sakrament – aber es ist Erwartung.

        Mein Einwand dagegen ist nüchtern: Parteien sind Werkzeuge der Macht. Wer sie gründet, will gestalten – und wer gestalten will, muss Kompromisse schließen. Das ist keine moralische Anklage, Wolfgang. Das ist eine Beobachtung von Zuständen und Entwicklungen. Ich habe sie alle kommen und gehen gesehen – ob NPD, APO, Grüne, REP, Schill, oder „Piraten“. Wer „Anti-Establishment“ sagt und dann in Ministerbüro und Parteienfinanzierung landet, handelt nicht verräterisch, sondern folgerichtig. Das System absorbiert Opposition, weil Macht genau so funktioniert.

        Du schreibst: Es geht nur um „ein kleines bisschen besser“. Gut. Aber warum dann deine laute Empörung, wenn jemand darauf hinweist, dass auch dieses „kleine bisschen“ regelmäßig im Betrieb der „Realpolitik“ verdunstet? Das wirkt auf mich wie die Verteidigung einer Hoffnung, die du dir nicht nehmen lassen willst. Vielleicht ist es auch weniger mein Kommentar, der dich störte, als die Möglichkeit, dass ich hier schlicht benannte, was immer geschieht.

        Meine Philosophie gründet nicht in Verachtung. Sondern in Nüchternheit. Ich suche keinen neuen Herrscher. Ich suche auch keine perfekte Partei. Ich suche Menschen. Und ich fragte bloß, warum ihr immer wieder erwartet, dass ausgerechnet die nächste Farbkombination anders sein werde als die vorherige.

        Das ist keine Träumerei – das ist Skepsis. Und Skepsis ist die Weigerung, Wunschdenken mit Wirklichkeit zu verwechseln. Ich binde meine Würde nicht an Wahlergebnisse.

        1. @Sepp Gladiola

          Ein guter Kommentar, bei dem ich zwar nicht überall mitgehe, der aber trotzdem gut ist.

          „Ich unterstelle weder AfD noch BSW per se „Erlösungsfantasien“. Aber ich beobachte die Erwartungshaltung ihrer Anhänger. Und die hat oft etwas Heilsbedürftiges.“
          Ja, das mag sein.

          “ … aber du kämpfst gegen Windmühlen.“
          Ich weiß. Ist so ein Wesenszug von mir. Auf der Seite der Sieger zu stehen, stehen zu wollen, ist doch irgendwie auch allzu billig. Oder?

          Ob ich Hoffnung habe? Nun, es heißt ja, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Sie bewegt sich bei mir aber definitiv nicht auf dem prosaischen Level von Steuerpolitik und Rente, sondern betrifft im Gegensatz zum unten stehenden Einwurf von @Anke Ehlers eher die größeren Fragen. Also z.B. Krieg oder Frieden, molekularer Bürgerkrieg oder nicht.

          Und wer, wie diese Kommentarschreiberin, die Bündnispartner des BSW darüber hinaus in erster Linie in der sog. „Zivilgesellschaft“ suchen will, der offenbart doch, dass zwischen ihm selbst und dem von den Regierungen gepamperten und finanzierten Vorfeld des regierenden Parteienkonglomerats so gut wie kein Unterschied besteht.

          Sie haben recht, mein Kommentar galt weniger Ihnen – schließlich kenne ich Sie ja gar nicht – sondern Leuten, die so denken und fühlen, wie es aus Ihrem Kommentar auch gedeutet werden kann. Und diese Leute gibt es natürlich zuhauf! Auch hier im Forum.

          Das sind dann Leute, die – Kurzsichtigen ähnlich – immer nur auf konkrete Einzelthemen (z.B. Steuerpolitik) gucken und große Mühe haben (freundlich formuliert), die Gesamtsituation in der wir heute sind, überblicken zu können. Nun gut, wer mag sich anmaßen zu behaupten, dass er das ganze Feld überblickt? Das tue ich natürlich auch nicht. Aber es gilt hat immer die Frage nach dem etwas mehr oder etwas weniger.

          Eine kleine Gemeinsamkeit bei uns ist vermutlich die altersreife und desillusionierte Distanz zum politischen Betrieb und seinen Wortungetümen, Idealen und Versprechungen sowie dem entweder bloß opportunistischen oder schlichtweg dummen Ehrgeiz und Denken der Vielen …

          1. Vielleicht haben wir diese Gemeinsamkeit, von der du sprichst, die Distanz zum politischen Theater. Aber genau hier beginnt auch der Unterschied:

            Zitat 1: „Auf der Seite der Sieger zu stehen, stehen zu wollen, ist doch irgendwie auch allzu billig. Oder?“

            Wieso findest du das billig? Ich stehe jeden Tag auf der „Siegerseite“. Nicht weil meine Partei gewinnt, sondern weil ich in keinem Fanclub bin und mich nicht abhängig mache. Wer seine Freiheit nicht an Wahlausgänge bindet, kann schwer besiegt werden.

            Du sorgst dich auch um die großen Fragen. Das verstehe ich. Aber gerade dann würde ich empfehlen, die Aufmerksamkeit weniger auf Parteien und mehr auf das eigene Leben zu richten. Der alte Diogenes zeigte bereits, dass man jeden Tag einen Gewinn erzielen kann: indem man unabhängiger wird von Anerkennung, Moden, Ämtern, Besitz und den Erzählungen der Mächtigen. Das ist ein Sieg, den keine Regierung rückgängig machen kann.

            Auch ich habe übrigens kein Zutrauen in die sogenannte „Zivilgesellschaft“. Der Staat finanziert Vereine, die Vereine legitimieren den Staat, und beide nennen das dann „bürgerschaftliches Engagement“. Oft ist das bloß die höflichere Verwaltung des Konformismus und Selbstbeweihräucherung.

            Zitat 2: „Und diese Leute gibt es natürlich zuhauf! Auch hier im Forum.“

            Mag sein. Unten meint ja sogar einer „Corona“ sei ihm „politisch und wahltechnisch nicht wichtig“ gewesen. Es ist bezeichnend, dass manche die Suspendierung elementarer Freiheitsrechte für politisch nebensächlich halten, solange ihre bevorzugten Sachthemen unangetastet bleiben.

            Die Freiheitsfrage, gerade unter Bedingungen des Ausnahmezustands, halte ich zumindest für wichtiger als viele tagespolitische Debatten. Nicht weil sie die einzige Frage wäre, sondern weil sie gezeigt hat, wie bereitwillig Menschen ihre Selbstständigkeit gegen scheinbare Sicherheit eintauschen. Einige verwiesen zurecht darauf, dass nach dem Lockdown bloß vor dem Kriegsrecht sei.

            Aber man sollte nicht vergessen: Auch die großen Erzählungen können zur Verblendung werden. Wer nur auf das Ganze schaut, übersieht oft den Menschen vor sich. Wer nur auf das Detail schaut, das Ganze. Die meisten irren auf ihre Weise.

            Schließlich meinst du noch „es gilt hat immer die Frage nach dem etwas mehr oder etwas weniger.“ Meine Gegenfrage lautet: Mehr oder weniger wovon? Mehr Freiheit? Mehr Abhängigkeit? Mehr Selbstverantwortung? Mehr Herdenzugehörigkeit?

            Wenn wir etwas Gemeinsames haben, dann vielleicht die Ablehnung des laufenden Betriebs. Wenn du darüber hinausgehen möchtest, dann werde konsequenter: Erwarte weniger von bestimmten Parteien, Institutionen oder Staaten und mehr von Menschen. Vor allem von dem Menschen, dem du morgens im Spiegel begegnest.

          2. Ihre beiden Kommentare geben die gesellschaftlich-politische Realität wieder. Parteien können nur vorhandene Spielräume nutzen und die sind gering. Die Frage ist: was passiert politisch wenn das Land sich total in einer Sackgasse festgefahren hat? Wann erreichen wir diesen Zeitpunkt ? Ein Blick in die Geschichte von solchen Situationen macht nicht grade Hoffnung. Gestern gab es eine Demo in Berlin die ein Mann aus Hoyerswerda organisiert hat. Ist das ein Signal dass etwas jenseits von Parteien in Bewegung kommt ?
            Nichts tun ist definitiv auch keine Lösung.

      1. „Hervorragend geschrieben und extrem sauber argumentiert!

        Lassen Sie uns jetzt eine Partei gründen!“

        Ihre unbegründeten Schmeicheleinen an @Sepp und Ihre Aufforderung an seine Adresse stehen im absoluten Widerspruch. Offensichtlich merken Sie es gar nicht.

  24. Sorry, aber der Artikel guckt nur auf die Oberfläche der Programmtik der beiden Parteien. Die Lösungswege und Zielensind dabei fundamental unterschiedlich. Daher sagt dass BSW auch zwar schon lange, dass es gegen die Brandmauer ist, und dass es Zusammenarbeit in Sachfragen geben kann (meint Anträge werden der Sache nach abgestimmt), Zusamnenarbeit darüber hinaus wird es jedoch nicht geben.
    Beispiele: AfD lehnt Ukrainekrieg ab, weil er BRD Geld kostet, BSW jedoch lehnt Krieg generell ab aus Gründen Konflikte mit anderen Mitteln behoben werden sollen.
    Beide wollen Rente von um die 70 Prozent, AfD aber durch Aktienrente, während BSW als Weg dahin alle einzahlen lassen will.
    Bei Migration will AfD Assimilation und alle raus, BSW will Integration und nur illegal Eibgewanderte raus.
    Bei Wirtschaft will AFD Steuern senken zwar für alle, dabei profitieren die obere Mittelschicht und die Oberschicht , BSW will Entlastung für untere und mittlere Schicht. AfD für Schuldenbremse strikt behalten, BSW will mindest viel Lockerung für staatliche Investitionsprogramme. So geht es weiter auch in der Sozial- und Bildungspolitik. Es ist zu erkennen, dass die AfD die meisten Überschneidungen mit der FDP hat und nur wenige mit dem BSW.
    Strategisch wäre es außerdem nicht schlau als um die 5 Prozent Partei mit einer um die 30 Prozent Partei zusammen zu arbeiten, da kann eine kleine Partei nur ihr Profil in der Öffentlichkeit verlieren, es muss vielmehr sein eigenständiges Profil stärken um besser wahrgenommen zu werden.
    Natürlich kann ich die Ungeduld mancher im BSW verstehen, und vielleicht fühlen sich mache ohnmächtig gegenüber dem was politisch grade weiterhin passiert, aber ein Zusammengehen mit der AfD wird das BSW zersplittern. Bündnispartner sollten wir in der Zivilgesellschaft suchen wie Friedensgruppen, Gewerkschaftsmitglieder gegen Aufrüstung, Sozialverbänden, Krankenhauspersonal etc.

    1. Liebe Anke, ich stimme da weitgehend zu!
      Ich mag am BSW die soziale Frage, BürgerInnenbeteiligung, Friedenspolitik- mindestens nicht extrem viel Kohle für das Militär- Ja zu Verhandlungen mit Russland, ohne Kult um und Vergötterung von Russland, eine realistische Migrations- und Kriminalitätspolitik, Corona mir politisch und wahltechnisch nicht wichtig

      1. Ich kann diese Verherrlichung des BSW nach dem Abgesang besonders in Thüringen nicht verstehen, zumal das BSW ja letztich nur eine umgeschminkte Linke (um nicht zu sagen: eine Trans-Linke, also nicht mal mehr funktional) ist – also genauso ein Blinddarm, welcher zwar will, dass allen alles bezahlt wird, nur, woher die Kohle nehmen ohne zu stehlen, das weiss auch das BSW nicht – also wollen die genauso allen alles stehlen – zumindest denen, die noch was haben – Hauptsache, dass am Ende alle Nichts haben, weder zu essen noch sonstwie.
        Und die Deutschen sind ja auf bestem Wege dahin – nicht wegen dem BSW, aber wenn das BSW was zu sagen hätte, wäre der Weg derselbe.

        1. Das ist nicht so. Das BSW sagt wie es finanzierbar ist. Steht u. a. im Bundestagswahlprogramm und in ausgearbeiteten Maßnahmen für eine gute Rente.
          Gerade normal Einkommen und Wenigeinkommen will sie nichts nehmen. BSW macht im Unterschied zu Die Linke klare Friedenspolitik und setzt sich für die arbeitende Bevölkerung ein sowie gegen unkontrollierte Migration statt offene Grenzen.

  25. Zitat:
    „Das BSW könnte in einer solchen Konstellation soziale und friedenspolitische Akzente setzen und gleichzeitig verhindern, dass die AfD von neoliberalen oder transatlantischen Kräften dominiert wird.“

    Ja klar, in einer solchen Konstellation wird der Schwanz genau so mit dem Hund wedeln, wie er es in Thüringen mit der CDU schafft.

  26. Wenn man endlich die Ideologie weglassen würde und dort wo die AFD tatsächlich mal einen vernüftigen Vorschlag einbringt diesen auch als einen Vorschlag zu einem Thema zu behandeln und vicht einfach pauschal -abzubügeln-.

    Das ist das Problem aller Parteien, diese bonierte Voreingenommenheit obwohl etwas sachlich und thematisch richtig ist wird es einfach abgelehnt weil es von der AFD kommt.

    Deswegen muss man nicht koalieren oder einen „Bund“ schmieden, sondern man kann bei Themen zusammen arbeiten bei denen Überschneidungen bestehen, was aber nicht heißt das man jetzt „best buddy“ ist sondern eine nüchterne und formale Zusammenarbeit um ein Thema voran zu bringen. So wie es in einer Demokratie üblich sein sollte.
    Das ist kein Schönheitswettbeweb sondern die Repräsentanz der Mehrheit von der man fast ein drittel der wahlberechtigten Bevölkerung ausschließt, einfach mal so.

    Die AFD kann man nicht ignorieren, das BSW wird einfach ignoriert. Wäre Frau Dagdelen nicht, hätte ich meine Stimmen bei den letzten Wahlen (Berlin und Bund) ungültig gemacht, so von wegen Bienchen und Blümchen auf dem „Waschzettel“.

    Da gibt es auch weiterhin genug Reibungsfläche zur AFD das daß BSW evtl. mal etwas an Profil gewinnen könnte.

    Und mal etwas passende Musik wenn man den großen öffentlichen Auftritt hat, das fällt mir gerade mal so ein wo da im „modernen Radio“ von John Farnham You’re the voice läuft. Am liebsten würde ich es jetzt laut auf der Straße brüllen.
    Ach so ein Dreck, ich habe die -Bohlen Steuer- aka. GEMA vergessen.

  27. Ein schwieriges Thema..

    1932 Wollte der damalig Reichskanzler Franz v. Papen den Reichstag auflösen um damit seinen nationalkonservativem Kurs gegen den demokratisch gewählten Reichstag durchzusetzen. Wie sein Vorgänger Heinrich Brüning konnte auch von Papen nur noch mit Notstandsverordnungen regieren.

    Als von Papen zusammen mit Hindenburg sich dann anschickte die SPD Landesregierung von Preußen abzusetzen stellte damals die KPD einen Misstrauensantrag gegen v. Papen. Der führte dann letztendlich zu Neuwahlen bei denen die DNVP und die NSDAP gewaltig Stimmen eingebüßt hatten.

    Wäre Hindenburg nicht bestechlich gewesen hätte es vermutlich keinen Reichskanzler Hitler gegeben..

    https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/513/der-korrupte-kriegsverbrecher-7275.html

    Hitler kam nicht mit demokratischen Mitteln an die Macht, sondern er wurde mithilfe der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals und der Erpressung Hindenburgs ins Amt geputscht und nutzte dann die Macht des Amtes um die Demokratie in Deutschland zu beenden..

    Wie auch immer, dieser Misstrauensantrag den die KPD machte , weil Hindenburg die Moarchie wieder einführen wollte wird heute von „reaktionären Witzbolden“ dazu missbraucht der KPD eine zusammenarbeit mit der NSDAP nachzusagen , denn nach deren Meinung hätte es ohne den Misstrauensantrag keine Neuwahlen und auch keine Machtübernahme gegeben.. (Dieser Antrag wurde aber auch von allen Parteien außer der DNVP und der DVP unterstützt )

    Mann sieht also wie schnell sich historische Tatsachen verdrehen und verfälschen lassen und man dann in ein schlechtes Licht gerückt wird..

    Ich denke im Parlament sollte man zusammenarbeiten wo die Zusammenarbeit passt. Wenn es also z.B um eine Direktdemokratie nach schweizer Vorbild geht, dann kann man dem zustimmen und vielleicht selbst noch etwas ergänzen. Das funktioniert aber nur dann wenn man die politischen Ziele genau formuliert und sich nicht auf irgendwelche „Omnibus“ Mauscheleien (Getetzespakete) einlässt denn so etwas nagt dann an der Glaubwürdigkeit..

    Zusammenarbeit sollte deswegen natürlich nur sehr spezifisch und Themenbezogen stattfinden. Auch eine Koalition ist nicht notwendig solange man einfach bei Themen die beide Seiten unterstützen zusammenarbeitet und sich genau an den Details profiliert die den Unterschied ausmachen..

    Koalitionen führen meistens nur dazu, dass alle Seiten politisch an Ansehen verlieren da alle Parteien zum Wohle der Koalition an Profil aufgeben. Es ist meiner Meinung nach wesentlich demokratischer die Dinge als Fraktion im Parlament auszuhandeln und sich außerhalb einer Koalition zu einigen, oder auch nicht..

    Wenn alle nur dem Wohl der Menschen dienen wollen, dann sollte das ja eigentlich nicht das Problem sein oder ?
    Ich halte es auf der anderen Seite für dumm und undemokratisch sich guten Vorschlägen in den Weg zu stellen, bloß weil Sie von einer anderen Seite kommen (Und das gilt für alle Seiten)..

    Die große Schwierigkeit besteht natürlich darin das eigene Profil klar herauszustellen und sich nicht politisch vereinnahmen zu lassen. Man sollte natürlich auf seiten der „linken Kräfte“ auch darauf achten sich nicht die Initiative nehmen zu lassen denn auch das lässt die „linken Kräfte“ kraftlos aussehen.

    Wenn man aber gute Ansätze (Wie zum Beispiel den Wunsch nach einer friedlichen Lösung mit den Russland) boykottiert weil sie von „rechts“ kommen dann erweist man den Wählerinnen und Wählern einen „Bärendienst“ und treibt damit viele zur Gegenseite. Statt dessen sollte man die Konzepte weiter denken und eine „linke“ Variante davon entwickeln die den Kernthesen linker Politik besser entspricht und die Vorschläge ergänzt statt zu blockieren, zumindest in den Punkten in denen sich Gemeinsamkeiten zeigen. Das nennt sich „Konsens-Bildung“ und ist ein integraler Bestandteil der menschlichen Zivilisation ! Das sollte auch dazu beitragen Politik klarer und die Parteiprogramme verständlicher zu machen.

    Eine Koalition braucht es dazu auch nicht, denn Demokratie braucht keine „mauschel Koalitionen“, solange man sich bei den Entscheidungen einigen kann. Denn falls sich das Parlament nicht einigt, kann man die Dinge dann ja auch als Volksabstimmung regeln..

    Insofern sollte es keine Brandmauern geben aber sehr wohl klare Abgrenzungen und Unterschiede. Diese sollten jedoch einer zusammenarbeit nicht generell im Wege stehen..

    Eigentlich sollte man das eher Sportlich sehen, wenn also die AFD z.B eine Demo macht um ein Ende der März Regierung und frieden mit Russland zu fordern sollte man das als „linke Kräfte“ unterstützen indem man eine eigene Demo macht die genau das gleiche fordert aber eine „linke“ Variante davon. Es würde keinen Sinn machen diesen Forderungen zu wiedersprechen aber es macht Sinn einen links-solidarischen „Twist“ in die Diskussion zu bringen..

    Politik sollte bedeuten die Menschen zur optimalen Lösung für die zugrunde liegenden Problematiken zu führen und mit „optimal“ meine Ich die beste Lösung für die größtmögliche Anzahl von Menschen..

    Mfg Makrovir

  28. Ja, wenn das kein Dammbruch ist. Der Autor, Mitglied des BSW, macht sich stark für eine Querfront von links mit einer pro-faschistischen Partei.

    1. Einen klaren Hang zum Faschismus kann man mittlerweile bei allen Parteien konstatieren, wobei in meinen Augen die GRÜNEN hier besonders dynamisch voranschreiten.

  29. Dieses Tralala um die AfD ist einfach nur albern. Es ist doch offensichtlich, dass das BSW als Konkurrenzprojekt zur AfD gegründet wurde. Es ist genauso offensichtlich, dass das BSW selbstverständlich mit der CDU, SPD und Linke gemeinsame Sache macht, wenn ausreichend Brosamen vom Tisch fallen. Da interessiert nicht das Gewschwätz vor der Wahl.
    Eigentlich müsste man sich weder zur AfD noch zu SPD, CDU, Grüne, Linke großartig positionieren. Wenn Vorschläge dieser Parteien dem BSW – nicht nur deren Großkopfeten, sinnvoll erscheinen, dann wird zusammengearbeitet. Oder man sucht sich beliebige Mehrheiten für die BSW-Projekte bei den anderen Parteien. Fertig das Thema.

    Das BSW wird nicht in die Landtage kommen. Also braucht man sich um das Thema Zusammenarbeit mit der AfD auch keinen allzu großen Kopf machen. Allerdings käme eine Koalition mit der AfD oder entsprechende Gedankenspiele wohl eher nicht so gut an bei einem erheblichen Teil des BSW-Klientels.

    Lese ich mir das Wahlprogramm des BSW für Sachsen-Anhalt durch, finde ich nicht sehr viel fundamental Kritikwürdiges. Programmatisch wäre diese Partei für mich absolut wählbar. Sogar eine aktive Mitgliedschaft könnte ich mir gut vorstellen. Auch wenn alles altbacken wirkt und einen geradezu unheimlichen 80er Jahre Charme mit passenden Umsetzungansätzen versprüht..

    Allerdings werde ich dies Partei in absehbarer Zeit weder wählen noch deren Mitglied werden. Das BSW ist ein Elitenprojekt von linken Berufspolitikern und Intellektuellen, die in atemberaubender Arroganz behaupten zu wissen, was richtig und was falsch ist. Die zu führenden Debatten in unserem Land finden auch im BSW nicht wirklich statt. Nach außen soll eine angebliche, tatsächlich nicht vorhandene Geschlossenheit demonstriert werden.

    Das BSW ist und bleibt Wagenknechts Privatpartei. Wie heißt es auf der Bundes-BSW-Seite so schön zu den BSW-Kandidaten in Sachsen-Anhalt? „Sahras Wahl für Sachsen-Anhalt: Claudia Wittig Thomas Schulze“. Das ist schon grenzwertig anmaßend und außerordentlich dämlich.

    Wagenknecht hatte und hat Berührungsängste mit den einfachen Menschen. Die Menschen und deren Problem interessieren sie gar nicht. Sie kann darüber nur theoretisieren. Kann sich ernsthaft jemand Wagenknecht bei einer Tafel, in einer Obdachlosenunterkunft, in einem Altenverwahrheim beim Pfannenwechsel oder als Kindergärtnerin vorstellen? Ich nicht. Oder kennt jemand Bilder und Nachrichten von einer Wagenknecht in solchen Einrichtungen? Wagenknecht wirkt kalt und unnahbar, stets belehrend und allwissend. Sie ist nicht die mediale Triebkraft sondern der Hemmschuh der Wagenkechtpartei. Es sind neue Gesichter, unverbrauchte zu suchen und zu finden. Sie sollte aus dem Rampenlicht gehen, wenn ihrem Projekt noch eine Restchance auf Überleben bleiben soll.

  30. 80 % der BSW Mitglieder würden keine Koalition mit der AfD bilden. Es wäre das Ende der Partei.
    BSW bedeutet nicht nur Friedens und Anti Corona Politik ,sondern auch gerechte Wirtschaftspolitik,eine Unterstützung derjenigen die weniger haben und eine gerechtere Verteilung der Vermögen. Die Neoliberale Politik einer rassistischen Partei wie die AfD ist damit unvereinbar. Was Herr Schoepe vorschlägt ist gefährlich und würde das endgültige Ende des BSW bedeuten.

  31. – In dieser Hinsicht muss man konstatieren, dass die traditionellen politischen Kategorien „links“ und „rechts“ heute weitgehend ihre Bedeutung verloren haben,

    Das haben sie ganz sicher nicht.

    Das Problem des BSW ist m. E. nicht die fehlende Zustimmung zu einer Zusammenarbeit mit der AfD, sondern dass es ein elitäres und bürgerfernes und kein besonders linkes Projekt ist. Programmatisch ist es eher klassisch sozialdemokratisch verortet, was heute wohl kaum noch jemanden vom Hocker haut. Ein pragmatisch linke Partei könnte da schon eher punkten. Ich denke dabei an den Schulz-Wahlkampf 2017 und das Auf und Ab der Zustimmung nach einigen linken Äußerungen und dem raschen Rückrudern.

    – Statt als grundlegende Alternative wird das BSW seither für viele als Teil des bestehenden politischen Systems wahrgenommen.

    Das trifft m. E. auf die AfD noch sehr viel mehr zu, nur wird es von politisch eher wenig informierten Bürgern nicht so wahrgenommen. Viele Wähler wollen die AfD wählen, um die anderen Parteien zu bestrafen, nicht weil sie programmatisch mit der Partei einverstanden sind. Das ist eher eine emotionale Angelegenheit und könnte für viele nach hinten losgehen. So beklagt sich ein älterer Herr hier immer über den disfunktionalen ÖPNV und auf meine Äußerung, dass die AfD hier keinerlei Konzepte hat, guckt er nur dumm. Versprechen kann man (sich) viel, Veränderung erfordert aber grundlegende Visionen und konkrete Sachkenntnisse bei der Umsetzung.

    Das sehe ich derzeit bei keiner Partei.

  32. Nochmal ein Blick nach Sachsen-Anhalt. Neuestes Umfrageergebnis: AfD braucht noch 1 Sitz (heißt 42 von 83) im Landtag zur absoluten Mehrheit! Voraussetzung dafür ist u. a., daß der SED-Ableger unter der 5%Hürde bleibt. Wie ich oben schon schrieb, sie schaffen es allein oder überhaupt nicht. Brandmauer wirkt!

  33. Der Artikel beschreibt viele Entwicklungen zutreffend, lässt aber aus meiner Sicht die eigentliche Ursache des Problems außen vor. Das BSW hat sich nicht deshalb geschwächt, weil es zu wenig über das Verhältnis zur AfD diskutiert hat, sondern weil es unmittelbar nach seiner Gründung genau das getan hat, was viele seiner Wähler nicht erwartet hatten: Es hat sich auf Regierungskoalitionen mit den etablierten Parteien eingelassen.

    Das BSW wurde von vielen Menschen nicht gewählt, weil sie eine weitere Variante des bisherigen Politikbetriebs wollten. Es wurde gewählt, weil es den Anspruch erhob, eine echte Alternative zu sein. Wer jedoch als Alternative antritt und anschließend mit genau den Kräften koaliert, von denen sich viele Wähler bewusst abwenden wollten, beschädigt zwangsläufig seine Glaubwürdigkeit.

    Deshalb überrascht mich der spätere Vertrauensverlust überhaupt nicht. Die Partei hat ihr wichtigstes Kapital – ihre politische Eigenständigkeit – viel zu früh aufs Spiel gesetzt. Die Wähler haben darauf reagiert.

    Gerade deshalb halte ich die kategorische Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD für einen Fehler. Damit ist nicht gemeint, dass beide Parteien identisch wären oder in allen Fragen übereinstimmen müssten. Aber Politik sollte sich an Sachfragen orientieren und nicht an politischen Tabus. Dort, wo es in wichtigen Fragen gemeinsame Positionen gibt, sollte Zusammenarbeit möglich sein.

    Persönlich halte ich eine Kooperation zwischen BSW und AfD sogar für eine interessante Perspektive. Nicht weil ich glaube, dass dadurch alle Probleme gelöst würden, sondern weil daraus möglicherweise neue Ideen, neue politische Ansätze und eine Dynamik entstehen könnten, die dem festgefahrenen politischen Betrieb in Deutschland fehlt. Nach Jahren immer ähnlicher Koalitionen und immer gleicher Debatten wünschen sich viele Bürger schlicht, dass neue Wege ausprobiert werden.

    Ob eine solche Zusammenarbeit erfolgreich wäre, kann niemand sicher wissen. Aber die bisherige Strategie des BSW hat sichtbar an Zustimmung gekostet. Vielleicht liegt die eigentliche Lehre darin, dass man den Mut haben muss, politische Optionen nach ihrem Inhalt zu bewerten und nicht danach, ob sie den bisherigen Gewohnheiten des politischen Betriebs entsprechen.

    1. „Es hat sich auf Regierungskoalitionen mit den etablierten Parteien eingelassen.“

      Wenn eine Partei Probleme mit dem regieren hat soll die nicht bei Wahlen antreten!, ganz einfach.

  34. Der Beitrag ist an apolitischen Peinlichkeiten nur schwer zu übertreffen. Mit seiner Häme gegen links, fernab jeglichen rationalen Gehaltes, macht der Autor klar, wo, zumindest bei ihm, die ideologischen Scheuklappen in dieser angeblich von Vernunft geplagten Organisation verlaufen.

    Jeder Versuch einer AfD -Light beschleunigt den Weg des BSW in den Abgrund. Der Versuch auf einen abgefahrenen Zug noch aufspringen zu wollen, hat politisch noch nie funktioniert und immer nur dem Original genutzt. Es läuft dann wie beim Zauberlehrling mit seinem Meister.

    Die Aufzählung der Gemeinsamkeiten mit einer militaristischen AfD, der die Plünderung des Staatshaushaltes für Hochrüstung nicht weit genug gehen kann, deren Kritik an der heutigen Regierung sich alleine darauf beschränkt, künftige Kriege auf eigene, nationale Rechnung führen zu wollen, bedeutet nichts anderes, als die Aufgabe des friedenspolitischen Kerns der BSW. Es zeigt die fehlenden Beschäftigung des Autors mit dem Thema. Frieden ist für das BSW, jenseits der Wahlpropaganda, so bereits jetzt absehbar irrelevant.

  35. Wer frei diskutieren will:

    h#ttps://magma-magazin.info/2026/05/bernd-schoepe/das-bsw-am-scheideweg-des-interregnums/

    „Über das schwierige Verhältnis zur AfD – Zehn Thesen für eine klare Positionierung, mit der das BSW die politische Repräsentationslücke in Deutschland erfolgreich schließen kann“

    … aber wer will hier das schon …

    Simulacrum

  36. Ich wünsche mir mehr realistische Artikel über das BSW im Overton!
    Auch dieser vorliegende ist eine verschwommene und AfD-geprägte Sicht auf das BSW, die das BSW nicht weiterbringt, jedenfalls nicht über die 5%-Grenze. Die 5%-Grenze ist viel wichtiger als die Brandmauer! Die Brandmauer ist eine AfD-Diskussion. Was ich im BSW zur Brandmauer an ständiger Beschwörung erlebe, ist weit überwiegend fremdgesteuert und für das BSW unwichtig.

    Die Wähler des BSW haben früher oft SPD und außerdem Linkspartei gewählt. Die Wählerwanderungen zeigen, dass ehemalige AfD-Wähler zu vernachlässigen sind. Hier irrt Schoepe und verbreitet falsche Aussagen: Richtig ist, ehemalige AfD-Wähler wählen kaum BSW und sind zu vernachlässigen. — Das ist ein weiterer Grund, warum das BSW sich als linke Partei verstehen sollte! Es kann sonst seine möglichen Wähler nicht erreichen.

    Zu den Stammwählern des BSW gehören in seinen Hochburgen auch die migrantischen Arbeiter (der 1., 3. oder 100. Generation nach der Einwanderung: das ist euer Problem). Sie gibt es ebenso auch im Osten (macht die Augen auf!). Sie sind Arbeiter, sehen sowohl den Sozialabbau als auch die deutsche Kriegspolitik sehr kritisch und nehmen die BSW-Flyer so gern wie kaum eine andere Gruppe.

    AfD-nahe Leute betonen oft das „Konservative“ (was sie darunter identitätspolitisch verstehen, aus meiner Sicht eher Altbacken oder sogar Aluhut). Das ‚links‘ des Linkskonservativen halten sie für eine überlebte „Jugendsünde“. Sie sehen das BSW gern als eine blau eingefärbte kleine Schwester. Ich habe selber erlebt, dass solche blauen Anhänger der kleinen Schwester andere Mitglieder aus dem BSW rauszudrängen versuchen. Wenn sich das BSW nicht schleunigst von diesen Tendenzen löst, erreicht es seine Wähler nicht und hat keine Zukunft.

  37. Weenn diese Sicht die Wahrnehmung innerhalb des BSW dominieren sollte, wird es das mit dem BSW für immer gewesen sein. Wahr ist, dass die Konstellation mit den Regierungsbeteiligungen zu diesem Zeitpunkt extrem ungünstig für eine junge unvorbereitete Partei waren.
    Es geht aber an der Realität vorbei, alleine diese Regierungsbeteiligungen als Ursache der Probleme zu interpretieren. Kaum die Hälfte der Bevölkerung weiss, welche Konstellation auf Landesebene einen zur Zeit regiert. Dazu gibt es ab und an Umfragen. Schädlich war vielmehr der toxische Umgang der BSW- Protagonisten bezüglich Thüringen untereinander, eine Schlammschlacht in aller Öffentlichkeit zu zelebrieren, welche an die schlimmsten Zeiten in den LINKEN erinnerte und politisch wie menschlich jeden abschrecken musste. Zugleich verfehlte der öffentliche Diskurs, die friedenspolitische Position der Partei als „Putinschlampen“ und „Rubelnutten“ zu diffamieren ihre Wirkung nicht.

    In der jetzigen Situation geht es für das BSW bei den ostdeutschen Landtagswahlen um das politische Überleben. Alle Wahlergebnisse und Umfragen zeigen, dass die Strategie, der AFD Stimmen abzujagen, nie aufging und auch nie nennenswert aufgehen wird. Der Kern der BSW-Wählerschaft entspringt der traditionellen LINKEN-Wählerschaft, die eine Annäherung des BSW an die AFD sofort mit einer Umorientierung zur Linken oder anderen linken Kleinparteien quittieren. So konnte man nach der strategisch verheerenden gemeinsamen Abstimmung im Bundestag im Januar 25 genau sehen, wie das BSW spürbar abnahm und die LINKE wieder zulegte.

    So richtig es ist, die Brandmauer zur AFD zu kritisieren, weil es die AFD nur als vermeintliche Alternative stilisiert und stärkt, so falsch ist die naive Vorstellung, mit dieser Partei irgendwie besser als meinetwegen mit der CDU zusammenarbeiten zu können. Es gibt keine grundsätzlichen politischen Gemeinsamkeiten abgesehen von einer Normalisierung des Verhältnisses zu Russland und der diffusen Kritk um Meinungsfreiheit.
    Auch wenn Begriffe wie „links“ heute kaum noch definierbar sind, muss das BSW sich klar zu einer traditionell, klassischen linken Alternative auf Höhe der Zeit in einer multipolaren Welt verorten und seine Abgrenzung zur AFD deutlicher justieren – ohne sich an dieser Partei abzuarbeiten. Man kann nur mit eigenem Profil wachsen.

    Die Verblendung, alle Schuld in einer Landesregierungsbeteiligung zu suchen, ist nur bequem. Man präsentiert einen Sündenbock, anstatt kritisch die eigenen strategischen Fehler und vor allem auch den eigenen Umgang untereinander innerhalb der Partei zu reflektieren.
    Ihr wollt nicht die LINKE sein? Schön, dann fangt doch mal an, euch untereinander nicht so zu verhalten.

    1. Zustimmung!
      In Brandenburg war der Umgang untereinander übrigens noch toxischer als in Thüringen – und dass daran „ein Verräter“ schuld sein soll, sagt schon alles.

      Von interessierter Seite werden die Diskurse und Parolen der AfD in das BSW hineingetragen und manche Leute, wie z. B. der Verfasser dieses Artikels, machen das mit.

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