BRICS plus – eine neue Macht in einer multipolaren Welt

BRICS plus
David Oas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

BRICS plus ist nicht nur ein deutlich größeres Bündnis als G-7: Es wird in naher Zukunft die G-7 Staaten in vielen Bereichen überholen.

BRICS ist ein in erster Linie an volkswirtschaftlichen Zielen orientierter Staatenbund. Er wurde 2006 von Brasilien, Russland, Indien und China gegründet und unter Bezug auf die Anfangsbuchstaben ihrer Länder zunächst „BRIC“ genannt. 2010 trat Südafrika dem „BRIC“ bei, und seit dieser Zeit trägt das Bündnis den Namen BRICS. Zum Jahresbeginn 2024 wurden die muslimischen Staaten Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Emirate in die Vereinigung aufgenommen, die jetzt unter dem Arbeitsbegriff „BRICS plus“ firmiert.

BRICS hat als informelles Forum weder eine institutionelle Organisation noch besitzt das Bündnis einen Verwaltungsapparat. Der Vorsitz der BRICS-Gruppe rotiert nach der Reihenfolge der Länder des Akronyms. Das vorsitzführende Land bestimmt in Absprache mit den anderen BRICS-Mitgliedern die thematischen Schwerpunkte, legt die Termine der Treffen der verschiedenen Gruppen und Ebenen fest und übernimmt die Rolle des Gipfelgastgebers.

Ziele von BRICS

Ein zentrales Ziel der BRICS-Staaten ist die Reform der internationalen Währungs- und Finanzordnung. Sie fordern mehr Mitsprache und eine größere Repräsentation der Schwellen- und Entwicklungsländer innerhalb des internationalen Finanzsystems. Die Schwellen-und Entwicklungsländer im BRICS beklagen in diesem Zusammenhang, dass das bestehende Weltfinanzsystem nicht mehr die veränderten Kräfteverhältnisse widerspiegele und sie selbst zu wenig Mitspracherechte besäßen. Konkret sind die BRICS-Staaten gegen eine Weltordnung, die ihrer Ansicht nach den Interessen der reichen westlichen Welt und vor allem den USA dient.

Ein weiteres Ziel des Staatenbunds ist es, im Rahmen einer neuen geopolitischen und multipolaren Weltordnung ein Gegengewicht zur Dominanz des Westens und zu anderen Foren wirtschaftlich starker Länder wie den G7 zu bilden. Auch ihre Abhängigkeit vom US-Dollar als globale Leitwährung wollen die BRICS-Länder reduzieren und prüfen deswegen, inwieweit die Allianz lokale Währungen und alternative Zahlungssysteme nutzen kann.

Die „New Development Bank“

Zu diesem Zweck wurde am 15. Juni 2014 die „New Development Bank” (NDB), ehemals “BRICS Development Bank” gegründet. Die „NDB“ ist eine multilaterale Entwicklungsbank. Ihre Gründungsmitglieder sind die BRICS-Staaten, denen sich 2021 Bangladesch und die Vereinigten Arabischen Staaten anschlossen. Anfang 2023 wurde auch Ägypten Mitglied der Bank. Die „NDB“ soll vorrangig der Finanzierung von Entwicklungsprojekten und Infrastruktur innerhalb der fünf BRICS-Staaten dienen, welche im Jahre 2021 mehr als 3 Mrd. Einwohner bzw. rund 41 Prozent der gesamten Weltbevölkerung sowie 31,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes auf sich vereinen können. Daneben halten die BRICS-Staaten mit ca. 2.800 Mrd. Dollar, 42 % der weltweiten Devisenreserven.

Der Hauptsitz der Bank ist im chinesischen Shanghai, zusätzlich wurde eine Zweigstelle für den afrikanischen Kontinent im südafrikanischen Sandton errichtet.

Im Gegensatz zur Weltbank, die sich nach den gehaltenen Anteilen orientiert, besitzt jeder Mitgliedsstaat der „NDB“, unabhängig von seiner Größe oder Wirtschaftskraft eine einzige Stimme.

BRICS plus

Die BRICS Staaten haben bislang in mehr als 30 Abkommen und Absichtserklärungen die rechtlichen Grundlagen für ihre Zusammenarbeit in mehreren Bereichen wie zum Beispiel dem Finanz- und Bankensektor, bei Zöllen, in Wissenschaft und Technologie oder der Wettbewerbspolitik geregelt. In dieses Regelwerk sollen die neuen Mitgliedsstaaten eingebunden werden.

In den Staaten von BRICS plus leben 3,9 Milliarden Menschen, also fast die Hälfte der Weltbevölkerung.

BakkeBaarend, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der globale Einfluss von BRICS hat durch die zusätzlichen Mitglieder eine neue Dimension erreicht. Das wird besonders deutlich, wenn man BRICS plus mit den G7 Staaten vergleicht.

Dazu einige Zahlen des Finanz- und Medienkonzerns Bloomberg:

BRICS plus steht für 38,3 % der weltweiten Industrieproduktion im Vergleich zu 30,5% in den G7 Staaten. Letztere verfügen lediglich über 3,9% der weltweiten Ölreserven gegenüber 45% in den BRICS plus Staaten. Bei der Aluminiumproduktion beträgt das Verhältnis 79% gegenüber 1,3 % in den G 7 Staaten, bei der Palladiumproduktion 77% gegenüber 6,9%. Die BRICS plus Staaten halten weltweit 72 % der seltenen Erden, 75% des Magnesiums, 50% bei Graphit, 28% bei Nickel und 10% bei Kupfer.

Der BRICS Anteil an der weltweiten Ölproduktion steigt durch die neuen Mitgliedsländer von 18% auf 40%. Der Anteil am weltweiten Warenhandel vergrößert sich von 20% auf 25%.

Diese beispielhaft aufgeführten Daten werden sich zu Gunsten einer „BRICS Union“ weiter verbessern, wenn sich weitere Länder diesem Bündnis anschließen. Die Liste der Interessenten ist lang. Nach Aussagen der südafrikanischen Außenministerin Naledi Pandor auf dem BRICS-Gipfeltreffen im August 2023 in Südafrika haben etwa 40 Staaten ein mehr oder weniger verbindliches Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet, davon ca. 20 sehr konkret. Dazu gehören Algerien, Bangladesch, Indonesien, Kuwait, Thailand und Venezuela. Als weitere Staaten im Gespräch sind: Bahrain, Bolivien, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Honduras, Kasachstan, Komoren, Kuba, Nicaragua, Nigeria, Palästina, Senegal und Vietnam.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte sich auf dem Gipfel in Johannesburg für eine rasche Erweiterung der BRICS-Gruppe ausgesprochen. Der Prozess zur Aufnahme weiterer Staaten solle beschleunigt werden. Internationale Standards sollten von allen Ländern auf der Grundlage der Ziele und Prinzipien der UN-Charta geschrieben und aufrechterhalten werden, „anstatt von denen mit den stärksten Muskeln und der lautesten Stimme diktiert zu werden“, so Xi Jinping weiter. Wer mit dieser Aussage gemeint war, dürfte jedem klar sein.

Zusammenfassende Bewertung

BRICS plus ist nicht nur im Hinblick auf die Zahl der Mitgliedsländer ein deutlich größeres Bündnis als G-7, sondern wird in naher Zukunft die G-7 Staaten in vielen Bereichen überholen. Das wird vermutlich besonders in Washington und in der EU mit einiger Sorge zur Kenntnis genommen werden, vor allem, weil mit China und Russland, aber auch mit Indien Staaten dem Bündnis angehören, die aus amerikanischer und EU-Sicht sehr wohl als globale Konkurrenten eingeordnet werden müssen. Weiteres Unbehagen dürfte in den USA die Tatsache auslösen, dass China unübersehbar versucht, BRICS für eigene Interessen zu instrumentalisieren und seinen Einfluss weltweit zu verstärken. Denselben Ansatz verfolgt sicherlich auch Russland, dem dabei die Mitgliedschaft in der „Eurasian Economic Union“ und der „Collective Security Treaty Organisation” (CSTO) von Nutzen sein wird. China und Russland werden außerdem ihre Drähte zur „Shanghai Cooperation Organisation“ (SCO) geschickt zu nutzen wissen und Verbindungen zu BRICS aufbauen.

Die größte Sorge für die USA dürfte wohl sein, dass die Dominanz des Dollars als weltweite Leitwährung durch BRICS herausgefordert wird. „Dem Westen“ insgesamt wird durch die Erweiterung von BRICS, die mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen ist, unmissverständlich klargemacht, dass sich die Abhängigkeiten der eigenen Industrie von BRICS durch die Aufnahme von 6 neuen Ländern deutlich weiter verstärkt haben.

Und es gibt noch ein weiteres Problem für „den Westen“: BRICS ist zwar zunächst ein volkswirtschaftliches Bündnis, aber es gibt zunehmend auch eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit. Das gemeinsame Seemanöver von China, Russland und Südafrika vor der Küste Südafrikas im Februar 2023 ist dafür ein klares Signal.

Last, but not least muss man wohl dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi zustimmen, der vor dem Hintergrund der Aufnahme von 6 neuen Mitgliedsstaaten gesagt hat:

„The world is witnessing changes that have not been seen in one hundred years.“
(„Die Welt ist Augenzeuge von Veränderungen, wie man sie in hundert Jahren noch nicht gesehen hat.“)

Der nächste BRICS Gipfel wird am 23. August 2024 im russischen Kasan stattfinden und sicherlich neue Überraschungen bringen.

Zum Jahreswechsel hatte Präsident Putin im Hinblick auf die kommende BRICS Präsidentschaft Russlands u.a. gesagt.

„Russia will continue to promote the BRICS partnership in three areas of politics and security, economy and finance, and cultural and humanitarian contacts. Russia’s priorities include promoting cooperation in science, high technology, healthcare, environmental protection, culture, sports, youth exchanges and civil society.”
(“ Russland wird die BRICS Partnerschaft in den drei Bereichen Politik und Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen und kulturelle und menschliche Kontakte vorantreiben .Russlands Prioritäten sind die Intensivierung der Zusammenarbeit in Wissenschaft und HiTech , im Gesundheitswesen, im Umweltschutz ,in den Bereichen Kultur und Sport, im Jugendaustausch und Gesellschaft.“)

Fest steht bereits jetzt: Die von den USA und „dem Westen“ dominierte Welt ist zu Ende, und Multipolarität ist angesagt oder, wie es Präsident Putin im Hinblick auf die russische BRICS plus Präsidentschaft formuliert hatte:

The theme will be Strengthening Multilateralismus for Eqitable Global Development.“
(„Das Leitmotiv /der russischen Präsidentschaft/ wird die Stärkung des Multilateralismus für eine gleichberechtigte globale Entwicklung sein“)  

„Der Westen“ sollte bei diesem Wandel die Welt nicht China und Russland überlassen.

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33 Kommentare

  1. Und unsere Deppen gehen lieber mit weniger wichtigen Ländern zusammen die uns nur Geld kosten statt zu begreifen wir brauchen die Atommacht Russland und nicht die unwichtige Ukraine samt ihren Pausenclown Selenskyj.

  2. „Der Westen“ sollte bei diesem Wandel die Welt nicht China und Russland überlassen.

    Was soll das heißen? Geht es etwas konkreter?

    1. Weil China und Russland die am weitesten entwickelten Länder innerhalb BRICS sind. Foxconn Indien hat z.B. zwischen 30 und 40% der iPhone Produktion aus China übernommen. D.h. „Der Westen“ ist zunehmend auf die BRICS angewiesen auch wenn die Produktion in kleinere Staaten z.B: Thailand verlagert wird, werden die BRICS an Bedeutung gewinnen, auch aussenpolitisch.

      1. Wenn ich das richtig verstehe, meinst du also, dass der Autor damit an den Westen appelliert eine Kooperation mit BRICS+ anzustreben? BRICS haben jedoch Grundsätze, die mit dem westlichen Modell einfach nicht vereinbar sind. Innerhalb der BRICS wird jede Art von Hegemonie und Streben nach Dominanz abgelehnt, zum Beispiel. Das widerspricht dem Ansprüchen des Westens.

        1. Wir kooperieren bereits mit BRICS Ländern ausser Russland. In einigen Bereichen ist Russland (Militär) und in anderen China (Technik, z.B. G5) führend. D.h. die BRICS werden auch zunehmend Standards festlegen, Forschen und Europa läuft dann Gefahr zurückzubleiben, das passiert in kleinen Teilen bereits über Patentstreitigkeiten mit China.

          Der Dollar und die Inflation sind ein gutes Beispiel: In Afrika sind Kredite aus dem Westen sehr teuer, d.h. US$-Investitionen finden dort nicht statt. China tätigt Investitionen in dem es sich Rechte (Einkommen) an Projekten sichert und diese oft mit Arbeitskräften aus China realisiert. Russland macht es zunehmend über Schürfrechte.

          Für Europa bedeutet es, mehr Wohlstand für alle Europäer wird zunehmend schwierig. Schönes Beispiel ist die Wohungssituation bei den Briten. Dort hat die wirtschaftliche Schieflage dazu geführt, das viele Haushalte ernsthafte Probleme haben ihre Miete zu bezahlen oder sind bereits im Rückstand. Weil Investitionen in andere Bereiche nicht so ergiebig sind, wird dort kräftig mit Immobilien spekuliert und die Mieten steigen. Parallel dazu warten die Briten seit Trump auf ein Wirtschaftsabkommen.

          Auch das Volumen der Märkte innerhalb der BRICS+, Deutschland ist ein Exportland s. https://oec.world/en/profile/country/deu – wenn die BRICS durch Kooperation die Bedürfnisse ihrer Bevölkerung selbst leisten können, exportiert Deutschland weniger, d.h. es stehen auch weniger Vorprodukte und Rostoffe zur Verfügung. Langfristig könnte das eine in Abwärtsspriale und Probleme mit der Lieferkette führen. Die Autoindustrie in Europa und den USA ist abgehängig und wird zunehmend abgehängt.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:BRICS.svg hier blau gefärbt, die Abbildung oben ist nicht sehr gut. Deutlicher wird es, wenn Du eine Kartenprojektion mit dem Nordpol in der Mitte machst, dann wird die Isolation Nordamerikas, Europas und Japan sichtbar z.B. hier die NATO (grün): https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:North_Atlantic_Treaty_Organization_(orthographic_projection).svg

          Meine amerikanische Kollegin/Freundin: »They are going to wear us down and f*ck us in the ass like never before and forever!«

          Das spannende daran ist, es ist sehr neu, läuft seit fast 20 Jahren (2006). Lange Zeit hat man die BRICS nur als Kenngröße wahrgenommen. Seit dem der Iran und Brasilien dabei sind, sollte man aussenpolitisch undenken, sonst läuft Europa Gefahr zwischen den USA und den BRICS+ wirtschaftlich aufgerieben zu werden.

          Das passiert nicht von heute auf morgen, perspektivisch muss die EU nach Osten expandieren (Arbeitskräfte und Markt) und da ist nicht mehr viel Platz. Im Nahen Osten sieht es ähnlich aus, und da macht nur Jemen momentan Probleme und das hat Auswirkungen auf Europa.

          Einer der letzten Wachstums- und Enticklungskontinente ist Afrika, das hat sehr lange zum europäischen Wohlstand beigetragen, s. https://www.dw.com/en/brics-expansion-sparks-joy-in-africa/a-66633777

          Auch die Rolle Südafrikas im Gaza-Konflikt sollte man nicht unterbewerten.

    2. Die bestehenden Kriege oder Konflikte wurden in erster Linie finanziell den Bürgern auferlegt. Das geschah auch mit dem Virus so. Die beteiligten Unternehmen verdienen prächtig an der Umverteilung.
      Heisst das nicht etwa, das gerade der Westen sich stärkt, indem ‚er‘ seine goldene Milliarde ausraubt, im in der nahen Zukunft überhaupt noch zu bestehen?
      Die Antwort darauf ob ja oder nein, liegt an der Währung vom $/€ ob diese überleben werden.

  3. Bei den G7 handelt es ich um einen informellen Zusammenschluss, und einige Länder der G7 werden durch die EU vertreten, deshalb ist der Vergleich schwierig. Historisch gesehen sind die G7, bis 2014 G8 inkl. Russland, der Zusammenschluss der wohlhabensten Länder, ~10% Bevölkerung, zwischen 40 und 50% BIP seit 2014. Die BRICS stellen mehr als 45% der Bevölkerung und zwischen 25 und 30% des BIPs. 2022 haben die BRICS die G7 beim BIP (Kaufkraftpartität) erstmalig überholt.

    Mit Ägypten (Suez), China und Südafrika kontrollieren die BRICS mittlerweile alle wichtigen Handelsrouten nach Europa. Auch im Hinblick auf die Anerkennung von Palästina lohnt sich ein aussenpolitischer Blick auf die BRICS.

    Bemerkenswert ist auch, innerhalb des BRICS Ex- und Import eine Art Tauschhandel ohne Devisen stattfindet, wo Güter oder Rohstoffe miteinander verrechnet werden können. In Kontext Afrika, wo der Westen i.d.R. sehr teurer Kredite vergibt ist New Development Bank (NDB) relevant geworden.

    Zur De-Dollarisierung (ist kompliziert): https://carnegieendowment.org/files/202312-Greene_BRICS.pdf (0,8 MB)

    1. G7 war und ist eine Fatamorgana, das ist zumindest meine Meinung.
      Peter Scholl Latour schrieb ein Buch über ‚die sieben grossen Geschwister‘.
      Nachdem der Fluss vom schwarzen Gold in der USA nachließ, fingen die ‚Kolonialen‘ Eroberungen erst richtig an, damit die grossen sieben Geschwister stetig daran verdienten.

  4. Ein interessanter Artikel, der insbesondere durch die Zahlenangaben im Hinblick auf die Rohstoffe und wegen der Nennung eventueller neuer Mitglieder im BRICS-Lager interessant ist.

    Übrigens wurde in Davos beim gerade zu Ende gegangenen WEF-Treffen auf Druck der BRICS-Länder die Formel von der „unilateralen Weltordnung“ in die neue Formel von der „multilateralen Weltordnung“ umgeändert.
    https://auf1.tv/nachrichten-auf1/kornelia-kirchweger-globalisten-in-davos-beschliessen-konzern-diktatur-und-welt-zensur
    (ab 3´ 15 ´´)

  5. Aber warum wollen jetzt plötzlich so viele in die BRICS? Meiner Meinung nach wollten die das schon vorher, aber sie trauten sich nicht. Uncle Sam war dagegen. Dass es jetzt ins Rutschen kam, ist meiner Meinung nach eine Folge des Ukrainekonflikts. Russland wurde für den Überfall erwartungsgemäß verurteilt. Der Westen erwartete nun ein weltweites Sanktionsregime gegen Russland und da spielte der Globale Süden nicht mit. Er hatte die Gelegenheit, kollektiv Nein zu sagen. Was er tat und wenn man schon am Neinsagen ist, kann man auch gleich den BRICS beitreten. Hat sich der fiese Putin das im Vorhinein so ausgedacht? Das muss natürlich Spekulation bleiben, ich halte das aber durchaus für möglich. Der tickt so.
    Der IWF hat die Aufgabe, Staatsbankrotte zu verhindern, was ihm durchweg gelungen ist. Das Verfahren ist immer dasselbe: der in Not geratene Staat bekommt einen Kredit, der üblicherweise an die Eliten des Landes geht. Dafür verlangt der IWF die Abschaffung aller Sozialleistungen und Subventionen. Das Recht des Gläubigers wird mit millionenfachem Elend durchgesetzt. Dass das als neuerlicher Kolonialismus angesehen wird, verwundert nicht.
    Diese neue NDB geht anders heran. Das in Not geratene Land bekommt Investitionen in Form von chinesischen Eisenbahnen, die mit grünem Strom betrieben werden. Diese sorgen dann für Konjunktur, die dem Land hilft, aus der Krise heraus zu kommen. Soweit zu sehen, ist das erfolgreich. Putin selbst will Atomkraftwerke aufstellen. Womit er sich keine Freunde macht. Das ist ziemlich aus der Zeit gefallen.

    1. Hat sich der fiese Putin das im Vorhinein so ausgedacht?

      Aus der Ansprache Putins vom 24.02.2022, dem Tag die russische Militäroperation in der Ukraine begann.

      I would now like to say something very important for those who may be tempted to interfere in these developments from the outside. No matter who tries to stand in our way or all the more so create threats for our country and our people, they must know that Russia will respond immediately, and the consequences will be such as you have never seen in your entire history. No matter how the events unfold, we are ready. All the necessary decisions in this regard have been taken. I hope that my words will be heard.

    2. Das sich Russland ( und nicht Putin ) keine Freunde bei den Grünen Faschisten in Deutschland macht,ist klar.Russland bietet seine Atomtechnologie an und andere Länder,in denen die Deutschen Grünen nichts zu melden haben,kaufen diese.Denn im Gegensatz zu Deutschland wissen die Eliten dieser Staaten,dass sie ohne sichere Energieversorgung keinen Weg aus der Armut finden.
      Eine kleine Anmerkung:in De gibt es seit zwei Generationen keine Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie.Das Wissen dazu ist auf dem Stand der 1960er Jahre.Trotzdem wollen Menschen ohne berufliche oder technische Erfahrung, teilweise ohne Schulabschluss,der Welt diktieren,wie diese ihre Energieversorgung sicherzustellen haben…das Wort Arroganz ist noch zu milde für diese Haltung!

      1. Der Atomausstieg in Deutschland geschah aus rein ideologischen Gründen, er ist gnadenlos dumm, aber im Interesse des Landes, das uns in Energieabhängigkeit halten will, also der USA. Das kann uns gnadenlos um die Ohren fliegen. Es gibt ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Berlin, weil Habeck die Akten geheimhalten will.
        https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/robert-habeck-unter-druck-atomausstieg-rechtswidrig-li.2179380
        Diese Regierung muss zurücktreten, bevor sie weitere Entscheidungen beeinflusst, unter anderem dadurch, dass sie ihre Ministerien und Verwaltungen mit zusätzlichen Beamten vollstopft, die die Ideologie umsetzen, wenn die Regierung längst abgewählt ist. Oder die dann herumsitzen und Pensionen beziehen. Der Staat spart nämlich ausschließlich an uns und nie an sich selbst (siehe The Pioneer von heute und letzter Woche, leider hinter Bezahlschranken).

        1. Das Fehlen eines Endlagers ist nicht ideologisch. Selbst die Energiekonzerne, die seit 60 Jahren einen Standort gesucht haben, wollen nicht mehr in Kernenergie investieren. Wenn wir Glück haben klagt https://fragdenstaat.de/ die Dokumente aus dem Beitrag der BZ frei.

          https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Energie/Erzeugung/Tabellen/bruttostromerzeugung.html hat konkrete Zahlen, im Zweifelsfall importieren wir Atomstrom aus anderen EU Ländern und exportieren Wind und Solar.

          The Pioneer und Cicero sind ziemlich konservativ.

          1. Ein technisches Problem mit der „Endlagerung“ gibt es nicht wirklich, es scheitert mehr an der politischen Philosophie. Wo kein politischer Wille ist, ist auch kein Weg natürlich.

            Atomkraftgegener brachten immer vor Allem zwei Argumente. Zum einem, das von dir angesprochene Problem mit der Endlagerung, und zum anderen die verheerenden Folgen bei einem größerem Unfall.

            Man muss aber sagen, das ist aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Die Atomkraft, wie sie in Deutschland genutzt wurde, ist eine hoffnungslos veraltete Technologie, die ist mit diesen Problemen behaftet. Mittlerweile ist man jedoch technisch viel weiter. Es wurden bereits neue Typen von Reaktoren entwickelt, bei welchen beide Probleme weitestgehend behoben werden konnten.

            Was die Endlagerung betrifft. Das ist eigentlich ein spezifisches Problem Deutschlands. In Deutschland darf Brennmaterial nicht aufgearbeitet werden, weil dabei waffenfähiges Material antsteht und Deutschland nach dem 2. WK mit Auflagen belegt wurde, welche die Herstellung von waffenfähigen Material in Deutschland verbietet. Daher musste Deutschland die „abgebrannten“ Brennelemente zur Aufbereitung teuer und aufwändig mit Castor-Transporten nach Frankreich oder Großbritannien bringen. Unter diesen Voraussetzungen ist Atomkraft eigentlich sinnlos, viel zu teuer, viel zu aufwendig, viel zu viel Atommüll, dass man eigentlich nur horten kann, wenn man nicht selbst aufbereiten darf, da die Aufbereitung im Ausland viel zu teuer ist und sich Atomkraft daher nicht rentiert. Es ist günstiger es zu horten.

            So ein Brennelement, wenn es „abgebrannt“ ist und nicht mehr im Kraftwerk verwendet werden kann, enthält immer noch etwa 95% der in ihm steckenden Energie. Also man nutzt bei einem Durchgang nur etwa 5% der enthaltenen Energie. Man kann es wieder aufbereiten und den Energiegehalt aufstocken, so dass es imer wiederverwendet werden kann. Etwa 20-30 mal kann es aufbereitet werden. Aber wenn man ein Brennelement nur einmal verwendet und vielleicht nur ein oder zweimal im Ausland aufbereiten lässt, hat man natürlich jede Menge Atommüll, das noch 300.000 Jahre strahlt und daher aufwendig und teuer eingelagert werden muss. Das ist natürlich blödsinn das so zu machen.

            Bei uns in Russland, aber auch bereits in anderen Ländern gibt es bereits zwei neue Generationen von Atomreaktoren, welche sogut wie kein Atommüll produzieren. Es gab da mittlerweile eine technische Revolution. Der Durchbruch gelingt durch den s.g. „geschlossenen Treibstoffkreislauf“. Dabei werden andere, fortschrittlichere Treibstoffe in den Brennstäben verwendet was eine viel effizientere Nutzung erlaubt, und wenn die Aufbereitung und Nutzung in der gleichen Anlage passiert, hat man einen geschlossenen Kreislauf. Die Brennelemente der neusten Generation brennen dabei gründlich ab und enthalten danach nur noch weniger als 3% der darin enthaltenen Energie. Es ensteht also um ein vielfaches weniger Atommüll, und es strahlt auch nicht viel mehr als natürliches Uran und es muss nicht mehr so aufwendig und so lange gelagert werden. Statt 300.000 Jahre, nur noch etwa 300 Jahre. Die Anforderungen an sichere Lagerung sind auch viel geringer, man benötigt viel weniger Platz und es ist viel günstiger da es nicht unbedingt tief unter der Erde in speziellen Behältern für eine Ewigkeit gelagert werden muss.

            Auch das Problem mit der Sicherheit wurde bereits technisch praktisch ausgeschlossen. Die neuste Generation von Reaktoren kann es gar nicht zu einer unkontrollierten Kernschmelze kommen, selbst wenn Alle Kühlsysteme ausfallen. Die funktionieren anders. Wenn ein herkömmicher Reaktor ohne Kühlung sich bis zur Kernschmelze aufheizt, kann das bei neuen Reaktoren nicht passieren. Da muss die Reaktion aktiv aufrecht erhalten werden. Bei Ausfall Aller Systeme, kühlt der Reaktor einfach von alleine ab. Auch gibt es Reaktoren, bei welchen der Brennstoff nicht einfach im Reaktor liegt, sondern in kleinen Portionen hinein gegeben wird. Das heißt selbst bei Zerstörung des Reaktors durch Kriegsmittel, würden nicht gleich riesigen Mengen an radioaktiven Material in die Umwelt gelangen.

            Zwar sind die meisten Atomreaktoren, die heute laufen, immer noch alte Modelle, aber die neusten Reaktoren gibt es bereits und sie sind bereits aus dem Versuchsstadium heraus. In Russland gibt es schon ein Paar von der neusten Generation die bereits am Netz sind. Zwar noch nicht viele, aber es werden immer mehr. Es dauert natürlich seine Zeit bis die neuen Reaktoren mit dem geschlossenen Treibstoffsystem die alten Meiler verdrängt haben. Wenn man es denn will, kann man Atomkraft also schon sicher und im Vergleich relativ sauber machen, wenn man es denn will.

            1. Das Modell BN 600 läuft seit einigen Jahrzehnten,das modernere BN 800 ist seit mehr als einem Jahr stabil am Netz.Vor kurzem wurden die Montagearbeiten am Reaktor des Modells BREST 300 begonnen.Ein größeres Nachfolgemodell ist in Entwicklung und Planung…

            2. „aber die neusten Reaktoren gibt es bereits und sie sind bereits aus dem Versuchsstadium heraus.“

              Das ist ein schönes Märchen! Was heute gebaut wird, ist auch schon wieder längst veraltete Technologie, aber mit der Erzählung von der sauberen, sicheren Kernkraft, die künftig mal möglich sein soll, rechtfertigt man heute den Bau von Reaktoren der dritten oder vierten Generation auf die, diese Eigenschaften sicher nicht zutreffen.

              Die Debatte ist ähnlich der zum Thema Kernfusion. Vor 30 Jahren war man in 30 Jahren soweit. Heute dito.

              Sicher und sauber sind die neuen Reaktoren auch nur bis zum ersten Zwischenfall.

              Zudem zu teuer. Die Steuerzahler werden noch Jahrzehnte den Rückbau der alten Meiler und den Umgang mit den strahlenden Abfällen zu bezahlen haben.

      2. Och ja, schauen wir uns das mal an:

        https://www.nzz.ch/international/tuerkei-erdogan-eroeffnet-das-erste-atomkraftwerk-des-landes-ld.1735481

        Die Türken kostet das bislang nichts, denn alles zahlt der russische Investor, der unbedingt in einem Erdbebengebiet sein AKW errichten will. Die üblichen Pannen bleiben nicht aus. Dann muss die Türkei 12,35 Cent pro KWh bezahlen und den Strom sabnehmen. Das ist heute halt sehr teuer, in den Golfstaaten machen sie PV-Strom für unter 1 Cent.

        So richtig Schlange stehen für russische KKWs werden die Länder da wohl nicht. Ganz gewiss nicht.

        1. Ich zahle im Zentrum von Moskau, wo der Strom am teuersten ist ca. 5 ct pro kwh. beim Endverbraucher. Außerhalb von großen Städten zahlt man teilweise unter 1 ct. pro kwh.

      3. Das es keine Forschung im Kernenergiebereich gibt ist völlig falsch.D

        Wissen Sie, dass Russland ein Technologie entwickelt hat, die die „Abfälle“ der bisherigen Kraftwerke verarbeitet (nahezu zu 100%) und dass diese Technik wesentlich weniger gefährlich ist?

        Russland baut Kraftwerke schwimmend, so dass sie gebaut und dann an den Platz gebracht werden können, wo sie gebraucht werden.

        Es bewegt sich sehr viel in diesem Bereich, aber eben außerhalb des inzwischen „bildungsfernen“ Westens.

    3. Staaten gehen nicht bankrott, es ist eher so das der Westen viele Staaten, Griechenland in der EU ist ein gutes Beispiel, wirtschaftlich beschädigt hat und BRICS+ Staaten sind dann eingesprungen.

      Europa und die EU steht sich mit dem Krieg in der Ukraine im Weg, ähnlich wie in Gaza. Niemand möchte diese Konflikte bis auf die zwei Staaten die sie führen. Es ist höchste Zeit für einen Waffenstillstand und Verhandlungen.

      Ein anderes Argument wäre, mit dem Ende des Warschauer Pakts hätte die NATO sich selbst überdenken und restrukturieren können, dem stand in erster Linie die amerikanische Aussenpolitik entgegen.

  6. Der Artikel enthält leider 2 Fehler, deren 2. auf einem ursprünglichen, leider inzwischen aber veraltetem Stand beruht:
    1. „2024 wurden die muslimischen Staaten Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Emirate in die Vereinigung aufgenommen …“ –> Äthiopien ist kein muslimischer Staat, sondern mehrheitlich koptisch-christlich.
    2. Im weiteren Verlauf werden bei BRICS+ 2x 6 neue Mitglieder erwähnt. Es sind aber effektiv nur 5 geworden. Das 6., Argentinien, hatte unter Milei die Einladung zum Aufnahmetreffen ausgeschlagen. Das dürfte ebenso wie Mileis angedachte Politik nicht zum Vorteil Argentiniens gereichen.

      1. Wohl kaum, da das Volk schon auf den Barrikaden ist.
        Diese Wahl zu einem anderen ‚Komiker‘, ist nur ein anderer Beweis für ihre Insolvenz.

  7. Der Artikel von Herr Hübschen ist in Ordnung, danke ihnen herzlich dafür.
    Jedoch ist das Titelfoto zum Artikel irritierend und entspricht wohl nicht den realen Umstand in der Welt mit seinen Facetten. Besonders der üppig rote Block ist einfach übertrieben.

  8. Jedes Mitglied, unabhängig von der Größe, hat nur eine Stimme.
    Das sehe ich bei weiterer Vergrößerung als problematisch an. Allerdings geht Einflußnahme wohl auch ohne ein dem Gewicht angepasstes Stimmrecht! China und Russland sind gemeint!

  9. Australien steuerte 2022 knapp 50% der weltweiten Lithium-Produktion bei, und das bei nur 0,3% der weltweiten Bevölkerung.

    phz

    1. „Panzerhaubitze 2000“ steuerte 2023 knapp 50% der forenweiten Bockmist-Produktion bei, und das bei nur 0,3% der Beiträge.

    2. Australien, irgendwie weit ab vom Thema, steuerte seit der Corona Zeit, zu einem postmodernen Sklavenstaat durch ihre staatliche repressionen!

    3. Lt. Wiki

      kontrollieren chinesische Investoren mehrere Bergbauunternehmen, auf die 33,1 % der Gesamtproduktion (und die Hälfte der Produktion großer Unternehmen) von Lithium in der Welt entfallen

  10. Wenn man realistisch ist, dann muss man wohl zur Wirtschaftsleistung der G7 im engeren Sinne auch die der weiteren EU-Länder rechnen, ist ja sozusagen der Rattenschwanz. Da kommt man dann auf knapp 62 Billionen $ KKP im Vergleich zur BRICS2024 mit 58 Billionen $ KKP. Aber das Momentum liegt wohl ziemlich klar bei der zweiten Gruppe. Die erste Gruppe könnte aber zulegen, wenn auch Albanien und Moldawien dazugehören.

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