
Es ist wieder so weit: Man will uns vor etwas schützen, vor dem kein Schutz möglich ist.
110.000 Feldbetten werden gekauft. Gesicherte Keller und U-Bahnhöfe werden registriert, jeder sollte über ein Kurbelradio, einen Camping-Grill und für zehn Tage Proviant verfügen. Zentral gibt es nun ein „Kommando zivile Verteidigung“.
Alles schon mal gescheitert
Alles das erinnert an die frühen 1960-Jahre. Auch damals rechnete man mit dem Äußersten, denn der Kalte Krieg wurde gerade auf Hochglut aufgeheizt. Nun galt es, Westdeutschland „zivil“ zu schützen, doch man kam zu dem Ergebnis: es ist unmöglich. Bunker bauen für alle? Kliniken so vorbereiten, dass sie einen Großteil der Bevölkerung aufnehmen können? 110 000 Feldbetten, das reicht heute für einige Omas und Opas. Und überhaupt: Wie denn die vielen Schwerverletzten versorgen, wenn ein Gutteil der Ärzte tot ist oder sich nicht mehr aus dem Haus wagt?
Vor allem wurde klar, dass Bevölkerungsschutz schon im Spannungsfall beginnt. Man plante eine „Auflockerung“ städtischer Ballungsräume schon vor dem Beginn der bewaffneten Feindseligkeiten. 30 Prozent der Bevölkerung sollten präventiv umquartiert werden. Wie aber geht das heute? 28 Millionen auf Fußballplätze verteilen? Oder in den Schwarzwald transportieren? Und hoffentlich kommt der Krieg nicht ausgerechnet im Januar!
„Jeder hat eine Chance“
Da sich also alles, was nötig schien, als zu teuer oder unrealistisch herausstellte, verlegte man sich darauf, die Gefahr herunterzuspielen. „Jeder hat eine Chance“ titelte die Broschüre an 18 Millionen Haushalte, die Beruhigung suggerieren sollte. Wie überlebe ich die Schießereien vor meiner Haustüre und vor allem den Atomschlag? Sich flach auf den Boden werfen, hieß es, vorsorglich oder sobald ein Atomblitz aufzuckt. Eine Illustration demonstrierte, wie eine Aktentasche die Druck- und Hitzewelle abwehrt. Dass wirklich jeder eine Chance habe, verdeutlichte ein Hiroshima-Überlebender, der einfach die Hände an den Kopf gerissen, die Augen mit den Fingern bedeckt und die Ohren mit beiden Daumen verstopft hatte.
Wie lange aber müsste man sich auf den Boden werfen oder sich die Ohren zuhalten? Eine ernste Frage, denn Deutschland ist im Kriegsfall Aufmarschgebiet, Durchmarschgebiet, Logistikzentrum, das Schlachtfeld für ganz Europa. Hunderttausende Soldaten würde hier herummarschieren und aufeinander schießen. Im Mittelpunkt zwischen Ost und West würden auch die Atomraketen der wackeren Franzosen vornehmlich irgendwo im Ruhrgebiet explodieren. In Deutschland noch einen Winkel zu finden, wo man wenigstens in Ruhe sterben kann, dürft schwerfallen.
Und das auch ganz ohne den Einsatz von Atomwaffen. Denn wo Front und Hinterland so eng verwoben sind wie in modernen Kriegen, da ist der Krieg immer total. Die „Killzone“, jenes Areal also, auf dem zur Klärung des anstehenden Konflikts alles, was sich bewegt, ins Jenseits befördert wird, befindet sich im Drohnenzeitalter überall. Wohlgemerkt, auch an deiner Fensterbank, sofern du vorhast, einen Blick ins Freie zu riskieren. Bevölkerungsschutz hieße, auch Kinder mit Stahlhelmen und einer schusssicheren Ganzkörperpanzerung auszustatten oder alle Familienmitglieder in den Keller einzusperren, auch die Katze.
Ehrlicher Zivilschutz
Was wäre denn ein ehrlicher Zivilschutz? Erstens: Zugeben, dass Deutschland mit Panzern, Langstreckenraketen und anderen Angriffswaffen nicht zu verteidigen ist. Eine Verteidigung, die in der Konsequenz zerstört, was sie angeblich verteidigt, ist eine Paradoxie.
Zweitens: Die Alternativen zur Kenntnis nehmen. Strukturelle Nichtangriffsfähigkeit, defensive Verteidigung etwa. Dieses Konzept wurde einmal sehr ernst genommen und (mehrfach innerhalb der SPD) gründlich diskutiert. Dem Gegner zeigen, dass eigene Angriffe keinesfalls geplant sind, entschiedener Widerstand aber dennoch zu erwarten ist.
Und weshalb ist das Konzept der zivilen Verteidigung so völlig vergessen? Angesichts der zu erwartenden Schäden und der Menge der Opfer sollte auch das nicht blind abgelehnt werden. Zivile Verteidigung beruht auf dem Prinzip der Nicht-Kooperation. Ihr Ziel: dem Gegner den Aufenthalt im eigenen Land so teuer wie möglich zu machen. Ohne dabei massenweise Menschen zu opfern.
Und nicht zuletzt Diplomatie. Sie basiert auf dem Wissen, dass es in Europa nur eines geben kann: gemeinsame Sicherheit. Was dem andern schadet, schadet stets auch mir selbst. Das gegenseitige Drohen und die Vorbereitung von Angriffsoperationen ergibt keinen Sinn. Willy Brandt und Egon Bahr wussten das einmal – und waren mit ihrem Ansatz erfolgreich. Heute pflegen wir die Feindschaft mit Russland als verspräche das Sicherheit. Dass wir das einmal mit dem Leben unserer Lieben bezahlen könnten, wo im Mainstream wird das berücksichtigt? Dort heißt es: Lasst uns martialischer werden, denn wer den Frieden will, muss den Krieg vorbereiten. Und der kommt dann auch.





was ist blos mit deutschlands Politikern los… dass die Grünen mit dem Turnschuhrevoluzzer im Jugoslavien Krieg auf NATO Kurs getrimmt wurden kann ich kapieren, dass der Kanzler eh. Chef der Atlantik Brücke und BlackRock Mann in Deutschland die NATO tüchtig machen will kapiere ich auch noch, was aber mit der SPD der FDP und den Linken passiert ist kapiere ich nicht … vor allem dass diesen bewusst ist dass Deutschland nach dem nächsten gewünschtem provoziertem Krieg als Kampfplatz herhalten wird und als Land nicht mehr existieren wird… sind sie nur dumm oder wollen sie das im Ernst…
ich verstehe es nicht in kürzesten Zeit wurde aus „Nie wieder Krieg“ —- „Deutschland muss kriegstüchtig werden“
Unsere Strategie: Das Land so weit zerstören, dass keiner es mehr haben will. Soziale Spaltung, spätrömische Dekadenz, marodes Bildungssystem, einstürzende Infrastruktur, überalterte Bevölkerung, … Wer sollte das noch angreifen?
Auch als Schlachtfeld hat Deutschland ausgedient. Nicht umsonst haben sich die USA für die Aufrüstung der Ukraine entschieden, um sie anschließend zur Schwächung Russlands einzusetzen.
Der Rest, den wir noch haben, geben wir freiwillig her. Vielleicht greift irgendwann Russland an, um den Islamismus im Zaume zu halten, aber dann sind wir längst weg. Größtenteils freiwillig und der Rest wird in der Kriminalstatistik erfasst, nicht als Krieg.