Aus Anlass der Ostermärsche

Ostermarsch, 1982, München
Mummelgrummel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Trotz ihrer bekundeten Ablehnung der deutschen Kriegspolitik verwechseln friedensbewegte Mitbürger noch immer ihre Ideale mit staatlichen Aufgaben.

Ein prominentes Beispiel dafür liefert Michael von der Schulenburg, ehemaliger UN-Diplomat, Kandidat des Bündnisses Sahra Wagenknecht für die Europawahl und Hauptredner beim Nürnberger Ostermarsch. Aus dem nachlassenden Engagement der USA im Ukrainekrieg folgert er den Auftrag an die EU, eine historische Chance zu ergreifen – um sich dann bitter enttäuscht zu zeigen. Europa sei „aufgerufen, eine Führung bei der Lösung dieses Krieges zu übernehmen. Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hätte die EU die Möglichkeit, unabhängig von geopolitischen Überlegungen der USA, das Schicksal Europas […] in eigener Verantwortung mitzubestimmen.“

„Immerhin“

Was der Ex-Diplomat in seinem moralischen Konjunktiv zunächst übergeht, ist die eigentlich unübersehbare Tatsache, dass das maßgebliche Europa sein „Schicksal“ ganz eigenverantwortlich in einer transatlantischen Allianz unter Führung der USA zu verfolgen wusste. Deren „geopolitische Überlegungen“ kamen der Osterweiterung der EU in Konfrontation mit den Ordnungsansprüchen der Atommacht Russland gut zu pass.

Schulenburg schiebt noch nach, wie er sich denkt, dass die EU gedacht war: „Man sollte erwarten, dass sich die EU und ihre Mitglieder aus ihrem ureigensten Interesse heraus als das europäische Friedensprojekt beweisen würden, als welches es bei seiner Gründung einmal gedacht war.“ Dann jedoch muss er auf die ihn erschreckende Gegenwart zu sprechen kommen: „Erschreckenderweise ist dem aber nicht so. Im Gegenteil! […] Regierende Politiker der EU gehen genau den umgekehrten Weg und verfangen sich in immer schrilleren Kriegsaufrufen und immer irrationaleren und sinnloseren militärischen Drohgebärden.“

Warum die Regierenden ihr angeblich geerbtes „Friedensprojekt“ verraten und was an ihren Drohungen „irrational“ sei, erfährt man vom Autor bei aller Anklage der Kriegspolitik allerdings nicht. Offenbar setzt er darauf, dass es der Leserschaft wie auch ihm genügt, das ‚Sinnlose‘ als die Negation dessen zu fassen, was man selbst für sinnvoll hält: „Für Kompromisse ist kein Platz gelassen. Jeder Versuch von Verhandlungen wird so von vornherein unmöglich gemacht. Nach zwei Jahren Krieg kommt das einer Realitätsverweigerung gleich.“ Regierung und C-Parteien in Deutschland machen da keine Ausnahme. „Sogar ein Kanzler Scholz […] spricht nur davon, dass Russland den Krieg nicht gewinnen darf“ – wenngleich sich Schulenburg gehalten sieht, hier einen Nebensatz einzuschieben: „[Scholz,] dem wir immerhin verdanken, die Entsendung von Taurus-Marschflugkörpern bisher verhindert zu haben“. Die Wortwahl, wonach „wir“ dem Regierungschef „immerhin“ ein wenig ‚Realitätssinn‘ zu „verdanken“ haben, lässt die Vorstellung zu, dass ein ‚besonnener‘ Kanzler ‚uns‘ zumindest aus einer drohenden Kriegsgefahr heraushalten wolle. Jedenfalls „bisher“. Das liegt erneut jenseits der Sache, um die es derzeit in der Ukraine geht.

„Besonnenheit“

Was der Sachlage entspricht, ist der feste Wille von Deutschland, EU und Nato, die menschlichen und materiellen Opfer auf die Kriegsgegner Ukraine und Moskau zu begrenzen. Da aber dieser Kampf seitens des freien Westens erklärtermaßen als Verteidigung seiner Vorherrschaft im postsowjetischen Europa verstanden, finanziert und munitioniert wird, besteht diese Art der Beteiligung im beständigen Überschreiten der sich selbst auferlegten roten Linien von gestern. Insofern die russische Seite das hinnimmt, befördert dies den ‚Mut‘ zum nächsten Schritt der Eskalation. Die atomaren Drohungen aus Russland gelten dabei nach einer Seite hin als klarer Beweis von Putins Gefährlichkeit, der aber keineswegs eine furchtsame Zurückhaltung der Nato begründen dürfe.

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Abstimmungen insgesamt: 106
28. März 2024 - 1. April 2024
Umfrage beendet

Nach zwei Jahren Krieg ist nun eine gewisse Zäsur eingetreten. Die ukrainische Offensive ist ausgeblieben, die westliche Waffenhilfe hat Lieferprobleme, die russischen Ressourcen an der Front und daheim erbringen Erfolge, und der amerikanische Kriegssponsor zweifelt am Ertrag seiner Dollarzahlungen. Was die europäischen Paten der Ukraine als eine neue Lage verzeichnen müssen, auf die sie nach Antworten suchen. Während Präsident Macron darüber räsoniert, ob eigene Bodentruppen für Kiew den Sieg Putins vereiteln oder behindern könnten, und deutsche Politiker mit der gleichen Überlegung die Marschflugkörper Taurus ins Spiel bringen, ist das Veto von Kanzler Scholz gegen beide Vorhaben im Grundsatz von keinem anderen Kaliber. Das exponierteste Geschoss will er im Alleingang nicht liefern, aber alle Waffen darunter können gar nicht zahlreich und schnell genug daheim und auf dem Weltmarkt beschafft werden. Er drückt sich so aus: „Es wäre keine gute Nachricht, wenn Deutschland, sollten die USA als Unterstützer wegfallen, am Ende der größte Unterstützer der Ukraine wäre. Wir sind, wie Helmut Schmidt gesagt hat, nur eine Mittelmacht.“

Der Amtsvorgänger von Scholz wollte mit seiner Formel keine Selbstbescheidung verkünden, sondern das Argument dafür liefern, warum und wie sein Land nur im atlantischen Bündnis weltpolitisch und zuvörderst antisowjetisch mitmischen kann. Entsprechend sucht der Nachfolger eine Möglichkeit, den deutschen Durchsetzungsanspruch gegen die Großmacht Russland fortzuschreiben und ihn auf ein Format zu bringen, das die „Mittelmacht“ durchhalten kann – auch für den Fall, dass die amerikanische Rückendeckung dafür fraglich werden sollte. Dass diese widersprüchliche Problemlage nationalen und europäischen Streit um Alternativen der praktizierten Russlandfeindschaft hervorbringt, ist unvermeidlich und macht bisher die daraus resultierende Politik, gemessen am gemeinsamen, aber kritisch gewordenen Zweck, eher noch scharf. Die ‚Besonnenheit‘ des Kanzlers verdient also kein „Immerhin“. Der ukrainischen Bevölkerung erspart sie ohnedies keine Opfer, und auch die eigene ist bereits als Bestandteil der ‚Kriegstüchtigkeit‘ in den Blick genommen.

Wenn Schulenburg zum Zwist um Taurus-Raketen und Bodentruppen die Befürchtung äußert, „die EU könnte an dieser Ukrainepolitik zerbrechen“, teilt er nur mit, dass er sie für eine ‚eigentliche‘ Aufgabe zusammenhalten möchte: „Die Europäische Union braucht aus eigenem Interesse […] eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsordnung, die auch die Ukraine und Russland einschließt.“

„Alles nichts ohne Frieden“

Anträge dieser Art haben eine eigentümliche Logik. Einerseits drücken sie einen Einspruch gegen die stattfindende Politik derer aus, die die Macht dazu haben. Dem bemerkten Gegensatz wäre nachzugehen, um die Gründe dieser Politik in theoretischer wie praktischer Hinsicht zu kritisieren. Eine friedensbewegte Kritik wie die von Schulenburg belässt die erwünschte Änderung aber in der Zuständigkeit der politisch Ermächtigten und fordert von ihnen – auch noch im „eigenen Interesse“ ihrer Staaten – die Abwendung und Beendigung der Gewaltaffären, die sie gerade veranstalten oder unterstützen.

Im Aufruf des DGB zu den Ostermärschen erhält das diese Fassung: „Es ist höchste Zeit, den Irrglauben zu überwinden, Frieden ließe sich durch Aufrüstung und immer mehr Waffen schaffen. Wir erwarten von der Bundesregierung […], sich mit aller Entschlossenheit für diplomatische Ansätze zur Konfliktlösung einzusetzen und neue Initiativen für die Wiederbelebung von Abrüstung […] auf den Weg zu bringen.“ Die „Neujustierung der IG Metall infolge der Zeitenwende“, nämlich das anerkannte „Selbstverteidigungsrecht wie jetzt für die Ukraine, weshalb die Gewerkschaft die Lieferung von Rüstungsgütern in das Kriegsgebiet akzeptiert“, gehört offenbar nicht zum angeprangerten „Irrglauben“.

Dass aber Frieden und Diplomatie menschenfreundliche Werte und daher Aufgaben der Politik seien, die der Bürger von ihr „erwarten“ kann, glaubt nicht nur der DGB. Weitere Aufrufe zitieren daher den Satz von Willy Brandt, weil sie den eigenen Friedenswunsch mit einem staatlichen Auftrag verwechseln: Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“ Eine Nähe zum Spruch von Olaf Scholz auf der Münchner Sicherheitskonferenz – „Ohne Sicherheit ist alles andere nichts“ – erkennen sie dabei nicht, obwohl der heutige Kanzler nicht zufällig auf die Formel des Vorgängers Bezug nahm. Brandt äußerte sie 1981 mit dieser Erläuterung: „Unser Ziel ist, dass bei uns keine zusätzlichen Mittelstreckenraketen stationiert werden müssen, während die Sowjetunion beseitigt, was sie sich als Vorrüstung anrechnen lassen muss.“ Den Nato-Beschluss zur Stationierung, der die Bereitschaft zum kriegerischen Risiko dokumentiert, bezeichnete er explizit als „Grundlage“ dieser Zielsetzung. Brandt rechnete staatsmännisch darauf, das Resultat der sog. Nachrüstung erzwingen zu können, ohne diese durchführen zu müssen. Sein ‚Frieden‘ hatte also den gleichen politischen Inhalt wie die heutige ‚Sicherheit‘ von Scholz: Die nationalen Interessen müssen militärisch bewaffnet werden, was ‚am sichersten‘ entlang des Maßstabs der Überlegenheit erfolgt. Dieser Zustand und Erhalt des Friedens nennt sich Abschreckung und stellt ihrer ‚Glaubwürdigkeit‘ wegen einen Modus der Vorbereitung und Bereitschaft zum Krieg dar.

Auch die praktizierte Diplomatie widerspricht dem guten Ruf, der ihr beigelegt wird. Die zuständigen Auftraggeber liefern bezüglich der Ukraine dazu diesen Klartext: „Für Verhandlungen, falls sie kommen, müssen wir die Ukraine in eine starke Verhandlungsposition bringen, und das geht in diesem Fall, wo man völkerrechtswidrig angegriffen wird, nur durch die Lieferung von Waffen.“ (Lars Klingbeil, SPD-Vorsitzender, im ZDF am 21.3.24) „Wir müssen die Ukraine so stark machen, dass es überhaupt wieder eine Chance gibt, Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen.“ (Michael Roth, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, im ZDF am 20.3.24) Die Diplomatie, die Friedensbewegte für die Verhinderung des Schießens halten, ist sein Ersatz nur dann, wenn die Drohung damit den gleichen Effekt hat wie die Durchführung. Deshalb rechtfertigt und begleitet die Diplomatie im Bedarfsfall das Kriegsengagement und die Waffengänge ihrer Nation.

„Schlaraffenland“

Solche Wahrheiten im Außenverhältnis ihres Staats zu bemerken, festzuhalten und zu ergründen liegt den meisten Friedensbewegten wie gesagt fern. Nur bei fremden Staaten, bei Putin schon gleich, entdecken sie fallweise hinter dem ‚Gerede‘ von Frieden und Sicherheit ‚bloße Machtpolitik‘. Auch bei der „Zeitenwende“ im Innern sind solche Mitbürger gegen Belehrungen durch die kritisierten Macher ziemlich resistent. Ein Wirtschaftsprofessor z.B. teilt in einer Talkrunde unter Nicken des anwesenden Finanzministers, der „die Sozialleistungen drei Jahre lang einfrieren“ will, Folgendes mit: „Kanonen und Butter – das wäre schön, aber das ist Schlaraffenland, das geht nicht. Also Kanonen ohne Butter. Das heißt, wir werden Einbußen haben. Wir werden den Sozialstaat weiter finanzieren, aber er wird halt kleiner ausfallen.“ Statt dem zu kontern, dass sie die Botschaft verstanden haben, beharren friedensbewegte Einwände unbeirrt darauf, dass eine solche Aufrüstungspolitik wesentliche Staatsaufgaben vernachlässige: „Die aktuelle Hochrüstung erzwingt gravierende Einschnitte in staatliche Aufgaben.“ (Ostermarsch Nürnberg) „Wir wollen, dass unsere Steuergelder konstruktiv verwendet werden, um Kinderarmut zu verhindern, den Wohnungsbau voranzutreiben, das Bildungs- und Gesundheitssystem sowie den Klimaschutz zu verbessern.“ (Ostermarsch München) Mit dem Bekenntnis zur untertänigen Rolle des Steuerzahlers sieht sich der Aufruf offenbar und ganz sachwidrig zur Mitsprache berechtigt.

Die linksalternative „taz“ fügt unter Verweis auf den Kalten Krieg dann noch an, „dass sich Aufrüstung und Sozialstaat nicht gegenseitig ausschließen müssen“, Butter und Kanonen also verträglich seien, wenn man „das Thema Aufrüstung [nicht] den Sparfetischisten überlässt“. „Und wenn an den Börsen wegen Rheinmetall und Co. die Korken knallen, warum nicht endlich Kapitalgewinne [höher] besteuern?“ Auch so geht „konstruktive“ Friedensliebe: Wenn sich Deutschland laut offizieller Selbstkritik von der „Friedensdividende“ nach dem Kalten Krieg hat einlullen lassen, wäre doch der fiskalische Zugriff auf die Kriegsprofite von heute der bessere Ansatz …

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51 Kommentare

  1. Nach der Episode COVID hat es sich erledigt, Ich weiß seit dem wie Faschismus funktioniert. Für wen oder was sollte Ich da noch marschieren?

      1. Vorerst wurde man auf den sogenannten Coronademos nur von der Polente zusammengewichst ohne Rücksicht auf Verluste, auch paar Omas und Opas bekamen was auf die unmaskierte Birne gekloppt. Da ist dein infantiles Geraune etwas deplatziert, denkste nicht auch?

  2. „Wenn sich Deutschland laut offizieller Selbstkritik von der „Friedensdividende“ nach dem Kalten Krieg hat einlullen lassen, wäre doch der fiskalische Zugriff auf die Kriegsprofite von heute der bessere Ansatz …“
    Wenn ich das lese frage ich mich, frei nach Frau M-A S-Z, wo ist der Autor dieses Artikels falsch abgebogen? Eher vergisst Selenskyj seine irrationale Friedensformel, bevor hierzulande auf Vermögen, noch dazu auf Kapitalgewinne von Rheinmetall, zugegriffen wird.

  3. Diejenigen, die Frieden stiften, werden Söhne Gottes genannt werden.
    Diejenigen aber ,die zum Krieg hetzen und Waffen liefern
    werden Söhne des Teufels genannt werden.

    1. „Diejenigen, die Frieden stiften, werden Söhne Gottes genannt werden.“

      Nee, stattdessen „gefallene Engel aus der Hölle“, so die regierungsamtliche Bezeichnung. SCNR.

  4. „Entsprechend sucht der Nachfolger eine Möglichkeit, den deutschen Durchsetzungsanspruch gegen die Großmacht Russland fortzuschreiben und ihn auf ein Format zu bringen, ….“

    Solche Sätze sind für mich nebulös. Drückt Herr Scholz damit einen generellen Beherrschungsanspruch gegenüber Russland aus oder geht es um bestimmte Projekte, die gegen Russland in Osteuropa durchgesetzt werden sollen? Und was soll der deutsche Kanzler, ein Machthaber von Amerikas Gnaden überhaupt zu sagen haben?

  5. Das Abstimmungsergebnis zur Europawahl gestern muss jemanden sehr verstört haben? Oder warum wird jetzt ein Artikel nachgeschoben, der unterschwellig aber deutlich gegen BSW zielt?
    In der Sache hat Schuster allerdings völlig recht. Jeder Versuch, das System in Richtung zu mehr Demokratie umzumodeln, trifft auf systemimmanente Widerstände, die sich in ihrer Fort- und Weiterentwicklung immer mehr einer Diktatur annähern. Und offensichtlich ist ein Kipppunkt, ab dem man sagen kann „ab hier ist Diktatur“, nicht festzumachen, es ist ein schleichender Vorgang, kein Umsturz wie ’33.
    Höchst gefährlich.

    1. Dazu muß ich sagen, es gibt keine reale Demokratie, d.h. die Herrschaft vom und durch das Volk ist nicht durchführbar da ja das ganze Volk nicht im Parlament sitzen kann und Regieren nicht durch Volksentscheide erfolgt.
      Bestenfalls haben wir eine Diktatur der gewählten Repräsentanten des Volkes. Schlimmstenfalls wie heute der Fall ist haben wir eine Diktatur der „gewählten“ Vertreter des Volkes die nur im Interesse von Lobbyisten (Geldgebern) handeln und denen die Interessen und Nöte des Wahlvolks vollkommen egal sind. Das Volk hat keine Macht, Macht ist ausschließlich in den Händen des Großkapitals bzw. der Hochfinanz in jedem politischen System, egal wie man es auch nennen mag, und daran kann und wird sich wegen der Natur des Menschen nichts ändern, denn der Mensch läßt sich hauptsächlich vom Geld und materiellen Konsum leiten.

  6. Um es mal neutestamantarisch biblisch auszudrücken mit den Worten des (fiktiven) Jesus Christus: „Hütet euch vor den Heuchlern und Pharisäern, denn sie selber trinken Wein, und predigen uns Wasser….“ – oder so 😉

    In diesem Sinne der Friedensbewegung viel Erfolg, und den grünen PolitikerInnen, den eben erwähnten Heuchlern und Pharisäern, mit den Worten von Jesus Christus, viel Mißerfolg.

    Wo gab es eigentlich so etwas, dass ein Ex-Pazifist namens Robert Habeck als grüner Vize-Kanzler, die Rüstungsindustrie lobt, und deren Erfolg predigt, am selben Wochenende, wo hoffentlich, nicht nur deshalb, Tausende von Friedensbewegten, gegen die grünen Verräter. und Kriegstreiber, auf die Straße geht….

    Übrigens bin kein Freund von Joschka Fischer, aber da war sogar der, in seiner Zeit als aktiver Politiker der Grünen, noch weniger bellizistisch drauf als Robert Habeck 2024 – sein Nachfolger als Vize-Kanzler.

    Das will was heißen, auch wenn Herr Fischer jetzt selber auch zu den Atombomben-Besitzer-Predigern für Deutschland gehört, denn wie eben erwähnt in seiner Zeit als aktiver Politiker, und Vize-Kanzler, war Joschka Fischer zwar auch ein Verräter an grünen, pazifistischen Idealen, aber so offen, wie Herr Habeck, hat dies noch kein grünen „Promi“ gezeigt…..olivgrün hat also ein neues Gesicht = Robert Habeck und Konsorten der grünen Partei in- und außerhalb des Bundestages in Berlin…..

    Sarkastische Grüße
    Bernie

    1. Mein Vater ein absoluter Antichrist sagte immer bei Aufmärschen wie
      die Ostermärsche: „Selig die die bekloppt sind, die brauchen keinen Hammer!“.
      Heute gebe ich ihm recht. Er meinte damit, dass es absolut unsinnig ist, gegen
      die Politik zu demonstrieren, besonders gegen den Krieg. Haben Proteste in den
      letzten 65 Jahren etwas genutzt? Nööö!. Es interessiert die Politiker einen Scheißdreck
      was das Volk sagt. Gerade unsere Politiker hören nur aus das was aus den USA kommt.
      Nur wenn wirklich mit Nachdruck demonstriert wird kann es etwas bewirken. Das hat
      man gerade bei der GDL gesehen. Die haben aber mit dem Stillegen der Bahn und des
      Transportes auch ein wirkliches Druckmittel. Genauso wie die Piloten. Welches Druckmittel
      haben Rentner oder Corona Gegner oder eben die Ostermaschierer?

      1. Demonstrieren, auch „mit Nachdruck“, genügt nicht. Man tut auf diese Weise seinen Willen kund, und im Hintergrund schmunzelt die verehrte Frau Bundesministerin des Äußersten und spricht in broken english: „I want to deliver, no matter what my german voters think“.

        Ihr Hinweis auf die GDL weist den Weg: Helfen würde ein Streik. Ein Generalstreik. Jedes andere Mittel unterhalb dieser Schwelle wird wirkungslos bleiben.
        Und jetzt fragen Sie sich mal selbst, wie realistisch ein solcher Generalstreik ist.

        Mit resigniert-deprimierten Grüßen

        1. @umbhaki
          „Ihr Hinweis auf die GDL weist den Weg: Helfen würde ein Streik. Ein Generalstreik. Jedes andere Mittel unterhalb dieser Schwelle wird wirkungslos bleiben.
          Und jetzt fragen Sie sich mal selbst, wie realistisch ein solcher Generalstreik ist.“

          Der ist ist in Deutschland VERBOTEN, weil politisch und ginge nur als wilder Streik.

          „Man tut auf diese Weise seinen Willen kund“

          Das wäre immerhin ein Anfang anstatt sich Sorgen über das Wohlbefinden von Frau B. zu machen und dn Kopf in den Sand zu stecken.

          1. @Otto0815

            Apropo VERBOTEN so dämlich sind ja auch nur wir „Untertanen“ (Zitat Heinrich Mann, gleichnamiges Buch über das Deutsche Kaiserreich) uns an VERBOTE zu halten.

            Wären wir Franzosen, oder auch nur Polen, dann würden uns solche VERBOTE einen DRECK scheren…..

            Ja, ich weis, ein Traum, wir sind DEUTSCHE und schon Lenin fand keine lobenden Worte über seine deutschen kommunistischen Genossen – frei nach „Fahrkarte zum Protest lösen….“ – oder so ähnlich…..

            Sarkastische Grüße
            Bernie

      2. Lieber Träumer,

        bin auch kein Christ, keine Sorge, nur christlich erzogen aufgewachsen, und so manches bleibt eben hängen wie man als Kind sozialisiert wurde, und in meinen alten Tagen denke ich an die Szenen zurück – bei den Grünen, nicht nur bei Habeck, auch bei Frau Baerbock, Hofreiter, Omipour, Lang und Konsorten wissen wir ja schon seit dem berühmt berüchtigten Corona-Lockdown, dass die dem Volk Wasser predigen, aber selber Wein saufen…..der Diskjokey Omipour, und das frauenfeindliche Lied dieser grünen Heuchler beim Grünen-Parteitag, sind bei mir unvergessen, inkl. das Ausbleiben der Maskenpflicht beim Grünen-Ball dort – während wir Masken trugen, und uns an Corona-Regeln halten mussten, die diese grünen A….r mit zu verantworten hatten – egal, anderes Thema, aber es passt auch zur grünen Doppelmoral und Kriegstreiberei – Übrigens, ich wünsche unserer Ampel-Regierung eine Verurteilung wegen Genozids in Gaza – Nicaragua hat das ja angestrebt, und den Denkzettel wünsche ich unseren „Pharisäern, Heuchlern und Schriftgelehrten“ der grünen Partei – und auch ihrem Anhang aus SPD und FDP von ganzem Herzen – eine Verurteilung wie in Nürnberg ist längst überfällig, nicht nur wegen dem Genozid in Gaza……auch das Hochloben der blutrünstigen Rüstungsindustrie, die vom Blut und Tod anderer Menschen auch noch in Milliardenhöhe finanziell proftieren darf…..gehört bestraft – da käme ein Denkzettel bzw. eine blutige Nase für die Ampel-Regierung aus Den Haag gerade recht…. für mich persönlich bleibt es dabei, wie der jüdische Schriftsteller Kurt Tucholsky einst sagte „Soldaten sind Mörder!“……(wer K. Tucholsky jetzt verklagen will, der soll es gerne tun, bringt nur nichts, denn er ist längst nicht mehr unter uns….leider, muss man wehmütig rückblickend sagen….)

        Sarkastische Grüße
        Bernie

      3. Die Blind Spots (Orwells Wortschöpfung)
        in der Gesellschaft sind schier Unglaublich.

        Das Problem was das römische Imperium mit den Urchristen hatte war die Ineffiziens die diese Ideologie verbreitete.
        Daraufhin kam man auf die Idee das Christentum zur Staatsreligion zu machen um damit die Effizienz zu steigern.

        Hr. Schuster beschreibt hier die Gleichschaltung der Gesellschaft zum Zwecke der Effizienzsteigerung der Staatsmacht Deutschland.
        Diese Staatsmacht ist für diese Menschen quasi eine Pseudogöttliche Entität.
        Schliesslich kommt da das Kindergeld her.
        lol
        Das Deutschland nicht die einzige Staatsmacht ist bei der dies zutrifft macht die Sache nicht besser sondern superviel schlechter.

        Das Problem mit den BSW ist
        das es zu spät gegründet wurde.
        Hätte Wagenknecht vor 2022 eine satte Regierungsbeteiligung gehabt wäre vielleicht alles besser gewesen.
        Weiterhin günstige Rohstoffe aus Russland und ein Einwirken auf Kiew den Bürgerkrieg zu beenden. Denn in Kiew lag die Initiativemöglichkeit dazu.
        Heute wirkt sie wie ein Gespenst aus der Vergangenheit das noch etwas Geld in der Politik machen will und dabei auch Koalitionen mit der CDU als auch ihrer Expartei nicht scheut.

        Die Ukraine war das fruchtbarste Land der Welt und ist jetzt zu einen Drittel mit Kriegsmüll verseucht.
        Und es stellt sich die berechtigte Frage ob dies nicht die letzte Vertreibung der Menschheit aus dem Paradies ist.

        Grüsse eines atheistischen Atheisten

        Ferdinand hat gesprochen

  7. verstehe den Herrn Schuster nicht. als Friedens bewegter Mensch steht man hinter den Forderungen des Herrn von Schulenburg. Realistisch muss man sehen wie Europa eingebunden ist. Und es ist die Kunst der Politik diese Kluft zu überwinden.

  8. Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so ganz, was der Autor mit seinem Artikel sagen will.
    Der Großteil der sogenannten Friedensbewegten ist ebenso werteorientiert wie auch die offiziellen Meinungsmacher. Nur dass die Friedensbewegten dank ihrer Bedeutungslosigkeit sich den Luxus leisten können, sich als moralische Instanz darzustellen, die allein dem Frieden, aber keiner der Kriegsparteien verpflichtet ist. Das ist schön, macht auch vllt. ein wohliges Gefühl in den Eingeweiden: Wir sind die Guten, denn wir wollen Frieden in der Welt. Das wollen auch die anderen, selbst die Kriegsparteien. Aber sie wollen den Frieden zu ihren Bedingungen und daran scheitert der Frieden in seiner Umsetzung.
    Die Friedensbewegten wollen Frieden, ohne die Grundlagen des aktuellen Konflikts anerkennen zu wollen. Deshalb die Verurteilung Russlands als Angreifer. Man will sich mit keinem gemein machen. Damit aber gerät man erst recht zwischen die Mühlsteine oder wird nicht richtig ernst genommen. Letzteres ist bei der derzeitigen Friedensbewegung der Fall.
    Die Alternative ist nicht die Parteinahme für Russland. Die Alternative ist das konkrete Eintreten für die eigenen Interessen in diesem Konflikt. Die gilt es zu benennen. Aber Interessen spielen bei den meisten Friedensbewegten keine Rolle, denn sie sich nicht moralisch edel genug. Interessen sind bäh. Nein wir treten ein für Höheres: Frieden, Gerechtigkeit, Werte. DAs ist aber auch die Grundlage, auf der die Grünen zur Kriegspartei wurden: DAs Eintreten für höhere Werte, für Höheres allgemein, nicht so bodenständig simples wie Interessen.
    Aber die Interessen sind der Hebel, mit dem größere Massen bewegt werden können. Den meisten Menschen ist der Krieg in der Ukraine so weit egal, wie er nicht zum atomar ausgetragenen Weltkrieg wird und so lange sie die finanziellen Auswirkungen für sich selbst nicht zu spüren bekommen. Dass alles teurer geworden ist, ist zwar Ergebnis der Sanktionen gegen Russland, dringt aber als Erkenntnis noch nicht so weit durch in die Öffentlichkeit.
    Was aber auch für viele Einzelne zu erkennen ist, ist die Wohnungsnot, die nicht gelindert wird, weil viel Geld in die Munitionsfabriken fließt statt in den Wohnungsbau. Das sind die Schlangen und die Not an den Tafeln und vieles andere, wo staatliche Fürsorge zugunsten des Krieges zurückgeht. All das sind aber nicht die Themen, zu denen sich die Friedensbewegten herablassen. Aber das ist zu banal, zu popelig. Friedensbewegte wollen große Politik machen, die Mächtigen an einen Tisch bringen. Sie erwarten von den Regierenden, dass sie die Interessen vertreten, zu deren Vertretung die Friedensbewegung selbst nicht in der Lage ist. Sie verhalten sich wie trotzige Kinder, die durch Geschrei die Eltern zu etwas bewegen wollen, dass sie selbst noch nicht fertig bringen.
    Vllt sind die Friedensbewegten aber auch einfach nur ratlos und wissen nicht, wie man es schafft, sich der Probleme der einfachen Menschen anzunehmen. Das ist keine Schande! Aber man müsste es sich einmal einfach nur eingestehen: Dass man selbst zu bedeutungslos ist, um die Mächtigen an einen Tisch zu bringen, und dass man die Bedeutung der einfachen Menschen unterschätzt. Wenn man sich das eingesteht, dann kann man den nächsten Schritt gehen und die Frage aufwerfen und zur Diskussion stellen: Wie erreichen wir diese Menschen, die schon jetzt in unserem Land unter den Folgen des Krieges leiden und wie können wir sie mobilisieren für ihre eigenen Interessen?

    1. @Rüdiger Rauls
      „Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so ganz, was der Autor mit seinem Artikel sagen will.“

      Ich auch nicht! Vielleicht will er Verwirrung stiften, wer weiß?

    2. Es ist immer noch nur eine Minderheit, die an Wohnungsnot leidet, die an materieller Not leidet. Mit denen wird keine Revolution zu machen sein. Lenin schaffte seine Revolution mit dem Versprechen von Frieden und Land für die Bauern.
      Größer ist die Gruppe, die an Abstiegsängsten leiden, die sich eher nationalistisch als sozialistisch orientieren, denn ihre individuelle Freiheit ist ihnen heilig.

      1. hallo garno,
        wenn man immer nur die Revolution zum Maßstab nimmt, dann kann man nur in Depression verfallen. Damit macht man sich selbst handlungsunfähig. Und wer sich an Lenin und all den anderen Altvorderen orientiert, erkennt nicht die Handlungsmöglichkeiten der heutigen Zeit. Die große Lehre aus den Erkenntissen der marxistischen Klassiker ist gerade die, dass die aktuellen Bedingungen genau untersucht werden müssen als Grundlage für Veränderungen. Lenin konnte den Menschen einen Ausweg aus der verfahrenen Lage aufzeigen, indem er ihnen gerade KEINE Versprechungen machte sondern Ziele vorstellte, die einen Ausblick auf ein besseres Leben boten. Und die Menschen erkannten damals, dass Frieden und Landreform ihren ureigensten Interessen entsprach. Sie erkannten, dass Lenins Vorschläge gut waren und vor allem, dass sie umsetzbar waren. Es lag in ihren eigenen Händen, ihr Leben zu verbessern. Unsere Friedensbewegten legen das in die Hände anderer. Deshlab wird das auch nix.

    3. Mir gefällt schon der Begriff der „Friedensbewegten“ nicht. Er drückt eine paternalistische Überheblichkeit von bornierten Besserwissern aus. Frieden zu schaffen – das ist kein unerreichbares Ideal, das war mal schlicht und ergreifend der Job jedes Diplomaten, jedes Außenministers und jedes Kanzlers oder Präsidenten egal welchen Geschlechts. Es gab Krisen, es gab Ausbeutung, es gab Unterdrückung, es gab linke und rechte Diktaturen, es gab in jedem Land unendlich viel zu kritisieren – aber es gab nach 1945 gut 50 Jahre lang keinen Krieg in Europa. Natürlich hat der gegenwärtige Konflikt tiefe Ursachen – Na und? Ihr Damen und Herren Politiker, löst das Problem und macht euren Job. Ich dachte, dafür werdet ihr bezahlt. Alles weitere: Siehe mein Kommentar weiter unten. Aber der „böse Putin“? War Breschnew besser? Mit Sicherheit nicht. Es war die Aufgabe unserer Politik mit ihm auszukommen und diese Aufgabe hat sie gelöst. Fertig aus.

    4. Eigenartig welch naive Vorstellung dieses Krieges sich selbst hier wiederfinden. Gerade hier sollte man sich doch bemühen über die Vorgänge AUSSERHALB des Overton Windows klar zu bleiben.
      Ich bin immer wieder verwundert wie wenige sich anscheinend über die Entstehung dieses Krieges im Klaren sind. Die USA arbeiten seit 2008 mit grossem finanziellen und ideologischen Aufwand an einer grundsätzlichen Spaltung Eurasiens. Sollten Russland/China und West Europa zu einer immer engeren und weiter wachsenden ökonomischen Zusammenarbeit kommen, so wären deren Konsequenzen das Ende für die Herrschaft des US Dollars und des US Imperiums.
      Man muss das strategische Geschick von Frau Nuland und ihrer CIA Abteilung bewundern, auch wenn es einem nicht gefällt. Wer hätte es vor 10, 20 Jahren für möglich gehalten, dass ganz Deutschland in Ruhe zuschaut, wie die USA den deutschen Gas Einkauf in Russland ganz einfach daurch unterbindet, indem man ganz offen die dafür benutzte Pipeline in die Lufft jagt…?

      Für die Bildung einer endgültigen Meinung wird man auf jeden Fall die US Wahlen abwarten müssen. Wie werden die Details der Trumpschen Politik, was die Finanzierung dieses Krieges angeht aussehen? Un gelingt es NATO/EU an die Stelle von NATO/USA zu treten? Politico hat sich Gedanken dazu gemacht:
      https://www.politico.eu/article/ursula-von-der-leyen-wartime-president-ukraine-europe-election/

      1. „… gelingt es NATO/EU an die Stelle von NATO/USA zu treten?“

        Ganz offensichtlich arbeiten sowohl Nato als auch EU daran die Politik der US-„Demokraten“ fortzuführen, sollte Trump ein Hindernis werden. Inzwischen steht ja auch die EU-Führung ganz ungeniert hinter den Interessen der USA (nach globaler Dominanz). Dass es dabei zu politischen Rangeleien mit den europäischen Führungsmächten Deutschland und Frankreich kommt, darauf macht Politico aufmerksam, frei nach der Devise: Wer ist der würdigere Vertreter US-amerikanischer Interessen. Oder bestenfalls: Wer kann europäische Kapital-Interessen im Rahmen US-amerikanischer Kapital-Interessen besser durchsetzen. Von der EU-Präsidentin ist da wohl am wenigsten zu erwarten. Sie ist vollkommen eingewickelt in transatlantisch moralisch-ideologische Werte, die auf die Interessen der USA ausgerichtet sind.

        Die Nato als auch die EU stellen sich so als Instrument der USA dar, die die kriegstreibende, antirussische Politik der USA fortführen, sodass sich die USA auf China konzentrieren können (ganz im Sinne von Trump). Zur Erinnerung: Es waren die USA die den Ukrainekonflikt lostraten um Russland zu schwächen (Biden), auf Kosten der Europäer, deren Vasallen-Status damit gefestigt wurde.

        Was man sagen kann: Die abnehmende globale Dominanz der USA wird kompensiert mit einer Festigung der Herrschaft über die europäischen US-Vasallen (gerechtfertigt mit dem Narrativ: Demokratien müssen zusammenrücken gegen Autokratien und Diktaturen). Eine etwaige europäische Führungsmacht (für eigene Interessen) ist ein Hirngespinst von Politico und von der Leyen.

    5. „Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so ganz, was der Autor mit seinem Artikel sagen will.“

      Genau das ist sinn und Zweck solches Geblubbers.

      Weiter unten hat ein Kommentator genau den Punkt rausgepickt:

      „Stefan Nold sagt:
      31. März 2024 um 22:31 Uhr
      „Was der Sachlage entspricht, ist der feste Wille von Deutschland, EU und Nato, die menschlichen und materiellen Opfer auf die Kriegsgegner Ukraine und Moskau zu begrenzen.“ Eine solche Aussage kotzt mich an.“

      Ich musste vorsichtshalber nachschauen ob das tatsächlich in dem Text des Autors steht. Und: Ja!

      Wer so etwas verzapft ist debil oder gekauft!

  9. Ein brillianter Artikel der die kognitive wie praktische Vergeblichkeit des ebenso flachen wie abstrakten, weil die Wurzeln von Krieg ignorierenden, Pazifismus nicht nur aufzeigt, sondern sogar in seiner Funktionalität für die Kriegstreiber entlarvt (Diplomat Scholz als „Nachfolger ..“ vom „deutschen Durchsetzungsanspruch gegen die Großmacht Russland ..“; „Diplomatie ..“ als „Verhinderung des Schießens .. nur dann, wenn die Drohung damit den gleichen Effekt hat wie die Durchführung.“; „“konstruktive“ Friedensliebe ..“ als „fiskalischer Zugriff auf die Kriegsprofite von heute“.)
    Warum entspringt das Lamentieren von Schulenburg, ob der vertanen Chance der Europäer auf eine selbstständige Friedenspolitik einer Chimäre und warum fühlen sich die Ostermärsche wie inszenierte Medienereignisse an, wie Filme in einem Kino, in dem die Zuschauer im Zuschauerraum sich zu recht völlig entkoppelt sehen dürfen, von dem was auf der Leinwand, in der Öffentlichkeit, abläuft?
    Weil der Pazifismus als Idee (analog Platon) und die Pazifisten als Demonstranten sich selbst – in und mit ihren vergangenen und aktuellen Leben – nicht als Grund und Beteiligter der Kriege sehen und empfinden, sondern glauben, dass die Frage von Krieg und Frieden tatsächlich allein in der Gegenwart entschieden wird und nicht bereits längst vorentschieden ist durch langandauernde materielle Prozesse einseitiger gesellschaftlicher Reichtumsanhäufung und Ausbeutung der Ressourcen der Welt für Profit, hohe Einkommen und grenzenlosen Konsum, an dem die Demonstranten selbst alle beteiligt sind!
    Die Aufarbeitung des deutschen Faschismus hätte die Möglichkeit geboten, nicht nur den realen Gründen für den Faschismus und dessen Zusammenspiel mit antihumanen Überlegenheitstheorien auf die Spur zu kommen, sondern auch die praktisch notwendigen
    Schlüsse daraus zu ziehen: Aufbau einer wirklichen Demokratie von unten, von den Menschen und Kommunen her; Ächtung des Gewinnmachens auf Kosten anderer und auf Kosten der Natur; Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung im Einklang mit eigenen Ressourcen und im fairen Austausch mit anderen; Unterbindung der Entstehung einer Staats- und Pressemacht über den Köpfen und ohne direkte Kontrolle der Staatsbürger; usw. usf..
    Aber diese Aufarbeitung ist nicht erfolgt und so ging es nach dem Krieg weiter wie vorher mit einer gewaltigen Steigerung der Verbräuche und der Erzählung, diese wären allein durch Arbeit ehrlich verdient, was natürlich in den 100 Jahren vor dem 2.Weltkrieg nicht der Fall war und auch in den fast 80 Jahren nachher gewiss nicht der Fall ist.
    So vermag der materielle Prozess des Überverbrauchs, des ersehnten und auf Kosten des Restes der Welt materiell auch weitgehend realisierten industriellen Schlaraffenlandes seit nunmehr über 150 Jahren die Gegenwart nicht nur in Form von Kriegen, sondern auch in der pazifistischen Veranstaltung zu determinieren, in dem die Teilnehmer glauben, sie könnten den Druck ihres immensen Ressourcenbedarfes mit dem Ruf nach Frieden besänftigen.

  10. Der Artikel zielt doch nicht gegen das BSW (Noname), sondern macht an Herrn Schulenburg die diversen Widersprüche im Weltbild von Friedensbewegten deutlich. Ist denn die Osterweiterung der EU ein friedliches Projekt gewesen? Auch die Pläne für eine europäische Armee gibt es seit geraumer Zeit. Und die Äußerungen von Macron und Scholz zuletzt zeugen eher von einer Art Arbeitsteilung als von einem wirklichen Gegensatz in der EU, gar zwischen Kriegswille und Friedenssehnsucht. Dies und mehr verdrehen doch ein Herr Schulenburg und unzählige andere, wenn sie vom Projekt einer an sich friedliebenden EU sprechen. Die Logik hier ist, die wirklichen Handlungsweisen der EU für ein Vergehen ihres eigentlichen Zwecks zu deklarieren, sie müsste nur wieder zurück zur ureigensten Bestimmung. Das zeichnet doch der Autor nach.
    Wegen der Suche nach einem neuen Format europäischen Politik gibt es natürlich Meinungsverschiedenheiten, die aber nicht den Zweck dieser Politik betreffen (hier Eindämmung Russlands), sondern die praktischen Vorgehensweisen. Deswegen kritisiert der Autor die Einstufung eines Herrn Scholz als näher am Frieden als…, da er ja immerhin nicht eigene Soldaten in diesen Krieg schicken will. Ansonsten liefert er doch alles, wonach die Ukraine ruft. Und das ist wohl das Seltsamste an den Friedensaufrufen: Die Mächtigen bleiben die Zuständigen, man bemerkt die Gegensätze zwischen dem eigenen Friedenswunsch und deren Taten, aber diese Gegensätze sollen einfach keine Rolle spielen, man steigt ihnen gedanklich nicht nach. Und so ergibt sich das erstaunliche Bild, dass ausgerechnet die, welche diesen Krieg maßgeblich forcieren und eskalieren lassen, gleichzeitig als Sachwalter eines zukünftigen Friedens angesehen werden, denen man die eigenen Friedenswünsche andienen will. Diese Politiker sollen dann den Frieden herbei verhandeln.

  11. Da die paar Friedensbewegten den Frieden aus den falschen Gründen wollen (bzw. untereinander zerstritten sind), muss der Krieg wohl weiter gehen.

    Ist das die Message von Herrn Schuster, oder habe ich ihn falsch verstanden?

  12. Die Blind Spots (Orwells Wortschöpfung)
    in der Gesellschaft sind schier Unglaublich.

    Das Problem was das römische Imperium mit den Urchristen hatte war die Ineffiziens die diese Ideologie verbreitete.
    Daraufhin kam man auf die Idee das Christentum zur Staatsreligion zu machen um damit die Effizienz sogar zu steigern.

    Hr. Schuster beschreibt hier die Gleichschaltung der Gesellschaft zum Zwecke der Effizienzsteigerung der Staatsmacht Deutschland.
    Diese Staatsmacht ist für diese Menschen quasi eine Pseudogöttliche Entität.
    Schliesslich kommt da das Kindergeld her.
    lol
    Das Deutschland nicht die einzige Staatsmacht ist bei der dies zutrifft macht die Sache nicht besser sondern superviel schlechter.

    Das Problem mit den BSW ist
    das es zu spät gegründet wurde.
    Hätte Wagenknecht vor 2022 eine satte Regierungsbeteiligung gehabt wäre vielleicht alles besser gewesen.
    Weiterhin günstige Rohstoffe aus Russland und ein Einwirken auf Kiew den Bürgerkrieg zu beenden. Denn in Kiew lag die Initiativemöglichkeit dazu.
    Heute wirkt sie wie ein Gespenst aus der Vergangenheit das noch etwas Geld in der Politik machen will und dabei auch Koalitionen mit der CDU als auch ihrer Expartei nicht scheut.

    Die Ukraine war das fruchtbarste Land der Welt und ist jetzt zu einen Drittel mit Kriegsmüll verseucht.
    Und es stellt sich die berechtigte Frage ob dies nicht die letzte Vertreibung der Menschheit aus dem Paradies ist.

    Grüsse eines atheistischen Atheisten

    Ferdinand hat gesprochen

    1. Das „Gespenst aus der Vergangenheit“ toppt sie noch durch ihre angeblich profunde Kenntnis von Goethes Faust: Wer Goethes Faust wirklich kennt, würde sich kaum zu jenem neoliberalen Politikaufguss erniedrigen, den ihre PSW verbreitet. Sie wird ihre Quittung deutlich bereits bei der Europawahl bekommen. Was hat diese Frau dazu bewogen, in dieser wirklichen Zeitwende-Zeit alle sich anbietenden alternativen Politikansätze von sich abtropfen zu lassen wie eine PFAS-imprägnierte Outdoor-Jacke den unschuldigen Regen ?

      1. Inwiefern angebliche profunde Kenntnis von Goethes Faust ?

        Was die Frage von Evodurchkoop angeht:
        Fr. Wagenknecht ist Berufspolitikerin und wird in ihren Alter nicht mehr zur Dachdeckerin.
        Ihre politische Karriere begann sie in der kommunistischen Plattform würde dann zum Ludwig Erhard Fan und endete mit Alice Schwarzer auf Schweizer Konten.
        Und bei der Europawahl mag ich gar nicht hingucken
        genauso wenig wie auf die angeblich neuen aufsprießenden Parteien.
        In den Flügeln der einen Partei findet man so gut wie alle Überzeugungen und Meinungen wie bei allen anderen Parteien auch.
        Oder wie es mal ein Telepolis – Forent schrieb.
        Parteien sind grunddämliche Pyramidenkonstrukte.
        Die sich Recht schamlos und sehr zahlreich in den Parlamenten vermehren.
        Im Grunde genommen parasitäre Lebensformen.

  13. Der Schuster hält die taz tatsächlich heute für „linksalternativ“. Wo lebt der denn?

    Andererseits kritisiert er Michael v. d. Schulenburg, dass der nicht in jeder Zeile schreibt „Die USA sind schuld“.

    Anscheinend hat der Schuster den Artikel nicht zu Ende gelesen, denn am Schluss schreibt Schulenburg klar und deutlich:

    „… schon in einigen Monaten könnte sich das politische Verhältnis zu den USA durch einen Präsidenten Trump dramatisch verändern. Es gibt erhebliche Unterschiede dazu unter den EU-Mitgliedsstaaten, und es ist zu befürchten, dass ein politischer Erdrutsch in den USA die EU-Mitgliedsstaaten eher spalten wird, als sie näher zusammenzubringen. Mit ihrer kompromisslosen pro-Krieg und anti-Russland Politik wird sich die EU auch weiter von den meisten nicht-NATO Staaten in der Welt isolieren.“
    https://michael-von-der-schulenburg.com/mit-ihrer-rolle-im-ukrainekrieg-konnte-die-europaische-union-ihre-eigene-politische-zukunft-riskieren/

    1. @Estragon
      „Der Schuster hält die taz tatsächlich heute für „linksalternativ“. Wo lebt der denn?“

      Es ist schon erschütternd was heute noch als links bezeichnend wird

  14. „Was der Sachlage entspricht, ist der feste Wille von Deutschland, EU und Nato, die menschlichen und materiellen Opfer auf die Kriegsgegner Ukraine und Moskau zu begrenzen.“ Eine solche Aussage kotzt mich an. Ich möchte mal
    den Artikel 1 des NATO-Vertrags zitieren: Darin verpflichten sich die Vertragspartner „jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sind, auf friedlichem Wege so zu regeln, dass der internationale Frieden, die Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden…“ Das war die Basis. Als Bürger darf ich erwarten, dass meine Regierung verdammt noch mal ihre Verträge einhält. Statt dessen hat sie das unterschriftsreife Abkommen zwischen Russland und der Ukraine torpediert. Ja, der Westen will nur russische und ukrainische Opfer. Wie zynisch und menschenverachtend ist das denn? Merkt eigentlich niemand was für ein bodenloser Rassimus eine solche Haltung ausdrückt? Für alle, die mich nach meinen vorigen Beiträgen auf dieser Plattform zu Recht gefragt haben, was wir als Bürger denn tun könnten, hier ein Link zu meinem Vorschlag zum „Weißen Montag für den Frieden“:
    https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-5-vom-27-maerz-2024.html#article_1658
    Hier konnte er nicht abgedruckt werden, weil die journalistsche Distanz gefehlt hat. Ja natürlich hat die gefehlt. Gott sei Dank!

    1. @Stefan Nold

      Danke für den Link.
      Ich stimme Ihnen in weiten Teilen zu

      Die Bundesregierung will offenbar keinen Frieden. Sie will, wie die anderen Natostaaten auch, die Niederlage Russlands und zwar um jeden Preis denn ansonsten würde es ganz andere Friedensbemühungen geben.
      Angesichts der Atommacht Russland ist dieses Ansinnen vollkommen unrealistisch und wird uns in den Abgrund führen.

      Den wirtschaftlichen Niedergang in Deutschland können wir jetzt bereits erahnen.
      – die Arbeitslosen Zahlen steigen bereits
      – der angebliche Fachkräftemangel wird geringer
      – drastische Verschärfungen bei Hartz-4 sind bereits angekündigt
      – die Kosten für den Bürger explodieren weiter (die Umsatzssteuer für Gas steigt ab dem 1. April von 7% auf 19%)

      29. März 2024 – Arbeitsplatzvernichtung durch Insolvenzen, Betriebsschließungen, Entlassungen, Stellenabbau
      https://egon-w-kreutzer.de/jobwunder-deutschland-2

  15. Bei der Abstimmung fehlt mir Antwortmöglichkeit 4:
    „Keine Ahnung, da müssen Sie meine Frau/meinen Mann/mein Diversikum fragen.“

  16. Covid, Klima, der böse Russe – und was kommt danach, um den permanenten Panik-Modus im Land aufrecht zu erhalten?

    Die Friedenspolitik hat zu jahrzehntelangem Frieden geführt und dass dieser Krieg vom Westen provoziert wurde, lässt sich nicht nur durch The Grand Chessboard belegen, sondern auch durch Stoltenberg’s eigene Worte.

    Kriege nutzen nur der Rüstungsindustrie und deren Shareholders. Sonst niemandem. Und beim deutschen ökonomischen Ansatz müssen diese Kosten am unteren Ende der Gesellschaft, bei Infrastruktur, Gebäuden und Renten wieder reingeholt werden. Politik nennt sowas „Wirtschaften“

  17. Die Staatsmacht Deutschland hat sich in eine Lage
    manövriert in der sie sich zwischen zwei Möglichkeiten befindet.
    Eine Unterstützung der Ukraine und damit eine starke ukrainische Staatsmacht die man in das
    ziemlich von Deutschland dominierte EU- Imperium
    integriert zum Zwecke der Kapitalakkumulation.
    Oder die Zusammenarbeit mit Russland zum Zwecke des GLEICHEN ZIELS .
    Wäre Deutschland in einer bequemen ja geradezu
    außerirdischen Lage könnte es einfach abwarten wie dieser Krieg denn nun ausgeht.
    Dummerweise ist Deutschlands Wohlstand aber sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine verflochten.
    Oder eigentlich besser geschrieben:
    War er.
    Sollte Russland siegen gibt’s keine Ukraine mehr
    die man zwecks Kapitalakkumulation in die EU integrieren kann. Und auch Russland wird so seine Forderungen gegenüber der Staatsmacht Deutschland haben.
    Sollte die RF verlieren hätte es Deutschland mit den Auswirkungen einer instabilen Supermacht zu tun. Katastrophal.
    Sollten beide kollabieren
    wäre das auch die totale Katastrophe für Deutschland.
    Sollte der Krieg Jahrelang unentschieden weitergehen oder eingefroren werden
    hätte das auch eine wirtschaftliche Agonie Deutschlands zur Folge.

    Schaut man mal auf die Möglichkeit der Taurus -Lieferung ergibt sich folgendes Bild.
    Sollte man die Taurus zum Einsatz gegen den “ Feind “ bringen schwächt man Russland und lässt neue Marschflugkörper produzieren und entwickeln was Arbeitsplätze schafft/sichert.
    Und Kindergeld gibt’s obendrauf.
    Wäre da nur nicht die Möglichkeit das Russland dies heimzahlen könnte…..

    Dazu noch ein Zitat:
    In Gefahr und höchster Not bringt der Mittelweg den Tod
    – Friedrich von Logau –
    (Witzig ich sehe gerade dazu gibt’s ein Film)

    Die Aufgabe der deutschen Diplomatie wäre gewesen den Bürgerkrieg auf jeden Fall mit einen Friedensvertrag zu beenden. Nix einfrieren.
    Hr. Schuster weist daraufhin hin das dies offensichtlich nicht die Denkweise der deutschen Diplomaten war.
    Die gesamte politische Prominenz in Deutschland
    als auch die außerparlamentarische
    (Schein) – Opposition ist keine Hilfe den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
    Sie pusht den Karren noch tiefer hinein.

    Hr. Schusters Text ist ein Hinweis
    – denn ein Plädoyer wäre Strafbar –
    Das die Staatsmacht durch etwas ersetzt werden sollte oder sogar muss
    welches die Staatsmacht und vor allem das dazugehörige Volk NICHT in solch eine Lage manövrieren MUSS .
    Warum dieses MÜSSEN sich ergibt lässt sich prima bei Marx nachlesen.
    (Nebenbei vielleicht noch der Hinweis: Man kann Marx lesen und verstehen um die gesellschaftlichen Verhältnisse zu analysieren und versuchen diese Verhältnisse (vielleicht)
    zum besseren zu ändern
    und man kann Marx lesen und verstehen um sich nur schamlos zu bereichern
    Viele (Neo)-Marxisten tendieren eher zum letzteren.)

    grüsse eines atheistischen Atheisten
    Ferdinand hat gesprochen

  18. Der Herr Schuster hat recht.
    Man kann keinen Frieden mehr fordern, wenn der Krieg verloren ist.
    Der Staat vertritt die ‚Interessen‘ des Staates der ihn ‚repräsentiert‘. Die Bürger werden dafür gerade stehen und wenn diese dann eventuell nicht möchten, dann wird es keine Friedendemos mehr geben, sondern zum Aufstand.

  19. Nun ja, auch ich war in meiner Heimatstadt beim Ostermarsch am Samstag dabei. Und da hat ein Schulenburg nicht gesprochen, sondern ein Walter ( Chef des LV Brandenburg von den Linken ) .
    Auch ich hab so bei manchen akt. Pos. der Linken meine Bauchschmerzen; dieses Mal jedoch hat der o. g. Hauptredner das gesagt, was m. E. richtig ist.
    Was mich allerdings schmerzt, ist die Teilnahmslosigkeit, mit der sich große Teile unserer Bevölkerung gegenüber den drängenden Fragen der Gegenwart verhalten und so tun, als ginge sie das alles nichts an.
    Zuviele haben offensichtlich „den Schuß noch nicht gehört“!
    Offensichtlich haben die Mainstream-Medien „ganze Arbeit“ geleistet; wenn ich mir so z.B. die Umfragergebnisse beim MDR ansehe- wo dieser regelmäßig Bürger befragt – zum Thema „müssen wir wieder kriegstüchtig werden“.
    Da kommt einem das kalte Grausen, wenn dort angeblich eine Mehrheit für Aufrüstung, für „Erreichen des 2%-Zieles “ udgl. votiert !
    Und bei diesen Befragten geht es nicht um junge Leute, sondern da werden 70-jährige zitiert, die sich in o.g. Sinne positionieren!?

    1. Das ist es, was ich meinte: Die große Mehrheit weiß wo ihr Wohlstand herkommt auf den sie um keinen Preis verzichten wollen – lieber führen sie Kriege darum. Die große Wahrscheinlichkeit eines Nuklearkrieges ist nichts anderes als das Spiegelbild der globalen Verwüstung der Natur, die wir mit unserem hirnlosen Konsumrausch, den wir Wohlstand nennen, tagtäglich anrichten und sogar immer weiter steigern. In wenigen Jahren wird es bei uns keine Vögel mehr geben, weil sie nichts mehr zu fressen finden. Auch viele Pflanzen werden absterben. Auch die Wälder werden verschwinden. Aber den Leuten macht all dies nichts aus. Sie werden erst aufwachen, wenn bleibend der Strom ausfällt fürs Internet.

  20. Da wird sich an den Falschen abgearbeitet. Auch das ist eine Methode der Aufmerksamkeitsfehlsteuerung.

    Überall sind die Einflussagenten gesetzt – natürlich zuallerserst in „linken“ Kreisen und (allen) Parteien, dann aber auch in der Friedensbewegung, in Gewerkschaften, in Vereinen, in Zusammenschlüssen, in Kirchen, in NGOs, …

    Auf „Friedensdemos“ wird über Klima geschwurbelt statt DEN größten aller Weltfriedensbedroher zu benennen:

    usWaR

    und dessen NAhTOd

    Und Putin wird als „Wladimir Putin einer der großen Kriegsverbrecher der Menschheitsgeschichte“ beschimpft (Franz Alt, siehe ()https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2024/reden/franz-alt-mannheim)

    Wenn es nicht so widerlich wäre, wäre es einfach nur lächerlich.

    Die wichtigste Methode der Massensteuerung ist neben der Solomon-Asch-Pseudomerheitsmeinungs-Simulation (etwa die durch Lügen und massive, auf allen Kanälen konzertante Mobilisierung erzeugten „gegenrechts“-Demos; wenn man vergleicht was Ballweg mit seinen bescheidenen Mitteln damals erreicht hatte, dann ist das Ergebnis dieser Massenmobilisierung durch Konzertmedien, Politik, Parteien, Kirchen, etc. für „gegenrechts“ einfach nur armselig) die Aufmerksamkeitsfehlsteuerung durch Weglassen:

    Denn natürlich sind die Präsidenten der USA fast durchgängig die größten Kriegsverbrecher dieser Welt. Angefangen mit dem Genozid an den Ureinwohnern Amerikas. Vietnam, Kambodscha, Laos, Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Jemen, südamerikanische Staaten, … wo eigentlich nicht auf der Welt? Und vorher die ganzen Gräuel, die die Kolonialstaaten, allen voran Großbritannien, überall auf der Welt angerichtet haben. Stattdessen mit dem Finger auf Putin zu zeigen ist die dreckigste aller Lügen – egal wie man im Einzelnen über Putin denken mag.

    Wer hat 1.000 Militärbasen in aller Welt? Wer hat das größte Rüstungsbudget, fast größer als alle anderen Staaten der Welt zusammen? Wer lässt seinen Auslandsgeheimdienst weltweit jede dreckigste, heimtückischste, menschenverachtendste Aktion durchführen wenn es dem eigenen Interesse dienen könnte? Wer stachelt Hader und Zwietracht überall auf der Welt an um aus dem erzeugten Unfrieden eigenen Gewinn zu schlagen? …

    Eine „Friedensbewegung“ die solche Hetzer auf ihre Demonstrationen einlädt und zulässt, dass die die Veranstaltung als Plattform für diese Art Hetze und Fehlinformation nutzt – egal ob andere Redner anderes sagen – hat ihre Glaubwürdigkeit für eine Friedensfähigkeit verwirkt.

    Meine Verabschiedung von der deutschen „Friedensbewegung“, nach fast 50 Jahren aktiver Mitarbeit, hatte 2014 begonnen als Leute wie ein Andres Zumach im Rahmen das DFG-VK Anti-Russlandhetze betreiben durfte ist heute endgültig abgeschlossen: die „offizielle Friedensbewegung“ mit ihren etablierten Organisationen ist tot. Es ist ein Kadaver der durch darin eingesetzte Einflussagenten ein Pseudoleben scheinbar eingehaucht wird. Tatsächlich ist es das Zucken eines Kadavers durch den nagenden Biss der darin wühlenden Würmer und Maden.

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