
Gestern kam es zu einem Aufruhr vor einem Haus im Dorf Petropavlivska Borshchahivka in der Region Kiew, das als geheimes oder inoffizielles Gefängnis diente. Die Nationalgarde, in die nach 2014 viele Freiwilligenverbände integriert und legalisiert wurden, soll dort mobilisierte Männer eingesperrt und misshandelt haben, die desertiert sind und eingefangen wurden.
Private Rettungssanitäter hatten die Polizei gerufen, da ihnen der Zutritt zu einer hilfsbedürftigen Person verweigert wurde. Es könnte sich, wird behauptet, um eine gezielte Aktion der „Ärztin“ Valentyna Moloda, Inhaberin einer Klinik für plastische und ästhetische Chirurgie, handeln. Sie wird mitunter als prorussisch bezeichnet, u.a. weil sie regierungskritische Postings geschrieben hat. Auf sozialen Medien kursierten überdies Meldungen. Ausgegangen war das Gerücht von einem Desertierten, der aus dem Gefängnis geflohen war und festgenommen wurde. Der darauf entstandene Aufruhr zeigt, unabhängig davon, ob die Vorwürfe stimmen, dass die Bevölkerung zunehmend dagegen revoltiert, dass die ukrainische Regierung den Stellvertreterkrieg weiterführt, indem sie Männer mit roher Gewalt zwangsmobilisiert.
Da es kaum mehr Freiwillige gibt, werden die wehrpflichtigen Männer, die sich nicht freikaufen oder ins Ausland fliehen konnten, gejagt und ins Militär verschleppt, wo sie mit Gewalt in den Kampf gezwungen werden. Die europäischen Unterstützerländer, allen voran Deutschland, schweigen über die Zustände in der Ukraine und beschwören desinformativ die angebliche Resilienz und Heldenhaftigkeit der Bevölkerung. Wie immer der Krieg ausgehen wird, wird es einen vermutlich gewaltsamen Konflikt zwischen den Jägern und den Gejagten, zwischen den Kriegsbefürwortern und den Verweigerern in der Ukraine geben.
Schnell eilten der Kommandeur der Nationalgarde, Budanow, Ex-Chef des Militärgeheimdienstes und jetzt des Präsidialamts, und Vertreter von Asow an den Ort. Das zeigt, wie sensibel die Aufdeckung eines der Gefängnisse der Elite-Truppe Asow ist, die nicht nur entscheidend für den militärischen Widerstand ist, sondern weiterhin ein Privatunternehmen ist. In dem Gefängnis wurden die Deserteure offenbar misshandelt. Manche waren dort angeblich seit Wochen. Es scheint auch um Geld gegangen zu sein. Familienangehörige sollen unter Druck gesetzt worden sein, für die Freilassung zu zahlen.
Am Beginn des Aufruhrs stand das Gerücht, dass in dem Haus 40 Männer, bewacht durch Bewaffnete, eingesperrt seien, einige schwer verletzt, einer sei gestorben. Sie seien gefoltert worden. Demonstranten forderten die Freilassung der inhaftierten Männer. Die Polizei weigerte sich, das Haus zu kontrollieren. Es kamen Krankenwagen. Eine Rettungssanitäterin flehte die Polizisten an, sie zu den Männern im Haus zu lassen, die dringend medizinische Hilfe benötigten. Die Pressestelle der Polizei meldete: „Die Informationen über die angebliche rechtswidrige Inhaftierung von Personen und den Tod eines Bürgers sind nicht wahr.“
Schließlich wurden Männer freigelassen. Vier mussten ins Krankenhaus zur Behandlung gebracht werden, andere hatten sichtbare Spuren von Schlägen im Gesicht. Sie hatten wohl Angst zu erzählen, wie sie behandelt wurden, und sagten, es sei alles in Ordnung. Warum die Männer nicht zuvor ins Krankenhaus gebracht wurden, wenn sie ihre Verletzungen nicht in dem Gebäude erlitten haben, wie behauptet wurde, bleibt ungeklärt.
Oleksandr Pivnenko, der Kommandeur der Nationalgarde, bestätigte, dass sich Mitglieder der Nationalgarde in dem Haus aufhielten, die ihre Einheit ohne Genehmigung verlassen hatten, und dass vier von ihnen ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Das Haus werde vorübergehend benutzt, um die desertierten Soldaten zu registrieren und sie dann in ein Ausbildungslager zu bringen. Dass die Männer misshandelt wurden, wies er weit von sich: „Die Soldaten, die unsere Ukraine verteidigen, bedeuten uns alles. Und jede Art von Misshandlung ihnen gegenüber ist undenkbar. Wir haben vier Soldaten, die medizinische Versorgung benötigen, ins Krankenhaus gebracht. Es handelt sich um Soldaten, die bei einer Razzia aufgegriffen und zu ihren Einheiten zurückgebracht wurden.“
Wie sie zu ihren Verletzungen kamen, erklärte er aber nicht. Überhaupt klingt das alles nach Ausflüchten. Er habe, wie er sagt, 18 Soldaten im Haus gesehen, alle seien okay. Man werde die Vorwürfe intern untersuchen, wenn es Vergehen gegeben haben sollte, werde man die Verantwortlichen bestrafen. Man müsse jetzt schnell in ein anderes Haus umziehen, da es jetzt von einer russischen Rakete getroffen werden könnte. Den Soldaten habe man die Handys weggenommen, weil eine hohe Zahl an Handys den Russen den Standort enthüllen würde.
Olga Reshetilova, die vom Präsidenten Beauftragten für den Schutz der Rechte von Militärangehörigen, erklärte: „Alle Soldaten sind in Sicherheit und erhalten die notwendige medizinische Versorgung. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, um alle Umstände aufzuklären. Wir zählen dabei auf die Kooperation der Strafverfolgungsbehörden und des ukrainischen Sicherheitsdienstes.“ Ob die Demonstranten an wirklicher Aufklärung glauben, darf bezweifelt werden, zumal Asow, eine für die Verteidigung entscheidende Kampftruppe, das Gefängnis betrieben hat.
Brigadegeneral und Asow-Kommandeur Denys Prokopenko versucht, den Skandal zu überdecken, was ihn allerdings nur deutlicher macht. Der Medienrummel um das Haus spiele nur in die Hände der Russen und verunglimpfe das Militär, schrieb er auf Facebook: „Unser Staat führt einen schwierigen und blutigen Krieg um seine bloße Existenz. In dieser Situation müssen wir entweder das Land an der Front verteidigen oder die Front vom Hinterland aus unterstützen, anstatt Provokationen zu inszenieren und dem Feind in die Hände zu spielen.“
In der Nacht kam auch Budanow, was die Bedeutung des Vorfalls herausstreicht. Nach ihm wurden in dem Gebäude 14 Männer festgehalten, Medien berichten hingegen von insgesamt 25 Männern. Aus dem Gebäude wurde ein Vierzehnjähriger zu einem Krankenwagen gebracht. Er sah sehr geschwächt und mitgenommen, traumatisiert aus. Budanow sprach mit ihm, der Jugendliche scheint im Keller gewesen zu sein. Es scheint, als habe er Schlimmes erlebt. Was tatsächlich geschehen war, bleibt offen. Er soll mit anderen über die Mauer geklettert sein und ergriffen, womöglich mit einer Schaufel geschlagen worden sein.

Budanow rief die Menschen auf, sich zu zerstreuen, es würden sich keine Gefangenen mehr im Haus befinden. Er erklärte. Dass es „viele solcher Gebäude gibt“ und verschob die Beantwortung der Frage, „warum solche Gebäude existieren, was in ihnen geschieht und warum wir einen speziellen Sicherheitsdienst haben“, auf morgen. Und seine Einschätzung auf Telegram heute um 7 Uhr am Morgen ist nicht überraschend: „Die gestrigen Ereignisse in Petropavlivska Borshchahivka sind für den Staat inakzeptabel und schaden der Einheit der Ukrainer, insbesondere angesichts der russischen Bedrohung.“ Die Ukrainer sollen „sich bei allen Entscheidungen und der Lösung von Konfliktsituationen stets von den Interessen der Nation und des Staates leiten lassen“.
Die weiterhin aufgebrachten Demonstranten versuchten in der Nacht, das Gefängnis zu stürmen, sie befreiten, wie Videos zeigen, die in einen zunächst von Dutzenden Soldaten geschützten Bus der Nationalgarde gebrachten Gefangenen, es fielen Schüsse. Es wurden Steine auf die Fenster des Gebäudes und Rauchbomben geworfen. Ein Polizeifahrzeug wurde umgeworfen und beschädigt. Maskierte junge Männer versuchten die Menge der Demonstranten zu vertreiben. Es sind wahrscheinlich Schlägertrupps, die womöglich im Auftrag von Behörden handelten.
Das SBI, Staatliche Ermittlungsbüro, hat ein Strafverfahren zu den Vorfällen „in der Nähe eines Privathauses, das als vorübergehende Unterkunft für Angehörige der Nationalgarde der Ukraine diente, die nach ihrem Ausscheiden aus der Militäreinheit zurückkehrten (SZCh)“, eingeleitet. Die Formulierungen könnten schon der Hinweis sein, dass es keine objektive Untersuchung geben wird. Die Soldaten sind nicht zurückgekehrt, wie der Kommandeur der Nationalgarde selbst sagte, sie seien „von uns beim Ausbrechen aus militärischen Einheiten erwischt worden“.
Das oppositionelle Online-Medium Strana gibt Äußerungen eines Soldaten wieder, der angeblich solche Gebäude kennt und erklärt, wozu sie dienen. Budanow hatte ja auch gesagt, dass es viele solcher Gebäude gebe. Nach dem Soldaten werden diese Gebäude „Gruben“ genannt: „Es gibt viele solcher ‚Gruben‘ im ganzen Land, besonders in Frontstädten. … Dort landet jeder, der sich in irgendeiner Weise mit dem Kommando angelegt hat. Zum Beispiel durch Alkoholkonsum, Befehlsverweigerung oder einfach, weil er beim Kommandeur in Ungnade gefallen ist. Auch Angehörige der Verteidigungskräfte landen dort.“ Es seien Gefängnisse, in denen die Gefangenen keine Rechte hätten: „Die Leute in der Grube sind völlig wertlos. Sie können geschlagen und misshandelt werden. Wer die Arbeit verrichten kann, ist meist nur kurz dort. Er wird auf Null zurückgestuft und bestraft. Diese Leute werden üblicherweise ‚Gräber‘ genannt. Sie verrichten die schwierigsten und gefährlichsten Arbeiten unter ständigen Drohnenangriffen. Früher durfte man 30 Tage als ‚Gräber‘ dienen, später wurde diese Frist auf 45 Tage verlängert. Natürlich überlebt nicht jeder.“ Ob das zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich wird das als russische Propaganda abgetan.
Ähnliche Beiträge:
- Wenn Christen im Blutrausch Juden abschlachten
- Ukrainische Nationalgarde soll mit neuen Befugnissen Massenunruhen niederschlagen
- Das Gefängnis als sozialer Entwurf
- Metropolit Arsenij – Seine Verbrechen gegen den Frieden
- Zu Besuch in den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk im Krieg



„Aus dem Gebäude wurde ein Vierzehnjähriger zu einem Krankenwagen gebracht. Er sah sehr geschwächt und mitgenommen, traumatisiert aus.“
Das kann man so sagen, ja.
https://t.me/DDGeopolitics/197066
Inzwischen befindet sich das Foto ja auch im Artikel. Gut so!
Wollen wir raten, ob man es auch in der „Berichterstattung“ der transatlantisch-neoliberalen Kartellmedien finden wird?
https://www.youtube.com/watch?v=Ir98H4hDPHk
Times of India
Bürgerkrieg in der Ukraine? Zivilisten stürmen „GEHEIME“ Militäranlage; Zusammenstöße wegen „ZWAN…
https://www.youtube.com/watch?v=ZsGOj6XxKZc
KYIV ERUPTS! Crowd Storms Alleged Azov Black Site After Medics Denied Access | Times Now World (USA)
https://www.youtube.com/watch?v=AuCkA0Qq41Y
NDTV World (Indien)
Ukrainische Nationalgarde sieht sich bei Kiew wütender Menge gegenüber: Streit um angebliche rech…
Ach Dagmar Brandt, ich hatte einen so schönen Kommentar geschrieben, der nach dem
Abschicken gleich in die endlosen Weiten der Zensur verschwunden ist. Jeder weiterer
Versuch wird jetzt als geschriebener Kommentar gewertet und das Konto ist gleich mit
den Fünfen gefüllt. Vielleicht tauch der Kommentar ja noch im Laufe des Tages auf.
@ Danke für die Links.
Die Ärztin soll inzwischen verhaftet worden sein.
Merz gibt Selenskij in Berlin weitere Unterstützung. Kein Wort über die Folterkeller in Selenskijs Reich.
Ist Selenskij sein persönlicher „Drecksarbeiter“???
Staatsräson rules. Der Mensch und seine Rechte gelten nichts.
Die ehemaligen Freiwilligen Bataillone sitzen nach wie vor fest im Sattel, wenn deren Führer unumwunden zugebe können, dass es viele solcher Häuser gibt.
Die Junge im Bild ist schlicht zu groß gewachsen und weckt die Begierde der Kriegsexistenzen, ihn für ihre Belange zu verzwecken.
Die Vorstufe davon gibt’s auch bei uns, wenn die Bundeswehr in Schulen geht.
Der erwähnte, „zu groß gewachsene“ Junge ist von sich aus zu diesem Haus gekommen. Es gibt ein Video, in dem er – unter Ausstoßung übler Schimpfwörter – über einen Baum auf einen Zaun klettert und anschließend auf der anderen Seite des Zauns hinunterfällt. Wenn überhaupt jemand diesen 14-jährigen Jugendlichen für seine Belange zu verzwecken, dann ist es die Propaganda – an der Sie sich übrigens selbst beteiligen.
Also KZs in der Ukraine. Das ganze Land in einer Nußschale. Was selbst der Mainstream nicht mehr verheimlichen kann.
Nationalgarde heißt immer Naziregimenter, die 2014 gebildet wurde. Damit der Nazi ein Einkommen hat. Budanow weiß, dass es viele von diesen Einrichtungen gibt, denn er ist der Verantwortliche. Auch ein Budanow macht das nicht aus der hohlen Hand. Diese Art der Repression ist notwendig, um das Kriegsregiment aufrecht zu erhalten.
Eigentlich müsste die Polizei die Gefangenen befreien. Aber sie wird sich niemals mit den Nazis anlegen, denn diese haben seit 2014 das uneingeschränkte Gewaltmonopol. Eine der unzähligen Vorkommnisse, bei denen das unzweifelhaft zutage tritt.
Was, wenn jetzt Waffenstillstand oder gar Frieden ist und die Soldaten von der Front zurückkehren? Die haben mit Budanow eine Rechnung offen. Und erst recht die KZ-Insassen, die sie dann befreien. Das sieht schlecht aus für Budanow. Wo soll er dann hin? Sein stets unterstützender Staat war und ist Deutschland. So wird es wohl kommen. Im Gegenzug muss er dicht halten. Der kann richtig auspacken und dann würden sich Jauchefontänen über die Kriegskaste ergießen.
Das haben unsere Baerbocks, Kiesewetters und Hofreiters gekonnt. Sie behaupten sicher, sie hätten das nicht gewusst. Ich glaube denen kein Wort. Die wissen Bescheid.
Nur um es noch mal ganz klar zu sagen. ASOW sind keine Elitetruppe, sondern ein lupenreiner Nazi-Trupp. Da hebt man den rechten Arm zum Gruß, schmückt sich mit SS-Runen usw. Der Umgang mit Mitmenschen ist entsprechend.
Aber hier in D wird da schon mal gerne das Mäntelchen des Schweigens darüber gedeckt, denn die Ukraine, das sind ja die Guten…..
Das kann doch nur russische Desinformation sein, die uns da so hybrid einspinnen soll. Schließlich verteidigt die Ukraine ja unsere Werte. Ist das jetzt eigentlich Billigung
von Folter, wenn man das Regime in Kiew
weiter unterstützen möchte? Frage für
einen Freund.
Ich frage mich schon länger, weshalb die Bevölkerung in der Ukraine immer noch so friedlich ist und nicht schon längst den Aufstand gegen die Zwangsrekrutierung geprobt hat.
Wahrscheinlich endet dieser ganze Wahnsinn erst dann, wenn sich alte Frauen bewaffnen und Asow den Gar aus machen.
In Kriegen ist es immer eine Frage, wer einer Konflikt- Seite eigentlich am meisten Leid und Grausamkeit zufügt: der Gegner – oder die eigenen Strukturen, die die Soldaten in den Krieg zu treiben haben.
Kriege sind künstlich erzeugte Notwehr-Situationen, in denen sich Menschen, die sich überhaupt nicht kennen, die normalerweise keinen Groll gegeneinander hegen würden, die sich vorher nichts getan haben, versuchen, sich gegenseitig zu töten weil sie Angst haben müssen, dass sie sonst selbst getötet werden.
Aber vor dieser künstlich geschaffenen Selbstverteidigungs-/Notwehrsituation ist oft genug der blanke , physische, brutale Zwang der „EIGENEN“ SEITE, die in diese Zwangslage überhaupt erst treibt, damit überhaupt erst schafft.
Krieg ist immer der Krieg von Mächtigen gegen uns Ohnmächtige.
Nazis beim Praktizieren ihrer Kernkompetenz, ob in den USA/ICE-Land oder anderswo. (viel mehr können sie auch nicht.)
Die Verbrecherbande „Asov“ ist der geistige Nachfolger der galizischen Faschisten (UPA) mit ihren Anführern Bandera, Schuchewitsch…sozusagen die ukrainisch/ galizische Variante der Waffen-SS. Während des WK2 dienten diese Figuren ja als Wächter in den KZ. Dort fielen sie durch ihren bestialischen Sadismus und brutale Gewaltorgien gegen die Gefangenen auf. Wofür sie von der SS auch verachtet wurden. Und heute verkörpern diese Figuren die ominösen „westlichen Werte“…
Ob die Briten und Kanadier, die die Angehörigen der galizischen Waffen-SS und der „Schutzmannschaften“ nach dem WK2 vor der Bestrafung geschützt und in ihren Ländern Unterschlupf geboten haben, auch diesmal die „Asov“ Verbrecher schützen werden? Oder wird diesmal die BRD zur neuen „Heimat“?
Ich finde es schon irritierend, wie hier über die „neue Mitte“ geschrieben wird! ;->
Jetzt, wo es vielleicht nach 85 Jahren endlich an der Zeit ist, den Befreiungskrieg Richtung Osten neu zu bewerten?
Als „Ossi“gehöre ich nicht dazu. Und „neue Mitte“ ist mir zu radikal. Ich bin mit „Völkerfreundschaft“ und „internationale Solidarität“ aufgewachsen. Und das habe ich Kindern und Enkeln vermittelt. Und meine Herzallerliebste hab ich aus der „Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik“ mitgebracht. Die hat nur noch Mitleid und Verachtung für ihre ehemaligen Landsleute übrig…Manchmal muss ich sie beruhigen, wenn sie ihrem Herzen Luft macht….
Was etwas stutzig machen könnte, ist, dass Asow es wohl bislang meist abgelehnt haben soll, Zwangsrekrutierte in ihre Einheiten aufzunehmen, weil diese oft keinerlei Erfahrung haben und eher als Belastung für die „Elite-Truppe“ angesehen werden. Aber vielleicht sind die Ressourcen inzwischen wirklich so knapp, dass selbst Asow auf eigentlich für den Krieg untaugliches Personal zurückgreift, oder die haben ihr Geschäftsfeld erweitert.
Es wäre doch nur eine moderate Fortentwicklung der bisherigen geldwirtschaftlichen Praktiken der Einberufungsbeamten, wenn die Brigaden untereinander einen lukrativen Handel mit Frischfleisch betreiben würden. Auf die Kampfkraft käme es da nicht so an… In einem zerfallenden Staatswesen wie der ukrainischen Militärdemokratur mit ihren Warlords und Lokalfürstentümern ist mit den wüstesten Dystopien zu rechnen!
Das kann natürlich richtig wein was Sie sagen. Aber möglicherweise befindet sich das Regime der Ukraine im Endgame. Die SS rekrutierte ursprünglich auch nur Freiwillige. Gegen Kriegsende wurden auch Wehrpflichtige in die Waffen-SS rekrutiert.
Wie kommen sie darauf das diese Gefangenen in Asow Einheiten aufgenommen werden sollen?
Ich habe es so verstanden das es sich um Kriegsdienstverweigerer, Deserteure oder sonst wie unbequeme Männer handelt die von ASOW eingefangen wurden.
Hier ist eine solche im Artikel erwähnte Grube, wo die Leute hineingeschmissen werden. Erschütternd.
https://x.com/Perimetr123/status/2115459479063998581
Woody Box: In dieser Grube landen bestimmt auch all die Kommentare, die hier gleich
verschwinden. Dies ist Versuch Nr.5 und ich denke, dass ich wieder kein Glück haben
werde mit bemerkbar zu machen. Und tschüß.
Ich kann mir bei der derzeitigen Regierung gut vorstellen, das man diese netten Kerlchen von Azov nach dem Krieg in Deutschland herzlichst willkommen heißen wird. Top Ausbilder für die Bundeswehr. Das mentale Rüstzeug dieser herzlichen Buben passt auch ganz traumhaft zu unseren Helden Kiesewetter, Hofreiter und Röttgen. Wird bestimmt toll, wenn sich diese Brüder im Geiste erst vereinigt haben. Besonders niedlich dabei: Die feinen Herrschaften von Azov und Konsorten liiiiieben unsere muslimischen Mitbürger besonders. Das wird ein Jauchzen und ein Jubel…
„Die feinen Herrschaften von Azov und Konsorten lieben unsere muslimischen Mitbürger besonders. Das wird ein Jauchzen und ein Jubel…“
Ob sie dann wohl einen ähnlichen Schutzstatus wie jene aus Israel beanspruchen können?
Die Black Sites, das Verschwindenlassen von Menschen durch die Todesschwadron, und das Shitholecontry wird auch noch als Demokratie im Abwerhrkampf gegen das Böse an sich verkauf
Wo bleiben die Liberalemoderne, die ganzen NAFO’s und die Omas gegen Rechts und erklären sich hier Mal ehrlich, was Die die ganze Zeit da unterstützen?
Tja, da wirst Du vor eine Wand laufen.
So lange da nix in der Tagesshow kommt,
gibt es nur einen bösen: Das ist und bleibt
der Russe. Und außerdem sind die ja noch
viel schlimmer, das weiß frau doch.
»Der darauf entstandene Aufruhr zeigt, unabhängig davon, ob die Vorwürfe stimmen, dass die Bevölkerung zunehmend dagegen revoltiert, dass die ukrainische Regierung den Stellvertreterkrieg weiterführt, indem sie Männer mit roher Gewalt zwangsmobilisiert.«
Der Aufruhr könnte aber auch noch etwas anderes zeigen, dass große Teile der ukrainischen Bevölkerung etwas gegen die Asow-Partei haben.
Und das ist gut, denn wenn nämlich deutsche Politiker wie Merz, Gauck, von der Leyen nichts gegen die Asow-Partei haben, dann ist es gut, dass wenigstens Ukrainer etwas dagegen unternehmen.
Ich möchte anmerken, dass das Nutzen von militärischen Einrichtungen in Privathäusern mindestens moralisch fragwürdig ist, wenn es nicht sogar ein Kriegsverbrechen darstellt. Derart genutzte Privathäuser werden völkerrechtlich legales Zielobjekt von militärischer Zerstörungsgewalt, auch in Wohngebieten, bei Wahrung der Verhältnismäßigkeit des militärischen Nutzens. Wenn es viele davon gibt, kann das als legale Rechtfwrtigung für viele Angriffe in Wohngebieten herangezogen werden.
Aktuellere Extrembeispiele sind Falludscha und Gaza, hier ist die Verhältnismäßigkeit umstritten bis fraglich.
Egal wo – wer eine Regierung hat, die viele derart als Privathaus getarnte Installationen betreibt, und damit die eigene Bevölkerung nutzt, um sich schwerbewaffnet hinter ihr zu verstecken, hat gleich zwei Feinde. Der eine ist eben jene feige Regierung, will ich meinen.
Man könnte verleitet sein zu fordern, derartig halbseidene Akteure zum Teufel zu jagen, aber das ist vergebene Liebesmühe. Als derzeit aktives Hilfspersonal und nahezu sicher baldige Insassen der Hölle ist der Teufel genau da, wo diese Akteure sind.
„Ich möchte anmerken, dass das Nutzen von militärischen Einrichtungen in Privathäusern mindestens moralisch fragwürdig ist, wenn es nicht sogar ein Kriegsverbrechen darstellt.“
Das IST ein Kriegsverbrechen – und Standard in der Ukraine.
Waffenlager in Einkaufszentren, Artilleriestellung direkt neben Krankenhäusern, etc.
Wer sich ernsthaft fragt, warum die dortige Bevölkerung sich nicht gegen die Zustände in der Restukraine auflehnt und das am besten noch landesweit organisiert, der scheint sich im besten Fall nur sehr oberflächlich mit der Struktur und dem Funktionieren totalitärer Systeme beschäftigt zu haben.
Und das Entsetzen über die äußert grobe Verletzung der Menschenrechte in der Restukraine auf die dortige Region zu fokussieren, übersieht dabei eine (Nichtso-)Kleinigkeit, nämlich dass uns diese Art von Verbrechen in ein paar Jahren auch vor unserer eigenen Haustür erwarten…
Perspektivisch sind wir im Westblock nämlich alle (Rest-)Ukraine.
Der gegenwärtige Artikel und die Kommentare dazu im Forum zu dieser Sache bei Telepolis ist etwas für das Archiv.
Wie der Autor und die NAFO-Bots sich dort winden, um die systematische Folterung zu leugnen, ist ein Beispiel für den Zustand der westlichen MSM (Telepolis alternativ my …), das man in Erinnerung halten sollte.
Telepolis? Was ist das? Ist das irgendwie noch relevant?
(Rhetorische Frage, ich war dort über 20 Jahre Leser)
Ja, als schlechtes Beispiel. 😁
Und als Beweis, wie hirnwaschend auch angeblich ‚alternative‘ Medien sein können.
Nun, die alleinige Wahrheit haben sie alle nicht gepachtet; die muss man sich schon erarbeiten, indem man auch das liest, was einem nicht so schmeckt. Nix für Fanboys!
Immerhin war dort ein Hinweis auf diesen Artikel und darauf, dass HerR Rötzer nun hier publiziert. Dafür hiermit vielen lieben Dank.
Bei Telepolis mag ivh auch nicht mehr publizieren.
Solche Folter bezahlen deutsche Steuerzahler!
https://t.me/DDGeopolitics/197066
Für solche „Drecksarbeit“ verschenkt die deutsche Staatsknete bekanntlich sehr gern der oberste deutsche Schattenbänker (Bläckrock = Schattenbank, weil ohne offizielle Banklizenz).
Der Autor schreibt :
„Das zeigt, wie sensibel die Aufdeckung eines der Gefängnisse der Elite-Truppe Asow ist, die nicht nur entscheidend für den militärischen Widerstand ist, sondern weiterhin ein Privatunternehmen ist. „
Und ich fürchte wir hoffen vergebens darauf, dass solche Vorfälle unserer Obrigkeit deutlich machen, mit was für einer Brut sie sich da ins Bett gelegt haben.
Das Bedauerliche ist, dass, obwohl die Realität schlimm genug ist, dann Andere wieder übertreiben (um mehr Klicks auf unsocial media usw. zu ernten) und es so dann den Kriegspropagandisten erst recht leicht machen, alles als „Fake“ zu rahmen.
https://www.youtube.com/watch?v=9OsByj-OsD8
Wobei dann wieder selbst mit Auslassungen und manipulativen Rahmungen gearbeitet wird.
Dass zur Befreiung von Zwangsrekrutierten zu einer List gegriffen wird (ausrangierter Krankenwagen, Verkleidung als Sanitäterin), ist eigentlich in einem autoritären Kriegsregime nicht so ungewöhnlich, denn am legalen Weg ist da so gut wie nichts erreichbar. Nur die eine oder andere Abmilderung im Einzelfall.
Umso wichtiger sind Berichte wie jene von Florian Rötzer, der stets bemüht bleibt, den sachlichen Kern möglichst treu zu berichten. Es wäre allerdings gut, auch auf die Übertreibungen hinzuweisen, oder warum zu Täuschung und Tarnung gegriffen werden muss.
So sieht die FAZ die Vorgänge. Sie hat noch am 26-10-2026, von „Putins genozidalem Krieg in der Ukraine“ berichtet. (Dass zivile Gebäude vom Militär benutzt werden, ist für die FAZ nicht erwähneneswert.)
FAZ vom 5.11.2026 und gestern online bei der FAZ.
„Eine „Folterkammer“, die es gar nicht gibt. Von Stefan Locke, Warschau. 04.11.2026, 18:34
Es geht um ein von der Nationalgarde genutztes Gebäude in einem Vorort von Kiew, wo mobilisierte Männer vor der Grundausbildung aufgenommen und medizinisch untersucht werden. Dort ist es am Montagabend zu Zusammenstößen zwischen angeblichen Angehörigen von Opfern und Sicherheitskräften gekommen. Der Journalist Francis Farrel, der für das Internetportal „Kyiv Independent“ schreibt, war während der Vorfälle dort. Er schildert, wie ein angeblich privater Rettungsdienst die Polizei zu dem Gebäude rief, wo sich rund 200 Menschen versammelten. Die Sanitäterin habe sich jedoch als Kosmetikerin herausgestellt, und das Rettungsunternehmen gebe es seit 2023 nicht mehr. Die Frau berichtete, dass in dem Gebäude bis zu 40 männer festgehalten und gefoltert würden.
Daraufhin sei die Lage eskaliert. Menschen zündeten Pyrotechnik und warfen Eier und Wasserflaschen auf die Nationalgardisten, die sich vor dem Gebäude aufgereiht hatten. Währenddessen sei ein blonder Teenager auf den Zaun neben dem Tor geklettert und habe begonnen, die Soldaten im Hof zu filmen und zu beleidigen. Später habe er Steine in den Hof geworfen. Ein Video zeigt, wie er in den Hof fällt. Kurz darauf fiel ein Teil der Mauer ein, woraufhin die Soldaten im Hof Tränengas einsetzten und Schüsse in die Luft abgaben.
Gegen 22 Uhr sei der Leiter des Präsidialbüros, Kyrylo Budanow, am Ort eingetroffen. „So etwas sollte einfach nicht passieren“, sagt Budanow. Am Mittwoch kündigte er Konsequenzen an. Es gebe Hinweise, dass die Ereignisse inszeniert gewesen seien, sagte er unter Verweis auf „konkrete Personen und Initiatoren“, die ermittelt und bestraft würden. Das bezog sich auf die festgenommene falsche Sanitäterin. Er kündigte eine Untersuchung an, der Vorfall schade „der Einheit der Ukrainer“.
Bei der Rekrutierung von Soldaten ist es tatsächlich immer wieder zu gewaltsamen Vorfällen gekommen. Die ukrainischen Behörden kündigten eine Untersuchung an, ob in dem Gebäude tatsächlich Rekruten misshandelt worden seien. Die angeblich 40 Gefolterten jedoch gab es nicht. Stattdessen verließen 17 rekrutierte Männer das Gebäude auf eigenen Beinen und stiegen in einen Militärbus, so Farrell. Der Teenager wiederum habe sich beim Sturz von der Mauer den Fuß gebrochen und wurde ins Krankenhaus gebracht.“