
Ein Besuch im Donbass (Donezk, Bachmut und Konstantinowka, Mai 2005).
In der vergangenen Folge hatte unser Autor über die Recherche der Kriegsroute seines Großvaters berichtet. Vor genau 21 Jahren, im Mai 2005 fuhr er in den Donbass, um die einzelnen Orte zu besichtigen und sich mit Veteranen zu treffen. Die Reise führte ihn auch nach Bachmut (Artjomowsk) und in das aktuell erbittert umkämpfte Konstantinowka (Kostjantynivka). Später, im April 2018, verfasste er darüber einen Essay, den wir aus Gründen der Aktualität hier nochmals unverändert veröffentlichen.
Im Mai 2005 flog ich zum ersten Mal nach Kiew. Wie so oft war es das Goethe-Institut, das mich eingeladen hatte, ein interkulturelles Training, dieses Mal mit ukrainischen Deutschlehrerinnen durchzuführen. Da ich im Jahr zuvor intensiv zur Kriegsroute meines Großvaters recherchiert hatte, die ihn vom Juni 1941 bis Juli 1943 quer durch die Ukraine über den Donbass in den Kaukasus und dann auf die Tamanhalbinsel am Asowschen Meer führte, wollte ich die Gelegenheit unbedingt nutzen, auch in den Donbass zu fahren, wo mein Großvater von November 1941 bis Juli 1942 in den Städten Konstantinowka und Artjomowsk (beide 80 Kilometer nördlich von Donezk) ein Armeelazarett geleitet hatte.
Mein sentimentaler Traum: Genau dort, wo mein Großvater im II. Weltkrieg als Soldat sein musste, interkulturelle Trainings durchzuführen und Menschen kennenzulernen, die mir bei den Recherchen vor Ort und beim Kontakteknüpfen mit Veteranen behilflich sein könnten. Mit Seminaren in den genannten Städten klappte es zwar nicht, weil das Goethe-Institut dort keine Partnerorganisationen hatte, dafür machte es das Kiewer Goethe-Institut aber möglich, dass ich Seminare in Donezk und Gorlowka (ukrainisch: Horliwka, 40 Kilometer südlich der beiden Städte) – wo mein Großvater ebenfalls zeitweise gewesen war – durchführen konnte. Ich vertraute fest auf das Prinzip „Ich kenn jemand, der kennt jemand“, das im postsowjetischen Raum ja so gut funktioniert. Irgendwie würde ich über meine Seminare schon eine Person kennenlernen, die mich nach Artjomowsk (heute wieder, wie bis 1924: Bachmut) und Konstantinowka (ukr.: Kostjantynivka) bringen, vielleicht sogar aus einem der Orte stammen würde.
Kiew im Song-Contest-Fieber
Kiew im Mai. Überall blühten die Kastanienbäume, an den Straßenrändern verkauften die ukrainischen Babuschkas Flieder und Maiglöckchen, die Stadt war im European Song Contest-Fieber. Im Jahr zuvor hatte die Ukraine den Wettbewerb gewonnen, nun wurde er in Kiew ausgetragen. Auf dem Maidan, dem Kreschtschatik und dem Andreassteig herrschte ein buntes Durcheinander von Ständen mit Devotionalien der Orangen Revolution, Orden, ausrangierten Uniformen und anderen Militaria von Wehrmacht und Roter Armee und einem Büchertisch mit sämtlichen Klassikern der antisemitischen Literatur, von den „Weisen von Zion“ bis zu Hitlers „Mein Kampf“ auf Russisch und Deutsch – gedruckt in Moskau.
Mein einwöchiges Seminar verlief wie im postsowjetischen Raum üblich. Die Germanistinnen waren hochmotiviert, die präsentierten Deutschlandbilder genau wie in Russland, Belarus und Kasachstan, die Arbeit machte uns allen großen Spass. Nahezu alle Teilnehmerinnen sympathisierten mit der Orangen Revolution, einige hatten sich an den Maidan-Demonstrationen ein halbes Jahr zuvor aktiv beteiligt, eine gewisse Ernüchterung war allerdings bereits spürbar.
Am Sonntag, den 22. Mai bestieg ich um 19 Uhr den Zug nach Donezk.
Donbass: Eine andere Welt
Als ich am nächsten Morgen um 7 Uhr 750 Kilometer weiter östlich in Donezk ankam, fand ich mich in einer anderen Welt wieder. Schon um diese Uhrzeit war es sehr heiß. Bereits auf dem weiten Weg ins Zentrum sah ich die ersten Терриконов, die großen Abraumhalden vom Kohleabbau, die mitten in der Stadt an vielen Orten anzutreffen sind und im Stadtbild wie in der ganzen Region charakteristische Akzente setzen. Donezk, 1,1 Millionen Einwohner, Hauptstadt des Donbass, dem Zentrum der Schwerindustrie in der Ostukraine und 150 Jahre jung. Keimzelle der Stadt war eine Siedlung um eine metallurgische Fabrik, die 1869 von dem Walliser John Hughes gegründet wurde – daher auch der russifizierte Name, den die Stadt bis zum Jahre 1924 trug: Jusowka. Zwischen 1924 und 1961, also auch zur Zeit der deutschen Besatzung, führte sie den Namen Stalino. Stadt und Umland, das wusste ich, hatten während des Krieges fürchterlich gelitten. Nach der Befreiung Anfang September 1943 waren im Gebiet Stalino Massengräber mit insgesamt über 300.000 Menschen – Zivilisten und sowjetischen Kriegsgefangenen – gefunden worden, die von den deutschen Besatzern erschossen, erhängt, im Gas erstickt oder lebendig die Förderschächte hinabgestoßen worden waren oder in den Lagern (vor allem sowjetische Kriegsgefangene) an Hunger, Kälte, Entkräftung und Seuchen gestorben waren. Wie überall hatten die Deutschen tausende Juden erschossen oder mit Gaswagen ermordet. Große Teile der jüngeren Bevölkerung waren als Zwangsarbeiter „ins Reich“ deportiert worden, der vor Ort verbliebene vorwiegend ältere Teil hungerte fast zwei Jahre lang, da die 17. Armee, die das Gebiet mit 250.000 Mann und 65.000 Pferden besetzt hielt, sich „aus dem Lande“ ernähren sollte, um die Lebensmittelversorgung „im Reich“ nicht zu belasten. Nach Ende der Kampfhandlungen war die Stadt fast vollständig zerstört.
Es war mein Geburtstag. Ich wurde 51 und es ging mir sehr ans Herz, als ich mir klarmachte, dass im Februar 1942 mein Großvater 80 Kilometer weiter nördlich in Konstantinowka unter gänzlich anderen Umständen ebenfalls 51 Jahre alt geworden war. Ich war einfach nur dankbar, dass ich niemals Krieg erleben und im Donbass nicht als Besatzer sein musste, sondern mich hier mit meinen Fähigkeiten nützlich machen konnte und vielleicht sogar mit den vielen Fotos meines Großvaters, die er in Konstatinowka und Artjomowsk aufgenommen hatte, noch einen späten Beitrag zur Versöhnung mit den Menschen vor Ort leisten könnte.
Wir fuhren vorbei an einer neuerbauten orthodoxen Kirche, die breiten Straßen und großen Gebäude, viele von ihnen im Stalinstil der Fünfziger Jahre, waren überraschend gut in Schuss. Ich sah – womit ich gerade in dieser Gegend nicht gerechnet hatte – viele großzügig angelegte Grünanlagen, zwei große künstliche Seen, die das Stadtzentrum einrahmten, und meine Begleiterin klärte mich auf, dass Donezk nicht nur Stadt der Schwerindustrie, sondern auch die „Stadt der Millionen Rosen“ sei. Das erinnerte mich an Lipezk in der Schwarzerderegion: Kurort und ebenfalls Zentrum der Schwerindustrie – solch abenteuerliche Kombinationen gab es nur in der Sowjetunion! Nach einigen Tagen im Donbass konnte ich den Stolz der Donezker auf die „Millionen Rosen“, von denen man in der Tat viele im Stadtzentrum bewundern konnte, besser verstehen. Alles war in mühevoller Arbeit der Steppe abgerungen worden.
Die ehemalige Sowjetunion ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und nach meinem Seminar in Donezk hatte ich, wie erhofft, zwei Frauen gefunden, die mir weiterhelfen konnten: Marina wollte mit mir nach Artjomowsk fahren und Lilija stammte sogar aus Konstantinowka! Dazu hatte man mir zum Geburtstag eine Flasche Krimsekt aus der Artjomowsker Sektkellerei geschenkt. Bereits einen Tag später war ich in der Stadt, in der mein Großvater vom 19. Dezember 1941 bis zum 12. Januar 1942 ein Kriegslazarett geleitet hatte.
Die Mauer der Tränen
Hügelige Steppenlandschaft mit Terrikonen und Datschas auf der staubigen Strecke von Donezk über Gorlowka nach Artjomowsk, einer Stadt, die aufgrund der nahegelegenen Gips- und Salzstollen lange vom Salzhandel gelebt hatte. Das Krankenhausgebäude, in dem mein Großvater gearbeitet hatte, war schnell gefunden. Aber im Heimatmuseum, wo ich der Leiterin eine CD mit Fotos übergab, die mein Großvater während der Besatzungszeit von der Stadt aufgenommen hatte, erlebte ich einen Schock. Ich sah ein Plakat mit folgendem Aufdruck in russischer Sprache:
Mittwoch, den 07.01.1942
Aufruf an die Juden der Stadt Bachmut
- Aus Gründen einer isolierten Unterbringung haben sich alle Juden der Stadt Bachmut, Männer und Frauen aller Altersgruppen, am Freitag, dem 9. Januar um 8.00 Uhr morgens im Raum des ehemaligen Eisenbahn-NKWD-Gebäudes im Park einzufinden.
- Jede Person darf Gepäck bis zu 10 kg und auch Lebensmittelvorräte für acht Tage dabeihaben.
- Am oben erwähnten Sammelpunkt sind Wohnungsschlüssel mit Angaben des Namens und der Adresse (Straße und Hausnummer) des Wohnungsbesitzers abzugeben.
Eintritt in leere jüdische Wohnungen und Mitnahme von irgendwelchen Gegenständen aus diesen Wohnungen durch Zivilisten ist als Plünderung anzusehen und wird mit dem Tode bestraft.
- Nichtbeachtung dieser Anordnung, insbesondere unpünktliches Erscheinen oder Abwesenheit am angegebenen Sammelort wird aufs Strengste bestraft.
- Juden, die irgendwo angestellt sind, haben zu kündigen.
Der Bürgermeister

Die Leiterin des Heimatmuseums erzählte mir den weiteren Verlauf der Ereignisse: Zwischen dem 9. und 12. Januar 1942 wurden circa 3.000 Juden aus der Stadt von Mitgliedern der Einsatzgruppe C unter logistischer Mithilfe der 17. Armee in einen Stollen eines ehemaligen Gips-Bergwerks nahe der Stadt verfrachtet und dort 50–70 Meter unter der Erde bei lebendigem Leibe eingemauert. Um die Aktion zu vertuschen, wurden die Wände des Stollens abgesprengt. Im September 1943, nach der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee, wurden nach einigem Suchen die Leichen entdeckt und geborgen. Da die Leichen aufgrund der ungewöhnlichen Klimaverhältnisse im Stollen (permanente Temperatur von +12°–14° sowie eine Luftfeuchtigkeit von 88–90 %) nicht verwest, sondern mumifiziert waren, konnte eine Reihe von ihnen identifiziert werden. Die Umstände der Ermordung der Artjomowsker Juden waren nach dem Kriege Gegenstand der Nürnberger Prozesse.
9.-12. Januar 1942. Das war genau während der Zeit, als mein Großvater in Artjomowsk das Kriegslazarett geleitet hatte. Schwer vorstellbar, dass er davon nichts mitbekommen hätte!
Aber die Geschichte geht noch weiter: Es stellte sich nämlich heraus, dass genau die klimatischen Bedingungen, die die Mumifizierung der Leichen bewirkt hatten, zugleich ideale Bedingungen für die Herstellung von Sekt sind. Im Jahre 1950 wurde daher in demselben Bergwerk eine Fabrik für den Krimsekt „Artjomowskoje“ eingerichtet. Genau der Sekt, den man mir einen Tag zuvor zum Geburtstag geschenkt hatte!
Als ich drei Tage danach nochmals nach Artjomowsk fuhr, besichtigte ich auch die Sektfabrik und ließ mich durch die tief unter der Erde gelegenen Salzstollen führen. Die Leiterin der Besichtigung erzählte von sich aus die gesamte Geschichte und führte uns auch zu dem entsprechenden Ort, zur „Mauer der Tränen“, aus der aus bislang ungeklärten Gründen immer wieder Wassertropfen hervorquillen. Dort hatte man eine kleine Gedenkstelle mit eingelassenen Skulpturen, Blumen und Leuchten eingerichtet, die entfernt an eine Seitenkapelle erinnert.
Meinen spontanen Vorsatz, niemals wieder „Artjomowskoje“ zu trinken, habe ich nicht eingehalten. Aber jedes Mal denke ich zuvor an die „Mauer der Tränen“.
„Erfrorene Füße sind erfrorene Füße!“
Es war mein vierter Tag im Donbass, als ich mit der Elektritschka vom Eisenbahnknotenpunkt Donezk-Makejewka in die Industriestadt Konstantinowka fuhr, wo mein Großvater fast ein halbes Jahr lang ein Armeelazarett geleitet hatte. Dieser Zeitraum war nicht nur durch seine Tagesnotizen, sondern auch mit über 50 Fotos gut dokumentiert, die neben dem Lazarettalltag auch die Stadt selbst und auch einige Frauen aus der lokalen Bevölkerung zeigten, die von den Deutschen für die Arbeit im Lazarett dienstverpflichtet worden waren. Ich wollte diesmal nicht nur Orte verifizieren, sondern mich vor allem mit Veteranen treffen, um von ihnen zu erfahren, wie sie die Zeit der deutschen Besatzung erlebt hatten. Lilija, die ich am Montag in Donezk kennengelernt hatte, hatte das typisch sowjetische Improvisationskunststück fertiggebracht, innerhalb kürzester Zeit in ihrer Heimatstadt alles zu organisieren.
Klopfenden Herzens betrat ich mit Lilija den kleinen Raum der Veteranen in der Stadtverwaltung von Konstantinowka. Dort saßen etwa zehn ältere Frauen, fast alle über 70 und ein sehr vitaler gleichaltriger Mann, die mich gespannt anschauten. Die Lokalzeitung hatte eine Journalistin geschickt, die eifrig mitschrieb. Ich erzählte den Menschen, dass ich ihnen guten Gewissens sagen könne, dass mein Großvater als bekennender Katholik und Leiter eines katholischen Krankenhauses kein Faschist war. Er ging dem Regime gegenüber soweit es ging auf Distanz und wurde einmal sogar von der Gestapo vorgeladen, weil er versucht hatte, seine jüdischen Ärztekollegen solange wie möglich am Krankenhaus zu halten. Nach dem Krieg hatte er mit viel Wärme über die Menschen in der Sowjetunion gesprochen und dabei auch zwei medizinische Mitarbeiterinnen aus Konstantinowka namentlich erwähnt.
Aber natürlich war er ein Okkupant – wenn auch ein Okkupant wider Willen. Auch er habe, wie alle deutschen Besatzer, ihnen das Essen weggegessen. Ich könne ihnen anhand seiner Tagesnotizen sogar noch sagen, was er Weihnachten 1941 im Donbass verspeist habe: Schweinebraten, „Pute und mächtige Weihnachtsstollen“! Ich fragte die Veteraninnen, was sie denn während der Okkupationszeit gegessen hätten. Die Alten schauten mich an wie ein Auto: „Was wir gegessen haben? – Gras und verfaulte Kartoffeln haben wir gegessen!“
Ich zeigte ihnen Fotos meines Großvaters aus den verschiedenen Phasen seines Lebens – und als wir beim Alter von 65, 70 Jahren angekommen waren, da ging auf einmal in den Gesichtern der Babuschkas die Sonne auf: „Was für ein sympathischer Mann!“
Natürlich erregten die Fotos von Konstantinowka während der Besatzungszeit größtes Interesse. „Das sind die ersten Fotos unserer Stadt aus der Zeit der Besatzung! Wir hatten bis jetzt keine!“ Ich wollte gerne einige Orte verifizieren und zeigte ihnen Fotos des Armeelazaretts. Die alten Menschen erkannten es sofort: „Наша, наша, наша!! Наша хирургия!“ („Unsere Chirurgie!“). Die deutschen Besatzer hatten sich mit ihrem Lazarett in der Chirurgie des Städtischen Krankenhauses einquartiert. Alle fingen sofort an zu rätseln, wer wohl die abgebildeten lokalen medizinischen Mitarbeiterinnen meines Großvaters gewesen sein könnten. Als es an die Fotos vom Lazarettalltag ging, warnte ich die Veteraninnen: „Ich kann Ihnen die Fotos zeigen. Darunter sind auch Fotos von erfrorenen Füßen. Aber ich muss Ihnen sagen, dass dies natürlich Fotos von erfrorenen Füßen der deutschen Besatzer sind! Wollen Sie sie dennoch sehen?“ – Die Antwort der ukrainischen Babuschkas aus dem Donbass: „Erfrorene Füße sind erfrorene Füße!“ Ich hätte sie küssen können.
Es war wie immer: Von Hass keine Spur! Dafür die Erleichterung, ja fast Dankbarkeit, dass sich endlich, endlich mal jemand aus dem Land der Besatzer für ihre Erfahrungen interessierte! Immer wieder wurde betont, die deutschen Ärzte im Krankenhaus hätten auch Menschen aus der lokalen Bevölkerung behandelt. Ich schenkte den Veteranen zum Abschied eine CD mit allen Fotos. Sie verabschiedeten mich mit viel Wärme und überreichten mir im Gegenzug das Gedenkbuch für die Opfer ihres Oblasts (Regierungsbezirks).
Mein Besuch hatte ein Echo in der Lokalpresse. Der Artikel der Journalistin enthielt einen Aufruf an die alten Menschen, Erfahrungsberichte aus der Okkupationszeit zu verfassen und an die Lokalzeitung zu senden. Einige Wochen später erschienen, illustriert mit Fotos meines Großvaters vom Besatzungsalltag in Konstantinowka, vier Berichte, von denen ich zwei auszugsweise zitiere.
22 Monate Hunger, Erniedrigungen und Angst
In den ersten Kriegsjahren ist mein Mann an die Front gegangen. Seitdem habe ich ihn nicht
mehr gesehen. Dieser Verlust und 22 lange Monate der Besatzung – das war das Schrecklichste in meinem Leben. Die Fenster unseres Hauses gingen auf die zentrale Straße, die Krasnaja. Ich habe gesehen, wie durch diese Straße fast jeden Tag Leute getrieben wurden. Zuerst waren das unsere Kriegsgefangenen: ins KZ oder zum Erschießen. Später wurden die Arbeiter und die Jugend zum Bahnhof getrieben, wo auf sie die Güterwaggons nach Deutschland warteten. Wer aus der Reihe herauslief, wurde an Ort und Stelle erschossen. Bis jetzt höre ich noch das schauerliche Geschrei einer Frau in meinen Ohren, deren Bruder vor ihren Augen erschossen wurde.
Um nicht „Ostarbeiter“ zu werden, kratzte ich mir und den Kindern Füße und Beine auf und rieb sie danach mit Knoblauch ein, damit sie anschwollen. So haben das damals viele gemacht: Die Deutschen glaubten, es sei eine Infektion und schickten diese Leute nicht zur Deportation.
Nicht weit von uns befand sich die Gestapo. Es gab keinen Tag, an dem nicht eine Person dorthin zur Vernehmung geführt wurde. Nur sehr wenige kamen von dort wieder heraus. Es sei denn, dass sie in den gedeckten Planwagen außerhalb der Stadt zum Erschießen hinausgefahren wurden. Dieses Los traf auch sehr viele Arbeiter unserer Glasfabrik. Ich wohnte ständig in Angst und wartete, dass ich einmal abgeholt würde.
Die Erinnerungen an diese Ereignisse lassen mich noch bis jetzt nachts nicht einschlafen. Und an etwas Gutes kann ich mich nicht erinnern.
A.F. BuljanskajaSie hatten auch Kinder
Ich war damals drei Jahre alt. Ich erinnere mich selbst nicht, aber mein älterer Bruder hat mir folgendes erzählt: Unsere Mutter ließ uns für lange Wochen allein und ging in die Dörfer, um Kleidung gegen Essen zu tauschen. Einmal gab es im Hause kein Brot und kein Zwieback mehr und die Mutter war noch nicht zurückgekehrt. Wir aßen schon drei Tage lang nichts, ich weinte ständig und mein Bruder konnte es nicht mehr ertragen. Da führte er mich an den Zaun des deutschen Lazaretts, das sich in der Schule Nr. 1 befand. Zu Hause erschrak er: Er kehrte zurück – aber ich war nicht mehr da! Bis zum Abend stand er vor dem Zaum, er wurde vertrieben und versteckte sich in der Hoffnung, dass ich irgendwo in der Nähe umherschlendern und mich sehen lasse würde. Sonst würde die Mutter ihn „töten“!
Als es zu dämmern begann, öffnete sich die Zauntür und ein Deutscher kam mit einem Laib Brot in den Händen und führte mich hinaus. Der Saum meines Hemdchens war vollgestopft mit Gebäck und Bonbons. Dem Bruder wurde befohlen, mich morgen wieder hinzuführen. Soviel er verstanden hat, hat es den im Lazarett behandelten Fritzen gefallen, mit dem aufgedunsenen Kind, das rosafarbige Wangen hatte, zu spielen – viele von ihnen hatten doch zu Hause auch Kinder.
Später tauchte bei mir noch ein „Freund“ auf – aus der Brotwarenfabrik gegenüber dem Lazarett. Er hieß Paul und immer wenn er durch das Fenster mich sah, hatte er für uns ein Viertel und manchmal die Hälfte eines heißen Brotes. Ich selbst kann mich schon daran erinnern. Besonders Paul als einmal nicht hinauskam. Wir standen mit dem Bruder und warteten. Plötzlich wurde „unser“ Deutscher in Handschellen hinausgeführt und man begann ihn in das gedeckte Fahrzeug hineinzustoßen. Ich lief zu ihm und er rief: „Lebe wohl, Edward!“ Das Fahrzeug fuhr weg. Und ich fiel auf den Weg hin und weinte lange.
Karpunov
Nachtrag [April 2018]
Während der ganzen Woche meines damaligen Aufenhalts im Donbass habe ich keinen einzigen Menschen getroffen, der für die Orange Revolution gewesen wäre. Alle zeigten sich deutlich reserviert gegenüber die „Kiewern“ und den Menschen im Westen des Landes. Und es schwangen, deutlich vernehmbar, Kränkungen mit: „Die haben uns während der Wahlkämpfe Быдло (Hornochsen) genannt!“ Mir wurde klar, dass eine ganze Region hier völlig anders ‚tickt‘ – am ehesten vielleicht vergleichbar mit den Bayern in Deutschland.
Gorlowka gehört jetzt zur selbsternannten Donezker Volksrepublik. Konstantinowka war zeitweise von den Rebellen besetzt, wurde aber im Sommer 2014 von Truppen der Kiewer Zentralgewalt zurückerobert. Artjomowsk heißt seit 2016 wieder Bachmut und ist jetzt ein Vorposten der ukrainischen Armee. Die Eisenbahnlinie Donezk-Konstantinowka wurde gekappt. Eine Busfahrt, die mehrere Grenzposten passieren muss, dauert jetzt acht Stunden.
Nachtrag Mai 2026
Die Oblaste Donezk und Lugansk wurden am 30. September 2022 von Russland annektiert. Die russische Armee rückt nach wie vor im Millimetertempo Richtung Westen vor, um unter anderem den Donezker Oblast vollständig zu erobern. Der – mittlerweile sprichwörtliche – „Fleischwolf Bachmut“ ist eine komplette Trümmerwüste, die ehemalige Sektfabrik in den Gips-Stollen ein improvisiertes russisches Militärkrankenhaus (inclusive orthodoxer Kapelle) und um Konstantinowka (Kostjantynivka) wird seit über einem Jahr erbittert gekämpft: Das Rathaus, in dem ich mich vor 21 Jahren mit den Veteranen getroffen hatte, wurde im Oktober 2024 von einer Rakete getroffen und brannte völlig aus. Lilija, die damals das Treffen organisiert hatte, schrieb mir am 26. Mai 2026, dem Jahrestag dieses Treffens: „In Konstantinowka gibt es kein einziges Gebäude, das nicht zerstört oder beschädigt wurde – sowohl Hoch- als auch Privathäuser.“
Dieser Artikel erschien bereits 2020 auf der Website ostexperte.de.




Und dort wird man jetzt von Typen regiert die früher alten Omis den Sparstrumpf abgezockt haben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Denis_Wladimirowitsch_Puschilin
Auch nicht schlimmer als andere russische und ukrainische Politiker, die sich die eigenen Taschen füllen. Es sollen ja mehr Hrywna und Rubel auf ausländischen Konten liegen als in den Heimatländern der beiden Währungen.
Und wo sind die Chancen höher das man von „besseren“ Politikern regiert wird?
In der EU oder in Russland?
Selbstverständlich in der EU! Man schaue sich doch nur solche Politiker und Politikerinnen wie Annalena Baerbock, U. von der Leyen, Johann Wadephul und, nicht zu vergessen, Friedrich Merz an. 1a Leute, die nur und wirklich nur an den Wähler denken, wenn sie ihn hinters Licht führen, ehrlich!
Ich hätte eine nicht besonders subtile Gegenfrage zu der nicht sehr subtilen Frage:
Damit das mit den guten Politikern in der Ukraine genauso toll funktioniert wie in der EU, soll die Ukraine in die EU und die NATO? Rischtisch? JAWOHL!
Wer vertritt hier so sehr simplizistische Sichtweisen, wie immer ohne tatsächliche Belege? Immerhin diesmal die Wikipedia verlinkt, zwar nicht ganz so offen kriegslüstern ist wie die Springer-Presse, aber ebenso eindeutig parteiisch und als wissenschaftliche Quelle ebenso nicht geeignet, gleiches gilt leider auch für die gemachte Aussage.
Spontan vgl:
https://de.wikipedia.org/wiki/Carsten_Maschmeyer
oder
https://en.wikipedia.org/wiki/Patrick_Bet-David
wie immer: Satz mit X, war leider nix. Schade und bis zum nächsten Mal.
Mir fiel schon gestern auf wie das persönliche „Verfassungsschutz“-Team von Leo Ensel etwas übereifrig mit ihren Richtigstellungen als Erstes in den Antworten aufschlugen. Schlechte Op Sec oder nur schlechtes Trolling?
Was die Darstellung der angeblichen Schizophrenie des Leo Ensel betrifft, er würde die NS-Verbrechen verdammen, aber nicht die der Russen … Folgendes:
1. Wurden die Verbrechen der Nazis, also wohl auch der Vorfahren unserer Kämpfer gegen angebliche Desinformation, GEGEN Russen und andere Osteuropäer verübt, die nicht auf der richtigen Seite waren und vernichtet werden sollten. Die bösen Russen sind nun einmal zu großen Teilen die Gleichen, die auch heutzutage angegriffen und besiegt werden sollen und die Geschichte soll umgedreht werden.
2. Gibt es sehr wohl Verbindungen bis heute von den ehemaligen Tätern (Deutsche, Ukrainer) zu heutigen Tätern, sehe eben die Bandera-Verehrer, die Todeschwadrone wie Asov. Der Krieg fing eben nicht 2022 an, sondern schon 2013 mit dem CIA Regime Change und der Bombardierung des Donbass durch die eigene Armee und der Säuberung von aller Opposition zur Euro-Maidan-Diktatur. Die ist mittlerweile zweifellos eine Diktatur, denn wie wir alle wissen, weigert sich Selensky Wahlen durchzuführen, bzw. schaltet auch weiterhin jegliche Opposition aus, selbst wenn sie von innerhalb der NATO käme.
Beides zeigt also, dass diese „Aufpasser“ befangen sind und damit unfähig die Geschichte oder den Konflikt korrekt darzustellen. Sie verfolgen damit ihre politischen Interessen, die nicht im Interesse aller Deutschen sind, denn die wollen nicht in einen Krieg gegen Russland hineingezogen werden, so wie die Ukrainer als Rammbock und Kanonenfutter benützt werden gegen Russland. Die Aufpasser outen sich als Kriegsprofiteure und selbst als Kriegspartei. Natürlich würden sie niemals selbst an der Ostfront ihr Leben riskieren für den Endsieg.
Eine korrekte Darstellung ist wichtig, um eine diplomatische Einigung zu erreichen. Halten wir fest:
1. Leo Ensel hat sein persönliches Aufpasser-Team – bemerkenswert. Er macht also etwas richtig.
2. Diese Aufpasser der Herrschaft wollen den Krieg gegen Russland gewinnen, also die Staatsräson der NATO und der BRD durchsetzen. Damit haben sie kein Interesse an den Ukrainern oder Russen, die z.B. in Konstantinovka verwundet werden, sterben oder gerade ihr Eigentum verlieren. Deshalb stört ein Leo Ensel, denn er erinnert an die Verbrechen eurer Großväter und daran, dass durchaus eine friedliche Einigung möglich wäre, wenn ihr die Interessen der Russen berücksichtigen und akzeptieren würdet. Das wäre besser für beide Seiten.
Was meine Wenigkeit betrifft: Über meine Großväter und Großmütter weiß ich immerhin mit Sicherheit, dass sie weder in der Wehrmacht noch im nationalsozialistischen Repressionsapparat dienten. Einer meiner Großväter kämpfte sogar gegen ihn. Über entferntere Verwandte weiß ich nicht alles — aber selbst seine Eltern sucht sich bekanntlich niemand aus.
Zu Ihrem ersten Punkt: Nein, das sind eben nicht „dieselben Russen“.
Die letzten noch lebenden Veteranen jenes Krieges werden heute teilweise von russischen Raketen getötet. Oder von russischen Enkeln ausgeraubt, misshandelt oder ermordet — Menschen, die anschließend über das russische Rekrutierungs- und Strafsystem an die Front als die „Helden der SMO“ geschickt werden. (reale Fall mit „Wagner Gruppe“)
Vor allem aber wollte niemand diese heutigen Russen angreifen. Angegriffen haben vielmehr sie selbst.
Und genau darin liegt der entscheidende Punkt, den Ihr gesamter Text permanent verwischt:
Ein Angriffskrieg bleibt ein Angriffskrieg — unabhängig davon, ob ihn damals deutsche Nationalsozialisten mit ihrem rassistischen Größenwahn beginnen oder heute ehemalige KGB-Funktionäre mit imperialem Gerede über „Noworossija“, Peter den Großen und historische Einflusszonen.
Tatsache — der Krieg begann tatsächlich 2014. Aber eben nicht mit einem „CIA-Putsch“, sondern mit der russischen „Militäroperation auf der Krim“ ab dem 20. Februar 2014, mit dem Beschluss des russischen Föderationsrates vom 1. März zur Entsendung russischer Truppen in die Ukraine, mit der Annexion der Krim und schließlich mit dem bewaffneten Grenzübertritt Girkins und seiner Leute in den Donbass im April 2014.
Und das Interessante daran: Girkin selbst hat das nie besonders geheim gehalten. Der ehemalige FSB-Oberst, „Volksführer“ und spätere „Verteidigungsminister“ der „Separatisten“ erklärte offen in einem Interview, der „Abzug“ dieser ganzen Entwicklung sei von ihm und seinen Männern ausgelöst worden. Mit anderen Worten: Nicht einmal die Beteiligten selbst glaubten damals noch ernsthaft an die Mär vom spontanen Volksaufstand.
Ihre Einwände zu „Putsch“, CIA oder den Kämpfen im Donbass sind ohnehin ein eigenes Thema. Ein historisch ziemlich ironisches übrigens.
Denn gerade im Donbass wurde jahrzehntelang nahezu jede zweite Straße nach bolschewistischen Bürgerkriegshelden benannt. Und viele der ausgesprochen prorussischen Menschen aus dem Donbass, die ich persönlich kenne, haben sich bis heute nie ernsthaft gefragt, gegen wen diese „Helden“ eigentlich kämpften.
Die Antwort lautete meist ungefähr:
„Na gegen irgendwelche Feinde natürlich. Gegen die Schlechten eben.“
Genau darin liegt das Problem.
Die Bolschewiki selbst kamen durch einen bewaffneten Umsturz an die Macht, verloren anschließend die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung vernichtend und schafften freie Wahlen danach praktisch ganz ab. Der Komintern versuchte in den folgenden Jahren bewaffnete revolutionäre Umstürze quer durch Europa zu exportieren — auch nach Deutschland, Stichwort Bayerische Räterepublik — zu einer Zeit, als die späteren Gründer der CIA vermutlich noch im Sandkasten spielten.
(Die Bayerische Räterepublik von 1919 wurde zeitweise ausgerechnet von zwei in Russland geborenen Revolutionären geprägt: Eugen Leviné aus Sankt Petersburg und Max Levien aus Moskau. Ü-Überraschung!!!!
Man könnte fast sagen: Manche Dinge an „Volksrepubliken“ ändern sich erstaunlich wenig — weder im Bayern von 1919 noch im Donbass von 2014.)
Und selbstverständlich bombardierte auch die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg sowjetische Städte — wessen Städte denn sonst, wenn die Front auf sowjetischem Gebiet verlief? Selbst Leo Ensel erwähnt im Artikel ausdrücklich die Taktik der verbrannten Erde beim sowjetischen Rückzug, ohne daraus eine moralische Mitschuld der Roten Armee am deutschen Vernichtungskrieg abzuleiten.
Genau darum geht es doch.
All diese Dinge — Revolutionen, Bürgerkrieg, ideologische Gewalt, Geheimdienste, Provokationen, innenpolitische Konflikte — waren in den 1920er bis 1940er Jahren objektiv oft um ein Vielfaches extremer als alles, was 2014 in der Ukraine geschah.
Und trotzdem gelten sie heute völlig zurecht nicht als moralische Entlastung für den deutschen Angriffskrieg.
Niemand sagt ernsthaft:
„Man muss aber auch die Sicherheitsinteressen Deutschlands verstehen.“ Oder: „Die Nazis fühlten sich eingekreist.“ Oder: „Der Bolschewismus bedrohte Deutschland.“
Warum?
Weil wir verstanden haben, dass solche historischen Erklärungen vielleicht Hintergründe liefern — aber keinen moralischen Freibrief für einen Angriffskrieg.
Genau diese Selbstverständlichkeit verschwindet jedoch plötzlich, sobald Russland der Aggressor ist.
Sie behaupten außerdem, dieser Krieg hätte verhindert werden können, wenn man die „Interessen“ des Aggressors rechtzeitig akzeptiert hätte.
Aber genau diese Theorie wurde in Europa bereits einmal ausprobiert.
Rheinland. Österreich. Sudetenland. Die faktische Hinnahme der Zerschlagung der Tschechoslowakei. Selbst nach dem Überfall auf Polen folgte zunächst der sogenannte „Sitzkrieg“ — also genau jene zögerliche Hoffnung, man könne durch Zurückhaltung und begrenzte Reaktionen eine weitere Eskalation verhindern.
Das Problem war nur:
Mit jeder Konzession wuchsen die Ansprüche weiter.
Nicht, weil Hitler „provoziert“ worden wäre, sondern weil expansionistische Systeme Zugeständnisse typischerweise nicht als Endpunkt wahrnehmen, sondern als Einladung.
Und irgendwann fuhr dann auch Leo Ensels Großvater an die Front.
Der eigentliche Unterschied zu damals besteht heute eher darin, dass wir nicht mehr siebzig Jahre auf alte Tagebücher, Feldpostbriefe und vergilbte Fotos warten müssen.
Durch moderne Medien kann man bereits jetzt die Zweifel, Ängste und moralischen Zusammenbrüche russischer Soldaten sehen und lesen. Man findet Aussagen von russischen Menschen, die offen fragen: „Was machen wir eigentlich in der Ukraine?“
Man findet Berichte über Plünderungen, Gewalt, Desillusionierung, Zynismus und völlige moralische Orientierungslosigkeit — genau jene menschlichen Dokumente, die spätere Generationen irgendwann wieder als tragische Zeugnisse eines verbrecherischen Krieges lesen werden.
Aber merkwürdigerweise finden solche Stimmen nur äußerst selten (oder fast nie) ihren Weg auf die Seiten von Overton.
Dort interessiert man sich auffallend häufiger für die „Sicherheitsinteressen“ des Kremls als für die moralische Verheerung, die dieser Krieg unter Ukrainern und Russen gleichermaßen anrichtet.
Und genau deshalb wirkt diese Form des angeblichen „Pazifismus“ auf viele Menschen inzwischen weniger wie Humanismus als wie eine sehr selektive Form politischer Empathie.
Es dürften noch etliche Menschen leben, deren Großväter in der Ukraine gekämpft haben oder die dort stationiert waren von vielen wird es auch noch Briefe oder Tagebücher geben. Wie viele dieser damals jungen Deutschen haben sich – freiwillig oder unfreiwillig – an den massenhaften Erschießungen wehrloser Juden beteiligt? Laut Dubois über eine Million.( Der vergessene Holocaust) Wahrscheinlich auch etliche ukrainische oder sowjetdeutsche Mittäter
Von den Verbrechen Kunde bekam wohl jeder der deutschen Soldaten und SS Männer.
Ein kleiner historischer Zeitraum, in den noch viel wenig Licht fällt.
Das alles sind genau die historischen Kenntnisse und vor allem Erinnerungen, die nun unbedingt vergessen und ausgelöscht werden sollen, weil sie so gar nicht ins aktuelle antirussische Narrativ passen wollen.
Alte Weisheit: „wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdamme, sie zu wiederholen“
Viel Spass beim Wiederholen. Diesmal mit Kernwaffen. Dann wird es wohl keine Erinnerung mehr geben. Wenn die Schlafschafe nicht aufwachen, sowieso nicht.