
Schlüsselfigur Sergey Karaganov: Atomschlag gegen Deutschland, zweiter Teil.
Im ersten Teil dieses Artikels wurde die massive Gefährdung Deutschlands durch die Lieferung Großbritanniens von 170.000 Kampfdrohnen an die Ukraine aufgezeigt.
In dieser Lage stellt das Verstehen der gegnerischen Motive einen essenziellen Faktor dar, um die große Eskalation zu vermeiden und auf eine Einigung zuzusteuern. Doch statt diese Regel Martin Luther Kings zu beachten, verharren europäische Politiker in hypokritischer Selbstgefälligkeit und einseitiger Schuldzuweisung.
Die Mainstream-Medien trifft eine große Mitschuld, indem sie für den groben Verstoß gegen Rationalität und Verantwortung eine Kulisse des Verständnisses liefern. Während sie die angebliche militärische Verteidigung westlicher Prinzipien gegen Russland beklatschen, versäumen sie es, die offenkundige Unterminierung derselben durch die EU-Kommission und verschiedene europäische Regierungen abzumahnen.
Sergey Karaganov
Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu. Ihre Abwehr der Eskalationspolitik gegen Russland macht es insbesondere erforderlich, die gegnerischen Motivlage zu analysieren und ebenso die der eigenen Militaristen.
Exponierte Personen, deren persönlicher Werdegang stellvertretend für den Wandel ihrer Gesellschaften steht, sind dafür besonders geeignet. Nach diesen Kriterien trifft man im Falle Russlands auf Sergey Karaganov, der schon seit fast 40 Jahren großen politischen Einfluss ausübt, über lange Zeit international vernetzt war (Trilaterale Kommission, CFR) und einen für Russland typischen inneren Wandel durchgemacht hat. In mehreren Stellungnahmen empfiehlt er der russischen Regierung einen baldigen Warnschlag gegen Deutschland.
Wie konnte Europa so weit kommen, dass ein weltgewandter, historisch gebildeter und Europa zugewandter Mann wie Karaganov der russischen Regierung jetzt einen atomaren Warnschlag gegen Deutschland empfiehlt?! – Die Antwort liegt in der Vergangenheit und ihrer unterschiedlichen Wahrnehmung.
Während der historische Horizont der meisten Deutschen kaum weiter zurückreicht als bis zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte. Diese verbindet sie eng mit den Ukrainern, zusammen mit denen sie Vorstöße der Reitervölker Innerasiens erfolgreich abwehren konnten. Dagegen war die russische Sicht auf Europa insgesamt gemischt. Die wertvollen Entwicklungsimpulse vor allem aus Deutschland sind bis heute im historischen Bewusstsein der Russen verankert. Aber Russland war auch eines der Haupt-Opfer auf einem zerstrittenen Kontinent. Viermal war das Land Angriffsziel, 1812 durch Napoleons Truppen, 1854 durch eine britisch-französische Allianz im Krimkrieg, 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins und 1941 durch Hitlers Invasion.
Dramatischer historischer Identitätswandel
Nach diesen bitteren Erfahrungen waren die Wiedervereinigung Deutschlands unter russischem Rückzug 1990, die Auflösung der Sowjetunion 1991 und die Auflösung ihres Militärbündnisses Warschauer Pakt Vorleistungen Russlands, denen jedoch keine Gegenleistungen von westlicher Seite folgten. Im Gegenteil setzte 1999 eine den Prinzipien der Entspannung, der Fairness und des Kräftegleichgewichts zuwiderlaufende Expansion der NATO ein.
Was man auch immer von Wladimir Putin hält, muss man ihm in dieser sich bereits anspannenden Lage vier auf Harmonie abzielende Initiativen hoch anrechnen. Die erste bestand im Vorschlag eines russischen NATO-Beitritts gegenüber US-Präsident Clinton im Juni 2000. Der Vorschlag wurde gegenüber George W. Bush ein Jahr später mit Begründung wiederholt. Die dritte Initiative bestand in der Rede Putins vor dem Deutschen Bundestag im September 2001. In dieser wurde unter starkem Solidaritätsappell eine weitreichende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen Russland und der EU angeregt. Sogar noch nach fortgeschrittener NATO-Expansion wiederholte und präzisierte Putin diesen Vorschlag in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung im November 2010. Darin propagierte er das Konzept eines „gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok“.
Alle dieser Kooperationsangebote und Initiativen wurden ausgeschlagen oder ignoriert. Die NATO und die EU (mit Artikel 42 ihres Vertrages ebenfalls ein Militärbündnis) dehnten sich weiter nach Osten aus und die Ukraine wurde zur inzwischen stärksten Militärmacht Europas aufgerüstet.
Die verletzende Zurückweisung der angebotenen Freundschaft durch ein gefühlstotes westliches Establishment hat einen dramatischen historischen Identitätswandel zur Folge. Hatten sich Russen über Jahrhunderte hinweg primär als Europäer definiert, so betrachten sie sich nach der Enttäuschung heute als eigenständige, eurasische Zivilisation, die ihre Zukunft nicht mehr im Westen, sondern im globalen Osten sucht.
Ignorante europäische Regierungen sind eine Gefahr
Dieser zivilisatorische Bruch bildet das Fundament, auf dem auch Karaganovs Radikalität gedeihen konnte. In verschiedenen Schriften und Interviews stellt er fest, dass das Establishment EU-Europas einen politisch, wirtschaftlich und militärisch desaströsen Kurs steuert.
Dessen Einmündung in die nukleare Vernichtung des Kontinents schwebt so lange als Damoklesschwert, wie Militaristen freie Hand haben, den Krieg auf immer neue Weise nach Russland zu tragen. Verschärfend wird ein als Warnung zu verstehender Atomschlag im Westen schon seit langer Zeit in realitätsferne Narrative über angebliche Eroberungsabsichten der russischen Regierung verpackt. Dadurch droht der Warncharakter eines atomaren Erstschlages missverstanden zu werden, so dass er NICHT zu dem erforderlichen Respekt und Einschwenken auf eine friedliche Einigung führt, sondern zur Eskalation.
Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.
Zynischer Weise taten und tun sie das, indem sie fundamental gegen ein Prinzip verstoßen, das sie sich selbst auf die Fahnen geschrieben haben – die europäische Solidarität. Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!
Karaganovs innerer Wandel und seine Äußerungen führen drastisch vor Augen, in welche Gefahr ignorante europäische Regierungen ihre Nationen und die angeblich verteidigten Bewohner der umkämpften Gebiete bereits gebracht haben, indem sie die fundamentale Regel missachtet haben, dass die gesamteuropäische Solidarität absoluten Vorrang haben muss. Nach den bitteren Erfahrungen der beiden Weltkriege – richtiger europäischen Bruderkriege – sollte das eigentlich klar sein.





Man nimmt einen religiösen Bekloppten wie Karaganow her um daraus eine „Ignoranz europäische Regierungen“ abzuleiten.
Wie würde der Lehrer Christian Hamann wohl solche Klausuren bewerten?
Quatsch, Karaganow ist doch kein religiöser Wahnwichtel oder Fanatiker! Er ist ein stinknormaler, opportunistischer Hofpropagandist des Kremls mit Spitzengehalt, der guten Wein, gutes Essen und westlichen Luxus liebt. Ein Systemgünstling aus einer Nomenklatura-Dynastie: Schon sein Vater bediente brav den Kreml als Chef des Verbands der sowjetischen Filmschaffenden – wo es bekanntlich nie um Kunst, sondern um die Durchsetzung der Parteilinie ging.
Karaganows eigentlicher „Schmerz“ gegenüber dem Westen ist denkbar banal: Man hat schlicht seine Luxusimmobilien in Berlin und Venedig mit Sanktionen belegt. Er kann stundenlang vom „verrotteten Westen“, dem „Aufstieg von BRICS“ und der „einzigartigen eurasischen Zivilisation“ schwadronieren – aber das ist schlicht sein bestbezahlter Job. Seinen Ruhestand hätte dieser feine Herr nämlich liebend gern auf genau diesem „bösen Westen“ verbracht – und ganz sicher nicht in Peking, São Paulo oder Pretoria.
Karaganow ist kein Überzeugungstäter, der Lust hat, den Rest seines Lebens in einem verstrahlten Bunker zu verbringen. Wer sein gezieltes Säbelrasseln als „tiefgründigen Identitätswandel“ feiert, fällt schlicht auf die billige Show eines wohlgepappten Nomenklatura-Bürokraten herein.
Eine seichte Beschreibung von Zusammenhängen, über die mittlerweile alles schon sehr häufig geschrieben wurde. Nicht, dass das alles unwichtig wäre, aber wo liegt der Punkt, an dem sich der Text orientiert? Karaganov wird als Radikaler konstruiert, zu welchem Zweck? Erwartungsgemäß treibt auf der anderen Seite des Krieges die Sorge und die Angst vor den weiteren Entwicklungen ebenfalls entsprechende Reaktionen. Warum ist es so schwer, die Interaktionsdynamik zu begreifen und dann sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen?
> aber wo liegt der Punkt, an dem sich der Text orientiert?
Beispielsweise die geänderte russische Nukleardoktrin.
Die wird bei uns nicht diskutiert, weil am Ende der Überlegung, dass man Russland mit dem konventionellen Krieg in der Ukraine bis zur Unterwerfung schwächen könnte, das Problem steht, dass Russland genau für diesen Fall den Einsatz von Atomwaffen vorsieht, um damit unmissverständlich klarzustellen, wer die Oberhand hat.
Wie schon im Artikel erwähnt ist, wird sich die USA spätestens dann für gar nicht mehr zuständig erklären. Schließlich hat Trump die USA schon so weit rausgezogen, dass offensichtlich nur noch Waffen geliefert werden, die von anderen bezahlt werden. Auch Biden hat immer wieder betont, dass es keine US-Truppen geben wird.
Karaganov formuliert lediglich, dass er nicht viel länger warten würde, um diese Richtigstellung aus russischer Sicht vorzunehmen. Kann sein, dass er Trumps Präsidentschaft als günstiges Fenster wahrnimmt, weil ein neuer Präsident weniger deutlich die America-First-Welle reitet. Taktische Atombomben beginnen schon bei 100-Tonnen-TNT-Äquivalent. Die Gleitbomben, die derzeit in der Ukraine eingesetzt werden, haben 3 Tonnen.
Anders als Karaganov das kommuniziert, denke ich, dass im Fall der Fälle eher England das Ziel wäre. Vermutlich Wunschdenken. Ähnlich wie in Deutschland gibt es in England für die Zivilbevölkerung keine Bunkeranlagen, die für einen Atomkrieg tauglich wären.
„Viermal war das Land Angriffsziel, […] 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins“
Interessante Definition von „Angriff“. Lenins Einmannarmee unterwirft brutal das glückliche Volk des Zaren.
Aber es wäre wohl unfair, sich beim Westen über die von ihnen erzwungene Sowjetunion zu beschweren, immerhin haben sie später ihren Fehler eingesehen und Jelzin geschickt.
Der Zar hatte schon im Februar die Macht verloren.
Die neue Regierung wollte weiter Krieg gegen Deutschland führen.
Der Deutsche Kaiser wollte Russland von innen schwächen und schaffte deswegen Lenin mittels Zug über Schweden und Finnland nach Russland.
Lenin veröffentlichte dort die Aprilthesen (keine Unterstützung für die provisorische Regierung, Ausstieg aus dem 1. Weltkrieg, Land an die Bauern, Macht an die Räte).
Es folgten ein paar Kriegsfehlentscheidungen von Generälen.
Der eine General wollte sich vor einem anderen schützen und bewaffnete Lenins Parteimitglieder, die Roten Garden.
Die Lenins Partei (Bolschewiki) gewann politisch zunehmend die Oberhand.
Ende des Jahres kam es zur gewaltsamen Übernahme der Regierung, die provisorische Regierung wurde verhaftet.
Ich möchte darauf hinweisen, das schon ein Jahrhundert vor Napoleon ein westlicher König nach Russland marschierte, nämlich Karl XII. von Schweden, der das nämliche Ergebnis erzielte.
Lenin im plombierten Eisenbahnwaggon durch den deutschen Machtbereich nach Russland zu schicken, war nicht das, was der „Westen“ in das kollektive russische Gedächtnis eingebrannt hat, sondern die Interventionen während und nach dem russischen Bürgerkrieg.
Da saßen die Amis und Japaner in Sibirien, die Engländer in Archangelsk und die Franzosen auf der Krim, die Deutschen halfen den Finnen militärisch, eine „Tschechische Legion“ aus ehemaligen k.u.k. Kriegsgefangenen bewegte sich als militärische Einheit frei und ungehindert im Inneren Russlands und die Polen marschierten Richtung Kiew.
Im Rahmen der Industrialisierung wählte Russland ganz bewusst ein breiteres Spursystem für die Eisenbahn, damit von Westen einfallende Invasoren logistische Probleme bekommen.
Diese als Verteidigung gedachte Massnahme war dann auch tatsächlich einer der gewichtigsten Gründe für das Scheitern von Barbarossa.
Die Nordeuropäische Tiefebene erstreckt sich von Frankreich bis zum Ural und von Westen her ist für Russland selten was Gutes gekommen.
Diese Haltung Russlands zu verstehen, halte ich für nicht allzu schwierig.
Das muss man in Rechnung stellen, wenn man die russische Interessenlage berücksichtigt.
Und das muss man, will man zu einem dauerhaften Frieden kommen.
Der politische Kurs des „Westens“, namentlich der BRD, zeigt mir, das kein Interesse an einem Frieden und einer dauerhaften Lösung besteht, nur zu einem Oktroi.
Ich fürchte, der Schuss geht nach hinten los!
@Wallenstein
Ein Krieg der Nato gegen Russland, was noch vor 5 Jahren unvorstellbar schien, erscheint heute unabwendbar.
Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.
Dazu kommt, dass die gleichgeschalteten Main-Stream-Medien nicht nur ausschließlich Meldungen die aus der Ukraine kommen verbreiten, sondern dass die EU versucht durch immer mehr Druck auf unliebsame alternative Medien, alternative Meldungen zum Schweigen zu bringen. (Dafür können genügend Beispiele gebracht werden.)
Dazu kommt, dass der Abbau von Sozial-Leistungen immer mehr als alternativlos dargestellt werden, während die Gelder für die Ukraine und für Rüstung unbegrenzt erscheinen und dass heute weit und breit kein Politiker aus Europa wie Jeremy Corbyn oder Sahra Wagenknecht in Sicht ist, die ehrlich an einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert sind.
Danke für diese Ergänzungen!
Die werden von den wertewestlichen Foristen weiter oben gerne unter den Teppich geschoben.
– „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu…“
Freie Journalisten? Frei von was genau? Frei von Fakten, Verstand und jeglicher journalistischer Kompetenz?
– „Während der historische Horizont der meisten Deutschen kaum weiter zurückreicht als bis zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte.“
Moment mal! Germanische Stämme wurden in römischen Chroniken schon erwähnt, als man im Osten noch nicht einmal wusste, wie man das Wort „Moskau“ buchstabiert. Wenn wir die deutsche Geschichte über das Heilige Römische Reich, das Frankenreich Karls des Großen, das Weströmische Reich bis zur Gründung Roms zurückverfolgen, reicht unser Horizont fast drei Jahrtausende zurück! Aber klar: Moskau – das sich erst im 18. Jahrhundert unter Peter I. in „Russisches Kaiserreich“ umbenannte – eignet sich liebend gerne die Geschichte anderer slawischer Völker an, die geografisch im heutigen Kyiv blühten, und verkauft das als eigene „tausendjährige Identität“. Ein Schelm, wer da Geschichtsfälschung wittert!
– „Diese verbindet sie eng mit den Ukrainern, zusammen mit denen sie Vorstöße der Reitervölker Innerasiens erfolgreich abwehren konnten.“
Ähm… Bitte was? Kyiv wurde von den Reitervölkern aus dem Osten völlig zerstört. Und Moskau? Moskau übernahm damals im Grunde die Rolle des „Kapos“ für die Goldene Horde: Es trieb brav die Tributzahlungen bei den anderen slawischen Stadtstaaten ein, um sie an die Mongolen weiterzuleiten. Als die Horde schließlich zerfiel, nutzte Moskau genau diese erpresste Machtstruktur, um die Nachbarländer unter seine Knute zu zwingen. Von „gemeinsamer Abwehr“ keine Spur – das war schlicht kollaboratives Kasse-Machen auf Kosten der Nachbarn!
– „Viermal war das Land Angriffsziel, 1812 durch Napoleons Truppen, 1854 durch eine britisch-französische Allianz im Krimkrieg, 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins und 1941 durch Hitlers Invasion.“
Ach, wie rührend… Das Arme-Opfer-Narrativ! Schauen wir uns die „Fakten“ mal an:
– 1812 (Napoleon): Verschwiegen wird gern, dass das Russische Kaiserreich davor gleich zweimal (!) selbst das revolutionäre/napoleonische Frankreich und seine Verbündeten angriff (u.a. 1805 das deutsche Bayern!). Vom Frieden von Tilsit, den der Zar wie Klopapier behandelte, sobald Napoleon abgereist war, ganz zu schweigen.
– 1854 (Krimkrieg): Auch damals wollte Russland einen „kleinen, siegreichen Krieg“ führen und fiel im Osmanischen Reich ein – bis es gewaltig auf die Mütze bekam. Fun Fact: Im Pariser Frieden verpflichtete sich Russland schriftlich, nie wieder Kriegsschiffe oder Militärbasen im Schwarzen Meer zu haben. Im Gegensatz zu den Märchen über mündliche Versprechen an Gorbatschow liegt dieses Papier bis heute fest in den Archiven!
– 1917 (Bolschewiken-Putsch): Hier hat der Autor wohl einen Hitzeschlag erlitten. Geholfen hat Lenin das Deutsche Kaiserreich (der Erzfeind des „Westens“!). Die westliche Entente hingegen unterstützte die Provisorische Regierung – ihre legitimen Alliierten im Ersten Weltkrieg. Die Bolschewiken hatten die Wahlen zur Konstituierenden Versammlung krachend verloren und rissen die Macht schlicht per Gewalt an sich.
– 1941 (Hitler-Invasion): Die klaffende Lücke zwischen 1939 und 1941 erklärt sich schlicht dadurch, dass die UdSSR die ersten anderthalb Jahre des Zweiten Weltkriegs als quasi halboffizieller Verbündeter von Nazi-Deutschland verbrachte, mit dem sie Osteuropa unter sich aufteilte – bis sich die zwei Räuber um die Beute prügelten!
Und ja, die übliche Geschichte: Während westliche Putin-Versteher genüsslich jeden einzelnen dieser angeblichen Angriffskriege gegen Russland wiederkäuen – um zu „beweisen“, wie unerbittlich das die russische Seele geprägt hat –, reichen ihnen die Finger und Zehen nicht aus, um all die Kriege, Überfälle und Massaker aufzuzählen, die Moskau allein in den letzten Jahrhunderten in der Ukraine angerichtet hat. Aber klar, das nennt man bei solchen Journalisten dann „gemeinsame Geschichte brüderlicher Völker“. Was für ein absurdes Paradoxon…
– „Nach diesen bitteren Erfahrungen waren die Wiedervereinigung Deutschlands unter russischem Rückzug 1990, die Auflösung der Sowjetunion 1991 und die Auflösung ihres Militärbündnisses Warschauer Pakt Vorleistungen Russlands, denen jedoch keine Gegenleistungen von westlicher Seite folgten.“
Im Boxen nennt man solche „Vorleistungen“ schlicht RTD (Retired) – wenn der Boxer nach der Ringpause vor Erschöpfung nicht mehr aus seiner Ecke aufstehen kann. Die UdSSR hat niemandem einen Gefallen getan. Sie ist schlicht unter dem gigantischen Gewicht ihrer eigenen politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Fehlentscheidungen kollabiert – kollabiert beim kläglichen Versuch, den Westen einzuholen. Die eigentliche Hilfe kam damals vom Westen: Statt den sterbenden Riesen am Boden liegend auszuweiden, hat man das Ganze vornehm als „zweiheitliche Verträge“ getarnt, Russland Kredite und Hilfsgüter gepumpt und ihm Plätze auf den prestigeträchtigsten Parketts der Weltpolitik und Weltwirtschaft eingeräumt. Doch kaum hatte sich der neue Machthaber im Kreml dank westlicher Milliarden und hoher Ölpreise wieder sattgefressen, forderte er immer mehr. Hat der Mann eigentlich jemals Puschkins „Märchen vom Fischer und dem goldenen Fischlein“ gelesen? Passt wie die Faust aufs Auge.
– „Alle dieser Kooperationsangebote und Initiativen wurden ausgeschlagen oder ignoriert […] Die verletzende Zurückweisung der angebotenen Freundschaft durch ein gefühlstotes westliches Establishment hat einen dramatischen historischen Identitätswandel zur Folge.“
Ach Gottchen, „verletzte Gefühle“ und „abgewiesene Freundschaft“! Bleiben wir mal bei den Fakten: Auch der Ukraine wurde 2008 der NATO-Beitritt in aller Höflichkeit, aber glasklar verwehrt – das klassische „Danke, wir melden uns bei Ihnen“, das jeder aus Vorstellungsgesprächen kennt. Und genau dasselbe galt für Russland: „Jetzt nicht, aber vielleicht später“. Wenn Russland wirklich Teil des „gemeinsamen Hauses“ werden wollte – warum durften das andere nicht? Die osteuropäischen Nachbarn waren schlicht schneller, kleiner und bereit, sich an gemeinsame Regeln zu halten, anstatt wie Moskau ständig „Sonderrechte“ und Extra-Würste einzufordern.
Niemand hat Russland daran gehindert, seinen Einfluss in einer EU-assoziierten Ukraine für gegenseitig vorteilhaften Handel und Diplomatie zu nutzen. Mit dem NATO-Staat Ungarn hat das doch auch prima geklappt, oder? Vielleicht wäre Russland irgendwann selbst Teil davon geworden. Doch dafür hätte der Kreml eine Entscheidung treffen müssen: Entweder ein gemeinsames Haus auf Augenhöhe – oder „Ich bin hier der Boss, und Ukraine, Moldau und Georgien marschieren gefälligst zurück in meinen imperialen Stall!“
– „Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.“
Genau so sieht der absolute Traum eines jeden Raubmörders aus! Während er das Opfer erwürgt und die Bude leer räumt, rufen die Nachbarn bloß nicht die Polizei, helfen dem Opfer auf keinen Fall und halten ihm auch noch höflich die Tür auf. Stattdessen stehen sie daneben und fragen den Einbrecher freundlich: „Darf ich Ihnen vielleicht schon mal den Notar rufen, um das Haus auf Ihren Namen umzuschreiben? Oder möchten Sie vorher noch eine frische Tasse Kaffee?“ Das, was der Autor hier allen Ernstes als „neutrale Vermittlung“ verkauft, ist nichts anderes als die eiskalte Aufforderung zur Beihilfe zum Mord und zur Unterwerfung.
– „Zynischer Weise taten und tun sie das, indem sie fundamental gegen ein Prinzip verstoßen, das sie sich selbst auf die Fahnen geschrieben haben – die europäische Solidarität. Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!“
Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen „Zielen“ und den „Mitteln“, um sie zu erreichen. Auch Hitler wollte im gewissen Sinne ein „vereintes Europa“ – nur hatte ein Großteil der europäischen Staaten (inklusive Russland) verständlicherweise keine allzu große Lust darauf. Victor Hugo sprach von einer Gemeinschaft der Werte und des Friedens. Im gemeinsamen Haus prügelt, vergewaltigt, raubt und mordet man nicht. Wer die Bude mit Gewalt stürmt, ist kein Mitbewohner, sondern ein Einbrecher.
Hervorragende Geschichtsrevison, verdient mehr als nur eine „1“, sondern einen vorderen Platz im Mainstream.
„Die eigentliche Hilfe kam damals vom Westen: Statt den sterbenden Riesen am Boden liegend auszuweiden, hat man das Ganze vornehm als „zweiheitliche Verträge“ getarnt, Russland Kredite und Hilfsgüter gepumpt und ihm Plätze auf den prestigeträchtigsten Parketts der Weltpolitik und Weltwirtschaft eingeräumt. Doch kaum hatte sich der neue Machthaber im Kreml dank westlicher Milliarden und hoher Ölpreise wieder sattgefressen, forderte er immer mehr. “
Auf welchen Planeten hat das stattgefunden? Jeffrey Sachs, damals Berater der russischen Regierung, hat dargelegt, dass seine Anfrage zwecks Hilfe bei den amerikanischen Regierungen kühl zurückgewiesen worden sind. Statt ihnen zu helfen, war man dabei die russische Erdölindustrie zu übernehmen. Die Pläne dafür waren bereits weit gediehen und wurden erst von Putin gestoppt. Sattfressen am sterbend am Boden liegenden Riesen wollte sich augenscheinlich der Westen.
Hat aber nicht geklappt und darum hat man den Maidan-Putsch organisiert und die ASOW in der Ukraine in Stellung gebracht für einen zweiten Anlauf. Wie es aussieht, ist auch das schief gegangen. Warum konnte man nicht warten, bis in der Ukraine der im Westen gewollte Präsident an der Macht war? Warum musste man Ankara verhindern?
Ja, diese Logik hat mich schon immer köstlich amüsiert!
Einerseits wird pausenlos über den „vom Westen verursachten wirtschaftlichen Kollaps“ der 1990er Jahre gejammert. Wenn dieser Kollaps aber einen Namen hat, dann steht er in Großbuchstaben geschrieben: JEFFREY SACHS – der „geniale Ökonom“, der sich heute zum obersten Geopolitik-Versteher umgeschult hat. Selbst Sachs beschrieb das Scheitern der Reformen damals vor allem mit der massenhaften inneren Korruption und Unfähigkeit der russischen Führung, nicht mit „westlicher Sabotage“. Seine einzige Kritik am Westen war damals lediglich, dass man nicht noch mehr Geld nach Moskau gepumpt hatte als die bereits investierten Milliarden!
Danke übrigens für die Erinnerung an die Enteignungs-Geschichten! Es war nämlich nicht der Westen, der zuerst „russische Gelder gestohlen“ hat, sondern Putin höchstpersönlich, der Anfang der 2000er Jahre im Fall JUKOS ausländische Investoren und Zivilunternehmer eiskalt ausraubte und enteignete. Unter den freudigen Erregungsschreien der europäischen Linken hieß es damals: „Sieht man mal, so handelt ein echter, souveräner Führer!“ Aber wenn der Westen heute das Gleiche mit russischen Staatsvermögen macht, gilt das plötzlich als illegitimer Raub? Was für eine herrliche Doppelmoral!
Und was die Frage nach dem „im Westen gewollten Präsidenten“ in der Ukraine angeht:
Es war Viktor Janukowytsch selbst, der 2004 die Verfassungsreform initiierte, um die Macht des (pro-westlichen) Präsidenten einzuschränken. Als er dann 2010 selbst Präsident wurde – übrigens mit dem schlechtesten Ergebnis der ukrainischen Geschichte (knapp 48,9 %) –, erklärte er seine eigene Verfassungsreform einfach für unlegitim. Er riss sich die volle Macht ohne die verfassungsrechtlich vorgeschriebene Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament zurück (unter eklatanter Missachtung der Verfassungsartikel 155–158) und sperrte seine wichtigste Oppositionsgegnerin Julia Timoschenko (die 45 % der Stimmen hatte) kurzerhand ins Gefängnis, um sie von den nächsten Wahlen fernzuhalten.
Und als ob das nicht genug wäre: Janukowytsch verlängerte 2010 eigenmächtig die Stationierung der russischen Militärbasen auf der Krim bis 2042 – ohne Referendum, ohne Zustimmung der Westukraine und unter drastischem Verstoß gegen Artikel 17 der ukrainischen Verfassung (der die Stationierung ausländischer Militärbasen auf ukrainischem Territorium explizit verbietet!). Aber wen juckt schon die ukrainische Verfassung, solange sie von Russland und einem pro-russischen Präsidenten mit Füßen getreten wird?
Als Janukowytsch dann mit der Absage des EU-Assoziierungsabkommens auch noch die letzte Sicherheitssperre der ukrainischen Demokratie einreißen und ein zweites Belarus etablieren wollte, ging das ukrainische Volk auf die Straße. Das war kein „Import des Westens“ – das war die Notwehr einer Zivilgesellschaft gegen einen Diktator in spe.
Nana, das ist nur die halbe Wahrheit.
Gab es überhaupt jemals eine Wahl in der Ukraine bei welcher nicht gemogelt wurde?
Bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine im Jahr 2004, aus der Wiktor Juschtschenko nach der „Orange Revolution“ als Sieger hervorging, gab es erhebliche verfassungsrechtliche Debatten und Probleme. Nach dem von allen Beteiligten massiv gefälschten zweiten Wahlgang (Stichwahl) zwischen Wiktor Janukowytsch und Wiktor Juschtschenko kam es zu wochenlangen Massenprotesten. Am 3. Dezember 2004 erklärte der Oberste Gerichtshof der Ukraine das offizielle Ergebnis der Stichwahl wegen systematischer und massiver Verstöße für ungültig. Das Problem dabei, die ukrainische Verfassung und das damalige Wahlgesetz sahen ein solches Szenario (die komplette Annullierung und Wiederholung einer Stichwahl) nicht vor. Die Verfassung erlaubte eigentlich nur eine erste Runde und eine darauffolgende Stichwahl. So etwas wie einen dritten Wahlgang dürfte es eigentlich gar nicht geben. Das Parlament (die Werchowna Rada) hat am 26. Dezember im Eilverfahren ein strengeres Wahlgesetz verabschiedet um Wahlfälschungen zu erschweren. Doch nur einen Tag vor der Wahlwiederholung, am 25. Dezember 2004, erklärte das ukrainische Verfassungsgericht diese spezifische Regelung für verfassungswidrig. Die Wahl fand dennoch statt, was im Nachgang zu rechtlichen Diskussionen über die vollständige Legitimität des Ablaufs führte.
Der politische Kompromiss, der den Weg für Juschtschenkos Präsidentschaft freimachte, basierte auf einem umstrittenen verfassungsrechtlichen „Kuhhandel“. Das Lager des scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma und Janukowytschs stimmte der Wahlwiederholung nur zu, wenn im Gegenzug die Macht des künftigen Präsidenten beschnitten würde.
Das war also keineswegs wie du suggerierst eine willkürliche Maßnahme seitens Janukowitschs in der Kutschma Regierung um kurz vor dem Machtwechsel noch die Rechte des folgenden Präsidenten zu beschneiden. Ihm also Stöcke in die Speichen zu werfen. Dazu hatte Janukowitsch auch gar nicht die Macht. Das war eine abgesprochene Sache zwischen allen Beteiligten und dem Parlament. Kutschma und Janukowitsch hätten sich auch quer stellen können und einfach auf der vom Obersten Gericht festgestellten Verfassungswidrigkeit des Dritten Wahlgang bestehen und ihn auch verhindern können.
Aber ist Schnee von Gestern.
In der Ukraine gab es seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ständig Probleme bei Wahlen. Die Verfassung wurde dort schon immer von Allen mit den Füßen getreten. Das zeugt nur davon, dass die Ukraine nie die notwendige Reife für ihre Eigenstaatlichkeit erlangen konnte.
„Gab es überhaupt jemals eine Wahl in der Ukraine bei welcher nicht gemogelt wurde? Bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine im Jahr 2004 […] Nach dem von allen Beteiligten massiv gefälschten zweiten Wahlgang […]“
„Von allen Beteiligten massiv gefälscht“ – ach so, na klar! Viktor Janukowitsch war damals Premierminister, saß fest im Sattel der Macht und war vom scheidenden Präsidenten Kutschma bereits offiziell zum „Thronfolger“ ausgerufen worden – übrigens in einer exakten Kopie der Methode, mit der Wladimir Putin in Russland an die Macht gebracht wurde.
Janukowitsch kontrollierte die Wahlkommission, die Miliz und den gesamten staatlichen Verwaltungsapparat. Aber gefälscht haben am Ende irgendwie „alle Seiten“?
„Der politische Kompromiss, der den Weg für Juschtschenkos Präsidentschaft freimachte, basierte auf einem umstrittenen verfassungsrechtlichen ‚Kuhhandel‘ […] Das war also keineswegs wie du suggerierst eine willkürliche Maßnahme seitens Janukowitschs in der Kutschma Regierung um kurz vor dem Machtwechsel noch die Rechte des folgenden Präsidenten zu beschneiden […] Das war eine abgesprochene Sache zwischen allen Beteiligten und dem Parlament.“
Aber genau das unterstreicht doch den entscheidenden Unterschied im politischen Stil!
Die sogenannten „pro-westlichen“ Politiker haben 2004 genau das getan, was man in einer funktionierenden Demokratie erwartet: Sie haben den Kompromiss gesucht. Sie haben sich mit der pro-russischen Fraktion an einen Tisch gesetzt, gemeinsam die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament für die Verfassungsänderung organisiert und Janukowitsch trotz des massiven Wahlbetrugs nicht ins Gefängnis gesteckt, sondern ihn als politischen Akteur im System belassen, um einen Bürgerkrieg abzuwenden.
Und was hat Janukowitsch getan, als er 2010 die Präsidentschaftswahl gewann? Er hat das genaue Gegenteil gemacht! Er hat diesen hart ausgehandelten Kompromiss von 2004 über ein gefügiges Verfassungsgericht einfach kassieren lassen, um sich die uneingeschränkte Macht des alten Systems Kutschma zurückzuholen. Seine politischen Gegner – allen voran Julija Tymoschenko – hat er prompt ins Gefängnis werfen lassen. Wer hier also Verfassungstricksereien zur autoritären Machtkonzentration betrieben hat, liegt doch wohl auf der Hand.
„Aber ist Schnee von Gestern. In der Ukraine gab es seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ständig Probleme bei Wahlen. Die Verfassung wurde dort schon immer von Allen mit den Füßen getreten. Das zeugt nur davon, dass die Ukraine nie die notwendige Reife für ihre Eigenstaatlichkeit erlangen konnte.“
Oh ja, natürlich! Im Gegensatz zur Ukraine hat Russland seine demokratische „Reife“ ja schon 1993 eindrucksvoll unter Beweis gestellt – indem man das eigene Parlament im Zentrum von Moskau einfach mit Panzern zusammenschießen ließ.
Später hat man in Moskau das System schlicht optimiert: Ein ewiger Führer muss her, für den man bei jeder „Wahl“ brav das Kreuzchen machen darf. Und was die Verfassung angeht: Die wird in Russland ja keineswegs mit Füßen getreten – man schneidert sie sich einfach alle paar Jahre maßgerecht zu! Zuerst schiebt man die Machtbefugnisse munter zwischen Premierminister und Präsident hin und her, damit Putin auf einem anderen Stuhl exakt denselben Machtanspruch behält. Und wenn das auch nicht mehr reicht? Dann setzt man die Amtszeiten per Verfassungsänderung kurzerhand auf Null zurück!
Ja, der politische Prozess in der Ukraine war seit 1991 laut, chaotisch und vor allem lebendig. Aber er führte zu echten Regierungswechseln und echten Wahlen, bei denen die Opposition problemlos gewinnen konnte – und bei denen gewählte Präsidenten die Macht regelmäßig mit einem ganz normalen Handschlag an den Nachfolger übergaben.
Das ging genau so lange gut, bis jemand beschloss, – nicht ganz ohne Einflüsterungen aus Moskau – nach belarussisch-russischem Muster mit roher Gewalt „Ordnung zu schaffen“: Potenzielle Rivalen landeten im Gefängnis, Friedensdemonstrationen wurden bis zur Bewusstlosigkeit zusammengeschlagen – und als demonstratives Signal für den endgültigen Wechsel unter das Protektorat des Kremls wurde zuvor noch das EU-Assoziierungsabkommen gekippt, das Janukowitsch der Bevölkerung jahrelang versprochen hatte.
Sie sollten es besser bei der Kurzfassung ihrer Ausführungen belassen, so etwa: Die NATO hat das Recht und alle moralischen Ehrentitel auf ihrer Seite, die Russische Föderation besitzt keinerlei Legitimation, irgenwelche Interessen anzumelden. Das sind unumstößliche Naturgesetzte, wie man mit ein bisschen guten Willen (sprich: Parteilichkeit) leicht einsehen kann.
Die lange Version stellt sich hingegen sehr fragwürdig dar, leicht fallen einem allerlei Inkonsistenzen und unpassende Vergleiche auf, was hier im Forum bereits zigfach dargestellt wurde. Lassen wir es doch bei dem gute, alten rustikalen Kern der Position!
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Eine interessante Interpretation. Nazi-Deutschland und UdSSR als Verbündete Räuber, die sich schließlich über Beute in die Haare kriegen.
Nun muss man sich aber schon etwas darüber wundern, zumal Hitler bereits lange vorher, überhaupt gar kein Geheimnis daraus machte, was er von der Sowjetunion hielt und welche Absichten er im Bezug der Sowjetunion hatte.
In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sowjetunion von Adolf Hitler und der nationalsozialistischen Propaganda als absolutes ideologisches und rassische Feindbild dargestellt. Die Rhetorik war darauf ausgerichtet, einen Vernichtungskrieg und die Eroberung von „Lebensraum“ im Osten psychologisch vorzubereiten. Adolf Hitler sah in der Eroberung von „Lebensraum im Osten“ und in der „Zerschlagung des jüdischen Bolschewismus“ seine wahre „Mission“. In seinem Grundlagenwerk Mein Kampf (1925/26) formulierte Hitler die Kernthesen, die später zur Staatsdoktrin wurden.
Das wichtigste Kernkonstrukt. Hitler behauptete, die russische Revolution sei kein Werk der Russen gewesen, sondern eine jüdische Weltverschwörung. Das Judentum habe sich der russischen Bevölkerung als „Herrenschicht“ bemächtigt. Die slawische Bevölkerung wurde als rassisch minderwertig dargestellt. Laut Hitler sei sie unfähig, einen eigenen Staat zu organisieren. Sie habe ihre staatliche Existenz in der Vergangenheit nur der „germanischen Oberschicht“ (den russischen Zaren) zu verdanken gehabt. Russland wurde nicht als souveräner Staat, sondern als bloßer geografischer Raum dargestellt, der für die „Eroberung von Lebensraum im Osten“ für das deutsche Volk bestimmt sei.
Die Presse, angeführt von NS-Blättern wie dem Völkischen Beobachter und dem Propagandaministerium unter Joseph Goebbels, nutzte gezielte Narrative, um Angst und Abscheu zu schüren. Die Sowjetunion wurde als brutale, barbarische Macht skizziert, die die europäische Kultur vernichten wolle. Die Schlagzeilen stilisierten Deutschland zum „Bollwerk gegen den Bolschewismus“. Berichte über Hungersnöte in der Ukraine oder die stalinistischen Säuberungen der 1930er Jahre wurden exzessiv ausgeschlachtet. Sie dienten als „Beweis“ für die angebliche Grausamkeit und das Chaos der jüdisch-bolschewistischen Führung. Vor allem während des spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) stellte die Propaganda die Sowjetunion als globalen Brandstifter dar, der versuche, Europa in einen kommunistischen Bürgerkrieg zu stürzen.
Wenn Hitler ein Grab hätte, würde er sich wohl darin umdrehen wenn er hörte, dass er sich mit diesen „Barbaren“ und „Untermenschen“ verbündet haben solle.
Die Annahmen, dass Stalin „Mein Kampf“ nicht gelesen hatte und nichts von den Absichten Hitlers mitbekommen hatte (wo doch Nazi-Deutschland von sowjetischen Agenten durchsetzt gewesen ist), und sich auf ein Bündnis mit Hitler einlassen könnte, entbehrt auch einer gewissen Komik.
Was den Hitler-Stalin-Pakt von August 1939 angeht. Dies schloss Hitler auf seine eigene Initiative, rein aus geopolitischen und strategischen Gründen zur Vermeidung eines Zweifrontenkrieges vor dem Überfall auf Polen, während er gleichzeitig bereits das Unternehmen „Barbarossa“ plante. Formal war es kein Bündnis – sondern ein Nichtangriffspakt. Sowjetunion war eines der letzten europäischen Länder welches sich auf ein Nichtangriffspakt mit Nazi-Deutschland einließ. Ebenfalls aus strategischen, rein pragmatischen Gründen. Es war 1939 für die Sowjetunion völlig offensichtlich gewesen, dass der Krieg mit Nazi-Deutschland unvermeidlich gewesen war. Stalin ließ sich darauf ein, weil er sich dadurch versprach etwas Zeit zu gewinnen um die Sowjetunion auf den bevorstehenden Überfall (aus welchem Hitler ja kein Geheimnis machte) vorzubereiten. Stalin machte sich dabei sicherlich keinerlei Illusionen. Er wusste, das würde den unvermeidlichen Krieg mit Hitler, welche die Eroberung des Lebensraums im Osten zur seiner Mission gemacht hatte nicht verhindern und nur ein wenig hinauszögern. Jedoch konnte Stalin es wenigstens vermeiden sich mit Hitler persönlich zu treffen und ihm die Hand zu schütteln. Viele andere europäische Staatschefs trafen sich vorher bereits oft und gerne mit Hitler, schlossen mit ihm Nichtangriffspakte und schüttelten ihm dabei auch die Hand.
Nehmen wir da zum Beispiel das Münchener Abkommen von 1938. Da trafen sich die Regierungschefs Adolf Hitler (NS-Deutschland), Neville Chamberlain (Vereinigtes Königreich), Édouard Daladier (Frankreich) und Benito Mussolini (Italien) in München und beschlossen gemeinsam die Zerschlagung der Tschechoslowakei und stimmten der Annektion Sudetenlands an Nazi-Deutschland zu. Die damalige Regierung der Tschechoslowakei wurde dabei nicht einmal gefragt, geschweige denn eingeladen. Der britische Minister jubelte bei seiner Rückkehr nach Großbritannien, fuchtelte mit dem Abkommen und rief „Ich habe euch Frieden mitgebracht“. Zuvor hatten europäische Regierungschefs Hitler Österreich in den Rachen geworfen und Stalin war übrigens damals der Einzige, wer dagegen protestierte.
Auch die „Hyäne Europas“ Polen (Zitat von Churchill) nutzte die Schwächung seines Nachbarlandes und ergriff die Gelegenheit sich an der „Beute“ zu bedienen und besetzte im Oktober und November 1938 das strategisch und wirtschaftlich wichtige Olsagebiet (Zaolzie).
Moskau erklärte, dass die völkerrechtswidrige Besetzung tschechoslowakischen Territoriums durch Polen als ein Akt unprovozierter Aggression gewertet würde. Die Sowjets drohten explizit damit, den polnisch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1932 einseitig und fristlos für nichtig zu erklären. Dies implizierte auch einen Anspruch auf die Gebiete, welche Polen zuvor nach einem Angriffskrieg gegen die Sowjetunion (1919-1921) einverleibte.
Genau um diese Gebiete ging es im geheimen Zusatzabkommen zu dem Nichtangriffspakt zwischen Sowjetunion und NS-Deutschland. Das sind Gebiete welche Polen nur 20 Jahre vorher von der Sowjetunion geraubt hatte. Hitler wusste, dass wenn er Polen überfällt, dass Stalin nicht zulassen konnte, dass auch diese Gebiete von NS Deutschland besetzt werden würden und die Wehrmacht dann direkt an der Grenze zur Sowjetunion nur 200 Kilometer von der strategisch enorm wichtigen Stadt Minsk stehen würde. Deshalb unterbreitete Hitler das Angebot diese Gebiete nicht anzufassen, für die Zusage Stalins, dass er ihm nicht sofort den Krieg erklärte. Weil Hitler 1939 sich noch nicht in der Lage sah einen Zweifrontenkrieg führen zu können. Stalin musste sich darauf einlassen, um die gefährliche Eskalation zu vermeiden, da auch die Sowjetunion 1939 militärisch schwach gewesen ist.
Den Angriff auf Polen begann NS Deutschland. Die Sowjetunion marschierte mit der Roten Armee erst viel später ein, bereits nachdem die Wehrmacht den ganzen Rest Polens einschließlich der Hauptstadt besetzt hatte, die polnische Regierung bereits ins Exil geflohen war und es keinen organisierten Widerstand mehr seitens der polnischen Armee gab. Polen hatte bis dahin bereits de facto aufgehört zu existieren. Und dann erst marschierte die Rote Armee ein und besetzte die Gebiete, die nur 20 Jahre vorher sowjetische Gebiete waren und keinen Millimeter mehr. Der Widerstand hielt sich dabei in engen Grenzen. Die polnische Armee wurde bereits komplett durch die Wehrmacht aufgerieben, es gab nur nur vereinzelnde isolierte Widerstandsnester der nach osten getriebener Splitter der zerschlagenen ehemaligen polnischen Armee, die aber bereits über kein Oberkommando mehr verfügten.
Deshalb das jetzt als ein Räuberbündnis darzustellen, welches sich über Beute in die Haare bekommt ist schon ganz schön an den Haaren herbeigezogen.
Aber wo wir wirklich von einer engen Kooperation sprechen können, dann muss die Organisation der ukrainischen Nationalisten OUN, sowie ihr militärischer Arm UPA und ihre Anführer Jewhen Konowalez, Andrij Melnyk, Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch erwähnt werden, welche Heute in der modernen Ukraine zu Vätern der Nation erhoben und auf ein Podest der Ehre gestellt werden. Die standen geistig und ideologisch dem NS-Deutschland sehr nahe und kooperierten mit NS-Deutschland. Beteiligten sich unter anderem am Holocaust und kämpften auf Seiten NS-Deutschlands gegen die Rote Armee.
Der Name Stepan Bandera z.b. und seine Rolle tauchten in den Beweisakten und Protokollen bei Nürnberger Prozessen auf, insbesondere durch die schriftlich eingereichte Zeugenaussage eines hochrangigen deutschen Geheimdienstoffiziers Erwin Stolze, einem ehemaligen Oberst der Wehrmacht und stellvertretenden Leiter der Abteilung II des deutschen Militärgeheimdienstes Abwehr. Stolze charakterisierte Bandera in seinen Aufzeichnungen und Vernehmungen in scharfen, pragmatischen Worten. Er bezeichnete Bandera persönlich als einen „Karrieristen, Fanatiker und Banditen“. Der deutsche Geheimdienst nutzte ihn laut Stolze primär als Werkzeug für die eigenen strategischen Ziele. Bandera wurde als eine Person wahrgenommen, die zwar ideologisch extrem getrieben, aber aufgrund ihrer Radikalität und Eigeninteressen für die deutsche Führung schwer zu kontrollieren war. Aus den Nürnberger Dokumenten ging hervor, dass die deutsche Militärspionage Bandera als wichtigen Akteur für verdeckte Operationen einstufte. Stolze sagte aus, dass er persönlich Anweisungen an die Führer der ukrainischen Nationalisten Andrij Melnyk und Stepan Bandera gegeben hatte. Banderas Aufgabe bestand darin, unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Hinterland der Roten Armee Sabotageakte, Demonstrationen und Unruhen zu provozieren.
– „Das wichtigste Kernkonstrukt. Hitler behauptete, die russische Revolution sei kein Werk der Russen gewesen, sondern eine jüdische Weltverschwörung […] Die slawische Bevölkerung wurde als rassisch minderwertig dargestellt. Laut Hitler sei sie unfähig, einen eigenen Staat zu organisieren. Sie habe ihre staatliche Existenz in der Vergangenheit nur der ‚germanischen Oberschicht‘ (den russischen Zaren) zu verdanken gehabt…“
Ach, das ist doch das Schöne daran: Mit ein paar kleinen Anpassungen kann man Hitlers Logik 1:1 über die heutige Kreml-Propaganda legen! Die Parallelen sind so verblüffend, dass sie einem förmlich ins Auge springen:
„Die Ukrainer können im Grunde gar keinen eigenen Staat aufbauen, ihre ganze Blütezeit verdanken sie nur den russischen Zaren (die größtenteils ethnische Deutsche waren) oder den sowjetischen Generalsekretären, und überhaupt ist dieser ganze Staat nur eine Verschwörung des Westens…“
Klingt erschreckend vertraut, oder? Es ist schon eine besondere Pointe der Geschichte, wie nahtlos die Argumente des modernen russischen Großmacht-Chauvinismus mit den alten Textbüchern von damals harmonieren. Und genau so etwas lesen wir hier ja pausenlos – sei es in den Kommentaren oder sogar in den Texten der Autoren.
– „Es war 1939 für die Sowjetunion völlig offensichtlich gewesen, dass der Krieg mit Nazi-Deutschland unvermeidlich gewesen war. Stalin ließ sich darauf ein, weil er sich dadurch versprach etwas Zeit zu gewinnen um die Sowjetunion auf den bevorstehenden Überfall […] vorzubereiten…“
BINGO! Ertappt!
Merken Sie eigentlich, worin Sie selbt gerade selbst verstrickt hast? „Zeit gewinnen für den unvermeidlichen Krieg“ – ist das nicht haargenau das, was westliche Putinversteher Angela Merkel wegen der Minsker Abkommen seit Jahren als „schändlichen Verrat“ und „hinterhältige Täuschung“ vorwerft?
Wenn Stalin 1939 einen Pakt schließt, um Zeit zur Aufrüstung zu gewinnen, ist das für sie „geniale, weitsichtige Staatskunst“. Wenn der Westen und die Ukraine Zeit gewinnen, um eine Verteidigung aufzubauen – „Wortbruch!“.
Die Analogien sind in der Tat köstlich: Hitler war 1941 genauso wütend über den unerwarteten Widerstand wie Putin 2022, als sein 3-Tage-Trip nach Kiew an einer vorbereiteten Defensive scheiterte.
-„Der britische Minister jubelte bei seiner Rückkehr nach Großbritannien, fuchtelte mit dem Abkommen und rief ‚Ich habe euch Frieden mitgebracht‘.“
Danke übrigens für die Erinnerung an Chamberlain! Das ist nämlich genau der Grund, warum europäische Politiker heute eben nicht mehr auf genau dieselbe Masche hereinfallen und gebetsmühlenartig rufen: „Gebt Putin einfach, was er will, und alles wird wieder gut!“
Das Münchner Abkommen von 1938 hat der Welt eines unmissverständlich beigebracht: Einem aggressiven Imperialisten Landstriche auf einem Silbertablett zu servieren, bringt keinen Frieden, sondern macht seinen Appetit nur noch größer. Wenigstens haben die europäischen Regierungen heute aus dieser bitteren Lektion gelernt – im Gegensatz zu denjenigen, die Chamberlain heute haargenau kopieren wollen.
– „Deshalb das jetzt als ein Räuberbündnis darzustellen, welches sich über Beute in die Haare bekommt ist schon ganz schön an den Haaren herbeigezogen.“
An den Haaren herbeigezogen? Das war ein militärisch koordinierter Doppelangriff auf Polen mit klarer Aufteilung, wer welches Gebiet besetzt – um es im Polizeijargon zu sagen: eine Tat „nach vorheriger Absprache“! Hinzu kam die massive wirtschaftliche Zusammenarbeit, die die Nazi-Kriegsmaschinerie in den ersten beiden Kriegsjahren überhaupt erst mit Treibstoff, Metall und Getreide fütterte.
Sogar bei der Beute hat Stalin die Nazis hintergangen: Litauen war im ursprünglichen Geheimabkommen Deutschland zugeschlagen worden, bevor Moskau es sich einfach schnappte. Das ist so, als ob die USA schriftlich die Ukraine als „russische Einflusszone“ anerkennen – und sie im nächsten Jahr einfach selbst annektieren!
Und wo war eigentlich die sowjetische Vertragstreue beim Friedensvertrag von Brest-Litowsk? Den hat Sowjetrussland genau in dem Moment auf den Müll geworfen, als Deutschland den Ersten Weltkrieg verlor. Stellt euch vor, die Nazis hätten 1939 einfach die alten Verträge aus den Archiven geholt, sich selbst zum „Rechtsnachfolger des Deutschen Kaiserreiches“ erklärt – haargenau so, wie sich das heutige Russland als einziger Rechtsnachfolger der UdSSR aufplustert – und gefragt: „Wo bleiben eigentlich unsere noch nicht gezahlten Reparationen? Und was ist mit der Unabhängigkeit der Ukraine und des Baltikums? Hier sind eure Unterschriften!“
Um eines ganz klarzustellen: Das soll hier absolut keineswegs die Nazis rechtfertigen – keinesfalls! Es zeigt aber eindringlich, wie vollkommen absurd die Anekdoten über angebliche „mündliche Versprechen an Gorbatschow“ (die er selbst mehrfach öffentlich dementiert hat!) klingen. Während man heute wegen angeblicher Wortbrüche herumheult, hat die UdSSR vor dem Zweiten Weltkrieg nachweislich fundamentale bilaterale Verträge mit Polen, Deutschland und den baltischen Staaten eiskalt gebrochen – bis ihr diese Praxis 1941 selbst auf die Füße fie
Über die Komintern und ihre weltweit gesteuerten Putschversuche aus Moskau – nicht zuletzt auch in Deutschland – könnte man ohnehin ganze Bände schreiben. Da sieht die CIA daneben wie ein Amateurverein aus.
„Aus den Nürnberger Dokumenten ging hervor, dass die deutsche Militärspionage Bandera als wichtigen Akteur für verdeckte Operationen einstufte. Stolze sagte aus, dass er persönlich Anweisungen an die Führer der ukrainischen Nationalisten Andrij Melnyk und Stepan Bandera gegeben hatte. Banderas Aufgabe bestand darin, unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Hinterland der Roten Armee Sabotageakte, Demonstrationen und Unruhen zu provozieren…“
Diese sogenannte „Kooperation“ dauerte allerdings genau so lange, bis Bandera am 30. Juni 1941 eigenmächtig versuchte, einen unabhängigen ukrainischen Staat auszurufen. Daraufhin landete er umgehend im KZ Sachsenhausen (im Zellenbau für politische Häftlinge) und seine beiden Brüder wurden von den SS-Schergen in Auschwitz ermordet. So viel zur angeblich „engen Partnerschaft“.
Bandera handelte nach dem schlichten – und im Nachhinein fatalen – Prinzip: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Warum hätte er auch Polen oder der UdSSR die Treue halten sollen, die er beide als Okkupanten ukrainischen Territoriums sah? Dass Geheimdienste im Krieg radikale Kräfte für Sabotage einzusetzen versuchen, ist ein alter Hut der Kriegsführung – das hat die Sowjetunion mit ausländischen Kommunisten genauso gemacht.
In den 1930er und 1940er Jahren saßen sie alle mit Hitler am Tisch, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen – Chamberlain, Daladier und allen voran Molotow. Alle haben gravierende Fehler gemacht, alle haben Schuld auf sich geladen und alle lagen mit ihren Einschätzungen gewaltig daneben. Aber hellseherisches politisches Weitblick-Vermögen und unfehlbare Moral wird heute komischerweise nur von Bandera verlangt.
Was die Nürnberger Dokumente betrifft: Falls Sie da noch andere Quellen oder Belege haben, teilen Sie diese gerne. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand tauchen die „Bandera Leute“ in den Nürnberger Akten im Grunde nur an einer entscheidenden Stelle im Detail auf – nämlich im Befehl des Einsatzkommandos C/5 der Sicherheitspolizei vom 25. November 1941 (Nürnberger Dokument 014-USSR / Vol. XXXIX). Darin wird explizit angewiesen, die Anhänger der Bandera-Bewegung zu suchen, festzunehmen und zu liquidieren, da sie einen Aufstand zur Schaffung eines unabhängigen ukrainischen Staates vorbereiteten. Nach Ihrer eigenen Logik macht das die Bandera also keineswegs zu „größeren Kollaborateuren“ als die UdSSR: Die Nazis nutzten situative Bündnisse mit beiden pragmatisch aus, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen – tief im Inneren verachteten sie jedoch beide und bekämpften sie, sobald sie ihren eigenen Plänen im Weg standen
Wir haben ja unsere Diskussion damit begonnen, dass du eine Art Räuberbündnis zwischen Sowjetunion und NS-Deutschlands konstruieren wolltest. Die Absicht dahinter ist durchschaubar. Sie zielt darauf ab ein Gleichheitszeichen zwischen Sowjetunion und Nazudeutschland zu setzen.
Ich habe Punkte benannt, weshalb eine solche Konstruktion nicht tragfähig ist. Nochmal die wichtigsten Argumente: Hitler verachtete die Sowjets und Stalin persönlich wie kaum einen anderen und stellte durch die Formulierung „judischer Bolschewismus“ die Völker der Sowjetunion auf seiner rassistischen Skala von „Untermenschen“ auf die gleiche Stufe mit den Juden. Die NS Propaganda wie auch das politische Manifest von Adolf Hitler in „Mein Kampf“, war durchsetzt gewesen mit der Dämonisierung der Sowjetunion. Hitler spielte nicht einfach nur mit dem Gedanken die Sowjetunion zu überfallen, er machte diese Idee zum Kern seiner Außenpolitik – zu seiner persönlichen „Mission“ (wörtlich aus Mein Kampf). Und zwar lange bevor er überhaupt Reichskanzler wurde. Er machte daraus kein Geheimnis, die Eroberung des Lebensraumes im Osten (Bodenpolitik) war der zentrale Eckpfeiler seines Programms. Der Überfall auf die Sowjetunion war sein eigentliches Ziel, nicht Polen. Polen lag einfach auf dem Weg nach Moskau.
Es ist schlicht undenkbar, dass Hitler sich auf einen „koordinierten Doppelangriff“, geschweige denn auf ein Bündnis ausgerechnet mit Stalin einlassen könnte. Ebenso ist es undenkbar, dass Stalin sich auf ein Bündnis ausgerechnet mit Hitler einlassen könnte, wo es doch Niemanden auf der Welt entgangen ist was Hitler vorhatte. Stand Alles in „Mein Kampf“, was in den 30ger Jahren übrigens ein Bestseller nicht nur in Deutschland gewesen ist. Das mit dem Bündnis gegen Polen ist schlicht an den Haaren herbeigezogen. Das ist einfach ein Versuch Stalin irgendwie an Hitler dranzuklatschen.
Nun versuchst du es anders und konstruierst Parallelen zwischen der Politik des damaligen NS Deutschlands im Bezug auf die Sowjetunion und der heutigen Politik Russlands im Bezug auf die Ukraine. Auch diese Konstruktionen scheitern an den erheblichen Unterschieden.
Den s.g. „Drang nach Osten“ oder auch die „Eroberung des Lebensraumes im Osten“ begründete Hitler mit der vermeintlichen Notwendigkeit zur Expansion. Deutschland sei überbevölkert argumentierte Hitler, und sei nach dem ersten Weltkrieg von den Siegermächten gefesselt worden, so dass es nicht in der Lage sei mit den europäischen Kolonialmächten Großbritannien und Frankreich um Übersee-Kolonien zu buhlen. Es würde in Folge auf Dauer schlicht verhungern (das sei der große Plan der Juden) und der einzige Ausweg sei ein Ausbruch in eine völlig neue Art alternativer Außenpolitik. Abkehr von Expansion durch Kolonisierung in Übersee und hin zu einer neuen s.g. „Bodenpolitik“, also Ausbruch und Landexpansion nach Osten, zwecks der Sicherung eines neuen Lebensraums für die wachsende Deutsche Bevölkerung und deren Ernährung und Versorgung durch Eroberung von fruchtbaren Böden der Ukraine und Weißrusslands sowie Bodenschatzreiche Gebiete im Kaukasus und dem Süden Russlands. Die Bevölkerung der Sowjetunion sollte dabei teils vernichtet, teils versklavt und teils über den Ural vertrieben werden. Das war der große Plan und das Hauptziel Hitlers gewesen worüber er ganze zwei Bücher geschrieben hatte, lange bevor er überhaupt Reichskanzler wurde, und nicht etwa Polen. Polen an sich war für Hitler von einem viel geringerem Interesse.
Und das heutige Russland ist das größte Land der Welt, dass sich über 11 Zeitzonen erstreckt mit relativ geringer Bevölkerungsdichte. Der größte Teil davon ist nur wenig erschlossen. Es gibt in Russland Gegenden da kann man 100 Kilometer durch die Wildnis der Taiga laufen ohne auf Hinweise auf eine Zivilisation zu stoßen. An Land mangelt es jedenfalls nicht und von einer Überbevölkerung und der damit begründeten Notwendigkeit zur Landexpansion und Eroberung eines Lebensraumes kann überhaupt keine Rede sein. Auch ist Russland reich an Bodenschätzen und fruchtbaren Böden und braucht daher auch nicht irgendjemanden deswegen zu überfallen um seine Bevölkerung zu ernähren oder zu versorgen. Die Motive sind also auf jeden Fall ganz andere und der Versuch Parallelen mit der Politik von NS Deutschland herzustellen scheitert schon daran.
Putin hat jedenfalls auch nicht so etwas wie „Mein Kampf“ verfasst, indem er die Notwendigkeit einer Expansion oder gar Eroberung der Ukraine begründete und die Vernichtung, Versklavung und Vertreibung seiner Bevölkerung in Aussicht stellte. Putin hatte zu keinem Zeitpunkt Ukrainer als Solche dämonisiert. Im Gegenteil er betont stets, dass Russen und Ukrainer im Grunde das Selbe Volk seien. Oder zu mindestens gemeinsame Wurzeln haben.
Zitat Putin Oktober 2022
„Russland begegnet dem ukrainischen Volk, seiner Kultur und seiner Sprache stets mit großem Respekt“
Wäre es überhaupt denkbar, dass Hitler so etwas über Russen sagen könnte? Wohl kaum. Es gibt zahlreiche Zitate von Putin, die in eine ähnliche Richtung gehen. Überhaupt, hat sich Putin nie erlaubt auch nur ein schlechtes Wort über Ukrainer als Solche zu sagen.
Putin macht also vor Allem nicht eine rassenidiologische Trennung wie bei Hitler (Herrenrasse / Untermensch). Der Versuch Parallelen zwischen der Politik von NS Deutschland und dem heutigen Russland zu ziehen zerbricht also auch auf dieser Ebene. Der Konflikt, seine Ursachen, und Motive sind also ganz klar andere als bei Hitler.
Nun noch ein Paar Worte zu Bandera und „Feind meines Feindes ist mein Freund“.
Natürlich war Bandera etwas naiv, wenn er ernsthaft glaubte die Kooperation mit Nazi-Deutschland nach dieser Formel würde eine Aussicht auf die Realisierung der unabhängigen Ukraine mit sich bringen. Offenbar hat er „Mein Kampf“ im Gegensatz zu Stalin nicht gelesen. Denn eine unabhängige Ukraine entsprach nie Hitlers Plänen. In Hitlers Vision war die Ukraine ein Teil Groß-Germaniens, welches von Deutschen bevölkert werden sollte. Und die Ukrainer sollten genauso wie alle anderen Völker der Sowjetunion größtenteils vernichtet oder versklavt werden. Eine nationale Bewegung war in seinen Plänen nicht mehr als ein Instrument. Das verstand Bandera offenbar nicht, weshalb er so bescheuert gewesen ist sich von der Leine zu reißen, weshalb man ihn dann kurzer Hand in einem KZ isolierte. Allerdings, kam er dahin nicht um wie die Meisten andere Häftlinge vernichtet zu werden. Er genoss dort eine Vorzugsbehandlung, musste da nicht sonderlich leiden. Lebte getrennt von anderen Häftlingen und hatte großzügige Privilegien. Das Nazi Regime konnte ihn vielleicht noch gut gebrauchen. Man wollte ihn umerziehen, zum Sklaven machen, nicht vernichten.
Die direkte Kooperation mit Nazideutschland bleibt dennoch nicht abstreitbar. Bandera war ganz offiziel ein Agent des Deutschen Militärgeheimdienstes „Abwehr“, spielte dabei eine wichtige Rolle und folgte deren Anweisungen. Das wurde bei Nürnberger Prozessen durch Aussagen hochrangiger Abwehr-Offiziere bestätigt. Zu mindestens bis zu dem Punkt wo er Aufgrund seiner Fehleinschätzungen was seine eigene Rolle betrifft in Ungnade fiel, kooperierte er und war ein Instrument Nazi-Deutschlands. Das ist Fakt.
Mein Punkt ist aber: Banderas Bewegung stand ideologisch dem Deutschen Nationalsozialismus schon sehr nahe. Im Grunde teilte der ukrainische Nationalismus die rassistischen Kernideen vom sozialdarwinistischen Kampf der Rassen um ihren Platz an der Sonne mit dem deutschen Nationalsozialismus. Wir finden dort auch einen Führerkult um Bandera sowie einen ausgeprägten Antisemitismus, Antibolschewismus, sowie Antipolonismus. Unter anderem daraus leitete Bandera das Recht für Massaker an Polen, Juden und sogar andersdenkenden Ukrainern ab. Von daher, dass er andere Ziele im Sinn hatte, die mit den Plänen Hitlers nicht zusammenpassten, macht ihn auch nicht weniger nazistisch oder spricht ihn von Verbrechen die er im Namen der Nation begangen hatte frei.
„Diese sogenannte „Kooperation“ dauerte allerdings genau so lange, bis Bandera am 30. Juni 1941 eigenmächtig versuchte, einen unabhängigen ukrainischen Staat auszurufen. Daraufhin landete er umgehend im KZ Sachsenhausen (im Zellenbau für politische Häftlinge) und seine beiden Brüder wurden von den SS-Schergen in Auschwitz ermordet. So viel zur angeblich „engen Partnerschaft“.“
Der bpb zufolge hat Jaroslav Stezko die Gründung der Ukraine am 30. Juni 1941 ausgerufen und nicht Bandera.
Und was man so lesen darf, ist, dass die Bandera OUN bis 1943 auf eigene Faust oder mit den Nazis Massenverbrechen begangen hat. Wie zwei Räuberbanden, die sich um die Beute streiten und erst ab 1943/44, als die Niederlage der Nazis absehbar war, hat man dann als UPA Jagd auf die Polen gemacht und sich offen gegen die Deutschen gewandt.
https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-270/509748/analyse-stepan-bandera-geschichte-erinnerung-und-propaganda/
Interessante Ausführungen…..,
mit zu beachten und zu erwähnen wäre m.M.n. die geheimgehaltene Kooperation der deutschen Reichswehr mit der Roten-Armee im Bereich der Waffenentwicklung zwischen 1923 und 1933.
Aber ja, FrühstUcksflocke bitte mal Geschichte recherchieren. Lenin war 1. ein vom Westen gepushter Mann (Deutschland wollte durch seine Revolution die Ostfront entlasten und Finanzkreise konnten mit Lenins (vorveröffentlichter) verfälschter Variante der Marxschen Ideen gleichzeitig Russland destabilisieren und den Sozialismus als blutiges Monster präsentieren (Pressekampagne First Red Scare in den USA).
Es ging im Oktober 1917 kaum noch um Zarenherrschaft. Die FEBRUARREVOLUTION 1917 hatte demokratischen Kräften zu starkem Einfluss verholfen, während der Zar Macht abgegeben hatte. Lenin hat nicht die Zarenherrschaft beseitigt, sondern eine demokratische Entwicklung abgewürgt. Sein Bürgerkrieg NACH der Revolution gegen die demokratischen Kräfte hat etwa 9 Mio. Menschleben gefordert!
Vielen Dank für das Überbringen dieser für uns West-Europäer unangenehmen
Nachrichten:
Ja, der russischen Präsident ist eher im gemäßigten Lager.
Ja, die Ignoranz ist in West-Europa Staatsräson.
Ja, Bigotterie und Selbstüberschätzung gehören ebenfalls dazu.
Einige haben verstanden. Andere nicht.
Und ja, virale Unterwanderung hier im Forum ist vorhanden. 🤡
Ja?! Echt? Wer? Hier im Forum gibt es doch nur Fakten, äehm, fundierte Meinungen … fingierte Ansichten … oder fiktive Geschichte(n)..?
Aber wenn’s »viral« ist, kann ich mich bestimmt impfen, oder?
„Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.“
Offensichtlich hat der Autor auch nichts von dem superlangen Tisch von Putin mit bekommen an dem Gespräche stattgefunden haben und auch das Paper was Putin-Russland an die NATO als Ouvertüre für die Spezialoperation geschickt hat scheint der Autor auch nicht zu kennen.
https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-263/520958/dokumentation-diplomatische-gespraeche-im-vorfeld-des-krieges/
https://en.wikipedia.org/wiki/2021_Russian_ultimatum_to_NATO
Wenn man an den langen Tisch darauf besteht die Ukraine in die NATO zu führen und auf der Krim NATO- Stützpunkte zu errichten sind dies keine Gespräche, es ist der Austausch von Positionen, die man beabsichtigt nicht zu ändern. Mich würde mehr interessieren welche Waffen die Engländer mit Flugzeugen zwei Tage vor dem russischen Kriegsbeitritt in die Ukraine flogen und warum Deutschland strikt den Überflug verbot. Waren dies eventuell Atomwaffen, oder nur eine geschickte Kriegslist um Russland zum sofortigen Handeln zu drängen?
„Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“
Wenn das mal nicht zur eigenen Mythenbildung beiträgt, dann weiß ich auch nicht.
„erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte.“
Alle Russen blicken aber nur ein Zar denkt und lenkt. Da hätte der Rest auch liegen bleiben können.
Das Verbindente sind also die Abwehr der asiatischen Reitervölker. Was kommt als nächstes? Da war doch noch was mit dem gemeinsamen Ursprung in Ostafrika.
Da bleibt echt kein Propagandaauge mehr trocken.
„Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“
Freie Journalisten gibt’s auch noch, „Freie Journalisten“, das ist wie „freie Ärzte“, also Kurpfuscher, die sich ohne Zulassung illegal betätigen bis sie auffleigen. „Freie Journalisten“, das ist wie „freie Ingenieure“, die in ihrer Bewerbungsmappe gefälschte Uni-Abschlüsse einreichen, dann aber früher oder später doch auffliegen.
Schade, dass Sie nicht mitbekommen haben, dass der Schwerpunkt des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen auf der Nazizeit liegt und dass ein so fürchterlich in die falsche Richtung führendes Ereignis wie der Krimkrieg (1853-56) mehr oder weniger unter den Teppich gekehrt wird. In den Mainstream-Medien wird diese Einseitigkeit noch einmal überhöht angeboten.
Aber selbst im deutschen Schwerpunkthema 1933-1945 spielt der Tod von über 20 Mio. Menschen in der Sowjetunion eine höchstens marginale Rolle. Genauso wie in Ihrem Kommentar fehlt da jedes Gespür für europäische Solidarität. Wenn Sie wenigstens Reste davon antreffen wollen, sehen Sie sich die neu entstandenen Nationen in den USA, Australien, Kanada usw. an, in denen europäische Einwanderer aufgrund ihrer KULTURELLEN Kompatibilität binnen zwei oder drei Generationen eine gemeinsame neue Identität angenommen haben. Der kleinstaatliche Nationalismus (bis Faschismus) in der Ukraine ist rückschrittlich und primitiv russophob. Die Geschichte hat doch eigentlich hinreichend deutlich gezeigt, wohin Militarismus (siehe NATO-Erweiterung) und polarisierender Nationalismus führen.
Schade, dass Sie nicht mitbekommen haben, dass der Schwerpunkt des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen auf der Nazizeit liegt und dass ein so fürchterlich in die falsche Richtung führendes Ereignis wie der Krimkrieg (1853-56) mehr oder weniger unter den Teppich gekehrt wird. In den Mainstream-Medien wird diese Einseitigkeit noch einmal überhöht angeboten.
Aber selbst im deutschen Schwerpunkthema 1933-1945 spielt der Tod von über 20 Mio. Menschen in der Sowjetunion eine höchstens marginale Rolle. Genauso wie in Ihrem Kommentar fehlt da jedes Gespür für europäische Solidarität. Wenn Sie wenigstens Reste davon antreffen wollen, sehen Sie sich die neu entstandenen Nationen in den USA, Australien, Kanada usw. an, in denen europäische Einwanderer aufgrund ihrer KULTURELLEN Kompatibilität binnen zwei oder drei Generationen eine gemeinsame neue Identität angenommen haben. Der kleinstaatliche Nationalismus (bis Faschismus) in der Ukraine ist rückschrittlich und primitiv russophob. Die Geschichte hat doch eigentlich hinreichend deutlich gezeigt, wohin Militarismus (siehe NATO-Erweiterung) und polarisierender Nationalismus führen.
Der Autor geht doch viel zu weit, und das offensichtliche wird gar nicht erst erwähnt:
Erstens führt die NATO ziemlich offen einen Luftkrieg gegen Russland. Ohne westliche Waffen, westliche Satelliten und Unmengen von Geld könnte die Ukraine gar nichts tun. Außer Steine über die Grenze schmeißen. (Mit „Schlafwandeln“ hat das übrigens nichts zu tun! Man bombardiert Moskau nicht „im Schlaf“.)
Zweitens wird dieser Luftkrieg durchaus gezeigt – Bilder von brennenden Raffinerien, Lagern etc. werden als „ukrainische Erfolge“ gefeiert. Gleichzeitig darf – betreutes Denken! – nicht gesagt werden, daß „unsere Jungs“ dort Krieg führen. Es ist den Medien doch offensichtlich nicht gestattet, hier „eins und eins zusammenzuzählen“.
Warum macht man diesen Zirkus?
Offenbar möchte man den erwarteten/erhofften russischen Gegenschlag als „überraschenden unprovozierten Angriff“ verkaufen.
Warum? Das wäre das Thema …
Ein Krieg der Nato gegen Russland, was noch vor 5 Jahren unvorstellbar schien, erscheint heute unabwendbar.
Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.
Dazu kommt, dass die gleichgeschalteten Main-Stream-Medien nicht nur ausschließlich Meldungen die aus der Ukraine kommen verbreiten, sondern dass die EU versucht durch immer mehr Druck auf unliebsame alternative Medien, alternative Meldungen zum Schweigen zu bringen. (Dafür können genügend Beispiele gebracht werden.)
Dazu kommt, dass der Abbau von Sozial-Leistungen immer mehr als alternativlos dargestellt werden, während die Gelder für die Ukraine und für Rüstung unbegrenzt erscheinen und dass heute weit und breit kein Politiker aus Europa wie Jeremy Corbyn oder Sahra Wagenknecht in Sicht ist, die ehrlich an einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert sind.
„Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“
Erst hat der Westen mit Umsicht und Scheinheiligkeit in der Ukraine einen Krieg angezettelt, dann haben sich westliche Politiker die Haare zu Berge toupieren lassen, sich vor den Kameras über den furchtbaren „russischen Angriffs-und Vernichtungskrieg“ entsetzt und nun verlängern sie den Krieg zum Schaden der armen in den Krieg gepressten Ukrainer, wo es nur geht.
Welches Wertefundament liegt diesen Handlungen zu Grunde? Und warum sollte man es verteidigen?
Es erscheint jedem rational denkenden Menschen als sehr dumm, dass der Krieg mit europäischen Waffen, das sind auch solche, die von den Amerikanern gekauft wurden, nach Russland hineingetragen wird. Mit russischen Gegenschlägen ist zu rechnen, wenn auch nicht atomar. Es kommt mir vor, als seien solche Angriffe geradezu erwünscht, zumindest von Deutschland.
Die BRD hat zwei Feinde, einen äußeren und einen inneren, nämlich Russland und AfD. Der Ukrainekrieg richtet sich gegen beide, denn in dem Fall, dass irgendwo in Deutschland eine russische Bombe auf einer deutschen Rüstungsfirma niedergeht, wird der Verteidigungsfall ausgerufen, in dem Wahlen ausgesetzt werden, wodurch die „Machtergreifung“ der AfD verhindert wird. Ein Verbot der AfD ist dann nicht mehr ausgeschlossen. Der Verteidigungsfall besteht so lange, bis Russland kapituliert + sechs Monate darüber hinaus. Das kann verdamp lang dore, nit?
(Gerade fällt mir ein, dass die Linke und das BSW nach einem AfD Verbot auch nicht mehr gebraucht werden. Ein Großreinemachen wäre auch möglich.)
„Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“
( Willy Brandt, 3. November 1981 )
Es ist anschließend niemand mehr existent, der sich darüber, wer schuld ist,
oder angefangen hat, Gedanken machen könnte.
Bis dahin hat der mit der Knarre in der Hand immer recht.
Ein Krieg der Nato gegen Russland, was noch vor 5 Jahren unvorstellbar schien, erscheint heute unabwendbar.
Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.
Dem möchte ich ganz entschieden widersprechen, denn wenn dem so wäre, müssten die von Ihnen Aufgezählten mit einer derart eingeschränkten mentalen Erkenntnisfähigkeit bedacht worden sein, dass von einer pathologischen Idiotie gesprochen werden müsste.
Die Analogie zur Kuba Krise 1962 erschliesst sich Jedem von normaler Intelligenz, wenngleich der Abstand Kuba Washington 1900 km sind, die zwischen Ukraine Moskau nur 400km, was die Reaktionszeit nur verkürzt und die Gefahr vergrössert.
Merkel nannte bereits 2008 die Einladung der Ukraine in die NATO eine „Kriegserklärung“ für Putin und Burn’s entsetzter Brandbrief „Njiet means Njiet“ unterstrich unmissverständlich ihre Einschätzung. Also, Sie wussten, was sie tun und taten es dennoch!
Wer es bis dahin dennnoch nicht verstanden hat, konnte dann am 7. Dez. 23 den scheidende NATO-Generalsekreatär Stoltenberg einfach zuhören, der sich vor dem EU-Parlament ehrlich machte:
„Der Hintergrund war, dass Präsident Putin […] einen Vertragsentwurf schickte, […] Er wollte, dass wir dieses Versprechen unterschreiben, die NATO niemals zu erweitern. […] Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um zu verhindern, dass die NATO, noch mehr NATO, an seine Grenzen rückt. “
Also, dass die NATO-Osterweiterung zumindest einer der Kriegsgründe war, dürfte den von Ihnen Aufgezählten durchaus bekannnt gewesen sein.
q.e.d.
Auch die Gefahr einer nuklearen Eskalation dürfte Ihnen durchaus bekannt sein. Bereits im Herbst 2022, als Russland militärisch kurz unter Druck geriet, sah die CIA eine 50:50 Chance für den Einsatz taktischer Nuklearwaffen und Biden verschiffte eilig ABC Ausrüstung in die Ukraine. (s. NY-Times 7. März 24 in „THE BRINK“). Rolf Mützenich (SPD) hat dies auch im Parlament thematisiert, wenngleich er für seine Ehrlichkeit abgestraft wurde, denn dem offiziellen Regierungs-Narrativ, die durchaus reale nukleare Gefahr als „Bluff“ zu negieren. darf natürlich nicht widersprochen werden.
Also, die von Ihnen aufgezählten Politiker wissen, dass sie mit dem Leben von 80Millionen Bundesbürgern pokern, die sie aber offenkundig für andere Interessen billigend zu opfern bereit sind. Der Amtseid „…Schaden vom Deutschen Volke abzuwehren ….“ ist Anbetracht dessen nur wenig geeignet, die Deutsche Politik noch zu erklären.
Wer kann, der warte nicht, dass sich wie in der Ukraine die Grenzen schliessen, sondern fliehe aus diesem Land vor 2029!
Dem möchte ich ganz entschieden widersprechen, denn wenn dem so wäre, müssten die von Ihnen Aufgezählten mit einer derart eingeschränkten mentalen Erkenntnisfähigkeit bedacht worden sein, dass von einer pathologischen Idiotie gesprochen werden müsste.
Die Analogie zur Kuba Krise 1962 erschliesst sich Jedem von normaler Intelligenz, wenngleich der Abstand Kuba Washington 1900 km sind, die zwischen Ukraine Moskau nur 400km, was die Reaktionszeit nur verkürzt und die Gefahr vergrössert.
Merkel nannte bereits 2008 die Einladung der Ukraine in die NATO eine „Kriegserklärung“ für Putin und Burn’s entsetzter Brandbrief „Njiet means Njiet“ unterstrich unmissverständlich ihre Einschätzung. Also, Sie wussten, was sie tun und taten es dennoch!
Wer es bis dahin dennoch nicht verstanden hat, konnte dann am 7. Dez. 23 den scheidende NATO-Generalsekreatär Stoltenberg einfach zuhören, der sich vor dem EU-Parlament ehrlich machte:
„Der Hintergrund war, dass Präsident Putin […] einen Vertragsentwurf schickte, […] Er wollte, dass wir dieses Versprechen unterschreiben, die NATO niemals zu erweitern. […] Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um zu verhindern, dass die NATO, noch mehr NATO, an seine Grenzen rückt. “
Also, dass die NATO-Osterweiterung zumindest einer der Kriegsgründe war, dürfte den von Ihnen Aufgezählten durchaus bekannnt gewesen sein.
q.e.d.
Auch die Gefahr einer nuklearen Eskalation dürfte Ihnen durchaus bekannt sein. Bereits im Herbst 2022, als Russland militärisch kurz unter Druck geriet, sah die CIA eine 50:50 Chance für den Einsatz taktischer Nuklearwaffen und Biden verschiffte eilig ABC Ausrüstung in die Ukraine. (s. NY-Times 7. März 24 in „THE BRINK“). Rolf Mützenich (SPD) hat dies auch im Parlament thematisiert, wenngleich er für seine Ehrlichkeit abgestraft wurde, denn dem offiziellen Regierungs-Narrativ, die durchaus reale nukleare Gefahr als „Bluff“ zu negieren. darf natürlich nicht widersprochen werden.
Also, die von Ihnen aufgezählten Politiker wissen, dass sie mit dem Leben von 80Millionen Bundesbürgern pokern, die sie aber offenkundig für andere Interessen billigend zu opfern bereit sind. Der Amtseid „…Schaden vom Deutschen Volke abzuwehren ….“ ist Anbetracht dessen nur wenig geeignet, die Deutsche Politik noch zu erklären.
Dazu kommt, dass die gleichgeschalteten Main-Stream-Medien nicht nur ausschließlich Meldungen die aus der Ukraine kommen verbreiten, sondern dass die EU versucht durch immer mehr Druck auf unliebsame alternative Medien, alternative Meldungen zum Schweigen zu bringen. (Dafür können genügend Beispiele gebracht werden.)
Leicht Off-Topic, aber: Inzwischen ist im Forum so wenig los, dass die Trolle sich schon gegenseitig die Bälle zuspielen. (Hoffentlich sind Kommentare zum Thema „Fußball“ überhaupt erlaubt?)
Die Kommentare sind zunehmend auf Spiegel Online-, Zeit-, taz-Niveau bzw. ARDZDF. Man könnte eigentlich den Kommentarbereich meiden, wenn nicht dann und wann etwas Sinnvolles gepostet würde.
Dieser Satz, „Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!“ ruft bei mir folgende Erinnerung wach:
Es war 2008 oder 2009, also lange vor dem Euro-Maidan 2014 und dem Ukraine-Krieg ab 2022. Im zentralen U-Bahnhof in der Innenstadt war ein Riesenplakat von Europa zu sehen. Dieses Europa endete mit der Ukraine, Moldawien und Georgien, dahinter ein Riesengebiet ohne Namensnennung in Grau abgebildet, wahrscheinlich Russische Föderation und Belarus zusammen. Über diese optische Ausgrenzung, die offenbar schon damals als politische Ausgrenzung gemeint war, reagierte ich mit Entsetzen.
Vielleicht hing dieses Plakat auch andernorts? Kann sich jemand daran erinnern?
Nein, ich kenne das Plakat nicht. Aber danke für den Hinweis, zeigt er doch, dass die Verantwortlichen nicht erst 2014 oder etwa danach angefangen hätten, Russland als nicht europäisch einzustufen. Ja, ihm sogar den Status eines Landes nicht zugestehen, das auf der Karte angezeigt wird …
nicht, dass mir das nicht klar ist, doch man kann es nicht oft genug belegen……
Ich ging bis jetzt davon aus dass eine Regierung Frieden für ihre Bevölkerung will und ein auskömmliches Verhältnis mit dem größten Nachbarn eine Grundbedingung dazu ist. Der Regierung in der UA, die mit dem Maidan gestürzt worden ist, war das klar, den nachfolgenden nicht mehr. Dazu kommt, dass mit Abspaltung der Krim und des Donbass die Mehrheiten für die prorussischen Regierung nicht mehr da waren. Die vorherrschende Stimmung in Polen, im Baltikum und in der UA ist es Rache für die Niederlagen gegen Russland zu nehmen und einen „finalen Sieg“ zu erringen.
Leider wird Russland nicht besiegbar sein. Der Glaube, dass jeder Ukrainer mit einer spendierten Drohne über Russland fliegt und bombt und am Ende Selenski im weißen Ross in den Kreml einreitet und eine Siegesrede hält, Russisch kann er ja von Geburt an und als Spaßmacher im russischen Fernsehen, hat m.E. keine reale Grundlage. Woher die Krieger im Westen wissen, dass eine Armee, die über ein Vernichtungspotential verfügt, dieses nicht einsetzen wird, wenn sie vor der Niederlage stehen sollte, ist mir nicht klar. Und das F, GB und die USA darauf entsprechend antworten, betonen sie auch nur am Sonntag wie es im Ernstfall aussieht???
Wie werden uns die Zerstörung von Kramatorsk noch ein bisschen weiter anschauen dürfen bevor die Realisten eine Chance haben.
Nun Herr Karganov ist nich der einzige der mittlerweile einen Hass auf die deutsche Regierung entwickelt..
Die ganze Diskussion ob und warum ist mir persönlich jedenfalls ziemlich egal. Immerhin kriecht man Israel heute immer noch in den Allerwertesten obwohl Deutschland damals wesentlich mehr Russen umgebracht haben als Menschen jüdischen Glaubens. Die Ukraine sieht sich im Geiste dessen und ehrt die Nazi Schlächter von damals, das allein sollte für uns Deutsche schon Grund genug sein sich deutlich vom Selenskij Regime zu distanzieren.
Da würde Ich mir persönlich etwas mehr Taktgefühl bei der deutschen Regierung im Umgang mit der russischen Föderation wünschen (auch den Polen gegenüber), der Unmut bei den Russinen und Russen ist durchaus verständlich.
Und so weit Ich sehen kann war die Übernahme der Donbas regionen durch Russland Völkerrechtlich in Ordnung man hat ja sogar ein Referendum gemacht und die Bevölkerung hat überwiegend für den Anschluss an die russische Föderation gestimmt..
„Europa“ hat also kein Recht sich da einzumischen. Als Deutscher sehe Ich das pragmatisch! Die Untestützung des Kiever Regimes bringt und überhaupt nichts außer Probleme, wir hätten uns von vorneherein da raus halten sollen. Aber anstatt das richtige zu tun hat unsere Regierung seit Corona lieber haufenweise GONGO’s finanziert (Gouvermental Organized Non Gouvermental Organizations e.G Correktiv, Bellincat etc..) die jeden Wiederstand gegen die Beteiligung am Krieg unterdrückt haben. Gleichzeitig begann man das Netz zu Zensieren und die GONGO’s unterwanderten die Parteien um uns weiter in den Schlamassel mit rein zu ziehen..
Die Unterstützung des Ukrainischen Regimes bringt uns nichts weiter als Probleme und weitere Schulden..
Deshalb sollten wir es einfach bleiben lassen und alle Politikerinnen und Politiker die weiterhin darauf drängen zum Teufel jagen.
Weitere Maßnahmen wären NATO Austritt. Und falls Europa nicht endlich Demokratischer wird, auch der Austritt aus der Europäischen Union. Ich will nun mal in Frieden leben und deshalb sollten wir uns wie die Schweiz neutral verhalten. Wer das nicht einsieht der nimmt wissentlich in Kauf, dass es bei uns bald wieder so aussieht wie nach dem zweiten Weltkrieg..
Dabei ist die Geschichte der Ukraine und Russland für mich auch nicht erheblich, denn wenn Herr Selnenskij sich mit seinem Nachbarn anlegt dann ist das sein Problem oder das der Ukraine. Da die Flüchtlingsströme und die Militärschulden aber uns alle stark Belasten wäre es das Vernünftigste alles zu tun damit der Krieg endlich endet und das Bedeutet, dass wir die Ukraine erst mal nicht mehr weiter Unterstützen und russland nicht weiter unter Druck setzen.
Wenn Herr Selenskij weiter seine Bürgerinnen und Bürger opfern will dann kann er das gerne aus eigener Tasche finanzieren.
Die Waffengeschäfte machen fast alle Menschen Ärmer, sie fördern die Korruption und sie bedrohen uns alle!
Und wir haben im Moment genug eigene Probleme die wir dringend mal angehen sollten und es durchaus legitim die eigenen Probleme zu priorisieren.
Das ist nicht unser Krieg und Ich will mich auch nicht daran beteilligen und wenn Ihr das genauso seht dann steht endlich auf und regt euch auf damit dieser Wahnsinn endlich endet! Ansonsten dürfen wir uns auch nicht beschweren wenn hier wieder alles in Schutt und Asche liegt.
Deshalb:
Ukraine raus aus dem Donbas!
Keinen Cent mehr für Nato und Aufrüstung!
Weg mit Politikern und Politikerinnen welche uns weiter ins Elend treiben!
Wenn Europa nicht endlich demokratischer wird, dann kann die Europäische Union gerne ohne uns weiter existieren!
Solidarität mit den Flüchtlingen solange man befürchten muss, dass sie vom kiever Regime verheizt werden!
Für ein neutrales und friedliches Deutschland!
Mfg Makrovir
Es gibt einige internationale Völkerrechtler, die von einer völkerrechtskonformen Sezession anstatt Annexion sprechen und auf das im Völkerrecht verbriefte „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ verweisen:
„Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim war verhältnismäßig und kein Verstoß gegen das Völkerrecht.“
Das Recht auf Sezession wurde zudem in der Ukraine unterstützt durch:
„Wenn der Staat die nach Autonomie oder gar einem eigenen Staat strebende Minderheit durch seine Herrschaftsausübung diskriminiert, kann er seinen Anspruch auf territoriale Integrität nach dem gegenwärtigen Völkerrecht verwirken.“
( Quelle: Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider, 4.Apr. 2014 )
Oder David C. Hendrickson, emeritierter Professor der Politikwissenschaft am „Colorado College“ und Präsident der „John Quincy Adams Society“. Entscheidend bleibt für Hendrickson, daß mit dem Maidan-Umsturz und der verfassungswidrigen Absetzung des demokratisch gewählten Janukowytsch und Installation einer pro-westlichen Regierung die Verfassungstreue der einzelnen Landesteile aufgehoben war. Genau damit wurde nun das im Völker-recht verbriefte Selbstbestimmungsrecht als das Recht auf „Sezession“ wirksam (s. multipolar 5.11.22 – „Der Ukraine-Krieg im Lichte des Völkerrechts“ )
Letztlich bleibt festzustellen, dass entgegen der westlichen Propaganda, es nicht Russland, sondern die NATO war, die 1999 im Kosovo wieder gewaltsam Grenzen in Europa zu verschieben begann und auch die Deutsche Bundesregierung hat die Unabhängigkeit des Kosovo und dessen Staatsgrenzen am 20. Februar 2008 offiziell anerkannt.
Ich möchte hier auf dieses hervorragende Gespräch auf Neutralitiy Studies hinweisen
https://www.youtube.com/watch?v=69kvl00fXME
Sie stellen Russland immer wieder als machthungrigen Tollwütigen dar. Doch die Wahrheit ist, dass – ganz gleich, wer die Führung in Moskau (oder St. Petersburg) innehatte – alle Anführer vor allem eines wollten: Sicherheit. Sicherheit vor Jahrhunderten der Invasionen. Aber wie lässt sich das einem Westen vermitteln, der darauf versessen ist zu behaupten, der Kreml sei eine expansionistische Macht?
Professor Alistair Renfrew von der Durham University spricht über das langjährige Missverständnis des Westens in Bezug auf die russische Sicherheitspolitik. Er untersucht die russischen Ängste vor Invasionen, die Intervention im Bürgerkrieg, die NATO-Erweiterung, Georgien, die Ukraine, den Minsker Prozess, gescheiterte Friedensverhandlungen und die Wiederaufrüstung Europas. Renfrew argumentiert, dass Russlands Politik im Wesentlichen defensiv sei, und warnt, dass Europa Risiken eingehe, ohne einen klaren Weg zum Frieden zu haben.
Zeitmarken:
00:00:00 Einführung
00:01:05 Warum Russland missverstanden wird
00:05:11 Sowjetische Ängste und ausländische Intervention
00:10:08 Alliierte Intervention 1918–22
00:13:42 Die bleibenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs
00:17:22 Warum Russlands Botschaft ignoriert wird
00:27:23 Georgien und die Provokationsfalle
00:31:34 Minsk, Donbas und die Gespräche von 2022
00:35:27 Wer profitiert vom Krieg?
00:43:26 Warum Europa wieder aufrüstet
00:50:24 Kann Russland einen größeren Krieg vermeiden?
00:54:14 Wo man Alistair Renfrew folgen kann
Wenn man das so ließt was Karaganov so vorschlägt, denkt man vielleicht an einen impulsiven Mann, welcher mit gehobener Stimme, geballter Faust und Schaum vorm Mund mit der Atombombe droht. Aber in Wirklichkeit ist er dabei völlig gelassen und kalt, spricht leise und ruhig und mit einem ständigen Grinsen im Gesicht. Wirkt ein wenig unheimlich fast schon wie Hannibal Lecter.
Aber, eins muss man doch erwähnen. Karaganov sagt nicht man müsse es jetzt sofort tun. Er betont ständig, dass er dieses Szenario lieber vermeiden möchte. Er sagt einfach nur, das ist eines der möglichen Szenarien, eine mögliche Lösung wie man Europa wieder zur Vernunft und vom Kriegskurs abbringen könnte. Der Kern seines Standpunktes ist, dass ein großer allumfassender Krieg durch eine solche präventive Warn-Aktion verhindert werden könne. Er meint, dass ein gewaltiger Schock und die darauf folgende Angststarre Europa davon abhalten könne sich in Illusionen zu wiegen und blind in ein noch viel schlimmeres Szenario (allumfassender Atomkrieg) reinzurutschen. Er geht davon aus, dass es eine Demonstration der Stärke benötigt um Europa wieder wachzurütteln und dass Worte alleine nicht reichten und ein Exempel statuiert werden müsste. Aber er sagt nicht, dass es jetzt schon der Einzige weg aus der Eskalation sei. Er sagt, dass Alles auf einen Punkt zusteuert, an dem Russland in eine Lage gebracht werden könnte, indem es über diese Entscheidung ernsthaft nachdenken müsste.
Aber ich persönlich sehe es nicht, dass Russland an einem Punkt wäre, an dem man über sowas ernsthaft nachdenken müsste. Nicht einmal in der Nähe. Es läuft gut für Russland. War of Attrition funktioniert. Die Schläge in Russland sind zwar nervig, aber sind nicht kriegsentscheidend und tragen eher einen symbolischen Charakter. Sie ändern nichts an dem Verlauf des Krieges. Die russische Führung ist viel zu schlau um sich jetzt auf einen Krieg mit der NATO provozieren zu lassen. Russland wird ganz sicher nicht zuerst NATO Länder angreifen. Auch nicht konventionell, geschweige denn atomar. Dieses Gefallen wird Russland den westlichen Kriegstreibern nicht tun. Es wird den Westen einfach weiter ignorieren und weiter stur an seinen Zielen in der Ukraine festhalten und nur dort eskalieren. Wenn es erforderlich ist, dann halt bis von der Ukraine nichts mehr übrig bleibt und es gar keinen Streitgegenstand mehr gibt.
Wenn die RF sich dann mal dazu durchringt den Atomkrieg dadurch zu verhindern indem sie den Atomkrieg beginnen, dann erinnert mich das doch sehr an eine andere genial spezielle militärische Operation, bei der man die Sicherheit Russlands durch einen präventiv durchgeführten Angriffskrieg auf die Ukraine erhöhen wollte.
Das Ergebnis ist bekannt.
Also werden wir uns weiterhin wöchentlich die russische Atomdrohfanfare anhören und sie unter P wie Propaganda ablegen, nicht zu verwechseln mit R wir Rote Linien.
Und ich denke, ihr werdet in die Grube die ihr für Russland ausbuddelt selbst reinlaufen. Ich möchte Wetten, nicht Russland wird euch zuerst angreifen, sondern ihr werdet Russland zuerst angreifen. Wie immer. Und dann gnade euch Gott. Wie immer.
Meine Prognose:
Sollte es zu einem Warnungs-Angriff Russlands auf deutsche Drohnen-Produktionsstätten kommen, dann werden unsere Medien uns das als den vorhergesagten „Angriff Russlands“ verkaufen.
Denn die deutsche Bevölkeung weiß nichts von den Angriffen mit Langstrecken-Lenkwaffen, auch mit deutscher Militärtechnik, auf Russlands Infrastruktur und Bevölkerung und sie will davon auch nichts wissen.
Meine Vermutung:
Russland wird Beweise sammeln für deutsche Technik und womöglich Hilfe durch deutsche Militärspezialisten bei solchen Angriffen und wird das dann vor der UNO präsentieren. Das könnte, wenn es sich um klare Beweise handelt, eine Mehrheit der Vollversammlung für eine Verurteilung Deutschlands ergeben.
Deutschlands Ansehen bei den UN ist in den letzten Jahrzehnten rapide gesunken.
Man könnte ja auch mal drüber nachdenken, warum die „bitteren Erfahrungen“ bei der Politik zu anderen Schlussfolgerungen führen.
Kleiner Tipp: das, was z.B. deutsche Politiker an WK1 und WK2 am meisten stören dürfte, ist der Umstand, dass diese Kriege verloren gingen, und statt die Macht der Nation zu mehren, die Nation besiegt und gedemütigt daraus hervorgegangen ist.
Den nächsten Krieg will man ganz offensichtlich nicht vermeiden, sondern erfolgreich bestreiten.
Wenn die Ukraine siegreich aus dem Krieg hervorgehen sollte – welche „Erfahrung“ wird es dann wohl sein, auf die man sich bezieht. Für das Volk ist es immer eine „bittere Erfahrung“, das steht ja mit seiner Gesundheit und seinem Leben für den Erfolg der Nation ein. Sollte die Nation siegen, wird das entsprechend gefeiert und geht sicher als Heldentat in die Geschichtsschreibung ein.
Ich denke nicht, dass das Zünden einer Atombombe ein Umdenken bewirken wird. Kaum anzunehmen, dass europäische Politiker dann den Krieg verloren geben.