Atomschlag als Warnung?

Atompilz
Federal government of the United States, Public domain, via Wikimedia Commons

Schlüsselfigur Sergey Karaganov: Atomschlag gegen Deutschland, zweiter Teil.

Im ersten Teil dieses Artikels wurde die massive Gefährdung Deutschlands durch die Lieferung Großbritanniens von 170.000 Kampfdrohnen an die Ukraine aufgezeigt.

In dieser Lage stellt das Verstehen der gegnerischen Motive einen essenziellen Faktor dar, um die große Eskalation zu vermeiden und auf eine Einigung zuzusteuern. Doch statt diese Regel Martin Luther Kings zu beachten, verharren europäische Politiker in hypokritischer Selbstgefälligkeit und einseitiger Schuldzuweisung.

Die Mainstream-Medien trifft eine große Mitschuld, indem sie für den groben Verstoß gegen Rationalität und Verantwortung eine Kulisse des Verständnisses liefern. Während sie die angebliche militärische Verteidigung westlicher Prinzipien gegen Russland beklatschen, versäumen sie es, die offenkundige Unterminierung derselben durch die EU-Kommission und verschiedene europäische Regierungen abzumahnen.

Sergey Karaganov

Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu. Ihre Abwehr der Eskalationspolitik gegen Russland macht es insbesondere erforderlich, die gegnerischen Motivlage zu analysieren und ebenso die der eigenen Militaristen.

Exponierte Personen, deren persönlicher Werdegang stellvertretend für den Wandel ihrer Gesellschaften steht, sind dafür besonders geeignet. Nach diesen Kriterien trifft man im Falle Russlands auf Sergey Karaganov, der schon seit fast 40 Jahren großen politischen Einfluss ausübt, über lange Zeit international vernetzt war (Trilaterale Kommission, CFR) und einen für Russland typischen inneren Wandel durchgemacht hat. In mehreren Stellungnahmen empfiehlt er der russischen Regierung einen baldigen Warnschlag gegen Deutschland.

Wie konnte Europa so weit kommen, dass ein weltgewandter, historisch gebildeter und Europa zugewandter Mann wie Karaganov der russischen Regierung jetzt einen atomaren Warnschlag gegen Deutschland empfiehlt?! – Die Antwort liegt in der Vergangenheit und ihrer unterschiedlichen Wahrnehmung.

Während der historische Horizont der meisten Deutschen kaum weiter zurückreicht als bis zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte. Diese verbindet sie eng mit den Ukrainern, zusammen mit denen sie Vorstöße der Reitervölker Innerasiens erfolgreich abwehren konnten. Dagegen war die russische Sicht auf Europa insgesamt gemischt. Die wertvollen Entwicklungsimpulse vor allem aus Deutschland sind bis heute im historischen Bewusstsein der Russen verankert. Aber Russland war auch eines der Haupt-Opfer auf einem zerstrittenen Kontinent. Viermal war das Land Angriffsziel, 1812 durch Napoleons Truppen, 1854 durch eine britisch-französische Allianz im Krimkrieg, 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins und 1941 durch Hitlers Invasion.

Dramatischer historischer Identitätswandel

Nach diesen bitteren Erfahrungen waren die Wiedervereinigung Deutschlands unter russischem Rückzug 1990, die Auflösung der Sowjetunion 1991 und die Auflösung ihres Militärbündnisses Warschauer Pakt Vorleistungen Russlands, denen jedoch keine Gegenleistungen von westlicher Seite folgten. Im Gegenteil setzte 1999 eine den Prinzipien der Entspannung, der Fairness und des Kräftegleichgewichts zuwiderlaufende Expansion der NATO ein.

Was man auch immer von Wladimir Putin hält, muss man ihm in dieser sich bereits anspannenden Lage vier auf Harmonie abzielende Initiativen hoch anrechnen. Die erste bestand im Vorschlag eines russischen NATO-Beitritts gegenüber US-Präsident Clinton im Juni 2000. Der Vorschlag wurde gegenüber George W. Bush ein Jahr später mit Begründung wiederholt. Die dritte Initiative bestand in der Rede Putins vor dem Deutschen Bundestag im September 2001. In dieser wurde unter starkem Solidaritätsappell eine weitreichende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen Russland und der EU angeregt. Sogar noch nach fortgeschrittener NATO-Expansion wiederholte und präzisierte Putin diesen Vorschlag in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung im November 2010. Darin propagierte er das Konzept eines „gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok“.

Alle dieser Kooperationsangebote und Initiativen wurden ausgeschlagen oder ignoriert. Die NATO und die EU (mit Artikel 42 ihres Vertrages ebenfalls ein Militärbündnis) dehnten sich weiter nach Osten aus und die Ukraine wurde zur inzwischen stärksten Militärmacht Europas aufgerüstet.

Die verletzende Zurückweisung der angebotenen Freundschaft durch ein gefühlstotes westliches Establishment hat einen dramatischen historischen Identitätswandel zur Folge. Hatten sich Russen über Jahrhunderte hinweg primär als Europäer definiert, so betrachten sie sich nach der Enttäuschung heute als eigenständige, eurasische Zivilisation, die ihre Zukunft nicht mehr im Westen, sondern im globalen Osten sucht.

Ignorante europäische Regierungen sind eine Gefahr

Dieser zivilisatorische Bruch bildet das Fundament, auf dem auch Karaganovs Radikalität gedeihen konnte. In verschiedenen Schriften und Interviews stellt er fest, dass das Establishment EU-Europas einen politisch, wirtschaftlich und militärisch desaströsen Kurs steuert.

Dessen Einmündung in die nukleare Vernichtung des Kontinents schwebt so lange als Damoklesschwert, wie Militaristen freie Hand haben, den Krieg auf immer neue Weise nach Russland zu tragen. Verschärfend wird ein als Warnung zu verstehender Atomschlag im Westen schon seit langer Zeit in realitätsferne Narrative über angebliche Eroberungsabsichten der russischen Regierung verpackt. Dadurch droht der Warncharakter eines atomaren Erstschlages missverstanden zu werden, so dass er NICHT zu dem erforderlichen Respekt und Einschwenken auf eine friedliche Einigung führt, sondern zur Eskalation.

Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.

Zynischer Weise taten und tun sie das, indem sie fundamental gegen ein Prinzip verstoßen, das sie sich selbst auf die Fahnen geschrieben haben – die europäische Solidarität. Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!

Karaganovs innerer Wandel und seine Äußerungen führen drastisch vor Augen, in welche Gefahr ignorante europäische Regierungen ihre Nationen und die angeblich verteidigten Bewohner der umkämpften Gebiete bereits gebracht haben, indem sie die fundamentale Regel missachtet haben, dass die gesamteuropäische Solidarität absoluten Vorrang haben muss. Nach den bitteren Erfahrungen der beiden Weltkriege – richtiger europäischen Bruderkriege – sollte das eigentlich klar sein.

Christian Hamann

Christian Hamann wurde 1949 in Berlin geboren und lebt seit einigen Jahren abwechselnd in Deutschland und Südamerika (Uruguay, Paraguay). In den Jahren 1968 bis 1973 hat er Geographie und Biologie in Hannover und Mainz studiert und danach bis zu seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer gearbeitet. Er hat sich zeitlebens selbständig weitergebildet, insbesondere auf den Gebieten Geschichte, Politik einschließlich Soziologie, Wirtschaft und Psychologie.
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38 Kommentare

  1. Man nimmt einen religiösen Bekloppten wie Karaganow her um daraus eine „Ignoranz europäische Regierungen“ abzuleiten.

    Wie würde der Lehrer Christian Hamann wohl solche Klausuren bewerten?

    1. Quatsch, Karaganow ist doch kein religiöser Wahnwichtel oder Fanatiker! Er ist ein stinknormaler, opportunistischer Hofpropagandist des Kremls mit Spitzengehalt, der guten Wein, gutes Essen und westlichen Luxus liebt. Ein Systemgünstling aus einer Nomenklatura-Dynastie: Schon sein Vater bediente brav den Kreml als Chef des Verbands der sowjetischen Filmschaffenden – wo es bekanntlich nie um Kunst, sondern um die Durchsetzung der Parteilinie ging.

      Karaganows eigentlicher „Schmerz“ gegenüber dem Westen ist denkbar banal: Man hat schlicht seine Luxusimmobilien in Berlin und Venedig mit Sanktionen belegt. Er kann stundenlang vom „verrotteten Westen“, dem „Aufstieg von BRICS“ und der „einzigartigen eurasischen Zivilisation“ schwadronieren – aber das ist schlicht sein bestbezahlter Job. Seinen Ruhestand hätte dieser feine Herr nämlich liebend gern auf genau diesem „bösen Westen“ verbracht – und ganz sicher nicht in Peking, São Paulo oder Pretoria.

      Karaganow ist kein Überzeugungstäter, der Lust hat, den Rest seines Lebens in einem verstrahlten Bunker zu verbringen. Wer sein gezieltes Säbelrasseln als „tiefgründigen Identitätswandel“ feiert, fällt schlicht auf die billige Show eines wohlgepappten Nomenklatura-Bürokraten herein.

  2. Eine seichte Beschreibung von Zusammenhängen, über die mittlerweile alles schon sehr häufig geschrieben wurde. Nicht, dass das alles unwichtig wäre, aber wo liegt der Punkt, an dem sich der Text orientiert? Karaganov wird als Radikaler konstruiert, zu welchem Zweck? Erwartungsgemäß treibt auf der anderen Seite des Krieges die Sorge und die Angst vor den weiteren Entwicklungen ebenfalls entsprechende Reaktionen. Warum ist es so schwer, die Interaktionsdynamik zu begreifen und dann sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen?

    1. > aber wo liegt der Punkt, an dem sich der Text orientiert?

      Beispielsweise die geänderte russische Nukleardoktrin.

      Die wird bei uns nicht diskutiert, weil am Ende der Überlegung, dass man Russland mit dem konventionellen Krieg in der Ukraine bis zur Unterwerfung schwächen könnte, das Problem steht, dass Russland genau für diesen Fall den Einsatz von Atomwaffen vorsieht, um damit unmissverständlich klarzustellen, wer die Oberhand hat.

      Wie schon im Artikel erwähnt ist, wird sich die USA spätestens dann für gar nicht mehr zuständig erklären. Schließlich hat Trump die USA schon so weit rausgezogen, dass offensichtlich nur noch Waffen geliefert werden, die von anderen bezahlt werden. Auch Biden hat immer wieder betont, dass es keine US-Truppen geben wird.

      Karaganov formuliert lediglich, dass er nicht viel länger warten würde, um diese Richtigstellung aus russischer Sicht vorzunehmen. Kann sein, dass er Trumps Präsidentschaft als günstiges Fenster wahrnimmt, weil ein neuer Präsident weniger deutlich die America-First-Welle reitet. Taktische Atombomben beginnen schon bei 100-Tonnen-TNT-Äquivalent. Die Gleitbomben, die derzeit in der Ukraine eingesetzt werden, haben 3 Tonnen.

      Anders als Karaganov das kommuniziert, denke ich, dass im Fall der Fälle eher England das Ziel wäre. Vermutlich Wunschdenken. Ähnlich wie in Deutschland gibt es in England für die Zivilbevölkerung keine Bunkeranlagen, die für einen Atomkrieg tauglich wären.

  3. „Viermal war das Land Angriffsziel, […] 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins“

    Interessante Definition von „Angriff“. Lenins Einmannarmee unterwirft brutal das glückliche Volk des Zaren.
    Aber es wäre wohl unfair, sich beim Westen über die von ihnen erzwungene Sowjetunion zu beschweren, immerhin haben sie später ihren Fehler eingesehen und Jelzin geschickt.

    1. Der Zar hatte schon im Februar die Macht verloren.
      Die neue Regierung wollte weiter Krieg gegen Deutschland führen.
      Der Deutsche Kaiser wollte Russland von innen schwächen und schaffte deswegen Lenin mittels Zug über Schweden und Finnland nach Russland.
      Lenin veröffentlichte dort die Aprilthesen (keine Unterstützung für die provisorische Regierung, Ausstieg aus dem 1. Weltkrieg, Land an die Bauern, Macht an die Räte).
      Es folgten ein paar Kriegsfehlentscheidungen von Generälen.
      Der eine General wollte sich vor einem anderen schützen und bewaffnete Lenins Parteimitglieder, die Roten Garden.
      Die Lenins Partei (Bolschewiki) gewann politisch zunehmend die Oberhand.
      Ende des Jahres kam es zur gewaltsamen Übernahme der Regierung, die provisorische Regierung wurde verhaftet.

  4. Ich möchte darauf hinweisen, das schon ein Jahrhundert vor Napoleon ein westlicher König nach Russland marschierte, nämlich Karl XII. von Schweden, der das nämliche Ergebnis erzielte.
    Lenin im plombierten Eisenbahnwaggon durch den deutschen Machtbereich nach Russland zu schicken, war nicht das, was der „Westen“ in das kollektive russische Gedächtnis eingebrannt hat, sondern die Interventionen während und nach dem russischen Bürgerkrieg.
    Da saßen die Amis und Japaner in Sibirien, die Engländer in Archangelsk und die Franzosen auf der Krim, die Deutschen halfen den Finnen militärisch, eine „Tschechische Legion“ aus ehemaligen k.u.k. Kriegsgefangenen bewegte sich als militärische Einheit frei und ungehindert im Inneren Russlands und die Polen marschierten Richtung Kiew.
    Im Rahmen der Industrialisierung wählte Russland ganz bewusst ein breiteres Spursystem für die Eisenbahn, damit von Westen einfallende Invasoren logistische Probleme bekommen.
    Diese als Verteidigung gedachte Massnahme war dann auch tatsächlich einer der gewichtigsten Gründe für das Scheitern von Barbarossa.
    Die Nordeuropäische Tiefebene erstreckt sich von Frankreich bis zum Ural und von Westen her ist für Russland selten was Gutes gekommen.
    Diese Haltung Russlands zu verstehen, halte ich für nicht allzu schwierig.
    Das muss man in Rechnung stellen, wenn man die russische Interessenlage berücksichtigt.
    Und das muss man, will man zu einem dauerhaften Frieden kommen.
    Der politische Kurs des „Westens“, namentlich der BRD, zeigt mir, das kein Interesse an einem Frieden und einer dauerhaften Lösung besteht, nur zu einem Oktroi.
    Ich fürchte, der Schuss geht nach hinten los!

    1. @Wallenstein

      Ein Krieg der Nato gegen Russland, was noch vor 5 Jahren unvorstellbar schien, erscheint heute unabwendbar.

      Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.

      Dazu kommt, dass die gleichgeschalteten Main-Stream-Medien nicht nur ausschließlich Meldungen die aus der Ukraine kommen verbreiten, sondern dass die EU versucht durch immer mehr Druck auf unliebsame alternative Medien, alternative Meldungen zum Schweigen zu bringen. (Dafür können genügend Beispiele gebracht werden.)

      Dazu kommt, dass der Abbau von Sozial-Leistungen immer mehr als alternativlos dargestellt werden, während die Gelder für die Ukraine und für Rüstung unbegrenzt erscheinen und dass heute weit und breit kein Politiker aus Europa wie Jeremy Corbyn oder Sahra Wagenknecht in Sicht ist, die ehrlich an einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert sind.

  5. – „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu…“

    Freie Journalisten? Frei von was genau? Frei von Fakten, Verstand und jeglicher journalistischer Kompetenz?

    – „Während der historische Horizont der meisten Deutschen kaum weiter zurückreicht als bis zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte.“

    Moment mal! Germanische Stämme wurden in römischen Chroniken schon erwähnt, als man im Osten noch nicht einmal wusste, wie man das Wort „Moskau“ buchstabiert. Wenn wir die deutsche Geschichte über das Heilige Römische Reich, das Frankenreich Karls des Großen, das Weströmische Reich bis zur Gründung Roms zurückverfolgen, reicht unser Horizont fast drei Jahrtausende zurück! Aber klar: Moskau – das sich erst im 18. Jahrhundert unter Peter I. in „Russisches Kaiserreich“ umbenannte – eignet sich liebend gerne die Geschichte anderer slawischer Völker an, die geografisch im heutigen Kyiv blühten, und verkauft das als eigene „tausendjährige Identität“. Ein Schelm, wer da Geschichtsfälschung wittert!

    – „Diese verbindet sie eng mit den Ukrainern, zusammen mit denen sie Vorstöße der Reitervölker Innerasiens erfolgreich abwehren konnten.“

    Ähm… Bitte was? Kyiv wurde von den Reitervölkern aus dem Osten völlig zerstört. Und Moskau? Moskau übernahm damals im Grunde die Rolle des „Kapos“ für die Goldene Horde: Es trieb brav die Tributzahlungen bei den anderen slawischen Stadtstaaten ein, um sie an die Mongolen weiterzuleiten. Als die Horde schließlich zerfiel, nutzte Moskau genau diese erpresste Machtstruktur, um die Nachbarländer unter seine Knute zu zwingen. Von „gemeinsamer Abwehr“ keine Spur – das war schlicht kollaboratives Kasse-Machen auf Kosten der Nachbarn!

    – „Viermal war das Land Angriffsziel, 1812 durch Napoleons Truppen, 1854 durch eine britisch-französische Allianz im Krimkrieg, 1917 durch die westlich initiierte Oktoberrevolution Lenins und 1941 durch Hitlers Invasion.“

    Ach, wie rührend… Das Arme-Opfer-Narrativ! Schauen wir uns die „Fakten“ mal an:

    – 1812 (Napoleon): Verschwiegen wird gern, dass das Russische Kaiserreich davor gleich zweimal (!) selbst das revolutionäre/napoleonische Frankreich und seine Verbündeten angriff (u.a. 1805 das deutsche Bayern!). Vom Frieden von Tilsit, den der Zar wie Klopapier behandelte, sobald Napoleon abgereist war, ganz zu schweigen.

    – 1854 (Krimkrieg): Auch damals wollte Russland einen „kleinen, siegreichen Krieg“ führen und fiel im Osmanischen Reich ein – bis es gewaltig auf die Mütze bekam. Fun Fact: Im Pariser Frieden verpflichtete sich Russland schriftlich, nie wieder Kriegsschiffe oder Militärbasen im Schwarzen Meer zu haben. Im Gegensatz zu den Märchen über mündliche Versprechen an Gorbatschow liegt dieses Papier bis heute fest in den Archiven!

    – 1917 (Bolschewiken-Putsch): Hier hat der Autor wohl einen Hitzeschlag erlitten. Geholfen hat Lenin das Deutsche Kaiserreich (der Erzfeind des „Westens“!). Die westliche Entente hingegen unterstützte die Provisorische Regierung – ihre legitimen Alliierten im Ersten Weltkrieg. Die Bolschewiken hatten die Wahlen zur Konstituierenden Versammlung krachend verloren und rissen die Macht schlicht per Gewalt an sich.

    – 1941 (Hitler-Invasion): Die klaffende Lücke zwischen 1939 und 1941 erklärt sich schlicht dadurch, dass die UdSSR die ersten anderthalb Jahre des Zweiten Weltkriegs als quasi halboffizieller Verbündeter von Nazi-Deutschland verbrachte, mit dem sie Osteuropa unter sich aufteilte – bis sich die zwei Räuber um die Beute prügelten!

    Und ja, die übliche Geschichte: Während westliche Putin-Versteher genüsslich jeden einzelnen dieser angeblichen Angriffskriege gegen Russland wiederkäuen – um zu „beweisen“, wie unerbittlich das die russische Seele geprägt hat –, reichen ihnen die Finger und Zehen nicht aus, um all die Kriege, Überfälle und Massaker aufzuzählen, die Moskau allein in den letzten Jahrhunderten in der Ukraine angerichtet hat. Aber klar, das nennt man bei solchen Journalisten dann „gemeinsame Geschichte brüderlicher Völker“. Was für ein absurdes Paradoxon…

    – „Nach diesen bitteren Erfahrungen waren die Wiedervereinigung Deutschlands unter russischem Rückzug 1990, die Auflösung der Sowjetunion 1991 und die Auflösung ihres Militärbündnisses Warschauer Pakt Vorleistungen Russlands, denen jedoch keine Gegenleistungen von westlicher Seite folgten.“

    Im Boxen nennt man solche „Vorleistungen“ schlicht RTD (Retired) – wenn der Boxer nach der Ringpause vor Erschöpfung nicht mehr aus seiner Ecke aufstehen kann. Die UdSSR hat niemandem einen Gefallen getan. Sie ist schlicht unter dem gigantischen Gewicht ihrer eigenen politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Fehlentscheidungen kollabiert – kollabiert beim kläglichen Versuch, den Westen einzuholen. Die eigentliche Hilfe kam damals vom Westen: Statt den sterbenden Riesen am Boden liegend auszuweiden, hat man das Ganze vornehm als „zweiheitliche Verträge“ getarnt, Russland Kredite und Hilfsgüter gepumpt und ihm Plätze auf den prestigeträchtigsten Parketts der Weltpolitik und Weltwirtschaft eingeräumt. Doch kaum hatte sich der neue Machthaber im Kreml dank westlicher Milliarden und hoher Ölpreise wieder sattgefressen, forderte er immer mehr. Hat der Mann eigentlich jemals Puschkins „Märchen vom Fischer und dem goldenen Fischlein“ gelesen? Passt wie die Faust aufs Auge.

    – „Alle dieser Kooperationsangebote und Initiativen wurden ausgeschlagen oder ignoriert […] Die verletzende Zurückweisung der angebotenen Freundschaft durch ein gefühlstotes westliches Establishment hat einen dramatischen historischen Identitätswandel zur Folge.“

    Ach Gottchen, „verletzte Gefühle“ und „abgewiesene Freundschaft“! Bleiben wir mal bei den Fakten: Auch der Ukraine wurde 2008 der NATO-Beitritt in aller Höflichkeit, aber glasklar verwehrt – das klassische „Danke, wir melden uns bei Ihnen“, das jeder aus Vorstellungsgesprächen kennt. Und genau dasselbe galt für Russland: „Jetzt nicht, aber vielleicht später“. Wenn Russland wirklich Teil des „gemeinsamen Hauses“ werden wollte – warum durften das andere nicht? Die osteuropäischen Nachbarn waren schlicht schneller, kleiner und bereit, sich an gemeinsame Regeln zu halten, anstatt wie Moskau ständig „Sonderrechte“ und Extra-Würste einzufordern.

    Niemand hat Russland daran gehindert, seinen Einfluss in einer EU-assoziierten Ukraine für gegenseitig vorteilhaften Handel und Diplomatie zu nutzen. Mit dem NATO-Staat Ungarn hat das doch auch prima geklappt, oder? Vielleicht wäre Russland irgendwann selbst Teil davon geworden. Doch dafür hätte der Kreml eine Entscheidung treffen müssen: Entweder ein gemeinsames Haus auf Augenhöhe – oder „Ich bin hier der Boss, und Ukraine, Moldau und Georgien marschieren gefälligst zurück in meinen imperialen Stall!“

    – „Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.“

    Genau so sieht der absolute Traum eines jeden Raubmörders aus! Während er das Opfer erwürgt und die Bude leer räumt, rufen die Nachbarn bloß nicht die Polizei, helfen dem Opfer auf keinen Fall und halten ihm auch noch höflich die Tür auf. Stattdessen stehen sie daneben und fragen den Einbrecher freundlich: „Darf ich Ihnen vielleicht schon mal den Notar rufen, um das Haus auf Ihren Namen umzuschreiben? Oder möchten Sie vorher noch eine frische Tasse Kaffee?“ Das, was der Autor hier allen Ernstes als „neutrale Vermittlung“ verkauft, ist nichts anderes als die eiskalte Aufforderung zur Beihilfe zum Mord und zur Unterwerfung.

    – „Zynischer Weise taten und tun sie das, indem sie fundamental gegen ein Prinzip verstoßen, das sie sich selbst auf die Fahnen geschrieben haben – die europäische Solidarität. Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!“

    Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen „Zielen“ und den „Mitteln“, um sie zu erreichen. Auch Hitler wollte im gewissen Sinne ein „vereintes Europa“ – nur hatte ein Großteil der europäischen Staaten (inklusive Russland) verständlicherweise keine allzu große Lust darauf. Victor Hugo sprach von einer Gemeinschaft der Werte und des Friedens. Im gemeinsamen Haus prügelt, vergewaltigt, raubt und mordet man nicht. Wer die Bude mit Gewalt stürmt, ist kein Mitbewohner, sondern ein Einbrecher.

    1. „Die eigentliche Hilfe kam damals vom Westen: Statt den sterbenden Riesen am Boden liegend auszuweiden, hat man das Ganze vornehm als „zweiheitliche Verträge“ getarnt, Russland Kredite und Hilfsgüter gepumpt und ihm Plätze auf den prestigeträchtigsten Parketts der Weltpolitik und Weltwirtschaft eingeräumt. Doch kaum hatte sich der neue Machthaber im Kreml dank westlicher Milliarden und hoher Ölpreise wieder sattgefressen, forderte er immer mehr. “

      Auf welchen Planeten hat das stattgefunden? Jeffrey Sachs, damals Berater der russischen Regierung, hat dargelegt, dass seine Anfrage zwecks Hilfe bei den amerikanischen Regierungen kühl zurückgewiesen worden sind. Statt ihnen zu helfen, war man dabei die russische Erdölindustrie zu übernehmen. Die Pläne dafür waren bereits weit gediehen und wurden erst von Putin gestoppt. Sattfressen am sterbend am Boden liegenden Riesen wollte sich augenscheinlich der Westen.

      Hat aber nicht geklappt und darum hat man den Maidan-Putsch organisiert und die ASOW in der Ukraine in Stellung gebracht für einen zweiten Anlauf. Wie es aussieht, ist auch das schief gegangen. Warum konnte man nicht warten, bis in der Ukraine der im Westen gewollte Präsident an der Macht war? Warum musste man Ankara verhindern?

    2. Sie sollten es besser bei der Kurzfassung ihrer Ausführungen belassen, so etwa: Die NATO hat das Recht und alle moralischen Ehrentitel auf ihrer Seite, die Russische Föderation besitzt keinerlei Legitimation, irgenwelche Interessen anzumelden. Das sind unumstößliche Naturgesetzte, wie man mit ein bisschen guten Willen (sprich: Parteilichkeit) leicht einsehen kann.
      Die lange Version stellt sich hingegen sehr fragwürdig dar, leicht fallen einem allerlei Inkonsistenzen und unpassende Vergleiche auf, was hier im Forum bereits zigfach dargestellt wurde. Lassen wir es doch bei dem gute, alten rustikalen Kern der Position!
      .

    3. – 1941 (Hitler-Invasion): Die klaffende Lücke zwischen 1939 und 1941 erklärt sich schlicht dadurch, dass die UdSSR die ersten anderthalb Jahre des Zweiten Weltkriegs als quasi halboffizieller Verbündeter von Nazi-Deutschland verbrachte, mit dem sie Osteuropa unter sich aufteilte – bis sich die zwei Räuber um die Beute prügelten!

      Eine interessante Interpretation. Nazi-Deutschland und UdSSR als Verbündete Räuber, die sich schließlich über Beute in die Haare kriegen.

      Nun muss man sich aber schon etwas darüber wundern, zumal Hitler bereits lange vorher, überhaupt gar kein Geheimnis daraus machte, was er von der Sowjetunion hielt und welche Absichten er im Bezug der Sowjetunion hatte.
      In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sowjetunion von Adolf Hitler und der nationalsozialistischen Propaganda als absolutes ideologisches und rassische Feindbild dargestellt. Die Rhetorik war darauf ausgerichtet, einen Vernichtungskrieg und die Eroberung von „Lebensraum“ im Osten psychologisch vorzubereiten. Adolf Hitler sah in der Eroberung von „Lebensraum im Osten“ und in der „Zerschlagung des jüdischen Bolschewismus“ seine wahre „Mission“. In seinem Grundlagenwerk Mein Kampf (1925/26) formulierte Hitler die Kernthesen, die später zur Staatsdoktrin wurden.

      Das wichtigste Kernkonstrukt. Hitler behauptete, die russische Revolution sei kein Werk der Russen gewesen, sondern eine jüdische Weltverschwörung. Das Judentum habe sich der russischen Bevölkerung als „Herrenschicht“ bemächtigt. Die slawische Bevölkerung wurde als rassisch minderwertig dargestellt. Laut Hitler sei sie unfähig, einen eigenen Staat zu organisieren. Sie habe ihre staatliche Existenz in der Vergangenheit nur der „germanischen Oberschicht“ (den russischen Zaren) zu verdanken gehabt. Russland wurde nicht als souveräner Staat, sondern als bloßer geografischer Raum dargestellt, der für die „Eroberung von Lebensraum im Osten“ für das deutsche Volk bestimmt sei.

      Die Presse, angeführt von NS-Blättern wie dem Völkischen Beobachter und dem Propagandaministerium unter Joseph Goebbels, nutzte gezielte Narrative, um Angst und Abscheu zu schüren. Die Sowjetunion wurde als brutale, barbarische Macht skizziert, die die europäische Kultur vernichten wolle. Die Schlagzeilen stilisierten Deutschland zum „Bollwerk gegen den Bolschewismus“. Berichte über Hungersnöte in der Ukraine oder die stalinistischen Säuberungen der 1930er Jahre wurden exzessiv ausgeschlachtet. Sie dienten als „Beweis“ für die angebliche Grausamkeit und das Chaos der jüdisch-bolschewistischen Führung. Vor allem während des spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) stellte die Propaganda die Sowjetunion als globalen Brandstifter dar, der versuche, Europa in einen kommunistischen Bürgerkrieg zu stürzen.

      Wenn Hitler ein Grab hätte, würde er sich wohl darin umdrehen wenn er hörte, dass er sich mit diesen „Barbaren“ und „Untermenschen“ verbündet haben solle.

      Die Annahmen, dass Stalin „Mein Kampf“ nicht gelesen hatte und nichts von den Absichten Hitlers mitbekommen hatte (wo doch Nazi-Deutschland von sowjetischen Agenten durchsetzt gewesen ist), und sich auf ein Bündnis mit Hitler einlassen könnte, entbehrt auch einer gewissen Komik.

      Was den Hitler-Stalin-Pakt von August 1939 angeht. Dies schloss Hitler auf seine eigene Initiative, rein aus geopolitischen und strategischen Gründen zur Vermeidung eines Zweifrontenkrieges vor dem Überfall auf Polen, während er gleichzeitig bereits das Unternehmen „Barbarossa“ plante. Formal war es kein Bündnis – sondern ein Nichtangriffspakt. Sowjetunion war eines der letzten europäischen Länder welches sich auf ein Nichtangriffspakt mit Nazi-Deutschland einließ. Ebenfalls aus strategischen, rein pragmatischen Gründen. Es war 1939 für die Sowjetunion völlig offensichtlich gewesen, dass der Krieg mit Nazi-Deutschland unvermeidlich gewesen war. Stalin ließ sich darauf ein, weil er sich dadurch versprach etwas Zeit zu gewinnen um die Sowjetunion auf den bevorstehenden Überfall (aus welchem Hitler ja kein Geheimnis machte) vorzubereiten. Stalin machte sich dabei sicherlich keinerlei Illusionen. Er wusste, das würde den unvermeidlichen Krieg mit Hitler, welche die Eroberung des Lebensraums im Osten zur seiner Mission gemacht hatte nicht verhindern und nur ein wenig hinauszögern. Jedoch konnte Stalin es wenigstens vermeiden sich mit Hitler persönlich zu treffen und ihm die Hand zu schütteln. Viele andere europäische Staatschefs trafen sich vorher bereits oft und gerne mit Hitler, schlossen mit ihm Nichtangriffspakte und schüttelten ihm dabei auch die Hand.

      Nehmen wir da zum Beispiel das Münchener Abkommen von 1938. Da trafen sich die Regierungschefs Adolf Hitler (NS-Deutschland), Neville Chamberlain (Vereinigtes Königreich), Édouard Daladier (Frankreich) und Benito Mussolini (Italien) in München und beschlossen gemeinsam die Zerschlagung der Tschechoslowakei und stimmten der Annektion Sudetenlands an Nazi-Deutschland zu. Die damalige Regierung der Tschechoslowakei wurde dabei nicht einmal gefragt, geschweige denn eingeladen. Der britische Minister jubelte bei seiner Rückkehr nach Großbritannien, fuchtelte mit dem Abkommen und rief „Ich habe euch Frieden mitgebracht“. Zuvor hatten europäische Regierungschefs Hitler Österreich in den Rachen geworfen und Stalin war übrigens damals der Einzige, wer dagegen protestierte.
      Auch die „Hyäne Europas“ Polen (Zitat von Churchill) nutzte die Schwächung seines Nachbarlandes und ergriff die Gelegenheit sich an der „Beute“ zu bedienen und besetzte im Oktober und November 1938 das strategisch und wirtschaftlich wichtige Olsagebiet (Zaolzie).

      Moskau erklärte, dass die völkerrechtswidrige Besetzung tschechoslowakischen Territoriums durch Polen als ein Akt unprovozierter Aggression gewertet würde. Die Sowjets drohten explizit damit, den polnisch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1932 einseitig und fristlos für nichtig zu erklären. Dies implizierte auch einen Anspruch auf die Gebiete, welche Polen zuvor nach einem Angriffskrieg gegen die Sowjetunion (1919-1921) einverleibte.

      Genau um diese Gebiete ging es im geheimen Zusatzabkommen zu dem Nichtangriffspakt zwischen Sowjetunion und NS-Deutschland. Das sind Gebiete welche Polen nur 20 Jahre vorher von der Sowjetunion geraubt hatte. Hitler wusste, dass wenn er Polen überfällt, dass Stalin nicht zulassen konnte, dass auch diese Gebiete von NS Deutschland besetzt werden würden und die Wehrmacht dann direkt an der Grenze zur Sowjetunion nur 200 Kilometer von der strategisch enorm wichtigen Stadt Minsk stehen würde. Deshalb unterbreitete Hitler das Angebot diese Gebiete nicht anzufassen, für die Zusage Stalins, dass er ihm nicht sofort den Krieg erklärte. Weil Hitler 1939 sich noch nicht in der Lage sah einen Zweifrontenkrieg führen zu können. Stalin musste sich darauf einlassen, um die gefährliche Eskalation zu vermeiden, da auch die Sowjetunion 1939 militärisch schwach gewesen ist.

      Den Angriff auf Polen begann NS Deutschland. Die Sowjetunion marschierte mit der Roten Armee erst viel später ein, bereits nachdem die Wehrmacht den ganzen Rest Polens einschließlich der Hauptstadt besetzt hatte, die polnische Regierung bereits ins Exil geflohen war und es keinen organisierten Widerstand mehr seitens der polnischen Armee gab. Polen hatte bis dahin bereits de facto aufgehört zu existieren. Und dann erst marschierte die Rote Armee ein und besetzte die Gebiete, die nur 20 Jahre vorher sowjetische Gebiete waren und keinen Millimeter mehr. Der Widerstand hielt sich dabei in engen Grenzen. Die polnische Armee wurde bereits komplett durch die Wehrmacht aufgerieben, es gab nur nur vereinzelnde isolierte Widerstandsnester der nach osten getriebener Splitter der zerschlagenen ehemaligen polnischen Armee, die aber bereits über kein Oberkommando mehr verfügten.

      Deshalb das jetzt als ein Räuberbündnis darzustellen, welches sich über Beute in die Haare bekommt ist schon ganz schön an den Haaren herbeigezogen.

      Aber wo wir wirklich von einer engen Kooperation sprechen können, dann muss die Organisation der ukrainischen Nationalisten OUN, sowie ihr militärischer Arm UPA und ihre Anführer Jewhen Konowalez, Andrij Melnyk, Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch erwähnt werden, welche Heute in der modernen Ukraine zu Vätern der Nation erhoben und auf ein Podest der Ehre gestellt werden. Die standen geistig und ideologisch dem NS-Deutschland sehr nahe und kooperierten mit NS-Deutschland. Beteiligten sich unter anderem am Holocaust und kämpften auf Seiten NS-Deutschlands gegen die Rote Armee.

      Der Name Stepan Bandera z.b. und seine Rolle tauchten in den Beweisakten und Protokollen bei Nürnberger Prozessen auf, insbesondere durch die schriftlich eingereichte Zeugenaussage eines hochrangigen deutschen Geheimdienstoffiziers Erwin Stolze, einem ehemaligen Oberst der Wehrmacht und stellvertretenden Leiter der Abteilung II des deutschen Militärgeheimdienstes Abwehr. Stolze charakterisierte Bandera in seinen Aufzeichnungen und Vernehmungen in scharfen, pragmatischen Worten. Er bezeichnete Bandera persönlich als einen „Karrieristen, Fanatiker und Banditen“. Der deutsche Geheimdienst nutzte ihn laut Stolze primär als Werkzeug für die eigenen strategischen Ziele. Bandera wurde als eine Person wahrgenommen, die zwar ideologisch extrem getrieben, aber aufgrund ihrer Radikalität und Eigeninteressen für die deutsche Führung schwer zu kontrollieren war. Aus den Nürnberger Dokumenten ging hervor, dass die deutsche Militärspionage Bandera als wichtigen Akteur für verdeckte Operationen einstufte. Stolze sagte aus, dass er persönlich Anweisungen an die Führer der ukrainischen Nationalisten Andrij Melnyk und Stepan Bandera gegeben hatte. Banderas Aufgabe bestand darin, unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Hinterland der Roten Armee Sabotageakte, Demonstrationen und Unruhen zu provozieren.

  6. Vielen Dank für das Überbringen dieser für uns West-Europäer unangenehmen
    Nachrichten:
    Ja, der russischen Präsident ist eher im gemäßigten Lager.
    Ja, die Ignoranz ist in West-Europa Staatsräson.
    Ja, Bigotterie und Selbstüberschätzung gehören ebenfalls dazu.
    Einige haben verstanden. Andere nicht.
    Und ja, virale Unterwanderung hier im Forum ist vorhanden. 🤡

    1. Und ja, virale Unterwanderung hier im Forum ist vorhanden.

      Ja?! Echt? Wer? Hier im Forum gibt es doch nur Fakten, äehm, fundierte Meinungen … fingierte Ansichten … oder fiktive Geschichte(n)..?

      Aber wenn’s »viral« ist, kann ich mich bestimmt impfen, oder?

  7. „Als Putin im Februar 2022 die militärische Intervention in der Ukraine startete, übernahmen die europäischen Staaten nicht die ihnen in diesem Bruderkrieg allein zukommende Rolle neutraler Vermittler. Vielmehr brachten sie mit Parteilichkeit und Waffenlieferungen eine Eskalationsspirale in Gang.“

    Offensichtlich hat der Autor auch nichts von dem superlangen Tisch von Putin mit bekommen an dem Gespräche stattgefunden haben und auch das Paper was Putin-Russland an die NATO als Ouvertüre für die Spezialoperation geschickt hat scheint der Autor auch nicht zu kennen.

    https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-263/520958/dokumentation-diplomatische-gespraeche-im-vorfeld-des-krieges/

    https://en.wikipedia.org/wiki/2021_Russian_ultimatum_to_NATO

    1. Wenn man an den langen Tisch darauf besteht die Ukraine in die NATO zu führen und auf der Krim NATO- Stützpunkte zu errichten sind dies keine Gespräche, es ist der Austausch von Positionen, die man beabsichtigt nicht zu ändern. Mich würde mehr interessieren welche Waffen die Engländer mit Flugzeugen zwei Tage vor dem russischen Kriegsbeitritt in die Ukraine flogen und warum Deutschland strikt den Überflug verbot. Waren dies eventuell Atomwaffen, oder nur eine geschickte Kriegslist um Russland zum sofortigen Handeln zu drängen?

  8. „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“
    Wenn das mal nicht zur eigenen Mythenbildung beiträgt, dann weiß ich auch nicht.

    „erlauben sich Russen einen freien Blick auf ihre über tausendjährige Geschichte.“
    Alle Russen blicken aber nur ein Zar denkt und lenkt. Da hätte der Rest auch liegen bleiben können.

    Das Verbindente sind also die Abwehr der asiatischen Reitervölker. Was kommt als nächstes? Da war doch noch was mit dem gemeinsamen Ursprung in Ostafrika.

    Da bleibt echt kein Propagandaauge mehr trocken.

    1. „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“

      Freie Journalisten gibt’s auch noch, „Freie Journalisten“, das ist wie „freie Ärzte“, also Kurpfuscher, die sich ohne Zulassung illegal betätigen bis sie auffleigen. „Freie Journalisten“, das ist wie „freie Ingenieure“, die in ihrer Bewerbungsmappe gefälschte Uni-Abschlüsse einreichen, dann aber früher oder später doch auffliegen.

  9. Der Autor geht doch viel zu weit, und das offensichtliche wird gar nicht erst erwähnt:

    Erstens führt die NATO ziemlich offen einen Luftkrieg gegen Russland. Ohne westliche Waffen, westliche Satelliten und Unmengen von Geld könnte die Ukraine gar nichts tun. Außer Steine über die Grenze schmeißen. (Mit „Schlafwandeln“ hat das übrigens nichts zu tun! Man bombardiert Moskau nicht „im Schlaf“.)

    Zweitens wird dieser Luftkrieg durchaus gezeigt – Bilder von brennenden Raffinerien, Lagern etc. werden als „ukrainische Erfolge“ gefeiert. Gleichzeitig darf – betreutes Denken! – nicht gesagt werden, daß „unsere Jungs“ dort Krieg führen. Es ist den Medien doch offensichtlich nicht gestattet, hier „eins und eins zusammenzuzählen“.

    Warum macht man diesen Zirkus?

    Offenbar möchte man den erwarteten/erhofften russischen Gegenschlag als „überraschenden unprovozierten Angriff“ verkaufen.

    Warum? Das wäre das Thema …

  10. Ein Krieg der Nato gegen Russland, was noch vor 5 Jahren unvorstellbar schien, erscheint heute unabwendbar.

    Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.

    Dazu kommt, dass die gleichgeschalteten Main-Stream-Medien nicht nur ausschließlich Meldungen die aus der Ukraine kommen verbreiten, sondern dass die EU versucht durch immer mehr Druck auf unliebsame alternative Medien, alternative Meldungen zum Schweigen zu bringen. (Dafür können genügend Beispiele gebracht werden.)

    Dazu kommt, dass der Abbau von Sozial-Leistungen immer mehr als alternativlos dargestellt werden, während die Gelder für die Ukraine und für Rüstung unbegrenzt erscheinen und dass heute weit und breit kein Politiker aus Europa wie Jeremy Corbyn oder Sahra Wagenknecht in Sicht ist, die ehrlich an einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert sind.

  11. „Die Rolle authentischer Beschützer des westlichen Wertefundaments und der Sicherheit der Bürger fällt damit zunehmend freien Journalisten zu.“

    Erst hat der Westen mit Umsicht und Scheinheiligkeit in der Ukraine einen Krieg angezettelt, dann haben sich westliche Politiker die Haare zu Berge toupieren lassen, sich vor den Kameras über den furchtbaren „russischen Angriffs-und Vernichtungskrieg“ entsetzt und nun verlängern sie den Krieg zum Schaden der armen in den Krieg gepressten Ukrainer, wo es nur geht.

    Welches Wertefundament liegt diesen Handlungen zu Grunde? Und warum sollte man es verteidigen?

  12. Es erscheint jedem rational denkenden Menschen als sehr dumm, dass der Krieg mit europäischen Waffen, das sind auch solche, die von den Amerikanern gekauft wurden, nach Russland hineingetragen wird. Mit russischen Gegenschlägen ist zu rechnen, wenn auch nicht atomar. Es kommt mir vor, als seien solche Angriffe geradezu erwünscht, zumindest von Deutschland.
    Die BRD hat zwei Feinde, einen äußeren und einen inneren, nämlich Russland und AfD. Der Ukrainekrieg richtet sich gegen beide, denn in dem Fall, dass irgendwo in Deutschland eine russische Bombe auf einer deutschen Rüstungsfirma niedergeht, wird der Verteidigungsfall ausgerufen, in dem Wahlen ausgesetzt werden, wodurch die „Machtergreifung“ der AfD verhindert wird. Ein Verbot der AfD ist dann nicht mehr ausgeschlossen. Der Verteidigungsfall besteht so lange, bis Russland kapituliert + sechs Monate darüber hinaus. Das kann verdamp lang dore, nit?
    (Gerade fällt mir ein, dass die Linke und das BSW nach einem AfD Verbot auch nicht mehr gebraucht werden. Ein Großreinemachen wäre auch möglich.)

  13. „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“
    ( Willy Brandt, 3. November 1981 )

    Es ist anschließend niemand mehr existent, der sich darüber, wer schuld ist,
    oder angefangen hat, Gedanken machen könnte.
    Bis dahin hat der mit der Knarre in der Hand immer recht.

  14. Kriegstreiber wie Merz, Wadephul, Pistorius, von der Leyen weigern sich zu akzeptieren, dass Russland sich durch eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedroht fühlt, und Warnungen Russlands mit Atom-Schlägen zu reagieren, sollte Russland seine Existenz als bedroht ansehen, werden als bloße Einschüchterungsversuche Russlands abgetan.

    1. Dem möchte ich ganz entschieden widersprechen, denn wenn dem so wäre, müssten die von Ihnen Aufgezählten mit einer derart eingeschränkten mentalen Erkenntnisfähigkeit bedacht worden sein, dass von einer pathologischen Idiotie gesprochen werden müsste.

      Die Analogie zur Kuba Krise 1962 erschliesst sich Jedem von normaler Intelligenz, wenngleich der Abstand Kuba Washington 1900 km sind, die zwischen Ukraine Moskau nur 400km, was die Reaktionszeit nur verkürzt und die Gefahr vergrössert.

      Merkel nannte bereits 2008 die Einladung der Ukraine in die NATO eine „Kriegserklärung“ für Putin und Burn’s entsetzter Brandbrief „Njiet means Njiet“ unterstrich unmissverständlich ihre Einschätzung. Also, Sie wussten, was sie tun und taten es dennoch!

      Wer es bis dahin dennnoch nicht verstanden hat, konnte dann am 7. Dez. 23 den scheidende NATO-Generalsekreatär Stoltenberg einfach zuhören, der sich vor dem EU-Parlament ehrlich machte:

      „Der Hintergrund war, dass Präsident Putin […] einen Vertragsentwurf schickte, […] Er wollte, dass wir dieses Versprechen unterschreiben, die NATO niemals zu erweitern. […] Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um zu verhindern, dass die NATO, noch mehr NATO, an seine Grenzen rückt. “

      Also, dass die NATO-Osterweiterung zumindest einer der Kriegsgründe war, dürfte den von Ihnen Aufgezählten durchaus bekannnt gewesen sein.

      q.e.d.

      Auch die Gefahr einer nuklearen Eskalation dürfte Ihnen durchaus bekannt sein. Bereits im Herbst 2022, als Russland militärisch kurz unter Druck geriet, sah die CIA eine 50:50 Chance für den Einsatz taktischer Nuklearwaffen und Biden verschiffte eilig ABC Ausrüstung in die Ukraine. (s. NY-Times 7. März 24 in „THE BRINK“). Rolf Mützenich (SPD) hat dies auch im Parlament thematisiert, wenngleich er für seine Ehrlichkeit abgestraft wurde, denn dem offiziellen Regierungs-Narrativ, die durchaus reale nukleare Gefahr als „Bluff“ zu negieren. darf natürlich nicht widersprochen werden.

      Also, die von Ihnen aufgezählten Politiker wissen, dass sie mit dem Leben von 80Millionen Bundesbürgern pokern, die sie aber offenkundig für andere Interessen billigend zu opfern bereit sind. Der Amtseid „…Schaden vom Deutschen Volke abzuwehren ….“ ist Anbetracht dessen nur wenig geeignet, die Deutsche Politik noch zu erklären.

      Wer kann, der warte nicht, dass sich wie in der Ukraine die Grenzen schliessen, sondern fliehe aus diesem Land vor 2029!

    2. Dem möchte ich ganz entschieden widersprechen, denn wenn dem so wäre, müssten die von Ihnen Aufgezählten mit einer derart eingeschränkten mentalen Erkenntnisfähigkeit bedacht worden sein, dass von einer pathologischen Idiotie gesprochen werden müsste.

      Die Analogie zur Kuba Krise 1962 erschliesst sich Jedem von normaler Intelligenz, wenngleich der Abstand Kuba Washington 1900 km sind, die zwischen Ukraine Moskau nur 400km, was die Reaktionszeit nur verkürzt und die Gefahr vergrössert.

      Merkel nannte bereits 2008 die Einladung der Ukraine in die NATO eine „Kriegserklärung“ für Putin und Burn’s entsetzter Brandbrief „Njiet means Njiet“ unterstrich unmissverständlich ihre Einschätzung. Also, Sie wussten, was sie tun und taten es dennoch!

      Wer es bis dahin dennoch nicht verstanden hat, konnte dann am 7. Dez. 23 den scheidende NATO-Generalsekreatär Stoltenberg einfach zuhören, der sich vor dem EU-Parlament ehrlich machte:

      „Der Hintergrund war, dass Präsident Putin […] einen Vertragsentwurf schickte, […] Er wollte, dass wir dieses Versprechen unterschreiben, die NATO niemals zu erweitern. […] Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um zu verhindern, dass die NATO, noch mehr NATO, an seine Grenzen rückt. “

      Also, dass die NATO-Osterweiterung zumindest einer der Kriegsgründe war, dürfte den von Ihnen Aufgezählten durchaus bekannnt gewesen sein.

      q.e.d.

      Auch die Gefahr einer nuklearen Eskalation dürfte Ihnen durchaus bekannt sein. Bereits im Herbst 2022, als Russland militärisch kurz unter Druck geriet, sah die CIA eine 50:50 Chance für den Einsatz taktischer Nuklearwaffen und Biden verschiffte eilig ABC Ausrüstung in die Ukraine. (s. NY-Times 7. März 24 in „THE BRINK“). Rolf Mützenich (SPD) hat dies auch im Parlament thematisiert, wenngleich er für seine Ehrlichkeit abgestraft wurde, denn dem offiziellen Regierungs-Narrativ, die durchaus reale nukleare Gefahr als „Bluff“ zu negieren. darf natürlich nicht widersprochen werden.

      Also, die von Ihnen aufgezählten Politiker wissen, dass sie mit dem Leben von 80Millionen Bundesbürgern pokern, die sie aber offenkundig für andere Interessen billigend zu opfern bereit sind. Der Amtseid „…Schaden vom Deutschen Volke abzuwehren ….“ ist Anbetracht dessen nur wenig geeignet, die Deutsche Politik noch zu erklären.

  15. Dazu kommt, dass die gleichgeschalteten Main-Stream-Medien nicht nur ausschließlich Meldungen die aus der Ukraine kommen verbreiten, sondern dass die EU versucht durch immer mehr Druck auf unliebsame alternative Medien, alternative Meldungen zum Schweigen zu bringen. (Dafür können genügend Beispiele gebracht werden.)

  16. Leicht Off-Topic, aber: Inzwischen ist im Forum so wenig los, dass die Trolle sich schon gegenseitig die Bälle zuspielen. (Hoffentlich sind Kommentare zum Thema „Fußball“ überhaupt erlaubt?)

    1. Die Kommentare sind zunehmend auf Spiegel Online-, Zeit-, taz-Niveau bzw. ARDZDF. Man könnte eigentlich den Kommentarbereich meiden, wenn nicht dann und wann etwas Sinnvolles gepostet würde.

  17. Dieser Satz, „Victor Hugos Projekt der Vereinigten Staaten von Europa (vorgestellt 1849) umfasste selbstverständlich auch Russland!“ ruft bei mir folgende Erinnerung wach:

    Es war 2008 oder 2009, also lange vor dem Euro-Maidan 2014 und dem Ukraine-Krieg ab 2022. Im zentralen U-Bahnhof in der Innenstadt war ein Riesenplakat von Europa zu sehen. Dieses Europa endete mit der Ukraine, Moldawien und Georgien, dahinter ein Riesengebiet ohne Namensnennung in Grau abgebildet, wahrscheinlich Russische Föderation und Belarus zusammen. Über diese optische Ausgrenzung, die offenbar schon damals als politische Ausgrenzung gemeint war, reagierte ich mit Entsetzen.

    Vielleicht hing dieses Plakat auch andernorts? Kann sich jemand daran erinnern?

    1. Nein, ich kenne das Plakat nicht. Aber danke für den Hinweis, zeigt er doch, dass die Verantwortlichen nicht erst 2014 oder etwa danach angefangen hätten, Russland als nicht europäisch einzustufen. Ja, ihm sogar den Status eines Landes nicht zugestehen, das auf der Karte angezeigt wird …
      nicht, dass mir das nicht klar ist, doch man kann es nicht oft genug belegen……

  18. Ich ging bis jetzt davon aus dass eine Regierung Frieden für ihre Bevölkerung will und ein auskömmliches Verhältnis mit dem größten Nachbarn eine Grundbedingung dazu ist. Der Regierung in der UA, die mit dem Maidan gestürzt worden ist, war das klar, den nachfolgenden nicht mehr. Dazu kommt, dass mit Abspaltung der Krim und des Donbass die Mehrheiten für die prorussischen Regierung nicht mehr da waren. Die vorherrschende Stimmung in Polen, im Baltikum und in der UA ist es Rache für die Niederlagen gegen Russland zu nehmen und einen „finalen Sieg“ zu erringen.
    Leider wird Russland nicht besiegbar sein. Der Glaube, dass jeder Ukrainer mit einer spendierten Drohne über Russland fliegt und bombt und am Ende Selenski im weißen Ross in den Kreml einreitet und eine Siegesrede hält, Russisch kann er ja von Geburt an und als Spaßmacher im russischen Fernsehen, hat m.E. keine reale Grundlage. Woher die Krieger im Westen wissen, dass eine Armee, die über ein Vernichtungspotential verfügt, dieses nicht einsetzen wird, wenn sie vor der Niederlage stehen sollte, ist mir nicht klar. Und das F, GB und die USA darauf entsprechend antworten, betonen sie auch nur am Sonntag wie es im Ernstfall aussieht???
    Wie werden uns die Zerstörung von Kramatorsk noch ein bisschen weiter anschauen dürfen bevor die Realisten eine Chance haben.

  19. Nun Herr Karganov ist nich der einzige der mittlerweile einen Hass auf die deutsche Regierung entwickelt..

    Die ganze Diskussion ob und warum ist mir persönlich jedenfalls ziemlich egal. Immerhin kriecht man Israel heute immer noch in den Allerwertesten obwohl Deutschland damals wesentlich mehr Russen umgebracht haben als Menschen jüdischen Glaubens. Die Ukraine sieht sich im Geiste dessen und ehrt die Nazi Schlächter von damals, das allein sollte für uns Deutsche schon Grund genug sein sich deutlich vom Selenskij Regime zu distanzieren.

    Da würde Ich mir persönlich etwas mehr Taktgefühl bei der deutschen Regierung im Umgang mit der russischen Föderation wünschen (auch den Polen gegenüber), der Unmut bei den Russinen und Russen ist durchaus verständlich.

    Und so weit Ich sehen kann war die Übernahme der Donbas regionen durch Russland Völkerrechtlich in Ordnung man hat ja sogar ein Referendum gemacht und die Bevölkerung hat überwiegend für den Anschluss an die russische Föderation gestimmt..

    „Europa“ hat also kein Recht sich da einzumischen. Als Deutscher sehe Ich das pragmatisch! Die Untestützung des Kiever Regimes bringt und überhaupt nichts außer Probleme, wir hätten uns von vorneherein da raus halten sollen. Aber anstatt das richtige zu tun hat unsere Regierung seit Corona lieber haufenweise GONGO’s finanziert (Gouvermental Organized Non Gouvermental Organizations e.G Correktiv, Bellincat etc..) die jeden Wiederstand gegen die Beteiligung am Krieg unterdrückt haben. Gleichzeitig begann man das Netz zu Zensieren und die GONGO’s unterwanderten die Parteien um uns weiter in den Schlamassel mit rein zu ziehen..

    Die Unterstützung des Ukrainischen Regimes bringt uns nichts weiter als Probleme und weitere Schulden..
    Deshalb sollten wir es einfach bleiben lassen und alle Politikerinnen und Politiker die weiterhin darauf drängen zum Teufel jagen.

    Weitere Maßnahmen wären NATO Austritt. Und falls Europa nicht endlich Demokratischer wird, auch der Austritt aus der Europäischen Union. Ich will nun mal in Frieden leben und deshalb sollten wir uns wie die Schweiz neutral verhalten. Wer das nicht einsieht der nimmt wissentlich in Kauf, dass es bei uns bald wieder so aussieht wie nach dem zweiten Weltkrieg..

    Dabei ist die Geschichte der Ukraine und Russland für mich auch nicht erheblich, denn wenn Herr Selnenskij sich mit seinem Nachbarn anlegt dann ist das sein Problem oder das der Ukraine. Da die Flüchtlingsströme und die Militärschulden aber uns alle stark Belasten wäre es das Vernünftigste alles zu tun damit der Krieg endlich endet und das Bedeutet, dass wir die Ukraine erst mal nicht mehr weiter Unterstützen und russland nicht weiter unter Druck setzen.
    Wenn Herr Selenskij weiter seine Bürgerinnen und Bürger opfern will dann kann er das gerne aus eigener Tasche finanzieren.

    Die Waffengeschäfte machen fast alle Menschen Ärmer, sie fördern die Korruption und sie bedrohen uns alle!
    Und wir haben im Moment genug eigene Probleme die wir dringend mal angehen sollten und es durchaus legitim die eigenen Probleme zu priorisieren.

    Das ist nicht unser Krieg und Ich will mich auch nicht daran beteilligen und wenn Ihr das genauso seht dann steht endlich auf und regt euch auf damit dieser Wahnsinn endlich endet! Ansonsten dürfen wir uns auch nicht beschweren wenn hier wieder alles in Schutt und Asche liegt.

    Deshalb:
    Ukraine raus aus dem Donbas!
    Keinen Cent mehr für Nato und Aufrüstung!
    Weg mit Politikern und Politikerinnen welche uns weiter ins Elend treiben!
    Wenn Europa nicht endlich demokratischer wird, dann kann die Europäische Union gerne ohne uns weiter existieren!
    Solidarität mit den Flüchtlingen solange man befürchten muss, dass sie vom kiever Regime verheizt werden!
    Für ein neutrales und friedliches Deutschland!

    Mfg Makrovir

  20. Ich möchte hier auf dieses hervorragende Gespräch auf Neutralitiy Studies hinweisen
    https://www.youtube.com/watch?v=69kvl00fXME
    Sie stellen Russland immer wieder als machthungrigen Tollwütigen dar. Doch die Wahrheit ist, dass – ganz gleich, wer die Führung in Moskau (oder St. Petersburg) innehatte – alle Anführer vor allem eines wollten: Sicherheit. Sicherheit vor Jahrhunderten der Invasionen. Aber wie lässt sich das einem Westen vermitteln, der darauf versessen ist zu behaupten, der Kreml sei eine expansionistische Macht?

    Professor Alistair Renfrew von der Durham University spricht über das langjährige Missverständnis des Westens in Bezug auf die russische Sicherheitspolitik. Er untersucht die russischen Ängste vor Invasionen, die Intervention im Bürgerkrieg, die NATO-Erweiterung, Georgien, die Ukraine, den Minsker Prozess, gescheiterte Friedensverhandlungen und die Wiederaufrüstung Europas. Renfrew argumentiert, dass Russlands Politik im Wesentlichen defensiv sei, und warnt, dass Europa Risiken eingehe, ohne einen klaren Weg zum Frieden zu haben.
    Zeitmarken:
    00:00:00 Einführung
    00:01:05 Warum Russland missverstanden wird
    00:05:11 Sowjetische Ängste und ausländische Intervention
    00:10:08 Alliierte Intervention 1918–22
    00:13:42 Die bleibenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs
    00:17:22 Warum Russlands Botschaft ignoriert wird
    00:27:23 Georgien und die Provokationsfalle
    00:31:34 Minsk, Donbas und die Gespräche von 2022
    00:35:27 Wer profitiert vom Krieg?
    00:43:26 Warum Europa wieder aufrüstet
    00:50:24 Kann Russland einen größeren Krieg vermeiden?
    00:54:14 Wo man Alistair Renfrew folgen kann

  21. Wenn man das so ließt was Karaganov so vorschlägt, denkt man vielleicht an einen impulsiven Mann, welcher mit gehobener Stimme, geballter Faust und Schaum vorm Mund mit der Atombombe droht. Aber in Wirklichkeit ist er dabei völlig gelassen und kalt, spricht leise und ruhig und mit einem ständigen Grinsen im Gesicht. Wirkt ein wenig unheimlich fast schon wie Hannibal Lecter.

    Aber, eins muss man doch erwähnen. Karaganov sagt nicht man müsse es jetzt sofort tun. Er betont ständig, dass er dieses Szenario lieber vermeiden möchte. Er sagt einfach nur, das ist eines der möglichen Szenarien, eine mögliche Lösung wie man Europa wieder zur Vernunft und vom Kriegskurs abbringen könnte. Der Kern seines Standpunktes ist, dass ein großer allumfassender Krieg durch eine solche präventive Warn-Aktion verhindert werden könne. Er meint, dass ein gewaltiger Schock und die darauf folgende Angststarre Europa davon abhalten könne sich in Illusionen zu wiegen und blind in ein noch viel schlimmeres Szenario (allumfassender Atomkrieg) reinzurutschen. Er geht davon aus, dass es eine Demonstration der Stärke benötigt um Europa wieder wachzurütteln und dass Worte alleine nicht reichten und ein Exempel statuiert werden müsste. Aber er sagt nicht, dass es jetzt schon der Einzige weg aus der Eskalation sei. Er sagt, dass Alles auf einen Punkt zusteuert, an dem Russland in eine Lage gebracht werden könnte, indem es über diese Entscheidung ernsthaft nachdenken müsste.

    Aber ich persönlich sehe es nicht, dass Russland an einem Punkt wäre, an dem man über sowas ernsthaft nachdenken müsste. Nicht einmal in der Nähe. Es läuft gut für Russland. War of Attrition funktioniert. Die Schläge in Russland sind zwar nervig, aber sind nicht kriegsentscheidend und tragen eher einen symbolischen Charakter. Sie ändern nichts an dem Verlauf des Krieges. Die russische Führung ist viel zu schlau um sich jetzt auf einen Krieg mit der NATO provozieren zu lassen. Russland wird ganz sicher nicht zuerst NATO Länder angreifen. Auch nicht konventionell, geschweige denn atomar. Dieses Gefallen wird Russland den westlichen Kriegstreibern nicht tun. Es wird den Westen einfach weiter ignorieren und weiter stur an seinen Zielen in der Ukraine festhalten und nur dort eskalieren. Wenn es erforderlich ist, dann halt bis von der Ukraine nichts mehr übrig bleibt und es gar keinen Streitgegenstand mehr gibt.

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