Amerikas neue Weltordnung

US-Flagge vor Bäumen
Tony Webster, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Auf der Sicherheitskonferenz 2025 hatte US-Vizepräsident J.D. Vance den Europäern noch die Leviten gelesen. In diesem Jahr kam Außenminister Rubio mit dem Angebot einer neuen Ordnung. Auf welchem Weltbild beruht sie und wie realistisch sind dessen Grundlagen?

Als J.D.Vance im vergangenen Jahr die Bühne bei der Münchener Sicherheitskonferenz betrat, war er noch der neue Besen, der gut kehrt. Die MAGA-Bewegung in den USA strotzte vor Kraft nach dem Wahlsieg ihres Präsidenten Donald Trump. Vance las den Europäern ordentlich die Leviten. Das betraf besonders jenen Bereich, in dem sie sich immer wieder gerne als die Weltmeister darstellten: die Werteorientierung. Hierin fühlten sie sich allen anderen Nationen moralisch überlegen und glaubten deshalb auch, überall als Zuchtmeister und Oberlehrer auftreten zu können. Dass ihnen gerade in diesem Bereich Vance die Kompetenz absprach, hatte sie schwer getroffen.

Neue Besen

Wenn sich auch einige von Amerikas Wunschträumen inzwischen der Wirklichkeit hatten beugen müssen, war der damalige Auftritt von Vance der erste Wermutstropfen, den der große Bruder auf der anderen Seite des Atlantiks den Verbündeten verabreichte. Es blieb nicht der einzige. Die USA scherten aus der Unterstützung der Ukraine. Zudem bootete Trump die Europäer aus, indem er sich über ihre Köpfe hinweg mit Putin ins Benehmen setzte über die Beendigung des Krieges und die Aufteilung der ukrainischen Beute.

Die Amerikaner gaben zu verstehen, dass sie keine Einwände haben gegen die Abtretung der Ostukraine an Russland, schließlich hatten sie sich doch bereits die Schürfrechte für die Restukraine gesichert. Und die Russen hatten schon deutlich gemacht, dass der Friede in der Ukraine Amerikas Schaden nicht sein wird. Nun muss nur noch der Frieden kommen, damit amerikanische Unternehmen diesen Schatz endlich heben können. Darüber hinaus locken auch in Russland gute Geschäfte für Trump und die amerikanische Wirtschaft.

Außerdem hatten die neuen Besen in Washington damit begonnen, den Europäern die Waffen für die Ukraine in Rechnung zu stellen. Die Amerikaner waren nicht mehr bereit, sie auf eigenes Risiko an Kiew zu liefern. Nach dem Frieden dürften die Europäer vermutlich bei der Aufteilung der Beute in die Röhre schauen und auf den Schulden für die Unterstützung der Ukraine sitzen bleiben. Denn wahrscheinlich wird Kiew diese niemals bedienen können.

Damit aber nicht genug der amerikanischen Zumutungen. Als nächstes kamen neue Zölle, mit denen Trump den Europäern klar machte, welche Rolle er ihnen in den neuen Beziehungen zuwies. Europa war nichts weiter mehr als die Melkkühe für die Gesundung der amerikanischen Wirtschaft. Zölle auf europäische Produkte sollten die amerikanischen Staatseinnahmen heben und die Defizite senken. Sie sollten darüber hinaus auch europäische Unternehmen in die USA locken, um auf diesem Wege die Zölle zu umgehen.

Aber all diese Kröten wäre man von europäischer Seite bereit gewesen zu schlucken, hätte Trump nicht den ergebensten Verbündeten militärisch gedroht. Er verlangte Grönland für die USA und hatte den Einsatz von Waffengewalt zur Erlangung dieses Ziels nicht ausgeschlossen. Inzwischen ist er zwar zurückgerudert, aber die Europäer trauen den USA nicht mehr. Das Verhältnis ist zerrüttet. Es wird immer deutlicher, dass der alte Bundesgenosse USA mit eisernem Besen durch die alte Weltordnung fegt und auch vor altgedienten Freunden nicht Halt macht. In dieser Hinsicht sorgte US-Außenminister Rubio in München für Klarheit: Die alte Ordnung gibt es nicht mehr.

Altes Denken

Aber auch diese alte Ordnung, die sogenannte regelbasierte, war eine amerikanische. Die USA haben also kurzerhand nur das Hemd gewechselt. Was das Neue in dieser neuen Ordnung sein und was sie bringen soll, hatte Marco Rubio in München unmissverständlich zum Ausdruck gebracht: „Wir dürfen die globale Ordnung nicht länger über die nationalen Interessen unserer Länder stellen“(1). Rubio wie auch Trump und die gesamte MAGA-Bewegung sehen nicht oder wollen nicht wahrhaben, dass auch die bisherige Ordnung eine amerikanische war und in erster Linie amerikanischen Interessen gedient hatte. Aber die „dogmatische Ideologie des freien und unregulierten Handels“(2) hat ausgedient.

Diese Ideologie, bekannt als Globalisierung, war von den Amerikanern angestoßen worden durch die Öffnung des Westens gegenüber China. Die Volksrepublik hauchte den alten Industrien, besonders der Textil- und eisenverarbeitenden Industrie, die im politischen Westen keine ordentliche Rendite mehr abwarfen, neues Leben ein. Ganze Industriebereiche verlagerten ihre Produktion nach China, ohne dass sie dazu gezwungen worden wären. An dessen Werkbänken trafen sie auf billige, hoch motivierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte. China wurde zur Frischzellenkur für den westlichen Kapitalismus.

Aber von Globalisierung spricht heute keiner mehr in den USA. Stattdessen haben westliche Theoretiker die regelbasierte Ordnung ausgerufen. Schon dieses Schlagwort war ein Eingeständnis der veränderten wirtschaftlichen Bedingungen. China war nicht länger die Werkbank der Welt. Die Volksrepublik hatte für sich die Welt als Markt entdeckt und sich weitgehend unabhängig gemacht von den ehemaligen Kapitalgebern aus dem politischen Westen. Sie war aufgestiegen von der Werkbank der Welt zum Konkurrenten auf dem Weltmarkt. Dem versuchte man, Einhalt zu gebieten, indem der politische Westen neue Regeln schuf, die sogenannte regelbasierte Ordnung.(3)

Er schuf diese eigenmächtig, verordnete sie aber für den Rest der Welt.  Doch auch sie erwiesen sich als ungeeignet, den Höhenflug Chinas aufzuhalten. Als die großen Verlierer dieser Entwicklung sehen die USA sich gezwungen, die bisher gültige globale Ordnung wieder den „nationalen Interessen unserer Länder“ unterzuordnen. Aber gerade Europa ist der beste Beweis für die Irrationalität dieses Denkens, das die MAGA-Bewegung als verheißungsvolle Offenbarung und weitblickende Weisheit betreibt. Gerade die Betonung der nationalen Interessen hatte im 20. Jahrhundert nicht nur dem Kontinent selbst, sondern auch dem Rest der Welt unermessliches Leid gebracht.

Rubio will den gesamten politischen Westen für die neue Vision der MAGA-Bewegung gewinnen. Vielleicht steckt dahinter die Ahnung, dass die USA es alleine nicht werden aufnehmen können mit China und Russland und all den anderen Staaten, die der Bevormundung durch den politischen Westen überdrüssig sind. Von jenen sehen sich Rubio und seine Gesinnungsgenossen bedroht. Wie bereits die neue Sicherheitsstrategie zeigte, befürchtet man die eigene „zivilisatorische Auslöschung“, durch die Migrationsbewegungen in der Welt. Ihm geht es darum, die „westliche Zivilisation zu schützen, zu stärken und die westliche Vorherrschaft zu sichern“(4).

Um die Europäer dafür zu gewinnen, appelliert er an Gemeinsamkeiten: die „große europäische Kultur, die gemeinsame Geschichte, die gemeinsame westliche Zivilisation“(5) und vor allem der christliche Glaube. Besonders letzterer ist für ihn das Verbindende zwischen Amerika und Europa, die gemeinsame Wurzel. Doch beide verbinden auch die Niederlagen der vergangenen Jahre: Das Ende der Kolonialherrschaft durch die Befreiungskriege und die Herrschaft des Kommunismus. Gegen den Niedergang will er neue Hoffnung verbreiten, dass der „Westen nach 500 Jahren expansiver Geschichte nun ein weiteres Kapitel seiner Dominanz schreiben müsse“.(6)

Neue Widersprüche

Rubio spricht von „unseren Ländern“ und meint damit die des politischen Westens. Die globale Mehrheit wird aus diesem Weltbild ausgeschlossen. Auch andere Religionen außer dem Christentum bedeuten ihm wenig. Die MAGA-Bewegung ist weiß und christlich, sieht sich in der Tradition der europäischen Kultur, entstammt denselben Wurzeln, erinnert an Herrenmenschendenken. Damit scheint Rubio bei den Europäern Anklang finden zu wollen. Gleichzeitig macht er aber auch deutlich: „Wir sind bereit, wenn nötig, dies allein zu tun. Auch wenn man es lieber zusammen mit den Freunden in Europa täte.“(7).

Das heißt, die Europäer können sich anschließen, aber untergeordnet unter den Vorstellungen der USA. Nach diesen Worten lässt er Taten folgen. Er hielt er sich nach der Konferenz nicht lange mit den alten Verbündeten in München auf, sondern stattete den neuen Freunden in Ungarn und der Slowakei einen Besuch ab. Er, Trump und die gesamte MAGA-Bewegung warten nicht auf die Entscheidung der alten Gefolgsleute, denn man hat in Europa schon neue gefunden, die den MAGA-Gedanken von der Betonung der eigenen Interessen voll unterstützen.

Ob die Politikvorstellungen der USA und der Slowakei wirkliche so weit übereinstimmen, wenn Rubio erklärt „seine Regierung erwarte von jedem Land der Welt, im eigenen Interesse zu handeln“(8), oder geht es dabei nicht doch eher um Wortmeldungen für die abendlichen Nachrichtensendungen? Angesichts der Wahlen in Ungarn versicherte er Victor Orban, dass „Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg“(9). Doch gilt das alles noch, wenn die Interessen nicht übereinstimmen?

Ein Konfliktpunkt zwischen den USA auf der einen und den neuen Freunden in Ungarn und der Slowakei besteht bereits in der Lieferung russischen Öls. Es scheint im amerikanischen Interesse zu liegen, Russland vom europäischen Energiemarkt zu verdrängen. Dementsprechend verlangt man auch von den Freunden in Ungarn und der Slowakei, „sich von russischen Energielieferungen zu lösen“(10). Da geraten die amerikanischen nationalen Interessen mit denen nationalen Interessen Ungarns und der Slowakei in Konflikt. Beides geht wahrscheinlich nicht.

Und noch widersprüchlicher wird die wohl gemeinte Erklärung Rubios, den nationalen Interessen Vorrang zu gewähren, wenn sie auch von China, dem Iran, Russland, Kuba und so vielen anderen sanktionierten Staaten in Anspruch genommen wird. Denn auch der Iran hat ein nationales Interesse an seiner Urananreicherung und dem Erhalt seiner Raketenbestände. Denn was der Atommacht und die Raketengroßmacht USA recht ist, dürfte nach der scheinbar wohlwollenden Erklärung Rubios in Bratislava dem Iran und Nord-Korea billig sein: Der Besitz von Raketen und Atomwaffen zu ihrem eigenen Schutz, so wie sie ihn verstehen.

Die USA und die Theoriedesigner der MAGA-Bewegung begeben sich mit ihrer neuen Ordnungsvorstellung in erheblich Erklärungsnöte und politische Schwierigkeiten. Zwar können sie sich selbst mit ihrem Vorrang der nationalen Interessen aller Beschränkungen in der Anwendung von Gewalt entledigen. Aber das gilt auch für alle anderen Staaten der Welt. Entweder können die MAGA-Theoretiker nicht so weit denken oder aber sie verstehen die nationalen Interessen anderer Staaten nur im Geleitzug mit dem amerikanischen nationalen Interesse.

Wenn auch viele Staatslenker in den Erklärungen von Trump und Rubio Vorteile für sich zu sehen glauben, so zeichnet sich aus dem Verhalten der USA doch eher ab, dass die Betonung des nationalen Interesses alleine als ein amerikanisches Vorrecht angesehen wird. Anderen Nationen dürfte das nur so lange eingeräumt werden, wie es den US-Interessen dient oder zumindest nicht im Wege steht. Das hat man mit der Idee von der Globalisierung schon versucht wie auch mit der regelbasierten Ordnung. Die Entwicklung aufhalten aber konnten diese wohlklingenden Theorien nicht. Immer deutlicher zeigt sich, dass die Welt der amerikanischen Vorherrschaft wie auch der des gesamten politischen Westens überdrüssig ist.

 

Fußnoten

(1, 2) Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) 16.2.2026 Wenn der Staub sich legt

(3) Siehe dazu Rüdiger Rauls: Chinas Wirtschaft – auf zur Weltspitze!

(4, 6, 7)  FAZ 16.2.2026 Wenn der Staub sich legt

(8) FAZ 16.2.2026 Rubios neue NATO

(9, 10) FAZ 17.2.2026 Schützenhilfe in der ungarischen Schlammschlacht

Rüdiger Rauls

Rüdiger Rauls
Erlernter Reprofotograf und Lernsystemlektor, später selbständig als Betreiber von Nachhilfe- und Sprachinstituten in Rheinland-Pfalz und im angrenzenden Luxemburg. Neben zahlreichen Artikeln zu gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Themen auf meinem eigenen Blog Politische Analyse sowie namhaften Foren und Zeitschriften habe ich seit 2012 mehrere Sachbücher und Romane veröffentlicht.
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18 Kommentare

  1. Was fehlt ist das „Dealmaking“. Alle verfolgen ihre nationalen Interessen aber im direkten Handel gewinnt der Stärkere. So sehen sich die USA.

  2. Wie immer teile ich im wesentlichen die Einschätzungen von Rüdiger Rauls. Er liegt auf meiner Linie!

    Meine „Erkenntnisse“ (ich weiß das ich nichts weiß) gehen im wesentlichen auf den Politikwissenschafter Daniel Marwecki zurück, der aus Bremen stammt und in Hongkong Internationale Beziehungen lehrt. Sein Buch „Die Welt nach den Westen“ empfehle ich zur Lektüre

    https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/im-gespraech/daniel-marwecki-die-welt-nach-dem-westen

    Er beschreibt darin Trump und seine MAGA-Bewegung als die Abstiegsmanager des amerikanischen Imperiums. Die USA machen eine Art Frontbegradigung, sehen China als Hauptfeind und haben eingesehen das sie für einen Zweifrontenkrieg schon zu schwach sind. Deshalb die Friedensbemühungen im Ukrainekrieg. Sie wollen ihr Reich auf ihre eigene Hemisphäre begrenzen, haben aber ihre Hegemonialpläne noch nicht aufgegeben.

    Wir leben in einer Zeit in der die alte Weltordnung langsam stirbt und die neue, multipolare Weltordnung noch in den Geburtswehen liegt. Das ist – frei nach Antonio Gramsci – die Zeit der Monster. Die neue Weltordnung wird aus den Mächtedreieck USA – China – Russland bestehen. Europa spielt nur noch eine Nebenrolle. Aus dieser Sicht erklärt sich auch der von den USA/Israel angedrohte völkerrechtswidrige Angriffskrieg auf den Iran. Unabhängig wie man zum iranischen Regime steht, muß man in diesen Krieg den Iran unterstützen. Das tut China heimlich und offener Russland. In Middle East findet sozusagen die „erste Schlacht“ um die neue Weltordnung statt. Dieser Konflikt könnte auch friedlich, durch die Koalition der Abschreckung Iran – Russland – China gelöst werden. Heute ist dazu der entscheidende Tag, denn die letzte Runde der Verhandlungen Iran – USA läuft. Es könnte ein Abkommen herausspringen, das für den Iran ein klein wenig günstiger ausfällt als der letzte Atomdeal. Sollte dies die USA ablehnen, droht ein großer, regionaler Krieg, der Israel zerstören könnte, viele amerikanische Leben kostet und über die Sperrung der Straße von Hormus die Weltwirtschaft schädigt. Wir alle wären die Verlierer dieses Krieges.

    Damit höre ich hier mal auf!

    1. Es könnte ein Abkommen herausspringen, das für den Iran ein klein wenig günstiger ausfällt als der letzte Atomdeal.

      Da wäre ich skeptisch, denn dann hätte Trump das JCPOA ja besser gleich beibehalten können. Er braucht etwas, dass zumindest optisch ein klein wenig besser zu Israels Gunsten wirkt.
      Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass der Iran den Forderungen der USA hinsichtlich der Trägersysteme entgegenkommt.
      Gesichtswahrend kommt Trump da wohl nicht mehr ohne Militäreinsatz heraus. Fürchterlich verfahren das alles.

    2. Das kann man ja gerne so sehen, aber was die Regionalmacht Russland in dieser Auflistung zu suchen hat, erschließt sich nicht.

  3. Wir haben es echt hinbekommen!
    Eigentlich kann ich nur noch staunen, das die Menschen das hier nicht blicken!
    Die USA lassen hier Raketen aufstellen, propagandistische Zustimmung auf allen Kanälen!
    Wir schneiden uns selbst von der günstigen russischen Energie ab und kaufen den teuren Frackingdreck aus den USA, Zustimmung auf allen Kanälen!
    Die USA verhandeln direkt mit Russland, wir sitzen am Katzentisch, die Rohstoffe nehmen sich die USA, wir werden in die Röhre gucken!
    Die USA erheben Zölle und laden unsere Industrie in großen Teilen zur Produktion in den USA ein.
    Die USA sprengen Nordstream und wir eiern rum, um bloß das Kind nicht beim Namen nennen zu müssen!
    Wir kaufen Rüstungsgüter in den USA für exorbitante Summen, um das Zeug dann an die Ukraine auf Kreditbasis, von dem jeder eigentlich weiß, das wir das eh nie wiedersehen, zu liefern!
    Nun hat man festgestellt, das ein Nordstream-Strang noch intakt ist; der Gipfel wird sein, das die USA den übernehmen und für die Lieferungen schwer abkassieren werden!
    Das muss den Menschen doch alles irgendwie mal auffallen!!
    Gleichzeitig haben wir immer mehr Insolvenzen, die Arbeitslosigkeit steigt und die soziale Schieflage wird immer größer!
    Wie doof sind wir eigentlich, wenn man den Umfragen trauen kann, haben die Oligarchen noch immer hohe Zustimmungswerte!
    Die Mainstremmedien und der ÖRR sind verseucht, alle erzählen denselben Quatsch und das scheint auch niemandem aufzufallen!
    Ich muss ehrlich sagen, das wenn ich hier nicht oft die vernünftigen Ansichten von anderen Forenten lesen könnte, dann würde ich langsam an mir selbst irre werden!
    In meinem persönlichen Umfeld, ob Frau, ob Sohn, ob Schachverein oder Kneipe hält man mich für einen verschwörungstheoretischen Spinner!
    Mit meiner Meinung halte ich nicht hinterm Berg, das fehlt mir auf meine alten Tage noch, aber es ist schier zum Verzweifeln!
    Wie blöd sind unsere Mitbürger eigentlich??
    Da muss man doch mal langsam aufwachen!

    1. Daß 80% der Leute auf die Rund-um-die-Uhr-Propaganda auf allen Kanälen hereinfallen, das überrascht mich nicht. Das eigentlich erschreckende ist jedoch, dass die politisch-mediale Blase ihre Propaganda offenbar selbst glaubt und so sehenden Auges in Deindustrialisierung und Krieg hinein rauscht.

      Ich lese gerade „Doktor Faustus“ von Thomas Mann. Geschrieben am Ende des zweiten WK im amerikanischen Exil, als in Deutschland gerade die Katastrophe passiert. Schon erstaunlich, welche Parallelen man dort manchmal findet.

    2. Kleiner Tipp: Die Lage wird zwar nicht besser, aber die Verzweiflung legt sich, wenn man sich nicht in selbe Boot hockt, wie die Idioten um einen herum. Stichwort: Wir. „Wie doof sind wir eigentlich,…“ Ich bin nicht doof, sondern alle die sich ideell ins nationale Boot setzen. Parteilichkeit macht notwendig dumm. Das ist das was dir auffällt.

  4. Aus Rüdiger Rauls Artikel rauskopiert:

    „[…]Um die Europäer dafür zu gewinnen, appelliert er an Gemeinsamkeiten: die „große europäische Kultur, die gemeinsame Geschichte, die gemeinsame westliche Zivilisation“(5) und vor allem der christliche Glaube. Besonders letzterer ist für ihn das Verbindende zwischen Amerika und Europa, die gemeinsame Wurzel. Doch beide verbinden auch die Niederlagen der vergangenen Jahre: Das Ende der Kolonialherrschaft durch die Befreiungskriege und die Herrschaft des Kommunismus. Gegen den Niedergang will er neue Hoffnung verbreiten, dass der „Westen nach 500 Jahren expansiver Geschichte nun ein weiteres Kapitel seiner Dominanz schreiben müsse“.(6)[…]“

    Gehe mit allem konform nur im Punkt „und vor allem der christliche Glaube“ bzw. „Doch beide verbinden auch die Niederlagen der vergangenen Jahre:….“ sehe ich es doch ein bißchen anders.

    Der „christliche Glaube“ hat spätestens seit der Übersetzung der Bibel durch den Protestanten Martin Luther ins Deutsche – somit zugänglich auch für andere Menschen, die damals des Kirchenlatein nicht mächtig waren seit der Reformation – die ersten Risse bekommen, denn Rest erledigte die berühmte „Epoche der Aufklärung“ im westlichen Teil unseres Planeten – in Europa ebenso wie in den USA durch Philosophen und Religionskritiker wie Voltaire, Kant, Hume, und viele andere bekannte Größen dieser Epoche, die zu einer weitgehenden Säkularisierung der westlichen Welt – mit Ausnahme der USA, wo die Gegenaufklärung nachfolgender Jahrhunderte leider zu den heutigen Evangelisten, und sonstigen religiösen Fundis wie Rubio, Vance, Trump & Co. – führte.

    Diese geschichtlichen Tatsachen Europas, und der westlich-aufgeklärten Geschichtsepoche, einfach unter den berühmten Tisch zu kehren halte ich für nicht sehr hilfreich, ansonsten sehe ich alles so wie Rüdiger Rauls es beschreibt.

    „[…]fowid-Untersuchung.
    Europa wird säkularer – oder? Von Inge Hüsgen
    24. Feb 2026 […]“

    Quelle:

    https://hpd.de/artikel/europa-wird-saekularer-oder-23829

    Im übrigen die Gegenaufklärung schläft ja auch heute nicht, und dem gilt es auch in Europa – nicht allein EU-Europa gemeint sondern auch dem großen Rest Europas – entschieden paroli zu bieten, und da sind Aussagen, wie oben rauskopiert, nicht sehr hilfreich, um es noch einmal zu betonen.

    Säkularer Gruß
    Bernie

    1. @ Bernie

      Max Frisch stellte bereits 1986 fest, „Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb“ .
      „Das Wagnis der Aufklärung, das abenländische Wagnis der Moderne, (ist)weitherum gescheitert.“

      1. @Häretiker

        Danke für den Hinweis, aber Max Frisch ist ja nur 1er von vielen anderen Menschen, und die Aufklärung ist (noch) nicht gescheitert.

        Sie muss eben – frei nach Albert Camus – „Der Mythos des Sisyphos“ den Stein immer wieder auf den Berg rollen – eine Sisyphosaufgabe eben diese Aufklärung, auch heute noch, oder wieder…. ☺️😉

        Übrigens ich muss meine Aussage zu den USA ein bisschen abschwächen – die universitären, Demokraten-nahen US-„Eliten“ sind ja auch pro-Aufklärung drauf, vor allem der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, und „Die neuen Atheisten“( Christopher Hitchens, Sam Harris etc. usf.), zu denen Dawkins auch gehört. 👍

        Säkularer Gruß
        Bernie

  5. Wirklich traurig, Alle tanzen nach der Pfeife des Hegemons.
    Indien kauft jetzt venezolanisches Öl von Chevron, Putin bietet die russische Wirtschaft zum Rückkauf an, der Iran „verhandelt“ mit der Schlinge um den Hals, Schland bezahlt amerikanische Waffen für die Ukraine….. , nur um ein paar Beispiele zu nennen.
    Überall korrupte Kreaturen die bereit sind ihr Volk und Vaterland zu verraten und zu verkaufen.
    Nur wenige haben wirklich Eier. Beispiele dafür, die Houthi oder der Kim in Nordkorea.

    1. @ Harri Kiri

      „Nur wenige haben wirklich Eier. Beispiele dafür, die Houthi oder der Kim in Nordkorea.“

      Zu welchem Preis? Da die Bevölkerung der meisten Staaten (auch Russlands) nicht bereit ist diesen zu zahlen, hat der Hegemon genug Erpressungspotentail. Und die meisten legen es nicht darauf an, zu testen, wann ihm selbst die Luft ausgeht. Manche sehen die Situation im Sanitärbereich der „USS Gerald R. Ford“ als ein Indiz und Hoffnungsschimmer. 😉
      Mal schauen.

    2. nicht alles glauben was im Westen geschrieben und gesagt wird.
      Indien wird sich nicht von den USA erpressen lassen, die werden auch weiterhin russisches Öl kaufen und Putin wird auch
      nicht die russische Wirtschaft umstellen, das sind alles westliche Wunschträume.
      Das mit Iran und Deutschland (EU) stimmt allerdings.

  6. > Außerdem hatten die neuen Besen in Washington damit begonnen, den Europäern die Waffen für die Ukraine in Rechnung zu stellen.

    Wer bezahlt das eigentlich genau? Gibts da einen Länderschlüssel, oder wer bietet mehr?
    Ist das in den 90 Mrd mit drin, wahrscheinlich nicht.
    Auf wievielen Ebenen schicken wir eigentlich Geld an die Ukraine.

  7. Zur neuen multipolaren Weltordnung, deren Anhänger gerade bei Overton zu finden sind, gehört es, die Vereinigten neurotischen Staaten von Nordamerika, das selbsternannte „land of the brave“ einfach links liegen zu lassen.

    Lernt Französisch, Spanisch und/oder Italienisch, oder einfach auch Deutsch (den Unterschied zwischen „das“ und „dass“, nicht wahr), bleibt im Lande und nährt Euch redlich, sprich, bleibt in Europa, pfeift auf die USA, ein Land, das kulturell, wirtschaftlich und moralisch im freien Fall ist.

    Was wären diese Idioten im Weißen Haus noch, schenkte ihnen niemand mehr Beachtung? Der Kaiser ist nackt, zieht endlich daraus Eure Schlüsse.

  8. Ich kann immer nur „USA“ lesen, aber in mir sträubt sich etwas dagegen, denn dem US Volk geht es nicht besser, eher Gegenteil. Und damit steht diese ganze Entwicklung weniger für den Allgemeinbegriff USA, eher Globale Finanzindustrie, die man heute wohl kaum noch als Bestandteil des US Volkes ansehen kann..
    Wenn man nicht mehr sagen darf was man meint, kann man auch nicht mehr meinen was man sagt…

  9. Die USA sind ein Produkt der frühen Neuzeit. Ein echtes Mittelalter gab es bei denen nicht. Aber man kann schon mal den Eindruck haben, dass sie das unbedingt nachholen wollen, insbesondere was politische und gesellschaftliche Strukturen angeht. Ein paar Kreuzzüge dürfen da natürlich auch nicht fehlen.

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