„Willkommen in Auschwitz“: Warum wir Tadeusz Borowskis Erzählungen wieder lesen müssen …

Tor zum ehemaligen KZ Auschwitz
xiquinhosilva, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der polnische Auschwitzüberlebende Tadeusz Borowski war einer der ersten Autoren, der die Erfahrungen in den Konzentrationslagern der Nazis literarisch zu bearbeiten versuchte: „Willkommen in Auschwitz“ ist eines der wichtigsten Zeugnisse der Holocaustliteratur.

Borowski schildert in seinen Erzählungen – 1963 erstmals auf Deutsch erschienen – die Entmutigung des Menschen in der peinigenden Situation der Lager und beleuchtet die Grenzen zwischen Gut und Böse, die zu verschwimmen beginnen, wenn man nicht mehr weiß, wie lange die Hoffnung auf Befreiung hält. Seine unfassbare Lakonie und seine klare Sprache erreicht jede Leserin und jeden Leser, und kein geringerer als der Nobelpreisträger Imre Kertész bezeichnete Borowskis Prosa als einen Schlüssel für sein Verständnis der Entmenschlichung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Schriftsteller Artur Becker hat eine Neuübersetzung veröffentlicht, um Borowskis Vermächtnis neu zu beleben. Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz schreibt Becker, warum wir Borowski mehr denn je lesen sollten.

Tadeusz Borowskis (1922‒1951) Erzählungen „Willkommen in Auschwitz“ gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der Holocaust-Literatur und der literarischen Berichte über den Nazi-Terror auf polnischem Boden zwischen 1939 und 1945. Wie durch ein Wunder überlebte Borowski das Vernichtungslager ‒ auch seine Deportation ins KZ Dautmergen und später nach Dachau. Nach dem Ende des Krieges konnte er über das Rote Kreuz seine große Liebe Maria Rundo, bekannt aus der berühmten Erzählung „Der Abschied von Maria“, wiederfinden. Sie ist ebenso in Auschwitz und dann in dem Frauen-KZ Ravensbrück gewesen.

Mit das Beste, was dieses Genre hervorgebracht hat

Die beiden jungen Liebenden konnten einem viel zu frühen und schrecklichen Tod aus den Händen ihrer Folterknechte entgehen. So würde man vermuten, dass sie nach 1945 ein glückliches Leben in Friedenszeiten begonnen hätten, zumal Borowski eine rasante literarische Karriere in Deutschland, wo er sich bis 1946 aufhielt, startete und in der Volksrepublik Polen erfolgreich fortsetzte ‒ bis hin zum internationalen Erfolg. Aber Borowski hielt den psychischen Druck nicht aus, der auf ihm nach Ende des Krieges lastete, und beging mit 29 Jahren Selbstmord: wenige Tage nach der Geburt seiner Tochter, deren Mutter Maria war. Er schluckte Tabletten und drehte in der Küche das Gas auf.

Wir rätseln bis heute, was der eigentliche Grund für diese Entscheidung gewesen sein könnte. Die Erinnerungen an Auschwitz? An all die sinnlosen und unerträglichen Tode? Schuldgefühle, weil er sich mit den Kommunisten und Stalinisten eingelassen hatte? Auf ein gefährliches Propagandaspiel? Oder vielleicht doch eine unglückliche Liebe? Er hatte seine Maria, konnte er sie betrügen? Wir wissen nicht, was seine Beweggründe für den Suizid waren.

Borowskis Erzählungen, auch die, die nach 1945 spielen und von den Traumata der KZ-Überlebenden ein Zeugnis ablegen ‒ von der Zerstörung der menschlichen Psyche ‒, sind in Polen Klassiker, und für viele Kenner und Literaten wie etwa Imre Kertész gehören sie zum Besten, was dieses Genre im Kontext der industriellen Vernichtung von unschuldigen Menschenleben im Holocaust hervorgebracht hat.

Leider leben wir heute in einer Epoche, in der Albert Camus´ prophetische Worte, die er kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in seinem Vortrag an der Columbia University in New York ausgesprochen hatte, mehr und mehr wahr werden; er sagte nämlich, dass wir bloß nicht glauben sollten, das Gift des Hitlerismus sei nun mit dem Sieg über die Nazis und der Beendigung des Krieges beseitigt. Denn es stecke in jedem von uns.

Die Warnung des Albert Camus

Camus hatte wie immer recht, und seine Worte werden in unserer Zeit wieder oft zitiert; so neulich auch von dem holländischen Philosophen Rob Riemen, in dessen Heimat die Rechtsextremen unter der Führung von Geert Wilders die Parlamentswahlen 2023 gewonnen haben. Eine Rückkehr Donald Trumps auf den Präsidentensessel in den USA ist nicht mehr ausgeschlossen, und dass in Polen die demokratisch-liberale Opposition die Wahlen gewonnen hat, ist auch nicht selbstverständlich. In Deutschland will man in manchen ostdeutschenGegenden, aber auch zunehmend am Rhein oder im Ruhrgebiet vom europäischen Zusammenhalt und Denken nichts mehr wissen. Die AfD ist de facto eine postneofaschistische Partei wie die Partei Orbans in Ungarn oder Melonis in Italien oder Le Pens in Frankreich. In Deutschland dreht sich wieder das Rad der Geschichte, aber in die falsche Richtung.

In einem Interview für die linksliberale Gazeta Wyborcza aus Warschau Ende Dezember 2023 sagte der Philosoph Rob Riemen (Autor von „Asyl für Europa? Die Wiederkehr des Faschismus“) in der Übersetzung von Annette Wunschel: „Wir verlieren ein gemeinsames Europa, weil wir die Warnung von Albert Camus nicht ernst genommen haben, dass der Krieg zwar vorbei ist, der Faschismus aber nicht, und zurückkehren kann. Was in den Niederlanden geschah ‒ der Wahlsieg von Geert Wilders ‒ könnte sich in Deutschland wiederholen, wenn die derzeitige Koalition zerbricht, in der Slowakei und im Jahr 2024 in den USA.“ Und: „Am wichtigsten ist die Verteidigung freier und unabhängiger Individuen und die Förderung derjenigen, die Verantwortung für das Gemeinwohl (Res publica) übernehmen. Währenddessen verherrlichen Faschismus, Nazismus und Kommunismus die kollektive Verantwortung, die nationale, die stammesbezogene und die kollektive im Allgemeinen. All dies geschieht direkt vor unseren Augen … Der Kern des europäischen Humanismus, das, was wir unsere Identität nennen, ist nicht das, was uns unterscheidet, sondern im Gegenteil das, was uns als Menschen verbindet. Wir müssen offen für den anderen sein, wir müssen menschlich sein, wir sind durch unser menschliches, geistiges Wesen vereint und nicht durch irgendwelche unterschiedlichen ‚Identitäten‘, wie es die Woke- und Cancel-Befürworter wollen. Ich denke mir hier nichts aus. Ich füge Anmerkungen zu dem hinzu, was große Geister bereits gesagt haben, z.B. Mann, Patočka, Havel und viele andere …“

Borowski lesen und lernen

Angesichts der Gefahr der Wiederkehr des Faschismus sind Borowskis Erzählungen „Willkommen in Auschwitz“ nicht bloß ein historisch-literarisches Zeugnis, sondern eine deutliche Warnung an uns Heutige: Wir scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, wohin Radikale, Nationalismen, oberflächliche Ideen, nihilistische Aspirationen und fehlendes Vertrauen in Schönheit und Gerechtigkeit führen. Nämlich direkt zur Spaltung, Entmenschlichung des Gegners und zur Vernichtung allderjenigen, die gegen die Partei sind oder kein vermeintlich lebenswertes Dasein führen …

Borowski war ein Zeuge dieses giftigen Prozesses, in dem Antidemokraten einen Herrenmenschen etablieren wollten. Und er sprach mit der verzweifelten Stimme eines Künstlers und fragte sich, wie es nun mit der Menschheit weitergehen könne, wenn es nichts Rettendes, Beständiges und Transzendentes mehr gebe. Er hatte die totale Freiheit erlebt, in der alles möglich geworden ist, auch eine industrielle Vernichtung von Millionen von Menschen.

Riemens Warnungen haben aber keinen kassandrischen Charakter, da er die Realität beschreibt ‒ wie viele andere seiner Zunft, zum Beispiel Jason Stanley, Autor des klarsichtigen Buches „How Fascism Works. The Politics of Us and Them“, das im Juni dieses Jahres auch in der deutschen Übersetzung im Westend Verlag erscheinen wird.

Wir müssen Borowski wieder lesen, auf Warnungen unserer Philosophen und Künstler hören, und uns an der polnischen Opposition ein Beispiel nehmen, die bei den Wahlen 2023 mehr Wähler mobilisieren konnte als 1989 und parlamentarische Mehrheit gegen die rechtskonservative PiS-Partei erlangte, um die Zerstörung der Verfassung und der Demokratie zu stoppen.

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24 Kommentare

  1. „Wir scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, wohin Radikale, Nationalismen, oberflächliche Ideen, nihilistische Aspirationen und fehlendes Vertrauen in Schönheit und Gerechtigkeit führen. Nämlich direkt zur Spaltung,“

    Die Spaltung ist längst da.
    Um die Frage des „wohin“ sie führen zu beantworten, muss man sich der Frage des „woher“ sie kommen bzw. was sie bedingen annehmen.
    Schon mit dem Reflektieren darüber macht man sich verdächtig.

  2. „Wiederholt sich die Geschichte?“ (Überschrift SWRtext SWR aktuell BW) Das kann man wohl nicht ausschließen. Die Weimarer Republik wurde abgeschafft, indem ein Block aus demokratiefeindlichen Parteien, bestehend aus katholischem Zentrum, NSDAP, den liberalen Parteien und Theodor Heuss, aus Angst vor den Russen das Ermächtigungsgesetz verabschiedete, das beinhaltete, dass Reichsgesetze auch durch die Reichsregierung beschlossen werden können, und dass diese Gesetze auch von der Reichsverfassung abweichen können. Außer der NSDAP haben sich diese Parteien dann selbst aufgelöst. Sozialdemokraten und Kommunisten waren schon davor verboten worden. Auch heute randalieren russlandfeindliche Anhänger von Blockparteien auf den Straßen herum und fordern Parteiverbote. Und es gibt eine Justiz, die Regierung und Blockparteien ermächtigt, ohne Verfassungsreferendum das Grundgesetz bis zur völligen Unkenntlichkeit zu verändern.

  3. Heute vor 80 Jahren endete die fast 900 tägige Blockade von Leningrad.Mehr als 1,2 Mill. Zivilisten starben.Deutsche,Finnische,Spanische und Kroatische Truppen versuchten den Befehl des Oberkommando der Wehrmacht,die Bewohner der Stadt verhungern zu lassen und anschließend die Stadt vom Erdboden verschwinden zu lassen,in die Tat umzusetzen.
    Heute herrscht wieder der gleiche Geist in deutschen Ministerien und die Medien betonen stakkatohaft,das „wir“ gegen jegliche Form von Rassismus seien und natürlich die russischen Untermenschen…Das Verbrechen an der Bevölkerung Leningrads ist längst vergessen und auch die Befreiung von Auschwitz wird den US-Amerikanern gedankt.In Dresden lässt der Oberbürgermeister eine Inschrift auf dem Altmarkt entfernen,die der Opfer der angelsächsischen Bombardements vom 13. und 14. Februar 1945 gedenkt.Die Geschichtsfälschungen sind atemberaubend….Und wenn ich mir ansehe,wie es der „Ampel“ gelingt,die Menschen gleichzuschalten und für die Regierung zu demonstrieren,da kommen unwillkürlich Vergleiche mit der Nazi-Zeit auf. Die Gefahr kommt nicht von der polnischen PiS,der Partei des Niederländers G.Wilders oder der deutschen AfD.Der neue Faschismus kommt aus der Mitte der Gesellschaft.Er wähnt sich akademisch gebildet,kosmopolitisch und „links“.Dabei sind es nur Narzissten,die in ihrem Bessermenschenwahn auf all jene treten,die ihnen ihr Luxusleben erst ermöglichen…dieses neue Spießertum mit seinem Sozialrassismus ist der Träger des neuen Faschismus!
    Das „Gedenken“ an die Befreiung von Auschwitz wird wieder eine Lügen-und Heuchelshow ohne gleichen sein.

    1. Zustimmung.
      Wobei die Mitte neben der bellizistisches Außenpolitik allein in der Migrationsfrage schon so weit rechts angekommen und die allgemeine Indoktrination so weit gediehen ist, dass man einzig die AFD Rechts verorten und gegen sie demonstrieren lassen kann.

    2. Einen Vorgeschmack sehen wir in der Ukraine, wo Selenski auch in diesem Jahr das Gedenken an das Massaker in Babyn Jar zu einer antirussischen Veranstaltung machte, und die Leiterin der Gedenkstätte behauptete, den Deutschen die „russische Geschichtsschreibung abgewöhnen zu müssen“

      Und das nicht mal eine Woche nachdem Selenski im kanadischen Parlament einem Veteranen der SS-Division „Galizien“ zujubelte und im Schulterschluß mit einer Heldenkultur, in der Massenmörder an Juden und Polen im Land verehrt, ihnen Denkmäler und Museen gewidmet werden.

      1. Und in den Medien echauffiert man sich über „rechte Proteste“ gegen die Entfernung der Inschrift, statt über die „politisch korrekte“ Instinktlosigkeit der Stadt Dresden, diese Inschrift zu entfernen.

        Und so „rechtsradikal“ war diese:

        „Dies ist ein Ort der Mahnung, des Erinnerns und Gedenkens. Hier wurden die Leichname tausender Opfer der Luftangriffe des 13. und 14. Februar 1945 verbrannt. Damals kehrte der Schrecken des Krieges, von Deutschland aus in alle Welt getragen, auch in unsere Stadt zurück.“

        Nur noch Verrückte an den Hebeln der Macht. Und wenn in wenigen Tagen auf dem Altmarkt der Toten der Bombennacht gedacht wird, wird es wieder heißen „Rechte instrumentalisieren Gedenken ür ihre Zwecke“. Dabei ist es seit Jahren genau umgekehrt! Siehe diese abstoßende Aktion, mit der man das stille Gedenken des 13./14. Februar für IS-Propaganda mißbrauchte:

        https://dresden-magazin.com/wp-content/uploads/2017/02/Dresden-Monument-Neumarkt-Frauenkirche-Content-640px.jpg

        Und, ach ja: Das Mahnmal für das Gedenken an die Millionen Sowjetsoldaten, die dem Nazispuk einst auch in Deutschland ein Ende bereiteten, soll demnächst auch „neu kontextualisiert“ werden.

        https://www.mdr.de/kultur/ausstellungen/dresden-kunstinstallation-sowjetisches-ehrenmal-zerstoert-100.html

        1. „…Und wenn in wenigen Tagen auf dem Altmarkt der Toten der Bombennacht gedacht wird,…“

          Aber das ist noch geplant, trotz fehlenden Mahnmals und daher neuerdings offenbar ohne erkennbaren Bezug?
          Bitterböse Frage, aber hoffentlich unberechtigt?!🫢

  4. „Die AfD ist de facto eine postneofaschistische Partei wie die Partei Orbans in Ungarn oder Melonis in Italien oder Le Pens in Frankreich. In Deutschland dreht sich wieder das Rad der Geschichte, aber in die falsche Richtung.“

    Das ist ja nicht falsch. Aber dies an der AfD (oder Front National, Fidez etc) festzumachen, ist grundverkehrt.
    Damit macht man sich die Propaganda der Regierungsparteien (inklusive der Union!) zu eigen, die ihrerseits längst faschistische und rassistische Denkweisen verinnerlicht haben und immer deutlicher zeigen und exekutieren:

    Ausgrenzung von Andersdenkenden, Schreibverbote, Redeverbote, DENKverbote im öffentlichen Leben, in den Medien, der Kultur und bis in eigentlich unpolitische Bereiche der Gesellschaft hinein, wie die Wissenschaften. Verbote (angedachte und versuchte) von Parteien und politischen Vereinen inklusive.

    Das ist das Werk jener, die sich selbst als „demokratisch“ und angeblich „anti-rechts“ inszenieren! SPD, Olivgrüne, FDP, CDU, CSU und in Teilen leider auch der deswegen untergehenden „LINKEn“. Woher stammt eigentlich diese nicht zu durchdringende Überzeugung, nur die AfD sei rechts? Merke: Nur weil man in seinem Wahn überall nur noch „Nazis und Antisemiten“ zu erkennen glaubt, auf Demos gegen unangebrachte Einschränkungen der Grundrechte, auf Friedensdemos, bei Bauernprotesten, bei Demos gegen den Völkermord in Gaza, und generell in den „Sozialen Medien“ – ist man selbst noch lange nicht „links“!

    Und nein, liebe AfD-Fans: Das ist KEINE „linksgrüne“ oder „linksliberale“ Politik! Das ist Faschismus! Hier wie da! Bei Euch und bei Denen! Und das mit jedem Tag offener und rücksichtsloser.

    Das macht mir echt Angst!

  5. Im Artikel benutzt – um nicht zu sagen: mißbraucht – der Autor Becker die Namen von Camus und Borowski für die üblichen Denunziationen gegen Parteien und Politiker, die, so unsympathisch sie sein mögen, dem totalitären und kriegsgeilen „linken“ Mainstream entgegenstehen.
    Davon abgesehen kann ich Borowski wirklich nur empfehlen. Wer hier bloße Betroffenheitsliteratur oder nüchterne Dokumentation erwartet sei gewarnt: Hinter dem heimeligen Titel „Bei uns in Auschwitz“ verbirgt sich Dynamit.
    Wo Roberto Bernini mit seiner schnulzigen Good-Feeling-Schmonzette „Das Leben ist schön“ scheiterte, schafft Borowski das Unmögliche: der Holocaust als Komödie. Das Nachwort spricht von einer neuen Form der Tragödie und vergißt hinzuzufügen, daß eine Tragik ohne Alternative, ohne Wahl, ohne konkurrierende Werte keine Tragik mehr ist. Hier beginnt das Reich der Komödie, einer Komödie, bei der das Lachen wie ein Erbrechen ist.
    Borowski wählt die Perspektive des Kapos, Täter und Opfer zugleich, graues scheußliches Zwischenreich, wo es keine Solidarität gibt. Die Erzählungen sind böse bis zum Zynismus, erbarmungslos bis ins Katatonische, durchzogen von einem eisigen Humor. Eine Erzählung wie „Die Herrschaften zum Gas, bitte“ läßt einen sprachlos zurück.
    Zu Borowskis Suizid mittels Gas – wie ein verspäteter Nachvollzug dessen, was die Nazis mit ihm vorhatten – kann man nur sagen: Wer einmal in Auschwitz war, wird nie mehr heimisch in der Welt.

  6. Ich empfehle auch das Buch von Eugen Kogon „Der SS-Staat“ habe ich als junger Mensch gelesen

    Mich wundert heute nur das nichts zur Gründung der BSW-Partei berichtet wird.
    Was hier im Land geschieht macht mir wirklich Angst. Geschichtsklitterei, Kriegsgetümmel, usw., usw., und das alles unter dem Namen „Demokratie schützen“ vermarktet wird.

    Vollkommen richtig beschrieben, wie ich finde hat es Daniela Dahn, und sage dazu, wehret den Anfängen derer wie v. d. L und Co, sie führen auf die falsche Fährte.
    Ein Auszug:
    Die Bedeutung des Gedenkens
    Daniela Dahn: „Nichts führt so direkt zur Enthumanisierung wie Krieg“
    Am Morgen des 27. Januar 1945 stieß die Rote Armee zunächst auf das Zwangsarbeitslager Monowitz. Hier feuerten Angehörige der Waffen-SS und der Wehrmacht noch besinnungslos um sich, etwa 230 sowjetische Soldaten ließen allein hier ihr Leben. Im Laufe des Tages stieß ihre 322. Infanteriedivision bis zum Hauptlager vor.

    Nicht die Alliierten, wie Ursula von der Leyen fälschlich behauptete. Die sowjetischen Kameramänner, die sofort zu dokumentieren begannen, schilderten: „Unseren Augen bot sich ein schreckliches Bild: Eine riesige Anzahl von Baracken – auf den Pritschen lagen Menschen, Skelette schon, mit Haut überzogen und abwesendem Blick. Es war schwer, sie ins Leben zurückzuholen.“

    Alle Geknechteten und Geblendeten vom NS-Regime zu befreien, dafür haben allein 13 Millionen Soldaten der Roten Armee ihr Leben gelassen. Dafür sind wir auf ewig zu Dank verpflichtet, wie immer sich die Weltlage inzwischen verändert hat.
    Quelle: https://www.telepolis.de/features/Wagenknecht-Parteitag-in-Berlin-Politischer-Neuanfang-mit-Dank-an-die-Rote-Armee-9610748.html?seite=2

  7. , „und dass in Polen die demokratisch-liberale Opposition die Wahlen gewonnen hat, ist auch nicht selbstverständlich.“
    Diese demokratisch -liberalen, haben als Erstes den Rundfunkrat abgeschafft, den Rat, ohne dessen Zustimmung die Regierung, ihr nicht genehme Mitarbeiter, nicht entlassen konnte.
    Der war von der undemokratischen Vorgängerregierung geschaffen worden.
    Und ja , als Nächstes hat die demokratisch liberale Regierung Alle entlassen, die für die öffentlich-rechtlichen Medien gearbeitet haben.
    Der Autor lebt in einer demokratisch-liberalen Blase, die noch nicht bemerkt hat, das sie uns den neuen Faschismus präsentiert.

  8. stand heute im Letzeburger Vollek….

    „….dem Botschafter der Russischen Föderation sei »versehentlich« eine Einladung zum »Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust« am heutigen Samstag zugestellt worden. Darauf angesprochen, erklärte das Nationale Widerstandsmuseum als Veranstalter des Gedenkens, man habe dem Botschafter mitgeteilt, daß er »nun nicht mehr eingeladen« sei.“

    Kaum zu glauben aber wahr, da werden die Befreier von Ausschwitz ausgeladen und die ukrainischen Faschisten duerfen an der Veranstaltung teilnehmen.

    „Repräsentanten des Staates, der Juden-Mörder als »Nationalhelden« verehrt, sollen heute in Esch der ermordeten Juden gedenken.“

    Das ist der Skandal schlechthin!

    https://www.zlv.lu/db/1/1486893050565/0

    1. So ist das wenn man behauptet die Russen habeb Deutschland den Krieg erklärt und Adolf Nazi musste sich nur verteidgen.

      Jetzt aollen wir uns wieder gegen die Russen „verteidigen“oder ist nennt siches jetzt auch wieder Vorwäts-Verteidigung?

      Ich stimme Ihnen zu, was dort passiert ist, ist ein Skandal!

  9. „Eine Rückkehr Donald Trumps auf den Präsidentensessel in den USA ist nicht mehr ausgeschlossen, und dass in Polen die demokratisch-liberale Opposition die Wahlen gewonnen hat, ist auch nicht selbstverständlich.“

    Ach so.
    Und was ist denn nun der große, alles entscheidende Unterschied zwischen dem furchtbaren Präsidentenmonster Trump und dem kriegstreiberischen, autokratischen Biden und seinen Neocons?
    Was ist so anders an Radek Sikorski im Vergleich zum Kaczyinski?
    Worin unterscheidet sich die „Remigration“ der völkischen AfD-Freunde vom Rückführungsverbesserungsgesetz des Bundestages?
    Was unterscheidet eine furchtbare „syrische Fassbombe“ von einer amerikanischen Himars-Rakete oder der Uran-Munition der NATO?

    Ich sehe leider keine substanziellen Unterschiede.

    Wenn man Borowski liest und trotzdem die Propagandanarrative wiederkäut, scheinen die Texte nicht allzu wirksam zu sein.

  10. Die Leute, die „nie wieder“ sagen, wollen in Wahrheit „schon wieder“, und haben einen beachtlichen Teil davon bereits durchgesetzt. Was mich besonders irritiert, sie schafften es, auch Begriffe wie Demokratie, Rechtsstaat, Wohlstand, Friedensordnung für sich in Beschlag zu nehmen, obwohl sie das Gegenteil wollen und tun, was eigentlich jeder sehen kann.

  11. Dank an Otto0815 für die Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee, und den Beitrag von Daniela Dahn. Peinlicherweise hat Telepolis hier die bessere Wahl getroffen. Ich möchte Herrn Becker, so unsympathisch er mir ist, nicht das Schreiben auf Overton verbieten, aber sein Geschreibe fügt sich in die Geschichtsfälschung von der Leyens zum „Holocaustgedenken“, wo Auschwitz durch „die Alliierten“ befreit worden sein soll, der russische Botschafter ausgeladen wird, und Selensky aus der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee „ukrainische Truppen“ macht. Auch Becker mit seinen antikommunistischen Tiraden fügt sich in diese Riege der Geschichtsrevisionisten.

    Overton versagt hier dreifach zum 27. Januar, bei der Befreiung von Auschwitz, der Sprengung der genozidalen Leningradblockade, und der Gründung des BSW mit klaren Aussagen zur Friedenspolitik (und eher unklaren zum BRD-Kapitalismus, zu EU und NATO).

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