Wer sind die Jungs – und wer die Luschen?

Zerrissene UdSSR-Fahne
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Eine russische Serie über Jugendbanden elektrisiert die postsowjetische Welt – und wirft ein grelles Licht auf politische Mentalitäten der Gegenwart.

Ende 2023 erschien in Russland die Fernsehserie „Das Wort des Jungen“ („Slowo pazana“) und wurde sofort zu einem der wichtigsten kulturellen Ereignisse in allen Ländern der ehemaligen UdSSR. Zu diesem Zeitpunkt dauerte der Krieg in der Ukraine bereits anderthalb Jahre, und viele Politiker in der Werchowna Rada zitierten öffentlich aus dieser Serie. Der Soundtrack belegte sowohl in Russland als auch in der Ukraine die Spitzenplätze bei Shazam und Spotify. Trotz des offiziellen Verbots russischer Filme und Musik konsumieren viele Ukrainer weiterhin russische Produktionen – nicht zuletzt, weil Piraterie-Dienste und Torrent-Technologien dort faktisch kaum verfolgt werden.

Die Serie erzählt von halbkriminellen Jugendbanden in einer sowjetischen Stadt in der Spätphase der UdSSR. Die Schüler teilen sich in zwei Gruppen: die „Jungs“ (Pazany) und die „Luschen“ (Chuschpany). Auch in meiner Heimatstadt in der Ukraine gab es in den 1990er-Jahren ähnliche Einteilungen, wenn auch unter anderen Bezeichnungen. Die Serie wurde so populär, weil sie viele Männer an ihre eigene Jugend erinnerte – an die Erfahrungen, die sie gemacht haben, und an die Härten, die ihren Charakter prägten. Viele dieser „Jungs“ gründeten in den 1990er-Jahren Banden, plünderten ehemalige sowjetische Betriebe oder neu entstandene Unternehmen. Es kam zu zahlreichen Schießereien zwischen rivalisierenden Gruppen, und einige der Überlebenden wurden später Oligarchen oder Politiker.

Je ne loch

Die Jugend von Selenskyj und seinem Umfeld fiel genau in diese Zeit. Im Grunde gehört er zu jener Generation, die die Begriffe und Codes dieser Epoche verinnerlicht hat – auch wenn er selbst nicht mehr an der großen Aufteilung des sowjetischen Erbes beteiligt war. Manche Handlungen seines Umfelds erscheinen verständlicher, wenn man die Ethik dieser Banden kennt.

Ein „Junge“ (Pazan) muss sein Wort halten, wenn er es einem anderen „Jungen“ gegeben hat. Doch ein Versprechen gegenüber einer „Lusche“ (Chuschan – der Präsident selbst benutzte einmal das Wort „Loch“, im Sinne von Verlierer oder Opfer) gilt als wertlos. Berühmt wurde der Wortwechsel zwischen Selenskyj und einem Soldaten im Donbass – noch vor der großangelegten Invasion –, in dem er sagte: „Ich bin kein Loser“ („ja ne loch“). Dieser Satz wurde später zu einem populären Meme.

Die häufigen Versprechungen des Präsidenten, die objektiv kaum zu erfüllen sind, werden aus dieser Perspektive als Ausdruck einer Haltung interpretiert, in der die eigene Bevölkerung von manchen Politikern als „Loser“ betrachtet wird. So kann man die Abschaffung der Nebenkosten (Strom, Wasser etc.) für Bürger über 80 versprechen, Millionen Griwna für Familien gefallener Soldaten, den Sieg im Krieg inklusive milliardenschwerer Reparationen oder einen baldigen EU-Beitritt. Aus diesem Milieu stammen auch zynische Sprichwörter wie: „Ohne Loser ist das Leben schlecht“ oder „Der Loser ist kein Mammut – er stirbt nicht aus.“ Gemeint ist: Für einen „Jungen“ gibt es nichts Wichtigeres, als einen „Loser“ zu übervorteilen und ihm Geld abzunehmen.

In der Serie gibt es eine Szene, in der ein „Junge“ auf einen Mitschüler zugeht, den er für eine „Lusche“ hält, und fragt: „Hast du Geld? Nein? Und wenn ich welches finde?“ Danach wird der Schüler kopfüber gehalten und geschüttelt, bis das Kleingeld aus seinen Taschen fällt. Wenn er lügt, gibt es zusätzlich Schläge. Am nächsten Tag muss er sein Essensgeld erneut abgeben.

Trump bewundert den Geschäftsmann Selenskyj

Diese Szene erinnert mich an ukrainische Delegationen bei internationalen Treffen, bei denen man immer wieder Forderungen nach finanzieller Unterstützung hört. Trump war in den 1990er-Jahren geschäftlich in Russland und der Ukraine tätig und sponserte sogar einen damals populären Film. Einige meiner Lehrer arbeiteten im Filmteam. Er erkannte sofort die dort übliche Art zu sprechen und Geschäfte zu machen. Deshalb äußerte er sich bewundernd über Selenskyj als Geschäftsmann, dem es gelungen sei, von Biden Milliarden für den Krieg zu erhalten. Wenn ich sehe, wie europäische Politiker erneut Geldtransfers und Kredite bewilligen, frage ich mich unweigerlich, wer in dieser Logik die „Jungs“ und wer die „Luschen“ sind.

Zum Thema Kredite: In der ukrainischen politischen Tradition gilt es nicht als selbstverständlich, Schulden zurückzuzahlen. Anders als in „Game of Thrones“ – „A Lannister always pays his debts“ – scheint hier oft das Gegenteil zu gelten. Schulden werden entweder beglichen, um neue, noch größere Kredite zu erhalten, oder nur teilweise und unter intransparenten Bedingungen. Ukrainische Politiker haben wiederholt Kredite aus Russland oder China aufgenommen und Wege gefunden, die Rückzahlung hinauszuzögern oder zu umgehen. Man denke etwa an den chinesischen Kredit zur Zeit von Präsident Janukowitsch oder an den Verkauf des Werks „Motor Sich“.

In den 1990er-Jahren war es populär, sogenannte „Krisenmanager“ einzusetzen – ein Prinzip, das auch heute noch Anwendung findet. Wenn ein Geschäftsmann ein Werk oder andere Vermögenswerte günstig erwerben will, sorgt er mithilfe korrupter Netzwerke dafür, dass ein Vertrauter in die Unternehmensleitung berufen wird. Dieser beginnt mit „Reformen“: Er nimmt Kredite auf, treibt Betriebsteile in den Bankrott und baut Personal ab. Um Proteste von Gewerkschaften und Belegschaft zu verhindern, wird ein äußerer Feind oder ein anderer ablenkender Konflikt konstruiert.

Wen sehen die Jungs als Luschen?

Auf staatlicher Ebene kann ein Premierminister oder Präsident Sozialleistungen kürzen, ganze Branchen schwächen und Militärausgaben erhöhen – unter dem Vorwand, sich gegen einen äußeren Feind verteidigen zu müssen. Sollte das manche Beobachter an andere Regierungen erinnern, so hoffe ich, dass es sich lediglich um einen Zufall handelt.

Am Ende sinkt der Wert des Unternehmens nahezu auf null – und der Geschäftsmann tritt als Retter auf, indem er es billig übernimmt. Auf diese Weise wurden zahlreiche Betriebe verkauft. So steht etwa der ehemalige Bürgermeister von Odessa wegen eines Betrugsfalles im Zusammenhang mit dem Werk „Krajan“ vor Gericht. Die Fabrik war einst ein bedeutender Betrieb, der mit dem Schweizer Konzern Liebherr konkurrierte und später mit ihm kooperierte. Nach dem beschriebenen Schema wurde das bankrotte Werk von einer privaten Firma günstig aufgekauft und anschließend mit einem Aufschlag von mehr als dem Zehnfachen an die Stadt weiterverkauft. Als die Ermittlungen begannen, einigten sich die Verdächtigen auf einen Vergleich und verpflichteten sich, einen Teil der Summe zurückzuzahlen.

Abschließend schlage ich vor, die laufenden Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA zu betrachten – und sich zu fragen, mit wem die „Jungs“ tatsächlich verhandeln, wen sie als „Luschen“ ansehen, wem sie Frieden und Investitionen versprechen und wen sie nicht einmal an den Tisch eingeladen haben.

Maksim Korsun

Maksim Korsun ist Ukrainer und wohnt jetzt in Brandenburg. Früher hat er in der Ukraine, Russland und Moldawien gewohnt. Als der Krieg in seiner Heimat begann, meldete er sich freiwillig für die Lebensmittelversorgung. Er kam 2024 nach Deutschland.
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58 Kommentare

    1. Sind Sie auch Ukrainer, dass Sie vorgeben, es besser zu wissen?
      Was ist denn falsch an dieser Darstellung? Was sehen oder besser noch: Was wissen Sie besser? Also wirkliches Wissen, aus eigenem Erleben, nicht Annahmen und Vermutungen, nicht der Widerspruch, weil einem die Darstellungen nicht passen oder dem eigenen Weltbild widersprechen! Also richtiges Wissen, nicht Besserwisserei!
      Oder wissen Sie es besser, weil Sie aus dem Westen kommen? Denn die aus dem Westen wissen immer besser, wie es ist bzw wie es sein müsste.

      1. Die „aus dem Westen“ sind meist derart erfolgreich Gehirngewaschen, das sie es erst begreifen, wenn sie mit der Fresse im Dreck liegen…

          1. Lebenserfahrung. Von meinen 49 Berufsjahren habe ich 35 mit „Wessis“ zu tun gehabt. Je höher deren vermeintlicher „Bildungsabschluss“ war, desto verbohrter und realitätsfremder…zumindest der Mehrzahl von denen. Gab auch sehr patente darunter

  1. „In der Serie gibt es eine Szene, in der ein „Junge“ auf einen Mitschüler zugeht, den er für eine „Lusche“ hält, und fragt: „Hast du Geld? Nein? Und wenn ich welches finde?“ Danach wird der Schüler kopfüber gehalten und geschüttelt, bis das Kleingeld aus seinen Taschen fällt. Wenn er lügt, gibt es zusätzlich Schläge. Am nächsten Tag muss er sein Essensgeld erneut abgeben“

    Haargenau die selbe Szene spielte sich an „meiner“ Schule in einer norddeutschen Großstadt Mitte der 70er Jahre ab.
    Und das nicht nur einmal.
    .

    1. Wer sich nicht wehrt, muss sich nicht wundern!
      Wie bei dem durchaus vergleichbaren Fall von Gewalt gegen Frauen: Einmal geschehen, kann (und sollte) man Partei ergreifen, aber nach x Wiederholungen ist dem „Opfer“ nicht mehr zu helfen; speziell dann nicht, wenn das „Opfer“ weiterhin seinen Peiniger verteidigt.

  2. Ich weiss ich bin ein Korinthenkacker, aber es heisst „Loser“.

    Die erwähnte Szene mit Selensky war lange vor 2023 und dieser TV-Serie (wobei es natürlich gut möglich ist, dass die Dichotomie Jungs/Lusche schon vorher bekannt war). Die „Jungs“ der USA, der Bandera-Saalschutz, wiesen die „Lusche“ Selensky danach auf die realen Machtverhältnisse hin.

    Solange er tut was die Faschisten von ihm verlangen ist er seither als „Junge“ akzeptiert und darf die „Luschen“, die ihn gewählt haben um Frieden zu schaffen, bekanntlich oft gewaltsam entführen (Bussifizierung) und en masse an der Front verheizen. Er wird dabei von europäischen „Luschen“ flankiert, welche die ukrainischen „Jungs“ regelrecht anhimmlern.

  3. Tja, wer die „Jungs“ sind, dürfte klar sein: Putin und Trump, der rechtzeitig begriffen hat, wie das „Spiel“ geht. Die „Loser“ sind auch klar. Nur Selensky will nicht dazu gehören. Er strampelt noch, kann das Ergebnis aber nicht ändern. Und die EU versteht gar nichts und ist damit automatisch der „Superloser“…

  4. In der Ukraine werden unsere Werte verteidigt, versteht das endlich und meldet euch für die Litauentruppe, oder wollt ihr als Schwächlinge gelten? Der HDI ist im Steilflug abwärts, frohe Zukunft.

      1. Ich betrachte das mal als Satire. Ansonsten wird meine Aussage bestätigt, Human Developement Index, falls das Bemühen, einen Überseztzer zu benutzen, die Fähigkeiten übersteigt: HDI ist der Gradmesser der menschlichen Entwicklung.

  5. „Für einen „Jungen“ gibt es nichts Wichtigeres, als einen „Looser“ zu übervorteilen und ihm Geld abzunehmen.

    In der ukrainischen politischen Tradition gilt es nicht als selbstverständlich, Schulden zurückzuzahlen.“

    Diese „Traditionen“ sind nicht auf die Ukraine/Russland, resp. Post-Sowjetunion zu begrenzen. Jenseits der Weichsel ist es Ausdruck von Rafinesse, jemanden zu übervorteilen. Wenn man das weiß, kann man überleben.
    Interessant beschreibt Distojewski zahlreich, die moralische Rechtfertigung nicht nur der Täter, sondern auch das Verständnis der Opfer, dass ein Betrug, Raub, gar Mord, unvermeidlich war und der Täter eigentlich ein bedauernswerter Mensch sei.

    Das macht Russland/Ukraine so interessant für den Westen. Er is sich nur der Gefahr nicht bewusst und zahlt immmer noch Lehrgeld. Aber das ist ja nur das Geld der Steuerzahler.

    1. „Neue“ Untermenschentheorie?

      »Der Westen eroberte die Welt nicht durch
      die Überlegenheit seiner Ideen oder Werte
      oder seiner Religion, sondern vielmehr
      durch seine Überlegenheit bei der Anwendung von organisierter Gewalt.
      Oftmals vergessen Westler diese Tatsache;
      Nichtwestler vergessen sie niemals.«

      Samuel Huntington

      1. @ aquadraht

        Keineswegs. Nicht jede Lebenserfahrung ist eine Theorie.

        Um Ihnen den Unterschied zu verdeutlichen. Wenn ich weiß, dass ich übervorteilt werde , dann kann ich überleben. Das Leben täglich neu aushandeln war von dieser SPD-Type keine Floskel. Das ist schlicht das Leben jenseits der wertewestlichen Demokratie. Diesseits der Weichsel erkenne ich die Übervorteilung nicht, oder sie wird mir als Vorteil erklärt und ich werde es über kurz oder lang nicht überleben.
        Natürlich hat der Westen die Überlegenheit bei der Anwendung von organisierter Gewalt. Am Ende existiert er endoparasitoid. Das sehe ich für das Leben jenseits der Weichsel nicht. Da scheinen mir die Menschen überlebensfähiger zu sein.
        Die Idee der Aufklärung ist hier, nicht dort gestorben.

    2. Sie wollen also ernsthaft behaupten, das Dostojewskis Schriften auch heute noch ihre Gültigkeit haben und werfen sozusagen alle Menschen jenseits der Weichsel in einen Topf in dem sie folgern, das sich in Bezugnahme dieser Äußerungen sich gerade der Westen für die Ukraine, respektive dem Rest Russlands interessiere?

      Steile These muss ich schon sagen…

      P.S. das klingt so ein bißchen nach Lanz, der in seiner Sendung doch tatsächlich behauptete, das praktisch jeder 2. oder 3. männliche Russe kriminell oder ein Vergewaltiger sei und schon mal im Gefängnis saß.

      1. „Sie wollen also ernsthaft behaupten, das Dostojewskis Schriften auch heute noch ihre Gültigkeit haben …“

        Dieser Halbsatz allein zeigt, was für ein Betonkopf Sie sind. Hier leugnen Sie Allgemeingültigkeit menschlichen Schriftguts. Bei Ihnen wenig verwunderlich.

        “ … jeder 2. oder 3. männliche Russe kriminell oder ein Vergewaltiger sei …“

        Genau das ist doch das Bild im Westen. Deswegen glaubt er, es zu seinem Vorteil zu nutzen.
        Aber ob es lohnt Ihnenn das näher zu erläutern? Ich lass es wegen der Vergeblichkeit.

    3. Man erkennt das Asow Prinzip Die Illusion der Unangreifbarkeit. Im Siegen liegt das Heil. Der Wahn der männlichen Stärke. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne Rücksicht auf die eigenen Interessen, nämlich das eigene Leben.
      Die scheinbar unbezwinglichen Jungs fallen ,da sie Stärke und Macht vergöttern, auf jeden führungsstarken Selbstdarsteller herein Sie enden dann im Schützengraben und werden schließlich zerfetztes Futter für Raben und wilde Hunde Aus ist es mit der Herrlichkeit.
      Die Machthaber, die über die “ starken“ Jungs und ihrem Ehrenkodex lachen, sind die Luschen. Sie tragen Maßanzüge, würden sich niemals prügeln Weil sie ihre Hände nicht schmutzig machen mit Rotz und Blut
      Die sind fein raus. Sitzen an den Schaltstellen Heißen Merz, Linnemann, Hofreiter.
      Heißen Bilezkyi, Prokopenko,Alfjorow, Selenskyi.
      Sie kassieren das Geld, die Orden, den Ruhm
      Denn am Ende gewinnen immer die Luschen.

  6. Danke für die Stimme eines Ukrainers, der jetzt in Deutschland lebt. Mehr davon bei Overton bitte.

    Wir sollten froh sein, dass Overton dies möglich macht, und ebenfalls froh sein, dass dieser Mitmensch hier seine Meinung, und Erfahrungen, mit seiner alten Heimat Ukraine mit uns teilen will.

    Nicht jeder ist dazu bereit, und viele leiden still am Krieg in ihrer alten Heimat Ukraine.

    Ich mache diese Erfahrung gerade selbst, weil ich, wie ich unter einem anderen Artikel bei Overton bereits schilderte, durch Heirat meiner Nichte, nun „Russlanddeutsche“ in meiner näheren Verwandtschaft habe. Sie hat 3 Kleinkinder mit ihm.

    Der Mann meiner Nichte redet gar nicht gerne über seine alte Heimat Mariupol (Ukraine), die sein Vater bereits verlassen hat, als der Mann meiner Nichte noch ein kleines Kind war.

    Meine Nichte meinte mal wir sollen das Thema Krieg in der Ukraine gar nicht erst ansprechen – ihr Mann leidet lieber still darunter, als darüber zu reden. Deswegen ist es mutig wenn Betroffene lieber darüber reden. Im übrigen wäre es auch mal interessant wenn hier Russen in Artikeln zu Wort kommen würden, die in Deutschland leben. Wäre auch eine Bereicherung für das Overton Magazin.

    Wie man oben sieht habe ich „Russlanddeutsche“ in „…“ gesetzt weil die Bezeichnung mehr verschleiert als offenbart – die kommen aus allen Teilen der ehemaligen UDSSR – Mensch könnte auch „Ukraine-Deutsche“ oder „Kasachen-Deutsche“ ja sogar „Sibirien-Deutsche“ sagen, aber man hat sich ja hier im Behördendeutsch auf „Russlanddeutsche“ geeinigt was in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist. ☹️👎👎

    Übrigens die Eltern, und Großeltern, des Mannes meiner Nichte kamen aus dem fernen Kasachstan zunächst in die Ukraine, sowie seine Eltern alleine dann nach Deutschland, und müssten daher rein logisch“Kasachstan-Deutsche“ genannt werden, bevor die deutsche Staatsbürger geworden sind. ☺️

    Gruß
    Bernie

  7. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Artikel anfangen soll!
    Ich habe gemerkt, das bei mir sofort ein abwehrender Reflex eingesetzt hat und ich hinterfragte mich, warum?
    Ich stellte fest, das bei mir sofort die Migrationsfrage hochkommt. Eigentlich will ich nicht so denken, aber ich fühle so!
    In meiner Heimatstadt Gelsenkirchen gibt es bei unserem hohen Migrationsanteil
    mehr Probleme, als wir bewältigen können. Das was mir im Artikel aufstiess, war der Satz über das Begleichen der Schulden. Da setzten sofort die Abwehrreflexe ein! Osteuropa eben dachte ich sofort!
    Ich habe in vier Pflegediensten gearbeitet, deren Inhaber Osteuropäer waren, zwei wurden von Polen und zwei von Russen geleitet.
    In allen Fällen fanden massivste Abrechnungsbetrügereien statt, zwei Probezeitkündigungen, da ich mich weigerte, mitzumachen ( nicht schlimm, bei meinen Qualifikationen habe ich sofort was anderes gefunden) und zweimal habe ich die angezeigt, einmal davon musste ich als Zeuge vor Gericht aussagen, in diesem Fall wurde ich massiv bedroht.
    Das kriminelle System funktionierte immer in gleicher Art und Weise, Leistungen wurden abgerechnet, die nicht erbracht wurden, für die Unterschrift der zu Pflegenden oder ihrer betreuenden Angehörigen gab es Prozente, oder die Unterschriften wurden gleich gefälscht. Da ist direkt ein komplettes kriminelles System geschaffen worden!
    Das kam mir beim Lesen sofort in den Sinn, reflektorisch!
    Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Bulgaren und Rumänen hier so organisiert sind, das Bosse an Sozialleistungen ihrer Volksgruppen prozentual beteiligt sind und große Summen abgreifen.
    Ich sehe unsere Schulen, die soviele Kinder aus Migrantenfamilien ohne Deutschkenntnisse aufnehmen mussten, das ein Unterricht nicht stattfinden kann.
    Die hier befindlichen Ukrainer haben das Problem noch signifikant verschärft!
    In der Altenpflegeschule, in der ich acht Jahre unterrichtet habe, wurde ich in Problemkursen eingesetzt, weil bei hohem Anteil muslimischer Männer die weiblichen Dozenten dort nicht mehr unterrichten konnten.
    Wir haben hier libanesische Clans, die sich gegenseitig bekriegen, unlängst gab es bei Massenschlägereien Tote.
    Strafmandate zahlen die grundsätzlich nicht, keiner traut sich die einzutreiben, Polizei ist dort nicht zu finden!
    Ich bin hier auch schon als „Scheissdeutscher“ beschimpft und bespuckt worden ( da gab es aber auf die Fresse, schließlich bin ich Gelsenkirchener in vierter Generation, da habe ich auch reflexartig reagiert)
    Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll!
    Ich sehe, dass wir hier Probleme importiert haben, obwohl wir mit unserer Parteienoligarchie und dem Ausverkauf ans Kapital genug eigene haben.
    Bin ratlos.
    Der Reflex, den Autor auf Grund seiner Herkunft schon pauschal abzulehnen, macht mir arg zu schaffen, der Artikel selbst genau so!
    Sorry, aber ich sage wie es ist!

  8. Wer des Russischen mächtig ist, dem sei das Buch „Слово пацана. Криминальный Татарстан 1970—2010-х“ von Robert Garaev zu empfehlen. Es beleuchtet das Kasaner Phänomen und geht in die Entstehung der Russischen Mafia in den 90er Jahren über.

  9. Ja da wurden in der postsowjetischen Ära zum Teil die falschen Leute gehyped.

    Währenddessen Putin ab 2000 zumindest teilweise den Scherenschnitt angesetzt hat, Stichwort Chodorkowski und Co, konnten in der Ukraine die Oligarchen weiterwuchern. Selensky selbst ist ja auch ein Ziehkind von einem. Vielleicht bekommt man in 50 Jahren auch mal eine echte Zahl wieviel von den westlichen Subventionen da tatsächlich angekommen sind, und wieviel den Ukrainern von ihrem eigenen Geld vorenthalten wird.

    Interessesant dazu ist übrigens die Fernseheserie wo Selensky selbst den Präsidenten spielt, gibts in deutsch. In der Serie ist er natürlich der Held der die Korruption bekämpft. Die tiefe Korruption wird da recht gut veranschaulicht. So dachte bei der darauffolgen Wahl der normale Ukrainer er setzt das dann auch um. Wobei ich denke zumindestens Ansätze gabs, aber er ist halt auch Teil des Systems.

  10. Als Mann im besten Alter vor einem Krieg gegen das eigene Land flüchten ist das eine. Man mag ein Lusche sein, hat nicht den Mut oder den Charakter sein Vaterland zu verteidigen. Geschenkt. Fair enough… Aber dann die moralische Abartigkeit zu besitzen, als Flüchtling aus sicherer Distanz gegen das eigene Land, das sich im Überlebenskampf befindet, zu keilen – das muss man sich erstmal erlauben. Und das zum vierten Jahrestages der Invasion.
    „As you attack, it will be our faces you see, not our backs“ Zelenskyy 2022. Er hätte einschränken müssen „außer den Arsch von ein paar Verrätern, die es immer gibt“.
    Es gibt anscheinend immer eine gewisse Quote von Vaterlandsverrätern, die sich ihres Publikums so gewiss sind, dass sie ohne Scham aus der Dunkelheit treten. Würde mich nicht wundern, wenn der Autor mit einem großen SUV mit ukrainischem Kennzeichen durch sein AfD-County fährt.

    Herr Hacker ist ja ein ähnlicher Kandidat, der Verrat zu seiner Lebensphilosophie erklärt hat. Geflohen als deutsch-russischer Aussiedler nach Deutschland aus den Trümmern der Sowjetunion, aufgezogen und aufgepeppelt auf Kosten seiner neuen Wunschheimat. Dann jahrelange prorussische Agitation gegen alle Werte, die ihm ein süßes Leben auf fremden Boden ermöglichten. Beim ersten Geruch der Morgenluft eines Neuen Russischen Reiches sowohl die Wohltäter seiner neunen Heimat, als auch seine eigenen Wurzeln im Donbass verraten und nun, als krönender Höhepunkt, geplante Flucht aus Moskau, wo es auch langsam selbst für Vatniks wie ihn langsam und schleichend unangenehm wird. Ein Verräter qua Natur!

    Und sie alle finden ihr Publikum hier bei Overton.

    „Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.“

    1. „[…]gegen alle Werte, die ihm ein süßes Leben auf fremden Boden ermöglichten.“

      Diese „Werte“ werden jetzt in blindem Russenhass, Geschichtsrevisionismus und vereinfachenden / propagandistischen Parolen kanalisiert. Mit einem ähnlichen Werdegang und deutscher Ausbildung sehe mich nicht als Verräter von irgendwas, wenn ich mich gegen dumme Verbalattacken und Generalverdacht zur Wehr setze. Den Blödsinn durfte ich schon als Jugendlicher erleben und jetzt gibt’s den Schlonz in unvorstellbaren Ausmaßen.

      Dabei bin ich so derartig „integriert“, dass manche Leute sich erschrecken, wenn ich ihnen „beichte“, dass ich ein „waschechter Russe“ bin. Opas Tod in Stalingrad sitzt bei manchen doch noch tief.

    2. „Aber dann die moralische Abartigkeit zu besitzen, als Flüchtling aus sicherer Distanz gegen das eigene Land, das sich im Überlebenskampf befindet, zu keilen – das muss man sich erstmal erlauben.“
      Was erzählen Sie denn da? Leben Sie in einer Parallelwelt? Das ist doch nicht „moralische Abartigkeit“, dafür bekommt man heutzutage den Friedensnobelpreis.

    3. Solche „Leuchten“ wie sie werden nie verstehen, das die vom Selensky- Regime und dessen kriminellen Kumpanen beherrschte „Ukraine“ nicht die Heimat von Maksim Korsun ist. Und in die faschistische „Ukraine“ zurückkehren, um für ein verbrecherisches Regime und dessen westliche „Sponsoren“ zu kämpfen? Die echten Patrioten der Ukraine sind im Exil, oder sind in den Donbas gegangen, um gegen den Faschismus zu kämpfen. Die, die geblieben sind, wurden lebendig verbrannt, wie in Odessa oder wurden in den Gefängnissen zu Tode gefoltert bzw. von solchen Figuren wie Biletsky oder Poklad, dem „Würger“, eigenhändig ermordet. Die „Ukraine“ ist längst im Besitz von Black Rock, Monsanto, Cargill und co.

  11. Das hatte ja eine politische Entsprechung. Michail Chodorkowsky ist einer von ihnen, der das Ölgeschäft in die Finger bekam. Er verkaufte es gen Westen, ohne dem russischen Staat auch nur eine Kopeke zu zahlen. Wovon man im Westen angetan war. Überhaupt konnte man bei den Jungs für eine Handvoll Dollars alles bekommen. Das sollte so bleiben, dachte man im Westen.
    Dann kam dieser Störfaktor Putin, der erst mal den C. verhaften ließ. Er wurde verurteilt und ein US-Gericht befand, zurecht. Hat aber unsere Eliten nicht interessiert. C. wurde zum Freiheitskämpfer stilisiert und der alternde HD Genscher wurde losgeschickt, um eine Begnadigung zu erreichen. Die wurde gewährt, C. wurde freigelassen. Das war ein Entgegenkommen der Russen, aber unsere Presse fiel wie die Furien über ihn her. Völlig irrer Russenhass schon damals, 2012.
    Jetzt sitzt er in London an der Spitze russischer Oligarchen, die dort ein gesamtes Viertel bewohnen. Sie warten auf den Sturz Putins, um dann Russland politisch und wirtschaftlich zu übernehmen. Das zieht sich nun etwas. Putin hat nun etwas, was es sonst auf der Welt nicht gibt. Ein loyales Unternehmertum. Denn die wissen, dass sie abserviert werden, wenn die Londoner kommen.
    Assistiert wird C. vom Berufslügner Bill Browder. Der behauptete, die Russen hätten seinen Assistenten Magnitzky umgebracht. Das sollte verfilmt werden und der Filmemacher merkte dabei, dass Browders Geschichte nicht stimmen konnte. Komplett erlogen, der Artikel war auf Telepolis. Aber jetzt natürlich nicht mehr. Sowas hat die Neuber’sche Säuberung nicht überlebt.
    Die Obama-Regierung hat die Geschichte aber geglaubt und sie erließ einen Magnitzky-Act, der auch Sanktionen gegen Personen in anderen Staaten betreffen konnte. Das war die Urform dessen, was jetzt Jaques Baud getroffen hat. Basierend auf einer Lüge.

    1. Ach, der ganze Wertloswesten basiert auf Lügen. Von A bis Z und wieder zurück auf A.
      Wer wie ich schon über 7 Jahrzehnte beobachtet weiß das.

    2. Als Ergänzung:

      Chodorkowski war in seiner Jugend ein aktiver Funktionär im Komsomol, dem kommunistischen Jugendverband der Sowjetunion. Seine Position im Komsomol nutzte er, um erste Erfahrungen im Unternehmertum zu sammeln, als unter Gorbatschow erste private wirtschaftliche Aktivitäten erlaubt wurden. Er nutzte seine Kontakte und Ressourcen als Komsomol-Funktionär, um den Import von Computern und anderen Waren zu organisieren, was den Grundstein für sein späteres Vermögen legte.

    3. Nicht vergessen, dass Chodorkowski 2015 sagte, dass er bei Gesprächen in den USA den Eindruck gewonnen habe, dort seien viele bereit für einen Krieg gegen Russland.

  12. Aus Xttps://colonelcassad.livejournal.com/8813057.html (web translated)

    I watched 5 episodes of the „high-profile“ TV series „The Boy’s Word“ about young hooligans from Kazan. There are still 3 episodes left, but the diagnosis is quite clear.
    The film demonstrates the processes of decay in late Soviet society on the eve of the collapse of the USSR.
    In this environment of growing collapse, youth gangs are emerging, which will later transform into organized crime groups. Not everyone will survive this race to a „happy life.“ From what I’ve read about the topic, I can say that the authors actively relied on real events and groups.

    As a youngster, I didn’t really experience this period in my city, and I remember it in Sevastopol as a war between organized crime groups (corpses on the streets, a bombed-out hairdresser, shootings of bandits, etc.). The film is more about where it all started in Kazan.

    In fact, this is a „didactic“ story about the „development“ of the carrion worms that parasitized on the corpse of the murdered country.
    Is it interesting to watch? Well, perhaps as a glimpse into an era that few people would want to return to in their right minds. The „heroes“ of the series are repulsive scoundrels who hide behind a façade of gangster rhetoric (similar to modern AUEs). None of them are worth pitying. Based on the content, they will end up badly, which is generally the case in reality. In fact, the author leads up to this by saying that while young morons are chasing chuppan and giving their word as a boy, they and those around them will end up in hell.

    It is clear why the film „suddenly“ shot in Ukraine, where there is now about the same atmosphere of internal growing collapse as in the film, where young people get lost in Nazi or criminal groups „opposing the wrong reality“.
    If we talk about Russia, even without the opus of Gooseberries, AUE flourished quite well, until the authorities realized that it was all necessary to put pressure (the success of these measures is debatable). The issue of the need to restore the Department of Internal Affairs periodically comes up.

    Can the film negatively affect individual „young morons“? Probably can. They’ll think they’re the salt of the streets and go out to beat the chushpans. They’ll finish the same way. But in fact, we have gopniki and without Gooseberries were and are.

    There is not much to prohibit there. On the contrary, an inflated hype with shouts about the need to ban it led to the fact that more people started watching, at least on the principle of “ What did they decide to ban there?“. Moreover, the series has long been lying around on torrents and who needs to watch it anyway. In 10-15 years, someone will make a film about AUE in Russia or about hehe PMC „Redan“. And Mizulina’s granddaughter will demand to be banned.

    I’ll watch it out of entomological interest. I’m unlikely to watch it again.
    In general, Kryzhovnikovo’s work is clearly not my style.

  13. „In 10-15 years, someone will make a film about AUE in Russia or about hehe PMC „Redan“

    Oder über Gelsenkirchen, oder Leipzig, oder Duisbrurg? Liverpool, London und Paris sind schon filmreif.
    Das zusammenbrechende Sowjetreich brachte etwas hervor, was Westeuropa noch bevorsteht.

  14. Das westliche Moloch und ihre Schulden können realistisch gesehen, niemals zurück gezahlt werden. Da ist die Ukraine mit ihren Schulden ein Sandkorn.
    OT
    War heute bei einem Ukrainer, der besitzt ‚zwei Objekte‘, oder mehrere, die jeweils mit mindestens 1 mill$ gehandelt werden. Das Personal von putzen, renovieren über CCTV und Sicherheit inklusive plus Mercedes , ist vorhanden ….
    Ja die Arme Ukraine wird wahrlich gut ausstaffiert durch eine idiotische Politik…., für eine Propaganda die ihres gleichen sucht….

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