Vergessene Klänge

Rubab, afghanisches Instrument
Naveed.yzi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die letzten Jahrzehnte haben viele Gassen Kabuls verändert. Während ihre einstigen Bewohner vor Krieg und Terror geflüchtet sind, haben sich andere – meist deutlich ärmere Afghanen aus anderen Provinzen – in der afghanischen Hauptstadt angesiedelt.

Eine Entwicklung, die unter anderem zu einem rasanten Anstieg der Einwohnerzahl geführt hat. Ähnliches ist auch in Kharabat in der Kabuler Altstadt der Fall. Einst lebten hier viele Sikhs und Hindus. Mittlerweile haben die meisten Mitglieder dieser religiösen Minderheiten aufgrund von Verfolgung und Unterdrückung das Land verlassen. Der naheliegende Sikh-Tempel steht leer und ist verriegelt.  „Die sind schon längst in Indien oder in Kanada“, sagt ein Händler, der neben dem Tempel arbeitet. Wer durch die Gasse von Kharabat läuft, bemerkt viele Gesichter, die nicht nur Besuchern neu erscheinen. Einige von ihnen sprechen Paschto. Andere Farsi-Dialekte aus den nördlichen Regionen des Landes.

Das originale Kabuli, sprich, der persische Dialekt der afghanischen Hauptstadt, ist zwar noch da. Allerdings ist er etwas rarer geworden. „Hier hat sich vieles verändert, doch solange wir hier sind, wird vieles auch gleichbleiben“, sagt Asadullah Cheshti lächelnd. Er trägt einen sauberen, weißen Peran Tumban, eine grünschimmernde Weste und hat seine langen, weißen Haaren elegant zurückgekämmt. Seine etwas dunklere Hautfarbe lässt erahnen, dass Cheshtis Vorfahren, ähnlich wie die meisten „echten“ Kharabatis vor Jahrhunderten von Indien nach Afghanistan kamen – und ihre traditionelle Musik hierherbrachten.

Koranverse im Radio

Bis heute ist Kharabat bekannt als das einst ehrwürdige Musikerviertel Kabuls. Praktisch alle Meister der klassischen afghanischen Musik, Männer wie Mohammad Hossain Sarahang, Abdul Mohammad Hamahang oder Rahim Bakhsch, stammten von hier. Der 60-Jährige Cheshti kennt Kharabat wie seine Westentasche. Kein Wunder, denn auch er gehört zu den Meistern seiner Zunft. Seit fast einem halben Jahrhundert spielt er die Tabla. Cheshti ist mit den zwei Trommeln praktisch aufgewachsen und gehörte zu den Schülern einer weiteren Legende aus Kharabat, Mohammad Haschem Cheshti, dessen Beinamen er aus Respekt vor seinem Meister angenommen hat.

Heute sollte es eigentlich Assadullah Cheshti sein, der die nächste Generation der Tablaspieler Kharabats ausbildet. Doch seitdem die militant-islamistischen Taliban im August 2021 abermals die Macht im Land übernommen haben, wird weder ein Instrument gespielt noch ein Lied gesungen. Bereits während des ersten Taliban-Regimes der 1990er-Jahre erließen die Extremisten ein Musikverbot. Fernsehgeräte oder Kassetten wurden beschlagnahmt und zerstört, Musiker:innen verbannt.

Fünf Jahre lang herrschte in Afghanistan Totenstille. Mittlerweile erscheint zumindest nicht alles so schlimm wie damals. Die „neuen“ Taliban sind in vielerlei Hinsicht weiterhin die alten. Ihre Ideologie sei mit Musik nicht vereinbar. In einigen Regionen des Landes wurden Instrumente zerstört und Musiker gefoltert. Wer im Auto mit Musik erwischt wird, hat nicht immer aber meist mit Problemen oder zumindest dummen Sprüchen seitens der Taliban-Fußsoldaten zu rechnen. Radiosender spielen nur noch Koranverse. Auf Hochzeiten darf keine Livemusik mehr gespielt werden, weshalb die eigenen Youtube-Playlisten herhalten müssen. Hierfür muss man sich im Vorfeld meist mit den lokalen Taliban-Kämpfern arrangieren und sie gegebenenfalls mit warmer Mahlzeit oder Bargeld schmieren.

Musikvorlieben der Taliban

Alle Musiker, auch jene wie Asadullah Cheshti und seine Söhne in Kharabat, sind arbeitslos geworden und müssen sich anderweitig über Wasser halten. „Wir haben nichts anderes gelernt. Wir können nicht plötzlich einen Laden führen oder Essen verkaufen“, beschwert sich Cheshti und erklärt, dass er praktisch zum Scheitern verurteilt sei. Viele seiner Zunft hätten das Land verlassen, doch er wollte diesmal bleiben. Wie viele Afghan:innen lebte einst auch Cheshti jahrelang als Geflüchteter im Nachbarland Pakistan.

Er musizierte in den Flüchtlingslagern Peschawars oder in den Gasthäusern Waziristans. Sein Handwerk wurde geschätzt. Selbst die Taliban wissen, dass die Musiker Kharabats keine billigen Hochzeitssänger, die mittels Autotune und Youtube nach Berühmtheit und viel Geld lechzen, sind, sondern echte Meister, deren Gesänge und Musik meist mit vielen Aspekten des spirituellen Islams und des Sufismus zusammenfließen. „Sie kamen hierher, sahen unsere Instrumente und meinten etwas ehrfürchtig, dass von nun an nicht mehr gespielt werden dürfe“, sagt Asadullah Cheshti, während einer seiner Söhne in einem kleinen Kiosk sitzt und einem Kunden Energiedrinks und Zigaretten verkauft.

Den Kiosk kaufte Cheshit mit seinem letzten Ersparten, um die Existenz seiner Familie zu sichern. Früher war der Tabla-Meister ausgebucht und seine Söhne studierten die Musik, um irgendwann in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Während die Taliban der bekannten, afghanischen Musik den Krieg erklärt haben und Asadullah Cheshti und anderen Musikern ihr Leben erschweren, sind sie es ironischerweise selbst, die eine etwas andere Art der Musik hören. „Sie haben Musik verbannt. Doch ihre Kämpfer hören an ihren Checkpoints Musik. Können sie das erläutern? Was für Musikvorlieben haben Sie“, fragte eine ausländische Journalistin den Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahed während eines Interviews, das in den Sozialen Medien verbreitet wurde, vor rund einem Jahr.

Zeitalter der afghanischen Popmusik

Mujahed antwortete daraufhin, dass er gar keine Musik hören würde und dass dies auch für seine Kämpfer der Fall sei. Vielmehr würden sie sich religiösen Kampfgesängen, sogenannten Taranas, die meist über Taliban-Kanäle verbreitet werden, widmen. Diese würden allerdings gar keine Musik im eigentlichen Sinne darstellen. Ein Mann, der dem widerspricht, ist der afghanische Musikologe Mirwaiss Sidiqi, der einst klassische Musik in Kabul unterrichtete und in den letzten zwanzig Jahren vor Ort für verschiedenen Institutionen wie der Agha-Khan-Stiftung tätig gewesen ist. Siddiqi wirkte und studierte unter anderem in Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Er ist ein weltgewandter Kosmopolit, der neben Persisch und Paschto Deutsch, Französisch und Englisch spricht.

„Die Taliban hören Musik aber sie wollen es nicht zugeben. Ihre Taranas sind nichts anderes als Musik“, sagt Siddiqi während einer Veranstaltung im vergangenen Juni in Wien. Dann erklärt er, dass die Taliban sich an bekannten Tönen und Rhythmen orientieren würden, um ihre eigene Musik zu komponieren. „Sie wenden sich hierfür sogar an bekannte Sänger und verlangen von ihnen, Taranas zu produzieren“, so Siddiqi.

Während seines Vortrags an der Wiener Universität für Musik und Darstellende Kunst zeigt Sidiqi Videoausschnitte von privaten Konzerten und Hochzeiten aus dem Kabul der 1970er- und 80er-Jahre, dem Zeitalter der afghanischen Popmusik. Besonders prägnant ist etwa eine Aufzeichnung der bekannten Sängerin Hangama, die damals offenes, kurzes Haar trug und westliche Kleidung trug. Ein Anblick, der nicht nur heute unter dem Taliban-Regime, sondern auch im Kabul der letzten zwanzig Jahre unvorstellbar gewesen wäre. Während Siddiqi die Szenen und die Musik beschreibt, wird er für wenige Momente emotional.

Singende Frauen als Prostituierte

Ähnlich verhält es sich mit vielen Afghan:innen im Publikum, die aufgrund von Siddiqis Vortrag in ihrer eigenen Nostalgie schwelgen. Damals das vermeintlich friedvolle Kabul, in dem musiziert und getanzt wurde. Heute das dunkle Regime der Männer mit den schwarzen Turbanen.

Die Vorstellung von Heimat innerhalb der afghanischen Diaspora unterscheidet sich meist in vielerlei Hinsicht von den Realitäten der Menschen vor Ort. Der Beruf des Musikers wird etwa nicht von den Taliban verachtet abgelehnt, sondern auch von weiten Teilen der traditionell-konservativen Gesellschaft. Singende Frauen werden nicht nur von Fundamentalisten und Fanatikern mit Prostituierten gleichgestellt. Bekannte afghanische Musiker wie Sediq Fitrat, hauptsächlich bekannt als „Nashenas“ („Der Unbekannte“) sangen jahrelang, während sie gleichzeitig die Wut ihrer Väter fürchteten und deshalb anonym blieben. Auch die einstigen Events mit Popikonen wie Hangama oder ihrem bekannten musikalischen Partner, Ahmad Wali, waren nicht repräsentativ für ganz Afghanistan, sondern nur für eine kleine, bürgerliche Blase in Kabul.

Asadullah Cheshti kennt alle bekannten Musiker:innen Afghanistans, doch sein Metier unterscheidet sich, ähnlich wie sein ganzes Leben, deutlich von jenem einer Hangama. Immerhin lebt diese seit Jahrzehnten in Kanada, während der Tabla-Meister in der Gasse von Kharabat verblieben ist. Dass die Taliban trotz vehementen Leugnens tatsächlich Musik hören würden, bestätigt allerdings auch Cheshti. „Natürlich ist auch das, was sie hören, eine Form von Musik. Vielleicht sehen sie das irgendwann ein und gestatten uns dann wieder, unserer Berufung nachzugehen“, sagt er lächelnd.

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15 Kommentare

  1. Miss man sich vorstellen: Afghanistan war das Traumland der Hippies, weil es so eine reichhaltige Kultur hatte, zu der natürlich auch die Musik gehört. All das haben die Taliban regelrecht ausgerottet. Ein barbarischer Akt, der auch jede Möglichkeit verbaut, wieder Touristen anzuziehen.
    Hier sieht man ein wesentliches Element der Diktatur: die strenegen Verbote gelten für die herrschende Schicht nicht. Wer Musik hören will, muss Taliban werden. So stabilisiert sich das System.
    Ursprünglich waren die Taliban vom saudischen Wahabismus gegründet worden. Saudi-Arabien war im Jahr 2001 das Land, das die Taliban unterstützte. Aber wie sieht das jetzt aus? Die politische Konstellation wäre interessant. Irgend jemand muss das System stützen, sonst könnte es sich nicht halten. Katar? Nur bedingt. Da muss mehr sein.

    1. Oh ja, die haben das alles ausgerottet, diese bösen Steinzeitislamisten. Nun vielleicht waren es aber eher die Amerikaner die zuerst die Taliban groß gemacht haben und dann 20 Jahre lang das Land bombardiert haben.
      Das waren deine amerikanischen Freunde, denen du jedes Mal so gerne in den Hintern kriechst.
      Und das einzige System, das gestürzt werden muss, ist das westliche, das so viel Leid und Mord über die ganze Welt gebracht hat. Das Schöne daran: Es hat bereits begonnen und es wird erst enden, wenn die USA und ihre Köter (EU und Israel) am zusammen mit dem Herrchen am Boden liegen. Vielleicht gibt es dann etwas Neues in diesen Staaten, aber für Leute wie dich ist dann da kein Platz mehr.

      1. Nur stimmt es halt nicht. Dier USA haben die Mudschaheddin unterstützt und die waren der Taliban Feind. Und haben gegen sie verloren.

        1. Falsch ! Die Sowjets haben die Muschahedin unterstützt und die Amis die Taliban. Letztlich haben beide verloren. Einen Kampf der über Jahrzehnte ging und in dem Ethnischre und Relligiöse Gruppen gegeneinander gehetzt wurden. Im moment haben die Taliban die Oberhand und sind wohl gerade dabei einen halbwegs guten Staat mit islamischer Ausrüstung aufzubauen. Schaun wir mal wie lange man sie lässt

    2. Vernünftigerweise fangen umliegende Länder an, sich des US-Diktats zu entledigen.

      Die Taliban sind ein Produkt westlicher (USA) und örtlicher (Pakistan) Geopolitik, die einsickerten, nachdem die Sowjetunion ihre Unterstützung zurück fuhr und die Warlords übernahmen. Statt das zuzugeben und endlich mal die Finger von dem Land zu lassen, damit es wieder Chancen bekommt, seinen Weg zu finden, foltert man die gesamte Bevölkerung mit radikalsten Sanktionen, weil die USA sich für ihre Niederlage nach der 20 Jahre andauernden Besatzung rächen wollen.

      Ich denke, dass die USA mit ihrem umfassenden Polit-Druck darauf hinarbeiten, aus Afghanistan die muslimische Version eines Nordkorea zu machen, um in ihren politischen Kindergarten-Märchenbuch eine neue Version eines dummen, bösen Landes zu haben, auf dass alle anderen heilfroh sind, dass sie auf der Seite der USA stehen. – Was den USA überhaupt erst die Macht verleiht, fast nach Belieben über Gedeih und Verderb anderer Länder entscheiden zu können.

  2. Die Geschichte mit der „Koran-Verse sind keine Musik“ erinnert mich an Schlagersänger wie Rex Gildo und Peter Maffay, die zwar auch mit Schlager sehr großen Erfolg hatten, aber eigentlich andere Musik (Rock) machen wollten.

    Die Koran-Musik ist teils ganz OK, selbst wenn man den Text (ähnlich wie früher bei englischem Rock) nicht versteht. Ich hatte mal eine Vor-Internet-Connection nach Ägypten.

    Bei Bandcamp kann man einiges mit dem Tag „Afghanistan“ finden:
    https://bandcamp.com/discover/afghanistan

    Da ist eher grobes Zeug dabei, das zwar Tradition behauptet, aber dann doch heftig elektronisch ist und eher an Hippie-Musik erinnert, wie Naujawanan Baidar.
    https://radiokhiyaban.bandcamp.com/album/volume-1

    Aber auch viel, das „afghanisch“ nur als Tag neben anderen nutzt und dann eher eine Melange aus allem möglichen ist wie die Serben Karpet Birch, die teils sehr sibirisch klingen
    https://usssy.bandcamp.com/album/karpet-birch

    Ich würde den afghanischen Musikern empfehlen, es wie Rex und Peter zu machen, und das zu spielen, was geht. Herzergreifende Features im ARD-Weltspiegel oder im ARTE-Journal wird es damit aber nicht geben.

      1. „traditionelle Musik“

        Das klingt immer gut. Wenn ich sowas höre, überkommt mich immer zuerst eine Vorfreude auf Exotisches und dann die Überlegung, wo es sowas in Deutschland (Österreich/Schweiz) gibt, dem ich was abgewinnen kann. Haindling? Hubert Goisern? Stimmhorn? Laila? Silbereisen?

        Es endet beim beliebten Zitat, dass Tradition die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche sein sollte.

        In der Disko und auch bei den Bollywood-Filmen sind die Bhangra-angehauchten Stücke (aus dem Punjab) immer die vorne dran.
        https://www.youtube.com/playlist?list=PL22cE9yxZwJu8WTRGmY3kq06iNCUW3OFn

        So lange sich Indien und Pakistan nicht atomar verdampfen, bleibt der Nachwelt noch was.

        1. Moin
          „Es endet beim beliebten Zitat, dass Tradition die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche sein sollte.“
          Gefällt mir sehr und unter dem Aspekt:
          Polka trifft Ska -> Skolka – GemmaGemma
          https://www.youtube.com/watch?v=TbcbgksiFbQ
          Partyband mit traditionellen Instrumenten -> Die Draufgänger
          https://www.youtube.com/watch?v=Xw-g6X8qob0
          noch etwas schweizer Kammermusik
          https://www.youtube.com/watch?v=kIMHhUI0jkg
          Polka geht immer (Platz schaffen 😉 )
          https://www.youtube.com/watch?v=ZALtzTmPz-E
          https://www.youtube.com/watch?v=Zdexhi7yowY

          Bleibt auch die Frage, in welcher Zeit man „traditionell“ ansetzt.
          Bei Knochenflöte und ausgehöhltem Baumstamm?
          Bei dem https://www.youtube.com/watch?v=znPxf7ukcIw weil er heute noch gespielt wird?
          Ab der Zeit des industriellen Instrumentenbaus, weil mehr Menschen neben Überliefertem ‚ihre‘ Musik entwickeln konnten?

          Zum Schluss noch modernes ein Geräuschgerät
          https://www.youtube.com/watch?v=p2kJMPfFOX8

          Grüße

    1. Die USA haben die Anhänger der Mullahs aufgebaut, weil sie bei ihrer „Eindämmungspolitik“ des Kommunismus die linke Regierung um jeden Preis bekämpfen wollten.

      Um jeden Preis ist wörtlkich zu nehmen, denn die Bekämpfung der linken Regierung mündete schnell in die Operation Cyclone mit Milliarden Budget für Waffenhilfe und Söldnerlohn.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Cyclone

      Mit dem Geld wurden auch massenhaft internationale islamistische Kämpfer angeworben. Ein Hauptakteur dabei Osama bin Laden.

      Wo viel Waffen und Geld, da viel Blut und Chaos. Der pakistanische Geheimdienst baute mit den Kriegsversprengten des Nachbarlandes und mit Geld und Lehrern für Koranschulen aus Saudi Arabien die Taliban auf, die nachdem die Sowjetunion die Unterstützung der linken Regierung zurück fuhr, in den Kampf gegen Al Kaida und die Mudshahedin geschickt wurden, und weil die Unterstützung Pakistans einfach näher lag, als die der USA, die USA das Interesse verloren, nachdem die Islamisten die Regierung in Kabul gestürzt hatten, dominierten.

      Als die Taliban die Macht über einen Großteil Afghanistans inne hatten, ließen sie sich von Pakistan nichts mehr sagen und machten ihr eigenes Ding. Ähnlich war das ja auch in Syrien als ein Großteile der Islamisten, die bereits weite Gebiete Syriens unter ihrer Macht hatten, sich 2014 von der Kommandostruktur der USA trennten und bis an die Zähne von den USA und Nato-Staaten aufgerüstet, im Irak einfielen und dort Handstreich-artig die Macht über Halb-Irak übernahmen und ISIS, den Islamischen Staat in der Levante ausriefen.

      Die USA begannen ISIS im Nordirak zu bekämpfen. Aus Syrien kam 2015 eine große „Fluchtwelle“ in Europa an. Im Herbst folgte Russland dem Hilferuf aus Syrien udn Unterband in kürzester Zeit den Ölhandel mit gestohlen Öl in die Türkei und befreite wie die USA im Irak die Islamisten aus den Städten Syriens.

      In Afghanistan wurden die USA den Guerillakämpfern nie ganz Herr. Zwar gelang es den USA mit ihren kriegerischen Dauerinvestitionen in den Islamismus auch einige Unruhe in nahegelegenen Feindstaat China, konkret bei deren muslimischer Bevölkerung zu erzeugen, aber statt mit Waffengewalt, regierten die Chinesen mit verstärkte Anstrengungen, arme, ländlicher, für Islamismus anfällige Regionen mit Bildung und Infrastrukturinvestitionen zu modernisieren und aus der Armut zu holen. Was sehr gut gelang und von der UNO gelobt wurde, was dann den Anti-Kommunisten Adrian Zenz auf den Plan rief, der mit bspw. im Netz gefundenen Polizei-Ausbildungvideos und frei interpretierten Satellitenbildern „bewies“, dass China rund 10 Prozent seiner Bevölkerung in Umerziehungslagern gefangen hält.

      2021 beendeten die USA ihre Afghanistan-Besatzung abrupt und wendeten ihre volle Aufmerksamkeit der Ukraine zu, wo ab Februar 2021 die Armee um die abtrünnige Restregion formiert wurde, ab Februar 2022 die Offensive begann, Russland im Schnellgang die Unabhängigkeit der Abtrünnigen anerkannte, ihnen nach UNO-Charta Waffenhilfe leistet und auch um von den USA – ebenfalls im Sinn der UNO-Charta – wieder als Verhandlungspartner ernst genommen zu werden.

      Bis auf den zweiten Punkt genau nach US-Plan. Deswegen die Häme zu Anfang, Putin sei in die Falle gegangen:
      https://www.thepostil.com/the-russian-art-of-war-how-the-west-led-ukraine-to-defeat/

      …in an interview with the Ukrainian channel Apostrof’ on March 18, 2019, Volodymyr Zelensky’s advisor Oleksei Arestovitch cynically explains that, because Ukraine wants to join NATO, it will have to create the conditions for Russia to attack Ukraine and be definitively defeated.

      Aber ich schweife ab…

      1. @ Müsli…
        Pablo Escobar würde wahrscheinlich eine etwas abweichende Meinung haben. Dieser würde vermutlich die Hauptantriebskräfte hinter den feudalistischen, kaum fremdsteuerbaren Kriegsherren der Mudschadehin-Söldner und noch mehr hinter den gehorsameren Taliban bei den Muslimbrüdern verordnen. Da diese, vereint mit der wahabitischen Priesterschaft, das saudische Feudalsystem zur Finanzierung von Mudschadehin, Al Quaida und Taliban zwangen. Dafür spricht die Position von Zawahiri, der die graue, intelligente Eminenz hinter dem eher einfältigen Osama bin Laden gewesen zu sein scheint.
        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aiman_az-Zawahiri

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