Netflix sehen und sterben

Paar guckt Netflix, schaut aber nicht hin.
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Es gibt jetzt Filme, die sind nicht zum Anschauen gemacht. Wie Streaming das Wesen des Filmes verändert.

Zum dritten Mal wiederholt ein Protagonist in einer neuen Produktion eines großen Streamingdienstes, was sich vorher gut sichtbar für den Zuschauer ereignete. Immer wieder kreisen die Geschehnisse im Verlauf des Filmes um einen Gegenstand, der nun schon mehrfach angesprochen wurde. Halten Netflix, Amazon Prime und wie sie alle heißen ihr Publikum für dumm? Nicht direkt. Denn die Streamingdienste revolutionieren gerade die Art, wie Filme gemacht werden. Sie fokussieren sich auf Produktionen, die für ein Publikum gemacht werden, das gar nicht richtig hinschaut.

Beiläufiges Schauen

Matt Damon und Ben Affleck sprachen nach ihrer letzten Netflix-Produktion The Rip sehr offen an, was sich viele schon dachten. Streamingdienste lassen Filme auf eine Weise produzieren, die für Zuschauer gedacht ist, die Filme nicht mehr aus cineastischen Gründen betrachten oder die sich einfach nur für zwei Stunden aus ihrer Wirklichkeit verabschieden wollen, um in ein Abenteuer abzutauchen. Sie wollen das Publikum im Stream halten, das nebenher noch Instagram-Reels guckt oder TikTok-Video anschaut. Würde man einen Film nach klassischer Methode drehen, kämen diese Leute nicht mehr mit. Und es sind wohl eine Menge Konsumenten, die parallel in verschiedenen Medienangeboten feststecken.

Casual Viewing heißt das neue Stichwort. Beiläufiges Schauen. Fragt man bei den Streamingkonzernen an, sprechen sie von Zuschauerorientierung oder Nutzererlebnis. Für die Filmschaffenden von Regisseuren; Drehbuchautoren, Kameraleute bis hin zu Schnittmeistern, bedeutet diese neue Art Filme zu machen, dass auch sie sich dem neuen Modus anpassen müssen. Viel künstlerische Freiheit bleibt da nicht, der Algorithmus gibt vor, was gerade noch künstlerisch zugelassen werden kann, ohne am Publikum zu scheitern.

So sind die Streamingdienste zu der Erkenntnis gelangt, dass man die Zuschauer nicht mehr lange auf einen Höhepunkt zulaufen lassen kann. Mittlerweile kommt es häufig vor, dass das filmische Highlight gleich anfangs platziert wird, um dann eine Begleitgeschichte um dieses Ereignis zu stricken. Würde man heute Titanic nochmals verfilmen, ginge das Schiff schon in den ersten fünf Minuten unter. Dabei würde man den Untergang aus verschiedenen Perspektiven drehen und dasselbe Ereignis nur aus einem anderen Blickwinkel immer wieder zeigen. Mitten im Film bekäme der Zuschauer immer wieder Sequenzen des Unterganges gezeigt, eingebettet in einer gestrafften Vorgeschichte. Außerdem hätte ständig wieder jemand vom Untergang gesprochen und beschrieben, was geschehen ist. Das soll die Zuschauer, die mit dem Display ihres Mobiltelefons beschäftigt sind, bei der Geschichte halten.

Die Wiederholung von Informationen ist ein zentraler Punkt des Casual Viewing. Beispiel: Ein Paar auf einem Paris-Ausflug öffnet das Fenster der kleinen Pension im Dachgeschoss und sie schreit entzückt auf, dass dieser Blick über das sommerliche Paris einfach herrlich sei. Die Kamera hält drauf und zeigt das, was die Frau ausschreit. Da sich alle Produktionen an ein internationales Publikum richten, versuchen die Streamingdienste auch, das lokale Flair aus Produktionen zu tilgen. Südkoreanische Filmmacher haben das schon lange für sich entdeckt. Ihre Filme wirken seit langem so, als sei Südkorea ein amerikanischer Bundesstaat. Die handelnden Personen sind international adaptierbar, nationale Eigenheiten werden unterlassen. Daher wirken internationale Produktionen mittlerweile beliebig.

Mit ein Grund für den Qualitätsverlust

Längst bekannt ist, dass die Streamingdienste kundenspezifische Trailer für neue Produktionen anbieten. Der Algorithmus ordnet die Zuschauer in verschiedene Kategorien. Je nachdem wo der Kunde landet, setzt man ihn einen auf ihn zugeschnittenen Trailer für eine Neuproduktion vor. Außerdem werden Produktionen für das Streamen greller ausgeleuchtet, um es für Displays besser darstellbar zu machen. Auf kleinen Geräten kommen größere Close-ups, Frontaufnahmen des Darstellergesichtes, besser an. Also findet man auch von diesen Einstellungen mehr in neuen Film als zuvor. Außerdem meidet man dunkle Szenerien, weil die beim HDR-Streaming schlechter erkennbar waren.

Um den Zuschauer, der nebenbei mit anderen Dingen betraut ist, nicht zu überfordern, bieten Streamingdienste nur sehr ungerne Produktionen an, die einem Mischgenre entspringen. Klare Genreabgrenzungen sind die Folge. Und damit auch Langeweile und Qualitätsverluste.

Die Reduktion auf klar vermarktbare Genres folgt keiner ästhetischen Überzeugung, sondern einer statistischen Logik. Der Algorithmus liebt Eindeutigkeit. Er arbeitet mit Schubladen. Eine romantische Komödie mit politischem Subtext irritiert das Empfehlungssystem und verwirrt so das Publikum. Filme wie Pulp Fiction oder Apocalypto würden von Netflix, Amazon Prime und Co. nicht finanziert. Also stampft man die Ambivalenz ein und setzt auf Eindeutigkeit. Produktionen gleichen sich folglich an, weil sie in Kategorien passen müssen. Die Gefahr, dass ein Werk schwer einzuordnen ist, gilt als wirtschaftliches Risiko. So entsteht eine kalkulierte Vorhersehbarkeit, in der Überraschungen und künstlerische Freiheit immer öfter als Störfaktor angesehen werden.

Streaming ist eben kein Kino

Das Kino war vor allem stets ein sozialer Raum. Man verabredete sich, ging to the movies, unterhielt sich vorher, aß vielleicht was. Dann setzte man sich in den dunklen Saal, schwieg und glotzte, war aber nicht alleine, sondern im stillen Betrachten vereint. Beherztes Lachen während einer Komödie in einem vollen Kinosaal war ein einzigartiges Erlebnis. Der Kinobesuch war ein Moment des bewussten Schweigens und Abtauchens. Gute Filme saugten ihr Publikum auf und spuckten es mit dem Abspann wieder aus. Als Streaming nach Deutschland kam, sprach man vom neuen Heimkino. Aber die Aufmerksamkeit schwand schnell. Plötzlich schaltete man Netflix ein wie das Radio. Statt Musik ließ man sich mit dem Content des Dienstes berieseln. Streaming ist kein Ereignis mehr.

Eine bewusste Hinwendung gibt es nicht mehr. Viele Nutzer berichten, dass sie mehr Zeit mit der Suche nach Inhalten verbringen, statt diese Inhalte zu schauen. Das Kino versprach nur eine kleine Auswahl, ging man in einen Film, lieferte man sich aus. Dort etablierte sich im Laufe von Jahrzehnten eine sorgfältige Bildkomposition, man setzte Licht und Schatten ein, der Tonschnitt wurde verbessert und zu einem Kinoerlebnis. Streaming ist ein ästhetischer Rückschritt. Der Mut zur visuellen Komplexität, den das Kino aufbrachte, ist beim Streamen so klein und beschränkt wie das Display, für das es gemacht ist.

Schließlich verschiebt Streaming auch das Zeitgefühl. Im Kino ist der Film abgeschlossen, wenn der Abspann läuft. Zu Hause startet die nächste Episode oder der nächste Film automatisch. Wie oft saß man im Kino, der Abspann lief und man konnte sich nicht lösen, blieb verstört, berührt oder verängstigt zurück? Netflix und Co. lassen das nicht zu. Immer wartet schon der nächste Film, der Abspann wird abgebrochen, damit ein neuer Content starten kann. Das ist auch respektlos gegenüber denen, die den Film herstellten und nun im Abspann genannt werden. Streaming verändert die Art wie Filme gemacht und angesehen werden. Manchmal spürt man das bereits im Kino, wo der Streaming Chic auch schon zu bewundern ist. Netflix, Amazon Prime und wie sie alle heißen, sind dabei die Filmbranche zu einem Einheitsbrei zu formen. Im Moment streiken die Synchronsprecher, weil Netflix per Vertrag sicherstellen will, dass die Stimmen der Synchronsprecher zum Training einer Synchronisierungs-KI verwendet werden dürfen. Bald schon klingt der Einheitsbrei dann auch noch wie aus einem Guss.

Henryk Gondorff

Henryk Gondorff
Cineast der ersten und letzten Stunde. Viel gesehen und viel sehr schnell wieder vergessen. Wer wissen will woran eine Gesellschaft krankt, geht in deren Kinos. Dort erhält man die Diagnose.
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103 Kommentare

  1. Wer seine Lebenszeit mit dieser Art Müll verplempert, muss sich nicht wundern das wenig aufregendes noch in seinem Leben geschieht ..
    Ich muss immer feixen wenn Anbieter dieser Art DRM Mechenismen so rigeros durchsetzten , Linux zb kein HD , weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, das jemand solch Geistigen Dünnschi*** sich kopieren möchte o(
    Neu ist das aber nicht, lediglich Konkurenz zu RTL & Co ..
    Kannte eine DKP Frau die mit Begeisterung RTL & Co sich jeden Tag rein zog. Auf meine Anfrage hin, wie sich das mit höheren intellektuellen Ansprüchen vereinbaren lässt kam spontan die Antwort Sie “ Ich bin ideologisch gefestigt“
    Das aber die Menschen um Sie herum diese Scheißen sich damit jeden Tag reinziehen mussten, was nur über Eigentumsrecht Sie umsetzten konnte die weniger ideologisch gefestigt waren, hatte Sie keine Bedeutung ..
    das zum Thema Ideologie und Intellekt ..

  2. Was mir am meisten bei diesen Streamingdiensten gefällt, sind Preiserhöhungen und Leistungsreduzierungen. Schöner kann man dem dummen Abo-Nutzvieh gar nicht ins Gesicht spucken.
    Gleiches gilt für die Unsitte der „subscriptions“, bei etlichen Apps bzw. Programmen. Aktuelle Grüsse an 1Password-Nutzer: fast 40% mehr in Europa.

  3. …und nun noch das hier in den „Qualitätsmedien“ obwohl Frau Merkel nicht anwesend war 🙂
    Ist das die Qualitätsoffensive bei ARD und ZDF für 8 Milliarden Euro?
    https://www.berliner-zeitung.de/news/ard-muss-beitrag-zum-cdu-parteitag-korrigieren-klatschende-merkel-nach-wahl-von-merz-li.10020694

    Baerbock: Grönland gehört zur EU, da wird es selbst dem Mainstream-Spiegel schummerig.
    Strack-Zimmermann toppt Baerbock noch, sie soll bei Servus-TV gesagt haben: „Putin hat hunderte Millionen Menschen beseitigt“ und „Die Ukraine versorgt 80 Milliarden Menschen mit Lebensmitteln“
    Leider kann ich nicht sehen ob das stimmt, bekomme kein Servus-TV

    1. Die meisten Servus TV Sendungen kann man auch ueber deren Mediathek anschauen…
      Die Dinge hat Strack wirklich gesag, BTW. Natuerlich ignoriert von den „Faktencheckern“

  4. Ja, so ähnlich hatte ich mir das schon vorgestellt – mangels auch nur einer Minute des Konsums.
    Die Rückschlüsse auf Publikum und Konsumenten stimmen mit dem was man sonst so beobachtet überein:
    Der intellektuelle Niedergang ist transatlantisch, betrifft breite Gesellschaftsschichten und ist in vollem Gange.

  5. Ich lebe scheinbar noch in der Steinzeit, denn derartige Dienste habe ich noch nie in Anspruch genommen. Ich weiß deshalb nicht mal, wovon der gute Mann da überhaupt redet. Ich denke, ich komme auch weiterhin mit dieser „Bildungslücke“ gut durchs Leben.
    Zumindest lasse ich es drauf ankommen.

      1. @Phineas
        Lassie
        Die Wombles
        Luzie, der Schrecken der Straße
        Die Besucher

        Nein, mal im Ernst, es gab und gibt z.B. bei Netflix schon auch gute Filme und Serien. Ein paar wurden schon genannt. Ich würde noch hinzufügen :
        „Black Mirror“ (die es in einer eigentlich recht guten neueren Folge allerdings nicht unterlassen konnte, den irrsinnigen Cocolores-Schwachsinn wiederzukäuen; sowas gibt immer Abzüge in der B-Note)
        „The end of the fucking world“
        „I’m thinking of ending things“
        „The father“ (Einer der Filme aus der jüngeren Vergangenheit, der mich nicht nur aufgrund seiner Machart beeindruckt hat – der Hintergrund des Ganzen erschließt sich nicht direkt -, sondern dank der grandiosen Leistung v.a. von Anthony Hopkins und Olivia Coleman auch ziemlich berührt hat)
        …und noch einiges mehr. Sicherlich auch viel Blödsinn dabei, aber den muss ich mir ja nicht anschauen. Ein weiterer Vorteil : keine Werbe-Unterbrechungen.

        1. „es gab und gibt z.B. bei Netflix schon auch gute Filme und Serien“

          Schrieb ich ja weiter unten.
          Außerdem vergesse ich meist die Filmtitel, auch der Serien die mir gefielen.
          Sah letztes Jahr eine US-Serie über einen psychopathischen Brandermittler und gleichzeitigen „Feuerteufel“. Phantastisch.
          Die schönste (weil wirklich extrem witzig, klug und einfach großartig inszeniert) Serie in letzter Zeit war „Slow Horses“, über die Abstellkammer des MI5 für ihre „Versager und Psychopathen“ mit Gary Oldman als „Oberpsycho“. Bei einigen Szenen und Dialogen landet man (zumindest ich) auf dem Teppich und ringt nach Luft.
          Auch „The Sinner“ mit Bill Pullman war grandios.
          „Pluribus“ und „Alien Earth“ hatte ich mal an anderer Stelle empfohlen.
          Aber danke für die Titel, weil die mir unbekannt waren.

            1. @motonomer
              Denkst du vielleicht, Pluribus könnte sich als moralische Parabel über den angeblich ewigen Zwist des Menschen zwischen Individuum und Kollektiv entpuppen? Was ich übrigens durchaus für möglich halte. Wo die woke und individualistische Heldin, ein paar Triggerworte fielen ja schon, am Ende die vermutlich ferngesteuerte Menschheit von ihren Borg-Dasein befreit, und wieder Frieden und Freiheit herrschen.
              Ob der geschätzte und kluge Autor sich dafür wirklich hat einkaufen lassen? Eine Frage die übrigens mich triggert.

              1. Ich denke es ist eine Parabel auf die völlige Entfremdung der Menschheit.
                Wichtiges Detail dabei, ist der Verlust oder auch die Unfähigkeit für ihre Nahrung zu sorgen, so, das sie auf „Soylent Green“ Menschenfleisch angewiesen sind.
                Aber die Handlungsoption, respektive die Konklusion könnte noch interessant werden.
                Schaun wer mal was der Protagonistin alles noch so einfällt.

          1. @Phineas
            Ja, „The Sinner“ hat mir auch sehr gut gefallen.
            „Slow Horses“ – die war mir jetzt bisher unbekannt. Werde ich mir nach Möglichkeit beizeiten einmal anschauen. Danke für den Tipp.
            Wenn ich mir dagegen so anschaue, was das „klassische“ Fernsehen (und hier v.a. das ÖR) so zu bieten hat, empfinde ich das immer wieder als ausgesprochene Frechheit. Wiederholungen noch und nöcher, die dann auch permanent durch die verschiedenen Spartenkanäle durchgereicht werden; dauerhafte und platteste Propaganda; Infantilisierung ohne Ende; auch ‚Dokumentationen‘ verdienen diese Bezeichnung nicht (in jeder Natur-‚Doku‘ wird man ständig vom ‚Klimawandel‘ erschlagen und natürlich bedeutet das ganz normale Lebensumfeld von Wildtieren einen permanenten Überlebenskampf; Hauptsache, man kann aus allem eine Bedrohung basteln und die Natur ist ja ach so feindlich gesinnt; drum, liebe Kinder, gebt gut acht und bleibt am besten zuhause; da draußen ist eh einfach alles nur böse) – wollte vor kurzem mal einen Bericht über die Antonov schauen und habe nach 5 Minuten aufgegeben, denn was kam natürlich zwangsläufig ? Klar, Ukraine-Hymnen und Russland-Bashing. Einfach nur noch ekelerregend.
            Mich würde ja schon mal interessieren, wo genau die ganzen Milliarden hinversickern. Ins tolle Programm mit Sicherheit nicht. Und selbst die exorbitanten Gehälter der Obermacker dürften nur einen Bruchteil ausmachen. Wahrscheinlich wie bei der Regierung, wird halt alles ein bißchen hin- und hergeschoben…😎

        1. Hab sowohl das Buch gelesen (vor langer Zeit) und die erste Mini-Serie mit Richard Chamberlain vorher noch mal angeschaut. Die neue Serie lief bei Disney+ und ich hab sie zuerst fast nicht schauen wollen, weil im Trailer (moderne Trailer sollte man eigentlich meiden) eine Szene schlimmes ueber Mariko erahnen liess (die Szene war dann gottseidank die einzige ihrer Art).

    1. Game of Thrones.

      Mit dem logischen Serienende wie es war.

      Was mich damals schockiert hat: Die negativen Kritiken zu dem Schluß der Serie. Sprich, die meisten „Fans“ und „Jubler“ haben gar nicht kapiert WAS sie da gesehen haben und „WEM“ sie da zugejubelt haben. Obwohl sehr deutlich wurde , wie sich Faschismus aufbaut, und auch welcher Faschismus (unter der verführerischen Maske „des Guten + Schönen“) dargestellt wurde. Für mich eine Meisterleistung !

        1. Ging mir ähnlich.
          Die letzten beiden Staffeln waren relativ lieblos hingerotzt.
          Im Gegensatz zu Rowling hatte Martin nie ein Konzept, sondern hat einfach drauf los geschrieben. Und da hat er sich vollkommen mit verzettelt, er hatte einfach selbst keinen Plan, wie man die ganzen offenen Handlungsstränge wieder einfängt. Und die Produzenten mussten dann die Kastanien aus dem Feuer holen, das konnte gar nicht gut gehen.

  6. Und da wundern sich manche Menschen noch über die erschreckende Zunahme von „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ in unserer modernen Zeit dank Netflix, Smartphone & Co. ?!?!

    Danke für den sehr aufschlußreichen Artikel 😉

    Gruß
    Bernie

    1. @Bernie
      Die anderen Sender verbreiten doch auch nur Mist, siehe Dschungelcamp , Kochsendungen in Masse, der Tatort als Propagandamedium gegen die „pösen“ Russen, usw., usf..
      Jeden Morgen noch die Bildzeitung die unser Bäcker als Rentnerporno bezeichnet, dann ist der Tag in DE perfect
      So ,das war jetzt etwas zum Rentnerfernsehen und so

      Die Jugend wandert zu TikTok ab, ob das besser oder schlechter ist kann ich nicht sagen.

      1. @Otto0815

        Stimme Ihnen in beinahe allem zu, aber im Artikel von Herrn Henryk Gondorff geht es um etwas was jeder kennt, der sich mit der Diagnose ADHS auch nur ansatzweise beschäftigt hat, oder gar selber die Diagnose ADHS gestellt bekommen hat.

        Im übrigen gibt es mittlerweile auch die Diagnose „ADHS für Erwachsene“ – nur um das zu erklären.

        Nix nur Kinder, und Jugendliche mit ADHS. Das ist schon lange her.

        Ergänzend gibt es nun eben seit einigen Jahren „die ADHS für Erwachsene Diagnose“ hinzu.

        Tja, wie bereits erwähnt beim Durchlesen des Artikels von Herrn Henryk Gondorff ist dies mir ja jetzt viel weniger verwunderlich als zuvor. ☺️😉

        Mitleser streiche das „H“ bei ADHS und die Sache lässt sich beinahe 1:1 auf die erwähnte Artikelaussagen von Herrn Henryk Gondorff übertragen ☺️😉

        Gruß
        Bernie

  7. Danke. Interessanter Beitrag.
    Nutze selber keine „Streamingdienste“, auch kein digitales Überwachungs- und Kontrollinstrument („Smartphones“).
    Schaue aber gerne mal eine gute Serie von Netflix und Co.

    1. Wie Sie diesen Spagat zwischen »Nutze selber keine „Streamingdienste“« und »Schaue aber gerne mal eine gute Serie von Netflix und Co.« hinbekommen, erzählen Sie aber lieber nicht, dann wären Sie ein Tor… 😉

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      Btw. ist das OS von Murena ziemlich hilfreich gegen Schnüffelei.

  8. Das ist aber eine ziemlich einseitige Betrachtungsweise von Netflix & Co.
    Wirklich gute Serien mit stroy arc wie True Detectiv (Staffel 1) oder Breaking Bad wurden von Streming Diensten produziert.
    Streaming bietet auch die Möglichkeit zum genauen Gegenteil zu dem im Artikel beschriebenen, nämlich für komplexe Handlungen mit character development der Figuren.

    1. Das war Alles nur in der Anfangszeit von Netflix bis 2018. Damals war Netflix Monopolist, hat sehr wenig selbst produziert und viel eingekauft. Die damaligen Netflixproduktionen wie House of Cards waren wenige teure künstlerisch wertvolle Produktionen die bei HBO und Co. keine Finanzierung bekommen hatten.

      Ab 2016 bauten die Hollywoodstudios eigene Streamingdienste auf und zogen die Lizenzen zurück. Und Netflix stellte bei Eigenproduktionen um von Qualität auf gnadenlose Quantität und sehr viel Kundenstatistik.

      Bei Netflix sind ab 2010s auch sehr viele Investoren eingestiegen. Die wollen für ihre Investition natürlich Profite zurück. Und Netflix ist genauso wie Spotify oft defizitär gewesen in den letzten Jahren.

      Postskript:
      Breaking Bad wurde ab 2008 von Sony Pictures Television für den Kabelsender AMC produziert. True Detectiv wird vom Kabelsender HBO produziert.

  9. Serien
    Immer noch Fantasy: * Game of Thrones * allein schon, weil es in diesem Genre sowieso nichts vergleichbares gibt.
    Sci-Fi : * The Expanse * damals noch von Fefe empfohlen. viele interessante politische Fraktionen und Protagonisten mit den unterschiedlichsten Intentionen, mehrere gleichzeitige Handlungsstränge, die sich über die gesamte Serie 6 Staffeln hinzieht.
    Ich hab´s nicht bereut und sogar ganz außergewöhnlich für mich, selbst auch die Bücher dazu gelesen.
    Wenn ihr mal was deutsches, komplexes und intellektuell Anspruchsvolles sehen wollt und nichts für nebenbei dann empfehle ich euch * Dark *.
    Und ganz aktuell schaue ich das hier: * The Beauty * very strange, surreal, verstörend und so wunderschön schräg, ganz wie ich es mag.
    Film
    Gerade erst * Bugonia * einfach herrlich, auch schön schräg mit einem völlig unerwartetem Ende.
    So wie * Poor Things * vom selben Regisseur ein Meisterwerk… einfach anschauen… ✌

    1. The Expanse ….war echt gut..

      Danach habe ich mir Babylon 5 gekauft, alle Staffeln o))
      „Vom Ministerium des Friedens geschlossen“ war damals da schon zu sehen .. o))
      Auf Beamer sieht man das nicht so wie alt diese Serie schon ist….

    2. Hi Autonomer! Danke für die Tipps! Werde mir mal „Dark“ zu Gemüte führen; nicht gestreamt, sondern als Download von TPB.

      Echte Filmregisseure wie M. Scorsese, M. Cimino oder A. Parker sterben ja aus und nichts kommt nach…

      1. Ja, spätestens zu Coronazeiten steht eigentlich nur noch Diversity LGBTQI+ und Wokeness im Vordergrund.
        Wenn nicht in fast jedem Spielfilm oder Serie ein nonbinäres Pärchen verschiedener Hautfarbe mit einen mischlings Adoptivkind veganes Essen und E-Autos propagiert, oder gar nicht erst Auto fährt, natürlich wegen des Klimas, dann wird diese Sendung erst gar nicht gezeigt.

        Noch´n netten Gruß
        Der Viewer

    3. @Motonomer
      „Ich habe bestimmt mehr Wissen als Sokrates. 😉
      Ich bin den meisten Menschen überlegen. physisch und Intellektuell, das ist kein Geheimnis.
      Ich habe einen IQ von 160, spreche 5 Sprachen, ich lerne gerade meine sechste, kann alles fahren, schiffen und fliegen was auf der Erde existiert, hatte noch vor ein paar
      Jahren 100% bei meiner Einschreibung (nur aus Spaß) auf einer Eliteuniversität und bei einen Test um überhaupt bei meinen schlechten Noten auf das Gymnasium zu kommen, der Beste von 5000 Schülern und das mit Abstand .
      Eine Sehkraft von 140% auf beiden Augen und eine Motorik von der sie nur Träumen können und vor allem „Ich bin dank meiner Mutter völlig „Ungeimpft“ und ich war fast überall auf dieser Welt schon unterwegs.“

      Echt schade, dass Du Dein exorbitantes Wissen und Können brach liegen lässt, wo sich Dir aktuell doch die riesen Gelegenheit bietet, den Herrschenden dieser Welt mal so richtig in den Allerwertesten zu treten. Es müsste doch ein Kinderspiel für Dich sein, die veröffentlichten Epstein-Akten nach entsprechendem Material zu durchforsten. Aber nein, unsere letzte große weiße Hoffnung streamt stattdessen lieber Serien und Filme. Ich bin sehr enttäuscht.

      1. Ich lasse mich eben auch sehr vielseitig inspirieren. 😉
        Außerdem, wollte ich mich niemals politisch engagieren, einfach weil ich immer meinen Spaß haben wollte, wegen oder gerade trotz meines Wissens.
        Ich weiß doch schon lange, das die herrschende Klasse ™1974 da mit drinsteckt.
        Sie hat es mir ja schließlich selbst in den verschiedensten Variationen immer wieder zugetragen.
        Sie wollen mich doch eh nur provozieren und/oder diskreditieren nichts weiter…😧

              1. E
                N
                T
                S
                C
                H
                U
                L
                U
                N
                G

                Es ist exakt dieses Wort, welches zensiert wird. Aber die Polemiken und Hetze gegen Schule werden hier frei veröffentlicht, beispielsweise von Felix Feistel.

                @motonomer

                Eben konnte ich noch deinen Beitrag lesen, jetzt isser wech.

                  1. @ Altlandrebell

                    Kritik an Schule ist keine Hetze, sondern „notwendig(er)“ Bestandteil jeglicher Pädagogik oder sollte es sein. Da ist kein Dissens.

              2. Ich widerspreche ja nur höchst ungern, aber Ukrainisch sieht so aus: Не суй носа не в свою справу. ♫  ✌

                Und sie meinten diesen Absatz hier:“ In wirkungsvollen und stark polemischen Schriften kritisierte er die Praxis des schulischen Lernens und forderte eine ….. Weitere Kritik richtete er gegen die moderne Medizin, deren Expertokratie zwar zur medikalisierten Mentalität der Gesellschaft passe, aber kranken Menschen oft nicht weiterhelfe. Vor allem in Ländern der „Dritten Welt“ würden die von Experten entworfenen Großsysteme des Bildungs- und des Gesundheitswesens oft mehr Schaden als Nutzen stiften“.
                ICH BEKOMME DEN BEGRIFF AUCH NICHT EINGESTELLT????
                Weder auf Französisch, noch auf Russisch?????
                ist doch nichts schlimmes???????
                @ Dan
                Sorry Ich hatte ihn gerade nochmal mehrfach gelöscht, um ihn dann wieder neu einzustellen.

  10. Das beschriebene Phänomen des »Casual Viewing« ist nicht neu (gibt es bei diesen unsäglichen „Crime-Dokus“ schon seit Jahrzehnten) und sicherlich weder »revolutionär« noch überraschend. Erstaunlich ist höchstens, dass sich Filmemacher, die doch lieber künstlerisch anspruchsvolle bzw. eigene Sachen machen wollen, davon irritiert sind, dass sie sich im Fahrwasser einer Daily Soap wiederfinden und ihre Produktion diktiert bekommen.

    You can’t have it all: Entweder Asche, dann für die Masse, dann seicht; oder schmaleres Publikum und dann eben auch schlankere Einnahmen, aber künstlerischer Freiheit. Ein richtiger Knaller, bei dem sowohl Content als auch die Marge herausragend sind, war schon immer selten, ist es und wird es bleiben.

    Ansonsten löst Streaming in seiner Belanglosigkeit des Nebenher eben die Glotze ab.

    Worum ich Herrn Gondorff wirklich beneide, ist sein Bekanntenkreis, der sich nach der Rezeption (im Kino, Theater, Kunstausstellung, sogar Literatur oder wo auch immer) anschließend noch wirklich über das erlebte unterhält und austauscht. Habe (fast) immer die Erfahrung gemacht, dass die Leute gar nicht groß darüber reden wollen, was sie eben erlebt haben. Oder man landet in einer Zitathölle: Das war wie hier und da und dort und überhaupt geklaut bla…

    Was ich nicht so recht verstehe, ist das Bedauern über den geskippten Abspann: Beim Theater bspw. werden die Beleuchter, Bühnenarbeiter, Maske, Catering, Karten Abreisser auch nirgends erwähnt. Ist ein nice to have, aber meistens? Bitte, ist doch irgendwie egal… Gelegentlich gibt es während des Abspanns gute Take Outs, die Erwähnung von verlorenen Nebenplots oder ähnliches, das ist dann schon nett. Aber dass die Kontemplation oder das Überwältigt-Sein so gewaltig ist, dass das Pressieren in der unteren Bauchgegend vergessen wird, ist doch eher selten.

    Wenn es zukünftig noch hinreichend Resonanz geben wird – und das liegt am Publikum – wird es auch gute Filme & Serien geben, denke ich.

    Dank an Henryk Gondorff für den Artikel.

      1. „Beamer“
        Wollte ich auch weiter oben schon schreiben.
        Und das Ding an eine halbwegs gute Musikanlage angeschlossen, ist tatsächlich fast schon wie Kino.
        Außerdem können die Nachbarn alles mithören, hat also auch eine soziale Komponente.

          1. Das wird ein Massaker. Besser nicht.
            Hatte zum vierten Jahrestag der russischen Vorneverteidigung gegen die NATO Faschisten in der Ukraine, Musik aufgelegt. Ernst Busch. Der Heimliche Aufmarsch. 3 mal hintereinander. Offenes Fenster.
            Ein Mordsspass.

    1. Ja guten Tag!

      Wurde da jemand vom ersten Frühfrühlingstag aufgetaut?
      Hier ein paar Korrekturen, Ergänzungen, Einwürfe, Auswürfe, Anwürfe, Groschen, ist egal, heute ist Bingo-Abend!

      Der freie Mensch pfeift

      …im Wald, denn vor allem der Deutsche hat da Angst.

      sonstigen E-Dreck

      Ich sabotiere ständig den Fahrstuhl, wegen des Elfenbeinturmgefühls, aber der wird immer sofort repariert. Scheißwohnung für 89.- qm kalt und trotzdem Nachbarn, Mitwohner, Mitatmer, mitteilen mir meine Mittelmäßigkeit.

      sonstigen Scheiß, der in Wahrheit alles ist außer „smart“

      SM-Art vergessen.

      Onlinebanking

      Nönönönö, ich will diese schlimm angezogenen Leute in den filetierenden Filialen nicht sehen!

      Muckibuden

      Klar, man kann alles mit Eigenkörpertraining machen. Ansonsten will ich den Krempel nicht zuhause haben. Aber manchmal, wenn ein ein Typ neben mir mit einer Embolie und von Steroiden dekorierter Braille-Haut zusammenklappt, denke ich, vielleicht ist da doch noch eine Welt, die zu retten ist?

      Vernissagen

      Wer da was kauft, hat das Konzept nicht verstanden, oder das Wort „Versagen“.

      Mode

      »Mode ist etwas für Leute, die nicht verstehen sich anzuziehen.« Stanislavski in »Ausgewählte Schriften«

      Kunst statt Content.

      Manchmal ist der Content Kunst, aber Kunst ist immer mehr als Content.

      … der bürgt! Freiwillig!

      Tippfehler: Er bückt freiwillig.

      Weil zur Authentizität hat’s nicht mehr gereicht.

      Schon mal »Vom Faschismus der Authentizität« gehört?

      der braucht täglich seine großen Ks

      Wer anfängt, Konsonanten zu hassen, ist noch keinen ausdauernden Vokalen begegnet.
      „Ooohmmmmaaaa.“
       
       
       

      „ICH WILL ABER!“

      Gehört werden?
      Wurden Sie.
      Heute.
      Versprochen.

        1. Sollte ich mich mich für meine Wetterbericht-Einleitung entschuldigen..?
          Neeee, sollte ich nicht. Manchmal nimmt man mit, was & wen man kann. Besser, als sie verwirrt und untröstlich stehen zu lassen.
           

          Ich dachte immer „der Deutsche“ liebte so seinen Wald?!

          Na klar, denn der Deutsche liebt die Angst.

          Also Fahrstühle lehne ich einfach aus religiösen Gründen ab.

          Erklären Sie das mal der Typette von meiner Etage, die den ganzen Hausflur mit Plastikpalmen verwildert hat. Heute weiß ich, „Treppenhaus“ ist für manche Menschen ein sehr kompliziertes Fremdwort.

          Sie brauchen für Eigengewichtübungen doch keine Matte.

          Das sage ich auch immer meinem Frisör, doch der sieht das anders. Ich weiß nicht warum, aber ihm vertraue ich. Irgendwie. Manchmal. Also alle 2 Monate.

          SPD-Lavendel-Krieselkrätzen-Ausdruck.

          Da kennen Sie sich wohl besser aus. War als angehender, „freischaffender“ Journalist mal bei so einer Ex-Kumpletruppe (die mit den Fransen auf den Hüten) und habe gefragt, warum die Zechen bleiben sollten, hat denen doch auch nicht gut getan? Ja, dann haben sie mich ziemlich unleidlich mit ihren rot-schwarz vollgehusteten Taschentüchern fortgewinkt. „Obacht bei der Berufswahl!“ dachte ich noch, als ich meinen letzten Artikel schrieb. Der Kohle-Pfennig war dann weg.

          Rammstein

          Trotz meiner schmalen Hüften tauge ich nicht für die Row-Zero. Und wenn die mich nicht wollen, will ich die auch nicht. Oder so.

          bis Danzig!

          Neee, Polen ist nicht so meins, die haben mich – im Gegensatz zu Rammstein – immer viel zu lieb und wollten mich an der Grenze seinerzeit da behalten. War zwar eine „Verwechslung“, ein blühender Zweig der umtriebigen Verwandtschaft, aber siewissenschon.

          Dann weiter viel Spaß im ganzjährigen Sommerkamp der Klimawandelgewinner.

            1. Wer oder was ist der Deutsche?

              Na der mit dem Wald? Und der Liebe? Dachte, vielleicht kennen Sie sich aus, ich kenne den doch auch nur aus Heinz Rühmann Filmen.

              Stellen Sie doch vielleicht ein aufblasbares Gummi-Einhorn daneben. Vielleicht frisst das ja über Nacht die Palmen?!

              Vor die Tür einer Frau? Gummi? Einhorn?
              Tja. Äh, ja. Super. Idee. Vielleicht.
              Was auch immer gefressen wird, ich will nicht Palme heißen.

              Fünf Jahre Juso-Kreisvorsitzender

              Mein Mitgefühl. Thougths & Prayers.

              Sind Sie denn eine Frau, um dort überhaupt vorgelassen zu werden?

              Nein, ich mag Frauen und kann da ganz geschmeidig werden.

              Denmark! Die haben auch lecker Eis.

              Häagen-Dazs ist kein Eis, sondern mein Experimentaltraum als Achtjähriger, als ich mir einen Chemie-Baukasten zum Geburtstag gewünscht hatte.

              Ich bin ein Kind des Winters und habe eine allergische Abneigung gegen Temperaturen über 20 °C.

              Einladung auf die Insel: Uncheck.

              Temperaturen über 20 °C. Wenn ich erst mal Kanzler bin, werde ich die sofort verbieten!

              Endlich mal wieder jemand mit einer Vision.
              Wo kandidieren Sie? In Grönland?
              Klingt wie eine Herausforderung.
              Held og lykke så. Hej hej.

        1. 1. duzen ist hier üblich, aber meinetwegen, sie alter Sack
          2. definierten sie „Der freie Mensch pfeift auf…, macht dies und das, blablub“ und pflanzten ihre ganzen Vorurteile rein. alle böse. dumm, sie alles richtig, naja Selbstdarstellung/Verliebtheit eben
          3. liegen sie bei mir so falsch, eben vorurteile

  11. „Wie oft saß man im Kino, der Abspann lief und man konnte sich nicht lösen, blieb verstört, berührt oder verängstigt zurück?“

    Das war schon immer nur bei wenigen Leuten so.
    Die große Masse ist aufgestanden, wenn der Abspann begann, denn „der gehört ja nicht mehr zum Film“.
    Da wurde dann geredet, gestört, gefressen usw.
    Wer wollte/will denn bitte wissen, wer der Kameramann, Produzent, Komponist, Cutter usw. ist?
    Nur eingefleischte Cineasten.
    Insofern vermisst die Masse beim Streaming auch nix, wenn es einfach immer weiter geht.

  12. wtf ist so doof und schmeißt netwix & co geld in den rachen, anstatt seinen dns-server umzustellen und sich auf den raubmordkopierplattformen zu bedienen? selber schuld an der rückverblödung.

  13. Die letzte Serie, die mich halbwegs überzeugt hat, war ‚Chernobyl‘ 2019 (HBO) und bestand aus zwei Teilen, bevor die Serie abgesetzt wurde, weil es keine sinnvollen Ansätze zu einer Fortsetzung geben konnte. Seitdem wurden Serien nur noch als voll verblödender Kernschrott produziert. Die Menschheit wird einfach immer dümmer und bedarf daher auch immer dümmerer Fernsehserien. Je dümmer eine Fernsehserie ist, umso besser dient sie dem Zweck der Vollverblödung. Viele Menschen wollen auch nur möglichst einfach gestrickte Serien sehen, weil ihr Leben schon kompliziert genug ist.

    Im schlandoofischen Fernsehen sind vor Allem solche Unterhaltungssendungen besonders beliebt, die ein gerade noch erträgliches Maß an themenbasierter Belanglosigkeit aufweisen, etwa irgendwelche Ratespiele, in denen irgendwelche abgehalfterte, völlig ahnungslose Knalltüten vollkommen belanglose Fragen zu Themen zu beantworten versuchen, von denen sie nicht die leiseste Ahnung haben.

    1. Ja, stimmt, Chernobyl war eine ziemlich gute Serie. Sehr gut gemacht, besetzt, atmosphärisch und beklemmend glaubwürdig umgesetzt. Sie kam zwar nicht ganz ohne antisowjetische Untertöne aus, war aber geradlinig inszeniert.
      Ich hatte mal Netflix, aber habe es nach einem halben Jahr gekündigt.

  14. Wer US Filme kennt weiß, das seit vielen vielen Jahrzehnten der erzielbare Gewinn und nicht die künstlerische Absicht das Machwerk bestimmt.
    So wie bei uns die moralische Rechthaberei jeden Film dominiert.
    So haben eben alle ihre Präferenzen.
    Die Optimierung auf Verkaufbarkeit wird mit der Technik noch ganz andere Nummern, mit dem persönlichen Film, direkt aus der KI incl. Happy End oder blutrünstiges Schlussmassaker, je nach persönlicher Vorliebe bringen.
    Lizenzgebühren werden monatlich abgebucht, alle sind happy.

  15. Dieser ganze Serien- und Streamingwahnsinn fing ja an mit absoluten Hochkarätern wie „Breaking Bad“ und „House of Cards“.

    Breaking Bad:
    Man wollte einfach sehen, wie der biedere und krebskranke Chemielehrer Walter White (Brian Cranston) und sein gescheiterter und Crystal Meth-süchtiger Ex-Schüler immer tiefer in die organisierte Kriminalität abrutschen und dabei krampfhaft versuchen, ihre kleinbürgerliche Fassade aufrechtzuerhalten, während langsam aber sicher alles außer Kontrolle gerät. Das war so unglaublich spannend und faszinierend gemacht, wie man es vorher und auch hinterher nicht mehr gesehen hat. Nicht ohne Grund hat der Name „Heisenberg“ durch diese Serie Kultstatus erlangt.
    Die Leistung von „BB“ ist in meinen Augen, daß hier gezeigt wird, wie der Kapitalismus jede Normalität und Menschlichkeit auffrisst und zerstört und zwar ohne, daß die Protagonisten das eigentlich wollen. Walter White braucht eigentlich nur Geld für seine Krebsbehandlung, seinen halbseitig gelähmten Sohn und seine Ehefrau. Dies ist aber für Ihn nur auf illegalem Weg zu erreichen. Deshalb produziert er sein Crystal Meth und verkauft es dann Mithilfe seines Ex-Schülers.
    Dabei verstrickt er sich aber immer mehr in Abhängigkeiten, Konkurrenz und Zwänge, so daß er zum Mörder werden muss und aus der Nummer nicht mehr rauskommt.
    Brian Cranstons schauspielerische Leistung kann man hier gar nicht hoch genug bewerten. Man ist als Zuschauer permanent hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Abscheu für diesen Mann, dessen Gesicht immer mehr zu einer verhärmten Maske mutiert.

    House of Cards:
    Auch so etwas hat es vorher noch nicht gegeben.
    Kevin Spacey als fiktiver US-Senator, der durch Intrigen und Machenschaften bis zum Mord zum Vize und schließlich zum Präsidenten aufsteigt.
    Dabei ist die Serie von beißendem Zynismus und Menschenverachtung durchdrungen.
    Kevin Spacey ist so gut, daß man fast geneigt ist, Ihm alles zu vergeben, weil man nur sehen will, wie er weitermacht.
    Leider wurde er dann durch Me-Too-Machenschaften aus der Serie gemobbt und seine Schauspielkarriere beendet.

    Also, so fing das mal an. Vielversprechend. Doch dann ging alles ziemlich schnell den Bach runter, wurde redundant, billig, gewöhnlich.

    1. Zustimmung !
      Ich fand beide Serien auch sehr gut.
      Und gerade, was „House of cards“ betrifft, konnte man m.M.n. sehr gut beobachten, wie wichtig Kevin Spacey für diese Serie war. Natürlich waren all die anderen Schauspieler auch sehr gut, aber er stand nun mal im Zentrum.
      Und dementsprechend fehlte in der (in meinen Augen völlig überflüssigen) letzten Staffel etwas ganz Entscheidendes.
      Robin Wright hat(te) einfach nicht das Charisma, diese Serie zu tragen.
      Ich fand übrigens das Spin-off von BB, „Better call Saul“ auch nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Man hätte schnell auf die Idee kommen können, daß es nur darum ging, Profit aus einem Ableger zu schlagen; dem war aber ganz und gar nicht so.

      1. Ich denke, der gute Kevin Spacey wurde genau wegen seiner Rolle als US-Präsident Francis Underwood weggemobbt.
        Es geht einfach nicht, daß ein US-Präsident als Mörder und Vergewaltiger dargestellt wird, der noch dazu vollkommen selbstverständlich skrupellos und verlogen ist.
        Und die Serie entstand weit vor der Trump-Ära, war also an jemanden wie den Demokraten Obama angelehnt.
        Das wurde Kevin Spacey nicht verziehen.

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