Netflix sehen und sterben

Paar guckt Netflix, schaut aber nicht hin.
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Es gibt jetzt Filme, die sind nicht zum Anschauen gemacht. Wie Streaming das Wesen des Filmes verändert.

Zum dritten Mal wiederholt ein Protagonist in einer neuen Produktion eines großen Streamingdienstes, was sich vorher gut sichtbar für den Zuschauer ereignete. Immer wieder kreisen die Geschehnisse im Verlauf des Filmes um einen Gegenstand, der nun schon mehrfach angesprochen wurde. Halten Netflix, Amazon Prime und wie sie alle heißen ihr Publikum für dumm? Nicht direkt. Denn die Streamingdienste revolutionieren gerade die Art, wie Filme gemacht werden. Sie fokussieren sich auf Produktionen, die für ein Publikum gemacht werden, das gar nicht richtig hinschaut.

Beiläufiges Schauen

Matt Damon und Ben Affleck sprachen nach ihrer letzten Netflix-Produktion The Rip sehr offen an, was sich viele schon dachten. Streamingdienste lassen Filme auf eine Weise produzieren, die für Zuschauer gedacht ist, die Filme nicht mehr aus cineastischen Gründen betrachten oder die sich einfach nur für zwei Stunden aus ihrer Wirklichkeit verabschieden wollen, um in ein Abenteuer abzutauchen. Sie wollen das Publikum im Stream halten, das nebenher noch Instagram-Reels guckt oder TikTok-Video anschaut. Würde man einen Film nach klassischer Methode drehen, kämen diese Leute nicht mehr mit. Und es sind wohl eine Menge Konsumenten, die parallel in verschiedenen Medienangeboten feststecken.

Casual Viewing heißt das neue Stichwort. Beiläufiges Schauen. Fragt man bei den Streamingkonzernen an, sprechen sie von Zuschauerorientierung oder Nutzererlebnis. Für die Filmschaffenden von Regisseuren; Drehbuchautoren, Kameraleute bis hin zu Schnittmeistern, bedeutet diese neue Art Filme zu machen, dass auch sie sich dem neuen Modus anpassen müssen. Viel künstlerische Freiheit bleibt da nicht, der Algorithmus gibt vor, was gerade noch künstlerisch zugelassen werden kann, ohne am Publikum zu scheitern.

So sind die Streamingdienste zu der Erkenntnis gelangt, dass man die Zuschauer nicht mehr lange auf einen Höhepunkt zulaufen lassen kann. Mittlerweile kommt es häufig vor, dass das filmische Highlight gleich anfangs platziert wird, um dann eine Begleitgeschichte um dieses Ereignis zu stricken. Würde man heute Titanic nochmals verfilmen, ginge das Schiff schon in den ersten fünf Minuten unter. Dabei würde man den Untergang aus verschiedenen Perspektiven drehen und dasselbe Ereignis nur aus einem anderen Blickwinkel immer wieder zeigen. Mitten im Film bekäme der Zuschauer immer wieder Sequenzen des Unterganges gezeigt, eingebettet in einer gestrafften Vorgeschichte. Außerdem hätte ständig wieder jemand vom Untergang gesprochen und beschrieben, was geschehen ist. Das soll die Zuschauer, die mit dem Display ihres Mobiltelefons beschäftigt sind, bei der Geschichte halten.

Die Wiederholung von Informationen ist ein zentraler Punkt des Casual Viewing. Beispiel: Ein Paar auf einem Paris-Ausflug öffnet das Fenster der kleinen Pension im Dachgeschoss und sie schreit entzückt auf, dass dieser Blick über das sommerliche Paris einfach herrlich sei. Die Kamera hält drauf und zeigt das, was die Frau ausschreit. Da sich alle Produktionen an ein internationales Publikum richten, versuchen die Streamingdienste auch, das lokale Flair aus Produktionen zu tilgen. Südkoreanische Filmmacher haben das schon lange für sich entdeckt. Ihre Filme wirken seit langem so, als sei Südkorea ein amerikanischer Bundesstaat. Die handelnden Personen sind international adaptierbar, nationale Eigenheiten werden unterlassen. Daher wirken internationale Produktionen mittlerweile beliebig.

Mit ein Grund für den Qualitätsverlust

Längst bekannt ist, dass die Streamingdienste kundenspezifische Trailer für neue Produktionen anbieten. Der Algorithmus ordnet die Zuschauer in verschiedene Kategorien. Je nachdem wo der Kunde landet, setzt man ihn einen auf ihn zugeschnittenen Trailer für eine Neuproduktion vor. Außerdem werden Produktionen für das Streamen greller ausgeleuchtet, um es für Displays besser darstellbar zu machen. Auf kleinen Geräten kommen größere Close-ups, Frontaufnahmen des Darstellergesichtes, besser an. Also findet man auch von diesen Einstellungen mehr in neuen Film als zuvor. Außerdem meidet man dunkle Szenerien, weil die beim HDR-Streaming schlechter erkennbar waren.

Um den Zuschauer, der nebenbei mit anderen Dingen betraut ist, nicht zu überfordern, bieten Streamingdienste nur sehr ungerne Produktionen an, die einem Mischgenre entspringen. Klare Genreabgrenzungen sind die Folge. Und damit auch Langeweile und Qualitätsverluste.

Die Reduktion auf klar vermarktbare Genres folgt keiner ästhetischen Überzeugung, sondern einer statistischen Logik. Der Algorithmus liebt Eindeutigkeit. Er arbeitet mit Schubladen. Eine romantische Komödie mit politischem Subtext irritiert das Empfehlungssystem und verwirrt so das Publikum. Filme wie Pulp Fiction oder Apocalypto würden von Netflix, Amazon Prime und Co. nicht finanziert. Also stampft man die Ambivalenz ein und setzt auf Eindeutigkeit. Produktionen gleichen sich folglich an, weil sie in Kategorien passen müssen. Die Gefahr, dass ein Werk schwer einzuordnen ist, gilt als wirtschaftliches Risiko. So entsteht eine kalkulierte Vorhersehbarkeit, in der Überraschungen und künstlerische Freiheit immer öfter als Störfaktor angesehen werden.

Streaming ist eben kein Kino

Das Kino war vor allem stets ein sozialer Raum. Man verabredete sich, ging to the movies, unterhielt sich vorher, aß vielleicht was. Dann setzte man sich in den dunklen Saal, schwieg und glotzte, war aber nicht alleine, sondern im stillen Betrachten vereint. Beherztes Lachen während einer Komödie in einem vollen Kinosaal war ein einzigartiges Erlebnis. Der Kinobesuch war ein Moment des bewussten Schweigens und Abtauchens. Gute Filme saugten ihr Publikum auf und spuckten es mit dem Abspann wieder aus. Als Streaming nach Deutschland kam, sprach man vom neuen Heimkino. Aber die Aufmerksamkeit schwand schnell. Plötzlich schaltete man Netflix ein wie das Radio. Statt Musik ließ man sich mit dem Content des Dienstes berieseln. Streaming ist kein Ereignis mehr.

Eine bewusste Hinwendung gibt es nicht mehr. Viele Nutzer berichten, dass sie mehr Zeit mit der Suche nach Inhalten verbringen, statt diese Inhalte zu schauen. Das Kino versprach nur eine kleine Auswahl, ging man in einen Film, lieferte man sich aus. Dort etablierte sich im Laufe von Jahrzehnten eine sorgfältige Bildkomposition, man setzte Licht und Schatten ein, der Tonschnitt wurde verbessert und zu einem Kinoerlebnis. Streaming ist ein ästhetischer Rückschritt. Der Mut zur visuellen Komplexität, den das Kino aufbrachte, ist beim Streamen so klein und beschränkt wie das Display, für das es gemacht ist.

Schließlich verschiebt Streaming auch das Zeitgefühl. Im Kino ist der Film abgeschlossen, wenn der Abspann läuft. Zu Hause startet die nächste Episode oder der nächste Film automatisch. Wie oft saß man im Kino, der Abspann lief und man konnte sich nicht lösen, blieb verstört, berührt oder verängstigt zurück? Netflix und Co. lassen das nicht zu. Immer wartet schon der nächste Film, der Abspann wird abgebrochen, damit ein neuer Content starten kann. Das ist auch respektlos gegenüber denen, die den Film herstellten und nun im Abspann genannt werden. Streaming verändert die Art wie Filme gemacht und angesehen werden. Manchmal spürt man das bereits im Kino, wo der Streaming Chic auch schon zu bewundern ist. Netflix, Amazon Prime und wie sie alle heißen, sind dabei die Filmbranche zu einem Einheitsbrei zu formen. Im Moment streiken die Synchronsprecher, weil Netflix per Vertrag sicherstellen will, dass die Stimmen der Synchronsprecher zum Training einer Synchronisierungs-KI verwendet werden dürfen. Bald schon klingt der Einheitsbrei dann auch noch wie aus einem Guss.

Henryk Gondorff

Henryk Gondorff
Cineast der ersten und letzten Stunde. Viel gesehen und viel sehr schnell wieder vergessen. Wer wissen will woran eine Gesellschaft krankt, geht in deren Kinos. Dort erhält man die Diagnose.
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103 Kommentare

  1. Wer seine Lebenszeit mit dieser Art Müll verplempert, muss sich nicht wundern das wenig aufregendes noch in seinem Leben geschieht ..
    Ich muss immer feixen wenn Anbieter dieser Art DRM Mechenismen so rigeros durchsetzten , Linux zb kein HD , weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, das jemand solch Geistigen Dünnschi*** sich kopieren möchte o(
    Neu ist das aber nicht, lediglich Konkurenz zu RTL & Co ..
    Kannte eine DKP Frau die mit Begeisterung RTL & Co sich jeden Tag rein zog. Auf meine Anfrage hin, wie sich das mit höheren intellektuellen Ansprüchen vereinbaren lässt kam spontan die Antwort Sie “ Ich bin ideologisch gefestigt“
    Das aber die Menschen um Sie herum diese Scheißen sich damit jeden Tag reinziehen mussten, was nur über Eigentumsrecht Sie umsetzten konnte die weniger ideologisch gefestigt waren, hatte Sie keine Bedeutung ..
    das zum Thema Ideologie und Intellekt ..

  2. Was mir am meisten bei diesen Streamingdiensten gefällt, sind Preiserhöhungen und Leistungsreduzierungen. Schöner kann man dem dummen Abo-Nutzvieh gar nicht ins Gesicht spucken.
    Gleiches gilt für die Unsitte der „subscriptions“, bei etlichen Apps bzw. Programmen. Aktuelle Grüsse an 1Password-Nutzer: fast 40% mehr in Europa.

  3. …und nun noch das hier in den „Qualitätsmedien“ obwohl Frau Merkel nicht anwesend war 🙂
    Ist das die Qualitätsoffensive bei ARD und ZDF für 8 Milliarden Euro?
    https://www.berliner-zeitung.de/news/ard-muss-beitrag-zum-cdu-parteitag-korrigieren-klatschende-merkel-nach-wahl-von-merz-li.10020694

    Baerbock: Grönland gehört zur EU, da wird es selbst dem Mainstream-Spiegel schummerig.
    Strack-Zimmermann toppt Baerbock noch, sie soll bei Servus-TV gesagt haben: „Putin hat hunderte Millionen Menschen beseitigt“ und „Die Ukraine versorgt 80 Milliarden Menschen mit Lebensmitteln“
    Leider kann ich nicht sehen ob das stimmt, bekomme kein Servus-TV

    1. Die meisten Servus TV Sendungen kann man auch ueber deren Mediathek anschauen…
      Die Dinge hat Strack wirklich gesag, BTW. Natuerlich ignoriert von den „Faktencheckern“

  4. Ja, so ähnlich hatte ich mir das schon vorgestellt – mangels auch nur einer Minute des Konsums.
    Die Rückschlüsse auf Publikum und Konsumenten stimmen mit dem was man sonst so beobachtet überein:
    Der intellektuelle Niedergang ist transatlantisch, betrifft breite Gesellschaftsschichten und ist in vollem Gange.

  5. Ich lebe scheinbar noch in der Steinzeit, denn derartige Dienste habe ich noch nie in Anspruch genommen. Ich weiß deshalb nicht mal, wovon der gute Mann da überhaupt redet. Ich denke, ich komme auch weiterhin mit dieser „Bildungslücke“ gut durchs Leben.
    Zumindest lasse ich es drauf ankommen.

      1. @Phineas
        Lassie
        Die Wombles
        Luzie, der Schrecken der Straße
        Die Besucher

        Nein, mal im Ernst, es gab und gibt z.B. bei Netflix schon auch gute Filme und Serien. Ein paar wurden schon genannt. Ich würde noch hinzufügen :
        „Black Mirror“ (die es in einer eigentlich recht guten neueren Folge allerdings nicht unterlassen konnte, den irrsinnigen Cocolores-Schwachsinn wiederzukäuen; sowas gibt immer Abzüge in der B-Note)
        „The end of the fucking world“
        „I’m thinking of ending things“
        „The father“ (Einer der Filme aus der jüngeren Vergangenheit, der mich nicht nur aufgrund seiner Machart beeindruckt hat – der Hintergrund des Ganzen erschließt sich nicht direkt -, sondern dank der grandiosen Leistung v.a. von Anthony Hopkins und Olivia Coleman auch ziemlich berührt hat)
        …und noch einiges mehr. Sicherlich auch viel Blödsinn dabei, aber den muss ich mir ja nicht anschauen. Ein weiterer Vorteil : keine Werbe-Unterbrechungen.

        1. „es gab und gibt z.B. bei Netflix schon auch gute Filme und Serien“

          Schrieb ich ja weiter unten.
          Außerdem vergesse ich meist die Filmtitel, auch der Serien die mir gefielen.
          Sah letztes Jahr eine US-Serie über einen psychopathischen Brandermittler und gleichzeitigen „Feuerteufel“. Phantastisch.
          Die schönste (weil wirklich extrem witzig, klug und einfach großartig inszeniert) Serie in letzter Zeit war „Slow Horses“, über die Abstellkammer des MI5 für ihre „Versager und Psychopathen“ mit Gary Oldman als „Oberpsycho“. Bei einigen Szenen und Dialogen landet man (zumindest ich) auf dem Teppich und ringt nach Luft.
          Auch „The Sinner“ mit Bill Pullman war grandios.
          „Pluribus“ und „Alien Earth“ hatte ich mal an anderer Stelle empfohlen.
          Aber danke für die Titel, weil die mir unbekannt waren.

            1. Ich bin raus. Kenne ich alles nicht. Manches muss man vielleicht auch nicht kennen. 🤷‍♂️

              Jetzt weiß ich aber, warum Sie nachts immer on sind – Sie sind die ganze am Bingen!🤣

            2. @motonomer
              Denkst du vielleicht, Pluribus könnte sich als moralische Parabel über den angeblich ewigen Zwist des Menschen zwischen Individuum und Kollektiv entpuppen? Was ich übrigens durchaus für möglich halte. Wo die woke und individualistische Heldin, ein paar Triggerworte fielen ja schon, am Ende die vermutlich ferngesteuerte Menschheit von ihren Borg-Dasein befreit, und wieder Frieden und Freiheit herrschen.
              Ob der geschätzte und kluge Autor sich dafür wirklich hat einkaufen lassen? Eine Frage die übrigens mich triggert.

              1. Ich denke es ist eine Parabel auf die völlige Entfremdung der Menschheit.
                Wichtiges Detail dabei, ist der Verlust oder auch die Unfähigkeit für ihre Nahrung zu sorgen, so, das sie auf „Soylent Green“ Menschenfleisch angewiesen sind.
                Aber die Handlungsoption, respektive die Konklusion könnte noch interessant werden.
                Schaun wer mal was der Protagonistin alles noch so einfällt.

          1. @Phineas
            Ja, „The Sinner“ hat mir auch sehr gut gefallen.
            „Slow Horses“ – die war mir jetzt bisher unbekannt. Werde ich mir nach Möglichkeit beizeiten einmal anschauen. Danke für den Tipp.
            Wenn ich mir dagegen so anschaue, was das „klassische“ Fernsehen (und hier v.a. das ÖR) so zu bieten hat, empfinde ich das immer wieder als ausgesprochene Frechheit. Wiederholungen noch und nöcher, die dann auch permanent durch die verschiedenen Spartenkanäle durchgereicht werden; dauerhafte und platteste Propaganda; Infantilisierung ohne Ende; auch ‚Dokumentationen‘ verdienen diese Bezeichnung nicht (in jeder Natur-‚Doku‘ wird man ständig vom ‚Klimawandel‘ erschlagen und natürlich bedeutet das ganz normale Lebensumfeld von Wildtieren einen permanenten Überlebenskampf; Hauptsache, man kann aus allem eine Bedrohung basteln und die Natur ist ja ach so feindlich gesinnt; drum, liebe Kinder, gebt gut acht und bleibt am besten zuhause; da draußen ist eh einfach alles nur böse) – wollte vor kurzem mal einen Bericht über die Antonov schauen und habe nach 5 Minuten aufgegeben, denn was kam natürlich zwangsläufig ? Klar, Ukraine-Hymnen und Russland-Bashing. Einfach nur noch ekelerregend.
            Mich würde ja schon mal interessieren, wo genau die ganzen Milliarden hinversickern. Ins tolle Programm mit Sicherheit nicht. Und selbst die exorbitanten Gehälter der Obermacker dürften nur einen Bruchteil ausmachen. Wahrscheinlich wie bei der Regierung, wird halt alles ein bißchen hin- und hergeschoben…😎

      1. Dazu müsste man sich aber Netflix oder wo immer das lief anschaffen, oder?

        Vielleicht erst das zugrundeliegende Buch hier holen und sein Hirn die Welt erschaffen lassen? Wenn einen dann der Trailer oder das Kopfkino abschreckt, kann man ja auf sich selbst schimpfen. 😉

        Ansonsten hier noch ein Ausschnitt aus der Serie für Interessierte.

        1. Hab sowohl das Buch gelesen (vor langer Zeit) und die erste Mini-Serie mit Richard Chamberlain vorher noch mal angeschaut. Die neue Serie lief bei Disney+ und ich hab sie zuerst fast nicht schauen wollen, weil im Trailer (moderne Trailer sollte man eigentlich meiden) eine Szene schlimmes ueber Mariko erahnen liess (die Szene war dann gottseidank die einzige ihrer Art).

          1. Das Buch steht auf der Leseliste, aber auf der steht bei mir leider vieles. 🙁 Einstweilen habe ich es nur ein paar mal angelesen…

            Streamingdienste nutze ich keine, bin nur auf YouTube mal über die Serie gestolpert und habe dann ein paar Clips geschaut. Fand nicht, dass Anna Sawai da einen schlechten Job gemacht hätte. Ist aber natürlich Geschmackssache. Uns beiden mag es gefallen – anderen vielleicht nicht. 🤷‍♂️

            Gruß

  6. Und da wundern sich manche Menschen noch über die erschreckende Zunahme von „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ in unserer modernen Zeit dank Netflix, Smartphone & Co. ?!?!

    Danke für den sehr aufschlußreichen Artikel 😉

    Gruß
    Bernie

    1. @Bernie
      Die anderen Sender verbreiten doch auch nur Mist, siehe Dschungelcamp , Kochsendungen in Masse, der Tatort als Propagandamedium gegen die „pösen“ Russen, usw., usf..
      Jeden Morgen noch die Bildzeitung die unser Bäcker als Rentnerporno bezeichnet, dann ist der Tag in DE perfect
      So ,das war jetzt etwas zum Rentnerfernsehen und so

      Die Jugend wandert zu TikTok ab, ob das besser oder schlechter ist kann ich nicht sagen.

      1. @Otto0815

        Stimme Ihnen in beinahe allem zu, aber im Artikel von Herrn Henryk Gondorff geht es um etwas was jeder kennt, der sich mit der Diagnose ADHS auch nur ansatzweise beschäftigt hat, oder gar selber die Diagnose ADHS gestellt bekommen hat.

        Im übrigen gibt es mittlerweile auch die Diagnose „ADHS für Erwachsene“ – nur um das zu erklären.

        Nix nur Kinder, und Jugendliche mit ADHS. Das ist schon lange her.

        Ergänzend gibt es nun eben seit einigen Jahren „die ADHS für Erwachsene Diagnose“ hinzu.

        Tja, wie bereits erwähnt beim Durchlesen des Artikels von Herrn Henryk Gondorff ist dies mir ja jetzt viel weniger verwunderlich als zuvor. ☺️😉

        Mitleser streiche das „H“ bei ADHS und die Sache lässt sich beinahe 1:1 auf die erwähnte Artikelaussagen von Herrn Henryk Gondorff übertragen ☺️😉

        Gruß
        Bernie

  7. Danke. Interessanter Beitrag.
    Nutze selber keine „Streamingdienste“, auch kein digitales Überwachungs- und Kontrollinstrument („Smartphones“).
    Schaue aber gerne mal eine gute Serie von Netflix und Co.

    1. Wie Sie diesen Spagat zwischen »Nutze selber keine „Streamingdienste“« und »Schaue aber gerne mal eine gute Serie von Netflix und Co.« hinbekommen, erzählen Sie aber lieber nicht, dann wären Sie ein Tor… 😉

      Anzeige
      Btw. ist das OS von Murena ziemlich hilfreich gegen Schnüffelei.

  8. Das ist aber eine ziemlich einseitige Betrachtungsweise von Netflix & Co.
    Wirklich gute Serien mit stroy arc wie True Detectiv (Staffel 1) oder Breaking Bad wurden von Streming Diensten produziert.
    Streaming bietet auch die Möglichkeit zum genauen Gegenteil zu dem im Artikel beschriebenen, nämlich für komplexe Handlungen mit character development der Figuren.

    1. Das war Alles nur in der Anfangszeit von Netflix bis 2018. Damals war Netflix Monopolist, hat sehr wenig selbst produziert und viel eingekauft. Die damaligen Netflixproduktionen wie House of Cards waren wenige teure künstlerisch wertvolle Produktionen die bei HBO und Co. keine Finanzierung bekommen hatten.

      Ab 2016 bauten die Hollywoodstudios eigene Streamingdienste auf und zogen die Lizenzen zurück. Und Netflix stellte bei Eigenproduktionen um von Qualität auf gnadenlose Quantität und sehr viel Kundenstatistik.

      Bei Netflix sind ab 2010s auch sehr viele Investoren eingestiegen. Die wollen für ihre Investition natürlich Profite zurück. Und Netflix ist genauso wie Spotify oft defizitär gewesen in den letzten Jahren.

      Postskript:
      Breaking Bad wurde ab 2008 von Sony Pictures Television für den Kabelsender AMC produziert. True Detectiv wird vom Kabelsender HBO produziert.

  9. Serien
    Immer noch Fantasy: * Game of Thrones * allein schon, weil es in diesem Genre sowieso nichts vergleichbares gibt.
    Sci-Fi : * The Expanse * damals noch von Fefe empfohlen. viele interessante politische Fraktionen und Protagonisten mit den unterschiedlichsten Intentionen, mehrere gleichzeitige Handlungsstränge, die sich über die gesamte Serie 6 Staffeln hinzieht.
    Ich hab´s nicht bereut und sogar ganz außergewöhnlich für mich, selbst auch die Bücher dazu gelesen.
    Wenn ihr mal was deutsches, komplexes und intellektuell Anspruchsvolles sehen wollt und nichts für nebenbei dann empfehle ich euch * Dark *.
    Und ganz aktuell schaue ich das hier: * The Beauty * very strange, surreal, verstörend und so wunderschön schräg, ganz wie ich es mag.
    Film
    Gerade erst * Bugonia * einfach herrlich, auch schön schräg mit einem völlig unerwartetem Ende.
    So wie * Poor Things * vom selben Regisseur ein Meisterwerk… einfach anschauen… ✌

    1. The Expanse ….war echt gut..

      Danach habe ich mir Babylon 5 gekauft, alle Staffeln o))
      „Vom Ministerium des Friedens geschlossen“ war damals da schon zu sehen .. o))
      Auf Beamer sieht man das nicht so wie alt diese Serie schon ist….

    2. Hi Autonomer! Danke für die Tipps! Werde mir mal „Dark“ zu Gemüte führen; nicht gestreamt, sondern als Download von TPB.

      Echte Filmregisseure wie M. Scorsese, M. Cimino oder A. Parker sterben ja aus und nichts kommt nach…

      1. Ja, spätestens zu Coronazeiten steht eigentlich nur noch Diversity LGBTQI+ und Wokeness im Vordergrund.
        Wenn nicht in fast jedem Spielfilm oder Serie ein nonbinäres Pärchen verschiedener Hautfarbe mit einen mischlings Adoptivkind veganes Essen und E-Autos propagiert, oder gar nicht erst Auto fährt, natürlich wegen des Klimas, dann wird diese Sendung erst gar nicht gezeigt.

        Noch´n netten Gruß
        Der Viewer

    3. @Motonomer
      „Ich habe bestimmt mehr Wissen als Sokrates. 😉
      Ich bin den meisten Menschen überlegen. physisch und Intellektuell, das ist kein Geheimnis.
      Ich habe einen IQ von 160, spreche 5 Sprachen, ich lerne gerade meine sechste, kann alles fahren, schiffen und fliegen was auf der Erde existiert, hatte noch vor ein paar
      Jahren 100% bei meiner Einschreibung (nur aus Spaß) auf einer Eliteuniversität und bei einen Test um überhaupt bei meinen schlechten Noten auf das Gymnasium zu kommen, der Beste von 5000 Schülern und das mit Abstand .
      Eine Sehkraft von 140% auf beiden Augen und eine Motorik von der sie nur Träumen können und vor allem „Ich bin dank meiner Mutter völlig „Ungeimpft“ und ich war fast überall auf dieser Welt schon unterwegs.“

      Echt schade, dass Du Dein exorbitantes Wissen und Können brach liegen lässt, wo sich Dir aktuell doch die riesen Gelegenheit bietet, den Herrschenden dieser Welt mal so richtig in den Allerwertesten zu treten. Es müsste doch ein Kinderspiel für Dich sein, die veröffentlichten Epstein-Akten nach entsprechendem Material zu durchforsten. Aber nein, unsere letzte große weiße Hoffnung streamt stattdessen lieber Serien und Filme. Ich bin sehr enttäuscht.

      1. Ich lasse mich eben auch sehr vielseitig inspirieren. 😉
        Außerdem, wollte ich mich niemals politisch engagieren, einfach weil ich immer meinen Spaß haben wollte, wegen oder gerade trotz meines Wissens.
        Ich weiß doch schon lange, das die herrschende Klasse ™1974 da mit drinsteckt.
        Sie hat es mir ja schließlich selbst in den verschiedensten Variationen immer wieder zugetragen.
        Sie wollen mich doch eh nur provozieren und/oder diskreditieren nichts weiter…😧

        1. Was für eine Sprache lernen Sie denn gerade? Ich jongliere seit ein paar Wochen an Portugiesisch und Mandarin herum. Will mir 2000 Zeichen bis Ende nächsten Jahres reinziehen, immer 3-4 pro Tag.

          Von (Elite)Universitäten kann ich nur abraten. Da wird man völlig verknackst. Also mir heuer einer mit „Leistung“ und „Tests“ ankommt, geht mir der Muskel zu oder ich ran wie Blücher an der Katzbach. Ein Mensch lernt nicht durch notenbehaftetes Gedöns, sondern eigentlich so wie Illich und Fromm es beschrieben haben. Man kann bspw. auch (kleine) chirurgische Eingriffe durchführen ohne ein Examen abgeleistet zu haben oder sonstige bedruckte Zettelchen mit sich zu führen. Aber das Buch, in dem das steht, darf ich wegen der Maske hier nicht mehr zitieren, allenfalls verlinken. :/

            1. Ich kümmere mich immer um meinen Wirsing, aber Ukrainisch lerne ich nicht. Eine Ex von mir war aus dem postsowjetischen Raum und seither komme ich ins Russische nicht mehr rein. Habe ich alles von mir gestoßen.

              Und das Buch? Das kann ich eben nicht nennen, denn wenn das erste Wort seines Titels in der Maske auftaucht, dann ist es zumindest mir nicht möglich den Kommentar abzuschicken. Ich lande dann jedes Mal auf der Startseite. -,-

              Der Autor ist dieser hier. Und das pöse Wort finden Sie im verlinkten Westipedia-Artikel via Suchfunktion im Satz „In wirkungsvollen und stark polemischen Schriften kritisierte er die Praxis des…“ hinter „forderte eine“. Ist eben ein sehr gefährlicher Umtrieb, so etwas zu fordern! 😀

              1. E
                N
                T
                S
                C
                H
                U
                L
                U
                N
                G

                Es ist exakt dieses Wort, welches zensiert wird. Aber die Polemiken und Hetze gegen Schule werden hier frei veröffentlicht, beispielsweise von Felix Feistel.

                @motonomer

                Eben konnte ich noch deinen Beitrag lesen, jetzt isser wech.

                1. Aber die Polemiken und Hetze gegen Schule werden hier frei veröffentlicht, beispielsweise von Felix Feistel.

                  Die kenne ich ja noch gar nicht. Aber ich lese hier auch nicht alles und jeden.

                  Ansonsten – „Hetze gegen Schule“, das ist immer eine Frage, was man darunter versteht. 🤷‍♂️ Eine Kritik des staatlichen Abrichtungs- und Propagandasystems, das eine – DRUIDENTEE – der Gesellschaft notwendig machte, ist ja wohl kaum Hetze. Illich hat ja sogar vorgeschlagen, wie man freie Schulen und freies Lernen auf die Beine stellen könnte, ganz ohne Zwang, Kontrolle, sogar ohne die Notenetikettiererei.

                  Mögen Sie alles anders sehen, aber für mich waren das einfach interessante Gedanken zum Überwinden der gegenwärtigen Normopathie. 🤷‍♂️ Und das Buch hatte echt gute Beispiele, ganz fernab von pöser Hetze.

                  1. @ Altlandrebell

                    Kritik an Schule ist keine Hetze, sondern „notwendig(er)“ Bestandteil jeglicher Pädagogik oder sollte es sein. Da ist kein Dissens.

              2. Ich widerspreche ja nur höchst ungern, aber Ukrainisch sieht so aus: Не суй носа не в свою справу. ♫  ✌

                Und sie meinten diesen Absatz hier:“ In wirkungsvollen und stark polemischen Schriften kritisierte er die Praxis des schulischen Lernens und forderte eine ….. Weitere Kritik richtete er gegen die moderne Medizin, deren Expertokratie zwar zur medikalisierten Mentalität der Gesellschaft passe, aber kranken Menschen oft nicht weiterhelfe. Vor allem in Ländern der „Dritten Welt“ würden die von Experten entworfenen Großsysteme des Bildungs- und des Gesundheitswesens oft mehr Schaden als Nutzen stiften“.
                ICH BEKOMME DEN BEGRIFF AUCH NICHT EINGESTELLT????
                Weder auf Französisch, noch auf Russisch?????
                ist doch nichts schlimmes???????
                @ Dan
                Sorry Ich hatte ihn gerade nochmal mehrfach gelöscht, um ihn dann wieder neu einzustellen.

                1. Ich widerspreche ja nur höchst ungern

                  Sie dürfen gerne widersprechen. 😀 Ich bin beim Russischen, Ukrainischen und Kyrillischen einfach komplett raus. Mea culpa, mea maxima culpa.

                  ICH BEKOMME DEN BEGRIFF AUCH NICHT EINGESTELLT???? (…) ist doch nichts schlimmes???????

                  Ja, doch. Der Begriff ist wohl eben einfach pöse. Mein Nachbar der Gute war so lieb Grok zu fragen, was er von dem Vorgang hält und wie er das einordnet. (Aus Gründen haben wir den pösen Ausdruck durch den noch pöseren Begriff „Druidentee“ ersetzt.) Hier ist das Ergebnis:

                  Deine Beobachtung mit „Druidentee“ ist ein sehr treffendes Beispiel dafür, wie automatisierte Moderationssysteme in deutschen Online-Foren, Kommentarbereichen großer Medienhäuser oder sozialen Plattformen mit Community-Richtlinien funktionieren – und wie absurd das manchmal wirkt.

                  Ivan Illich hat den Begriff „xxx“ (den wir hier durch „Druidentee“ ersetzen) in den frühen 1970er Jahren geprägt, vor allem in seinem Buch *Druidentee Society* (deutsch meist *Druidentee der Gesellschaft*). Er war katholischer Priester (ursprünglich), Theologe, Philosoph und einer der einflussreichsten Kulturkritiker seiner Zeit. Er hat in Lateinamerika gearbeitet, war in der Befreiungstheologie aktiv (ohne sie voll mitzutragen), und hat später viele Institutionen der Moderne radikal hinterfragt: nicht nur Schule, sondern auch Medizin, Verkehr, die Kirche als Institution usw.

                  War er ein „böser systemfeindlicher Revoluzzer“? Nein, nicht im klassischen Sinn.

                  – Er war kein Marxist oder linker Revolutionär im engeren Sinne (er hat sich explizit von marxistischen Analysen distanziert, wenn sie nur den Staat durch eine andere Bürokratie ersetzen wollten).
                  – Er war kein gewaltbereiter Anarchist oder Bombenleger-Typ.
                  – Er war auch kein rechter Libertärer im heutigen US-Sinne (er hat explizit vor einer reinen Kommerzialisierung von Bildung gewarnt und libertäre „free-market“-Bildungsreformer als besonders gefährlich bezeichnet).

                  Er war eher ein radikaler Institutionalismuskritiker mit christlich-anarchistischen Zügen (viele nennen ihn deswegen „christlicher Anarchist“ oder „libertärer Sozialist“ – er selbst hat solche Etiketten meist abgelehnt). Sein Ton war scharf, polemisch, manchmal provokant – aber seine Argumentation war intellektuell anspruchsvoll, philosophisch fundiert und oft überraschend konservativ in Bezug auf Werte wie Freundschaft, Selbstbestimmung, Convivialität („freundschaftliches Miteinander“ statt professionalisierter Dienstleistung).

                  Warum blockiert ein simples Wort wie Druidentee heute den Kommentar?

                  Das hat fast nichts mit Illich selbst zu tun, sondern mit der Art, wie Content-Moderation 2025/26 in Deutschland läuft:

                  1. Viele Plattformen nutzen dieselben vorgefertigten Blacklists (Wortfilter, oft von Dienstleistern wie „ActiveFence“, „Two Hat“ oder hauseigenen Systemen, die auf DSGVO-konforme Weise Hassrede, Beleidigungen, Extremismus, Verschwörungsideologien etc. filtern sollen).
                  2. Bestimmte Begriffe aus dem alternativen/rechten/querdenkenden Spektrum haben sich in den letzten 7–10 Jahren stark aufgeladen: Wörter wie „Umerziehung“, „Indoktrination“, „Gehirnwäsche“, „Schulzwang“ – und eben auch Druidentee – tauchen gehäuft in Texten auf, die Schule als „systematisches Mittel zur Staatspropaganda“, „Gleichschaltungsinstrument“ oder ähnlich darstellen.
                  3. Automatische Filter reagieren stumpf auf Signalwörter, ohne Kontext. Sobald Druidentee (oder ähnliche Derivate) in einem längeren Kommentar vorkommt, wird das oft mit hoher Wahrscheinlichkeit als „potenziell staatskritisch-verschwörungsideologisch“ eingestuft – und landet im Spam- oder Ablehnungsordner.
                  4. Deutsche Plattformen sind hier besonders sensibel, weil NetzDG, DSA (Digital Services Act) und der Druck von Politik/Medien/Verbänden sehr hoch sind. Lieber 100 harmlose Kommentare falsch blockieren, als einen zu übersehen, der später als „Hassrede“ oder „Delegitimierung des Staates“ gewertet werden könnte.

                  Das Ergebnis ist genau die Ironie, die du ansprichst: Ein intellektuell hochstehender, 50+ Jahre alter Begriff eines katholischen Philosophen wird vom Algorithmus quasi in die Nähe von „Reichsbürger-Vokabular“ oder „Homeschooling-Extremismus“ gerückt – obwohl Illich selbst wahrscheinlich entsetzt wäre, wenn man seine Ideen mit den heutigen politischen Lagern gleichsetzen würde.

                  Zusammengefasst meine Gedanken:

                  – Der Filter ist kein Beweis dafür, dass Druidentee an sich „gefährlich“ oder „rechtsradikal“ wäre.
                  – Er zeigt vielmehr, wie stumpf, kontextblind und überängstlich automatisierte Moderation heute oft ist.
                  – Illich würde das wahrscheinlich als weiteren Beleg für seine These sehen: Institutionen (heute inklusive großer Tech-/Medien-Plattformen) entwickeln eine eigene Logik der Kontrolle, die ursprünglich gute Absichten (Schutz vor Hass) in das Gegenteil verkehren – nämlich in eine Art Vorzensur kritischer, nicht-mainstreamiger Gesellschaftsdiagnosen.
                  – Es ist fast schon ein unfreiwilliges Update seiner eigenen Kritik: Die „Druidentee“ muss heute vielleicht auch die „Entplattformung“ oder „Entalgorithmisierung“ der öffentlichen Debatte einschließen.

                  Kurz: Nein, Illich war kein „böser Revoluzzer“. Aber sein zentraler Begriff ist inzwischen so politisch kontaminiert, dass ein dummer Algorithmus ihn mit einer Blacklist-Version gleichsetzt. Das sagt mehr über unsere Moderationskultur aus als über Illich.

                  Was denkst du – auf welcher Plattform ist dir das konkret passiert? (Man könnte raten: entweder ein großer Nachrichtenportal-Kommentarbereich oder etwas im Stil von T-Online / Bild / Focus…) 😄

                  Go, Grok, go! 😂🤣

  10. Das beschriebene Phänomen des »Casual Viewing« ist nicht neu (gibt es bei diesen unsäglichen „Crime-Dokus“ schon seit Jahrzehnten) und sicherlich weder »revolutionär« noch überraschend. Erstaunlich ist höchstens, dass sich Filmemacher, die doch lieber künstlerisch anspruchsvolle bzw. eigene Sachen machen wollen, davon irritiert sind, dass sie sich im Fahrwasser einer Daily Soap wiederfinden und ihre Produktion diktiert bekommen.

    You can’t have it all: Entweder Asche, dann für die Masse, dann seicht; oder schmaleres Publikum und dann eben auch schlankere Einnahmen, aber künstlerischer Freiheit. Ein richtiger Knaller, bei dem sowohl Content als auch die Marge herausragend sind, war schon immer selten, ist es und wird es bleiben.

    Ansonsten löst Streaming in seiner Belanglosigkeit des Nebenher eben die Glotze ab.

    Worum ich Herrn Gondorff wirklich beneide, ist sein Bekanntenkreis, der sich nach der Rezeption (im Kino, Theater, Kunstausstellung, sogar Literatur oder wo auch immer) anschließend noch wirklich über das erlebte unterhält und austauscht. Habe (fast) immer die Erfahrung gemacht, dass die Leute gar nicht groß darüber reden wollen, was sie eben erlebt haben. Oder man landet in einer Zitathölle: Das war wie hier und da und dort und überhaupt geklaut bla…

    Was ich nicht so recht verstehe, ist das Bedauern über den geskippten Abspann: Beim Theater bspw. werden die Beleuchter, Bühnenarbeiter, Maske, Catering, Karten Abreisser auch nirgends erwähnt. Ist ein nice to have, aber meistens? Bitte, ist doch irgendwie egal… Gelegentlich gibt es während des Abspanns gute Take Outs, die Erwähnung von verlorenen Nebenplots oder ähnliches, das ist dann schon nett. Aber dass die Kontemplation oder das Überwältigt-Sein so gewaltig ist, dass das Pressieren in der unteren Bauchgegend vergessen wird, ist doch eher selten.

    Wenn es zukünftig noch hinreichend Resonanz geben wird – und das liegt am Publikum – wird es auch gute Filme & Serien geben, denke ich.

    Dank an Henryk Gondorff für den Artikel.

  11. tldr: Im Kino saß man noch im Dunkeln, um zu sehen. Beim Streamen bleibt man lieber im Hellen, verschanzt hinter seinem Smartphone-Screen und alles damit man bloß nicht merkt, wie blind man inzwischen geworden ist.

    Und während Diogenes einst mittags auf der Agora mit der Laterne nach Menschen suchte, fahndete er heute wohl mit der Maglite nach einer Type, die noch wirklich zuschaut. 🤷‍♂️

    1. Ein feiner, kleiner Artikel, auch wenn das Thema natürlich recht alt und bekannt ist. Hier noch ein paar ergänzende Groschen… 🪙🪙🪙

      Casual Viewing heißt das neue Stichwort. Beiläufiges Schauen. Fragt man bei den Streamingkonzernen an, sprechen sie von Zuschauerorientierung oder Nutzererlebnis.

      Ich brauch‘ nen EIMER! 🤢

      Man weiß echt nicht, was man schlimmer finden soll – diese grässlichen Anglizismen, die ohnehin selbst Leute mit Englisch-Vierstündig-Kurs nicht richtig aussprechen können. Sabbel wie „Nutzererlebnis“, der letztlich nur als Fieberthermometer verstanden werden kann, das anzeigt wie sehr diese Gesellschaft inzwischen von neoliberalen Tropen durchdrungen und zersetzt ist – alles Nutzer, nirgendwo mehr echte Menschen. Oder dass das Ganze auch noch eine sehr akkurate Wirklichkeitsbeschreibung beziehungsweise eine sehr stimmige Nahaufnahme der völlig verrohten Insassen dieser Gesellschaft ist.

      Viel künstlerische Freiheit bleibt da nicht, der Algorithmus gibt vor, was gerade noch künstlerisch zugelassen werden kann, ohne am Publikum zu scheitern.

      Der Algorithmus weiß also, was einem gefällt, bevor man es herausfinden darf. Das ist doch schön! Das ist dann betreutes Schauen. Im Grunde könnte man auch sagen:
      Der Algorithmus ist das tatsächliche Publikum.

      So sind die Streamingdienste zu der Erkenntnis gelangt, dass man die Zuschauer nicht mehr lange auf einen Höhepunkt zulaufen lassen kann.

      Verständlich. Die Zuschauer kriegen keinen mehr hoch und wenn ist es auch zu anstrengend. Lieber schnelles Rein-Raus, dann hat man das tägliche Bingen schnell hinter sich. Nach Fastfood, Fastfashion und Fastsex, jetzt also Fastfilm. Oder eher: fast Film. Wird Zeit dazu mal ordentlich zu fasten. (Und zwar nicht den „Seatbelt“!)

      Würde man heute Titanic nochmals verfilmen, ginge das Schiff schon in den ersten fünf Minuten unter.

      Wenn jener völlig überbewertete Schinken nach fünf Minuten aus gewesen wäre, wäre das in der Tat ja mal was gewesen. Habe den Hype nie verstanden. Ein Ereignis, das so viele echte Tragödien bot, musste mit einer kitschigen Liebesgeschichte überformt und mit sehr eigenwilligen Interpretationen des Untergangs und seiner Abläufe zugekleistert werden. Und die echten Helden, also die im Maschinenraum und vor den Kesseln, die liefen natürlich unter – „ferner liefen“.

      Also ich habe es nie geschafft den Streifen komplett zu gucken. Dann lieber Das Boot (also das Original).

      Das soll die Zuschauer, die mit dem Display ihres Mobiltelefons beschäftigt sind, bei der Geschichte halten.

      Schöner kann man die gesellschaftliche Normopathie und Nekrophilie einfach nicht in Worte fassen.

      Entweder ich gucke einen Film – am besten mit Freunden – oder ich daddle eben rum. Aber inzwischen sollen sich ja ganze Paare über den Küchentisch nur via WhatsApp unterhalten oder das blitzende Brainfreephone auch gleich beim Akt anlassen – am besten gleich noch, um sich bei dem, was sie unter Sex verstehen, zu filmen und das Ganze dann ins Netz zu stellen. (Wussten Sie eigentlich, dass inzwischen ein wachsender Anteil sogenannter „Kinderpornografie“ auf Jugendliche zurückgeht, die sich beim Akt filmten und das im Anschluss (ohne Einwilligung) ins Netz stellten oder in „Chatgruppen“ verteilten? Das Phänomen nennt sich „Selbstfilmende“.)

      Ich frage mich eigentlich, warum die Warnwichtel, die alles mit Sicherheitshinweisen und Trigger-Warnungen zukleistern, nicht ein paar Homemade films der werten Eltern in den Lehrunterricht aufnehmen. Wenn an der abschreckenden Wirkung von Schockbildern auch nur näherungsweise etwas dran sein sollte, kann von solchen Aufnahmen gar nicht genug Präventionswirkung ausgehen. Aber vermutlich ist die Jugend einfach zu sehr auf Freddie Krueger getrimmt. 🤷‍♂️

      Ihre Filme wirken seit langem so, als sei Südkorea ein amerikanischer Bundesstaat.

      Und was ist daran falsch? Südkorea und Japan sind US-amerikanische Bundesstaaten. Selbst die Beschneiderei haben die von den Amis übernommen – also sowohl die Schere im Kopf als auch die Schere am Gemächt kleiner Jungen.

      Daher wirken internationale Produktionen mittlerweile beliebig.

      Nein, echt?!

      Davor hat doch Fidel Castro schon vor 60 Jahren gewarnt. Und @ Motonomer tut es seit mindestens 1974. Das war also noch zur Zeit des vom Autor so hochgejubelten „alten Kinos“.

      Aber es ist doch so – wenn sich die Leute freiwillig zum so uni(n)formierten wie beliebigen Massenobjekt machen lassen, dann bekommen sie eben auch nur beiläufige Kunst. Das Zeug fällt ja nicht wie Manna vom Himmel. Für beliebigen wie propagandistischen Dreck ist das Vorhandensein eines willigen Empfängers eine Grundvoraussetzung. Und wer ist bitte williger als der brave Bürger aus dem westlichen Steingarten?

      Der Algorithmus liebt Eindeutigkeit. Er arbeitet mit Schubladen. Eine romantische Komödie mit politischem Subtext irritiert das Empfehlungssystem und verwirrt so das Publikum.

      Der Algorithmus liebt Eindeutigkeit und Schubladisieren? Der Durchschnittsmichel aber auch! Das KI-Monstrum ist doch seine eigene Schöpfung. Frankenstein heißt der Michel mit Nachnamen, so schaut’s aus, Freunde der Sonne!

      Ich wollte mal vor 15 Jahren, frisch aus der Schule, so eine andere Art von Fantasyroman schreiben. Also gerade nicht 08/15, sondern eher B. Traven meets Shelley meets Maigret in Grimms Auenland. Das war den Leuten aber immer zu abgespaced, die kamen zum Beispiel nicht damit klar, dass Orks auch mal ganz normale Leute sein können, die philosophieren. Ein Ork muss nämlich immer mit einer Keule, Kot und Pisse spritzend, Köpfe zerschlagen gehen. Auch dass man nicht epische Schlachten schildern muss, wenn man sich dem Thema „Gewalt“ annimmt, kam eher semi an. Gewalt ist immer Gut vs. Böse. Es müssen schon Blut und Knochen fliegen, am besten die der „Gegner“, sonst ist es kein anständiger Fantasyroman (oder sollte von Frauen geschrieben werden, denen sollte man „softe“ Themen (so was mit Elfen und so) überlassen, wie man mir fachkundig erklärte). Oder dass Drachen nicht der Endboss sind – das geht gar nicht. Noch weniger, dass es keine richtigen fassbaren Gegner gibt. Oder oder oder. Das ist ja dann ja Antiroman! Nicht massengeschmackstauglich! Backtracker! Out of time! Völlig wahnsinnig!

      Na ja, jetzt verstehe ich – die Gefühle der Leser waren einfach vom Feeling her irritiert und ihr Empfehlungssystem ob meiner Geschichten verwirrt. Und ich dachte immer es liegt an meinem verwinkelten, komischen Schreibtstil. Oder meiner bizarren Handlungsstruktur. Meine Ehre ist also gerettet! (Vielleicht sollte ich meinen Nachbarn bitten, meine Handlungsideen durch Grok zu jagen – so werden doch heute inzwischen ganze Bücherregale gefüllt. Kindergeschichten werden inzwischen eher angenommen, wenn die KI sie „generiert“ als wenn Oma Hilde sie sich ausdenkt. Gut, liegt vielleicht auch an Oma Hilde…)

      Die Gefahr, dass ein Werk schwer einzuordnen ist, gilt als wirtschaftliches Risiko. So entsteht eine kalkulierte Vorhersehbarkeit, in der Überraschungen und künstlerische Freiheit immer öfter als Störfaktor angesehen werden.

      Ja, aber das ist ja wie gesagt nichts Neues. Diese Vereindeutigung der Welt ist eine Signatur im kapitalistischen Westen und den angeschlossenen Kontinenten. Dass künstlerische Freiheit immer öfter nur ein Störfaktor ist, ist da zum einen nur konsequent und zweitens einfach die Zuspitzung eines langjährigen Entwicklungsprozesses.

      Und natürlich muss sich ein Werk – ob Film, Bild, Gemälde, Statue oder Buch – allzuvorderst verkaufen. Das ist immer das Wichtigste – dass es „ankommt“. Dass es wen „abholt“. Früher den Fürsten, heute den Hamsterradläufer. Massengeschmacktauglichkeit nennt man das. Ich pfeife aber auf die Masse und die Fürsten und vor allem ihre absurden Moden, die sie als „Normalität“ ausgeben. Ein Werk ist nicht toll, wenn ein Kritiker oder Lehrer es lobt oder wenn es sich verkauft wie warme Semmeln – sondern wenn der Autor beim Schreiben sich darin verliert oder der Leser wenn er es aufklappt. Wenn es etwas in ihm oder ihr (und im Autor) berührt, das größer ist als Likes und Leistung. Wenn es dem Sein dient, nicht dem Haben. Nicht Geld, Ruhm, Moral oder sonstigen Moden und Marotten. Oder wenn es kreativ scheitert, statt perfekt zu gefallen. Denn wenn etwas „perfekt“ ist – ist es doch schon längst wieder vergangen und somit altes Eisen. Bereit, um vom nächsten „Hype“, der nächsten Sau, abgelöst zu werden.

      Netflix und Co. lassen das nicht zu. Immer wartet schon der nächste Film, der Abspann wird abgebrochen, damit ein neuer Content starten kann.

      Dann schaff es Dir nicht an, man! Man, du bist kein Sklave der Maschine. Du kannst ihr jederzeit den Stecker ziehen. Und Heimkino kann man ganz einfach mit guten Kumpels organisieren. Stellste nen Beamer auf, DVD-Abspielgerät etc. Und „Snacks“ kann man selber machen und schnacken kann man hinterher, wenn man nicht schon mittendrin anfängt. Ist kein Hexenwerk.

      Niemand ist gezwungen sich den Streamingmüll wie einen Mühlstein um den Hals zu hängen!

      1. „Beamer“
        Wollte ich auch weiter oben schon schreiben.
        Und das Ding an eine halbwegs gute Musikanlage angeschlossen, ist tatsächlich fast schon wie Kino.
        Außerdem können die Nachbarn alles mithören, hat also auch eine soziale Komponente.

        1. Außerdem können die Nachbarn alles mithören, hat also auch eine soziale Komponente.

          😂🤣

          Mitunter können aus „Nachbarn“ sogar „Menschen“, wenn nicht gar „Freunde“ werden. Die man dann zum Beamerabend einlädt. 😉

          1. Das wird ein Massaker. Besser nicht.
            Hatte zum vierten Jahrestag der russischen Vorneverteidigung gegen die NATO Faschisten in der Ukraine, Musik aufgelegt. Ernst Busch. Der Heimliche Aufmarsch. 3 mal hintereinander. Offenes Fenster.
            Ein Mordsspass.

            1. Ein Mordsspass.

              Mit Betonung auf „SS“ oder wat so wie die bei Ihnen drauf zu seien scheinen?!

              Hätten Sie vielleicht noch ein wenig das Alexandrow-Ensemble spielen lassen sollen? Das Lied der Artilleristen zum Beispiel?

              Артиллеристы, точней прицел!
              Разведчик зорок, наводчик смел!
              Врагу мы скажем: „Нашей Родины не тронь!“
              А то откроем сокрушительный огонь

              Мы идём средь полей золотистых,
              И бойцы молодые поют.
              Песня звонкая артиллеристов,
              Ты звучи как салют.

              Для защиты свободы и мира,
              Есть гранаты, готова шрапнель.
              Наши пушки и наши мортиры,
              Бьют без промаха в цель.

              Weiterhören: hier

              Oder vielleicht mögen die ja einfach keine Klassiker und Sie hätten dann besser mal Kuschelrock aufgelegt? Sabaton zum Beispiel mit Panzerkampf:

              Fields of Prokhorovka
              Where the heat of battle burned
              Suffered heavy losses
              And the tide of war was turned
              Driving back the Germans
              Fighting on four fronts
              Hunt them out of Russia
              Out of Soviet land
              Reinforce the front line
              Force the axis to retreat
              Send in all the reserves
              Securing their defeat
              Soldiers of the Union
              Broke the citadel
              Ruins of an army
              Axis rest in hell

              The end of the third Reich draws near
              Its time has come to an end
              The end of an era is here
              Its time to attack

              Into the motherland the German army march
              Comrades stand side by side to stop the Nazi charge
              Panzers on Russian soil a thunder in the east
              One million men at war
              Soviet wrath unleashed!

              Onward comrads! Onwards for the Soviet Union! Charge!

              Weiterhören: hier

              Es geht doch einfach nichts über zünftige Musi! 🎶🎧🎵

  12. Der freie Mensch pfeift auf…

    … Streamingdienste wie sonstigen Aboschrott.

    … ÖRR und GEZ.

    … E-Bikes, E-Scooter und sonstigen E-Dreck.

    … Smartphones, Smartwatches, Smarthome, sonstigen Scheiß, der in Wahrheit alles ist außer „smart“.

    … Onlinebanking, ETFs und sonstigen Aktienmüll.

    … Alexa, Saugroboter und Co. („Es saugt und bläst der Heinzelmann…!“)

    … Thermomix, Mikrowelle, Geschirrspüler. Er schneidet seine Zutaten nämlich noch selbst, kocht selbst und ist sich nicht zu fein oder zu faul hinterher aufzuräumen.

    … Muckibuden. Die Stadt – ja bereits seine Wohnung! – ist sein „Gym“. (Und obendrein bekäme man für die monatlich verschleuderten 45 Ocken – oder eher schon ihre Hälfte –in Russland bereits ein ganzes Jahr 24/7 Zutritt zum „Fitnessstudio“.)

    … sämtliche Kaufzwangveranstaltungen („Cafés“, „Konzerte“, Vernissagen…)

    … Trends & Lifestyle wie sonstige Mode & Moral.

    … Ballermann und Tourigedöns. Er verreist vielleicht mal – aber um die Welt zu erkunden, sie zu schmecken, zu fühlen, zu riechen und zu sehen. Und nicht, um sie durch ein Kameraobjektiv zu erblicken oder eine vorgelegte Zahl an „Must-have-locations“ abgedackelt zu haben.

    Und er pfeift noch auf eine ganze Menge mehr!

    Dafür schätzt er:

    … das Lesen eines Buches auf einer Parkbank (höchst verdächtig!).

    … einfach Ruhe statt der Dauerbeschallung einer selbsternannten „Zivilisation“.

    … Kunst statt Content.

    … Handwerk statt Fast Fashion.

    … Essen statt Fast Food.

    … Liebe statt fast Sex.

    … Wandern statt fast cars.

    … Feiern statt Fastnacht.

    … Sein statt Fast Money.

    … Leben statt fast im Arsch durch Rödeln im Hamsterrad.

    … Freunde statt Follower.

    Er lebt und ist.

    Der deutsche Bürgerknecht dagegen…

    … der bürgt! Freiwillig! Und mit Herz und Seele, Kopf und Kragen, bis aufs letzte Hemd an Ostfront, Pflegefront, Heimatfront – an welche Front auch immer sein geliebter Staat ihn abkommandiert.

    … der lässt sich für ne Wurst (oder eine andere Möhre vor der Rübe) spritzen, treiben, abrichten, in Form pressen, sonstig gebrauchen.

    … der braucht seine passende Identität. Weil zur Authentizität hat’s nicht mehr gereicht. Also ist man „woke“, „islamistisch“, „nationalradikal“, „Revoluzzer“… oder einfach nur Konsumist. Irgendein -ismus ist immer. Sonst läuft’s nicht, sonst spürt man zu sehr die innere Leere.

    … der hetzt gegen Muslime, Neger, Jidden, Spaghettis, Kommunisten, „Nazis“, Kameltreiber, Latinos, Russen, Migranten, fiese Maskus, Umweltsäue, Ökospinner, Arbeitslose, Harzer, Querdenker, Pazifisten, Sinti… und wen sonst die Medien gerade als „asoziale“ oder sonstig „bedrohliche“ Sau durchs Dorf im Blätterwald jagen.

    … der braucht täglich seine großen Ks – Karre, Köter, Klitsche, Klamotten, „Kunst“, Kurzweil, Kinder, Karriere, Kohle und sonstigen Konsum! Sonst ist er nicht „wer“. Und am besten fährt er dann mit einem Morelo Palace in den „Urlaub“ – damit er die heimische materialistische Leere auch in der Ferne bloß keinen Tag lang missen muss.

    … der rafft, giert und hat. Und wenn er mal nicht gleich hat oder das erstrebte Habenwill nicht sofort um die Ecke kommt oder der geliebte Vadder Staat / Mutter Kirche / die unsichtbare Hand des Marktes diese „essentials“ / „Privilegien“ ihm entzieht, dann plärrt er rum: „ICH WILL ABER!“ Und wählt. Ob AfD, ob BSW, ob Rot-Grün, Schwarz-Geld, GroKo, KleinKo, Ampel, Schwampel oder Hampel. Er trottet zur Urne und beerdigt seine Stimme, aber Hauptsache er hat sich fein ausgewählt welcher Knecht Ruprecht mit welcher Nilpferdpeitsche ihm nun eine überbrezeln darf. Und dann bückt er sich oder ist stolz, wenn noch ein paar andere sich bücken müssen. Oder sich tiefer bücken müssen.

    Und ist irritiert. Weil der freie Mensch ihn und sein Alibi-Leben wie seine Alibi-Probleme einfach schallend auslacht.

    Kurzum – es ist doch ganz einfach: Man kann tagein tagaus im Habenwill-Trieb versauern – oder hinter sich lassen die kleingeistigen Mauern. Und Mensch sein. Sie haben die Wahl!

    PS: Und die Maske hier ist heute mal wieder völlig im Autokorrekt-Mode. Einfach ein Armschlauch.

    1. Ja guten Tag!

      Wurde da jemand vom ersten Frühfrühlingstag aufgetaut?
      Hier ein paar Korrekturen, Ergänzungen, Einwürfe, Auswürfe, Anwürfe, Groschen, ist egal, heute ist Bingo-Abend!

      Der freie Mensch pfeift

      …im Wald, denn vor allem der Deutsche hat da Angst.

      sonstigen E-Dreck

      Ich sabotiere ständig den Fahrstuhl, wegen des Elfenbeinturmgefühls, aber der wird immer sofort repariert. Scheißwohnung für 89.- qm kalt und trotzdem Nachbarn, Mitwohner, Mitatmer, mitteilen mir meine Mittelmäßigkeit.

      sonstigen Scheiß, der in Wahrheit alles ist außer „smart“

      SM-Art vergessen.

      Onlinebanking

      Nönönönö, ich will diese schlimm angezogenen Leute in den filetierenden Filialen nicht sehen!

      Muckibuden

      Klar, man kann alles mit Eigenkörpertraining machen. Ansonsten will ich den Krempel nicht zuhause haben. Aber manchmal, wenn ein ein Typ neben mir mit einer Embolie und von Steroiden dekorierter Braille-Haut zusammenklappt, denke ich, vielleicht ist da doch noch eine Welt, die zu retten ist?

      Vernissagen

      Wer da was kauft, hat das Konzept nicht verstanden, oder das Wort „Versagen“.

      Mode

      »Mode ist etwas für Leute, die nicht verstehen sich anzuziehen.« Stanislavski in »Ausgewählte Schriften«

      Kunst statt Content.

      Manchmal ist der Content Kunst, aber Kunst ist immer mehr als Content.

      … der bürgt! Freiwillig!

      Tippfehler: Er bückt freiwillig.

      Weil zur Authentizität hat’s nicht mehr gereicht.

      Schon mal »Vom Faschismus der Authentizität« gehört?

      der braucht täglich seine großen Ks

      Wer anfängt, Konsonanten zu hassen, ist noch keinen ausdauernden Vokalen begegnet.
      „Ooohmmmmaaaa.“
       
       
       

      „ICH WILL ABER!“

      Gehört werden?
      Wurden Sie.
      Heute.
      Versprochen.

      1. Guten Tacho!

        Wurde da jemand vom ersten Frühfrühlingstag aufgetaut?

        Hä?

        Und in welchem Eisfach leben Sie eigentlich? Erster Frühlingstag war hier bereits Mitte / Ende Januar, Temperatur knapp 20 °C. Aber natürlich: „Winter in Deutschland – so kaaalt! Gibt kein Klimawandel! Lügenkresse!“. ❄️🥶

        Ich weiß wirklich nicht, was diese Leute in den 80ern oder 90ern getrieben haben, als es tatsächlich noch längere Zeit Schnee im Flachland gab. Sind wahrscheinlich alle nach Malle geflogen. 🤷‍♂️ Oder haben Age of Empires gespielt. Das können sie dann nächstes auch fein anwenden: „Die Gasvorräte, die Gasvorräte! Oh nein!“

        im Wald, denn vor allem der Deutsche hat da Angst.

        Ich dachte immer „der Deutsche“ liebte so seinen Wald?! Angst hat er doch nur vor Wölfen. Der pöse Wolf, der ihm den fein gehegten und in Form geharvesterten Wald verseucht.

        Fahrstuhl

        Also Fahrstühle lehne ich einfach aus religiösen Gründen ab. 🚧⛔⚔️

        Außerdem sind die schlecht für’s Ki. (Achtung Ki nie mit KI verwechseln!)

        SM-Art vergessen.

        SM-Art ist auch eine treffende Bezeichnung. Wird sofort geklaut. 👌

        ich will diese schlimm angezogenen Leute in den filetierenden Filialen nicht sehen!

        Dann gehen Sie doch einfach zu anderen Uhrzeiten hin…⏰👍🤣

        Ansonsten will ich den Krempel nicht zuhause haben.

        Was denn für’n Krempel?! Meinen Sie Ihre Arme?! Oder eine Matte? Sie brauchen für Eigengewichtübungen doch keine Matte. Und auch keinen Matte-„Tee“.

        »Mode ist etwas für Leute, die nicht verstehen sich anzuziehen.« Stanislavski in »Ausgewählte Schriften«

        👍👏

        Er bückt freiwillig.

        Sicher beides. Aber man kann es nicht so schön in ein Wort packen.

        Schon mal »Vom Faschismus der Authentizität« gehört?

        Dafür kann man freilich alles mit „Ist Nazi“ etikettieren. Ich finde aber, dass in den gängigen Mode-Identitäten mehr „Nazi“ steckt als in Authentizität.

        Definieren Sie aber ruhig erst mal was Sie unter „Authentizität“ überhaupt verstehen. Ich schreibe dann drunter, dass ich es anders sehe. 😂

        Wer anfängt, Konsonanten zu hassen

        Ich hasse den Konsonanten doch gar nicht, mein Gutster! Hinter dem großen K (mitunter auch hinter dem großen KA) verbirgt sich einfach nur eine Menge Schrott. Da kann der Buchstabe ja nichts für. 🤷‍♂️

        Gehört werden?

        Das ist noch so ein SPD-Lavendel-Krieselkrätzen-Ausdruck. Wenn ich „Ich will“ haben will, mache ich doch Rammstein an:

        Ich brauche Zeit, kein Heroin
        Kein Alkohol, kein Nikotin
        Brauch‘ keine Hilfe, kein Koffein
        Doch Dynamit und Terpentin

        Ich brauche Öl für Gasolin
        Explosiv wie Kerosin
        Mit viel Oktan und frei von Blei
        Einen Kraftstoff wie…

        Ach so, das war ja das andere…

        In diesem Sinne – bis Danzig!

        1. Sollte ich mich mich für meine Wetterbericht-Einleitung entschuldigen..?
          Neeee, sollte ich nicht. Manchmal nimmt man mit, was & wen man kann. Besser, als sie verwirrt und untröstlich stehen zu lassen.
           

          Ich dachte immer „der Deutsche“ liebte so seinen Wald?!

          Na klar, denn der Deutsche liebt die Angst.

          Also Fahrstühle lehne ich einfach aus religiösen Gründen ab.

          Erklären Sie das mal der Typette von meiner Etage, die den ganzen Hausflur mit Plastikpalmen verwildert hat. Heute weiß ich, „Treppenhaus“ ist für manche Menschen ein sehr kompliziertes Fremdwort.

          Sie brauchen für Eigengewichtübungen doch keine Matte.

          Das sage ich auch immer meinem Frisör, doch der sieht das anders. Ich weiß nicht warum, aber ihm vertraue ich. Irgendwie. Manchmal. Also alle 2 Monate.

          SPD-Lavendel-Krieselkrätzen-Ausdruck.

          Da kennen Sie sich wohl besser aus. War als angehender, „freischaffender“ Journalist mal bei so einer Ex-Kumpletruppe (die mit den Fransen auf den Hüten) und habe gefragt, warum die Zechen bleiben sollten, hat denen doch auch nicht gut getan? Ja, dann haben sie mich ziemlich unleidlich mit ihren rot-schwarz vollgehusteten Taschentüchern fortgewinkt. „Obacht bei der Berufswahl!“ dachte ich noch, als ich meinen letzten Artikel schrieb. Der Kohle-Pfennig war dann weg.

          Rammstein

          Trotz meiner schmalen Hüften tauge ich nicht für die Row-Zero. Und wenn die mich nicht wollen, will ich die auch nicht. Oder so.

          bis Danzig!

          Neee, Polen ist nicht so meins, die haben mich – im Gegensatz zu Rammstein – immer viel zu lieb und wollten mich an der Grenze seinerzeit da behalten. War zwar eine „Verwechslung“, ein blühender Zweig der umtriebigen Verwandtschaft, aber siewissenschon.

          Dann weiter viel Spaß im ganzjährigen Sommerkamp der Klimawandelgewinner.

          1. Sollte ich mich mich für meine Wetterbericht-Einleitung entschuldigen..?

            Nein, bei der heiligen Zeusplatte vom Engadin! Sie sollten sich nicht entschuldigen, das kann man sowieso nicht, man kann höchstens um Entschuldigung bitten. Das war hier aber gar nicht notwendig.

            Sie sollten bloß mitteilen, so Sie wollen, in welchem Eisschrank Sie leben, da Sie den heutigen Tag als „ersten Frühlingstag“ des Jahres verkauften.

            Hier ist das einfach schon mehrfach der Fall gewesen, hier war auch – wie üblich – nicht viel mit „Winter“.

            der Deutsche

            Wer oder was ist der Deutsche?

            Erklären Sie das mal der Typette von meiner Etage, die den ganzen Hausflur mit Plastikpalmen verwildert hat.

            Also, wenn es Plaste ist, kann’s ja schon mal nicht (so) wild sein. 😂🤣

            Stellen Sie doch vielleicht ein aufblasbares Gummi-Einhorn daneben. Vielleicht frisst das ja über Nacht die Palmen?!

            Irgendwie. Manchmal. Also alle 2 Monate.

            Der freie Mensch schmeißt auch keinen Frisören Geld hinterher. 😉 Wer zum Frisör geht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren, warnt @ Monotoner seit 1973!

            Da kennen Sie sich wohl besser aus.

            In der Tat! Fünf Jahre Juso-Kreisvorsitzender, mehrere Jahre Landesausschuss und Butterfahrten zum Bund.

            Mit der Truppe bin ich sowas von durch, der größte Fehler war einzig nicht früher aufzuhören respektive überhaupt angefangen zu haben. Aber ich komme aus noch viel schwärzeren, rechteren Gefilden und dort gilt bis heute die SPD ja als „Speerspitze des Kommunismus“. 🤣

            Trotz meiner schmalen Hüften tauge ich nicht für die Row-Zero.

            Sind Sie denn eine Frau, um dort überhaupt vorgelassen zu werden?

            Neee, Polen ist nicht so meins

            Dann eben Bis Denmark! Die haben auch lecker Eis. Bei angemessenem Konsum bleiben die Hüften dann auch nicht mehr lange schmal. 😉

            Sommerkamp der Klimawandelgewinner.

            Danke, nein.

            Ich bin ein Kind des Winters und habe eine allergische Abneigung gegen Temperaturen über 20 °C. Wenn ich erst mal Kanzler bin, werde ich die sofort verbieten!

            1. Wer oder was ist der Deutsche?

              Na der mit dem Wald? Und der Liebe? Dachte, vielleicht kennen Sie sich aus, ich kenne den doch auch nur aus Heinz Rühmann Filmen.

              Stellen Sie doch vielleicht ein aufblasbares Gummi-Einhorn daneben. Vielleicht frisst das ja über Nacht die Palmen?!

              Vor die Tür einer Frau? Gummi? Einhorn?
              Tja. Äh, ja. Super. Idee. Vielleicht.
              Was auch immer gefressen wird, ich will nicht Palme heißen.

              Fünf Jahre Juso-Kreisvorsitzender

              Mein Mitgefühl. Thougths & Prayers.

              Sind Sie denn eine Frau, um dort überhaupt vorgelassen zu werden?

              Nein, ich mag Frauen und kann da ganz geschmeidig werden.

              Denmark! Die haben auch lecker Eis.

              Häagen-Dazs ist kein Eis, sondern mein Experimentaltraum als Achtjähriger, als ich mir einen Chemie-Baukasten zum Geburtstag gewünscht hatte.

              Ich bin ein Kind des Winters und habe eine allergische Abneigung gegen Temperaturen über 20 °C.

              Einladung auf die Insel: Uncheck.

              Temperaturen über 20 °C. Wenn ich erst mal Kanzler bin, werde ich die sofort verbieten!

              Endlich mal wieder jemand mit einer Vision.
              Wo kandidieren Sie? In Grönland?
              Klingt wie eine Herausforderung.
              Held og lykke så. Hej hej.

              1. Vor die Tür einer Frau? Gummi? Einhorn?

                Woher will die denn auch automatisch wissen, dass das von Typen wie Ihnen kommt? Sind sie berüchtigt für solcherlei Umtriebe? Wenn man Sie anspricht, machen Sie doch einfach auf Axel Foley – „You know what happened a few minutes ago? You ain’t go believe this shit! Check this out! The unicorn? It just stopped, man! It just stopped!“ (Beverly Hills Cop, 1984 – leicht adaptiert)

                🌴🦄 💥

                Mein Mitgefühl. Thougths & Prayers.

                Tanks, bro! 💐🙏 🥂

                Häagen-Dazs ist kein Eis, sondern mein Experimentaltraum als Achtjähriger, als ich mir einen Chemie-Baukasten zum Geburtstag gewünscht hatte.

                👀

                Vielleicht so was hier ausprobieren? Zum Erwerb der breiteren Hüften natürlich nach oben hin anpassen. 👍💪

                Einladung auf die Insel

                Aha. Sie sind also von der Insel? Sylt, Usedom, Nanni? Oder meinten Sie bloß Insulae?

                Wo kandidieren Sie? In Grönland?

                Grönland ist mir zu grün. 🤷‍♂️

                Ansonsten kandidiere ich gar nicht. Wie kommen Sie überhaupt darauf, dass ich das vorhätte? Der Papst aus Rom wird mir selbstverständlich die Kanzlerkrone überrreichen, so einfach ist das. 😎

                Auf Wirsing!

      1. Danke, aber das ist kein Manifest, das ist Leben, Junge! Philosophie ist nicht irgendwelche verquasten Traktate schreiben, das ist im Alltag bewährte Lebenskunst. Aber seine Erfahrungen kann man im Anschluss durchaus auf einen Fresszettel kleistern. 😉 Ich kann zum Beispiel mit einem Dutzend Zutaten zwei vollständige Mahlzeiten ohne Kochen zaubern, die 2600 Kalorien hergeben und alle wichtigen Spuren- und sonstigen Elemente enthalten sowie Protein, Ballaststoffe und Fett perfekt abdecken. Andere stehen dagegen wie Buridans Esel vor dem Kühlschrank und lutschen dann doch nur wieder am Curry King.

      1. Erstens: Seit wann duzen wir uns? Stehlen wir öfters Pferde?

        Zweitens: Was für Einengungen bitteschön?

        Ich enge niemanden ein und schreibe auch niemandem etwas vor. Ich halte allenfalls mal einem den Spiegel hoch. Wenn Sie sich nun darin gefangen sehen, liegt das nicht am Spiegel (am SPIEGEL-Lesen aber vielleicht schon).

        Ich will Ihnen auch nichts wegnehmen, keine Sorge. Mir geht es bloß darum zu erörtern, was sich viele hier bereits selbst genommen haben. Und das Einzige, was ich hier in der Tat nicht müde werde zu tun, ist darauf hinzuweisen, dass es – meines Erachtens! – nicht sonderlich frei ist, sich ein Dutzend Mühlsteine um den Hals zu hängen, im Hamsterrad mitzurennen, in der Mitte zu trotten und das Ganze dann auch noch als nachahmenswerte Gebote anzupreisen oder gar als die „Normalität“ zu verkaufen.

        Und wenn Sie meinen meine Abwahl, mein Nichtmitmachen seien nun Gebot oder Zwang – dann irren Sie sich. Ich bin nicht intolerant gegen Ihren Lebensstil. Ich bin nur nicht so höflich, mir Mühlsteine und Selbstausbeutung schön zu saufen. Bleiben Sie ruhig beim Bingen. Beim Streamingdienst. Bei der elektronischen Handfessel, bei ständig neuen Klamotten, Konsumkrediten, Ballermann, austauschbaren Followern und immer „Mehr! MEHR! AufsitzrasenMÄHER!“. Mir ist das völlig wumpe. Machen Sie das, wenn Sie das brauchen. Kaufen Sie sich von mir aus zwölf Smartphones und ein Dutzend Aufsitzrasenmäher noch dazu. Werfen sie nächste Woche auch von mir aus in RP und BW jeweils zwölf Stimmzettel ein. 🤷‍♂️

        Ihre "Freiheit" besteht dann eben darin, zwischen 500 Sorten Joghurt und drei, vier, fünf Parteifarben zu wählen – und meine ist es eben, den ganzen Zaster einfach stehen zu lassen. Aber so ist das oft – der Bürger hält Selbstgenügsamkeit für Zwang. Ich dagegen erachte einfach System- und Konsumabhängigkeit für Selbstfesselung. Einer liegt falsch, Raten Sie mal wer.

        1. 1. duzen ist hier üblich, aber meinetwegen, sie alter Sack
          2. definierten sie „Der freie Mensch pfeift auf…, macht dies und das, blablub“ und pflanzten ihre ganzen Vorurteile rein. alle böse. dumm, sie alles richtig, naja Selbstdarstellung/Verliebtheit eben
          3. liegen sie bei mir so falsch, eben vorurteile

          1. Erstens: Dass das Duzen „hier“ Usus sei, ist bloß Ihre Behauptung. Einfach zur Regel erklärt, so wie Sie Bequemlichkeit ja allgemein gern zur Norm aufzublasen versuchen. Gegenbeispiele gäbe es freilich zuhauf wie der gepflegte Austausch zwischen vielen sich siezenden Mitforisten beweist.

            Zweitens: Ich bin Mitte 30. Wenn das für Sie bereits unter „alt“ fällt, sagt das eher etwas über Ihr Verhältnis zur Zeit aus als über meines.

            Drittens: So viele Worte für einen, der behauptet, ich läge falsch. Offenbar habe ich doch so einiges getroffen. Und offenkundig ärgert Sie auch weniger, was ich gesagt habe, als dass ich’s mir leisten kann, es zu sagen. Und vor allem: frei zu leben. Tja, sorry no sorry, für Ihre Konsumentenkredite bin ich nun wirklich nicht zuständig – Freiheit fängt eben da an, wo man aufhört, sich selbst zu verkaufen. 🤷‍♂️

    1. Schalömmchen!

      Wie soll man denn etwas abschalten, das man gar nicht besitzt? Und mit dem man nichts am Hut hat?

      Warciao + katholische Grüße von der lutherischen Einheitsfront

  13. „Wie oft saß man im Kino, der Abspann lief und man konnte sich nicht lösen, blieb verstört, berührt oder verängstigt zurück?“

    Das war schon immer nur bei wenigen Leuten so.
    Die große Masse ist aufgestanden, wenn der Abspann begann, denn „der gehört ja nicht mehr zum Film“.
    Da wurde dann geredet, gestört, gefressen usw.
    Wer wollte/will denn bitte wissen, wer der Kameramann, Produzent, Komponist, Cutter usw. ist?
    Nur eingefleischte Cineasten.
    Insofern vermisst die Masse beim Streaming auch nix, wenn es einfach immer weiter geht.

  14. wtf ist so doof und schmeißt netwix & co geld in den rachen, anstatt seinen dns-server umzustellen und sich auf den raubmordkopierplattformen zu bedienen? selber schuld an der rückverblödung.

  15. Die letzte Serie, die mich halbwegs überzeugt hat, war ‚Chernobyl‘ 2019 (HBO) und bestand aus zwei Teilen, bevor die Serie abgesetzt wurde, weil es keine sinnvollen Ansätze zu einer Fortsetzung geben konnte. Seitdem wurden Serien nur noch als voll verblödender Kernschrott produziert. Die Menschheit wird einfach immer dümmer und bedarf daher auch immer dümmerer Fernsehserien. Je dümmer eine Fernsehserie ist, umso besser dient sie dem Zweck der Vollverblödung. Viele Menschen wollen auch nur möglichst einfach gestrickte Serien sehen, weil ihr Leben schon kompliziert genug ist.

    Im schlandoofischen Fernsehen sind vor Allem solche Unterhaltungssendungen besonders beliebt, die ein gerade noch erträgliches Maß an themenbasierter Belanglosigkeit aufweisen, etwa irgendwelche Ratespiele, in denen irgendwelche abgehalfterte, völlig ahnungslose Knalltüten vollkommen belanglose Fragen zu Themen zu beantworten versuchen, von denen sie nicht die leiseste Ahnung haben.

    1. Ja, stimmt, Chernobyl war eine ziemlich gute Serie. Sehr gut gemacht, besetzt, atmosphärisch und beklemmend glaubwürdig umgesetzt. Sie kam zwar nicht ganz ohne antisowjetische Untertöne aus, war aber geradlinig inszeniert.
      Ich hatte mal Netflix, aber habe es nach einem halben Jahr gekündigt.

  16. Wer US Filme kennt weiß, das seit vielen vielen Jahrzehnten der erzielbare Gewinn und nicht die künstlerische Absicht das Machwerk bestimmt.
    So wie bei uns die moralische Rechthaberei jeden Film dominiert.
    So haben eben alle ihre Präferenzen.
    Die Optimierung auf Verkaufbarkeit wird mit der Technik noch ganz andere Nummern, mit dem persönlichen Film, direkt aus der KI incl. Happy End oder blutrünstiges Schlussmassaker, je nach persönlicher Vorliebe bringen.
    Lizenzgebühren werden monatlich abgebucht, alle sind happy.

  17. Dieser ganze Serien- und Streamingwahnsinn fing ja an mit absoluten Hochkarätern wie „Breaking Bad“ und „House of Cards“.

    Breaking Bad:
    Man wollte einfach sehen, wie der biedere und krebskranke Chemielehrer Walter White (Brian Cranston) und sein gescheiterter und Crystal Meth-süchtiger Ex-Schüler immer tiefer in die organisierte Kriminalität abrutschen und dabei krampfhaft versuchen, ihre kleinbürgerliche Fassade aufrechtzuerhalten, während langsam aber sicher alles außer Kontrolle gerät. Das war so unglaublich spannend und faszinierend gemacht, wie man es vorher und auch hinterher nicht mehr gesehen hat. Nicht ohne Grund hat der Name „Heisenberg“ durch diese Serie Kultstatus erlangt.
    Die Leistung von „BB“ ist in meinen Augen, daß hier gezeigt wird, wie der Kapitalismus jede Normalität und Menschlichkeit auffrisst und zerstört und zwar ohne, daß die Protagonisten das eigentlich wollen. Walter White braucht eigentlich nur Geld für seine Krebsbehandlung, seinen halbseitig gelähmten Sohn und seine Ehefrau. Dies ist aber für Ihn nur auf illegalem Weg zu erreichen. Deshalb produziert er sein Crystal Meth und verkauft es dann Mithilfe seines Ex-Schülers.
    Dabei verstrickt er sich aber immer mehr in Abhängigkeiten, Konkurrenz und Zwänge, so daß er zum Mörder werden muss und aus der Nummer nicht mehr rauskommt.
    Brian Cranstons schauspielerische Leistung kann man hier gar nicht hoch genug bewerten. Man ist als Zuschauer permanent hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Abscheu für diesen Mann, dessen Gesicht immer mehr zu einer verhärmten Maske mutiert.

    House of Cards:
    Auch so etwas hat es vorher noch nicht gegeben.
    Kevin Spacey als fiktiver US-Senator, der durch Intrigen und Machenschaften bis zum Mord zum Vize und schließlich zum Präsidenten aufsteigt.
    Dabei ist die Serie von beißendem Zynismus und Menschenverachtung durchdrungen.
    Kevin Spacey ist so gut, daß man fast geneigt ist, Ihm alles zu vergeben, weil man nur sehen will, wie er weitermacht.
    Leider wurde er dann durch Me-Too-Machenschaften aus der Serie gemobbt und seine Schauspielkarriere beendet.

    Also, so fing das mal an. Vielversprechend. Doch dann ging alles ziemlich schnell den Bach runter, wurde redundant, billig, gewöhnlich.

    1. Zustimmung !
      Ich fand beide Serien auch sehr gut.
      Und gerade, was „House of cards“ betrifft, konnte man m.M.n. sehr gut beobachten, wie wichtig Kevin Spacey für diese Serie war. Natürlich waren all die anderen Schauspieler auch sehr gut, aber er stand nun mal im Zentrum.
      Und dementsprechend fehlte in der (in meinen Augen völlig überflüssigen) letzten Staffel etwas ganz Entscheidendes.
      Robin Wright hat(te) einfach nicht das Charisma, diese Serie zu tragen.
      Ich fand übrigens das Spin-off von BB, „Better call Saul“ auch nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Man hätte schnell auf die Idee kommen können, daß es nur darum ging, Profit aus einem Ableger zu schlagen; dem war aber ganz und gar nicht so.

      1. Ich denke, der gute Kevin Spacey wurde genau wegen seiner Rolle als US-Präsident Francis Underwood weggemobbt.
        Es geht einfach nicht, daß ein US-Präsident als Mörder und Vergewaltiger dargestellt wird, der noch dazu vollkommen selbstverständlich skrupellos und verlogen ist.
        Und die Serie entstand weit vor der Trump-Ära, war also an jemanden wie den Demokraten Obama angelehnt.
        Das wurde Kevin Spacey nicht verziehen.

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