Gorbatschow und Gödelitz

Michail Gorbatschow, 1990
ImagePerson, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Vor drei Jahren, am 30. August 2022, starb der ehemalige sowjetische Staatschef und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow.

Der weltweit geschätzte Politiker gilt als einer der Väter der Deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges. Mitten in diesem Kalten Krieg gelang es Gorbatschow, Verträge zur atomaren Abrüstung und Rüstungskontrolle zu schließen. In der Sowjetunion leitete er mit Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) einen noch nie dagewesenen Reformprozess ein. Ohne ihn wäre es 1989 nicht zur Wiedervereinigung Deutschlands gekommen.

Anlässlich seines dritten Todestages verneigen wir uns vor Michail Gorbatschow, der gezeigt hat, dass Frieden möglich ist – nicht durch massive Aufrüstung und der Schaffung immer neuer Feindbilder, sondern durch Diplomatie, Annäherung, Verständnis und Vertrauen.

Sie können den Dokumentarfilm »Gorbatschow und Gödelitz – Frieden« kommendes Wochenende (am 30. und 31. August) online zum Gedenken an Michail Gorbatschow sehen.

Zum Filminhalt: Die Dokumentation porträtiert die Familie Schmidt-Gödelitz, die nach der Wiedervereinigung ihr Gut zurückgekauft und daraus eine Begegnungsstätte aufgebaut hat und begleitet einen Gorbatschow-Abend, den die Journalistin Bettina Schaefer, Herausgeberin des preisgekrönten Buches: »Michaeil Gorbatschow – wie er unser Leben veränderte«, zusammen mit der Journalistin und Bestsellerautorin Gabriele Krone-Schmalz auf Gut Gödelitz gestaltete.

Die Kinopremiere dieser Dokumentation findet am 13. November 2025 um 19 Uhr in Köln im Museum Ludwig statt. Reservierung unter dem Stichwort »Gorbatschow und Gödelitz« an die Redaktion. Wir leiten Ihre Reservierungswünsche an die Veranstalter weiter. Mail an: redaktion@overton-magazin.de

Den Film sehen Sie ab Mitternacht das ganze Wochenende über dort:

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Redaktion

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Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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20 Kommentare

  1. Es gibt auch eine andere Sicht:

    Gorbatschow hat mit seinem Handeln und seiner Vertrauensseligkeit das Ende des geopolitischen Widerstreiters des US-Imperialismus eingeleitet.

    Das sollte auch erwähnt werden in einem Nachruf!

    1. Aus Ostblocksicht war naheliegend, dass es zu einer großen Aussöhnung kommt, nachdem der ärgerliche Systemstreit weg war. Niemand musste sich mehr bedroht fühlen, niemand zwangsweise aufrüsten, man zog seine Truppen zurück und vertraute auf die Versprechungen der Gegenseite. Ja, das war naiv, aber so hätte es gut funktionieren können.

      Die krankhaft paranoide Weltmachtgier der Amis kam erst im Nachhinein so richtig zur Geltung, bei denen ist nichts von Perestroika angekommen. Immerhin gibt es jetzt wieder geopolitische Widerstreiter, genau genommen so viele, wie nie zuvor…

      1. Der eine nennt es „die krankhaft paranoide Weltmachtgier der Amis“, der andere nennt es Imperialismus!
        Und den sollte man erkennen können! Seit der Gruendung der USA ist all sein Tun und Handeln darauf ausgerichtet, die Länder der Erde zu beherrschen und deren Rohstoffe auszubeuten. Ich spare mir hier Einzelheiten aufzuzählen, doch Leute wie der eh. Fuehrer der SU sollte mit seinen Getreuen eine vernuenftige Analyse zustande gebracht haben.

        1. Was ich damals nicht verstanden habe: warum hat man nicht mal nach China geschaut? Dort hatte man schon 10 Jahre Erfahrung mit der „Modernisierung“ der Wirtschaft. Aber der Westen erschien offenbar um soviel attraktiver. Nachdem ich seine Gespräche mit Z.Mlynar gelesen hatte, war ich fassungslos angesichts dieser Naivität.

      2. Es war nicht nur die Weltmachtgier der Amis. Auch die Westeuropäer, voran die Westdeutschen, haben ihren rassistischen Hass gegenüber Russland nie abgelegt. Ich möchte nur den den unsäglichen Artikel in der „SZ“ vom Januar 2019 beispielhaft erwähnen. In Russland wurde der Durcbruch durch die Blockade Leningrads 1944 begangen. Die fast 900tägige Belagerung der Stadt durch finnische, deutsche und spanische Truppen kostete über 1,1Mio. Zivilisten das Leben. In der Alpenprawda Anlass , einen von Hass, Rassismus und purer Bösartigkeit triefenden Artikel zu verfassen.

      3. Anno 1989 war mir sofort klar daß der Ami sich als Sieger fühlt und erst recht nach der Weltmacht greift. Ich jedenfalls fühle mich dabei bestätigt.

  2. Ein afrikanischer Staats-Chef hat sinnge -mäß Gorbatschov als den dümmsten Politiker des Jahrhunderts bezeichnet. Zu naiv für seinen Job. Was ja die Geschichte bestätigt.

    1. Gott sei Dank war Gorbatschow ein Mensch, der menschlich dachte und kein Kommunist, sonst würde uns das unfreie, dysfunktionale ideologische System des Ostblocks immer noch einsperren (zumindest Ostgeborene wie mich). Apropro „dümmster Politiker“: wenn ich die Dummheit einer Merkel oder eines Biden etc. gegen die Dummheit eines beliebigen kommunistischen Führers abwägen söllte, wüsste ich auch nicht so richtig wer da das Rennen macht, groß kann der Unterschied jedenfalls nicht sein.

      1. Dann sind wir mal froh, in einem freien, funktionalen System zu leben, in dem man sich bewegen kann, soweit das Geld reicht. Wenn nicht gerade eine grosse Pestlenz angesagt ist. Oder ein Krieg.

    2. Anfangs war ich Sympathisant Gorbatschows. Angesichts der Ereignisse der letzten fast 40 Jahre muss ich dem afrikanischen Staatschef Recht geben. Die erbitterte Feindschaft des „Westens“ gegen Russland beruht ja nicht nur auf den Gegensatz zwischen Kapitalismus und Kommunismus/ Sozialismus. Der Hass auf alles Russische geht viel tiefer. Wahrscheinlich bis zur Zeit der Kirchenspaltung 1054. Das damals katholische Schweden führte im 12./ 13.Jh. drei Kreuzzüge gegen russische Fürstentümer. Mit dem Segen des Vatikans. Von erzkatholischen Polen gar nicht zu sprechen.
      Dort hat die Universität Krakau ein „juristisches Gutachten“ erstellt, das es den Polen erlaubt, Russen einfach zu töten, ohne gegen das fünfte Gebot zu verstoßen. Begründet wurde das mit der Behauptung, die orthodoxen Christen seien keine Menschen sondern Hexer und Teufel, die Menschengestalt angenommen haben. Und deshalb getötet werden müssen.
      Gorbatschow war sich dessen nicht bewusst, das der antirussische Hass und Rassismus tief im genetischen Code der westlichen Gesellschaften eingebrannt ist…

      1. Huh, steile These.
        Es ist eher der religiöse Überbau, der hier durch die Religionen seit Jahrtausenden dem Volk aufoktroyiert wird, der vielen von uns immer noch über die Konditionierung durch die Medien und der herrschenden Klasse in vorauseilendem Gehorsam ausführt.

      2. „Der Hass auf alles Russische geht viel tiefer. Wahrscheinlich bis zur Zeit der Kirchenspaltung 1054. “

        Der Meinung ist auch Guy Mettan, der in seinem Standardwerk „Creating Russophobia“ (Untertitel: „From the Great Religious Schism to Anti-Putin Hysteria“) der Frage nachgegangen ist.

  3. Abrüstung schön und gut, aber etwas weniger wäre bei Glasnost und Perestroika mehr gewesen. Die Wiedervereinigung hätte genau so wenig sein müssen wie die Auflösung der SU und des Warschauer Paktes. Und Großdeutschland tut nicht gut.

    Vergossene Milch. Aber die Lobhudelei nervt, auch wenn sie gut gemeint ist.

  4. Gorbi war ein guter Mann und seine Ehefrau in Etwa die beste aller Zeiten und trotzdem wurde die von unseren Politheinis von vorne bis hinten beschissen und betrogen. Dass Putin auch deshalb einigermaßen sauer reagiert, ist einigermaßen nachvollziehbar. Dass er deshalb auch halb Europa in Schutt und Asche legt, bedarf vielleicht noch der Gewöhnung aber aus der neutralen Sicht der USA gestaltet sich das Problem derzeit so, dass die EU erst mal alle Grundgesetze schleifen soll, damit Potus überhaupt noch irgendwelche Waffen liefert, von völlig überzogenen Preisen dafür einmal abgesehen.

    1. Von den Kapitalinteressen der herrschenden Klasse.
      Die Politheinis, wie du seie nennst. spielen nur eine eher untergeordnete Rolle.
      Denn, die sind austauschbar.

      1. Raissa Gorbatschowa – ich hoffe, dass ich das richtig geschrieben habe, war eine in meinen Augen eine aufrechte Frau – ganz im Gegensatz zu all den Bezahlnutten- und potentiellen Totschlägern, die die politische Medienlandschaft derzeit bereichern. Es gibt kaum noch menschliches Leben, insbesondere weibliches, auf diesem Planeten, dass ich derart bewundere. Subjektiv kann sich das natürlich völlig anders darstellen aber eine dieser miesen Luxusnutten, mit denen sich unsere neureichen Potentaten umgeben, war sie nie und nimmer. Schade, dass sie schon so lange tot ist.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Raissa_Maximowna_Gorbatschowa

        Was Gorbatschow selbst betrifft: Er verfolgte gute Absichten und wurde dafür gnadenlos über den Tisch gezogen.

  5. In der russischen Regierungspropaganda wird Herr Gorbatschow manchmal als unvernünftiger Mensch dargestellt, der nichts versteht, und manchmal als Verräter, der „unser schönes Land“ zerstören will.

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