Die NATO wird bald Kinoheldin

John Wayne
USMC Archives, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die NATO plant derzeit den Zugriff auf Film und Kino. Sie möchte, dass Filmschaffende ihren Zuschauern NATO-Propaganda vorsetzen.

Die britische Tageszeitung The Guardian meldete kürzlich exklusiv, dass die NATO »geschlossene Treffen mit Film- und TV-Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten in ganz Europa und den USA« abhält. Das Militärbündnis will die Kunst – in dem Fall den Film – nutzen, um Propaganda zu machen. Drei Treffen soll es bereits gegeben haben: In Los Angeles, Brüssel und Paris. Im kommenden Monat soll ein weiteres Treffen in London stattfinden. Dort will man die Drehbuchautoren der Writers‘ Guild of Great Britain treffen. Der Verband vertritt die britischen Schriftsteller. The Guardian berichtet außerdem, dass das anstehende Treffen von der schreibenden Zunft mit Bestürzung quittiert wurde. Die Schriftsteller möchten offenbar nicht zur Propaganda für die NATO beitragen.

Der Zugriff auf den Film, um Propaganda unter die Menschen zu bringen, ist freilich nicht neu. Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen. Wenn man so will, ist der zeitgenössische Film voller Propaganda – wenn auch nicht für die NATO. Der Kanon identitätspolitischer Betrachtungen findet aber sehr wohl im heutigen Filmschaffen Anwendung und Anklang. Der Schritt, die Branche dazu zu bringen, nun auch »etwas für die NATO« zu tun, muss man fast schon als konsequent einordnen. Und man kann sich fragen, warum sie nicht schon viel früher aktiv wurde, um im großen Stil zu propagieren Filmschaffende haben zu allen Zeiten Propaganda gemacht – und dies eben nicht nur in den despotischeren Teilen der Welt, sondern auch im »guten Westen«.

Why we fight

Lange Zeit hatte Franklin D. Roosevelt den Amerikanern versprochen, sich aus dem dräuenden und später aktiven Krieg in Europa herauszuhalten. Die Erfahrung des Ersten Weltkrieges, in dem fast 120.000 amerikanischer Soldaten ihr Leben gelassen haben, prägte noch die Wahrnehmung der US-Bevölkerung – der wiederaufflammende US-Isolationismus der Nachkriegsjahre war ein Produkt dieses außenpolitischen Abenteuers. Roosevelt wurde aber sukzessive von den Briten in den Krieg gezogen. Erst mittels Waffenlieferungen und Kredite, dann – weil man in den USA befürchtete, dass die Rechnungen bei einer britischen Niederlage nie beglichen würden – auch durch Truppenverstärkungen. Nach Pearl Habor akzeptierte die amerikanische Öffentlichkeit den Krieg im Pazifik – aber warum sollten »amerikanische Jungs« schon wieder in Übersee sterben?

Nach wie vor blieb die Öffentlichkeit skeptisch, was den Krieg in Europa betraf. Für Washington war klar, dass hier propagandistisch aufgerüstet werden musste. Das United States Office of War Information engagierte daher den Starregisseur Frank Capra (viermal Regie-Oscar), um eine Reihe namens »Why we fight« umzusetzen – natürlich finanzierte die US-Behörde die gesamte Produktion. Auf diese Weise entstanden zwischen 1942 und 1945 sieben Teile für das Kinoprogramm, die zunächst die Amerikaner überzeugen sollten, für die richtige Sache zu kämpfen – später sollten die Teile den Durchhaltewillen in der Bevölkerungen und bei den Truppen stärken.

Die Filme erklärten, rechtfertigten und emotionalisierten den Krieg – sie zeichneten ein klares Bild von Gut und Böse, von Bedrohung und moralischer Pflicht. Capra griff dabei auf dokumentarisches Material zurück, kombinierte es mit dramaturgischen Mitteln und schuf so eine Erzählung, die gleichermaßen informierte und die Gefühle steuerte. Das Ziel war nicht unbedingt Aufklärung, sondern Mobilisierung. Die Filme wurden zunächst für Soldaten produziert, fanden aber bald ihren Weg in die breite Öffentlichkeit und in die Kinos. Um die 54 Millionen Amerikaner sollen die Reihe im Lichtspielhaus gesehen haben – zum Vergleich: Der damals erfolgreichste Film aller Zeiten »Vom Winde verweht« wurde bei der US-Erstaufführung von geschätzt 20 Millionen Menschen gesehen.

Einige Jahrzehnte später, im Kontext des Vietnamkrieges, setzte das US-Militär erneut auf Hollywood. Ein wachsender Teil der Bevölkerung lehnte diesen Krieg im Dschungel ab, der sich sukzessive zu einem Massengrab für Vietnamesen wie US-Soldaten entwickelte. John Wayne wurde zum Gesicht des Patriotismus. Besonders sein Film »Die grünen Teufel« ist ein Paradebeispiel für die Propaganda jener Jahre. Wayne übernahm nicht nur die Hauptrolle, sondern führte auch – zusammen mit Ray Kellogg − Regie bei dem patriotischen Manifest, das aller Welt zeigen sollte, dass die amerikanische Sache gerecht sei. Wayne selbst hatte im Vorfeld US-Präsident Lyndon B. Johnson um Finanzierungshilfe gebeten. Renata Adler kommentierte damals in der New York Times: »The Green Berets is a film so un­speak­able, so stu­pid, so rot­ten and false in every de­tail …« Und die Zeit schrieb damals, 1968: »Ein ekelhaftes Dokument amerikanischer Selbstgerechtigkeit«. Anders als im Zweiten Weltkrieg traf diese Form der Darstellung also auf eine zunehmend kritische Öffentlichkeit.

Liebesgrüße aus Moskau

John Wayne war der Held vieler amerikanischer Jungs, die in den Vierziger- und Fünfzigerjahre seine Filme sahen. In seinen Western spielte er den kühnen, wortkargen Star, den strong, silent type. Einen zutiefst amerikanischen Kerl, der anpackt, ein Macher ist – trinkt und nicht umfällt. So sahen sich die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg am liebsten. Die Veteranen des Vietnamkrieges fremdelten plötzlich arg mit dem Helden ihrer Kindheit, der durch seinen Propagandafilm das Morden im Dschungel glorifizierte. Das United States Department of Defense unterstützte den Film mit Statisten, Militärausrüstung und militärischer Beratung – außerdem erlaubte es Dreharbeiten auf Militärbasen. Waynes Propaganda hat sich tief ins kulturelle Gedächtnis der Nation eingeschrieben – es hat seinem Ansehen geschadet und hängt ihm auch posthum nach. Wayne litt wohl darunter, so sagte seine Witwe viel später, dass er im Zweiten Weltkrieg ausgemustert wurde. Gerne hätte er für sein Land gekämpft. (Henryk Gondorffs Artikel befasst sich mit diesem Thema.) Mit »Die grünen Teufel« konnte er nun einen Beitrag leisten.

Der Kalte Krieg brachte aber generell eine neue, subtilere Form der Propaganda hervor – denn sie war eingebettet in Unterhaltung. Glamourös verpackt kam sie daher. Und sie war international erfolgreich. Die James-Bond-Filme sind ein glänzendes Beispiel für diese Form der Entertainment-Propaganda. Auch wenn die NATO in der Reihe selten explizit erwähnt wird, operiert Bond als Agent im Dienst seiner Majestät und damit des »guten Westens«. Seine Missionen sind immer ein wenig mehr als bloße Abenteuer: Sie reproduzieren ein Weltbild, in dem westliche Werte als universell dargestellt werden, die es um jeden Preis zu verteidigen gilt. Nicht selten vereitelt er die Vernichtung der Erde. Dabei ist stets eines klar: Nur die anderen haben es auf die Welt abgesehen – der Westen jedoch nicht, er rettet sie. Im Westen ist man der Anwalt der Vernunft. Die Gegenspieler – oft sowjetische Agenten oder Organisationen mit östlichem Bezug – erscheinen fast immer eindimensional. Ihre Motive bleiben häufig diffus, ihre Weltsicht ist kalt und bedrohlich und eben zerstörerisch. Daneben steht der Westen – man könnte auch sagen: die NATO – in fürsorglicher Selbstlosigkeit.

Auch andere Filme der Zeit greifen ähnliche Muster auf. Der Film »Top Gun« aus den Achtzigerjahren verzichtet weitgehend auf konkrete politische Gegner, setzt aber stark auf die Ästhetisierung militärischer Stärke. Die United States Navy war bei den Dreharbeiten behilflich: Sie stellte Kampfjets und Piloten – eine Hilfe- und Dienstleistung, die für eine reguläre Filmproduktion kaum bezahlbar gewesen wäre. Außerdem erlaubte sie Dreharbeiten auf Flugzeugträgern, gewährte militärische Beratung und unterstütze Luftaufnahmen und produzierte Luftmanöver, die im Film zu sehen sein sollten. Kampfjets werden zu Symbolen von Freiheit und Überlegenheit – besonders die Kameradschaft wird stark in den Fokus gerückt. »Top Gun« hatte nachweislich Einfluss auf die Wahrnehmung des Militärs und führte, so erklärte die US Navy selbst, zu einem Anstieg von Rekrutierungszahlen. Viele Jahre hatte die Navy jedenfalls behauptet – der Wahrheitsgehalt dieser Behauptung scheint jedoch gering zu sein. Das war quasi die Propaganda nach der Propaganda.

Die Manipulation durch Propaganda auf der Leinwand hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts stark verändert: Zunächst war sie dokumentarischer Natur – Capra wählte diesen Ansatz. Der Regisseur war jedoch nicht der einzige Star aus Hollywood, der sich einspannen ließ. Von James Stewart bis Marlene Dietrich leistete jeder seinen Dienst – natürlich immer mit einer Kamera in der Nähe, die das Engagement für Propagandazwecke festhielt. Wobei man der Fairness sagen muss, dass der Schauspieler Stewart als Colonel tatsächlich in Gefechte verwickelt war. Später bettete man die Propaganda in packende Geschichten ein und stattet sie mit charismatischen und coolen Figuren aus – oder mit Shootingstars wie Tom Cruise in »Top Gun« –, die in beeindruckender Bildkomposition agierten. Offenbar war dieser Ansatz effektiver: 48 Millionen Tickets setzte »Top Gun« im Erscheinungsjahr ab. Annähernd so viel wie Capras Siebenteiler in den Vierzigerjahren.

Best Performance in a NATO-Role

Die NATO, die nun den Film und das Fernsehen für sich in Anspruch nehmen will, wird sicherlich eine unterhaltsame Propaganda ins Auge fassen. Ein gut platzierter Hinweis hier, eine bombastische Story dort. Warum lassen sich Filmschaffende, immerhin Mitglieder einer Branche, die Kreativität ausschlachtet, von den eher wenig kreativ begabten Feldjägern militärischer Propagandaabteilungen immer wieder einfangen? Die Gründe sind wohl ganz profaner Art: Filme zu drehen ist teuer, sehr aufwendig und oft abhängig von externer Unterstützung. Militärische Institutionen bieten fast exklusiven Zugang zu Ausrüstung, Drehorten oder Expertise – die Nutzung dieser Ressourcen ist freilich an Bedingungen geknüpft. So werden Drehbücher geprüft und notfalls umgeschrieben, Inhalte angepasst und auf diese Weise lenkt man die Narrative. Und dann gibt es, jedenfalls im europäischen Raum, staatliche Fördergelder, die locken können und deren Ausbleiben Druck aufbaut auf Filmschaffende.

Hinzu kommt noch ein kultureller Faktor: Viele Filmschaffende verstehen sich nicht als Propagandisten, sondern als Erzähler. Wenn sich ihre Geschichten mit politischen Interessen überschneiden, sehen sie das als Kollateralschaden an. Hauptsache die Geschichte kann erzählt werden. Überzeugung und Opportunität sind nicht schädlich – aber auch nicht notwendig. Zwang ist also nur bedingt notwendig – der Einfluss wird subtiler über Fördergelder, Kooperationen, Zugang zu Ressourcen und Netzwerken geregelt.

Die Propaganda, die nun auf Initiative der NATO in den Lichtspielhäusern und im Unterhaltungsprogramm der Fernsehsender droht, wird vermutlich geprägt sein durch eine leise Verschiebung der Perspektiven – eine, die man ohnehin schon aus dem Feuilleton oder politischen Talkshows kennt, die aber nun auch in die Nischen vordringen soll, die eher unverdächtig für politische Bildung sind. So plump wie John Wayne wird man es doch nicht probieren wollen? Oder ist es vielleicht zu befürchten, dass es die Plattheit ist, die heute punktet – ein ganzer Kosmos voller idiotischer Videos auf YouTube, TikTok und Co. legt das jedenfalls nahe.

Man möchte Mäuschen sein, wenn sich bald schon die Verantwortlichen für Fragen der Propaganda innerhalb der NATO mit hochrangigen Drehbuchautoren und Regisseuren in London treffen, um das Nötige zu besprechen. Aber natürlich gilt wie immer, wenn im Westen etwas in dieser Richtung geschieht, die wichtige Parole: Propaganda gibt es nur in Diktaturen! Propaganda macht nur einer wie Putin! Sicher – das tut er. Er sollte bei der NATO hospitieren, da kann er lernen, wie man Propaganda so macht, dass sie Spaß macht und auch noch Millionen an den Kinokassen einbringt. Und wer weiß, den einen oder anderen, der heute plötzlich trauert, weil er nie im Schützengraben liegen konnte, der trauert wie einst John Wayne, findet vielleicht in Propagandafilm eine neue Berufung …

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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25 Kommentare

  1. Dass der Westen – vor allem die USA – spätestens seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Hollywood nutzen um den Menschen ihre Propaganda einzutrichtern, ist bekannt.

    In Serien treten zum Beispiel immer Nachkommen von Migranten auf, die aus China geflüchtet sind, weil ihr Opa von den bösen Chinesen dafür bestrafte wurde, bloß weil er eine andere Meinung als die Regierung vertrat. (Erinnert irgend wie an von der Leyens Praxis).

    Oder Migranten, die froh sind endlich die freie Luft in den USA atmen zu dürfen, was ihnen in den kommunistischen Systemen nicht möglich war.

    Dass es die USA mit der Demokratie nicht so genau nehmen, dafür gibt es viele Beispiele wie die Unterstützung des faschistischen Verbrechers Pinochet beim Putsch gegen den demokratisch gewählten und ermordeten Präsidenten Salvador Allende beweist, was die Konsumenten von Hollywood-Produkten leider oft übersehen.

  2. Danke lieber Roberto für diesen ausführlichen Artikel. James-Bond-Filme sind abgrundtief rassistisch. Zwischen einem Glas Whisky und dem Vernaschen einer hübschen Frau ballert der smarte Englischman ganz cool die kleinen gelben und roten Männchen weg. Er hat ja die Lizenz zum Töten. Gestern war ich wieder mit meinem weißen T-Shirt und dem Schriftzug „Frieden schaffen ohne Waffen“ auf unserem Montagsspaziergang. Da sprach mich ein Mann an, 65 Jahre alt, stämmig, roter Kopf, vermutlich einiges Alkohol im Blut. Er war Soldat gewesen, bei den Gebirgsjägern, Scharfschütze. Hat im Jugoslawien-Krieg für die NATO „3 oder 4 runter geholt.“ „War Befehl, die oder wir, was willste machen?“ Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt. Das war kein Angeber, der suchte eine Gelegenheit um sein Gewissen zu erleichtern. So sieht die Lizenz zum Töten in Wirklichkeit aus. Auch die sogenannten „Antikriegsfilme“ zeigen meist die harten Jungs, die gebrochenen Existenzen zeigen sie kaum.

    1. Jede Art von Kriegsfilmen und Computer Spielen wie CoD sollten verboten werden. Sie verherrlichen Gewalt an die Menschheit in Form von wir befreien die Welt von Tyrannei oder wir wollen nur euer Bestes. Wenn man den TV anschaltet sieht man wie Krieg real aussieht ob in der Ukraine oder im Nahen Osten. Da braucht es keine Propaganda von Nato Millitär mehr. Die Nato ist das Grauen für die Europäer. Die Bombardierung Jugoslawiens durch die Nato war seit Ende des 2.Weltkriegs das größte Kriegsverbrechen in Europa. Nein für Nato Propaganda. Wer dafür ist betreibt auch Kriegspopaganda.

  3. Warum nicht?
    Nach Genuss derartiger Machwerke steigt vielleicht die Akzeptanz für die Verschönerung der innerstädtischen Stadtbilder, deren derzeitigige Anblicke unser Bundeskanzler schließlich bereits monierte!!
    Da könnte man zentral wieder Reiterstandbilder errichten, z.b. Herrn Wadephul hoch zu Ross, streng nach Osten blickend und mit ausgestrecktem Marschallstab die Richtung weisend!
    Man darf natürlich nicht zu realistisch drehen, so etwas wie „The day after“ will
    ja niemand sehen, sondern sehr gefällig zusammenbrechende Horden im eigenen MG-Feuer, so was in der Art.
    Nun hatten die Brandenburger im 17ten Jahrhundert die Fregatte „Friedrich Wilhelm zu Pferde“ zu Wasser gelassen, mit der Aufstellung von Reiterstandbildner einhergehend könnte man dann auch die Schiffe der Bundesmarine umbenennen, die Fregatte „Friedrich zu Pferde“ oder den Minenleger „Annalena“ als Vorschläge.
    Lazarettschiff „Lauterbach“ fände ich auch eingängig!
    Ansonsten: Wen wundert es, dass der Film als Genre das mediale Dauerfeuer zur Erlangung von Kriegstüchtigkeit ebenso eingespannt wird?
    Mich nicht!

  4. Dieser Irrtum hält sich wohl in alle Ewigkeit. Nein, nicht die USA sind in den WK II eingetreten, vielmeht hat das Dritte Reich Ende 1941 den USA den Krieg erklärt. Die USA waren also die Angegriffenen.
    Die dann folgende Propaganda war richtig und notwendig. Es musste dem amerikanischen Publikum erklärt werden, was da in Berlin und Tokio für Massenmörder an der Macht waren, was die US-Bürger sonst nicht für möglich gehalten hätten. Und ja, das war richtig dass die USA Europa und Asien von den faschistischen Horden befreite. Da werden spätere Missetaten benutzt, um das zu relativieren. Hiervon hätte sich Roberto distanzieren müssen.
    Dann hat dieser John Wayne im Vietnamkrieg so gar nicht funktioniert. Im Gegenteil, der Vietnamkrieg musste beendet werden, keineswegs wegen der militärischen Lage. Die USA hätten mühelos weiter kämpfen können. Es waren die nicht abreißenden weltweiten Demonstrationen, die sie zur Aufgabe zwangen. Seltsamerweise hat genau das das US-amerikanische Renommee enorm gesteigert. Die Sowjetbürger wollten auch mal gegen einen Krieg ihres Landes demonstrieren dürfen. Und es entstand der Eindruck, dass hier eine Supermacht von kritischen Bürgern im Zaum gehalten wurde, sodass künftige Entgleisungen nicht mehr möglich wären. Eine kurze Zeit war das tatsächlich so.
    Nun bitte diesen James Bond nicht überbewerten. Der war von Anfang an als Satire gedacht und wurde auch so gesehen. Wenn nun aber die deutschen Filmschaffenden ahnliches abliefern sollen, ist ebenfalls mit Satire zu rechnen. Allerdings unfreiwilliger.
    Erfahrungsgemäß lassen sich die Woken und Queeren mühelos gegen Russland mobilisieren. Gegen Putin, denn der ist nicht woke. Auf dieser Schiene wird das Ganze wohl daher kommen. Der Kampf gegen Putin ist ein Kampf für Transenrechte.
    Ich schätze mal, dass das den Misserfolg des John Wayne noch mehrfach übertrifft.

  5. „Sie möchte, dass Filmschaffende ihren Zuschauern NATO-Propaganda vorsetzen.“

    wenn schon Gender-Gagi, dann aber auch korrekt und konsequent:

    „Sie möchte, dass Filmschaffende ihren Zuschauenden NATO-Propaganda vorsetzen.“

    wir hatten das schon einmal, nicht nur, dass es völlig behindert klingt, wenn jz jedesmal von irgendwelchen *-den die Rede ist, daweil es ist ja sowas von progressiv und Klassenstatussymbol. am A ! man lese und staune:

    Aus den NATO-Analysen für die kognitive Kriegsführung lassen sich drei Bedingungen destillieren, unter denen kognitive Angriffe besonders wirksam1,2 sind:

    Sie gehen von vertrauenswürdigen Akteuren aus.
    Sie sind nicht als Angriff erkennbar.
    Und sie nutzen bestehende kognitive Schwächen aus.

    Dass die Infiltration des Gesundheitswesens als Instrument für die kognitive Kriegsführung kein theoretisches Konstrukt ist, belegt eine historische Quelle aus dem Kalten Krieg. Yuri Bezmenov, ein 1970 übergelaufener KGB-Offizier, beschrieb 1984 in einem Buch3 und in einem dokumentierten Vortrag4 die sowjetische Strategie der «ideologischen Subversion» in vier Stufen: Demoralisierung, Destabilisierung, Krise, Normalisierung. Die erste Stufe – die Demoralisierung einer Gesellschaft – dauert laut Bezmenov fünfzehn bis zwanzig Jahre und erfolgt primär über die Beeinflussung von Bildung, Medien und Gesundheitswesen.
    ..
    «Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein» — man lese diesen Satz zweimal. Er stammt nicht von einem Systemkritiker. Er stammt von einem Chefarzt der Psychiatrie, der beschreibt, was er von innen beobachtet hat. Und er beschreibt keine Verschwörung, sondern eine ökonomische Logik — dieselbe Logik, die die Schweizer Zahlen zeigen.
    ..
    Zwanzig Jahre. Kränker als zu Anfang. Konditioniert zum Opfer. Das Wort «konditioniert» ist präzise gewählt und in der Fachsprache korrekt: Dieser Patient wurde nicht behandelt. Er wurde in erlernter Hilflosigkeit trainiert. Seine kognitive Selbstwirksamkeit — die Fähigkeit, eigene Probleme durch eigenes Denken zu lösen — wurde nicht gestärkt, sondern systematisch abgebaut.

    Das ist nicht das Versagen einzelner Psychotherapeuten. Das ist das Geschäftsmodell.
    ..
    Und genau hier schliesst sich der Bogen zur NATO-Doktrin: Was François du Cluzel als kognitive Kriegsführung definiert – die systematische Untergrabung der kognitiven Fähigkeiten einer Zielpopulation -, ist von dem, was in Psychotherapie-Praxen der Schweiz geschieht, funktional nicht zu unterscheiden.

    https://psychotherapie.com/kognitive-kriegsfuehrung-assoziation-schweizer-psychotherapeuten-asp/

  6. Dem Artikel kann man weitgehend zustimmen, aber die frühen James Bond Filme verstehe ich ganz anders.
    Schon in Liebesgrüße aus Moskau verhindert Bond, dass SPECTRE, (Apronym von englisch spectre ‚Schreckgespenst‘) während des Kalten Kriegs die beiden Seiten gegeneinander ausspielt. James Bond Filme sind satirisch gemeint, was schon der Name zeigt. Sowohl Bond als auch James sind Allerweltsnamen. Würde man sie übersetzen, Würde man so etwas bekommen wie „Mein Name ist Maier, HANS Maier“
    Die alten James Bond Filme hatten jedoch epochale Themen, weshalb sie auch wirkten. Es ging um obsolete Geschlechterrollen und größenwahnsinnige Nicht-Regierungs-Schurken.
    James Bond als Person karikierte Macho Phantasien und die Bondgirls waren Klischees der Frau als Verführerin und Vamp.
    Auf geradezu seherische Weise Vorwegnahmen heutiger Kreaturen sind die Milliardär-Bösewichter, die Staaten erpressen, Kriege provozieren, die Menschheit unter Drogen setzen, eine neue Weltordnung anpeilen, wenn es geht, durch Dezimierung einer verderbten Menschheit unter Erhalt einer erleuchteten Elite, usw. Wer denkt da nicht automatisch an die wahnsinnigen Narzissten, z.B.
    SOROS, der mit democrazy and freedom = Scheindemokratie und Entwurzelung die Völker beseitigen will, und dem wir den Ukrainekrieg samt Folgen verdanken,
    KLAUS SCHWAB, der mit seinen Führerkreaturen die Welt unterwandern will und dem wir u. a. Spahn und Baerbock verdanken,
    BIN LANDEN, der im Namen Allahs die Welt von den Amis befreien wollte und zwar durch einen Anschlag, der wie nichts sonst an Bond Filme erinnert,
    BILL GATES und sein Scharlatan Fauci, die Krankheiten durch heimtückischen Impfzwang endgültig ausrotten wollen.
    Aber weit und breit findet sich kein James Bond, der die Menschheit rettet. Und die Müllers und Meiers fallen auf die dümmste Propagande herein.

    1. Der Deutung kann ich mich anschließen. Ob das allerdings die grosse Masse dier Milllionen 007 Film Fans auch so empfindet, ist eine andere Frage. Vermutlich geht es denen mehr um Action und technisches Spektakel, weniger um Weltanschauung. Die frühen Bond Romane und die danach gedrehten Filme weisen in extremer Übertreibung auf die Phobien des Kalten Krieges und der gegenseitigen Bedrohung in den 1950er und 60er Jahren hin.
      Mit dem Zerfall des absoluten Feindbildes der UDSSR werden immer mehr gewissenlose, westliche Multimilliardäre, korrupte westliche Politiker und supranationale Verbrechersyndikate zu den weltbedrohenden Schurken.

  7. Auch das Kino und alle TV Unterhaltungssendungen müssen „kriegstüchtig“ werden.
    Bis zum herbei geredeten Krieg mit Russland werden wir dann wieder bei den Wochenschauen des kriegerischen Deutschland des letzten Jahrhunderts angekommen sein.
    Wir erleben traurige Wiederholungen.

  8. Das ist alles wirklich nicht so neu. Ich erinnere nur an den sogenannten „Kongress für kulturelle Freiheit “ oder die bis 1961 in westberlin existierenden frontstadkinos.

  9. Richtig und wichtig ist vor allem der Satz: „Propaganda gibt es nur in Diktaturen! Propaganda macht nur einer wie Putin!“
    Niemand wird bestreiten, dass es auch in der Zeit des großen deutschen braunen Reiches von 1933 bis 1945 und in der ehemaligen DDR Propaganda gab. Aber doch nicht in den Demokratien der Freiheit wie den USA und in der Bundesrepublik Deutschland schon zweimal nicht.

    Die NYT bezeichnete den PR-Profi Edward Bernays (1891 bis 1995) einmal als wissenschaftlichen „Vater der Propaganda“. Bernays war kein Russe, kein Mitglied der SED und auch kein Mitglied der chinesischen Regierung.

    Das Ziel von Propaganda besteht nicht darin, aus Menschen aufgeklärte und mündige Staatsbürger zum machen. Propaganda zielt darauf ab, die Menschen zu manipulieren und ihnen eine Ideologie in das Gehirn zu pflanzen und zwar die „richtige“ Ideologie. Was die „richtige“ Ideologie ist, das bestimmt die jeweils herrschende Klasse.

    Der Psycho-Trick der modernen PR (Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit oder wie immer man das nennen will) besteht darin, dass die Zielpersonen das nicht durchschauen sollen.

    Wenn der große Imperator Donald zu dem kleinen US-Bürger Henry sagt: Du nimmst jetzt einen Knüppel und haust dem Mann im Iran oder wo auch immer damit auf den Kopf und der kleine Henry fragt: Warum soll ich das machen? Den Mann kenne ich doch überhaupt nicht und der hat mir doch nichts getan. Dann muss das von der Propaganda vorbereitet werden und die Propaganda sagt: Wir verteidigen die Freiheit und die Demokratie. Der Mann im Iran ist böse, der will Amerika angreifen, dein Geld stehlen, deine Frau vergewaltigen und deine Kinder ermorden. Es kommt doch nicht darauf an, ob daran ein Gramm wahr ist. Es kommt darauf an, dass der kleine Henry das glaubt und zwar auch dann, wenn es gelogen ist, der kleine Henry dafür mit seinem Leben bezahlt und der große Imperator Donald dadurch noch reicher wird.

    Propaganda in diesem Sinne gab es in Hollywood auch in den klassischen Western. In diesen Western sind die amerikanischen Ureinwohner aka „Indianer“ immer die unzivilisierten Wilden. Sie überfallen und ermorden die christlichen weißen Siedler vergewaltigen die zivilisierten weißen Frauen.

    Der US-amerikanische Spielfilm „Hombre“ von 1967, deutscher Titel: „Man nannte ihn Hombre“, mit Paul Newmann in der Hauptrolle als „John Russel“, ist eine Ausnahme. Da war die Zeit der klassischen Western aber schon lange vorbei. In diesem „Western“ oder treffender Anti-Western, spielt Newman einen Weißen, der bei den Apachen aufgewachsen ist, dort im Reservat als Polizist gearbeitet hat, ein Haus erbt und dieses Haus in der Welt der „zivilisierten“ Weißen verkaufen will. Audra Favor, das ist die Frau des ehemaligen Reservatsleiters, der – wie sich später herausstellt – Geld unterschlagen hat.

    Auf dem Weg zum Käufer komtm es in der Kutsche zu einem Dialog zwischen der „zivilisierten“ Dame und John Russel:

    Audra Favor: Ich kann mir nicht vorstellen, einen Hund zu essen und nicht daran zu denken.
    John Russel: Hatten Sie schon mal Hunger, meine Dame? Nicht nur bereit für das Abendessen. Hungrig genug, sodass Ihr Bauch anschwillt?
    Audra Favor: Mir wäre egal, wie hungrig ich werde. Ich weiß, dass ich keinen dieser Lagerhunde essen würde.
    John Russel: Sie würden ihn essen. Sie würden sich auch um die Knochen streiten.
    Audra Favor: Haben Sie schon einmal einen Hund gegessen, Mr. Russell?
    John Russel: Ich habe einen gegessen und wie einer gelebt.

    Vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, dass die 1960er Jahre die Zeit von Woodstock, die Zeit von Joan Baez, Jimmy Hendrix und Crosby Stills, Nash & Young war, die Zeit als John Lennon von den Beatles sang: „MAKE LOVE, NOT WAR“. Eine Zeit als die Jugend gegen den Krieg der USA in Vietnam protestierte. Das ist lange her und lange vorbei.

    Im deutschen Grundgesetz von 1949 heißt es aufgrund der Erfahrungen mit dem Dritten Reich:
    „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

    Es heißt leider nicht: Propaganda, Gehirnwäsche und Volksverdummung sind verboten. Das liegt vermutlich daran, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes noch nie etwas von Edward Bernays gehört hatten.

    Aber das mit der Zensur schaffen wir auch noch. Man darf es eben nicht Zensur nennen, sondern „Schutz vor Desinformation“. Das Problem ist auch hier wie bei der Propaganda. Was Information und Desinformation ist, das bestimmen nicht die vielen kleinen Bürger, das bestimmt die herrschende Nomenklatura. Cancel-Culture, Shadowbanning usw. sind nur Methoden und Techniken, um das umsetzen.

    1. Das liegt vermutlich daran, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes noch nie etwas von Edward Bernays gehört hatten.

      Vielleicht nicht, doch der Reichsminister für Propaganda und sein Wirken 1933-1945 wird ihnen geläufig gewesen sein. Aber das ist eigentlich auch nicht wichtig, die Instrumente der Kommunikation entwickeln sich weiter und werden genutzt, Edward Bernays ist heute Neolithikum. Was nicht genutzt wird – und hier versagt die Fürsorgepflicht des Staates, die Lehren aus dem 3. Reich zu ziehen, also um seiner Selbsterhaltung willen, eklatant – ist die in Kenntnis Setzung der Teilnehmer/Insassen/Bürger über die Existenz und Wirkung von Propaganda oder Public Relations. Was allgemeinhin in diesem Zusammenhang als Resilienz oder »Schutz vor Desinformation« bezeichnet wird, ist wiederum nichts weiter als PR und Konditionierung.

      Tatsächlich haben die meisten Menschen schon irgendwie ein seltsames und unangenehmes Gefühl, wenn sie gegen sie gerichtete PR ausgesetzt sind, doch das heutige Staatswesen kümmert sich lieber nachhaltig darum, dieses Gefühl weg zu wischen und jene zu diskreditieren, die es zur Sprache bringen. Die im Artikel angedeutete „kommende Filmkunst“ wird ihren Beitrag dazu leisten.

    2. Gibt doch den alten Witz: Nikita fragt JFK, ob man nicht mal ein paar Wissenschaftler in die USA schicken könne, um die dortige Propaganda zu studieren. JFK: Propaganda gibt es bei uns nicht. Nikita: Deshalb ja.

  10. Interessante Sache, doch da werden wohl eher nicht so halbkritische Streifen wie „Das Boot“ entstehen. Eigentlich hat das 3. Reich den Film als wirkungsvolles Instrumet der Propaganda erschlossen und Herr Goebbels war ganz nebenbei bekanntlich auch ganz frühforsch, die Ursache für #MeToo in der Filmbranche anzugehen.

    Bin ganz hin und her gerissen, einerseits ist es mir lieber, dass der Rüstungsetat für Filme ausgegeben wird (was könnten da für monumentale Werke heraus kommen!), anderseits werden wohl eher schlimme Machwerke entstehen. Aber auf jeden Fall ein guter Lackmustest: Autoren, Regisseure, Produzenten und Darsteller, die bei sowas mitmachen, kommen direkt auf die „No Go“-Liste, wie bei Werbung; das schränkt die Auswahl-Qual beim nächsten Filmabend ordentlich ein.

    Einen Army-Propagandisten der ersten Reihe hat RDL aber vergessen: Elvis. 007-Filme sind Zumutungen des Grobschnitts (@Torwächter: Die Satire entsteht erst in der Distanz), vor allem die ersten mit Sean Connery, die werden im Alter echt nicht besser; die Roger Moore Streifen sind nur noch Klamauk wie Luis De Fuinès. Ansonsten ist John Wayne für mich sehr prägend gewesen, ein autoritärer und misogyner Klotz, »der anpackt, ein Macher ist – trinkt und nicht umfällt« bevor er zuhause ist und Frau und Kinder geschlagen hat.

    Der Film »Top Gun« aus den Achtzigerjahren verzichtet weitgehend auf konkrete politische Gegner

    Na ja, es gibt für die Zeit zwei typische Endgegner: Die (sowjetischen) MIGs und die kriegerische Vergangenheit (Mavericks Vater), die niemalsnieundnimmer ein Fehler war…

    1. Wirkungsvolle u. nachhaltige Versuche erfolgreicher Einflussnahme, Propaganda und Parteinahme sind jene, welche gar nicht als solche wahrgenommen werden.
      In dem unten verlinkten Strang hatte ich ein Beispiel dafür gegeben (Kathryn Bigelow und ihren Megaerfolgreichen Film „Zero Dark Thirty“), wie das erfolgreiche Wirken der US-Army und des CIA in Hollywood aussehen kann. Die unterhalten dort übrigens ganz offen eigene Büros, und treffen sich nicht im Verborgenen mit ihren möglichen zukünftigen Geschäftspartnern aus Film und Streamingdiensten.

      https://overton-magazin.de/hintergrund/kultur/ein-haus-voller-dynamit/#comment-308652

      1. Die entsprechenden Büros und Produktionsfirmen sind (mir) bekannt, ebenso die entsprechenden Korrekturen in den Skripten, als Voraussetzung für die Nutzung militärischer Ressourcen und Expertise, bis hin zu Fällen, in denen freundlich aufgefordert wurde, einen Film doch anders enden zu lassen.
        Zero Dark Thirty habe ich noch nicht gesehen, die Inszenierungen im War Room mit Obama & Clinten haben mir gereicht, und wenn man einen filmischen Einstieg in das Thema „Hollywood – Militär – Propaganda“ möchte, würde ich doch eher Wag The Dog empfehlen, da braucht es keine filmwissenschaftliche Ekel-Pinzette.
        Aber vielen Dank für Ihren Hinweis und vor allem für den Verweis auf das Glenn Greenwald Zitat.
        Gruß!
        (3/3 und aus)

  11. „Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen.“ Heisst konkret: Schon um die isolationistisch gestimmte US-Öffentlichkeit für den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg (1917) umzudrehen, haben sich damalige Hollywood-Stars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks u.a. von Präs. W. Wilson als Propagandisten anheuern lassen, und sie drehten bereitwillig massentaugliche Streifen, welche systematisch die bösen Feinde, die „Hunnen“, als kinderfressende Monster entmenschlichten, gegen die unbedingt in den Krieg gezogen werden musste. Mit der folgenden Präsidentschaft W.G. Hardings ab 1921 wurde die Kontrolle Washingtons über Hollywoods Projekte vollends institutionalisiert, mit Will H. Hays als erstem regierungsamtlichen Supervisor/Zensor bzw. „Präsident der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA)“. Das ist nun gerade mal 100 Jahre her.
    Empfehle hierzu die sehr lohnende Lektüre des historischen Romans „Hollywood“ (1989) von Gore Vidal, dem „Schwarzen Schaf“ der Gore-Dynastie, die seit Generationen im Washingtoner Polit-Elite-Millieu verwurzelt ist (wer erinnert sich noch an den Vize-Präsi Al Gore, der dann auch als Präs-Kandidat gegen Bush Jr. „unterlag“, weil Bushs Bruder als Gouverneur Floridas die dortige Wahl-Überprüfung gerichtlich stoppen liess? Das war Vidals Neffe.): Die 600 höchst unterhaltsamen und aufschlussreichen Seiten bieten tiefe Einblicke in die skrupellose Verschwitzung von politischer Manipulation & kinematografischer Massenkultur in den USA – und von dort aus weltweit.
    Und heute also, wo nach ziemlich genau einem Jahrhundert die gute alte US-Hegemonial-&-Kultur-Politik längst nicht mehr auf Analyse der Realität, dafür immer mehr auf PR, sprich: auf Wunschdenken und Selbsttäuschung beruht, wo im aktuellsten und akutesten Nahost-Krieg die obersten Befehlshaber offensichtlich als die heillosesten Opfer ihrer eigenen Propaganda agieren und ihre gloriosen Illusionen (aber hoffentlich nicht auch die Welt) vor aller Augen volle Pulle gegen die Wand fahren – heute also macht sich das noch bessere, noch ältere Europa auch noch dieses erbärmliche US-Rezept zu eigen, Motto: Augen zu und durch! bloss nicht links und nicht rechts, nicht vor- und nicht rückwarts, sondern immer stur in die Wolken blicken und frischgemut die endgültig ausgeträumten US-Träume weiterträumen. Tja: waren die USA von Anfang an und durch und durch Europas Ausgeburt, so fällt ihm die nun auf die Füsse, mit vollem Übergewicht – und wir Europäer sollen unbedingt glauben, dass das gut ist so. Ach, unsere weisen Brüsseler Wohltäter!

  12. „Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen.“ Heisst konkret: Schon um die isolationistisch gestimmte US-Öffentlichkeit für den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg (1917) umzudrehen, haben sich damalige Hollywood-Stars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks u.a. von Präs. W. Wilson als Propagandisten anheuern lassen, und sie drehten bereitwillig massentaugliche Streifen, welche systematisch die bösen Feinde, die „Hunnen“, als kinderfressende Monster entmenschlichten, gegen die unbedingt in den Krieg gezogen werden musste. Mit der folgenden Präsidentschaft W.G. Hardings ab 1921 wurde die Kontrolle Washingtons über Hollywoods Projekte vollends institutionalisiert, mit Will H. Hays als erstem regierungsamtlichen Supervisor/Zensor bzw. „Präsident der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA)“. Das ist nun gerade mal 100 Jahre her.
    Empfehle hierzu die sehr lohnende Lektüre des historischen Romans „Hollywood“ (1989) von Gore Vidal, dem „Schwarzen Schaf“ der Gore-Dynastie, die seit Generationen im Washingtoner Polit-Elite-Millieu verwurzelt ist (wer erinnert sich noch an den Vize-Präsi Al Gore, der dann auch als Präs-Kandidat gegen Bush Jr. „unterlag“, weil Bushs Bruder als Gouverneur Floridas die dortige Wahl-Überprüfung gerichtlich stoppen liess? Das war Vidals Neffe.): Die 600 höchst unterhaltsamen und aufschlussreichen Seiten bieten tiefe Einblicke in die skrupellose Verschwitzung von politischer Manipulation & kinematografischer Massenkultur in den USA – und von dort aus weltweit.
    Und heute also, wo nach ziemlich genau einem Jahrhundert die gute alte US-Hegemonial-&-Kultur-Politik längst nicht mehr auf Analyse der Realität, dafür immer mehr auf PR, sprich: auf Wunschdenken und Selbsttäuschung beruht, wo im aktuellsten und akutesten Nahost-Krieg die obersten Befehlshaber offensichtlich als die heillosesten Opfer ihrer eigenen Propaganda agieren und ihre gloriosen Illusionen (aber hoffentlich nicht auch die Welt) vor aller Augen volle Pulle gegen die Wand fahren – heute also macht sich das noch bessere, noch ältere Europa auch noch dieses erbärmliche US-Rezept zu eigen, Motto: Augen zu und durch! bloss nicht links und nicht rechts, nicht vor- und nicht rückwarts, sondern immer stur in die Wolken blicken und frischgemut die endgültig ausgeträumten US-Träume weiterträumen. Tja: waren die USA von Anfang an und durch und durch Europas Ausgeburt, so fällt ihm die nun auf die Füsse, mit vollem Übergewicht – und wir Europäer sollen unbedingt glauben, dass das gut ist so. Ach, unsere weisen Brüsseler Wohltäter!

  13. „Schon als junges Medium nutzte man den Film, um Botschaften zwischen Popcorn und Cola unter das Publikum zu mischen.“ Heisst konkret: Schon um die isolationistisch gestimmte US-Öffentlichkeit für den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg (1917) umzudrehen, haben sich damalige Hollywood-Stars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks u.a. von Präs. W. Wilson als Propagandisten anheuern lassen, und sie drehten bereitwillig massentaugliche Streifen, welche systematisch die bösen Feinde, die „Hunnen“, als kinderfressende Monster entmenschlichten, gegen die unbedingt in den Krieg gezogen werden musste. Mit der folgenden Präsidentschaft W.G. Hardings ab 1921 wurde die Kontrolle Washingtons über Hollywoods Projekte vollends institutionalisiert, mit Will H. Hays als erstem regierungsamtlichen Supervisor/Zensor bzw. „Präsident der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA)“. Das ist nun gerade mal 100 Jahre her.
    Empfehle hierzu die sehr lohnende Lektüre des historischen Romans „Hollywood“ (1989) von Gore Vidal, dem „Schwarzen Schaf“ der Gore-Dynastie, die seit Generationen im Washingtoner Polit-Elite-Millieu verwurzelt ist (wer erinnert sich noch an den Vize-Präsi Al Gore, der dann auch als Präs-Kandidat gegen Bush Jr. „unterlag“, weil Bushs Bruder als Gouverneur Floridas die dortige Wahl-Überprüfung gerichtlich stoppen liess? Das war Vidals Neffe.): Die 600 höchst unterhaltsamen und aufschlussreichen Seiten bieten tiefe Einblicke in die skrupellose Verschwitzung von politischer Manipulation & kinematografischer Massenkultur in den USA – und von dort aus weltweit.
    Und heute also, wo nach ziemlich genau einem Jahrhundert die gute alte US-Hegemonial-&-Kultur-Politik längst nicht mehr auf Analyse der Realität, dafür immer mehr auf PR, sprich: auf Wunschdenken und Selbsttäuschung beruht, wo im aktuellsten und akutesten Nahost-Krieg die obersten Befehlshaber offensichtlich als die heillosesten Opfer ihrer eigenen Propaganda agieren und ihre gloriosen Illusionen (aber hoffentlich nicht auch die Welt) vor aller Augen volle Pulle gegen die Wand fahren – heute also macht sich das noch bessere, noch ältere Europa auch noch dieses erbärmliche US-Rezept zu eigen, Motto: Augen zu und durch! bloss nicht links und nicht rechts, nicht vor- und nicht rückwarts, sondern immer stur in die Wolken blicken und frischgemut die endgültig ausgeträumten US-Träume weiterträumen. Tja: waren die USA von Anfang an und durch und durch Europas Ausgeburt, so fällt ihm die nun auf die Füsse, mit vollem Übergewicht – und wir Europäer sollen unbedingt glauben, dass das gut ist so. Ach, unsere weisen Brüsseler Wohltäter!

  14. Es werden sich sicher genügend dienstbare Geister finden. Ronzheimer wird dann berühmter Regisseur von Durchhaltefilmen und kurz vor dem Ende kommt die Bavaria mit einer dreiteiligen Liebesschnulze um einen Kriegshelden heraus, die alle Trümmer vergessen und die entmannten Frauen zwecks Emotionsabbau Rotz und Wasser heulen läßt.
    Ansehen dürfen wir uns das alles per Streaming, als Hausgemeinschaft die im alten Luftschutzkeller vom zwo Wk vor dem letzten geretteten Bildschirm sitzt. Aber natürlich nur, wenn der Kabelstrang mal wieder geflickt wurde.

  15. Oh, ich hätte da ein paar Vorschläge für ein paar nette Kriegs-Propaganda-Streifen. Wir Deutsche haben schliesslich historische Vorbilder und haben schon einige Zeitenwenden hinter uns. Aus dem einen ist dummerweise ein Anti-Kriegs-Film herausgekommen. Aber das Remake könnte man „Im Osten nichts Neues“ nennen. Schliesslich haben die tapferen deutschen Landser einstmals Stalingrad gegen die anrückenden russischen Horden verteidigt. Auch ein Film mit dem Namen „Triumph des Verteidigungswillens“ mit Kiesewetter, Merz und Wadephul unter der Regie von Panzerkreuzer Zimmermann. Oder „Russ bittersüss“, ach, die Reihe liesse sich fortsetzen. Eine Telenovela unter dem Titel „Der Russ‘ in uns“, eine Doku-Soap „Russenagent XY ungelöst“, Selbstbau-Sätze für Anti-Russen-Drohnen usw. um hier das Genre zu ändern. Und natürlich kleine Maschinengewehre (mit echter Munition) und Mini-Atombomben für die lieben Kleinen zum Üben im Sandkasten, mit echtem radioaktiven Fallout, Strampelhosen in Tarnfarben usw.
    Alles für die Kriegsertüchtigung, damit wir alle uns daran gewöhnen, was da auf uns zukommt.

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