Der unaufhaltsame Aufstieg des Artur Weigandt

Soldaten in Camouflage
Photo: Lt Col John Skliros/MOD, OGL v1.0OGL v1.0, via Wikimedia Commons

Wer zum Mainstream gehören will, braucht Scheuklappen als berufliche Ausrüstung. Wie ein junger Reporter sich der herrschenden Meinung andient.

Gute Reportagen haben literarischen Rang. Ich denke an Hans Ulrich Kempski oder den legendären Egon Erwin Kisch. Exakte Beobachtung, treffender Ausdruck. Solche Texte liest man mit Genuss, auch Jahre später noch, weil Sprachkunst beständig bleibt.

Artur Weigandt gehört in diese Riege der Begnadeten. 32 Jahre alt, Autor bei der Welt, der Zeit, der FAZ. Einer, der Karriere machen wird und der sich erfolgreich in den journalistischen Mainstream hineinschreibt. Insofern also: Hut ab vor so viel Begabung!

„Für Euch würde ich kämpfen“

Aber: Sein Buch „Für Euch würde ich kämpfen, mein Bruch mit dem Pazifismus“, kürzlich erschienen im C.H.Beck-Verlag, ist letztlich … Ich zögere, denn es fällt schwer, was so glänzend verpackt ist, dennoch zu verurteilen. Aber letztlich ist Weigandts Text, es muss gesagt werden: Propaganda. Überzeugend in der Schreibe, doch zugleich sträflich parteiisch und simpel in der Reflexion.

Weigandt, einst mit den Eltern aus Kasachstan zugewandert, russischer Muttersprachler, wird an einem deutschen Truppenübungsplatz als Dolmetscher für ukrainische Besatzungen von Leopard-Panzern tätig. Schließlich reist er in die Ukraine und für kurze Zeit im Osten an die Front.

Ganz klar, dass alleine dieses seinen Blick schärft. Anschaulich schildert er, was sich verändert, steht man mitten im Geschehen. Ein Angreifer überfällt Dörfer und Städte und verwandelt das Leben der Überfallenen in ein Chaos. Wird man nicht Opfer von Grausamkeit, kann doch jederzeit damit gerechnet werden, von einer Drohne getötet zu werden. Ein Klinikbesuch macht klar: viele opfern ihre Gesundheit, ihre Gliedmaßen, ihre Lebensperspektiven, während die Familie, die Eltern zuhause bereits durch russischen Bombenterror getötet wurden.

Weigandt wird ins Geschehen hineingerissen. Wie kann man neutral bleiben, reden, diskutieren, im Ungefähren bleiben, wenn die blutige Realität Entscheidung fordert? Wo Unrecht geschieht, muss eingegriffen werden. Übernahme von Verantwortung ist gefragt. Gegen Panzer eines räuberischen Feindes hilft kein Reden. Aber es gibt jene, die, den Feind vor Augen, im Schussfeld der Russen ihr Leben einsetzen. Für sie würde er kämpfen –  eine Bekundung von Solidarität, wo die Not am größten ist.

Bruch mit dem Pazifismus

Also kein Pazifismus. Weigandt bricht mit seiner früheren Einstellung. Es ist vor allem diese Lebenswende, die das Buch repräsentativ macht. Während der neueren deutschen Geschichte, im Preußentum, der Kaiserzeit, im Dritten Reich war „Pazifist“ ein Schimpfwort. Das Militär galt als Schule der Nation. Ein Mann, der nicht „gedient“ hatte, konnte sich – jedenfalls in bürgerlichen Kreisen – nicht sehen lassen. Traf man Offiziere auf der Straße, grüßte auch der Zivilist mit militärischem Gruß. In keinem Krieg gefochten zu haben, galt als verpasste Chance. Denn zur maskulinen Charakterbildung gehörte es, wenigsten einmal bewaffnet gegen Feinde angetreten zu sein.

Nach 1945 änderte sich das in Westdeutschland total. „Ohne mich!“, hieß es, wo von Waffen die Rede war. Wenigstens im Bildungsbürgertum und bei jungen Leuten war es geradezu ein Adelstitel, ein Pazifist zu sein. Ich selbst erinnere mich noch gut, wie wir über die ersten Bundeswehrsoldaten einfach nur lachten, sofern wir sie zu Gesicht bekamen. In meinem persönlichen Umfeld unter Gymnasiasten verweigerten eigentlich alle den Wehrdienst.

Die Ausläufer dieser antimilitaristischen Tradition scheint Weigandt als Germanistikstudent noch mitbekommen zu haben. Jedenfalls bevor der Ukrainekrieg begann. Als sich nun überraschend alles änderte, es nicht mehr „nie wieder Krieg“ hieß, sondern „Waffen retten Leben“ und Pazifisten zu „Lumpen“ wurden, änderte auch Weigandt seine Meinung. Was er einmal Pazifismus nannte, – so sein neues Bekenntnis – im Rückblick verwandelte es sich in die Angst, „eine klare Entscheidung zu treffen.“ Die Entscheidung zu kämpfen, zur Wehrhaftigkeit, zur „Haltung“, zur „Tat“. Nun ist ihm „Entschlossenheit“ alles, auch diejenige, wenn nötig für die gute Sache zu sterben.

Wo gekämpft wird, hat das Denken keinen Platz mehr

Was aber sind die Gründe für diesen Umschlag ins Gegenteil dessen, was Weigandt zunächst für richtig hielt? Sie liegen auf zwei vollkommen verschiedenen Ebenen: einer emotionalen und einer reflektierten. Emotional, als Teilnehmer des unmittelbaren Erlebens, sieht er nur eine einzige Wahl: nämlich sich wehrhaft mit der Waffe zu engagieren. Wo gekämpft wird, wo es um Leben und Tod geht, hat das Denken keinen Platz mehr. Und das stimmt ja auch irgendwie. Nichts ist suggestiver als die Konfrontation mit der Wucht eines Krieges, in den man selbst hineingezogen wird. Will ich mich einreihen oder zum Verräter, zum Deserteur werden? Wer würde hier ausscheren wollen, etwa zum Pazifisten werden, der Sprüche klopft, statt das Notwendige zu tun?

Andererseits ist es völlig daneben, die Frage nach dem Sinn dieses Krieges, seiner Vieldeutigkeit, seiner Umstrittenheit völlig auszublenden. Oder wie Weigandt Begriffe als Schubladen zu verwenden, in die Heterogenes als sei es ein-und-dieselbe Sache gewaltsam hineingepackt wird.

Etwa Pazifismus. Dieser verfügt über Spielarten und ist aktuell von Olaf Müller als pragmatischer Pazifismus klug begründet worden.1 Pazifismus ist kein „idealistisches“ Gerede in  Studentenkneipen fern von jeder Realität, wo man mit „einem Glas Rotwein die Welt retten“ will.

Weigandt – er betont es selbst – ist einem Umfeld erlegen, wo es zum Social Noise gehören mag, sich auch antimilitaristisch zu geben. Pazifismus war für ihn „ein Mittel der Zugehörigkeit“, „ein Ausweis der Intellektualität“, „ein kulturelles Alibi“.

Es ging also um Anerkennung innerhalb eines Milieus. Und hier befindet sich der Schlüssel zu seiner späteren „Entscheidung“: Weigandt wechselt das Milieu und mutiert in neuer Umgebung vom Pazifisten zum Militaristen.

Nur so ist zu erklären, dass Weigandt, wo er über diesen speziellen Krieg nachdenkt, erneut in den Sog einer situativen Suggestion gerät und dabei alle Distanz verliert. Denn verstreut über seine gesamte Reportage vermittelt er, dass für ihn ausschließlich jene Interpretation des Geschehens existiert, die gewissermaßen das offizielle Narrativ darstellt. Die Tatsache, dass dieser Sicht eine ebenso kompetente, von Fachwissenschaftlern und Experten vertretene zweite Sicht entgegensteht, lässt Weigandt unter den Tisch fallen.

Schlimmer noch, und an dieser Stelle wird sein Text zum Teil des offiziellen Tam-Tams: Er diffamiert abweichende Sichtweisen als russische Agitation, der er auch selbst einmal erlegen sei. Die Friedensbewegung sei zum „Erfüllungsgehilfen russischer Großmachtfantasien geworden“. Das zweite Kapitel ist überschrieben: „Die Friedensbewegung ist mein größter Feind“.

Wo nun alles, was nicht kriegerische „Entscheidung“, „Haltung“ und „Tat“ ist, in die Kiste des „Pazifismus“ und der „Friedensbewegung“ gestopft wird, sinkt das Niveau Weigandts bis auf den Nullpunkt. „Ich war blind für all die Lügen, die ich geschluckt hatte – Lügen, die Moskau ausspuckte, um den Westen zu verwirren.“ Durch die NATO provoziert worden zu sein „war ein Märchen, das Putin spann, um seinen imperialistischen Hunger zu rechtfertigen.“

Da also Russland – etwa im Gegensatz zu den USA, siehe Venezuela –  keine Einflusssphären haben darf, seine Interessen übergangen werden dürfen und das auch dann, wenn es zum Krieg führt, bedauert Weigandt, dass der freie Westen nicht sofort mit aller militärischen Wucht zurückgeschlagen hat. „Reden statt Raketen“, war der falsche Weg. Sofort hätte eine Flugverbotszone eingerichtet werden müssen. Und er scheint keine Ahnung davon zu haben, weshalb das mit guten Gründen unterblieb. Obwohl er immer wieder an „Verantwortung“ und „Moral“ appelliert, scheint ihm die Atomkriegsgefahr gleichgültig zu sein oder er kennt sie nicht.

Widersprüche und Ignoranz

Und auch hier ein Widerspruch wie aus dem Bilderbuch: Obgleich er die Leiden der ukrainischen Soldaten anschaulich schildert, hat er offenbar niemals das folgende Argument gehört: Russland ist ohne den ganz großen Krieg nicht zu besiegen und der immer wieder verlängerte Stellungskrieg führt nicht zum Sieg, sondern zur Vernichtung der ukrainischen Jugend und zur Zerstörung des Landes.

Es sind ja keine Pazifisten, die Solches seit Jahren vorbringen, unter anderen beispielsweise der Ex-General und Merkel-Berater Erich Vad. Dessen Mahnung, die Ukraine nicht ausbluten zu lassen, gründet mindestens ebenso sehr auf humanitären Prämissen wie die Auffassung jener, die das endlose Waffenliefern für gerecht und moralisch halten. Wer neben der offiziellen auch diese Sicht ernst nimmt, macht es sich mit der „Entscheidung“ nicht mehr gar so leicht.

Doch an dieser Stelle wird es bei Weigandt unterirdisch. Was soll man mit folgenden Aussagen anfangen? „Nie wieder darf ein Vernichtungskrieg mit Diplomatie beantwortet werden.“ Für Weigandt bedeutet Diplomatie „Reden statt Schießen“, „Waffenstillstand statt Eskalation“. Misstrauisch ist er „gegenüber der Illusion, dass sich Konflikte alleine durch Vernunft lösen lassen.“ Härte ist angesagt. „Wenn Panzer rollen“ ist ihm Diplomatie ein Verrat. Gab es keinen Lektor, der auf die Problematik solcher Versimpelungen hinwies? Es gab keinen. Auch der Beck-Verlag schwimmt im Mainstream.

Weigandt auf Karrieretrip

Will man nicht Dummheit und Beschränktheit unterstellen, bleibt eigentlich nur eines, um sich solches Ausmaß an Undifferenziertheit zu erklären: Weigandt befindet sich auf Karrieretrip. Die großen Medien warten auf ihn. Und nun die entscheidende Frage: Was würde geschehen, wenn er die billige Alternative zwischen einem Pazifismus, den er als Nichtstun missversteht, und dem Dreinschlagen ohne Wenn und Aber verworfen hätte? Welche Karriere wäre da noch denkbar?

Richard David Precht hat schon recht, wenn er bemerkt, dass in Deutschland zwar Meinungsfreiheit herrscht, man aber den Preis veranschlagen müsse, den ihre Inanspruchnahme kostet. Die beiden grundsätzlichen Narrative im Hinblick auf den Ukrainekrieg sind medial deutlich aufgeteilt: Die gut zahlenden großen Medien bedienen die offizielle Sicht. Was dagegen einzuwenden wäre, findet sich hier auf Overton oder auf vergleichbaren Portalen. Wäre ich jung und würde davon träumen, etwa beim Spiegel oder der Zeit Fuß zu fassen – keine Zeile würde ich namentlich auf Overton veröffentlichen – oder auf den Aufstieg in die Höhen des medialen Establishments von vorneherein verzichten.

So kann man schließlich sagen: Der unermüdlich auf moralische „Entscheidung“ drängende Weigandt möchte selbst keine wirkliche Entscheidung treffen. Jedenfalls keine, die ihm etwas abverlangt. Nur im Konjunktiv „würde“ er für die Ukraine kämpfen, faktisch tut er es nicht. Er will auch ansonsten kein Risiko eingehen. Bequem steigt er in jenes Fahrzeug, das ohne anzuecken in den Hafen des Erfolgs einbiegt. Was ich nicht weiß, aber gerne wissen würde: ist ihm das bewusst?

 

1Olaf Müller: Pazifismus. Eine Verteidigung, Stuttgart 2022 (Reclam).

Hans-Peter Waldrich

Dr. Hans-Peter Waldrich ist Politikwissenschaftler (Dipl. sc. pol.). Sein Geld hat er vor allem im Bildungswesen und -unwesen verdient, an Schulen und Hochschulen und unter anderem beim Bundesamt für den Zivildienst. Während der 1980ger-Jahre engagierte er sich in der Friedensbewegung. Seit seiner Jugend schrieb er für eine Vielzahl von Zeitungen und Zeitschriften, etwa den Freitag oder die Blätter für Deutsche und internationale Politik, und veröffentlichte mehrere Bücher, vor allem zu politischen, pädagogischen und philosophischen Fragen. Er hält sich zugute, dass er sich niemals genötigt sah zu publizieren, um davon leben zu müssen und dass er stets nur auf eines Rücksicht zu nehmen hatte: seine eigenen Überzeugungen.
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38 Kommentare

  1. Man ist nicht nur Opfer, man ist auch Täter der Menschen auf der anderen Seite ebenfalls Grausamkeiten und Tod zufügt.
    All das kommt in in diesm Artikel auf Grund der Einseitigkeit einfach zu kurz.

    1. @ so + nicht anders: Ist doch dokumen tiert, der rrrrrrussische Bombenterror. Schon 1944ff haben die Russen teutsche
      Städte mit Bombenteppichen terrorisiert.

  2. Gibt es eigentlich gar keine Probleme in Deutschland, über die man hier bei Overton
    berichten könnte? Es wird immer tiefer in den hintersten Ecken des Mülls gegraben
    um aus dem Ukraine Krieg noch etwas heraus zu quetschen. Was interessiert mich ein
    Spinner und Mainstream-Emporkömmling, der die 8 Jahre Dombasbombadierung
    durch die Asow Nazis, mit mindestens 14.000 Toten, völlig ignoriert. Dafür aber von
    russischem Bombenterror fantasiert. Deutschland geht mit hoher Geschwindigkeit
    den Bach runter, aber hier gibt es nur Trump und die Ukraine. Wo bleibt ein Artikel
    über die katastrophale Gesundheitsversorgung? Über die Pleitewelle? Über die zig
    Tausenden, die sich das Dach über dem Kopf nicht mehr leisten können? Über Rentner
    die eigentlich nur einen sozialverträglichen Tod vor sich haben?

  3. Opportunismus nennt man die Charaktereigenschaft, wenn sich die Überzeugung flexibel nach der Aussicht auf Gewinn anpasst.
    Und seinen wir doch mal ehrlich. Die Schreibende Zunft besteht zu 95% schon immer aus den Herolden der Macht. So hieß es auch schon immer: „Wes Brot ich fress, des Lied ich sing“. Ein Karrierist weiß immer auf welcher Seite es sich lohnt zu preisen. Die unabhängige objektive Presse die als 4. Gewalt fungiert, war schon immer ein Märchen gewesen.

  4. Artur Weigandt? Nie gehört! Wohl nix verpasst…!!
    Doch wozu die Aufregung? Wenn der Herr kämpfen will, dann soll er das doch tun! Er wird dann kämpfen für Klatten, Quandt, Schwarz, Albrecht…
    Ganz sicher nicht wird der Typ für mich kämpfen!
    Und wenn der tapfere Held beim Kämpfen erschossen wird – so was soll vorkommen – dann nehmen wir das eben achselzuckend zur Kenntnis…

    1. @ Gauckler
      So ist es. Falls der Kerl zu seinen Überzeugungen als kriegstreibender Propaganda-Stöpsel steht, zeitnah ab zu seinen Brüdern im Geiste. Sein dortiges Schicksal? Darwin-Award?

    2. Dieser Nato-Propaganda-Schnösel wird genausowenig selber kämpfen wie all die anderen Lautsprecher. Der wird schön Andere in den Krieg schicken und wenn ganz schlimm kommt flieht er in ein anderes Land wie die Nazis damals. Hauptsache das Geld fließt.

  5. Lustig ist das Soldatenleben, faria, faria ho. Brauchst du noch ein bisschen grüssgrün oder Schlammfarbe? Peng, peng, tot oder ich spiel nicht mehr!

    Mal ganz ehrlich, der Titel allein sagt doch, worum es hier geht. Ein gestandener Salonpazifist bekennt sich angesichts Putins brutalen und nicht zu rechtfertigenden Angriffskriegs zur virtuellen Kriegstüchtigkeit vollkommen ohne Eigengefährdung, dafür mit Aussicht auf gute Verkaufszahlen und Einkommen.

    Was wäre aus diesem „Pazifisten“ geworden, wäre er auf der russischen Seite an die Front gegangen? Wäre er dann auf der anderen Seite des Gemetzels rausgekommen mit seiner gewendeten Haltung? Natürlich nicht, für ihn findet ja der Krieg nur belletristisch statt.

    PS. Der Autor passt zum Verlag

  6. Ob die Ukrainer sich verteidigen, ist ihre Sache. Aber die Deutschen sollten sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen.
    Anfang März wird die AfD in BW die Grünen überholen. Zudem muss Darwin Dante (Pseudonym) von der Basis unterstützt werden.
    Bitte klicke auf „Lebensreformer“.

  7. „Will man nicht Dummheit und Beschränktheit unterstellen, bleibt eigentlich nur eines, um sich solches Ausmaß an Undifferenziertheit zu erklären: Weigandt befindet sich auf Karrieretrip.“

    Es gibt durchaus noch andere Erklärungen, zum Beispiel die: In der rotgrünen Meinungsblase hat man keine Grundsätze, sondern nur „Haltung“.

    Pazifismus war die die vorwiegende Haltung bis 2022: Handel durch Wandel, keine Waffenlieferungen in Krisengebiete, Diplomatie, … Mit dem Angriff Russlands hat man dann schlagartig alle Argumente vergessen und ist auf das komplette Gegenteil umgeschwenkt.

    Wer mag, kann sich hier an den innerparteilichen Diskussionen bei Roten und Grünen abarbeiten, die diesen Haltungswechsel begleitet haben.

    Für Wähler ist es natürlich bitter, eine Partei wegen ihrer Grundsätze gewählt zu haben und dann festzustellen, dass es gar keine waren. Genau das ist es, was gerade die repräsentative Demokratie endgültig zerstört.

    1. „Für Wähler ist es natürlich bitter, eine Partei wegen ihrer Grundsätze gewählt zu haben und dann festzustellen, dass es gar keine waren. Genau das ist es, was gerade die repräsentative Demokratie endgültig zerstört.“
      Die Wähler haben ihre „Grundsätze“ genau wie die Partei mit Freude über Bord geworfen, um endlich im proamerikanischen, kapitalistischen Schoß zu kuscheln. Man gehört auf einmal nicht nur zu den Wohlhabenden, sondern auch zur Mehrheit der „Guten“.
      Der klassische Weg bürgerlicher Pseudorevolutinäre.
      Blöd halt, wenn auch anscheinend nicht dissonant genug, daß dort jetzt der böse Onkel regiert.

  8. Der Spiegel, Sturmgeschütz der Propagada, hat heute übrigens mit deutlich spöttischem Ton festgestellt, daß Russlands mörderischer Angriffskrieg nun schon länger dauert, als der Krieg der Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland. Daß sie damit indirekt zugeben, daß Russland längst viel weiter sein könnte, wenn es ähnlich brachial wie damals gegen die Deutschen vorgegangen wäre, bemerken sie gar nicht.

    1. „Der Krieg der SU gegen“.
      Schönes wording.
      Früher in Schulbücher wars noch eine Verteidigung gegen einen deutschen Überfall.
      Heute: es war ein Krieg gegen Deutschland.
      semper heret aliquid.

  9. Wieder keine Ahnung warum man uns diesen Typen vorsetzt.
    „Katrin Eigendorf“ wäre bspw. auch so ein Thema und dabei auch noch viel bekannter.

  10. https://www.youtube.com/shorts/CohHNIqJ7U8

    Steffen Kopetzky lässt es so klingen, als hätte man ihn wegen der Dritte-Brüder-Regel von vornherein nicht zum Wehrdienst zugelassen, obwohl dafür ein eigener Antrag nötig ist.

    (in Österreich)

    Bester Kommentar dazu:

    Der hat zum Ersten Angst um seine Haare. Und nach der Frage die Hosen gestrichen voll. … Modelleisenbahn!

    oder wer es noch nicht gesehen hat:

    Ursula von der Leyen – Ist jemand bei der Bundeswehr von ihren Kindern?

    https://www.youtube.com/watch?v=peAnEH4-T38

    Der Autor hat Recht: Der ehemalige Ukrainer ist ein Aufsteiger in Deutschland und ein Kriegsprofiteur.

    Ich finde das immer gut, wenn solche Heuchler sich selbst outen. Man muss sie halt nur fragen, warum sie selbst nicht an die Front gehen, um zu kämpfen, z.B. in Bachmut, wo angeblich die Überlebenszeit von ukrainischen Soldaten maximal 3 h war.

    2 gute Folgen von 99zuEins zu Florence Gaub:

    https://www.youtube.com/@99ZUEINS/search?query=florence%20gaub

    Das ist wie die Brzezinskis ein Clan. Nur bei der Tochter hat es nicht gereicht zum hohen Offiziersrang in der dt. oder frz. Armee, weil das eben doch eine Männergesellschaft ist. Die ist auch viel lieber auf dem Feldherrenhügel als in der Schlachtergasse. Die ist eher für ukrainische Bauernsöhne vorgesehen, bzw. arme Bevölkerungsschichten.

  11. Was, wenn Artur Weigandt sein Erfolg zu Kopf steigt? Kommt dann ein zweiter Mussolini? Der hatte ja mal „sozialistische Flausen“ im Kopf und startete seine „Karriere“ als Journalist bei einem sozialistischem Medium, endete als faschistischer Diktator und schlussendlich verdientermaßen vor einem Erschießungskommando italienischer Partisanen.

  12. „Nie wieder darf ein Vernichtungskrieg mit Diplomatie beantwortet werden“

    Ungefähr DAS werden die Einwohner des Donbass Anfang 2022 auch gedacht haben, als die ukrainische Armee ausweislich der OSCE-Protokolle fast ihre halbe Armee dort zusammenzog und den Artilleriebeschuss massiv ausweitete.

    Also dieses Autorenkerlchen hat quasi die Perspektive analog des Bärbock’schen Großvaters, der 1945 „das Vaterland“ gegen „den Russen verteidigte“. Und da hiess es immer, „aus der Vergangenheit lernen“. Scheint bei manchen komplett in die Grütze gegangen zu sein.

  13. Hallo, gibt es etwas neues an Information??

    „Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

    John Swinton (1829-1901), amerikanischer Journalist

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