Den Fußball gibt es nicht mehr

Science World in Vancouver during 2026 FIFA World Cup
Quintin Soloviev, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Höher, schneller, weiter: Die Weltmeisterschaft der Superlative geht grandios in die Hose.

Schon wieder Trinkpause. Sie ist obligatorisch vorgeschrieben. Der Fußballweltverband FIFA hat diese Regelung hinter Fürsorglichkeit versteckt. Die Spieler sollen bei der Hitze keinen Schaden nehmen. Anordnung daher: Zwei Trinkpausen pro Halbzeit. Diese Pause gilt auch, wenn die Sonne nicht brennt. Dass die Unterbrechung als Werbepause genutzt werden kann, ist angeblich nur ein Nebeneffekt. Es geht den Funktionären selbstredend um die Gesundheit. Die FIFA liebt doch alle Menschen.

Die eingeschobene Werbung ist ein Ärgernis für den noch interessierten Zuschauer. Wesentlicher ist allerdings die Spielunterbrechung, die dem Spiel eine künstliche Atempause verschafft und Spielverläufe auf den Kopf stellt. Der Cooling Break nimmt die Dynamik aus dem Spiel. Oder dreht sie um. Unter spielstrategischen und taktischen Gesichtspunkten ist eine solche Spielpause ein radikaler Einschnitt. Sie unterbricht die Struktur, die jedem Spiel zu eigen ist und schadet gerade auch Mannschaften, die spielerisch unterlegen, aber gerade in einer beflügelten Spielphase stecken. Man opfert die Spielkultur und den Zufall der Werbung.

Verschiedene Spiele

Das ist keine neue Entwicklung. Seit vielen Jahren unterwerfen die Verbände das Spiel wachstumsrelevanten Aspekten. Sie nehmen Einfluss auf die Regularien, haben sogar ein ganz neues Spiel geschaffen. Hier könnte man mal die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko mit dem Ereignis vergleichen, das im Augenblick in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada stattfindet. Ist das noch derselbe Sport? Ein Tor, erzielt mit der Hand Gottes, kann es heute nicht mehr geben. Und einen atemberaubenden Tanz mit dem Ball über das halbe Spielfeld, wie Diego Armando Maradona es damals vollbrachte, wäre vielleicht einem Cooling Break zum Opfer gefallen.

Das Spiel hat sich stark an das amerikanische Pendant des Footballs angenähert. Einerseits ist es athletischer und schneller geworden, andererseits strotzt es vor Unterbrechungen. Der Videobeweis führt das Spielgeschehen ad absurdum, die Anhänger jubeln auf Verdacht. Erzielte Tore werden wegen eindeutiger Abseitsstellung zurückgenommen, wobei Eindeutigkeit oft nur Millimeterauslegung meint und nur durch technologische Mittel eindeutig zu bewundern sind.

Der weltweite Erfolg dieser Sportart gründete von Beginn an auf zwei Prämissen. Die erste ist so banal wie nachvollziehbar: Fußball konnte jeder überall und immer spielen. Man braucht nur ein Feld, eine Markierung für zwei Tore und einen Ball oder etwas, das dem nahekommt. Millionen von Kindern oder erwachsenen Laien wussten, sobald sie auf ein Spielfeld traten, dass sie dasselbe Spiel spielten wie die Großen dieses Sports. Zwischen Beckenbauer oder Cruyff und dem kickenden Laien gab es nur ein Unterscheidungskriterium: bessere Technik, mehr Kondition und höhere Spielintelligenz, anders gesagt: die höhere Güte des Spiels. Aber das Spiel selbst war dasselbe, man stürmte und verteidigte nach denselben Regeln, egal ob auf einer Wiese im Park oder im Nou Camp.

Heute spielt der Profibetrieb ein anderes Spiel. Dort ist das Spielfeld bis in den letzten Millimeter hinein ausgemessen und ausgeleuchtet. Der moderne Platz ist ein Überwachungsregime. Auf den Amateurfeldern geht es aber noch zu wie im Sommer 1986 in Mexiko, als der kleine Maradona hochsprang und mit seiner Hand nachhalf, um den Ball am englischen Torhüter Shilton vorbeizubugsieren. Abseitsfallen müssen dort nicht auf Millimeter justiert werden, denn das Spiel muss sich dort nur am menschlichen Auge orientieren.

Weniger Zufälligkeiten

Bevor wir zur zweiten Prämisse kommen, noch ein Wort zum Jungen aus Villa Fiorito, einer armen Stadt südlich von Buenos Aires. Heute wäre einer wie dieser geniale Spielmacher nicht mehr vorstellbar. In Nachwuchsleistungszentren hätte ein Maradona wegen Disziplinlosigkeit keine Chance. Seine Neigung zur Körperfülle würde ihn ebenfalls disqualifizieren. Die kommenden Stars werden heute so vermessen, wie der moderne Platz auch. Sie werden taktisch vorgeschult und ihre Spontanität hat dabei zurückzustehen. Genialität kann man damit nicht erzeugen, dafür aber Planbarkeit. Die Cheftrainer großer Klubs mögen es, wenn sie sich in den Nachwuchsabteilungen wie von der Stange bedienen können.

Maradona war ein Enfant terrible und ein Exzentriker. Aber der Fußball bot ihm dennoch eine Möglichkeit und eine Heimat. Das Spiel war damals noch nicht gentrifiziert. Man mutete dem Publikum noch Figuren zu, die es im echten Leben vielleicht mied. Seine Trainer wussten, dass dieser Spieler kaum zu zügeln ist. Taktischen Anweisungen folgte er je nach Laune. Der heutige Fußball hätte Maradona schon ausgesiebt, bevor er überhaupt Profi geworden wäre.

Die andere Qualität, die den Fußballsport so groß werden ließ, kann man mit einem Wort erklären: Zufall. Fußball war von Anfang an, als noch zwei gegnerische Reihen wie in einer epischen Schlacht aufeinander zu liefen, ein Spiel des Zufalles. Hält man den Fuß nur um einen halben Grad anders, bekommt der Ball eine andere Drehung und das Spiel lässt sich von den Füßen auf den Kopf stellen. Die taktische Versiertheit, die über Jahrzehnte den Fußball immer wieder neu formte, hat den Zufall nie abschaffen können. Jede Taktik, die sich Fußballlehrer im Laufe der Jahrzehnte ersonnen hatten, war auch immer der Versuch, die eigene Mannschaft vor leidigen Zufällen bewahren zu wollen.

Die Fans liebten es, dass das nie völlig gelang. Noch immer konnte der TSV Vestenbergsgreuth den großen FC Bayern bezwingen. Ein Torschuss konnte genügen und die Sensation war perfekt. Im Basketball fiel eine solche Außenseiterchance von jeher viel geringer aus, auch weil die Ergebnisse höher ausfallen und der Zufall sich im Gesamtergebnis amortisiert. Ein Spiel, bei dem vielleicht ein Treffer entscheiden kann, ist von Natur aus weniger zufallsresistent. Außerdem begünstigt der Fuß den Zufall, mit den Händen sind Bewegungsabläufe präziser. Griechenland wurde 2004 überraschend Europameister, weil Trainer Otto Rehhagel es verstand, den Griechen eine Spielweise anzuerziehen, die einerseits den Zufall gegen sie eindämmen und den Zufall gegen den Gegner gnadenlos ausnutzen sollte. Überraschungen dieser Art sind selten geworden, weil die großen Vereine bei den Verbänden längst Gehör gefunden haben.

Stabilität vor Attraktivität

Vereine sind Unternehmen. Auch wenn diese nicht in einem klassischen Markt operieren, so wollen sie Stabilität. Je größer ein Klub, desto mehr davon ist nötig, um die wachsenden Kosten weiterhin bewerkstelligen zu können. Für Vorstände solcher Vereine ist die Vorstellung grauenhaft, in einem wichtigen Turnier schon früh auszuscheiden. Daher mögen sie das K.O.-System nicht. Sie haben eine Vorliebe für lange Gruppenphasen, in denen mehrere Heimspiele fest eingeplant werden können. Der europäische Verband UEFA hat deswegen im Laufe der letzten Jahrzehnte die Champions League, später auch die Europa League und dann die neu erfundene Conference League mit verschiedenen Liga-Modi ausgestattet. Ziel war es, den großen Vereinen die Stabilität zu geben, die sie für ihre Finanzplanung benötigen.

Danach setzte man auf einen Kampf für die Nettospielzeit. Zum Repertoire kleiner Teams gehörte es, auf Zeit zu spielen. Das war eine der vielen Kunstformen auf dem Platz. Zeitspiel war nicht schön anzusehen, aber für kleinere Teams effektiv und Garant für einen Zufallssieg. Die Big Player wurden fast verrückt bei dem Gedanken, dass sie um ihre Millionen gebracht werden können, nur weil nicht genug Spielzeit übrig ist. Mittlerweile gewinnen Mannschaften oft in den 100. Minute, obwohl das Spiel nur 90 Minuten dauert.

Die Ausmessung des Spielfeldes mit technologischen Mitteln, die Torlinientechnik und der Video-Schiedsrichter gehören ebenfalls zu dieser Entwicklung. Als sich Deutschland 1966 im Wembley ein Tor einfing, das vermutlich keines war, gaben sich die deutschen Kicker nobel. Sie wollten 20 Jahre nach dem Krieg keine schlechten Verlierer sein. Jedem Vereinsboss plagt aber der Alptraum, eines Tages ein wichtiges und millionenschweres Spiel durch so eine Fehlentscheidung zu verlieren. Sollte ein Linienrichter einem Verein Millionen kosten dürfen? Natürlich nicht, daher hat der moderne Fußball solche Zufälle durch menschliches Versagen ausgedünnt.

Der ganze Sport lebte aber von Diskussionen über solche Fehlentscheidungen und Zufälle. Über 1986 sprechen Fans noch heute. Werden im Jahr 2054 Anhänger dieses Nachfolgespiels des Fußballs noch auf 2026 blicken und sich an etwas erinnern können, was sich von Einheitsbrei dieses modifizierten Spiels abhob? Diese aktuelle Weltmeisterschaft geht in die Hose, weil es keinen Fußball mehr zeigt, sondern eine Kirmes muskulöser Waden und stylischer Trikots, bei der es keine neuen taktischen Innovationen mehr auf dem Platz geben kann. Der Fußball von früher war auch ein Spiel mit dem Geld. Das war dieser Sport schon immer. Aber auf dem Feld lag dennoch Variation, Überraschung und das Unorthodoxe. Fußball konnte eine Wundertüte sein. Heute ist das, was aus dem Fußball wurde, ein Verhütungsmittel.

Hermann Stuhlfauth

Hermann Stuhlfauth war jahrelang Bundesliga-Manager. Dann stürzte sein Anstoss-3-Spielstand ab. Sport ist nur gut, wenn man zuschaut. Fußball ist belanglos. Aber oft sind unwichtige Themen die wichtigsten.
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17 Kommentare

  1. Fussball ist Kommerz, schon seit langem.
    Die Leute werden sich dran gewöhnen, wie bei allem vorher.
    Ich hab immer gern Fussball gespielt aber nie gern im Fernsehen geguckt.

  2. Mit einigem Mitgefühl lese ich das jähe Erwachen von Herrn Stuhlfauth, der die immanente Wahrheit, die dem Fußball seit der Bildung von vorselektierten Teams innewohnt, seitdem es Länder- & Nationalteams gibt, erkannt hat. Selbst zu spielen ist Sport, sobald eine Eintrittskarte gekauft wird (dazu gehört TV), ist es Show.
    Die Show verschiebt sich immer weiter vom „mit Zufall ausgestattetem Entertainment“ zur wirtschaftlichen und natürlich politischen (Selbst-) Inszenierung. Das ist nicht überraschend oder neu und für alle, die mal ein „großes Sportereignis“ intensiv mit Auge und Geist verfolgt haben, nicht weiter erwähnenswert.
    Dennoch ist es nicht schön, mitanzusehen, wie jemandem etwas, das als besonderes, höheres, gar heiliges Ereignis umarmt wurde, genommen wird. Allerdigs würde ich mit einem Augenzwinkern wetten, dass Hermann Stuhlfauth auch zukünftig »Verhütungsmittel« nehmen wird.

  3. Als die USA die letzte WM ausrichteten fragten sie allen Ernstes an, ob man statt zwei Halbzeiten nicht drei Drittel spielen könnte, um nehr Werbung schalten zu können. Damals lachte man sie dafür sus. Jetzt werden sogar Viertel gespielt….

  4. Jetzt wird der seichte Overton-Empörungsboulevard auch schon auf Fussball ausgeweitet. Oh je. Früher war alles besser, auch dem unfairen Zeitspiel von damals (Ball zurück zum Torhüter in die Hände, Auswurf, wieder zurück in die Handschuhe) wird gehuldigt. Und nur schon im 4. Satz eine falsche Aussage (zwei Trinkpausen pro Halbzeit). Da heult der Schreibende auf sehr tiefen Niveau rum. Nun gut, die ewigen Fussballromantiker haben’s halt schwer heutzutage. und ganz ernst ist es ja nicht gemeint. Trotzdem viel Erfolg der deutschen Mannschaft.

    Und Fussball ist sowieso ein Rumheulsport. Gibt’s den VAR heulen die Romantiker, gibt’s den VAR nicht heulen alle anderen rum, aber natürlich nur, wenn es zum Nachteil des eigenen Teams ist. Sonst ist der VAR dann plötzlich doch ok.

    Jegliche Kritik an der Überkommerzialisierung der FIFA sind mehr als berechtigt, die Preise eine Sauerei und die Heuchelei sowieso.

    1. Werter Herr Gamser, was bitte ist daran „seicht“?

      Diesen „seichten Empörungsboulevard“ den Fußball und viele andere Themen betreffend wünsche ich mir von ARD, BILD, RTL, FAZ, SZ, WELT, ZDF und den anderen Mainstream-Propaganda-Medien. Dort bekomme ich

      keine Gesellschaftskritik,
      keine Kritik an der asozialen Politik der Regierung,
      keine Kritik an Kriegstreibern,
      keine Kritik an der obszönen Schere zwischen Arm und „Superreich“,
      keine Kritik an Steueroasen,
      keine Kritik am Sozial(staats)abbau,
      keine Kritik an Politikern, die Geringverdiener gegen Arbeitslose aufhetzen, weil die Mainstream-Propaganda-Medien das selbst machen, und
      keine Kritik an korrupten Politikern, die sich die Taschen auf Kosten der Allgemeinheit vollstopfen, aber von den Normalverdienern fordern, den Gürtel enger zu schnallen.

      Früher war nicht alles besser. Wer behauptet denn so was? Wenn man in der Geschichte der Menschheit ganz weit zurückgeht, dann haben die Gladiatoren früher in der Arena zur Bespaßung des Volkes nicht mit dem Ball aka „rundes Leder“, sondern mit dem scharfen Schwert, der spitzen Lanze oder dem spitzen Speer bis zum Tode gekämpft bzw. kämpfen müssen. Sogar bei den Ritterspielen im Mittelalter kam es manchmal zu tödlichen Zwischenfällen. Das will doch heute, von ein paar rechten Extremisten abgesehen, fast niemand mehr.

      Der Umkehrschluss gilt allerdings auch nicht. Nicht alles, was heute als modern, als „woke“, als „Reform“, als Neugestaltung und als Fortschritt verkauft wird, ist auch ein Fortschritt für alle Menschen. Manche Politiker, Wähler, Bürger usw. schreiten mit ihren Designer-Schuhen für 1.290 Euro drei Schritte vorwärts, aber intellektuell, kulturell, sozial und demokratisch zwei Schritte zurück.

      Oder sehen Sie das anders?

      1. „keine Gesellschaftskritik,
        keine Kritik an der asozialen Politik der Regierung,
        keine Kritik an Kriegstreibern,
        keine Kritik an der obszönen Schere zwischen Arm und „Superreich“,
        keine Kritik an Steueroasen,
        keine Kritik am Sozial(staats)abbau,
        keine Kritik an Politikern, die Geringverdiener gegen Arbeitslose aufhetzen, …“

        Respekt… Sie verfügen offenbar exklusiv über einen Zugang für Auserwählte, die exakt mit den von Ihnen gewünschten Themen „beglückt“ werden?
        Der Rest schaut und schaut, und schaut in die seichte Röhre.

        Übrigens:
        „Gladiatoren …mit dem scharfen Schwert, der spitzen Lanze oder dem spitzen Speer bis zum Tode gekämpft bzw. kämpfen müssen. Sogar bei den Ritterspielen im Mittelalter kam es manchmal zu tödlichen Zwischenfällen.“
        Man sollte dabei nicht vergessen, dass es Brot für die Zuschauer UND Spiele zur „Unterhaltung “ gab, bei denen aber keine obszönen Einkünfte für „Spielendinnen“ und Rest generiert wurden. Die ausgehungerten Löwen und fußlahmen Christen hatten sicher auch weniger Spaß.

        Und Ritterspiele – der frühe Vorgänger von Polo – waren weder Show für den Pöbel, noch geeignet zum monetären Zugewinn, sondern Selbstdarstellung zum Zwecke der Erhöhung innerhalb der eigenen Kaste.
        Kollateralschäden sind dabei eingepreist.

        „Das will doch heute… fast niemand mehr.“
        Dafür sollte man nicht leichtfertig sein Hand ins Feuer legen!
        Seit Menschengedenken ist es ein erprobtes öffentliches Vergnügen, ANDERE leiden zu sehen.
        Ob beim Opfern, Verbrennen von Hexen, öffentlichen Hinrichtungen, Denunziationen oder die (noch) verbalen Aussetzer auf Blinddärme etc.
        Bei entsprechender Vorbereitung und Vermarktung lassen sich definitiv viele Liebhaber des öffentlichen Spektakels finden – garantiert!

  5. Die totale Kommerzialisierung eben. Wie immer im Kapitalismus. Kann man das beim Public Viewing zur Sprache bringen? Besser nicht.
    Das einzige Mittel, das man hat, ist anarchistische Unterminierung. Etwa, indem man sich erkundigt, um was für eine Sportart es sich handelt. Fußball? Ach! Danke.
    Oder über den Nagelsmann schimpf, welcher noch kein einziges Tor geschossen hat.

    Sowas. Das muss genügen.

  6. Ja genau: Haltung zeigen – und dabei im eigenen Frust absaufen… So ändert ihr die Welt! Und keinen interressiert’s. Dieses Problem wurde selbst im Mainstream zur Genüge thematisiert.

    1. „Haltung“ ist das Wichtigste außerhalb des Lebens selbst.
      Denn nur die „Haltung“ hält das Gewissen rein und verleiht dem Tag Struktur die der Mensch braucht.
      Wenn wir mehr Haltung in unserem Dasein hätten, wäre es nie soweit gekommen.

      1. Kommt auf die Haltung an; auf jene, welche uns von den Medien täglich mit Nachdruck eingebläut werden soll, kann ich verzichten.

  7. Wirklich Fußballfans interessieren sich für den eigenen Verein, die WM geht ihnen am A. vorbei. Mein Verein spielt in der 3 österreichischen Liga, oft vor 3000 bis 4000 ZuseherInnen. Ohne Videobeweis und Trinkpausen. Die Stimmung ist toll, auch wenn man fast eine viertel Stunde ums Bier angestellt ist. Wiener-Sportclub heißt der Verein. Pflicht bei jedem Wienbesuch! Und Karten bekommt man vor dem Spiel am Schalter, Stehplatz um 12 Euro.

  8. Mein Essay von 2012

    Ich bin der Meinung, dass diese Fußball verrückten, die es seit Dekaden durch die breite Masse jeglicher Couleur der Bevölkerung zieht, einer Art Massengehirnerweichung unterliegen.
    Hier geht es um eine Form der “Solidarisierung mit dem Deutschen Volk”, die mit der Realität leider nichts mehr zu tun hat.
    Fußball ist genau wie im richtigen Leben kein fairer Sport, gespielt von über bezahlten aber eher unterbelichteten Spielern, die sich benehmen als wären sie Nutten auf dem Laufsteg.
    Die völlig korrupte FIFA, die Trainer, Manager und sonstigen Sponsoren, erfüllen alles andere als eine Vorbildfunktion in dieser Gesellschaft.
    Es vergeht kaum ein Tag da Fußball, das Zugpferd im Sport des kapitalistischen Betriebs nicht ohne Skandale, wie Schlägereien, Spielabsprachen, Wettbetrug, Bestechung, Doping oder wenigstens einer Beleidigung des guten Geschmacks von sich reden macht.
    Um dann solchen Leuten auch noch ein Bundesverdienstkreuz zu verpassen. (Sepp Blatter). Auch ein Herr Hoeneß ist eben kein Vorbild in unserer neoliberalistischen Gesellschaft, war aber auch nicht wirklich anders zu erwarten.
    Mit dem Produkt, hier Fußball, werden Ersatz-Lebenswelten verkauft (Träume), die der Konsument in einer Wirklichkeit, in der nur noch Produkte und ihre Verheißungen leben, umso selbstverständlicher als seine eigene Welt adaptiert.
    Ich schrieb in einem anderen Portal einmal: “5000″ Leute waren bei Occupy, aber „Hunderttausende“ von Leuten rennen gleichzeitig in die „Allianzarenen”. Das sollte euch zu denken geben….

    Panem et circenses.

  9. Dieser ganze kommerzielle Dreck der sportlichen Tüchtigkeit und ihre Fördere, gehören in die Tonne getreten
    Da dieser „Sport“ und jegliche anderen Sportarten komplett unterwandert sind.
    Sport oder Gesundheitsfördernde Massnahmen sind wichtig, aber alle diese täglichen Ivents, sind komplett ausser Rand und Band.
    Vor ein paar Jahren lebte ich auf Bali, sah, zwischen 0400-0600 jeden Morgen eine kleine Gruppe von älteren Damen und Herren, die ihre chinesischen Traditionen praktizierten und ich meine durchgeführt hatte.
    Der Mensch ist heut zutage mit zu viel ‚Müll‘ konfrontiert, anstatt sich auf seines zu besessen.
    Je mehr WIR uns besinnen als Menschen, desto mehr Menschlichkeit werden wir. erfahren.
    Und das ganz ohne Politik der Grausamkeiten….

  10. Musste letztens in der Bar nebenan eine WM-Übertragung erdulden. Das war sofort klar, dass die „Hydrierungspausen“ schlicht für Unterbrecherwerbung da waren. Ansonsten völlig langweilig, ein ständig wiederholtes drehendes güldenes „FIFA“ im Bild bei ¨Ruckblenden eine ständige Erinnerung daran wie tief die FIFA in Trumps Hintern steckt. Diese Bar besuch ich so schnell nicht wieder.

  11. Fussball, immer diese Randsportarten! 😉
    Vor 20 Jahren hab ich das auch noch gerne geschaut. Und was haben wir gespielt … auf dem Platz und an der Konsole.
    Aber da gab es wenigstens noch Charaktere.
    Ja, das waren noch Zeiten … *träum*
    Heute sehen alle Fussballer gleich aus, bis auf die Frisur vielleicht und reden auch den gleichen weichgespülten Unsinn.
    Ich für meinen Teil habe jedenfalls die Lust auf Bundesliga, EM, WM und Ähnliches verloren.
    Kein Interesse zu sehen wie sich 22 Millionäre um einen Ball streiten.
    Aber das gilt selbstverständlich nur für mich. 😉

  12. Ich kann hier praktisch allen Kommentaren im Großen und Ganzen zustimmen.
    Da hat jeder ein paar brauchbare Aspekte beigetragen, auch Monsieur TM 1974.

    Aber im Grunde genommen ist es doch ganz einfach: Alles was der Kapitalismus maximal infiziert hat und dann auch noch national ausgebauscht wird, wie so eine WM, verliert jedwede Schönheit und echte Freude, die es ganz früher vielleicht einmal hatte.

    Zu der Werbung habe ich noch eine ganz einfache Fantasie: Man stelle sich einfach nur mal vor, man würde Werbung komplett verbieten, nur diese eine Maßnahme…. Das würde die Welt schon auf eine kaum verstellbare Weise zum Positiven verändern.

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