
Neues vom Europäischen Gesundheitsdatenraum.
Es ist still geworden um die elektronische Patientenakte (ePA), obwohl deren entscheidende Phase jetzt beginnt. Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2024 informieren nämlich alle Krankenkassen ihre Versicherten über diese elektronische Patientenakte. An dem gigantischen Datensammelprojekt wurde seit 2003 gearbeitet, also mehr als zwanzig Jahre. Sieben Gesundheitsminister waren und sind damit befasst, zwei von der FDP, zwei von der SPD und drei von der CDU.
Ideologisch verbremst
Die letzten fünf Jahre, von 2019 bis 2024, hat Professor Ulrich Kelber (57) als Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit den Prozess der Fertigstellung und Veröffentlichung der ePA begleitet. Kurz bevor er von seiner eigenen Partei, der SPD, fallengelassen wurde und von der neuen Bundesregierung wegen seiner vielen kritischen Anmerkungen – nicht nur zu diesem Projekt – entlassen wurde, hat er dem Ärztlichen Nachrichtendienst noch ein Interview gegeben. Darin beschreibt er, welchen Attacken er ausgesetzt war, als er auf datenschutzrechtlichen Minimalstandards beharrte. Die fehlenden Daten wegen übertriebenem Datenschutz machte man für den Tod von Hunderttausenden verantwortlich. Für diese griffige Propaganda blieb man bis heute aber jeden Beweis schuldig. Und alle anderen Länder in Europa würden mit dem Datenschutz viel pragmatischer umgehen als die ideologisch verbremsten und ängstlichen Deutschen. Wenn Kelber sich aber mit Amtskollegen traf, musste er feststellen, dass sie in anderen Ländern mit genau dem gleichen Satz unter Druck gesetzt wurden. Als die elektronische Patientenakte mit der Widerspruchslösung verknüpft wurde, äußerte Kelber Bedenken, dass das zu Misstrauen bei den Versicherten führen könnte. Er hielt die ePA zwar für enorm wichtig, kritisierte aber die mangelnden Steuerungsmöglichkeiten der Patienten bei Zugriffen. Und er prangerte die nachträgliche Entfernung von Sicherheitsmaßnahmen bei der individuellen Verschlüsselung an.
Aus ärztlicher Sicht kommt zu all diesen schwerwiegenden Bedenken noch dazu, dass die Patientendaten nicht mehr da gelagert sein werden, wo sie entstanden sind, also in den Arztpraxen, sondern auf zentralen Servern. In einer Arztpraxis sind Daten vor Zugriffen geschützt. Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Zentrale Server kennen aber keine Schweigepflicht.
Bestmögliche Bezahlung, nicht bestmögliche Medizin
Ganz außerhalb unserer Kontrolle ist die Weitergabe aller Daten an den „Europäischen Gesundheitsdatenraum. Mit diesen Millionen und Abermillionen Daten soll die Wissenschaft arbeiten, um unser aller Gesundheit zu verbessern. Was sind das für Daten, die in diesem Gesundheitsdatenraum landen? Daten aus Arztpraxen spiegeln weniger den tatsächlichen Gesundheitszustand als die tatsächliche Ausschöpfung aller Tricks im Umgang mit den Gebührenordnungen wider, bei denen man mit kleinen Veränderungen große Veränderungen des Einkommens generieren kann. Daten aus Krankenhäusern lassen auch ausreichende Evidenz vermissen, solange sie mit den Diagnosis Related Groups an die Vergütung geknüpft sind. Sie spiegeln nur die bestmögliche Bezahlung, nicht aber die bestmögliche Medizin wider. Ob die Sammlung solch großer Datenmengen wirklich dazu geeignet ist, etwas am Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern, darf bezweifelt werden.
Wenn man also davon ausgehen kann, dass es bei der elektronischen Patientenakte weniger um Gesundheit geht als um Daten, Daten, Daten, auf die die Versicherungskonzerne, die gesetzlichen und privaten Krankenkassen und Pharmafirmen Zugriff haben wollen, dann ist die Entlassung von Ulrich Kelber nur folgerichtig. Ein Störfaktor weniger! Vorgestern ist dann auch noch Susanne Ozegowski (41) in den „einstweiligen Ruhestand“ entlassen worden. Sie war als Abteilungsleiterin seit April 2022 für „Digitalisierung und Innovation“ im Bundesgesundheitsministerium als Digitalexpertin für die Einführung des E-Rezepts und der elektronischen Patientenakte verantwortlich. Noch Anfang des Jahres wurde sie von der Universität Dresden als „Digitalaffine Managerin des Jahres“ ausgezeichnet. Man darf gespannt sein, wessen Interessen sie geopfert werden musste.
Dieser Artikel erschien erstmals in der Frankfurter Rundschau.




Es geht um die Wallet:
Übersicht:
https://commission.europa.eu/topics/digital-economy-and-society/european-digital-identity_en
Detail 1: CO2
https://www.digitale-technologien.de/DT/Redaktion/EN/Standardartikel/Schaufenster%20Sichere%20Digitale%20Identit%C3%A4ten/Schaufensterprojekte/sdi-projekt_idunion.html
| eIDAS 2.0 also explicitly provides for an EUDI-Wallet and person
| identification data (PID) for legal entities. This creates the basis for
| identity management for collaboration in supply chains to enable use
| cases for the automated exchange of CO2 equivalents and product passport
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
| data in the form of attribute attestations. In cross-border use cases,
| these and other environmental and social governance (ESG) certificates
| can also be verified by customs and tax authorities. The IDunion
| community has been working intensively on this topic since 2020. A use
| case for the exchange of C02 equivalents based on the IDunion SCE
| network is in productive use. By participating in the large-scale pilot
| project „European Wallet Consortium (EWC)“, this experience is actively
| incorporated into European activities, the ARF Expert Group and the
| eIDAS regulations.
Detail 2: ePA
https://health.ec.europa.eu/publications/eprescription-eidas-integrated-vision_en
| ePrescription & eIDAS integrated vision
|
| One of the enablers for realising the goal of enabling people to
| access, share and control their electronic health data would be use of
| the EU Digital Identity Wallet. It could become a key element in not
| just accessing but also sharing health data in a citizen-controlled
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
| manner. To this end, health is defined as one of the priority use cases
| for the EUDI Wallet enabling people to easily access – and potentially
| securely store – a number of health-related documents (patient
| summaries, ePrescriptions, vaccination card, laboratory results etc.).
| People would also be able to decide when, with whom, and for which
| purpose they share their health data.
Implementiert wird biometrische Identifikation, von Anfang an:
https://eudi.dev/latest/annexes/annex-5/annex-5.02-design-guide-data-sharing-scenarios/
| Biometrics (fingerprint) Fast and convenient authentication method
|
| Biometrics (face scan) Fast unlocking method It doesn’t require
| memorizing codes and passwords
Wem Interessieren denn die ganzen Patienten Daten ?
Behandelnden Medizinern, Medikamenten Herstellern, Finanzwirtschaft, und neuerdings Politik …
Und das mit Wallet, ein wirklicher Sicherheitsvorfall und allen geht es dann wie Sparkassenkunden bei Apple Pay letztes Jahr o)))
Nur Arzt und Patienten sollten hier in Mitspracherecht habe, zumindest in Demokratien ..
„Sieben Gesundheitsminister waren und sind damit befasst, zwei von der FDP, zwei von der SPD und drei von der CDU.“
.. alles wird gut … o)))
Deutschland 2026
Wir haben zwar kein Krankenhaus mehr, das Hitler und auch DDR überlebt hat, aber dafür jeden Tag mal Jagdbomber am Himmel … o(
Welches Krankenhaus hat denn die DDR überlebt oder gab es dort keine?
Ich aber kenne doch einige, und wir haben dort sogar Hilfe erlebt. Muß dann wohl eine Ausnahme gewesen sein.