Warum Institutionen moralischen Aktivismus nicht nur dulden, sondern brauchen

DEI-Schlagworte
Quinn Dombrowski from Berkeley, USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Über die Nachfrageseite der Diskursasymmetrie.

„Wer die Begriffe kontrolliert, kontrolliert den Diskurs. Wer den Diskurs kontrolliert, muss nie mehr argumentieren.“

I. Das Paradox der institutionellen Nachgiebigkeit

Die Analyse aktivistischer Diskursstrategien ist mittlerweile gut dokumentiert: moralische Setzung statt argumentativer Aushandlung, Immunisierung gegen Falsifikation, Sanktionierung von Abweichung. Was dabei systematisch unterbelichtet bleibt, ist die Nachfrageseite. Denn kein asymmetrischer Diskurs funktioniert ohne institutionelle Abnehmer. Die Frage ist nicht, warum Aktivismus so operiert – das ist strategisch rational. Die Frage ist: Warum lassen sich Institutionen darauf ein?

Die Standarderklärung – Feigheit, Zeitgeist, politische Korrektheit – ist deskriptiv schwach. Sie beschreibt Symptome, keine Mechanismen. Was wir brauchen, ist eine Strukturanalyse der Anreize, die institutionelle Nachgiebigkeit nicht nur ermöglichen, sondern rational machen.

II. Reputationsökonomisches Kalkül: Die Asymmetrie der Kosten

Institutionen operieren heute in einem Umfeld, in dem reputationelle Schäden asymmetrisch verteilt sind. Ein öffentlicher Vorwurf der Diskriminierung kostet mehr als sämtliche internen Reibungsverluste durch Compliance. Das ist kein moralisches Urteil der Entscheider, sondern schlichtes Risikomanagement.

Die entscheidende Asymmetrie: Die Kosten des Widerstands sind sichtbar, unmittelbar und personalisierbar – der CEO, der Klinikleiter, der Dekan wird namentlich attackiert. Die Kosten der Nachgiebigkeit sind diffus, langfristig und kollektiv: sinkende Diskursqualität, Selbstzensur, Kompetenzverdrängung. Kein Quartalsberichtssystem bildet das ab. Kein KPI misst institutionelle Integrität.

Die Folge ist ein System, in dem rationale Akteure systematisch den Weg des geringsten Widerstands wählen – nicht aus Überzeugung, sondern aus Kalkül.

III. Compliance als Versicherungsprodukt

DEI-Abteilungen, Gender-Beauftragte, Diversity-Trainings – sie sind strukturell betrachtet keine Emanzipationsinstrumente, sondern Versicherungspolicen. Sie schützen die Institution nicht vor Diskriminierung, sondern vor dem Vorwurf der Diskriminierung. Der Unterschied ist entscheidend.

Das Ziel ist nicht Gerechtigkeit, sondern Haftungsminimierung. Sobald man das versteht, erklärt sich auch, warum diese Strukturen wachsen, obwohl messbare Ergebnisse ausbleiben: Ihr Erfolg wird nicht an Outcomes gemessen, sondern an Prozessexistenz. Die Versicherung zahlt sich aus, solange sie existiert – nicht solange sie wirkt.

Das erzeugt eine Wachstumslogik ohne natürliche Begrenzung. Jede neue Kategorie sozialer Verletzlichkeit generiert neue Compliance-Anforderungen, neue Stellen, neue Budgets. Die Institution, die diese Expansion stoppt, übernimmt ein Risiko, das keine Controlling-Abteilung beziffern kann.

IV. Das Collective-Action-Problem der Gegenrede

Wer innerhalb einer Institution dem aktivistischen Diskurs widerspricht, übernimmt persönliches Risiko ohne institutionellen Schutz. Das Ergebnis ist ein klassisches Collective-Action-Problem: Jeder Einzelne hätte ein Interesse an offener Debatte, aber niemand hat einen Anreiz, den ersten Schritt zu machen.

Die Kosten des Widerspruchs sind individualisiert, der Nutzen sozialisiert. In spieltheoretischer Terminologie: Schweigen ist die dominante Strategie. Das erklärt, warum große Mehrheiten bestimmte Diskursentwicklungen privat ablehnen, aber öffentlich mittragen – und warum Umfragen regelmäßig eine dramatische Diskrepanz zwischen öffentlicher Meinung und öffentlich geäußerter Meinung zeigen.

V. Plattformlogik als Signalverstärker

Soziale Medien selektieren nicht nach argumentativer Qualität, sondern nach emotionaler Intensität. Moralische Empörung hat den höchsten viralen Koeffizienten. Das bedeutet: Die radikalste Stimme einer Bewegung wird zur sichtbarsten – und institutionelle Entscheider reagieren auf Sichtbarkeit, nicht auf Repräsentativität.

Es entsteht eine Feedback-Schleife: Aktivismus liefert das Signal, Algorithmen verstärken es, Institutionen reagieren auf das verstärkte Signal, und die Reaktion validiert die Strategie. Die Plattform erzeugt ein systematisch verzerrtes Bild der öffentlichen Meinung, auf das Institutionen mit unverhältnismäßiger Anpassung reagieren.

Studien zeigen konsistent, dass eine kleine Minderheit – oft unter fünf Prozent der Nutzer – den Großteil des politischen Diskurses auf Plattformen generiert. Institutionelle Entscheidungen, die auf dieses Signal reagieren, verwechseln algorithmische Prominenz mit demokratischer Repräsentanz.

VI. Moralische Arbitrage: Der tiefere Mechanismus

Was hier geschieht, lässt sich als eine Form von Arbitrage beschreiben – allerdings nicht finanziell, sondern moralisch. Aktivistische Akteure nutzen die Differenz zwischen dem moralischen Anspruch einer Institution und ihrer tatsächlichen Praxis. Diese Lücke existiert immer, weil kein System seinem eigenen Ideal vollständig entspricht.

Die Arbitrage besteht darin, diese unvermeidliche Lücke als Schuld zu rahmen und Compliance als Absolution anzubieten. Solange die Institution an ihrem eigenen moralischen Selbstbild festhält, ist sie erpressbar – nicht durch Drohung, sondern durch Beschämung. Der Mechanismus ist elegant: Er nutzt die Tugend der Institution als Hebel gegen sie selbst.

VII. Leistungsprinzip versus Zuschreibungsprinzip: Der eigentliche Bruch

Wenn hier von „leistungsloser Macht“ gesprochen wird, ist weder fehlende Arbeit noch mangelndes Engagement gemeint. Gemeint ist ein Bruch mit dem modernen Legitimationsprinzip, nach dem Autorität, Einfluss und institutioneller Zugriff aus individueller Leistung, Kompetenz oder überprüfbarer Erfahrung hervorgehen. An ihre Stelle tritt die bloße Zugehörigkeit zu moralisch kodierten Gruppen. Diese Zugehörigkeit ist naturgegeben, nicht erworben – und entzieht sich damit jeder Leistungs- und Wahrheitsprüfung.

Die Verschiebung ist präzise benennbar: Im klassischen Leistungsmodell folgt auf den Anspruch die Begründung, auf die Begründung die Prüfung. Im identitären Paradigma folgt auf die Zuschreibung der Anspruch, auf den Anspruch die Immunisierung. Man muss nicht zeigen, dass man unterdrückt wurde. Es reicht, einer Kategorie anzugehören, der Unterdrückung zugeschrieben wird. Das ist der eigentliche Paradigmenwechsel – nicht eine Akzentverschiebung innerhalb bestehender Logik, sondern deren Ersetzung.

Opferstatus wird damit zu einer nicht überprüfbaren Ressource: nicht messbar, nicht widerlegbar, nicht individuell falsifizierbar. Wer widerspricht, bestätigt ihn – als „sekundäre Viktimisierung“. Diskurstechnisch ist das eine Einbahnstraße. Man kann sich als Opfer definieren, ohne je individuelles Leid erfahren zu haben, und daraus institutionelle Ansprüche ableiten. Das macht das Modell nicht nur politisch wirksam, sondern strukturell äußerst attraktiv: Es bietet Macht ohne die Kosten, die Macht gewöhnlich voraussetzt.

Der Kontrast zu professionellen Leistungsbiografien ist nicht biografisch, sondern systematisch relevant. Wer in der Medizin, im Ingenieurwesen, in den Naturwissenschaften Autorität beansprucht, durchläuft Ausbildung, Selektion, Prüfung; er trägt Verantwortung, haftet für Fehler, wird an realen Konsequenzen gemessen. Wer im identitären Paradigma Autorität beansprucht, leitet sie aus Gruppenzugehörigkeit ab, stützt sie auf Narrativ statt Evidenz, und ist gegen Falsifikation immunisiert. Das ist keine Neiddebatte, sondern eine Asymmetrie der Validierungsmechanismen.

Genau deshalb artikulieren Kritiker wie Thomas Sowell, John McWhorter und Glenn Loury ihren Widerstand mit solcher Schärfe: Sie kommen aus einem leistungsbasierten, kompetitiven akademischen System und sehen, wie es durch Statuszuschreibung unterlaufen wird. Ihre Empörung ist nicht konservativ im parteipolitischen Sinne, sondern akademisch im epistemologischen Sinne – sie verteidigen nicht Privilegien, sondern Validierungsstandards.

Dieser Mechanismus korrodiert den Wissenschaftsbetrieb an seiner empfindlichsten Stelle. Wissenschaft lebt von Falsifizierbarkeit, methodischer Härte und der strikten Trennung von Person und Argument. Der identitäre Aktivismus kehrt jedes dieser Prinzipien um: Die Person legitimiert das Argument, Kritik gilt als Übergriff, Methode wird sekundär. Das Ergebnis sind inflationäre Titel, schwache Arbeiten und aggressive Immunisierung gegen jede Form akademischer Qualitätskontrolle.

Der Widerstand leistungsbasierter Professionen gegen diese Entwicklung ist kein Versuch des Machterhalts, sondern eine Verteidigung der Bedingungen, unter denen moderne Gesellschaften überhaupt funktionieren: überprüfbares Wissen, belastbare Standards und die Bereitschaft, sich von der Realität korrigieren zu lassen.

VIII. Der Realitätstest: Wenn Diskurs auf Biologie trifft

Die veränderte Kostenstruktur zeigt sich am deutlichsten dort, wo postmoderne Wissensrelativierung auf biologische Realität trifft. Zwei Beispiele aus dem medizinischen Alltag illustrieren den Kipppunkt.

Geburtshilfe: Eine wachsende Zahl von Frauen lehnt moderne geburtshilfliche Medizin ab und besteht auf Hausgeburten ohne adäquate Überwachung. Die Argumentation folgt exakt dem Muster asymmetrischer Diskurse: subjektives Empfinden ersetzt evidenzbasierte Risikoabwägung, „natürlich“ wird zur moralischen Kategorie, ärztliche Expertise wird als patriarchale Kontrolle gerahmt. Die, zum Teil fatalen, Konsequenzen – neonatale Asphyxie, mütterliche Hämorrhagien, vermeidbare Todesfälle – sind leider nicht auf Diskursphänomene beschränkt.

Impfskepsis: Das „meine Wahrheit ist genauso gültig“ Paradigma, auf den medizinischen Bereich übertragen, produziert Masernenzephalitis bei Kindern, deren Eltern sich gegen „schulmedizinische Bevormundung“ wehren. Pathophysiologie kennt keine, bzw. schert sich nicht um, Deutungshoheit.

Beide Fälle zeigen denselben Mechanismus: Die diskursive Strategie funktioniert, solange die Konsequenzen abstrakt bleiben. Sobald die biologische Realität einbricht, verschiebt sich die Kostenstruktur fundamental – und die Asymmetrie des Diskurses wird sichtbar als das, was sie ist: eine Machttechnik, die auf der Externalisierung von Risiken beruht.

XI. Institutionelle Immunisierung: Der zweite Hebel

Neben der sich verändernden Kostenstruktur gibt es einen zweiten, analytisch anspruchsvolleren Hebel: die systematische Immunisierung von Institutionen gegen verzerrte Diskurssignale.

Das Grundproblem ist, dass Institutionen auf Signale reagieren, als wären sie repräsentativ, obwohl sie algorithmisch verzerrt sind. Ein Twitter-Sturm mit zehntausend Accounts wird behandelt wie eine gesellschaftliche Bewegung. Institutionelle Immunisierung würde bedeuten, dass Entscheidungsträger systematisch lernen, zwischen drei Kategorien zu unterscheiden: genuine Kritik mit substanziellem Kern, algorithmisch verstärktes Rauschen ohne reale Basis, und strategische Kampagnen mit kalkulierter Eskalationslogik.

Das klingt trivial, ist aber organisational extrem schwer umzusetzen, weil es erfordert, in Echtzeit unter Druck analytisch statt reaktiv zu handeln – genau das Gegenteil dessen, wofür Krisenkommunikation heute trainiert wird. Dort heißt es: schnell reagieren, Empathie zeigen, Maßnahmen ankündigen. Das ist die perfekte Unterwerfungsstrategie gegenüber asymmetrischem Diskurs.

Der realistischere Weg wäre eine Art institutionelles Immunsystem: unabhängige Bewertung von Diskursereignissen vor Reaktion, explizite Trennung von Kommunikationsabteilung und strategischer Entscheidung, und vor allem eine Organisationskultur, die kurzfristige Reputationskosten als investierbaren Preis für langfristige Glaubwürdigkeit begreift.

Das Problem bleibt: Genau diese Kultur wird durch die bestehende Anreizstruktur selektiv bestraft. Wer standhält, trägt die Kosten allein. Wer nachgibt, teilt sie mit dem System.

X. Stabilität und Bruchlinien

Das System ist stabil, weil es auf beiden Seiten rationales Verhalten produziert. Die aktivistische Seite maximiert Einfluss bei minimalen Kosten, die institutionelle Seite minimiert Reputationsrisiken bei kalkulierbaren Kosten. Niemand muss böswillig sein – das Gleichgewicht entsteht aus strukturellen Anreizen.

Um es zu durchbrechen, bräuchte es entweder eine Veränderung der Kostenstruktur – wenn Compliance teurer wird als Widerstand – oder eine Veränderung der Signalverarbeitung – wenn Institutionen lernen, virales Rauschen von repräsentativer Kritik zu unterscheiden. Das erste geschieht bereits: der DEI-Backlash in den USA, die wachsende Skepsis bei Unternehmensvorständen, die medizinischen Realitätstests in Geburtshilfe und Impfprävention.

Ob daraus eine Rekalibrierung oder ein bloßer Pendelschlag wird, hängt davon ab, ob die Korrektur auf der Ebene der Anreizstrukturen ansetzt oder nur auf der Ebene der Rhetorik. Ein Diskurs, der Asymmetrie durch Gegenasymmetrie ersetzt, hat nichts gewonnen. Die eigentliche Aufgabe ist die Wiederherstellung symmetrischer Bedingungen: Jede Position muss argumentieren. Jede Behauptung muss falsifizierbar sein. Kein Status immunisiert gegen Kritik.

Das ist keine konservative Forderung. Es ist die Minimalbedingung demokratischer Rationalität.

Julian Kairos

Dr. Julian Kairos ist Arzt und Gesundheitsökonom mit klinischer und akademischer Erfahrung in der Hochschulmedizin. Er schreibt über Diskursasymmetrien, epistemische Standards und die Wechselwirkung zwischen institutionellen Anreizsystemen und technologischen Wissenssystemen. Seine Analysen stehen in der Tradition universalistischer Aufklärung und verantwortungsethischer Wissenschaftskritik. Er publiziert unter Pseudonym, um die Argumente von der Person zu trennen – ein Prinzip, das seine Texte einfordern und das er auf sich selbst anwendet.
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14 Kommentare

  1. Davon abgesehen, dass ich den ganzen Artikel leicht abgehoben und teilweise unverständlich fand, wurde ich endgültig stutzig, als ich zu diesem Abschnitt kam:
    „Impfskepsis: Das „meine Wahrheit ist genauso gültig“ Paradigma, auf den medizinischen Bereich übertragen, produziert Masernenzephalitis bei Kindern, deren Eltern sich gegen „schulmedizinische Bevormundung“ wehren. Pathophysiologie kennt keine, bzw. schert sich nicht um, Deutungshoheit.“

    dazu aus meiner Familie: Mein Cousin ist an eimem Impfschaden gestorben. Danach wurden in meiner Familie Kinder nur noch gegen das absolut notwendigste geimpft. Mein Bruder und ich haben je 4 Impfungen erhalten und wurden beide ohne Probleme über 60 Jahre alt. Masern haben wir durchgemacht., mein Bruder war da erst 2 Jahre alt.

    Wo gibt es Daten zu dieser Masernenzephalitis in Deutschland in den letzten Jahren? Ich kenne nur Untersuchungen, die schon weit vor der Masernimpflicht eine nur ganz geringe Infektionsrate mit Masern in D zeigen.

    1. Ja, an dieser Stelle regt sich auch bei mir Widerspruch. Denn es geht nicht mehr allein um die Frage, gegen was alles geimpft werden soll, sondern mit welcher Impfstofftechnologie. Und ob die behördlichen Zulassungsverfahren wissenschaftlichen Standards, darunter sachangemessenen Studienfragen, genügen. Das hat Stefan Homburg in einem YT-Beitrag 2025 erläutert:

      Als nach der Verimpfung des Astra-Zeneca-Vakzins erste schwere Nebenwirkungen bis hin zu Todesfolge auftraten, stand erstmals die Frage im Raum: „Verursacht der Impfstoff Krankheit oder gar Tod?“ (Impfstoffsicherheit) Dagegen hatte die Pfizer-Studienfrage dazu tendiert: „Schützt der Impfstoff vor Erkrankung und Tod durch COVID-19?“ (Impfeffektivität)

      Wie sollen Eltern Impfstoffsicherheit und Impfeffektivität gewichten, wenn massive Renditeinteressen der Pharma-Industrie eine „informierte Patientenentscheidung“ untergraben und Ärzte dabei „mitspielen“?

  2. Richtig gesehen. Die Abwälzung von Verantwortung.

    Das begann so Anfang des Jahrhunderts, nach der Enron-Pleite. Enron war wegen krimineller Machenschaften des Mangements ins Schleudern gekommen. Das sollte sich nicht wiederholen und europäische Konzerne gaben sich Compliance-Regeln. Was für mich hieß, dass ich in eine Excel-Liste eintragen musste, wenn mir ein Lieferant ein Würstchen spendierte. Das war ungeheuer erfolgreich. So etwas wie Enron hat sich nie wiederholt. Weil ich mein Würstchen eingetragen habe.
    Die Ursache dort suchen, wo sie nicht ist, das meine ich. Dann ging es weiter. Vor der Mensa stand plötzlich ein Infotisch und eine bezaubernde junge Dame erklärte mir, unser Konzern habe die Diversität erfunden und es gälte jetzt, diese zu leben. Das war ich aus verschiedenen Gründen sprachlos. Natürlich gab es Diversität schon vorher, aber in einem Unternehmen war dieser Begriff bis dahin fremd. Der Autor hat recht, wenn er hier eine Abwäölzung von Verantwortung sieht. Natürlich proiduziert die kapitalistische Produktion systematisch Ungerechtigkeit. Aber man konnte sich nun zurück ziehen und auf die vorbildlich erfüllten Diversitätsziele verweisen. Was als Generalabsolution fungierte.
    Rechte Kritik zielt darauf ab, dass es dadurch zu Fehlbesetzungen kommt. Bislanf konnte man bei der Einstellung von Personal immer die Beste oder den Besten nehmen. Jetzt sind Frauen-, Migranten-, Muslim-, und Transpersonenquoten einzuhalten. Womit der nächste Streit vorbereitet wird. Denn diese Bedingungen sind nicht alle erfüllbar.
    Was tatsächlich halbwegs erreichbar ist, nennt sich Chancengleichheit. Den benachteiligten Gruppen wenigstens eine gute Ausbildung zukommen lassen. Aber auch die Chancengleichheit ist unter die Räder gekommen wegen der Diversität.

    Das war ein Holzweg.

    1. Naja da muss Ich Ihnen mal wieder teilweise wiedersprechen..

      So etwas wie Enron hat sich nie wiederholt.

      Tyco (2002)
      Freddie Mac (2003)
      AIG (2005)
      Bernie Madoff (2008)
      Theranos (2018)
      FTX(2022)
      Signa Holding (2023)

      Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.. Schauen Sie sich nur die zirkular Finanzierungen der Ki und Chipfirmen zu heutigen Zeit an..

      Zustimmen würde Ich Ihnen allerdings darin, das ihr „Brötchen eintragen“ das Problem nur verlagert hat und offenbar keine allzu wirksame Lösung des Problems (Finanz und Börsenbetrug, Korruption) im Allgemeinen darstellt. Zumal diese überbordende Bürokratie auch ein asymetrisches Mittel darstellt, denn Sie belastet kleine Betriebe und Selbständige enorm während die Konzerne immer Mittel und Wege finden um sich aus der Affäre zu ziehen..

      Mfg Makrovir

  3. Ist es der Ukrainekrieg, der Merz so abstürzen lässt? Die Lage ist unübersichtlich. Erkennbar sind die Propagandatrupps der Kriegstreiber stark dezimiert. Wo sind die Brandredden von Kiesewetter, Strack-Zimmerman, Röttgen und Hofreiter? Die spüren, dass sie sich lächerlich machen würden. Schon mal gut so.
    Eine Aussage wie die von Wagenknecht darf natürlich nicht hoffähig werden. Obwohl das nicht besonders geschickt ist. Eine eben noch nicht von einem Gericht festgestellte Schuld in einer Geschichte, die wahrscheinlich gefaked ist. Da hätte man an anderer Stelle angreifen können.
    Also was ist? Ich würde sagen, dass die Leute spüren, dass Merz der Verantwortliche für die Fortdauer des Krieges ist. Ohne ihn wäre in Alaska ein Friedensplan unterzeichnet worden. Er hat ihn sabotiert. Das ist sehr wohl als Grund für seinen Absturz zu sehen.

  4. Ich schließe mich „Kooka“ an: Bei der Impfthematik wird der blinde Fleck, des eigentlich interessanten Artikels deutlich: Er behandelt die Compliance-Problematik lediglich als Wirkmechanismus und verkennt dabei, dass dieser Mechanismus aktiv durch Machtpoilitische Akteure vorangetrieben wird. Agitprop gab es schon früher, aber die Frage, warum sie heute so wirkmächtig ist, lässt sich durch die Algorithmen der sozialen Medien allein nicht erklären. Die Bildzeitung gab es früher auch schon und dennoch haben sich die Universitäten nicht ihrer Propaganda unterworfen.

    Gleichermaßen unterstellt der Autor naiver Weise, dass „Öffenltichkeit“ politischen Handlungsdruck erzeuge. Seit Eward Snowden und Julian Assange, den RKI-Files und jetzt den Ebstein-Files ist überdeutlich geworden, dass Öffentlichkeit und öffentliche Empörung überhaupt keinen Handlungsdruck auf politische Akteure ausübt. Es ist eine reine Frage des Machtgefälles zwischen Bevölkerung und selbsternannter „Elite“. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Gelegentlich verschleiert die „Elite“ ihre direkte Einflussnahme, in dem durch finanzierten Aktivismus eine „Pseudo-Öffentlichkeit“ erzeugt wird, die dann als Grund für Canceling etc. vorgeschoben werden kann, so dass die Institutionen sich dahinter verstecken können und eine Scheinbegründung geliefert bekommen. In Wahrheit finanziert die gleiche Elite die Agitation, welche auch die Institutionen unter Druck setzt, entsprechend zu handeln. Nicht jeder Aktivismus ist offenbar gleich. Für das Klima kam Greta Thunbergs Engagement gerade recht. In Gaza war es dann unerwünscht und hatte auch gar keine Auswirkungen. Warum wohl?

  5. Ja, daß Technokraten noch immer genötigt bis gezwungen sind, politische Rücksichten zu nehmen, ist echt Scheibe für sie.

    Aber ich kenne die ultimate Abhilfe: Einfach anerkennen, daß die Bürokraten, welche die Politiker steuern, die Technokraten sind, und alle anderen sind die krähende Aktivisten – auch diejenigen, die sich auf ihre technologischen Kenntnisse und Fertigkeiten ganz furchtbar viel einbilden und zugute halten.

    Positiv denken! Dann ist alles in der Ordnung. Oder auf dem Weg dahin.

  6. Allein schon der Begriff Gesundheitsökonomie.
    Da möchte ein Ökonom über den Willen der betroffenen Menschen hinweg entscheiden was für den einzelnen gesund ist und nennt es Rationalität. Wie unterscheidet sich das vom Faschismus frag ich mich.
    Welches Krankheitsrisiko darf man dem einzeln Menschen denn noch zugestehen? Wem gehört die Gesundheit? Wer bestimmt darüber?

    Da entscheiden sich immer noch ein paar wenige Frauen aus völlig irrationalen Gründen für eine Hausgeburt obwohl das Risiko erhöht ist.
    Aber wäre es aus gesundheitsökonomisch Sicht nicht viel besser, Geburten generell zu verbieten, denn Leben an sich ist immer risikobehaftet und auch der Wunsch nach Leben ist völlig irrational.

    Wie weit darf Gesundheitsökonomie gehen?

  7. Auch wenn der Text ansonsten durchaus bedenkenswert und klug ist.. wie soll man Ärzten, die immer noch an positive Wirkungen von (pupsegal welchen) Impfungen glauben, IRGENDetwas abnehmen?? Dude, mach Deinen Job, bring Dich auf den wissenschaftlich aktuellen Stand, hilf den Menschen, so wie Du es mal Hippokrates versprochen hast, und hör herrgottnochmal auf, anderer Leute Kinder mit sog. „Impfungen“ zu vergiften!!!

  8. Worauf der Artikel überhaupt nicht eingeht ist, das der ganze DEI Kram ja vom Club der Superreichen (WEF) erdacht und gefördert wird..

    qww.weforum.org/publications/diversity-equity-and-inclusion-lighthouses-2025/

    Das läuft dann so, das man als Firma fette Kredite bekommt, wenn man deren DEI Kriterien erfüllt.. Ansonsten gibt es keine Kohle..
    Das das den Firmen im allgemeinen nicht gut tut sieht man vor allem auch an der Computerspiele Industrie wo sich einige Firmen durch die DEI Maßnahmen selbst ins Abseits befördert haben. Als Antwort darauf wurden Gamer dann auch als „Homophob“ und „Frauenfeindlich“ bezeichnet. Denn Manager lieben billige Kredite..

    Das Ganze ist meiner Meinung nach nur eine Masche um die Menschen gegeneinander Aufzubringen und Ich bin der Meinung, dass das sogar den „Hass“ auf „diverse“ Menschen sogar noch fördert anstatt ihn zu minnimieren..
    Ich denke, das auch Corona ein teil in dieser Masche der Aufwiegelung der Mesnchen gegeneinander war, denn es gibt wissenschaftliche Studien die besagen, dass die irrationale Angst vor Krankheit ein besonders gutes Mittel ist um Menschen zu Spalten. Wenn man dann noch das „Milgram Experiment“ kennt, dann versteht man warum die „Pandemie“ so erfolgreich war..

    Somit erfüllt DEI den eigentlichen Zweck, nämlich uns Menschen in verfeindete Lager zu spalten, damit wir keine gemeinsamen Positionen finden und somit auch Einigkeit. Spalte und Herrsche war schon immer das Motto der „Prinzen“. Ein gespaltenes Volk ist halt ein Volk, dass man beliebig gängeln und auspressen kann..

    Deswegen finde Ich es auch besonders verwerflich, grade von der Linken das sie den Kram mitmacht.

    Mfg Makrovir

  9. Ja…. gut und ein bisschen zynisch beschrieben. Für Unternehmen geht es um Kostenoptimierung und Gewinnmaximierung.

    Für die Aktivistenseite selbstverständlich auch – die sind häufig „Mietmäuler“ und „Influencer“, die den Trend erkannt haben und auf neuartige Weise Geld machen wollen. Und hinter ihren stehen Institutionen, von denen sie mit Geld gefüttert werden.

    Aber auch auf der Seite, die von Aktivisten asymmetrisch angegriffen wird, herrscht ja nicht das Edle und Wahre; auch da geht es um Geld; meist noch mehr Geld; und so muss sich auch der dort arbeitende Fachmann beugen, wenn er sich nicht den Job versauen will. Weiter oben fiel ja das Stichwort „RKI-Files“.

    Die Seite kommt bei dem Herrn Gesundheitsökonomen etwas kurz 😉

    Es geht immer nur darum, aus viel Geld noch mehr Geld zu machen. Wenn man zum „Patientiengut“ gehört, muss man das einpreisen und abwägen. Blindes Misstrauen kann genau so falsch sein wie blindes Vertrauen.

    Aber nett, dass wir mal drüber gesprochen/geschrieben haben;)

  10. Das Prinzip des Ablaßhandels ist nicht neu. Seine Gestaltung in Form einer Versicherung kreativ. Das Prinzip ist gut vermittelt, insgesamt eine interessante Analyse zum Thema.

    Die gewählten medizinischen Beispiele hinken leider auf allen vier Gliedmaßen. Als Schwangere ist man (noch) keine Institution, und die wachsende Ablehnung klinischer Versorgung bei der Geburt hat durchaus medizinische Gründe. Am Ende ist die medizinische Versorgung dabei auch weniger das Problem als die übertriebenen Erwartungen, die zu exorbitanten Versicherungskosten für Hebammen führen.

    Der Autor darf sich ganz rational gerne mal mit dem Thema Verhältnismäßigkeit im Gesundheitswesen auseinandersetzen. So in Richtung Aufwand / Nutzen. Da würden die verheerenden Auswirkungen der Covid-Impfversuchsreihe auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung sicher auch gut als Beispiel dienen können. Milliarden mit dem Ergebnis einer kränkeren Bevölkerung, deren Impfwilligkeit in Folge von ~ 80 auf 60% geschrumpft ist, gut gemacht. Volkswirtschaftliche Kosten bisher nicht bezifferbar, die Welle rollt noch.

    1. Zum Glück ist ja aber genau das augenscheinlich das Hauptanliegen des Autors.

      Zitat:
      Ein Diskurs, der Asymmetrie durch Gegenasymmetrie ersetzt, hat nichts gewonnen. Die eigentliche Aufgabe ist die Wiederherstellung symmetrischer Bedingungen: Jede Position muss argumentieren. Jede Behauptung muss falsifizierbar sein. Kein Status immunisiert gegen Kritik.

      Ich selber finde die Ausführungen zu Geburt und Impfung nicht überzeugend, aber darum geht es ja auch gar nicht.
      Obigem Zitat kann ich mich dennoch uneingeschränkt anschließen und es ist geradezu eine Einladung zu vernünftiger
      Kritik.

  11. Reden wir nicht von Arbitrage, sondern von Profit.

    Es ist nicht Rationalitat, sondern irrational zu glauben, dass der Betrug funktionieren könnte.

    Weder steigen Wohlstand, Gesundheit, Stabilität noch Lösungskompetenz.

    Die Amgst geht um, unten und oben. Gerade die schizophrene Spaltung der personalen öffentlichen und privaten Meinung kennen wir aus den Zeiten des alleinigen Herrschaftsanspruchs einer Staatspartei, die sich delegiert hatte, aber heute den Funktionären ein bisher unerwartbares leistungsloses Einkommen ermöglicht hat.

    Das ist im naiven kurzfristigen Denken nur scheinbar rational, denn es vertieft den Antagonismus in der Gesellschaft und das erzeugt revolutionäre Situationen, die in den Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche explosionsartiges Erwachen auslösen können.

    Keineswegs kann behauptet werden, wir würden in einem stabilen Umfeld leben, das Gegenteil ist der Fall.

    Wir leben in einem Kessel, der Explosionsgefahren aufbaut an multiplen Stellen.

    Bereits ein Gesundheitsesen, das sich am Profit orientiert und maßlose Ansprüche befriedigen will, ist ein Zustand, der der Bevölkerung auf den Senkel geht und tief in den Beutel der Bürger mit Schwundgeld greift.

    Der Hohe Priester der TISA-Doktrin hat sich selbst den Knock-Out gesetzt.

    Ich habe selbst mal ein Pflege- und Altenheim geleitet. Etwa 80 Altenheimplätze und 320 Pflegeplätze, etwa 60 Beschäftigte, dabei eigene Küche, eigene Reinigungskräfte, eine Arbeitstherapeutin, eine Kulturleiterin, eine eigene Fachärztin. Alles mit einem staatlichen Budget von wenigen Millionen einer im Ausland ziemlich schwachen Währung.

    Monatlicher Beitrag der Heimbewohner 80 M im Altenheim, 120 M in der Pflege inklusive Verpflegung.

    Lebendige Verbindung zum lokalen Umfeld, Schulen und Unternehmen.

    Wir hatten eine großen Garten und darin stand ein Gästehaus.
    Übernachtung 10 M pro Person.

    Nein es war nicht perfekt, weil uns von oben Dinge abverlangt wurden, die in unserem Profil nicht ohne Störung leistbar waren, etwa einen Jugendlichen mit schweren psychiatrisch auffälligen und gefährlichen Verhalten aufzunehmen.

    Wir haben einfach versucht unsere Arbeit gut zu machen und haben uns der Verantwortung unter der freiwilligen Beteiligung von aktiven Heimbewohnerinnen gestellt.

    Und manche Leute lassen sich verleiten, in die eigene Tasche zu wirtschaften. Deshalb musste die alte Heimleitung abgelöst werden. Auch das gehört zur ganzen Wahrheit und dann eben die verlorene Revolution, wo jene das Sagen bekamen, die alles in ein Geschäft verwandeln.

    Genau darin liegt der Betrug, der eben zu einem schizophrenen Verhalten führt.

    Organisierter Selbstbetrug, der die nötige Schamröte verhindern mag, Lösungskompetenz entwickelt sich so nicht.

    Noch gravierender wird das, wenn die Industrielle Basis der Wertschöpfung mutwillig zerstört wird und die fehlende Motivation der Mitarbeiter in einer Art von Woodoo-Selbstbeweihräucherung als Event aufgeführt wird.

    Das Phänomen ist mir in einer privaten sozialen Einrichtung mal bei einem Tag der offenen Tür begegnet.

    Das ist dann ein Erlebnis zu erfahren wie eine Sekte funktioniert. Rationalität kann dabei nur verloren gehen.

    Eine Einrichtung, die man nicht bräuchte, wenn Eltern ihre Kinder durch eigenes verantwortungsvolles Verhalten liebevoll aber mit Konsequenz erziehen und bilden könnten.

    Ich habe ähnliches mal in einer katholischen Kirche in Südtirol erlebt. Ich habe bewusst meine „sündige“‘Auffassung in der Ohrenbeichte offen gelegt, dass Jesus dem Lahmen auferlegt habe,
    sein Leben selbst zu gestalten.

    „Steh auf, nimm Dein Bett und geh“
    Das war mit der von A.M. praktizierten Öffnung der Grenze nicht vereinbar. Ich erlebte ein Ritual der Vergebung, das das Gehirn des Pfarrers betäubt hat, mich aber in meiner abweichenden Meinung nur bestätigt hat.

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