
Mehr, länger, flexibler. Bei Kitas beziehen sich die politischen Forderungen eigentlich immer auf Quantität. Wie es um die Qualität bestellt ist, davon will niemand etwas wissen. Manchmal erreichen einen Berichte von frustrierten Grundschullehrerinnen über reihenweise Kinder mit unglaublichen Defiziten. Aber woher diese eigentlich kommen, darüber wird sorgfältig geschwiegen.
Ingrid war seit über vier Jahrzehnten Erzieherin, nun ist sie mit 67 Jahren in Ruhestand gegangen. Da die Rente für die Münchner Miete nicht reicht, muss sie sich als Springerin in einer Kita etwas dazuverdienen. Dabei hat sie primär auf flexible Arbeitszeiten geachtet, sodass ihr Zeit bleibt, zu reisen und die Enkel zu betreuen. Wobei, Mindeststandards wollte sie schon eingehalten haben: Die Kita sollte geschlossene Gruppen haben, ein offenes Konzept findet sie „nur den Wahnsinn, einfach furchtbar für alle Beteiligten“. Und ein Garten sollte auch dabei sein, weil Frischluft die Kinder deutlich entspannt. Kurzum, eine Kita mit Garten und geschlossenen Gruppen, damit bewegt man sich in München automatisch schon in der oberen Hälfte, aber immer noch weit weg von dem privaten Premium-Kindergarten, in dem Ingrid bislang eine Gruppenleitung hatte.
Szenen einer Kita
Schon nach vier Monaten hat sie jetzt beschlossen, der städtischen Kita den Rücken zu kehren – tolle Arbeitszeiten hin oder her. Was sie erzählt, ist beunruhigend. Zum einen fehlt es an allen Ecken und Enden an Personal und die, die dort arbeiten, sind schlecht ausgebildet und können oft kaum Deutsch. Alle Menschen, die in städtischen Kitas arbeiten, brauchen eigentlich eine Deutschprüfung, aber wie die Kolleginnen zu diesen Bescheinigungen kommen, ist ihr unklar. Sie findet es bedenklich, wenn Kinder in der Spracherwerbsphase von Menschen betreut werden, denen es an grundlegenden Deutschkenntnissen mangelt. In den Gruppen herrscht Chaos und ein Lärmpegel, der über Stunden unglaublich hoch ist. Sie ist Springerin und hat mittlerweile alle sechs Gruppen gesehen: keine einzige erträglich. Wenn es zu laut wird – und das wird es oft – schalten die Betreuerinnen ein iPad an und werfen kleine Filmchen an die Wand. Dann schauen die Kinder dort hin, und halten kurz den Mund. Vorweihnachtliches Singen oder so gibt es nicht, es laufen jetzt einfach über Stunden Christmas Hits von Spotify.
Ja, und dann gibt es auch noch Advent zu Showzwecken. Die Kinder werden in dieser Kita offenbar permanent fotografiert und die Fotos kommen dann in ein Portfolio, das die Eltern sich anschauen können. Und die Fotos sind super! Da werden Kinder nacheinander vor die immer gleiche Mandarine mit Tannenzweig gesetzt und stechen aus ausgerolltem Teig ein einzelnes Plätzchen aus. Bitte schön lächeln – klick! – und ab zum nächsten Kind. Am nächsten Tag dürfen die Kinder nacheinander mit Hilfe einer Erzieherin mit lustiger Nikolausmütze eine Kerze anzünden, die nach dem Foto gleich wieder für das nächste Kind ausgepustet wird. Auch der Speiseplan liest sich großartig: Farfalle mit zweierlei Gemüse an Sahnesoße und gemischten Salat, konnten die Eltern zum Beispiel letzten Donnerstag lesen. Klingt doch sehr vernünftig. Das Ganze war dann ein Riesen-Bottich mit zerkochten weißen Nudeln und widerlicher weißer Maisstärkensoße. In dem ganzen schwamm hie und da eine Erbse und ein Brokkoli-Röschen rum. Der Salat ist so wenig, dass die Erzieherinnen ihn in Streifen schneiden. Jedes Kind ein bis zwei Streifen Salat. Aber das sei doch egal, meinten die Kolleginnen, die Kinder essen den Salat und das Gemüse ja eh nicht, da macht es doch nichts, wenn es nur wenig davon gibt. Schmeißt man am Ende doch alles weg. Und so etwas gibt es tagtäglich. Mal ist die Soße rot, mal braun, mal weiß und immer wird sie über irgendeine Sättigungsbeilage gekippt. Auf dem Papier klingt es aber immer hochgradig ausgewogen.
Ingrid ist nicht naiv, sondern vom Fach, aber so schlimm hat sie sich das einfach nicht vorgestellt. Das Wichtigste scheinen für die Kindergartenleitung die Fotos und die Dokumentation nach außen zu sein. Weil, wenn sich „bessere“ Eltern für die Kita entscheiden, dann wird es leichter für die Erzieherinnen. Kinder, die sozial angepasst und windelfrei sind, kann man viel leichter betreuen als solche mit Entwicklungsstörungen und Aggressionsverhalten. Kann man sich die Eltern auch nur im Ansatz aussuchen, dann kündigen die Erzieherinnen seltener, man braucht weniger Aushilfskräfte. Mit besseren Erzieherinnen und weniger Unterbesetzung kann man wiederum „bessere“ Familien bekommen und das Ganze läuft gut. Daher der große Drang zum schönen Schein. Ingrids Kita strampelt verzweifelt in der oberen Hälfte mit. Sie können es sich derzeit leisten, Kinder, die bei der Anmeldung deutlich aggressiv auftreten, abzulehnen.
Günstige Exklusiv-Kita
Ingrid wird jetzt mit den Füßen abstimmen. Im neuen Jahr fängt sie wieder bei einem Premiumanbieter an. Weniger Flexibilität, aber diese Kita, die hält sie einfach nicht aus. An vielen Tagen hätte sie gar keine Zeit, mit jedem Kind wenigstens einen Satz zu sprechen und es einmal kurz bewusst anzuschauen. Am Ende des langen Tages würden manche Kinder einfach nur noch schreien. Die seien so fertig, die würden wirklich einfach nur noch schreien. Und das ist eine ganz normale Durchschnitts-Kita. Weit, sehr weit weg von ganz unten. Sie ist jetzt gespannt auf die neue Einrichtung – eine sehr teure, bilinguale, mit langen Öffnungszeiten und großartigem Betreuungsschlüssel, Marke: Beide Eltern sehr, sehr erfolgreich, so dass Zeit viel knapper ist als Geld. Richtig premium, meint Ingrid, sind aber eigentlich die privaten Elterninitiativen mit kurzen Öffnungszeiten, wo sich die Eltern noch einen guten Teil des Tages selbst um ihre Kinder kümmern.
Hannah und Jonathan haben sich mit ihrer Tochter Marie-Luise für solch eine private Elterninitiative entschieden. Natürlich hatten sie sich davor Gedanken gemacht, weil in München die Kitaplätze knapp sind. Aber eigentlich waren sie recht zuversichtlich, schließlich bringen sie ein wohlerzogenes Kind ohne Entwicklungsstörungen mit. Zur Auswahl haben sie eine Excel-Tabelle aufgestellt: Betreuungsschlüssel, Garten, keine Nähe zu einer großen Straße, keine Sexualerforschungsräume, Bio-Essen, die Liste war lang. Am Ende kamen zwei Kitas als Favoriten heraus und eine Notlösung. Sie haben sich bei allen drei Einrichtungen beworben, bekamen drei Vorstellungsgespräche und drei Zusagen. Klar, auf der anderen Seite sitzen vermutlich die Erzieherinnen auch mit einer langen Liste. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Eltern „vergessen“, ihr Kind abends abzuholen? Tritt das Kind aggressiv auf? Die Eltern? Werden die Eltern das Kind zu Hause lassen können, wenn es krank ist oder einfach nur mit Paracetamol das Fieber senken und dann doch schicken? Kann das Kind einfachen Anweisungen folgen, ist es in der Lage, ruhig einer kleinen Geschichte zuzuhören? In Marie-Luises Kita-Gruppe gibt es keinen einzigen Abdul oder Chantal, dafür gleich zwei Friederikes. Teuer ist das Ganze übrigens nicht. Da die Stadt München Kitas großzügig fördert, werden nur einhundert Euro monatlich fällig. An zwei Tagen wird Marie-Luise nach dem Essen abgeholt, an drei Tagen isst sie zu Hause. Ihre Mutter Hannah, die zwölf Stunden pro Woche als Grundschullehrerin arbeitet, möchte, dass ihre Tochter sich mittags gut ausruhen kann. Egal, wie gut der Betreuungsschlüssel ist, irgendwann brauchen die Kinder einfach nur noch Ruhe, davon ist sie überzeugt.
Die Großmutter Susanne hingegen begegnete einem Abdul, als sie mit ihrem kleinen Enkel Anton auf einem der schönsten Spielplätze Münchens war. Mitten in einem Park gelegen, aber fußläufig vom Münchener Problemviertel Neuperlach aus zu erreichen. Während sie dabei waren, an den Wasserkanälen zu matschen, kam eine Horde von Kindergartenkindern an, gemeinsam mit einigen Betreuerinnen. Die Erwachsenen trugen alle Namensschildchen um den Hals. Wozu die Schildchen, erkundigte sich Susanne, die Kinder könnten doch noch gar nicht lesen? Damit die Kinder wüssten, wer eine offizielle Person sei, erklärte ihr die Erzieherin gewichtig. Es war Juli, die meisten Kinder waren also mindestens seit letztem September in der Kita. Ob denn die Kinder die Erzieherinnen nicht von allein erkennen würden, fragte Susanne vorsichtig. Naja, so sicher sei das halt nicht, sie seien eine offene Einrichtung, 146 Kinder und 14 Betreuerinnen, viele Teilzeit, die ja auch manchmal wechseln würden und im Schichtmodell arbeiten, da ginge das schon mal unter.
Man tut nicht ficken sagen
Um sie herum wurde es so laut und wuselig, dass Susanne anfing, die Sandspielsachen einzusammeln. Sie fragte den kleinen Anton, ob sie vielleicht noch eine Breze kaufen wollten. „Oder ein Groasang?“, fragte Anton hoffnungsvoll. „Ja, oder vielleicht ein Croissant“, meinte die Oma lächelnd. Und dann kam ein kleiner, vielleicht vierjähriger Knirps daher und fragte sie provokant grinsend, ob sie „heute schon ficken“. Was tut man da als Oma mit einem knapp Dreijährigen an der Hand? Ohrfeige ist ja ausgeschlossen, aber einfach umdrehen und gehen, das geht doch auch nicht? Sie marschierte also zu einer Erzieherin, die ins Handy guckend auf einer Bank saß und berichtete ihr vorsichtig (der kleine Anton hat gute Ohren und lernt Worte schneller, als man glaubt), dass sie von dem kleinen Kerlchen da drüben gerade übelst sexistisch beleidigt worden wäre. Die Erzieherin schaute kurz auf, fokussierte das Kind, nuschelte irgendwas von „ja, Entschuldigung“ und senkte dann ihren Blick wieder auf den Bildschirm. Ob sie denn da gar nichts unternehmen wolle, wollte Susanne wissen. Der Kleine sei jetzt ja noch klein, aber irgendwann sei der dann vierzehn, fünfzehn, sechzehn Jahre alt, ob man ihm da nicht lieber rechtzeitig Grenzen setzen solle? Resigniert ließ die Erzieherin das Handy sinken, schaute die Oma genervt an und brüllte dann über den ganzen Platz, so dass es auch noch das letzte Kind verstehen konnte: „Abdul, du sollst nicht ficken sagen. Weißt du doch.“ Noch ein entnervter Blick auf Susanne, dann zurück zum Handy. Abdul grinste triumphierend.
Warum, wollte Anton auf dem Heimweg wissen, habe die Frau eigentlich „ficken geschreit“? Die Oma entschuldigte sich in Gedanken gleich doppelt bei ihrer Schwiegertochter und setzte dann zum Erklären an. „Weißt du eigentlich“, sagte sie, „dass es auch Croissants gibt, die innen eine Füllung haben? Mit so verschiedenen Cremes. Was meinst du, ob das wohl lecker schmeckt?“ Das fand Anton eine sehr spannende Frage, da war die andere vergessen. Ihr Sohn hat später voll verstanden, dass die Oma da in einer Notlage war, klar. Aber musste es denn wirklich gleich ein Pistaziencroissant sein? Wo Zucker doch so ungesund ist. In der Kita, in die Anton mittlerweile geht, gibt es übrigens auch keinen Mohammed oder Abdul. Aber eine Frieda, die gibt es dort. Und auch viele andere bildungsbürgernahe Namen. Anton geht vier Tage die Woche bis 14.30 Uhr, mittwochs hat er Pausentag, sonst wird es ihm zu viel, beobachten die Eltern.
Als Ingrid diese Geschichte hört, winkt sie ab. Immerhin, die Erzieherin habe Deutsch gesprochen und auch noch auf Anhieb den Namen des kleinen Übeltäters gekannt. Und sofort gewusst, um welche „üble sexistische Beleidigung“ es sich da gehandelt habe. Sowas sei bei offenen Gruppen nicht selbstverständlich. Offene Gruppe, das bedeutet laut Prospekt, Kinder dürfen sich frei in verschiedenen Funktionsräumen bewegen und ihre Aktivitäten selbst wählen. Das fördere die Selbständigkeit und Partizipation der Kinder. In der Realität bedeutet es, dass die Kinder keine feste Bezugsperson haben. Niemand schaut sie an, niemand weiß, wie es ihnen geht. Kleine Puppenmütterchen sitzen vielleicht jeden Tag mit Gleichgesinnten in derselben Puppenecke, möglicherweise sogar mit der immer gleichen Erzieherin. Aber weniger sozial Angepasste treiben sich irgendwo auf dem Kitagelände herum und müssen sich schon ein Markenzeichen angewöhnen wie der kleine Abdul, um überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen.
Abduls und Chantals bekommen das, was übrigbleibt
Solche Kitas wählt man nicht wegen des Geldbeutels, denn die Kosten sind (mit Ausnahme der Essenskosten) gar nicht so verschieden von Einrichtungen mit geschlossenen Gruppen – wenn es nicht gerade die bilinguale mit Musiktherapie sein soll. Aber solch offene Kitas haben lange Öffnungszeiten. Darüber hinaus sind Plätze in München knapp und irgendwie sind die in den guten Einrichtungen immer schon vergeben. An eine Marie-Luise oder einen Anton. Abduls und Chantals bekommen das, was übrigbleibt. Auch Erzieherinnen verdienen überall nach Tarif. Aber auch sie sind knapp und können sich aussuchen, wo sie arbeiten. Ganz unten bleiben dann Hilfskräfte mit wenig Deutschkenntnissen und sehr wenig Ausbildung. Und solche, die in allen anständigen Einrichtungen rausfliegen. Ingrid ist nicht die Einzige, die zum Jahresende die städtische Kita verlässt. Eine Kollegin wurde tatsächlich gekündigt. Diese Kinderpflegerin hat dauernd krank gemacht, ist zu spät gekommen, hat ewige Toilettenpausen eingelegt und war zwischenrein, wann immer möglich, an ihrem Handy beschäftigt. Wenn ein Kind oder eine Kollegin etwas brauchte, war sie ziemlich genervt ob der Störung. Sie hat übrigens sofort eine neue Anstellung bekommen, ab Januar in einer Einrichtung mit offenem Konzept. Denn sie ist eine „Fachkraft“. Konkret heißt das, dass sie einen einfachen Hauptschulabschluss hat, ein eigenes Kind hat und dann zehn Monate auf einer Kinderpflegeschule war. An solchen Schulen fällt heute so gut wie niemand durch. Ach ja, und sie ist sogar doppelt qualifiziert: denn Deutsch kann sie auch noch.
Und das mit den offenen Gruppen baut die Stadt München weiter aus. Ob sie dabei wirklich vom pädagogischen Konzept überzeugt sind, ist fraglich. Offene Gruppen sind viel, viel billiger. Und der Mangel an Erzieherinnen kann in solchen Einrichtungen besser verteilt werden. Die Kinder, die dort hingehen müssen, haben es nicht leicht. Klar, solche, die gerne basteln, malen, oder Puppenspielen, sozial stark sind und sich aktiv eine Bezugsperson aussuchen können, kommen vielleicht ganz gut durch. Aber solche, die eigentlich dringend eine Förderung brauchen, die gehen einfach unter. Die haben mehr oder weniger schon beim Startschuss verloren. Genauso, wie das bei den Proletarierkindern im 19. Jahrhundert auch der Fall war. Nur, dass Unterschicht hier nicht über das Einkommen läuft, sondern über den sozialen Status. Die Rückkehr der Klassengesellschaft.
Liest man die Forderungen bezüglich der Kitas, ist aber nie von mangelnder Qualität die Rede. Mehr Kitas, längere Öffnungszeiten, flexiblere Öffnungszeiten, das sind die Forderungen. Im Vordergrund steht, Frauen in die Ganztags-Berufstätigkeit zu bringen. Da erwirtschaften sie Krankenkassenbeiträge, sehen zu, dass die Rentenkasse über die Runden kommt, tragen zur Arbeitslosenversicherung bei und zahlen darüber hinaus noch Steuern. Ihre Kinder werden inzwischen kostensparend verwahrt. Frauenpower nennt man ihre Beiträge zu den Sozialversicherungssystemen. Und Frühförderung das, was in den Kitas abläuft. Und die Eltern sehen tagtäglich, wie gut die Kinder gefördert werden, schließlich bekommt man jeden Tag so ein nettes Foto von den Aktivitäten der süßen Kleinen. Kein Wunder, dass die Grundschullehrerinnen entsetzt sind.





Die Instinktunsicherheit des Menschen erfordert Erziehung. Entsprechende Signale werden nicht mehr verstanden. Die Trotzphase ist ein einziger Appell zur Erziehung. Das Kind will nach Hause, aber nicht gehen, nicht in den Kinderwagen und nicht getragen werden, so dass die Eltern eingreifen müssen. In dieser Phase wird gelernt, oder nicht gelernt, sich an Regeln zu halten. Da es im Leben nicht immer möglich ist, sich regelkonform zu verhalten, ist die Pubertät als Sozialisationsphase dazu da zu lernen, Regeln auf akzeptable Weise zu brechen. Das war die Phase des Halbstarkerseins. Diese Stadium ist durch Rowdytum und Gewalttätigkeit abgelöst. Resultat, ungezogene und asoziale Jugendliche.
Die instinktiven Grundlagen der Pädagogik wurden ignoriert uns systematisch kaputt reformiert. Im Kindergarten lernten die Kinder stillzusitzen und zu schweigen. Man konnte dann tatsächlich Klassen mit 40 Schülern unterrichten. (Trotzdem nicht empfehlenswert) Es war instinktiv klar, wer Autorität verdiente, und wer ungeeignet für den Lehrerberuf war. Die Autorität der Lehrer wurde systematisch untergraben. In manchen Schulen werden die Lehrer Piloten genannt. Usw. u.s.w.
Man könnte meinen, dass unsere Gesellschaft in der egoistischen kindlichen Trotzphase steckengeblieben ist, die Reife des Erwachsensein noch nicht erreicht hat, noch nicht verstanden hat, dass sich die Welt nicht nur um die eigene Ideen-Welt dreht, zum wahren Mensch-Sein auch andere Menschen mit ihren Bedürfnissen und Ideen notwendig sind.
…oder sie befindet sich bereits in der finalen Phase der Demenz.
Demenz, Dementieren etc. kommt ja von lat. demens, was so viel wie „entgeistigen“ oder „weg vom Geist“ bedeutet.
In der Tat, Altersdemenz ist neben frühkindlichem Egoismus herausragendes Charakteristikum unserer Gesellschaft. Fortschrittlichen Geist besaß die bürgerliche Gesellschaft auch nur im Prozess ihrer Entstehung – in Verbindung mit der Aufklärung. Das ist lange her.
Die bürgerliche Gesellschaft wehrt sich gegen Sozialismus, sie wählt lieber Barbarei. Das ist der Punkt.
Sehe ich nicht so, heutige Pädagogik ist m.E. viel feinfühliger und kann den einzelnen Charaktertypen der Kinder im Optimalfall viel besser gerecht werden, es herrscht allerdings eine Lücke bei den Jungen, weil die in jungen Jahren fast ausschließlich von Frauen erzogen und unterrichtet werden (die männliches Temperament nicht in jedem Fall angemessen nachvollziehen können).
Was ich eher beobachte, sind überforderte Eltern. Die 0815-Strategie des „ich prügel mein Kind grün und blau, wenn es nicht gehorcht“ ist (Gott sei Dank) nicht mehr sehr opportun, um nicht zu sagen: verboten, gerade Eltern die selbst keine gute Erziehung hatten, tun sich dann auch schwer, intuitiv den richtigen Umgang mit ihren Kindern hinzubekommen und die meisten Ratgeber taugen leider wenig bis nichts.
Das sind zum Glück nur kurze Phasen (Stuhlkreis etc.) und nicht der Hauptzweck eines Kindergartens, sonst wäre er rundheraus abzulehnen. Viel zu lernen gibt es da meistens sowieso nicht, normale Kinder sind automatisch ziemlich still, wenn sie sich auf irgendwas konzentrieren.
Taugliche und untaugliche Lehrer gibt und gab es m.E. immer. Ich vermute, dass da bei der Auslese und beim Studium nicht oder viel zu spät gesiebt und keine tauglichen Methoden gelehrt werden. In Schulen mit durchschnittlicher Schülerschaft, funktioniert das auch wie gehabt, in Problemschulen, wo noch nichtmal ausreichende Sprachfähigkeiten existieren, scheitern alle modernen Konzepte, an einigen Schulen käme man wahrscheinllich nur mit der Einführung der Prügelstrafe weiter, vorausgesetzt dass dann nicht der gesamte Clan Rache am Lehrer nimmt, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mord_an_Samuel_Paty
Das sind importierte Probleme, genauso ein Schei**dreck, wie die immer wieder diskutierte Kindergartenpflicht, die ich komplett ablehne und die ich als Auswanderungsgrund sehen würde.
Bin ich froh das meine Kinder groß sind und ich sie nicht in eine westdeutsche Kida schicken muß!
Die oben geschilderten Probleme kannten wir in der DDR nicht.
Gute Kidas und ein problemloses Scheidungsrecht ermöglichten uns Frauen Freiheiten, wie sie wohl Westfrauen nie hatten.
Die Kidas waren in der Regel an die Betriebe angegliedert, waren also Betriebskindergärten, folglich konnte man seine Kinder problemlos vor der Arbeit abgeben und nach der Arbeit abholen. Die Betreuerinnen gaben sich viel Mühe. Sowas wie Sprachprobleme und fremde Kulturen in der Kindererziehung konnten wir uns in der DDR nicht vorstellen.
Wir haben viel verloren, als wir uns entschieden den Westen anzuschließen. Das dies nicht gut gehen würde, befürchtete ich von Anfang an. Ich beneide die jungen Mütter mit diesen Schwierigkeiten nicht.
In unserer angeheirateten thüringischen Familie erzählte mir eine Grund- und Hauptschullehrerin, dass sie nach der „Wende“ noch nie so verwahrloste Kinder hatte unterrichten müssen. Das kannte sie aus den DDR-Zeiten nicht, und darauf war sie in der „Nachschulung“ mit Prüfung im Fach Ethik nicht vorbereitet worden.
Noch ein Wort zur „Wende“: Die DDR wurde mit lackierten Landschaften beglückt, Helmut Kohl aber hatte blühende Landschaften versprochen.
Interessant. Da scheint ein wesentliches Problem mehrfach auf, offensichtlich ohne als solches erkannt zu werden. Der größte Witz dabei ist, daß es nicht neu ist, könnte Beispiele von vor 30, 40 und 50 Jahren nennen.
Buben haben andere Bedürfnisse als Mädel. Die werden durch unsere Aufbewahrungsanstalten systematisch ignoriert. Und dann wundert man sich über das Resultat.
Kinderlied
https://www.youtube.com/watch?v=FJXLIZd4hng&list=PL1A24D9F4BAB80EC3&index=12
Die kommende Generation ist doch nur noch gut dafür sich im Krieg für die herrschende Klasse zu opfern.
Wer arm und ohne Chance ist wird sich als Kanonenfutter freiwillig bei der Bundeswehr melden, so vermutlich die Planung.
Diese ganzen Armutsberichte interessieren doch seit Jahrzehnten keine Sau denn sonst hätte sich ja bereits etwas zum Guten gewendet.
Vermutlich dienen sie nur zur Selbstbefriedigung der Eliten als Kontrolle wieviel Armut sie bereits geschaffen haben um ihren Reichtum zu vermehren
Amazon heute , dachte ich sehe nicht richtig …
Kündigung Prime war natürlich dann die einzige richtige Antwort..
Diese Filmfirma wurde von einem Ossi mit gegründet, einer der mit Brecht groß geworden ist …Opportunismus in seiner Eckelhaftesten Form ..
https://drive.google.com/file/d/1xkfVdoM9kJw1h3pDxqYXhcUX-YEi9A1m/view?usp=drive_link
@kd
Es ist wirklich schlimm was sich hier abspielt aber vermutlich noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Nirgend wo besser als hier
https://www.youtube.com/watch?v=HPHVYmmM1bs&list=PL1A24D9F4BAB80EC3&index=16
Ich vermute eher, eine Wiederholung W2K auch in anderer Konstellationen wird ein Europa nicht überleben, vor allen ein Deutschland nicht ..
Nocheinmal Opferzahlen in solchen Dimensionen aktuzeptiert diese Menschheit nicht mehr..
Ich kann Dir leider nicht sagen, welche die bessere Variante ist, W3k oder ein „weiter so“ ..
Und diese falsch gelegten Grundlagen ziehen sich dann durch den ganzen Bildungsweg. Am Ende müssen selbst Handwerksfirmen Abiturienten nehmen, weil Abgänger niederer Bildungswege oft nicht mal unfallfrei deutsch können oder die Grundrechenarten beherrschen. „Früher“ war die heute vielgescholtene (bzw. „abgeschaffte“) Hauptschule mal die Stütze der Gesellschaft, denn da kamen all die Facharbeiter her, die den Laden aufbauten und am Laufen hielten. Aber die braucht ja heute keiner mehr, ne? Alles muß studieren!
Aber alles schimpfte auf die böse DDR mit ihrem einzügigen Schulsystem! Das sei Diktatur! Gleichmacherei! Alle Kinder bis zur 10. (8.) Klasse in derselben Schule??? Das geht doch nicht, ruft da das Bildungsbürgerlein. Tja… die Finnen haben es kopiert und die ersten PISA-Tests in den 90er Jahren dominiert, während zeitgleich im Spiegel Fotos vom gemeinsamen Töpfchensitzen in DDR-Kindergärten skandalisiert, und für psychische Langzeitschäden bei diesen unangepaßten Ossis verantwortlich gemacht wurden. Vielleicht war doch nicht alles schlecht? 😉
Klar, und der oder die eine oder andere hat sich ganz bestimmt höchsterfreut über den ganz persönlichen Genickschuss von IM Elbesabbler gezeigt. Wohin so ein tolles Bildungssystem doch führen kann.
Willst Du wirklich diese Diskussion lostreten ?
Es gab auch in einer BRD Schussbefehle , und auch eine Praxis dazu ..
Opferzahlen gegeneinnander aufzurechnen, so gut schneidet dann eine BRD auch nicht ab o))))))
Übrigens ich stand schon vor genau dieser Zelle , und das DDR Zeiten. Ich weiß im Gegensatz zu DIr, worüber Wir hier reden ..
„DEN“ Schießbefehl, von dem sogar die Bundeszentrale für politische Bildung schwafelt, gab es sowieso nicht. Ich erinnere mich noch, wie Hubertus Knabe, dieser Wessi-Wicht, der ab 2000 den Ossis in Hohenschönhausen ihre Geschichte erklärte, mal laut jubelte, er habe „endlich in den Akten DEN Schießbefehl gefunden“. Was er gefunden hatte, war ein interner Befehl der Stasi, der schon Jahre lang im Stasi-Museum in der Ausstellung lag. Fremdschämen deluxe.
Was als „Schießbefehl“ gelten könnte, entsprach in den entsprechenen Anweisungen in der DDR mehr oder weniger exakt dem, was auch in der Bundesrepublik galt, und was jeder Staat für sich beansprucht: Die Grenze oder militärische Anlagen auch mit der Schußwaffe gegen Leute zu verteidigen, die sie zu überwinden oder in sie einzudringen versuchten. Also wenn schon vom „Schießbefehl“ gesprochen wird, dann bitte auch in der BRD.
Daß die Siegerjustiz dann nach der Annexion diese „Mauerschützenprozesse“ geführt hat, war schon irre genug. Das schwächste Glied anzugreifen, sagt viel über den Angreifer aus. Vor allem den (angeblich) in der BRD geltenden Grundsatz, ein Soldat müsse Befehle auch verweigern, wenn er meinte, diese seien nicht gerechtfertigt, rückwirkend auf DDR-Soldaten anzuwenden, während man gleichzeitig von einer brutalen Diktatur sprach, war ein Treppenwitz der Geschichte.
„Befehl ist Befehl“ ließ die bundesdeutsche Justiz für DDR-Grenzer nicht gelten. Aber wie sagt der Volksmund so schön? „Man sieht sich immer zweimal im Leben“!
Denn auf einmal gilt „Befehl ist Befehl“ doch wieder! Und zwar für Soldaten der Bundeswehr, die sich weigerten, die Covid-Giftspritze zu nehmen! Und das ausdrücklich auch noch vor Gericht! Da saßen Soldaten wegen Befehlsverweigerung im Gefängnis!
https://youtu.be/w5CH8Seq6rQ
Der berühmte Schießbefehl in DDR-Kindergärten, ich verstehe….
„ich verstehe….“
Nein, ganz sicher nicht.
@ Toto-57
Dieser Text entstand dank Apple Intelligence 🍎
So viel zur Intellektuellen Multitasking-Fähigkeit der 🚩LibMod’s, AntiFa und unsere Oma’s gegen Rechts 🚩
Was schreibt Anne Burger denn da? Als ob München irgendeine Aussagekraft für Kitas in Deutschland hätte. Das ist tiefste Entwicklungszone – und die merken es dort noch nicht einmal.
Als ich mit meiner Schwester in Oberbayern großwurde, musste meine Mutter viele Jahre zuhause bleiben und konnte ihren Beruf, für den sie soeben die Ausbildung abgeschlossen hatte, nicht ausüben. Sie hasst das bis heute!
Kita-Öffnungszeiten bis 11:30 Uhr gabs‘ damals … für die „Rabenmütter“. Und heute ist es, nach 50 Jahren, nicht viel besser geworden.
Da ich mit zahlreichen Eltern in ganz Deutschland beruflich zu tun habe, kenne ich das Elend der fehlenden Kita-Plätze, je weiter südlich und je mehr CDU/CSU, desto elender!
Zumindest gibt es da noch Kindergarten .
Mein alter Kindergarten im Osten , heute Altersheim …
Der ganze Osten ist eigentlich Altersheim..
Ich mag mir nicht vorstellen wie es weitergehen soll wenn die Babyboomer durch sind …
Was macht man dann mit den ganzen Imobilien solcher Art ?
Fragen über Fragen …. o))
Mir ist mittlerweile vollkommen unklar, was man da noch tun soll!
Wenn wir im Artikel Kita durch Altenpflegeeinrichtung ersetzen, kann der Großteil des Textes einfach so bleiben!
Wenn in einer Stadt wie Gelsenkirchen 34% Moslems leben, der Gesamtanteil an Ausländern noch höher ist, die höchste Kinderarmut Deutschlands und die höchste Arbeitslosigkeit im Westen zu verzeichnen ist, ist Ende im Gelände!
Rien ne va plus!
Mir absolut schleierhaft, wie diese Probleme gelöst werden können, Geld alleine, das durch die Aufrüstung sowieso nicht vorhanden ist und in Gelsenkirchen schon mal gar nicht, wird da nicht genügen!
Alles, was sozial schwach ist, ist abgehängt und bleibt das auch!
Ich hätte nie gedacht, das ich das mal sagen würde, aber mittlerweile glaube ich tatsächlich, das wir ein Problem mit gewissen Gruppen von Migranten haben!
Ich habe in der Altenpflegeschule ständig Leute unterrichtet, die ihre zur Voraussetzung gemachten Deutschkenntnisse nur auf dem Papier haben und buchstäblich gar nichts verstehen. Wie im Artikel beschrieben!
Wie kommen diese Leute an die Papiere?
Was kann man mit Kindern anfangen, die in solchen Kitas landen?
Was soll ein Kind in Grund- oder Hauptschulen, in denen gar nicht mehr unterrichtet werden kann?
In der Altenpflegeschule hatte ich einen Kurs mit 13 Leuten, in denen keiner halbwegs deutsch konnte und alle einen anderen Migrationshintergrund hatten!
Wo das hinführen soll weiß ich nicht!
Eine Lösung habe ich auch nicht!
Wie sagen wir in GE:
Wir sind am Arsch des Propheten!
Klar, der kleine Abdul und die kleine Chantal sind das Problem, weil Prekariatseltern!
Also ich hab definitiv auch schon anderes erlebt. Nämlich daß die kleine Sophie Charlotte und der kleine Friedrich Maximilian einen ziemlichen Hau weg hatten, trotz akademisch gebildeter Spitzenverdiener Eltern oder gerade deswegen.
Man muß sich nicht wundern in einer duschgeknallten ideologisierten Gesellschaft, die nur auf Hauen und Stechen konditioniert ist und gespalten ist bis ins Mark. Der Artikel bedient die üblichen Vorurteile.
Ich lebe in einer Großstadt mit hohem Migranten Anteil. Auch in muslimischen Gesellschaften hat man sich deutlich nach vorne bewegt. Ich sehe oft Eltern die einen sehr liebevollen Umgang mit ihren Kindern pflegen, auch die Väter.
Und auch der sogenannte „White Trash“ hat manchmal einen bodenständigeren Ton drauf als die durchgedrehten Privat „Kita“ Frequentierer.