Über systemisches Denken und politischen Widerstand

Stau auf der Autobahn
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Warum handeln Menschen oft gegen ihre eigenen Interessen? Ein Blick auf politische Wahrnehmung, gesellschaftliche Zusammenhänge und die Frage, warum systemisches Denken heute wichtiger denn je ist.

Mit Kopfschütteln wird oft quittiert, dass die AfD so großen Zuspruch bei Arbeiterinnen und Arbeiter, generell bei „kleinen Leuten“ findet. Wie können sie eine Partei favorisieren und wählen, die am wenigsten ihre sozialen Interessen vertreten will, sagt man. Neben der Frage des politischen Urteilsvermögens ist die Frage, welchen Zugang zu Politik Normalbürger haben. Wer auf mehr Widerstand gegen die Militarisierung unserer Gesellschaft und gegen die Zerstörung unserer Umwelt hofft, stößt auf ein spezielles Defizit: die Schwierigkeit, in Systemzusammenhängen zu denken.

Feindbilder werden in einer Welt permanenter Konkurrenz schnell übernommen

Beim „Tagesgespräch“ im Bayerischen Rundfunk, einem regelmäßigen Angebot an die Hörerinnen und Hörer, sich an der Diskussion über ein vorgeschlagenes Thema zu beteiligen – es ging es um die Frage „generelles Tempolimit oder nicht“? – meinte ein Hörer, der für ein generelles Tempolimit auf Landstraßen, aber gegen eines auf Autobahnen war: „Warum sollte ich bei klarem Wetter und ruhiger Autobahn nicht auch mit 180 Kilometer pro Stunde fahren können?“ Manche appellierten an die eigene Verantwortung, andere meinten, es sei doch meist ohnehin kaum noch möglich, schneller als 120 zu fahren – ein öfter zu hörendes Argument. Eine Hörerin verglich immerhin das Fahren auf deutschen und ausländischen Autobahnen und führte ins Feld, dass sie das Fahren dort viel stressfreier erlebe. Eine Hörerin aber argumentierte, dass man mit einem Tempolimit nicht nur Sprit spare und die Emissionen reduziere. Vor allem sei damit eher ein störungsfreier Verkehr zu gewährleisten. Sie fasste als einzige den Straßenverkehr als System ins Auge.

Ein anderes Beispiel: Zwei Friedensaktivisten luden in der Kreisstadt per Zeitungsanzeige zu einer Diskussionsrunde ein, mit der sie die Gelegenheit bieten wollten, der Toleranz verpflichtet unbefangen Differenzen auszutragen. Als Streitfrage formulierten sie „Frieden schaffen mit oder ohne Waffen?“. Dies fand ziemlich großen Zuspruch. Jeder reihum war aufgefordert oder eingeladen, sich zu äußern, was fast alle taten. Die meisten sprachen darüber, wie man das Leben friedlicher gestalten könnte, fanden Dialogbereitschaft wichtig, bedauerten die Schwierigkeit, überhaupt noch über heiße Themen sprechen zu können, und formulierten entsprechende Appelle. Mindestens ein Teilnehmer verwies auch auf die Bedeutung der richtigen Kindererziehung. Ein anderer erinnerte sich an eine ethnologische Studie über Stammeskonflikte. Ein sehr kritischer Beobachter hätte sagen können: Thema verfehlt. In einen politischen Kontext stellten von den zwanzig bis dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmern nur drei bis vier die gestellte Frage. Vielleicht lag es auch an der vorgegebenen Fragestellung. Jedenfalls wurden strukturelle Aspekte, die die Verfasstheit kapitalistischer Staaten und das internationale System betreffen, selbst in den wenigen politischen Statements nur indirekt angesprochen. Jemand wies zum Beispiel auf die Rohstoffinteressen von Staaten hin, ein anderer auf Misstrauen zwischen Staaten, einer übte Kritik an Überrüstung, ein anderer warf der Regierung Manipulation vor.

Offen blieb die Frage, woher der Rohstoffhunger und damit die Konkurrenz zwischen Staaten oder Bündnissystemen? Man hätte auf die große Rolle von Öl und Erdgas in militärischen Konflikten verweisen können. Dann wäre man vielleicht darauf gekommen, dass fossile Brennstoffe bislang das Treibmittel unseres Wirtschaftssystems sind. Niemand ging auf die Rivalität zwischen der schwächelnden Weltmacht USA und der aufstrebenden Weltmacht China ein, obwohl sie sich permanent der Berichterstattung entnehmen lässt und die Militarisierung hierzulande plausibel macht. Die dafür nötigen Feindbilder werden in einer Welt permanenter Konkurrenz schnell übernommen, was mit dem Begriff „Manipulation“ nicht getroffen wird.

Hysterie um Timmy

Wenn selbst „Friedensbewegte“ oft eine naive Vorstellung von Friedenssicherung haben, kann die Friedensbewegung keine große Stärke entwickeln. Vermutlich bekommt sie zu spüren, dass es keine politischen Gruppierungen mehr gibt, die wie früher ihren Mitgliedern politische Schulungen anbieten. Man muss das internationale System nicht unbedingt marxistisch interpretieren als von Kapitalinteressen beherrscht. Aber dass sich in internationalen Beziehungen Mechanismen ausmachen lassen, die von Interessen, Machtstrukturen und Rivalitäten bedingt sind, das zu wissen, muss man nicht Politikwissenschaft studiert haben. Auch die „realistischen“ Richtungen der Politikwissenschaft könnten einen zum Beispiel darüber belehren.

Ein drittes Beispiel: Über einen Monat lang beschäftigte das Schicksal eines Buckelwals, der erschöpft auf einer Sandbank gelandet war und sich nicht befreien konnte, die Medien, die Öffentlichkeit und selbst die Politik. Alles Denkbare wurde zu seiner Rettung unternommen. Die verantwortliche Landesbehörde geriet unter Rechtfertigungszwang. Auch der Bundespräsident wolle sich über die Situation informieren, wurde erklärt. Bilder von einer Protestveranstaltung zeigten aufgebrachte, höchst besorgte Menschen. Das Internet ist noch immer voller Nachrichten und Kommentare über den Buckelwal Timmy.

Die teilweise an Hysterie grenzenden Reaktionen auf die Hilflosigkeit des Wals und auf gescheiterte Rettungsversuche bedürfte wahrscheinlich einer tiefenpsychologischen Analyse. Die umfassende Umweltzerstörung, die man nicht ganz verdrängen kann, weil die Warnzeichen zu deutlich sind, wird als Bedrohung empfunden. Aber anstatt das, was man darüber hört und liest, rational zu verarbeiten und daraus politische Schlussfolgerungen zu ziehen, fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf bedrohte Individuen. Tiere werden dabei vermenschlicht. Man identifiziert sich mit ihnen häufig, so der Eindruck. So wollten viele, die sich um Timmy sorgten, gar nicht hören, dass Organisationen wie Greenpeace oder WDC, eine Schutzorganisation für Wale und Delfine, dem Wal keine Überlebenschance einräumten. Er musste einfach überleben. Dass in den ausgeplünderten Meeren ständig Wale umkommen, wollte niemand wissen.

Kein Denken in Systemzusammenhängen

Dass der Wal vermutlich Opfer eines beschädigten oder überlasteten Ökosystems wurde, hatten nur die Naturschutzorganisationen und Fachleute auf dem Schirm. „Die laute und schadstoffbelastete Ostsee stresst die Meeressäuger“, so zum Beispiel eine Expertin des NABU Schleswig-Holstein.[1] Die Ostsee ist überfischt, überdüngt und voll Mikroplastik. Der Wal hatte einiges an Plastik im Bauch. Der dichte Schiffsverkehr beeinträchtigt zudem die Orientierung der Wale, die sich über Schallwellen orientieren.

Bilanz: Es fehlt weithin das Denken in Systemzusammenhängen. Vermutlich können auch Menschen, die ganz allgemein die Kriegsgefahr beunruhigt oder die das Schicksal eines Wals umtreibt, schrittweise einen Zugang zu solchen Zusammenhängen finden, sobald sie innerhalb einer Initiative mit anderen zusammen die Probleme erörtern. Bereits politisch Engagierte dringen in der Regel tiefer ein, sobald sie auf nicht geahnte Widerstände stoßen und länger am Kampf beteiligt sind. Im Übrigen können wir nur auf Bildung setzen. „Thinking in system terms“ war zum Beispiel für Robert Hanvey, in den 1970er-Jahren in den USA ein starker Befürworter von Global Education, ein zentrales Lernziel.[2] Nur so könnten zum Beispiel die vielfältigen Auswirkungen der Einführung einer neuen, bisher fremden Technologie in ein traditionelles Wirtschaftssystem verstanden werden. Nur so könnten technizistische Lösungen etwa beim Versuch, die Geburtenrate in einem Land zu senken, vermieden werden. Ein Beispiel für technizistische Lösungen wären auch Impfkampagnen, die das Gesundheitssystem als Ganzes nicht im Blick haben. Seine Ausführungen legen nahe, dass Global Education als pädagogisches Begleitprogramm für die unter John F. Kennedy gegründete Agency for International Development (USAID) gedacht war, eine Agentur für die Soft Power der USA. Aber ungeachtet dessen, ist Hanveys Gedanke richtig.

Dem US-Präsidenten hätte solche Global Education gut getan. Trump ist das thinking in system terms fremd. Sonst hätte er nicht aktuell auf seiner Plattform forsch verkündet, er werde jetzt den Krieg im Libanon endgültig beilegen, wie er alle globalen Konflikte gern per Machtwort für beendet erklärt.

 

[1] https://schleswig-holstein.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/landesstellen/schweinswalschutz/34800.html

[2] Robert G. Hanvey: An Attainable Global Perspective. New York: The American Forum for Global Education 1976/2004.

Georg Auernheimer

Georg Auernheimer, Dr. phil., geb. 1939, lehrte an den Universitäten Marburg und Köln Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Interkulturelle Pädagogik. Ab 2005 ist er als politischer Publizist mit mehreren Buchveröffentlichungen in Erscheinung getreten.
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11 Kommentare

  1. Die Kleinen Leute wählen AfD weil sie wissen, woher diese das Geld nehmen will, das sie benötigen, nämlich durch Einstellung der Unterstützung des Ukrainekriegs, durch preiswerte Energielieferung infolge einer guten Beziehung zu Russland, durch Beschränkung der Migration auf das Notwendige, durch Beendung der Förderung von Antifa und NGOs, durch Kündigung des Kirchenkonkordats, durch Einstellung von Subventionen für „klimaneutrale“ Energien u. a. Außerdem hat auch die AfD eine Sozialprogramm. Ferner sollen die Menschen durch direkte Demokratie mehr Rechte bekommen.

    1. „Die Kleinen Leute wählen AfD weil sie wissen, woher diese das Geld nehmen will, das sie benötigen, nämlich durch Einstellung der Unterstützung des Ukrainekriegs, …“

      Die AfD stimmt aber der Kriegsertüchtigung zu, sie stimmt zu, 5% des BIP, also fast die Hälfte des Bundeshaushaltes für Rüstung auszugeben. Woher soll da was für Soziales kommen? Wo ist denn das Sozialprogramm der AfD? Das wird doch gerade schon durch die derzeitige Regierung verwirklicht. Nach der nächsten BT-Wahl können dann BlackRock und Goldmann-Sachs zusammen das Land endgültig an die Wand fahren. Sie werden prächtig verdienen an dieser Leichenfledderei.

      Systemisches denken heißt denken in Zusammenhängen. Dazu ist es notwendig, sich umfassend zu informieren, die gesammelten Informationen logisch zu verknüpfen und die sich daraus ergebenden Schlüsse auch zur Kenntnis zu nehmen. Deine Schlagworte sind das beste Beispiel für das Gegenteil.

      1. Ziemlich anmaßend, Ihr Kommentar, finde ich. Torwächter schreibt: „nämlich durch Einstellung der Unterstützung des Ukrainekriegs, durch preiswerte Energielieferung infolge einer guten Beziehung zu Russland“. Wenn die AFD nichts anderes umsetzt als diesen Punkt, hätten alle kleine und mittleren, sogar die etwas größeren Leute etwas davon.
        Kaum kommt jemand um die Ecke, der die AFD gegen die Blockparteien stellt, steht einer auf uns erzählt, warum sie keine Alternative sei.
        Brandmauern, Existenzvernichtung, AntiFAs Einsätze auf ihre Kandidaten, das spricht eine ganz andere Sprache.
        Was wir brauchen ist eine Zusammengehen Aller gegen diesen Krieg, ganz gleich aus welcher Partei und keine Spalter. Wie heisst es? El pueblo unido jamás será vencido.

        1. „Kaum kommt jemand um die Ecke, der die AFD gegen die Blockparteien stellt, steht einer auf uns erzählt, warum sie keine Alternative sei. …“

          Dann erkläre uns doch einfach mal, warum sie, die AfD, ein Alternative sein soll. Ich behaupte, die angebliche Brandmauer und das Gerede vom Verbieten sind nichts als geschickte Propaganda für den Honeypot des Kapitals. Du darfst mich gerne wieder als anmaßend bezeichnen, aber unzufriedene, aber wenig informierte Mitbürger sollen die wählen. Wo sind deine Gegenargumente gegen meine Aussagen? Spalter sind genau diejenigen, die nicht auf Argumente eingehen und so einen fundierten Diskurs verhindern, nicht diejenigen, die Argumente liefern. Diese könnte man ja widerlegen, wenn man dann Gegenargumente hätte.

          Nochmal, klipp und klar formuliert, kannst du gerne widerlegen: Innen- und sozialpolitisch wird die AfD genau so handeln wie die CxU, von der sie ja abstammt, eher noch schlimmer. Die paar, vor allem außenpolitischen Ansätze, die sie plakativ vor sich herträgt, machen den Kohl nicht fett.

          1. „Die paar außenpolitischen Ansätze…“
            Diese paar, wenn sie denn umgesetzt würden, reichen mir vollkommen aus- genau das hatte ich geschrieben und mit Ihrem Aufplustern können sie das nicht wegpusten, so viel Luft haben Sie nicht.
            Ich schrieb: Wenn die AFD nichts anderes umsetzt als diesen Punkt, hätten alle kleine und mittleren, sogar die etwas größeren Leute etwas davon. Nämlich keinen Krieg – für Sie eine Petitesse – aber nicht für mich.

    2. Diese Behauptung über die 5% Militärausgaben ist nicht wahr. Chrupalla kritisiert Aufrüstung, Sondervermögen und Auslandseinsätze.
      Lucassen hat sein Amt aufgegeben. Dass Weidel von 5% gesprochen hat, wird bestritten. Ich habe im TV eine Diskussion verfolgt, in der sie sagte, realistisch seien allenfalls 3,5%. Als Parteivorsitzende hat sie es manchmal schwer mit eindeutigen Aussagen, wenn es verschiedene Meinungen gibt.
      Selbst wenn die 5% wahr wären, wie sie von den Altparteien gefordert werden, würden die von mir genannten Sparvorhaben bestehen bleiben.

      1. Leider äußerte Weidel genau diese 5% sehr nachdrücklich bei einem Gespräch mit Wagenknecht ist wohl ihre Option einer nationalen Verteidigungsstrategie). Dort fiel auch der Satz, dass Hitler ein Kommunist gewesen sei. Seither kann ich sie nicht mehr wirklich ernst nehmen – bei Chrupalla ist das deutlich anders. Hoffen wir, dass dies nicht der Ansatz zur Spaltung ist.

    3. Die AfD strebt ein Rentenniveau von rund 70 % an. Den Rest des Sozialprogramms will ich dem Leser ersparen, da es in diesem Artikel darum nicht geht.

  2. Es gab da ein Ereignis, dass dem Kapital eine ewige Lehre und Mahnung ist. Nämlich, als man Lenin mit Geld ausgestattet nach Russland schickte, um Russland per inneren Unruhen aus dem 1. WK ausscheiden zu lassen. Dieser nutzte die Gelegenheit, um eine sozialistische Revolution zu organisieren und auch noch zu gewinnen. Was kaum einer weiß. Er hat das Geld hinterher zurückgezahlt. Kommunisten sind eben ehrlich. Danach wusste das Kapital, dass der Sozialismus und alle sozialistischen Ideen schlimmer sind, als für den Teufel das Weihwasser. Deshalb hat es nach dem 2. WK seine Hausaufgaben gemacht und die abhöngig Beschäftigten von jeglichem Klassenbewusstsein und kritischem Denken befreit.

  3. Naja, so viel zum Thema Tempolimit und dem Vergleich zwischen dem Verkehrsfluss im Ausland und dem unsrigen:
    ich fuhr ein paar Tage quer durch die Niederlande, Österreich, Italien.
    So gut wie kaum Staus (außer an der Maut-Stelle der Brenner-Autobahn, wenn man zum falschen Zeitpunkt dort ankommt). Überall herrscht Tempolimit – soweit richtig. Der kausale Zusammenhang besteht allerdings nicht, wie manche offenbar meinen zu wissen. Der Grund für den extrem miserablen Verkehrsfluss auf deutschen Autobahnen ist zum einen die extrem hohe Dichte an LKW, zum anderen die extrem hohe Dichte an (Langzeit)Baustellen und aus beidem als Resultat die häufigen Unfälle. Hat nichts mit fehlendem Tempolimit zu tun.

    Zum Thema Rohstoffhunger und daraus resultierenden Kriegen: klar hängt die Weltwirtschaft vor allem noch an fossilen Rohstoffen, vor allem im Bereich Kunststoffe, Pharma/ Chemie, Düngemittel, Baustoffe, Treibstoffe.
    Aber: unsere Kriegstreiber, oder zumindest einer von ihnen hat doch erst kürzlich zugegeben, um was es im Krieg gegen Russland in der Ukraine eigentlich geht – um Rohstoffe! Genau. Und zwar nicht um fossile, sondern um die, die unsere sogenannte „Energiewende“ möglich machen sollen. Also wird der Krieg in der Ukraine vor allem wegen seltenen Erden und Lithium geführt.

    1. @Hermes335:
      Das ist mir zu eindimensional. Natürlich sind LKW-Dichte, Dauerbaustellen und Unfälle ein großes Problem auf deutschen Autobahnen. Aber das fehlende Tempolimit verschärft genau diese Probleme zusätzlich.

      Verkehrsfluss entsteht nicht dadurch, dass einzelne möglichst schnell fahren können, sondern dadurch, dass möglichst viele Fahrzeuge mit möglichst geringen Geschwindigkeitsunterschieden unterwegs sind. Genau daran scheitert es in Deutschland oft: rechts LKW mit 85–90 km/h, daneben Autos mit 120–140 km/h, und von hinten kommt jemand mit 180 oder 220 km/h angeschossen. Das erzeugt Bremswellen, Spurwechselstress, riskante Situationen und am Ende genau jene Staus und Unfälle, über die man sich dann wundert.

      Ein Tempolimit würde Baustellen und LKW nicht wegzaubern, aber es würde die Geschwindigkeitsdifferenzen reduzieren und damit den Verkehrsfluss stabilisieren. Zu behaupten, das habe „nichts“ mit dem fehlenden Tempolimit zu tun, ist daher ziemlich gewagt. Es ist nicht die einzige Ursache, aber ein deutlich negativer Faktor.

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