Stell dir vor, es ist Krieg – und du gehst doch hin

Symbolbild: Wehrpflicht verweigern
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Junge Männer, die bekanntmachen, dass sie Deutschland in keinem Fall mit der Waffe in der Hand verteidigen würden, führen bei manchem zu Schnappatmung. Dieses Thema ist jedoch völlig bedeutungslos.

Deutsche Medienschaffende haben eine neue Sensation, eine Kuriosität für sich entdeckt. Wie einst Arno Dübel, den man vor Jahren als Paradebeispiel für einen arbeitsscheuen Hallodri in diversen Sendungen oder Artikel vorführte, so hat man nun junge Männer für den medialen Beschau entdeckt, die kühn von sich behaupten, das Land – im Falle eines Falles, also Ernstfalles – nicht mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Vaterlandslose Gesellen also, die nicht bereit dazu sind, süß und ehrenvoll für das Vaterland zu sterben.

Zwei Namen hat man dabei entdeckt: Ole Nymoen, der den Bestseller »Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde« schrieb – und Simon David Dressler, der sich als »Linksfluencer« sieht. Die beiden jungen Männer machen selbstbewusst deutlich, dass sie dieses Deutschland nicht für verteidigungswürdig halten. Man kann nachvollziehen, was sie meinen. Ein Land, dass zwischen Sozialabbau, Verwahrlosung und Strukturschwäche taumelt, mit seinem Leben zu verteidigen: Da gibt es in der Tat ein gewisses Vermittlungsproblem.

Deutschland, du mieses Stück Scheiße?

Natürlich ist es einfach, diese beiden Protagonisten als Egoisten abzutun, die nicht bereit sind, etwas für ihr Land zu leisten – oder sogar etwas zu geben, und sei es nur die Kleinigkeit ihrer körperlichen Unversehrtheit oder gar das noch junge Leben. Dabei malt man ein Szenario an die Wand, in dem alle Mitglieder der Gesellschaft ihren Teil zum Existenzkampf beitragen müssen, der ein eingetretener Ernstfall ja wäre. Nur einige wenige, deren Symbolfiguren im Augenblick Nymoen und Dressler zu sein scheinen, würden sich diesem existenziellen Ringen entziehen. Die Aussagen der beiden lassen sich spielend zu einer Art von nationaler Krise umdeuten – der Individualismus kann auf diese Weise als Irrweg eingestuft werden. Deutschland als mieses Stück Scheiße, dieser oft skandierte Ruf der Antifa, hier legt man ihn den allzu individuellen Herren in den Mund.

Verweichlichte junge Leute – das leitet man aus den Auftritten der beiden Galionsfiguren ab. Soll man auch ableiten, um eine demnächst rigidere Wehrpolitik zu rechtfertigen. Nymoen und Dressler werden als Projektionsflächen instrumentalisiert. Dabei bleibt selbstverständlich außer Acht, dass die Verweigerung der eigenen Kampfbereitschaft nicht auf Verweichlichung deutet, sondern – ganz im Gegenteil – auf Mut. Man muss sich erstmal trauen, sich hinzustellen und zu erklären: Wenn alle kämpfen, ich werde es nicht tun. Dabei ist das Ausgesprochene nicht undenkbar – war es nie. Denn tatsächlich ist die Weigerung, für das eigene Land zu sterben, weder eine neue noch eine besonders ungewöhnliche Position. Über Jahrhunderte hinweg mussten Staaten erheblichen Aufwand betreiben, um Menschen zum Kriegsdienst zu drängen – die ganze abendländische Geschichte strotzt nur vor solchen Kampagnen: Patriotische Erzählungen, nationale Mythen, sozialer Druck und zuletzt auch Zwang.

Die Bereitschaft, das eigene Leben für politische Gebilde zu opfern, stellte historisch keineswegs den selbstverständlichen Normalzustand dar. Der Versuch, daraus jetzt Aufregung zu destillieren, ist demgemäß ein etwas künstlicher Vorgang – Propaganda eben. Gleichwohl muss man konstatieren, dass die forcierte Debatte überhaupt keine Relevanz besitzt – außer eben Grundlagen zu schaffen. Die Vertreter der Verweigerungshaltung werden zu Wehrpflichtzwecken vorgeführt, deren Position ist allerdings – so leid das einem tun kann – eher zweitrangig. Denn in Zeiten des Ernstfalles gibt es keine optionalen Entscheidungsmöglichkeiten. Dann heißt es zu kämpfen oder zu flüchten, zu kämpfen oder sich einsperren zu lassen – und ja, auch das kann blühen, je länger es dauert, desto gewisser: zu kämpfen oder sich an eine Wand stellen zu lassen, wenn vielleicht auch »bloß« inoffiziell. Der zur Schau gestellte Individualismus hat im Überlebenskampf leider noch nie eine Überlebenschance gehabt.

Du bist nichts, der Ernstfall alles

Dass Meinungsfreiheit oder körperliche Selbstbestimmung in einem Kriegsszenario irgendeine auch nur untergeordnete Rolle spielen könnten, darf man getrost als Missverständnis verstehen. Der Ernstfall ist ein Gleichmacher, er unterwirft jeden Menschen, der auf dem Terrain einer kriegsführenden Nation lebt, den »Regularien« der Notwendigkeit des Augenblicks: Jeder, ob uniformiert oder in Zivilkleidung, wird zur Verfügungsmasse staatlicher Allmacht herabgewürdigt. Natürlich wird man nicht müde, ein solches Szenario als gesichert und damit auch im Rahmen rechtsstaatlicher Ordnung vorzustellen, aber der Ernstfall erlaubt natürlich ein Einfrieren von gewissen Grundrechten – ein Blick auf die viel weniger dramatische Pandemie hilft dabei, den dünnen Lack der Zivilisation zu erkennen, der in solchen Momenten absplittert.

Zu befürchten ist überdies, dass auch die »grundgesetzliche Vorgehensweise innerhalb des Ausnahmezustandes« schnell abgewickelt werden könnte. Zwar ist beispielsweise die Todesstrafe auf dem Boden der Europäischen Union auch im Falle eines Krieges nicht erlaubt. Aber wer kann garantieren, dass im Verlaufe eines Krieges nicht Radikale das Ruder in die Hand bekommen, die auch diese Regelung zurücknehmen? Ein solches Szenario ist (fast naturgemäß) die Stunde der antizivilisatorischen Hardliner, einen »gesicherten Modus« gibt es nicht im Krieg – je länger er geht, desto mehr stellen solche Eiferer auf den Prüfstand. Der Individualismus wird dann drastisch abgebaut, die Nation wird mit kollektiven Vorstellungen neu aufgestellt. Das Ich ist nichts – das Wir jedoch alles.

Die Diskussion, die jetzt also geführt wird, und in deren Verlauf sich Protagonisten als strikte Verweigerer vorstellen, ist nur bis zu dem Moment überhaupt von Belang, bis der Ernstfall eintritt. Bis dahin fragt man noch hier und da, was der Einzelne vielleicht will oder doch eher ablehnt. Danach sind seine Vorstellungen und Vorlieben noch nicht mal mehr Gesprächsstoff für eine theoretische Debatte. Vielleicht mag sich anfangs noch der eine oder andere in die Verweigerung flüchten können – aber wie vergleichsweise schwierig es werden wird, in einem fortwährenden Kriegsszenario durchzuhalten, darauf gab die Debatte um die Impfung schon Aufschluss: Dem Druck standzuhalten war für viele kaum möglich. Wie sehr wird man Verweigerer wohl drücken, wie deren Haltung öffentlich vorführen? Man erahnt es wohl in Kenntnis der letzten Jahre. Das, was Nymoen und Dressler heute noch kundtun können, wird dann wohl kaum noch sagbar sein, ohne sich selbst größter öffentlicher Gefahr auszusetzen.

Pazifisten, die Pazifisten töten

Gemeinhin betrachten wir die Kriege der Vergangenheit unter nationalen Aspekten. Wir schauen zurück und wissen, wie die Deutschen in Belgien einfielen und weiter Richtung Paris marschierten – in den Feldern um die Marne, an der Somme, in Verdun trafen Deutsche auf Franzosen. Auch auf Briten. Später auf Amerikaner. Nationalstaaten fochten den Krieg aus, deutsche Soldaten starben ebenso wie französische, britische, amerikanische und andere Truppen, die aus dem Commonwealth und dem Hinterland der Mittelmächte herangezogen wurden. Die Heere bestanden aus Männern, die auf ihresgleichen schossen. Handwerker zielten auf Handwerker, Büroangestellte bajonettierten Berufskollegen auf irgendeinem gottverlassenen Feld. Und vermutlich bestanden diese Armeen in großer Mehrzahl aus Männern, die sich selbst als friedliebend eingeordnet hätten.

Wie viele Pazifisten haben in den Kriegen des 20. Jahrhunderts – und vorher? – auf Pazifisten geschossen? Es wäre spannend zu erfahren, wie viele Friedliebende andere Friedliebende getötet haben. Sie taten es freilich nicht, weil sie plötzlich aufgehört hätten, dem Frieden die größte Bedeutung beizumessen. Was hätten sie denn sonst tun sollen? Nicht schießen und sich dafür erschießen lassen? Die beste Friedensliebe nützt einem nichts im Ernstfall – der Soldat, der im Privatleben für diplomatische Händel war, der alles besser fand, als auf Menschen zu schießen, sah sich dem totalen Nihilismus ausgeliefert. Tötete er trotz pazifistischer Grundierung nicht, stieg die Wahrscheinlichkeit des eigenen Ablebens drastisch. Auch die Alternativen ließen ihm kaum eine Wahl: Ins Gefängnis gehen, Frau und Kind sich selbst überlassen? Auch das wäre eine Option gewesen. Aber für wen?

Natürlich soll mit keiner Silbe der Einsatz der beiden anfangs genannten jungen Herren namens Nymoen und Dressler geschmälert werden – ihr Wirken ist wichtig. Aber natürlich darf man skeptisch bleiben, was die Aussichten betrifft, sofern der Kriegsfall eintritt. Verweigern muss man sich leisten können – tut man es nicht, landet man in so einem Moment in der Uniform, bleiben die eigenen Ideale auf der Strecke. Der Krieg, ist er erstmal da, ist schrecklich desillusionierend. Er zermalmt jedes persönliche Leitbild, macht jeden Zauderer zum wahrscheinlichen Opfer. Die zentrale Frage ist also nicht, wie bereit man dazu ist, im Fall des Falles zu verweigern – das werden ohnehin nur wenige tun, eine breite Mehrheit wird – pazifistische Grundhaltung hin oder her – das Land verteidigen, ganz egal wen man die Schuld für einen Waffengang gibt. Denn tut man es nicht, geht man mit Sicherheit unter. Will man das für sich und die Seinen? Kämpft man dann nicht lieber für das eigene Falsche als für das andere, ganz egal ob das dann richtig oder falsch ist? Die Frage ist also letztlich, wie man den Ernstfall verhindern kann – die Verweigerung, die sich formiert, so ehrlich muss man wohl sein, ist das letzte Hoffnungsgefecht, das einem einreden soll, dass man auch im Schlimmsten noch eine Wahl hat. Stell dir vor, es ist Krieg – und keiner geht hin. Der berühmte Satz von Bertolt Brecht ist markig, er bleibt hängen. Was er jedoch nicht beleuchtet: Wenn auf der anderen Seite nur eine Handvoll doch hingeht, wird es bitter. Von den Maßnahmen gegen Verweigerer gar nicht erst zu sprechen …

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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62 Kommentare

  1. Was muß man denn bei ChatGPT eingeben, um so ein Ergebnis zu erhalten? 🙂
    Besonders lustig finde ich den Zuschauer, der die typische Silhouette unserer neuen Eckensteher aufweist.

    1. Wenn sich die Frage auf das Bild bezieht: Ich gab ChatGPT den fertigen Artikel und bat darum, ein Bild zum Inhalt zu liefern – jedoch ohne Schrift, ChatGPT neigt dazu, Schlagworte in ein Artikelbild zu bauen, so man es nicht explizit ausschließt.

      1. Ja, das Bild war gemeint, danke für die Antwort. Das hätte ich nicht vermutet, daß der Text dieses Bild hervorgebracht hat. Das Bild ist eigentlich so plakativ, daß es schon wieder infantil ist. Aber der Jugendliche, der klar als nichtdeutsch zu erkennen ist, setzt rasierklingenscharf die Aussage: Ein junger Kulturfremder, etwa aus Nordafrika, blickt verwundert auf die deutsche Geschichte, die deutsche Kultur und das für ihn nicht erschließbare deutsche Wesen, vollkommen teilnahms- und verständnislos. Auf den 2. Blick doch ein gutes Bild.

    1. Rechtslage, Gesetzestexte, stimmt, da war was. Die gelten immer dann wenn es den Herren und ihren Schergen passt und wenn nicht, dann eben nicht.

      Es gab da, nicht lange her, ein paar Jährchen, den Startschuß zum totalitären Umbau. Das fand Ole (beim Spiegel, vor einem Jahr) wichtig und richtig. Na, ist wahrscheinlich egal wenn andere über die Klinge springen. Doof wird das erst wenn man selbst dabei wäre.

      Egal. Wen interessieren Gesetze im permanenten Ausnahmezustand?

    2. Das Buch ist von 1984 !, da kann das Skandalurteil 4 ARs 11/24 des BGH vom 16.01.’25 doch noch garnicht berücksichtigt sein.

      Zitiert sei ein Satz aus diesem Urteil, der es in sich hat :
      “ cc) Wie gesehen, sind Grundrechtsverkürzungen im Verteidigungsfall aber
      auch der deutschen verfassungsrechtlichen Ordnung selbst – auch in Bezug auf
      die Gewissensfreiheit – nicht fremd, sondern in ihr angelegt. Dabei erscheinen
      sogar weitergehende verfassungsimmanente Einschränkungen des Kriegs-
      dienstverweigerungsrechts bis hin zu dessen Aussetzung in existenziellen Krisen
      des Staates prinzipiell nicht undenkbar. “

      Da scheint in der Zukunft in der BRD ja so Einiges „denkbar“ zu sein; wie schon gesagt : Die Ukraine und der Umgang seiner Eliten mit dem unvermögenden Kriegsdienstverweigerer, ist ein düsteres Menetekel dafür, was aufs uns zukommt.

  2. Das Dilemma, sich in einer Vielzahl widersprüchlicher Argumente zu verfangen, muss jeder für sich selber auflösen.
    Wie die Verweigerung auch in Kriegszeiten geht, kann man gerade an den Nichthelden in der Ukraine lernen.
    Bestechung, Untertauchen, Stillhalten, Fliehen – alles auch in einem kriegstüchtigen Deutschland denkbar.
    Man muss nicht gleich immer davon sprechen, Verweigerung hätte zur Folge an die Wand
    gestellt zu werden.
    Das war schon im deutschen Naziamoklaufvdie Ausnahme.
    Ganz falsch aber ist, den Krieg als
    “ Überlebenskampf“ zu labeln. Das ist nationalistisches Getröte.
    Wie jeder weiß, ist Krieg ein Geschäft.
    Macht, Glaube, Aktienkurse, Wahnideen schwimmen in der Suppe der propagandistischen Begleitküche.
    Blöd wer sich für solchen verlogenen Unsinn erschießen lässt
    Kriege sind gewollt, nicht notwendig. Konstruiert von verkommenen Subjekten, denen Menschen nur Fleischmasse sind, die das unbedingte Gebot ‚ Du sollst nicht töten‘ für Jesus schlechtesten Witz halten.

    1. „Das Dilemma, sich in einer Vielzahl widersprüchlicher Argumente zu verfangen, muss jeder für sich selber auflösen.
      Wie die Verweigerung auch in Kriegszeiten geht, kann man gerade an den Nichthelden in der Ukraine lernen.“

      Jemand der in Deutschland volljährig wird und keinen Jagdschein hat sollte in der Lage sein dies für sich beurteilen zu können und die entsprechenden Schritte durchführen zu können.

      Das an jemanden der z.b. als Berufssoldat verweigert höhere Ansprüche bzgl. der Stichhaltigkeit seiner Gründe gestellt werden liegt in der Natur der Sache.

  3. Auch in unserer Gesellschaft gilt: Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei.
    Und was die Verweigerer anbelangt. Medial werden sie benutzt, um die Haltung dahinter zu diffamieren. Ich Stelle mir vor, wie ein Verweigerer auf eine Keamp-Karrenbauer trifft. Oder einen Pistorius. Der würde medial platzgemacht und der angebliche Moderator, oder die angebliche Moderatorin würden sie zur medialen Schlachtbank führen. Alles ganz demokratisch, versteht sich.
    So bereitet man Kriege vor. Man diffamiert die eigenen Kriegsgegner. Wenn Tucholsky noch leben würde, könnte er ein Lied davon singen. Auch er wurde so medial geschlachtet, dass er keinen Ausweg mehr sah. Wir können nur immer wieder die eigenen und fremden Kriegsprofiteure bloßstellen. Denn was sagte Brecht zu Karthago nach dem 3. Krieg? Es wird keinen Gewinner geben, außer denjenigen, die sich mit 100%iger Sicherheit vorher rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben werden, nachdem sie ihre Rüstungsprofite eingestrichen haben. Alle anderen werden das Desaster nicht überleben, bzw. lohnt es sich nicht mehr, für sie, es zu überleben.

  4. Die Schwester meiner Frau hat zwei Kinder, Zwillinge!
    Beide sind 16 Jahre alt und befürworten den Wehrdienst, wollen das Vaterland verteidigen.
    Die Eltern wählen Grün, die Schwägerin freute sich letzthin, das ihre Rheinmetallaktien schöne Dividenden abwerfen würden, sie ist aber gegen „Rechts“ und beteiligt sich an Anti-AfD-Demos.
    Woke ist sie schon auch….ebenso die Kinder.
    Verständnis für den Schülerstreik ist dort nicht zu finden, die Gefahr Putin betrifft uns alle, daher muss man sich verteidigen und kriegstüchtig werden, wer da nicht mitzieht, sei „Gemeinschaftsfremd“ ( den Ausdruck hatte ich zuletzt beim Addolff gehört ) und gehöre ausgeschlossen, zum „Vaterlandsverräter“ wollte man sich noch nicht versteigen.
    Sie kennen die Fakten, meinen sie, Putin hat uns das Gas abgedreht, Minsk war ein kluger politischer Schachzug und alles, was vor dem „VölkerrechtswidrigenEinmarsch“ im Donbass geschah, geschah eben nicht, Verschwörungstheorie.
    Genau wie Corona, Verschwörungstheorie, Nord-Stream können auch die Russen gewesen sein….
    Natürlich muss man die Russen in der Tiefe des Raumes angreifen, er muss geschwächt werden, der Putin, dann können wir uns leichter verteidigen, wenn er angreift.
    Gegen den Klimawandel muss natürlich auch was unternommen werden, daher sind zwei der drei Autos elektrisch und
    der Müll muss getrennt werden.
    Der Sozialstaat ist nicht mehr bezahlbar, ist eine ihrer Wahrheiten, auf sozial Schwaches wird herab gesehen, irgendwie sind die ja selbst schuld, die meisten wollen doch nicht arbeiten.
    Mehrere Mietshäuser sind auch vorhanden, Steuertricks und Überschreibungen sind Usus, Mieten werden erhöht, sobald irgend möglich.
    Die Satten und Saturierten, da kommt man nicht zwischen.
    Umso wichtiger sind die im Artikel beschriebenen Statements, aber dem Autor muss ich leider recht geben, das im „Ernstfall“ derlei Dinge obsolet sein werden.
    Wir haben (noch) keinen Verteidigungsfall, aber die Hexenjagden haben schon begonnen und es ist anzunehmen, das sich im „Ernstfall“ diese verstärken werden.
    Wo das hinführt wage ich mir gar nicht auszumalen, da das Grundgesetz schon lange bei den Politoligarchen keine Rolle mehr zu spielen scheint.
    Im Verteidigungsfall werden die apokalyptischen Reiter über die Menschen herein brechen, soviel ist jedenfalls sicher!
    Daher ist jede Stimme dagegen von großer Wichtigkeit!

    1. Eine perfekte Beschreibung des deutschen Philisters, der eigentlich noch viel schlimmer als Manns Untertan ist. Weil er sich „links“ und „progressiv“ wähnt. „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus, er wird sagen, ich bin der Antifaschismus“ (Ignazio Silone).

    2. Du beschreibst typische Grüne. Ich kenne da auch welche persönlich, die hättest Du damit fast perfekt beschrieben – wie Klone. Die Sekte ist so: verlogen bis ins Mark, heuchlerisch, weltfremd. Komplett in ihrer Ideologie gefangen.

  5. Das ist ja alles schön und gut aber…

    1. Der „Ernstfall“ ist nach wie vor ein Konstrukt das im Moment noch nicht mal sehr warscheinlich ist. Es sei denn, wir lassen zu das dieser Staat weiter so zündelt wie bisher… wogegen zugegebener massen die Mittel recht begrenzt sind.
    2. und viel Wichtiger bedeutet die Verweigerung für diesen Staat zu kämpfen weder:
    a. eine pazifistische Grundhaltung
    noch:
    b. nicht im Fall des Falles zu kämpfen.
    Die Frage ist dann halt nur wofür.

    Auch wenn es einen staatlich provozierten Konflikt gibt kann und muß immer noch jeder abwägen für was er sein Leben aufs Spiel setzt. Das einem in diesem Fall, wie dargestellt, Gewalt durch den eigenen Staat blüht bringt mich eher weniger zu der Überzeugung für diesen kämpfen zu wollen. Natürlich hat man keine große Wahl mehr wenn man mit Gewalt konfrontiert wird. Um so wichtiger ist es die eigenen Prioritäten zu kennen um zu sehen wo sich das eingehen eines Risikos lohnt, oder wo man nach Möglichkeit lieber ausweicht. In diesem Sinne sollte jeden Herrn Nymoem folgen und sich diese Fragen schon jetzt stellen. Wenn der Stress erst mal da ist kann man keine vernünftigen Entscheidungen mehr treffen.

    Darstellungen wie in diesem Artikel bringen mich eher zu der Überzeugung das im Krieg jeder mein Feind ist. Darum hoffe ich, wenn auch nur auf kleiner Flamme, weiterhin das es nicht so weit kommt. Und werde weiterhin alles versuchen das zu Verhindern. Das ist aus meiner Sicht Pazifismus und nicht eine bedingungslose Ablehnung von Gewalt.

    1. Genau so sehe ich das auch. Herr Nymoen hat in seinem Buch ja gut dargestellt, dass die eigentliche Front im Krieg nicht zwischen Russen und Deutschen verläuft, sondern zwischen Kriegstreibern und Fußvolk.

  6. Man muss diesem Land früh genug den Rücken kehren um nicht in den Krieg mit hineingezogen zu werden. Fraglich ist, ob man als Soldat sterben wird. Wahrscheinlicher ist der Strahlentod an der Heimatfront. Solle die NATO mobil machen, wird Russland auf den Knopf drücken müssen um sich von der Plage West-Europa zu befreien.

    1. „Solle die NATO mobil machen, wird Russland auf den Knopf drücken müssen …“

      Klaus von Dohnanyi erzählte bereits mehrmals öffentlich, dass während einer US-Simulationen 1979, an der er teilnahm, um den sowjetischen Vormarsch zu stoppen, die Amerikaner den Einsatz einer taktischen Atomwaffe vorschlugen – und zwar über deutschem Boden (konkret über einer grenznahen Stadt zur DDR, oft wird Fulda oder der Raum Hessen genannt).

      Aber ja, die Annahme, dass der Krieg gegen Russland allein konventionell abliefe, obwohl die NATO bereits heute Russland konventionell um ein zig-faches überlegen ist, ist absolut unrealistisch und allein ein Akt der Volksverdummung seitens unserer Politiker, die uns für Fremdinteressen (US, BlackRock etc. ) willig zu opfern bereit sind.

      1. Der Plan dürfte aktualisiert worden sein.
        Wenn ich mir die Landkarte so anschaue, kann ich mir vorstellen, dass Berlin-Cottbus-Dresden atomar „geopfert“ werden, um „Den Russen“ aufzuhalten.

  7. Sehr guter Artikel, Herr De Lapuente. Ganz meine Meinung.

    Zitat: „Die Diskussion, die jetzt also geführt wird, und in deren Verlauf sich Protagonisten als strikte Verweigerer vorstellen, ist nur bis zu dem Moment überhaupt von Belang, bis der Ernstfall eintritt.“

    So ist es.

    Und wer dann immer noch verweigert, der landet entweder
    a) im Gefängnis, oder nach den ersten 10.000,
    b) an der Wand, und
    c) diejenigen, die im Gefängnis sitzen, haben irgendwann die Wahl zwischen Krieg oder b).

    Die einzigen „Schonungsmittel“, die ich sehe, sind:
    1. sehr tiefes Alter, vielleicht bis 8 Jahre,
    2. sehr hohes Alter, vielleicht ab 80 Jahren,
    3. sehr schwere Krankheit oder Behinderung, wobei diese im 1000jährigen Reich auch keineswegs sicher waren, nur in anderer Hinsicht,
    4. Reichtum, Macht und Einfluss,
    5. Politiker in sehr hohen Positionen,
    6. Kinder solcher Politiker von 5.,
    7. Geheimdienstmitarbeiter,
    8. Polizei,
    9. vielleicht Feuerwehrpersonal,
    10. Ärzte, die zur Behandlung von Soldaten benötigt werden,
    11. deren Assistenten (von 10.),
    12. Flucht in einen Staat, z.B. in einen, der nicht betroffen ist,
    13. Suizid (wobei das natürlich keine wirkliche Lösung für Lebenswillige ist),
    14. systemrelevante Dienste und Industrien, also indirekter Kriegsdienst, z.B. Beschaffung von Lebensmitteln für das Militär,
    15. Mitarbeiter in der Waffenindustrie, so sie wirklich für die Entwicklung und Herstellung benötigt werden,
    16. hochrangige Wissenschaftler.

    Da jedoch wohl 90% der Bevölkerung nicht zu diesen o.g. gehören: „Willkommen beim Töten anderer, gegen die man vielleicht gar nichts hat, die man nicht kennt, und mit denen man vielleicht sogar hätte Freundschaft schliessen können“.

    1. Für 12. dürfte es bis dahin zu spät sein. Viel erfolgsversprechender und vor allem effektiver wäre es, 12. vorzuziehen; wenn nicht auf gestern, so zumindest auf jetzt. Dann wäre man zumindest nicht an der Finanzierung der unbegrenzten Sondervermögen beteiligt und die Kriegstreiber müssten sich andere Freier für ihr übles Spiel suchen…

  8. „Die beiden jungen Männer machen selbstbewusst deutlich, dass sie dieses Deutschland nicht für verteidigungswürdig halten. Man kann nachvollziehen, was sie meinen. Ein Land, dass zwischen Sozialabbau, Verwahrlosung und Strukturschwäche taumelt, mit seinem Leben zu verteidigen“

    Heute erklärte man mir aufgeregt im DLF, dass es die Chinesen seien, die unsere Wettbewerbsfähigkeit zerstören. Ach so, wir haben gar nichts gemacht. Und zum Ausgleich müssen wir jetzt tüchtig „kriegstüchtig“ werden, derweil unsere Krankenhäuser nicht mal Geld für Klimatisierung bekommen.

    Womit wir bei den alten Männern sind. Für die gilt: Stell dir vor, du willst den nächsten Krieg in der Tagesschau geniessen – aber er kommt direkt in deine Stadt, in deine Nachbarschaft und in dein Wohnzimmer. Da ist der Spaß vorbei.

    1. „Stell dir vor, du willst den nächsten Krieg in der Tagesschau geniessen – aber er kommt direkt in deine Stadt, in deine Nachbarschaft und in dein Wohnzimmer. Da ist der Spaß vorbei.“

      Hervorragender Kommentar! Bravissimo!

  9. Herr De Lapuente schreibt: „Der Krieg, ist er erstmal da, ist schrecklich desillusionierend.“

    Dass kann man so sagen. Deshalb sollte man auch vorher alles dafür tun, den Krieg zu verhindern. Das ist wie mit dem Kind und dem Brunnen. Wenn das Kind erst einmal hineingefallen ist und unten langsam ersäuft, falls es den Sturz überlebt hat, dann ist es zu spät. Wenn diese Meldung „late“ am Abend im ZDF in der Sendung von „Madame“ Sarah Bosetti kommt, dann ist es „too late“, wenn das Kind um 5:45 in den Brunnen gefallen ist. Außerdem hat „Madame“ Bosetti wahrscheinlich immer noch Probleme mit ihrem Blinddarm.

    Und überhaupt: Wer hat denn noch einen eigenen Brunnen in seinem Garten? Jeder zweite Deutsche kann gendern, aber vier von drei DeutschINNEN, Deutschen und deutschen Diversen können nicht mehr rechnen, der fünfte versteht den Witz nicht und der sechste weiß im Land der Dichter und Denker nicht, was mit der Redewendung „das Kind ist in den Brunnen gefallen“ gemeint ist.

    Auf der anderen Seite helfen die Prostituierten und Zuhälter in den öffentlich-rechtlichen und privaten Mainstream-Medien jeden Tag fleißig mit, dass die Illusion, es würde bei der „Kriegstüchtigkeit“ um die Freiheit, die Verteidigung westlicher „Werte“ und die Demokratie gehen, solange wie möglich aufrecht erhalten wird.

    Vor der „Zeitenwende“ eines gewissen Olaf Scholz gab es im ÖRR und den privaten Konzernmedien viel mehr (Anti-)Kriegsfilme. Jetzt sieht man fast keine mehr.

    „Stalingrad“ von Joseph Vilsmaier (1993),
    „Die Brücke“ von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1959,
    „Wege zum Ruhm“ von Stanley Kubrick (1957)
    „Die Brücke am Kwai“ von David Lean (1957)
    „Im Westen nichts Neues“ von Lewis Milestone (1930)
    „Das Boot“ von Wolfgang Petersen (1981)
    „Full Metal Jacket“ von Stanley Kubrick (1987),
    „Brotherhood – Wenn Brüder aufeinander schießen müssen“ von Kang Je-gyu (2004) und
    „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola (1979), wenn Lt. Col. William alias „Bill“ Kilgore sagt:

    „You smell that? Do you smell that? Napalm, son. Nothing else in the world smells like that. I love the smell of napalm in the morning. You know, one time we had a hill bombed for 12 hours. When it was all over, I walked up. We didn’t find one of ‚em, not one stinkin‘ dink body. The smell — you know that gasoline smell — the whole hill smelled like …“

    „Riechst du das? Riechst du das? Napalm, mein Junge. Nichts auf der Welt riecht so wie das. Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen. Weißt du, einmal hatten wir einen Hügel, der zwölf Stunden lang bombardiert wurde. Als alles vorbei war, bin ich hinaufgegangen. Wir haben keinen einzigen von ihnen gefunden, keine einzige stinkende Leiche. Der Geruch – du kennst doch diesen Benzingeruch – der ganze Hügel roch nach …“

    Es gibt auch noch andere (Anti-)Kriegsfilme, aber warum werden so wenige (Anti-)Kriegsfilme im Fernsehen gezeigt?
    Die Antwort lautet: Das könnte einen Teil der Zuschauerinnen und Zuschauer vor dem Krieg verunsichern und die Illusion rauben, dass es hier um edelmütige und hehre Werte geht (Vaterland, Ehre, Treue, Freiheit, Demokratie, die Verteidigung des Landes). Dann könnten viel mehr Leute auf die Idee kommen, dass das ein riesengroßer stinkender Misthaufen ist und eine Lüge ist. Wenn man auf dem Schlachtfeld in kleine Fetzen gerissen wird oder auch „nur“ die Beine, die Arme und/oder ein Auge verliert, dann ist Schluss mit der Illusion, hier würde die „Freiheit“ des Wertewestens „verteidigt“.

    R.I.P. Max Zimmermann,
    gestorben 13. Mai 1945 im KZ Dachau

    1. Stimme Ihnen vollständig zu.
      Die Liste der Antikriegsfilme möchte ich noch um „Komm und sieh” von Elam Germanowitsch Klimow, 1986 in Deutschland erschienen, ergänzen.
      Es sagt schon sehr viel aus, dass diese Filme nicht ganz selbstverständlich Teil des Unterrichts an den Schulen ist und stattdessen sich dort das Militär wieder einmischen darf, um für ihr „Mordhandwerk für die Nation” zu werben.

  10. Für mich ist es schier unfassbar, dass wieder einmal Jugendliche und junge Erwachsene für Krieg und Kriegsdienst begeistert werden sollen. Derlei macht selbst vor Kleinkindern nicht halt ( Kinderfernsehen ÖRR, ZDF, Stichwort ‚Taurus und Leo‘ )! Das alles gab es in Deutschland schon einmal: nämlich vor dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg.

    Wie verlogen das Ansinnen der gegenwärtigen Politik ist, belegt u. a. eine Aussage des ehemaligen Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck ( BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, ) in seinem Buch „Patriotismus – Ein linkes Plädoyer“ ( 2010 ): „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“

    Seit dem Jahre 2022 will man Deutsche u. a. aus Vaterlandsliebe in einen Krieg schicken.

    Aktuelles Beispiel:
    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Fanziska Brantners Rede beim „IM/PULS-Forum für Zukunft“ ( 2026 ) unter der Überschrift „Frei sind wir nur als wir“ ( https://cms.gruene.de/uploads/assets/20260527_IMPULS_Programm_A4_3.pdf ).

    Die Parole der Nationalsozialisten lautete: „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ ( https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/reichsparteitag ).

    Noch irgendwelche Fragen zu ‚Den Grünen‘?
    Hier Brantners schreckliche, faschistoide Rede: https://www.youtube.com/watch?v=mW-PbavvCx0 ( Frei sind wir nur als wir – IM/PULS Rede von Franziska Brantner am 29.05.2026 ).

    Brantner ist am Puls der Zeit: Gegenwärtig erleben wir z. B. CSD-Demonstrationen unter der ‚Überschrift‘ „Viele Farben – ein Wir“. Der Begriff Toleranz??? Ich frage mich, was ich davon halten soll. Jedenfalls will ich nicht von Parteien à la Grüne bzw. Leuten / FanatikerInnen à la Brantner regiert werden.

    Das waren die GRÜNEN
    https://www.youtube.com/watch?v=DTLPO7cfBxU

    Von dem ursprünglichen, phantastischen Spirit ist nichts, gar nichts mehr übrig geblieben ( vgl. SPD ). Namen wie Petry Kelly oder Heinrich Böll werden missbraucht. Wie sagt ein Dichterwort?: Sind Schweine erst einmal an den Trögen, gehen sie so schnell nicht wieder weg und fressen bis zur Besinnungslosigkeit.

    Darf ich die Pfauenfeder reichen?

  11. Da mein harmloser Kommentar noch auf den Segen der KI wartet, bin ich eben einmal
    zu den Nachdenkseiten abgebogen. Erster Artikel: Finnland hat sich für die Aufrüstung
    mit Atomwaffen entschieden. Diese Meldung macht eigentlich jede Dikussion über
    Kriegsdienst überflüssig. Wenn der erste deutsche Held im Kriegsfall endlich den
    gut sitzenden Kaltgepressten auf dem Kopf hat, wird er darunter wohl schon zu Krümel
    verpuffen, wenn die erste russische Atombombe detoniert. Deutschland benötigt keine
    Soldaten. Deutschland benögt endlich Politiker mit Hirn, die diesen Kriegsquatsch beenden.
    Dazu gehören natürlich auch Wähler mit Hirn, die endlich richtig wählen und durchgeathmet
    haben und dabei gemerkt haben, dass das mit dem CO2 nicht so stimmen kann, wie uns die
    Altparteien verklären wollen.

    1. Richtig wählen allein reicht in Deutschland bzw. EU nicht mehr, denn, falls das Wahlergebnis wirkliche Änderungen mit sich bringen könnte, wird Fremdbeeinflussung etc. behauptet und die Wahl annulliert oder wie in Deutschland gleich falsch ausgezählt!

      Es wird sehr spannend, ob das BVerfG noch unabhängig ist, sein Leitsatzurteil von 1991 zur Anwendung bringt und die Bundestagswahl 2025 endlich endlich neu auszählen lässt (so, die Stimmzettel denn wirklich fälschungssicher aufbewahrt wurden, ansonsten Neuwahlen!)
      (s. https://bsw-vg.de/neuauszahlungjetzt/)

      1. Wenn, wird vermutlich nur in denjenigen Wahlkreisen neu ausgezählt, in denen Unregelmäßigkeiten nachgewiesen werden können. Wer soll das bewerkstelligen?

        1. Bei Licht besehen ist das Wählen für Demokratie absolute Kernvoraussetzung und konstituierend, ihr Allerheiligstes sozusagen. Mithin eine Grundbedingung der Legitimität jedweder Regierungstätigkeit bei deren Umsetzung jeder Hauch eines Zweifels ausgeschlossen sein muss. Ein durch anfechtbares Auszählen fragwürdiges Wahlergebnis ist absolut nicht akzeptabel, möchte die Nation ihre Institutionen der Gewalt weiterhin als demokratisch legitimiert ausweisen.
          Einen solchen Zweifel überhaupt aufkommen zu lassen, ist mehr als bloße Nachlässigkeit, auf die mit dem Verweis auf fehlende politische Relevanz schließlich noch optiert werden mag. Es offenbart ein Verständnis der scheinheilig viel gepriesenen und zunehmend als bloßen Kampfbegriff missbrauchten „Demokratie”, das keinen Hehl mehr aus der rein instrumentellen Sicht auf die und im Zweifel wieder zurück zu nehmende „Herrschaft des Volkes” mehr machen mag und scheinbar auch nicht machen muss..
          Am Ende gibt es eben die Organisation des Mehrwert-Raubes, vulgo Ausbeutung ohne Cacau, durch den man bekanntlich vor der Aufforderung ihn auch noch zu trinken erst gezogen wird.

  12. Drückeberger und Vaterlandsverräter sind noch die harmlosesten Begriffe, die man sich früher und wohl auch heute noch anhören mußte, wenn man nicht bereit war, sich für den Mörderdienst an der Waffe ausbilden zu lassen. Nach dem von den Hitlerfaschisten angezettelten 2. Weltkrieg waren sich alle Völker in Europa und anderswo einig, dass Deutschland nie mehr die Möglichkeit bekommen sollte, von sich aus noch mal einen solchen Krieg anzuzetteln. Nachdem Adenauer einen großen Teil der Nazis wieder rehabilitiert hatte, kamen Überlegungen auf, die BRD wieder aufzurüsten. Bedient hat man sich aus dem Personal der Hitler-Armee, die sämtliche Führungsposten übernommen haben, selbst die Kasernen erhielten Namen hochverdienter Hitlerfaschisten.

    Die einzigen erbitterten Gegner der Wiederaufrüstung, die Kommunisten, hat man durch ein Verbot ihrer Partei 1956 ausgeschaltet. Als Zückerchen für einige Sozialdemokraten hat man die Möglichkeit geschaffen, den Kriegsdienst zu verweigern. Dafür mußte man vor einen Prüfungsausschuß, der mit einem Richter sowie zwei Beisitzern besetzt war. Die sollten nun das Gewissen prüfen. Wer aus politischen und ethischen Gründen verweigert hat, hatte ohnehin schon schlechte Karten. Keine Probleme hatte jemand, der aus religiösen Gründen verweigert hat. Zeugen Jehovas, die auch einen Ersatzdienst verweigerten, steckte man kurzerhand ins Gefängnis wie übrigens auch Homosexuelle im Glauben, dort würden sie geheilt werden. Wer vor dem Prüfungsausschuß gescheitert war, konnte noch in Revision vor eine Prüfungskammer gehen. Danach war man auf die bürgeliche Justiz angewiesen.

    Was kann man heute tun? Am besten noch vor der entwürdigenden afterschauenden Musterung verweigern. Oder, dank der Grünen, das Geschlecht ändern, solange man sich noch nicht an den Frauen vergreift.

    1. @Alter Schwede
      „Was kann man heute tun? Am besten noch vor der entwürdigenden afterschauenden Musterung verweigern. Oder, dank der Grünen, das Geschlecht ändern, solange man sich noch nicht an den Frauen vergreift.“

      Was genau ist daran besser, sein Geschlecht und somit sich selbst zu verleugnen, zumal man somit der woken und nervigen LGBT-Szene nachgeben würde, als sich mit seinem wahren ICH in angenehmere Gefilde zu verabschieden?

      Sozialhilfeansprüche, die sich in D zunehmend verabschieden?

      Rentenansprüche, welche kaufkraftbereinigt absehbar weiter sinken und laut Merz zukünftig eher als milde Gabe zu betrachten sind (als selbst deklariertes Mädchen sogar noch weniger)?

      Oder die Gemeinsamkeit mit aus Bequemlichkeit in D Verbliebenen?

      Worin bestünde aus Ihrer Sicht der Mehrwert, trotz besseren Wissens in D abzuwarten und worauf wollen Sie in D eigentlich warten? Das Sie sich wahrscheinlich irren und letztendlich auch als Mädchen an der Front landen? Wie wird es Ihnen dort wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ergehen; noch dazu als Mädchen in einem Umfeld, welches ganz sicher keine besonderen Rücksichten auf selbst deklarierte Schwedinnen nimmt?

  13. In Erwägung, ihr hört auf Kanonen
    andere Sprache könnt ihr nicht verstehn
    müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen
    die Kanonen auf euch drehn.

    (brecht/eisler)

    wenn sie mich wirklich bewaffnen, werden sie sehen, was sie davon haben.

  14. Haha, wieso sollte ich Deutschland verteidigen, wenn eine verfehlte Politik in einem Krieg mündet? Krieg ist immer die schlechteste Lösung. Mein Großvater war der letzte Mann in meiner Familie, der an die Front gezwungen wurde. Versprochen!

  15. Angesichts der russischen Nicht-Reaktion auf die angeblich doch recht massiven Angriffe auf Öl-Infrastruktur in Moskau frage ich mich doch, wie geduldig die russische Führung ist.

    Und was die NATO macht, wenn der russische Gegenangriff nicht kommt. Wird eine passende „False Flag“ inszeniert, auf die Putin reagieren muss?

  16. Ein brandaktueller, sehr wichtiger Artikel !

    Der Autor schreibt :
    „Vielleicht mag sich anfangs noch der eine oder andere in die Verweigerung flüchten können – aber wie vergleichsweise schwierig es werden wird, in einem fortwährenden Kriegsszenario durchzuhalten, darauf gab die Debatte um die Impfung schon Aufschluss: Dem Druck standzuhalten war für viele kaum möglich. “

    Ganz meine Meinung – ganz meine Horrorvorstellung ! : Seit gut vier Jahren quält mich genau diese Frage : Wirst du dem Druck standhalten und dich konsequent, egal wie schwerwiegend die Folgen sein werden , dem Kriegs- / Kriegsersatzdienst verweigern können ?, hast du die notwendige physische und mentale Stärke hierzu ? , denn da kommen Herausforderungen auf dich zu, die sehr viel mehr Mut erfordern, als es braucht, um in Internetforen einen frechen Kommentar zu platzieren oder provokante Leserbriefe zu schreiben ; der verzweifelte Überlebenskampf der ukrainischen Kriegsdienstverweigerer in Kombination mit den Aussagen von Marco Seliger ( https://www.nzz.ch/der-andere-blick/debatte-um-wehrpflicht-deutschland-muss-seine-buerger-zur-waffe-zwingen-ld.1897808 ) und dem skandalösen BGH-Urteil zum Recht auf Kriegsdienstverweigerung (https://verfassungsblog.de/kriegsdienstverweigerung-kriegsfall-bundesgerichtshof/ ) ergeben ein düsteres Menetekel .

    1. Es ist schwer bis unmöglich, sich einem Land, das erneut dem Militarismus, Bellizismus und Grossmachtswahn verfallen ist, sicher zu entziehen. Schon allein die Tatsache Steuern zu zahlen macht einen nüchtern betrachtet SCHON HEUTE zu einem Mittäter.

      Dennoch bleibt es wichtig, sich persönlich und seinem Gewissen SCHON HEUTE diese wichtige Frage zu stellen:

      „Darf ich Menschen töten, die ich nicht kenne und mir nichts getan haben, nur weil Merz es mir befiehlt?“

      Diese aufzuschieben, weil unbequem oder die Sonne so toll scheint, ist katastrophal, denn es wird Alles ganz sicher sehr sehr schnell gehen.

      Der Brief im Postkasten zur Musterung wird die erste Schockwelle unter all jenen auslösen, die glaubten, sich dieser Frage entziehen zu können. Doch dann werden auch die Grenzen bereits dicht sein. Wer die Frage aber HEUTE negiert und glaubt, sich dem Kriegsdienst und diesem Staat nur durch Flucht entziehen zu können, der warte besser nicht zu lang ….

      Portugal ist bereits gegenüber Deutschland ein gewaltiger Gewinn: Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung wurde insbesondere für den Kriegsfall fest in der Verfassung verankert. Eine Auslieferung von Kriegsdienstverweigerern, wie sie bereits in Deutschland diskutiert wird (s. BGH Urteil Aktenzeichen 4 ARs 11/24), wird es dort also nicht geben und die Tatsache, dass meist Westwinde herrschen ist in Hinblick auf den Fallout auch von einem gewissen Vorteil 😉

      Besser vermutlich Europa gänzlich zu verlassen, denn die Zeit des globalen Südens ist scheinbar gekommen.

      1. „Wer die Frage aber HEUTE negiert und glaubt, sich dem Kriegsdienst und diesem Staat nur durch Flucht entziehen zu können, der warte besser nicht zu lang…“

        Meine Rede; nicht erst seit gestern! Nur habe ich im Gegensatz zu dir eben Spanien statt Portugal gewählt. Wem das zuviel ist (von Alten und Gebrechlichen abgesehen), der hat es nicht anders verdient. In Deutschland zu bleiben, weil es dort bequeme Sozialhilfe gibt, wird von Vater Staat schon bald in Rechnung gestellt und zwar an der Front; noch vor allen Anderen, die den Krieg zumindest mitfinanzieren.

      2. Frank Herbert schreibt :
        „Schon allein die Tatsache Steuern zu zahlen macht einen nüchtern betrachtet SCHON HEUTE zu einem Mittäter.“

        Kommt drauf an : wenn mensch kein „Nettosteuerzahler“ ist, dann sehe ich keine Mittäterschaft; dementsprechend sollten BRD’ler danach streben, sich einkommensmäßig möglichst an der Schwelle Brutto-/Nettosteuerzahler zu bewegen, ausgenommen natürlich die Leute, die möglichst viel Geld brauchen, weil sie Verantwortung für ihre Familie tragen.

  17. Der Angriff auf das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gemäss Art.4 GG hat schon längst begonnen!

    Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 16. Januar 2025 den Beschluss gefasst, nach dessen juristischer Begründung das im Grundgesetz verankerte Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Verteidigungsfall (Kriegsfall) gesetzlich eingeschränkt werden kann.Der 4. Strafsenat entschied in dem Verfahren mit dem Aktenzeichen 4 ARs 11/24.

    Dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nur in Friedenszeiten gelte, war ganz sicher nicht das, was unsere kriegserfahrenen Gründerväter haben gewährleisten wollen: Keine Wiederholung der Verbrechen an Kriegsdienstverweigerern, die sich bewusst nicht zu Handlangern der Nazi-Verbrecher haben machen wollen. Nur so hat der Einzelne das Recht und die Möglichkeit, sich einem Angriffskrieg, wie er scheinbar erneut von Deutschland alias Merz angestrengt wird, sicher zu entziehen, ganz im Sinne von Brecht … Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin … und schon steht Merz alleine da!

  18. Sehr sehenswertes Streitgespräch zwischen Simon David Dressler und Stephan Anpalagan
    https://youtu.be/3m7wSQCH2VI?is=Bz2lyH9W1UDIwfwJ
    Der Punkt, den Dressler macht, ist die Ablehnung des Pronomen „Wir“ wenn es um die Verteidigung abstrakter Werte geht. Der Fragestellung:“müssen wir Deutschland verteidigen?“ setzt er entgegen, dass uns im Fall der Fälle eh keine Wahl bleibt (siehe Busifizierung in der Ukraine). Er hätte sich nicht ausgesucht (ich übrigens auch nicht), dass Deutschland ein Land ist, dass notfalls seine Demokratie am Hindukusch „vorwärts verteidigt“. Damit wehrt er die Frage ab:“ Wenn Dir etwas Böses widerfährt und Du gerade eine Waffe in der Hand hältst …“. Er ist nicht bereit Werte zu verteidigen, über die er nicht bestimmen kann. Konkrete schon: Ich wehre mich gegen einen Angriff auf mein Leben. Andere Anstalt nicht: Ich bin nicht bereit, die Geschäftsinteressen globaler Konzerne zu verteidigen.
    Sehr beeindruckender junger Mann!

    1. “ Ich wehre mich gegen einen Angriff auf mein Leben.“

      Das ist doch gerade das Perfide an den von Politikern konstruierten Kriegen. Sie bedrohen mit ihrem verantwortungslosen Treiben recht unmittelbar das Leben ihrer Bevölkerung, die sich sodann kurioser Weise um eben diese Subjekte scharrt und sich Hilfe erhofft, die sodann allein in der gewünschten kriegerischen Auseinandersetzung ihren Ausdruck findet. Et voilà !

      Das der Job, für den diese Politiker eigentlich von der Bevölkerung bezahlt wurden, primär die Abwendung von Schaden an der Bevölkerung war und allein ihre jahrelange Arbeitsverweigerung, sprich No-Diplomatie, zur „Katastrophe“ führte, wird sodann sicherlich schnell vergessen werden.

      Und dabei wäre es so leicht gewesen, eine diplomatische Lösung zu finden, die sich an die 1999 in der Europäischen Sicherheitscharta von Istanbul (https://www.osce.org/de/node/17502) garantierten Prinzipien der Gemeinsamen Sicherheit orientiert hätte. Aber die NATO-Osterweiterung war scheinbar wichtiger ….

      doch für diese erhebe ich ganz sicher nicht die Hand gegen einen Russen, der sich von der NATO nur erneut bedroht fühlen darf, nachdem 3 europäische Invasionsversuche gegen Russland innerhalb von 200 Jahren gescheitert sind mit zig Millionen an russischen Opfern.

  19. Wer darauf baut, dass die Justiz seine Bürgerrechte schützt, sollte aufpassen: vor eingen Jahren hat man an den jur. Fakultäten deutscher Unis die Studenten zur Todesstrafe befragt.
    Eine Mehrheit war dafür, diese wieder einzuführen. Im Gegensatz zur Bevölkerung, die der Todesstrafe stabil zu 90% ablehnend gegenübersteht.
    Ich schätze mal, die studentischen Befürworter hatten eher eine Karriere als Staatsjurist zum Ziel denn eine als Strafverteidiger.

  20. Der gesamte Aufsatz belegt die These von Nymoen/Dressler, dass der Krieg und die Bereitschaft, sich für die Zwecke des Staates einspannen zu lassen, eine Klassenfrage ist. Schon VOR DEM KRIEG muss es den Lohnabhängigen klar sein, dass sie KEIN VATERLAND haben und im Krieg nur aufeinander schießen sollen. Es geht bei den beiden Verweigerern eben nicht um ihr individuelles Schicksal, weil sie wissen, dass dieses von einem kollektiven Schicksal abhängt. Insofern ist auch der Mainstream-Vorwurf des „Egoismus“ der Verweigerer falsch, weil er den Staat als Vertreter eines über den Klassen stehenden Gemeininteresses sieht, das es gar nicht gibt, und auch nie gab: Das müsste man den nationalistischen Kriegsparolen im ersten und zweiten Weltkrieg immerhin entnommen haben.

  21. Der gesamte Aufsatz belegt die These von Nymoen/Dressler, dass der Krieg und die Bereitschaft, sich für die Zwecke des Staates einspannen zu lassen, eine Klassenfrage ist. Schon VOR DEM KRIEG muss es den Lohnabhängigen klar sein, dass sie KEIN VATERLAND haben und im Krieg nur aufeinander schießen sollen. Es geht bei den beiden Verweigerern eben nicht um ihr individuelles Schicksal, weil sie wissen, dass dieses von einem kollektiven Schicksal abhängt. Insofern ist auch der Mainstream-Vorwurf des „Egoismus“ der Verweigerer falsch, weil er den Staat als Vertreter eines über den Klassen stehenden Gemeininteresses sieht, das es gar nicht gibt, und auch nie gab: Das müsste man den nationalistischen Kriegsparolen im ersten und zweiten Weltkrieg immerhin entnommen haben.

  22. „Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
    Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
    Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
    in den Büros, als wären es Kasernen.

    Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe.
    Und unsichtbare Helme trägt man dort.
    Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
    Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

    Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
    – und es ist sein Beruf etwas zu wollen –
    steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
    Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!

    Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
    und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
    Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
    Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

    Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
    Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
    Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
    und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

    Selbst Geist und Güte gibt’s dort dann und wann!
    Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
    Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
    Das will mit Bleisoldaten spielen.

    Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
    Was man auch baut – es werden stets Kasernen.
    Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
    Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!“

    Erich Kästner

    Heute wie damals wahr…

    1. AeaP schreibt :
      „Heute wie damals wahr…“

      Ein schön-schreckliches Gedicht, vielen Dank für die Zitierung.

      Zitat:
      „Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
      Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
      Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
      und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.“

      Ja, es gibt „das andere Deutschland“, vermutlich schon seit tausend Jahren, aber es hat , wenn es zum Schwur kommt, nichts zu melden.

  23. Die meisten Artikel hier verraten mehr über ihre Verfasser als über ihren Gegenstand. Dieser Beitrag macht keine Ausnahme. Er gibt sich als Analyse menschlicher Ohnmacht aus, liest sich aber eher wie die vorsorgliche Selbstentschuldigungsrede eines Mannes, der heute schon erklärt, warum er morgen mitschießen müsse. Über Krieg erfährt man dabei wenig. Über die Ängste, Loyalitäten und Prioritäten des Verfassers deutlich mehr.

    Interessant an dem Artikel ist deshalb auch weniger, was er über Krieg vermittelt, als das Menschenbild, das darunter zum Vorschein kommt. Der Autor kritisiert zwar irgendwie Militarismus und Propaganda. Gleichzeitig übernimmt er stillschweigend genau die Grundannahmen, auf denen all diese Dinge beruhen: Wenn es ernst werde machten die Menschen ohnehin mit. Individuelle Verweigerung sei bedeutungslos. Der Autor verkauft hier Vermutungen als Naturgesetze. Er setzt schlicht voraus, dass Menschen im „Ernstfall“ ihre Überzeugungen aufgeben, und behandelt diese Annahme wie eine historische Gewissheit. Und übernimmt genau dadurch am Ende die Perspektive der Macht. Er denkt wie der Staat. Der Tonfall mag sich dabei unterscheiden. Die Grundannahme nicht.

    Überhaupt fällt auf, dass der Text Menschen fast ausschließlich als Objekte beschreibt. Alle haben angeblich keine Wahl mehr. Alle sind passiv, alle sind Opfer, alle sind Verfügungsmasse. Der Soldat schießt, weil er muss. Der Pazifist schießt, weil er muss. Der Verweigerer wird irgendwann auch einknicken und schießt dann, weil er muss. Der „Ernstfall“ wird dabei zu einer Art übermenschlicher Macht, zu einer Naturgewalt, der keiner zu entrinnen vermag – ein Argumentationsmuster, das man zur Genüge aus der Pandemiezeit kennt. Es sind aber Menschen, die über den „Ernstfall“ entscheiden. Menschen organisieren Kriege und Lockdowns. Menschen gehorchen Geboten und Befehlen. Menschen schießen und töten. Wer sich auf den „Ernstfall“ beruft, entlässt damit nur die Verantwortlichen aus ihrer Haftung.

    Denn damals wie heute ist die scheinbare Alternativlosigkeit nur eine gezielte Zuspitzung – ein rhetorischer Trick. Historisch gab es immer mehr Möglichkeiten als die beiden Pole Töten oder Getötetwerden. Sie waren oft hart, gefährlich und manchmal tragisch. Aber sie existierten. Am auffälligsten wird das bei der Passage über die Pazifisten. Der Autor fragt, wie viele von ihnen in den Kriegen des 20. Jahrhunderts auf andere Pazifisten geschossen hätten. Das klingt zunächst wie eine offene Frage. Tatsächlich steht die Antwort bereits fest.

    Nur: Waren das dann überhaupt noch Pazifisten? Und wo bleibt ihre persönliche Verantwortung? Genau dort beginnt das Problem des Textes. Die Frage nach menschlichem Handeln wird nicht untersucht, sondern vorweg entschuldigt. Kaum ist vom Schießen die Rede, folgt bereits die Entlastung: „Was hätten sie denn sonst tun sollen?“ Doch zählt dieses „Ich konnte ja nicht anders“ zu den ältesten Rechtfertigungsversuchen menschlicher Grausamkeit. Der Autor behandelt sie hingegen wie eine Erklärung. Dabei besteht zwischen beidem ein Unterschied. Wer sagt: „Ich musste doch“, hat nicht bewiesen, dass dies tatsächlich der Fall war. Die interessantere Frage lautet daher: „Musste er wirklich?“ Nicht weil Verweigerung einfach wäre. Sondern weil Freiheit sich gerade dort zeigt, wo sie einen Preis hat.

    Genau deshalb wirken auch die Ausführungen über Nymoen und Dressler so aufschlussreich. Der Autor möchte nicht offen als ihr Gegner erscheinen. Also verleiht er ihnen zunächst moralische Anerkennung, indem er versichert, ihr Einsatz sei wichtig und richtig. Anschließend erklärt er ihre Haltung jedoch für praktisch irrelevant. Die beiden dienen nicht als Beispiele für eine mögliche Verweigerung, sondern als Beleg für die These, dass diese sicher scheitern werde. Das scheinbare Lob ist eine rhetorische Absicherung. Es erlaubt dem Verfasser, die Position der beiden zu entwerten, ohne offen gegen sie argumentieren zu müssen. Eine durchaus elegante Methode, um eine Gegenposition zu neutralisieren.

    Überhaupt entsteht beim Lesen ein merkwürdiger Eindruck. Der Text kritisiert zwar Staat, Militarismus und Kriegspropaganda. Seine Aufmerksamkeit gilt jedoch auffallend selten denjenigen, die Kriege planen, legitimieren oder führen. Stattdessen beschäftigt er sich ausführlich mit jenen, die erklären, nicht kämpfen zu wollen. Die Kriegstreiber bleiben schemenhaft. Die Verweigerer werden seziert. Nicht um ihre Position zu verstehen, sondern um ihre vermeintliche Aussichtslosigkeit vorzuführen. Der Autor schreibt gegen die Wehrpflicht. Aber noch entschiedener schreibt er gegen die Vorstellung, man könne sich ihr tatsächlich entziehen.

    Am Ende wirkt der Artikel deshalb weniger wie eine Analyse von Krieg und Zwang als eine vorsorgliche Begründung dafür, warum man im „Ernstfall“ doch mitmachen werde. Seine eigentliche Botschaft ist nicht eine Kritik der Macht, sondern der Hoffnung, sich ihr entziehen zu können. Der Text wirkt wie eine persönliche Rückversicherung des Autors. Man positioniert sich bereits heute so, dass einem morgen niemand Illoyalität vorwerfen kann. Man signalisiert, dass man bei aller Kritik im Ernstfall auf der richtigen Seite stehen werde.

    Der eigentliche Punkt ist denn auch nicht, ob Widerstand leicht ist. Er ist fast nie leicht. Die interessante Frage lautet vielmehr, warum jemand, der die Macht des Staates und die Brutalität des Krieges so eindringlich beschreibt, am Ende so wenig über diejenigen spricht, die sich dieser Logik trotzdem verweigern – sondern lieber ausführlich erklärt, warum sie letztlich scheitern würden.

    Kurzum: Dem Autor ist entschieden zu widersprechen. Nicht aus Optimismus. Sondern weil der Wert einer Handlung nicht davon abhängt, ob sie gewinnt. Der Freie ist nicht zwangsläufig derjenige, der siegt. Der Freie ist derjenige, der sich nicht kaufen, einschüchtern oder kommandieren lässt. Zu fragen bleibt: Auf welcher Seite stehen die Leser? Warum redet ihr ständig darüber, was die Macht mit dem Menschen macht? Und warum redet ihr so wenig darüber, was ein Mensch der Macht verweigern kann?

    1. @Sepp Gladiola
      „Und warum redet ihr so wenig darüber, was ein Mensch der Macht verweigern kann?“

      EIN Mensch kann sich der Macht verweigern, indem er den Geltungsbereich der Macht verlässt und zwar JETZT! Das passiert ja auch bereits. Nur die Mehrzahl bleibt der Macht eben erhalten, indem sie bleibt – und zahlt! Aus den verschiedensten Gründen und zwar meist aus Bequemlichkeit und aus der trotz Motzerei stillen Hoffnung, das es so schlimm wohl nicht kommen wird und man es anderenfalls noch „nachholen“ könne. Falsch! Wenn überhaupt, wäre es spätestens JETZT der Fall. BEVOR die Macht es den heute schon BEQUEMEN weiter erschwert und am Ende gar verunmöglicht. Erste Anzeichen dafür sind bereits seit einiger Zeit zu beobachten; beispielsweise durch… nennen wir es Strafzahlungen bei endgültig artikulierten Auswanderungsgelüsten, welche die Mehrzahl als typische Vertreter der „Haben Wollen Gesellschaft“ abschreckt.
      Hiervon ausgenommen ist lediglich die Minderheit, welche sich durch ihr „SEIN“ anstelle des „Haben Wollen“ definiert. Diese Spezies hat natürlich weniger zu verlieren, da sie ihr „SEIN“ auch im Ausland beibehält; im Gegensatz zu jenen, die einfach nur „HABEN WOLLEN“. Diese Spezies verlässt Deutschland ja auch, sofern sie es nicht längst getan hat.

      Kommen wir zur theoretisch denkbaren 2. Möglichkeit: Man organisiert sich mehrheitlich und jagt die Kriegstreiber in die ewigen… na, ihr wisst schon. Praktisch scheitert diese Variante bereits an der vorab nötigen Organisation, da die hierfür nötige Kommunikation und Planung bereits an der Zensur und Überwachung scheitert. Meckern und motzen wird (noch) geduldet, aber sobald es die immer rigoroser gezeichnete Grenze zum planen und handeln auch nur ansatzweise erreicht oder gar überschreitet, wird der Herde demonstriert, wozu die eingangs erwähnte Macht fähig ist, denn sie IST bereits bestens organisiert und dieser Vorsprung ist nicht mehr aufzuholen…

      Also ist das vielbeschworene WIR bestenfalls Makulatur, welche durch die Einrichtung von anonymen Anlaufstellen zur Denunzierung von Mitmenschen eine weitere Qualität erreicht hat.

      Also nix mit WIR – das funktioniert unter all‘ den „Haben Wollen Vertretern“ unserer Gesellschaft nicht. Auch steht dem WIR der vorauseilende Gehorsam entgegen, welchen wir selbst hier im Forum zu spüren bekommen.

      Bleibt das ICH; ich kann mich durch Auswanderung den Plänen der Macht entziehen. Das WIR, sofern jemals existent, wurde längst begraben – von UNS selbst!

    2. Ich danke Ihnen für die Darlegung Ihrer Sicht auf den Text. Dem schalen Gefühl, was mich beim Lesen beschlich, geben Sie beredt Ausdruck.
      Sie haben recht, hier erscheint der Krieg als eine naturgesetzliche Gegebenheit, der sich die Menschen, gleich was sie darüber denken mögen, zu unterwerfen haben. Genauso wie die räuberische Wirtschaftsform, in der wir zu leben gezwungen sind, auch einem Naturgesetz folgt, wie man uns nicht müde wird, immer wieder zu erzählen.
      Die einzige naturgesetzliche Verbindung in diesem Zusammenhang, die man getrost gelten lassen kann, ist das Marx’sche Wort vom Kapitalismus, der den Krieg in sich trägt, wie die Wolke den Regen.
      Ein bisschen spiegelt der Text die Haltung einer pseudokritischen Linken, die sorgsam darauf achtet nicht zu sehr über die Stränge zu schlagen, falls unter Umständen doch noch ein Platz an den „Fleischtrögen” der Macht zu haben sein sollte. Man schaue sich nur die devote Partizipation der Linken bei Merzens Inthronisation auf den Kanzlerstuhl an. Nebenbei gibt es nahezu kein Wort gegen Aufrüstung oder Wehrpflicht, – das fällt schon echt auf.
      Was also den Widerstand gegen eine Wehrpflicht oder gar zu einem herbeigeredeten Krieg angeht, bliebe er Sache einer außerparlamentarischen Opposition (die es (noch?) nicht gibt), den innerhalb der „Brandmauer” finden das scheinbar alle praktikabel und außerhalb scheint man diesbezüglich erstmal lieber Kreide zu fressen, um Opposition zu simulieren, obwohl die Interessenlage doch dem „Parteien-Kartell” innerhalb doch allzu nah kommt.

  24. Folgender Vortrag eines Rekruten hatte zur Außerdienststellung bei der Bundeswehr geführt. Der Vorgang liegt längere Zeit zurück.
    „Die Legitimation militärischen Befehls dekliniert sich von der Staatsführung herab bis zum letzten Glied in der Kette.
    Das Naziregime war ein verbrecherischer Staat. Der erste Befehlsausführende war das Oberkommando. Seine Pflicht wäre es gewesen, die Staatsführung notfalls mit Waffengewalt an der Beauftragung von Völkermord und weiteren Verbrechen zu hindern.
    Da da das Oberkommando, dieser ihrer Pflicht nicht nachkam, wäre es der Generalstab gewesen, der sich den Befehlen des Oberkommandos hätte widersetzen müssen, falls anders nicht möglich ebenfalls mit Waffengewalt.
    Da der Generalstab dies versäumt hatte, wäre es Pflicht des Offizierskorb gewesen, die Befehlskette zu unterbrechen, um diese Verbrechen zu verhindern. Notfalls auch mit gegen ihre Vorgesetzte gerichteter Waffengewalt.
    Dies ist nicht erfolgt. Deshalb hätte es nun an den einfachen Offizieren gelegen, den Mord an Zivilisten zu verhindern, indem sie sich entsprechenden Befehle aus dem Offizierskorb notfalls auch mit Waffengewalt entgegenstellen.
    Da die Offiziere dies nicht taten, wäre diese Pflicht an die Unteroffiziere übergegangen, die entsprechende Befehle hätten verweigern, und es als ihre Pflicht ansehen müssen, diese Verweigerung notfalls auch mit Waffengewalt durchzusetzen.
    Wenn auch die Unteroffiziere dies versäumen, hätte es an jedem einzelnen Soldaten, durch Befehlsverweigerung ein Kriegsverbrechen zu verhindern und hierzu notfalls die Waffe auch gegen den vorgesetzten Unteroffizier zu richten“.

    Szenenwechsel.
    Das Massaker von My Lai war eine Kriegsverbrechen der US-Armee während des Vietnamkriegs, bei dem Soldaten über 500 unbewaffnete vietnamesische Zivilisten ermordeten.
    Der Warrant Officer Hugh Thompson Jr. war mit seinem Hubschrauber auf einer Aufklärungsmission über dem Dorf als er das Geschehen bemerkte. Mit an Bord waren Lawrence Colburn als Door Gunner und Glenn Andreotta als Crew Chief. Nachdem Thompson den Hubschrauber gelandet hatte, befahl er Colburn und Andreotta das Feuer auf die eigenen Leute – darunter ein im Rang höher stehender Offizier – zu eröffnen, wenn diese versuchen würden, weiterhin Zivilisten anzugreifen.
    Im Jahr 1998 wurde der Besatzung die Soldier’s Medal, als höchste Auszeichnung der US-Army verliehen.
    An dem Massaker beteiligte Soldaten wurden vor Gericht gestellt in einem Falle eine lebenslängliche Haftstrafe ausgesprochen. Bei übergeordneten Offizieren kam es immerhin zu Beförderungssperre und Degradierung.
    Dies in Realtion zu einem Geschehen bei einer anderen Armee zu setzen, bei dem ein Offizier, zwei steckengebliebene Tanklastwagen inmitten einer Menge von Zivilisten bombadieren ließ – gegen die Einwände der ausführenden Amerikaner übrigens – erspare ich mir.

    1. Einerseits hast du Recht, andererseits kann man den Artikel auch aus der Perspektive betrachten, dass der Autor keine Lösung dafür hat, wie man sich dem Kriegsdienst erfolgreich verweigern kann und man sich spätestens jetzt Gedanken darüber machen kann/sollte, wie man das anstellen will.

  25. Wer in unruhigen Zeiten im Frieden bleiben will, muss dafür sorgen, dass die Bürger bewaffnet sind und nicht nur die Staatsdiener. Dann ist die Politik vorsichtiger und bleibt neutral – man kann die Bürger dann nicht zwingen. Wir sehen das hier in der Schweiz: der Versuch, die Bürger schleichend zu entwaffnen geht einher mit dem Versuch der Eingliederung in das aggressivste Angriffsbündnis der Geschichte – in die NATO.

    1. Als legal bewaffneter Bürger möchte ich ergänzen: Bewaffnung ist notwendig, nicht hinreichend. Ohne Bildung und unzensierte Informationsquellen kann der desinformierte, ungebildete bewaffnete Bürger beliebig gelenkt werden.

  26. Haben alle schon Corona vergessen? Da könnt ihr euch alle gerne weiter selbst belügen. Ich weiß ganz genau was passiert, wenn es passiert, denn der Beweis wurde schon erbracht und alle die damals mitmachten, werden auch dabei mitmachen.

    1. Etwa drei Viertel machen mit, ein Viertel nicht. Das wäre etwa die Lehre aus Corona, wobei die genauen Zahlen von der Qualität der Propaganda abhängen.

  27. Im deutsch-französischen Grenzgebiet hatte man im ersten Weltkrieg Verwandte aufeinander schießen lassen. Das Naziregime legte dann ein Augenmerk darauf, Soldaten die aus dem Grenzgebiet stammten, von dort zu verlegen.

    1. @Trilex
      Ersteres war mir bekannt. Letzteres wusste ich noch nicht, aber es wundert mich überhaupt nicht. Man kann über diese braunen Sozialdarwinisten und deutschen Herrenmenschen, die Deutschland 1933 bis 1945 regierten, denken und sagen, was man will, aber dumm waren sie sicherlich nicht.

      Das mit dem „Endsieg“ hat am Ende dann allerdings doch nicht so geklappt wie sich das die braunen deutschen Herrenmenschen vorgestellt haben. Aus dem „Endsieg“ wurde bekanntlich 1945 ein riesiger Trümmerhaufen und ein ganz großer Leichenberg, weil die deutschen Soldaten an der Front und die deutschen Zivilisten an der Heimatfront einfach nicht genügend Leistung und persönliches Engagement gezeigt und zu viel krank „gefeiert“ haben. Für die Freiheit in Stalingrad hätte man auch mal frieren, ein Auge oder einen Arm verlieren können. Kämpfen kann man auch noch mit einem Auge und einem Arm oder etwa nicht?

      An die Tatsache, dass 1933 einmal 43,9 Prozent der deutschen Wählerinnen und Wähler ihren eigenen Diktator, Führer und obersten Feldherrn gewählt hatten, daran wollte sich die Deutschen dann nach 1945 mehrheitlich nich mehr erinnern. Das hätte schließlich kognitive Dissonanzen verursacht und wer will schon hören, dass er 1933 freiwillig den bislang größten Terroristen aller Zeiten gewählt hat.

      Deshalb sieht man heute in den Mainstream-Propaganda-Medien auch so wenige blutige Fotos vom Krieg in der Ukraine, im Gaza, im Iran usw. Die PR-Berater der Regierung sagen: Fotos von Leichen, von zerfetzten und verbrannten Menschen, verstümmelten Menschen ohne Arme und/oder Beine und/oder Nase, Menschen mit einem riesigen blutenden Loch im Bauch, das könnte die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland verunsichern, die Aufrüstung, die „Kriegstüchtigkeit“ und die Milliardengewinne der Rüstungsindustrie gefährden.

      Wer kennt oder erinnert sich noch an das inzwischen legendäre Foto von 1972 mit der neunjährigen Vietnamesin Kim Phúc, die nackt und schreiend nach einem Angriff der US-amerikanischen Armee mit Napalm flieht? Das Foto gilt heute weltweit als Symbol für die Gräueltaten, die der Krieg halt so mit sich bringt und die gelegentlich als „Kollateralschäden“ oder „Drecksarbeit“ verharmlost oder beschönigt werden.

      Was sagt der „Christenmensch“ Friedrich Merz von der „CDU“ und der „Sozialdemokrat“ Boris Pistorius von der „SPD“ dazu?
      Was sagt die Freiheitskämpferin der freien Demokraten (FDP), Marie-Agnes Strack-Zimmermann, dazu?
      Was sagen die blauen „Alternativen“, die kein Problem damit haben, dass die Bundeswehr auf Kosten der Allgemeinheit und zu Lasten des Sozialstaates zur größten konventionellen Armee Europas aufgerüstet werden soll, dazu?
      Was sagen die ehemaligen grünen Pazifisten dazu?
      Was sagen die woken und veganen Pseudo-Linken, die 2025 im Bundesrat der Aufrüstungsorgie zugestimmt haben, dazu?

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      Und am nächsten Tag heißt es auch wieder:
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