Soll der §218 weg?

Abtreibungsbefürworterinnen
Larissa Puro, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Schwangerschaftsabbruch in Deutschland: Der §218 wird auch diese Regierung überleben.

Es gibt Themen, die sind ganz und gar ausdiskutiert. Bei solchen Themen ist schon seit ewigen Zeiten absolut alles gesagt, mehrfach. Da kommt kein einziges neues Argument dazu. Trotzdem wird immer weiter diskutiert und diskutiert. Eine solche Diskussion ist die über den Schwangerschaftsabbruch.

Über den in der ganzen Welt einmaligen deutschen Weg, einer Entscheidung aus dem Weg zu gehen, ist hierzulande unerbittlich gestritten worden. Ein seltsamer Kompromiss ist dabei herausgekommen: Der Schwangerschaftsabbruch ist rechtswidrig, auch in den ersten zwölf Wochen, aber er wird nicht bestraft. Dieser „gesellschaftliche Konsens“ kriminalisiert Frauen, aber bestraft sie nicht. Wo gibt es so was noch?

Wieder Zeitgewinn

Unbedingt lesen!

Als der Druck wieder einmal zu groß geworden war, gab der damalige Gesundheitsminister Spahn vor fünf Jahren eine Studie über die gesundheitlichen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen und über mögliche psychische Auswirkungen für die betroffenen Frauen in Auftrag. Zwar war und ist dieses Thema seit Jahrzehnten in alle Richtungen ausführlich beforscht, aber so wurde die brodelnde Debatte wieder für weitere fünf Jahre gedeckelt. Von dieser Studie hat man danach nichts mehr Wichtiges gehört.

Kaum im Amt, setzte die neue Bundesregierung wieder eine Kommission ein, diesmal für „reproduktive Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin“. Wieder ging es um Zeitgewinn, denn eigentlich war und ist ja alles längst beforscht und bekannt. Aber da überrumpelte die Kommission die Regierungsparteien vor kurzem mit einer unmissverständlichen und eindeutigen Stellungnahme: Abbrüche in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft dürften nicht länger rechtswidrig sein. Mit anderen Worten: Der § 218 muss aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden. Damit würde sich nichts ändern, außer eben der längst überfälligen Entkriminalisierung. Es würde damit kein einziger Abbruch mehr geschehen als mit der gegenwärtigen verlogenen Lösung.

In Lateinamerika ist Abtreibung in Guyana, Kuba, Uruguay, Argentinien, Kolumbien, Puerto Rico und Teilen von Mexiko legalisiert, ebenso in Australien und Neuseeland. In Europa hat nur noch Malta ein extrem strenges Abtreibungsgesetz, das sogar medizinische Indikationen unter Strafe stellt. Selbst in den katholischen Hochburgen Irland und Polen ist Abtreibung straffrei oder kurz vor einer solchen Neuregelung. Das Europaparlament will das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in die europäische Grundrechtecharta aufnehmen. In Frankreich hat das Recht auf Schwangerschaftsabbruch inzwischen sogar Verfassungsrang.

80 Prozent gegen eine Aufnahme ins StGB

Die Empfehlungen der Kommission sind fundiert, und sie sind eindeutig. Die CDU schäumt und warnt vor einer gesellschaftlichen Polarisierung. Das ist nichts Neues, da möchte man nichts dazulernen. Wie gut ist es aber, dass wir eine Regierung haben, in der sich alle drei Parteien schon lange als Gegner des § 218 geoutet haben. Ist jetzt endlich Schluss mit der Kriminalisierung? Weit gefehlt! „Einen stabilen, funktionierenden gesellschaftlichen Konsens“ gibt man nicht ohne Not auf, sagt die FDP. Es bestünde kein Handlungsbedarf.

Soll Ihrer Meinung nach der §218 abgeschafft werden?
  • Ja. 86%, 94 votes
    94 votes 86%
    94 votes - 86% of all votes
  • Nein. 10%, 11 votes
    11 votes 10%
    11 votes - 10% of all votes
  • Weiß nicht. 4%, 4 votes
    4 votes 4%
    4 votes - 4% of all votes
Abstimmungen insgesamt: 109
10. August 2024 - 12. August 2024
Umfrage beendet

Was ist das für ein funktionierender Konsens, wenn nach einer jüngsten Umfrage 80 Prozent der Bevölkerung den Schwangerschaftsabbruch nicht im Strafgesetzbuch geregelt sehen will? Die SPD, die seit über hundert Jahren für die Streichung des § 218 kämpft, ist mit ihrer Bundestagsfraktion zwar für die Streichung des § 218, aber sie wird sich von ihrem Kanzler sicher noch ausbremsen lassen, der wieder im Nebulösen bleibt. Er warnt nur vor zu viel Streit. Ihm geht es nicht so sehr um die Frauen, sondern darum, „Polarisierung“ zu vermeiden.

Nur die Grünen sind ohne Vorbehalte dafür, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen. Aber welche Position haben die Grünen in den vergangenen zwei Jahren noch nicht aufgegeben, wenn die Teilhabe an der Macht in Gefahr zu geraten drohte? Es wird also wohl alles beim Alten bleiben. Und so schnell kommt diese Chance wahrscheinlich nicht wieder.

Dieser Artikel erschien Ende Juni bereits in der Frankfurter Rundschau.

Bernd Hontschik

Dr. med. Bernd Hontschik, geb. 1952, war bis 1991 Oberarzt an der Chirurgischen Klinik des Krankenhauses Frankfurt-Höchst und bis 2015 in eigener chirurgischer Praxis tätig. Er ist Autor des Bestsellers „Körper, Seele, Mensch“ und Herausgeber der Reihe „medizinHuman“ im Suhrkamp Verlag. Er schreibt Kolumnen in der Frankfurter Rundschau, ist Mitglied bei der Uexküll-Akademie (AIM), bei mezis und bei der IPPNW und im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift „Chirurgische Praxis“.
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68 Kommentare

  1. Selbst in den katholischen Hochburgen Irland und Polen ist Abtreibung straffrei oder kurz vor einer solchen Neuregelung.

    Es muss genauer heißen: Polen stand kurz vor einer Neuregelung (Straffreiheit für „Beihilfe zur Abtreibung“ *), aber die ist im letzten Monat im Sejm durchgefallen.
    https://www.tagesschau.de/ausland/polen-abtreibungsrecht-110.html

    Es war aber wohl damit gerechnet worden, dass der PiS-Präsident Duda andersfalls sein Veto eingelegt hätte. Duda hatte im März ein vom neuen Sejm verabschiedetes Gesetz blockiert, das ungehinderten Zugang zu Abtreibungspillen garantierte.
    https://apnews.com/article/poland-morning-after-pill-law-president-veto-fe41d1c97ea3e0151d67278e67c0512a

    Als Autor eines Artikels über Abtreibung hätte man sich darüber eigentlich informieren können.

    1. „Zunächst, da man den Punkt nicht oft genug wiederholen kann, an dieser Stelle nochmals: Jeder Mensch sollte die Freiheit haben, Entscheidungen über seinen eigenen Körper zu treffen, ohne von irgendwelchen selbsternannten Institutionen bevormundet zu werden. Es geht niemanden – ob Staat, Markt, Tempel, Eltern, Blockwarte, Parkplatzwächter… – etwas an, was mündige Leute mit ihrem Körper anstellen. Ob sie ihn tätowieren, Drogen, Fleisch, Impf- und Arzneistoffe, Alkohol oder was auch immer in ihn hineinschütten, sich Nadeln durch Ohren, Nase, Glied(er) treiben, Teile von ihm abtrennen, Teile zu ihm hinzufügen, ob und wie sie ihn färben, schmücken und kleiden, ob und wie sie mit ihm masturbieren, reproduzieren, oder seine Existenz beenden (und unendlich viel Tätigkeiten mehr). “

      So weit volle Zustimmung!

      Und ich bin auch für die Abschaffung des §218, aber es bleibt trotzdem eine schwierige Frage: Ab wann ist das ungeborene Kind nicht mehr fester Bestandteil des weiblichen Körpers, sondern ein individueller menschlicher Organismus?

      Deshalb hinkt Ihr Vergleich mit den oben aufgezählten Beispielen sehr stark.

      1. Genauer gesagt ist das der einzige springende Punkt.

        Ich denke abschließend, die betroffenen Frauen brauchen eher Betreuung denn Bestrafung.

        Im Übrigen: Zur Selbstbestimmtheit gehören nicht nur Rechte sondern auch Pflichten.
        Unter Anderem der Verantwortungsbereich Konzeption..oder.. nicht Konzeption.
        Handeln hat Konsequenzen. Immer.
        Auch beim Geschlechtsverkehr.

        1. Immer hübsch, wenn man da die Männer raushört! Übrigens, zur Befruchtung gehören 2 und Kontrazeption versagt durchaus auch des öfteren.
          Ja, klar, die Frauen sind einfach nur verantwortungslos, die ungewollt schwanger werden.
          Das sagen Männer, die, -Männer sind ja so stark-, erst zum Arzt gehen, wenn es fast zu spät ist.

          1. Die einzige wirkliche Pflicht, die ich sehe, ist die Beachtung der Grenzen und Rechte anderer.

            Und die sind jetzt nicht ‚höchst subjektiv’…?

            Aber das ist eben auch nur das Grundprinzip zur Veranschaulichung.

            Es veranschaulicht nur, dass das was Sie gerade verworfen haben, durch die Hintertür wieder rein kommt. Vielleicht zu recht.

              1. Das wäre dann eine kulturlose Gesellschaft, in der jede Interaktion mit einem Fremden zum ungewissen Abenteuer gerät? Sitten, Gebräuche, Traditionen und die entsprechenden Institutionen sind schon immer veränderbar, und das passiert i.a. auch nicht einfach ex chathedra, auch wenn der letzte Schritt manchmal so aussehen kann. Und der individuelle Umgang ist auch schon immer abseits derselben verhandelbar bzw wird informell verhandelt. Ihre ‚ideale Gesellschaft‘ scheint mir in der Tat abenteuerlich und wenig praxistauglich.

                  1. Eine ‚gemeinsame Aushandlung‘ ist etwas anderes als eine (immer wieder) individuelle, und sie wird natürlich, soll sie in einer größeren Gruppe praktikabel sein, zu so etwas wie Institutionen führen. Und von Anarchie sprechen Sie hier in diesem Zweig zum ersten Mal.

                    Aber bitte, darauf können wir uns einigen.

    2. „Jeder Mensch sollte die Freiheit haben, Entscheidungen über seinen eigenen Körper zu treffen, “
      Richtig. Die Entscheidung ist aber schon gefallen. Wer die Beine breit macht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schwanger. Wer seine Nudel dort reinhält, wird ziemlich wahrscheinlich Vater.

      Nach dem Selbstbestimmumgsrecht des Kindes über seinen eigenen Körper fragen Sie auch nicht.

      Also nein, keine Streichung §218. Die zwingende Beratung für Straffreiheit halte ich für einen ganz brauchbaren Weg (und medizinische Indikationen natürlich), aber ein Schwangerschaftsabbruch tötet einen Menschen und sollte nicht grundsätzlich straffrei sein. Entscheidungen haben Folgen, die zu tragen sind. Es gibt genug Verhütungsmittel. Kinder macht nicht der Klapperstorch. Dafür entscheiden sich zwei Menschen das Risiko einzugehen. Abtreibung ist kein nachträgliches Verhütungsmittel. Wer keine Schwangerschaft will kann auch die Beine zusammenhalten beziehungsweise das Glied in der Hose lassen.

      1. Ein einziges Mal in meinem bisher ziemlich langen Leben habe ich eine Frau getroffen, die ihre Reihe von Abtreibungen als nachträgliche Verhütung darstellte.
        Ich glaube nicht, dass moralische Einwände von Männern nötig sind. Obwohl ich deine Einwände verstehe und sie in Teilen auch für mich persönlich gelten. Allerdings teile ich nicht die Argumentation zur „Konsequenz Strafbarkeit“. Möglicherweise sollten Gesellschaften sich einfach auf Rechtsetzung beschränken, die nötig wenn nicht sogar unerlässlich ist, statt gesetzliche Regelungen für die Verschlusskappen von Kunststoffflaschen zu ersinnen. Das mit den 10 Geboten in die Welt gekommene Richterwesen braucht man nicht exponentiell auszuweiten. Gerade wer monotheistisch argumentiert sollte vielleicht darüber nachdenken, ob man bei manchen menschlichen inneren Konflikten das Problem nicht dem jüngsten Gericht überlassen könnte. Auch religiöse Menschen müssen sich nicht zu Stellvertretern Gottes auf Erden machen. Bei der militärischen „Verteidigung“ ist man politisch doch auch nicht so genau.

      2. @Alfred Nonym 12. August 2024 um 10:36 Uhr
        100% Zustimung, insbesondere zu „Entscheidungen haben Folgen, die zu tragen sind“.
        Wer zum Fenster rausspringt, darf sich nicht wundern, wenn er unten aufschlägt – eigentlich logisch, wa? Na ok, für manche, welche Red-Bull trinken, evtl nicht ….
        Dass jemand, angesichts all der Bildung, aber noch immer nichts von den Bienen und den Blumen geschnallt hat 🙂 offenbart aber die tiefe Misere unseres gesamten Bildungs-Systems – oder einem eklatanten Mangel, das eigene Handeln und dessen Konsequenzen im Kopf in eine Kausalkette bringen zu können.
        Letztlich liegt dahinter das Problem einer Gesellschaft, welche es mittlerweile gewohnt ist, dass nichts unausweichlich und über alles auch danach diskutiert werden kann, am Ende auch das Handeln mit Worten nachträglich wieder (um)gerichtet werden kann: Eine Manifestation einer prinzipienlosen und haltlosen Gesellschaft – einer westlichen Gesellschaft, übrigens, denn es ist die westliche Gesellschaft, welche längst Erscheinungn der spätrömischen Dekadenz kurz vor dem Ende zeigt.
        Wers nicht glaubt, soll nur die Eröffnungszeremonie der Olympiade 2024 ansehen: Rom in den letzten Zuckungen.
        Die Genussucht ohne Prinzipien und ohne Zurückhaltung entwertet aber auch jeden Genuss bis zum Überdruss.
        Ich möchte hier die Diskussion nicht noch aufweiten, nur ein kleiner Fingerzeig: warum hat die westliche Welt soviele Selbstmorde vor allem junger Leute, warum konvertieren soviele Leute zu strengeren Religionen? Grundlos? Oder vielleicht doch aufgrund fehlernder Prinzipien, „Leitlinien“?
        Die gegenwärtigen Regelungen hier jedenfalls sind ein akzeptaber Kompromiss, indem auch die Dümmsten für eine kurze Zeit nach dem Sündenfall 🙂 noch das Resultat ihrer unbedachten Dummheit beseitigen können.
        Mit den psychsichen Folgen allerdings – und die kommen bei manchen dann erst Jahre später, mit denen müsssen sie dann selbst fertig werden.

  2. die Frage müsste sein: Bräuchten wir in einer Gesellschaft, die für Frauen und Männer gleichermaßen lebenswert ist und in der Kinder geliebt und geschätzt werden, einen Paragraf 218?
    in der Gesellschaft, in der wir jetzt leben, sollten wir uns immer für einen solchen Paragrafen einsetzen und gleichzeitig alles dafür tun, dass er nicht benötigt wird.

      1. trauen Sie sich nur zu, das näher zu erläutern. es wird mir ganz im singular helfen, Sie besser zu verstehen und vielleicht auch, mich weniger pauschal und von oben herab zu äussern.

  3. Es ist und bleibt eine unverschämte Bevormundung von Frauen und als jemand, die in jungen Jahren eine Abtreibung hat vornehmen lassen und nicht darunter leidet, finde ich solche Formulierungen wie, Frauen hätten grundsätzlich eine Austragungspflicht schlicht grotesk.
    https://paritaet-bw.de/leistungen-services/fachinformationen/ss218-stgb-macht-schwangere-unmuendig
    Damit sind Frauen das Mittel zum Zweck und keine autonomen Subjekte, die über den Zustand ihres Körpers selbst bestimmen.
    Und diese ganze wahnsinnige Diskussion führt dazu, dass Frauen immer schwerer Ärzte finden, die Abtreibungen vornehmen, denn die fürchten die Stigmatisierung durch diese achso menschenfreundlichen Fundamentalisten. Für die Frauen ist das dann ein Spießrutenlauf in höchster Zeitnot.

    Und an Altlandrebell, ich tue mich schwer mit dieser Argumentation, weil ich sie vor allem mal selbst vertreten habe. Da lehnte ich es ab, Bettlern etwas zu geben, weil das ja das System nicht ändert. Für den einen Menschen hat es aber im Moment etwas geändert. Und ob es jemals ein System gebe würde, in dem sozusagen Friede, Freude, Eierkuchen herrschen, wage ich auch zu bezweifeln. Da spricht die menschliche Verfasstheit dagegen.
    Und ansonsten, das Eine tun und das andere nicht lassen.

    1. @A.F.
      Danke für deinen Beitrag… Kann ich nur unterschreiben. Auch als Mann!

      Nur eine Anhörungspflicht des Erzeugers vor einer potenziellen Abtreibung wäre toll… Vielleicht wird eine Lösung gefunden, wo nicht abgetrieben werden muss und trotzdem beide mit leben können. Aber letztendlich sollte die Frau entscheiden. Es ist ihr Körper!

        1. Sie glauben offenbar, dass Frauen mal eben so abtreiben wie sie zum Friseur gehen.
          Und zumindest bis zum 3. Monat gibt es de facto keine 2 Leben, denn das entstehende Leben existiert nicht ohne die Frau drumrum, um es mal flapsig auszudrücken. Es ist engstens mit den Lebensvorgängen der Frau verbunden und ohne diese Verbindung schlicht tot.

          Und wenn ich mir diese armen unentwickelten kleinen Wesen in den Brutkästen anschaue, die schon mit dem 4-5 Monat unbedingt am Leben gehalten werden müssen, oder was hier eigentlich genauso zur Sprache kommen müsste, die Frage der Leihmutterschaft, so als habe jeder vor allem in diesem System den unbedingten Anspruch und das Recht auf ein Kind und das natürlich ohne Konstruktionsfehler, sonst nimmt man es nicht an.
          Wer denkt da vor allem als Frau nicht an den „Report der Magd“?!
          https://www.zeit.de/kultur/film/2019-09/der-report-der-magd-handmaids-tale-serie-kritik

          1. „Einfach“ macht sich niemand etwas.
            Nun gut, lassen wir uns auf Ihre Argumentation ein:
            Ab wann kann das Leben denn weg?
            Also ab wann genau?
            Wann wird gelebt?
            Entscheiden sie das?
            Oder wer?

            Wer das nicht sagen kann,
            hat ein Problem.

      1. Nein, Altlandrebell, so habe ich es nicht gelesen, dass Sie gegen die Abschaffung des §218 sind, wirklich nicht.
        Aber gerade, weil ich das alles selbst so gut kenne, bin ich, vielleicht doch noch mehr als Sie, desillusioniert, sowohl was die Umsetzung eines solchen gesellschaftlichen Wandels als auch das Ergebnis eines solchen betrifft.
        Insofern bemühe ich mich eher in meinem bescheidenen Umkreis die Lebensverhältnisse so zu gestalten, dass es für die Angehörigen, Freunde und Nachbarn, für die Natur, so weit mir zugänglich, gut ist und selbst das ist schon schwer, wenn man an die Corona-Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die privaten Verhältnisse denkt und was das Zusammenleben mit Nachbarn und deren jeweilige persönlichen Bedingungen, die jeder mitbringt, betrifft. Da kommen dann Neid, Konkurrenz und alle möglichen Projektionen ins Spiel.
        Die große gesellschaftliche Veränderung wird, fürchte ich, nur durch ein schwerwiegendes Naturereignis erfolgen und ob es dann besser wird, ist sehr fraglich.

    2. Eine Austragungs-Verpflichtung bedeutet auf der anderen Seite auch eine Fürsorge-Verpflichtung der Abtreibungsgegner gegenüber Mutter und Kind und das im Zweifel das ganze Leben lang.
      Dann mutieren Christen aber oft zu heuchlerischen und gefühlskalten Pharisäern.
      Andererseits darf es auch kein Recht geben, ein Kind etwa im achten Schwangerschaftsmonat kommerziell verwerten und damit ausschlachten zu dürfen.
      Aber selbst dann ist das Strafrecht nicht das passendste Mittel, um dies zu verhindern.

        1. Warum sollten die Abtreibungsgegner oder der Staat die Kosten der Entscheidung der Eltern tragen? Es war ihre Entscheidung die Beine breit zu machen, es war seine Entscheidung die Nudel reinzustecken. Die Konsequenzen müssen beide verantworten. Abtreibung ist keine nachgelagerte Verhütungsmethode.

          Die meisten Abtreibungen werden sowieso wegen der Lebensumstände vorgenommen. Also wirtschaftliche Gründe letztlich, daß man sich kein Kind leisten kann. Da stimme ich zu, daß es heutzutage fast unmöglich ist eine Familie zu gründen mit Anfang zwanzig, weil es schlicht nicht bezahlbar ist eine größere Wohnung oder Haus zu finden.

  4. Die Ampel ist manchmal lustig.
    Unnötig streitbar in umstrittenen Theme und politisch feige wo we eine große Mehrheit gibt.
    Verstehe man die Logik dieser Koalition.

    1. Lenkt von den Problemen ab, die man aus Gründen nicht beheben mag obwohl genau das der Auftrag der Politikwäre. Also werden andere Sauen durchs Dorf getrieben zur Ablenkung. Ein paar Überzeugungstäter, die ihr Lieblingsthema durchbringen wollen, gibt es natürlich auch.

  5. Brüder!

    In dieser Zeit der Prüfung ist es wichtig, dass wir uns auf die Grundsätze besinnen und die Heiligkeit des Lebens erkennen, die uns im heiligen Koran gelehrt wird. Lest Sure 23, 12-14:

    „Und wahrlich, wir erschufen den Menschen aus einer Substanz aus Lehm. Alsdann setzten wir ihn als Samentropfen an eine sichere Ruhestätte. Dann bildeten wir den Samentropfen zu einem Blutklumpen; dann bildeten wir den Blutklumpen zu einem Fleischklumpen; dann bildeten wir aus dem Fleischklumpen Knochen; dann bekleideten wir die Knochen mit Fleisch; dann entwickelten wir es zu einer anderen Schöpfung.So sei gepriesen Allah, der beste Schöpfer.“

    Diese Passage erinnert uns daran, dass das Leben ein kostbares Geschenk ist, das wir schützen und respektieren müssen. Lest auch Sure 5, 32:

    „Deshalb haben Wir den Kindern Israels vorgeschrieben, dass, wer einen Menschen tötet, es so ist, als ob er die ganze Menschheit getötet hätte; und wer ihm das Leben erhält, es so ist, als ob er die ganze Menschheit am Leben erhält.“

    Ihre Worte sollten uns tief berühren und dazu anregen, über die Konsequenzen unserer Entscheidungen nachzudenken. Das Leben beginnt in einem sehr frühen Stadium. Jedes Leben, das entsteht ist wertvoll und einzigartig. Wir als Gemeinschaft tragen die Verantwortung, diese Leben zu schützen. Es ist wichtig, dass wir in schwierigen Situationen wie der ungewollten Schwangerschaft Unterstützung und Hilfe anbieten, anstatt zu verurteilen.

    Dennoch erkennen wir an, dass in bestimmten extremen Fällen, wie gesundheitlichen Risiken für Kind und Mutter, andere Entscheidungen getroffen werden können. Der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm!) sprach: „Die Seele wird in den Fötus nach 120 Tagen eingehaucht.“ (überliefert von Sahih al-Buchari und Sahih Muslim). Nach Erreichen dieser 120 Tage ist er kein lebloses Objekt mehr, sondern ein lebendes, menschliches Wesen. Dann ist die Ausbildung der einzelnen Organe fast abgeschlossen und das Kind hat menschliche Formen. Bis zu diesem 120. Tag nach der Empfängnis kann Abtreibung unter bestimmten Umständen erlaubt sein. Entscheidend bleibt, dass wir auf das Mitgefühl und die Weisheit Allahs vertrauen und die betroffenen Personen bei ihren Entscheidungen unterstützen.

    Lasst uns zusammenkommen und uns für das Leben einsetzen. Lasst uns eine Gemeinschaft sein, die Mitgefühl, Verständnis und Unterstützung bietet. Indem wir die Heiligkeit des Lebens hochhalten, ehren wir nicht nur die Schöpfung Allahs, sondern stärken auch den Zusammenhalt und die Integrität unserer Gemeinschaft.
    Möge Allah uns führen und uns helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Möge Er uns mit Weisheit und Verständnis segnen!

    Friede sei mit euch!

    1. Welches religiöse Regime hat sich jemals daran gehalten oder es nur ernsthaft und konsequent versucht?
      Und solange Gott als „Herr von oben“ und nicht als „Lordsiegel-Bewahrer des Herzens“ betrachtet wird, dürfte man ohne eine solcbe Sichtweise immer scheitern.
      Wenn man die religiös Informierten nach dem ersten Gebot fragt, kommt (nahezu) immer eine falsche Antwort, weil von einer Hierarchie ausgegangen wird.
      Denn das erste Gebot lautet schlicht und einfach: Fürchte dich nicht!

      Die Herrschaftsmissbraucher und schäbigen Feiglinge, die Unterwürfigkeit mit Demut verwechseln, sehen das natürlich anders.
      Und gerade deshalb haben wir auch die schlimmen Auswüchse auf dieser Welt….

    2. Ich wäre nicht böse, gäbe es hier auch überzeugte und argumentationsstarke christliche Mitdiskutanten. Wie nannten manche Revolutionäre das vor Robespierre: Toleranz. Die späteren haben sie leider zeitweise immer wieder verlernt.

  6. „Ungeborenes Leben“ gibt es nicht.
    Dann könnte man auch sprechen von:
    – ungedruckten Büchern
    – unkomponierten Liedern
    – ungebauten Joints

  7. Altlandrebell hat ja den Gesichtspunkt schön formuliert eingebracht: jeder Mensch ist für sich und seinen Körper verantwortlich (und nur er!) und darf autonom mit ihm machen, was niemand anderen schädigt.
    Wobei man letzteres weit auslegen kann, und dies wird nun (auch das wurde genannt) systemisch getan: wenn Selbstverstümmelung soweit geht, daß die Ausbeutbarkeit darunter leidet, wird ja der Ausbeuter geschädigt, im weiteren Sinne der ideelle Gesamtkapitalist Staat, und der muss sich also mit allerlei Gesetzen darum kümmern. Der Gesamtkapitalist ist natürlich auch daran interessiert (MUSS daran interessiert sein), daß genügend ausbeutbares Material nachgeliefert wird, also gibt es dafür entsprechende Paragraphen. Da stehen wir. Der Kampf um die Selbstbestimmung der Frau wird aus dem Systemnarrativ heraus eben auch als Kampf gegen fremdbestimmte Ausbeutbarkeit und Ausbeutung verstanden, und das geht ja nun gar nicht…
    Man kann jetzt auch darüber nachdenken, warum Verhütungsmittel nicht (mehr) in demselben Ausmaß restriktiv vom Staat verwaltet werden, oder ob die natürliche (oder eingebaute) Fehlerquote schon ausreichen könnte, um ausreichend Nachkommenschaft zu sichern. In den letzten Jahrzehnten wohl nicht mehr, wofür dann ersatzweise Ausbeutungsmigration gefördert wird, um den Nachschub an leicht ausbeutbarem „Material“ zu sichern.
    Dem ordnet sich natürlich die ethische Diskussion über Lebensvernichtung unter, aka Fristenlösung.

  8. @ jemp1965 hat (am 10. August 2024 um 19:14 Uhr)
    zweifellos die entscheidende und absolut wichtigste Frage gestellt:

    „Ab wann ist das ungeborene Kind nicht mehr [bloß] fester Bestandteil des weiblichen Körpers, sondern ein individueller menschlicher Organismus?“

    Diese Frage komplett auszuklammern und – wie es z.B. Tim Walz, der nominierte Kandidat der US-Demokraten für das Amt des Vizepräsidenten tut – die Abtreibung praktisch während der gesamten(!) Schwangerschaft freizugeben, ist aus meiner Sicht vollkommen inakzeptabel und menschenverachtend.

    Dass derartige Gedanken wie von Walz gegenwärtig zu lesen sind, in den USA, genauer in Minnesota, sogar teils gesetzliche Bedeutung erlangt haben und dass solche Forderungen womöglich – ich bin kein Fachmann – auch bei deutschen Aktivisten und Abtreibungsgegnern eine Rolle spielen, muss sehr besorgt stimmen.
    Hier allein(!) auf das Recht der Frau zu verweisen, wäre allzu billig und liefe im Grunde auf eine Kultur des Todes und des Egoismus hinaus.

    Der 60-jährige Walz hat sich in Minnesota einen Namen gemacht, als er 2023 ein Gesetz verabschiedete, das das Recht auf Abtreibung und „reproduktive Gesundheitsfürsorge“ festschreibt. Eine Frist für Abtreibungen wird im Gesetz nicht genannt. Damit sind Abtreibungen bis zur Geburt möglich.

    1. Ab wann ist eine Geburt dann schon eine Geburt oder noch eine Abtreibung?
      Ich glaube nicht, dass eine Frau dort ohne medizinische Indikation völlig legal abtreiben darf, wenn der 8. Schwangerschaftsmonat abgeschlossen ist.

      Grundsätzlich wäre vieles kein Problem, wenn das vollständige Setup beachtet würde und keine fletschenden Krokodilstränen zu vergießen wären.
      Dafür wäre nur ein bisschen Offenheit notwendig, welche sich ab einem bestimmten Level selbst ausbaut, weil diese bei vielen Sachverhalten hilft, indem sie Kreativität näbrt, welche sich sonst nicht entfalten kann.

      1. Zwischen einem wohl organisierten Ameisenhaufen und einen Plastik- oder Hundehaufen gibt es dann aber doch Unterschiede.
        Einem noch nicht Geborenen im 8. Schwangerschaftsmonat kann man sicher schon Personalität zusprechen, wenngleich diese eng mit der Mutter verbunden ist.
        Aber das bleibt mit der Geburt bestehen, wenn auch in anderen Formen.

      2. „Vor der Geburt ist es nur ein Zellhaufen.
        Das Minnesota-Gesetz erscheint recht vernünftig.“
        Eine menschenverachtende Sicht – ich verzichte auf Verweise von Ärzten in der NS-Zeit.
        Dem widerspricht aber auf jeden Fall, dass das Kind noch im Bauch auf Umwelteinflüsse (Geräusche, Sprache usw) gezielt und systematisch reagiert.
        Und apropos: Frühgeburten sind demzufolge auch nur Zellhaufen ?
        Perverse Sicht, scheint mir …..

      3. Das ist dummes Zeug, gerade in Psychotherapien erfährt man immer wieder, was ein Kind im Mutterleib spätestens bei einem schon einigermaßen gereiften Hirn wahrnimmt.
        Aber vielleicht könne sie ja erklären, wie bei der Geburt von einer Minute auf die andere aus dem angeblichen Zellhaufen ein Kind wird.

    2. @Wolfgang Wirth
      Und Föten, welche die Abtreibung der letzten Sekunde überleben, werden dort auf dem OP-Tisch liegengelassen, bis sie sterben.
      Dazu gibt es Berichte und Filme.
      Aber zum Glück dauert das nicht lange, weniger als eine Handvoll Stunden – und die zartbesaiteten, aber ansonst diese Metode Befürwortenden hier müssen sich weder diese Berichte noch diese Filme ansehen – aus den Augen, aus dem Sinn.
      Und schliesslich gehört ja alles in der Frau der Frau ….. die Frau, deine Mutter oder deine Mörderin ?
      Ist es nicht wunderbar, wie wandelbar die heutige moderne Frau (zumindest in Minnesota) schon ist?

      1. @ oHenri, @ Luck, @ Alfred Nonyme

        Gerade der gute Hinweis auf lebensfähige Frühgeburten einerseits und auf die Forderung einiger Irrer nach Abtreibungsfreigabe während der gesamten(!) Schwangerschaft andererseits macht das inhumane und auch unlogische Denker solcher Fanatiker deutlich. Auch der 8. Monat kann hier unmöglich als Grenze gesetzt werden.

        Wo ist da eigentlich noch der Unterschied zu den NS-Euthaniemorden?
        Das Gemeinsame ist doch die Anmaßung gemäß eigenem Gusto (Interessen der Gesellschaft bzw. der Mutter) über Leben und Tod zu entscheiden.

        1. Kein vernünftiger Mensch spricht für eine Freigabe für den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft und die Vorstellung, dass Frauen erst monatelang die ganze Last der Schwangerschaft tragen und dann plötzlich sagen, nun soll es doch weg, ist auch frauenverachtender Humbug.
          Da sich hier ja hauptsächlich Männer zu Wort melden, nochmal ein Beispiel aus dem wirklichen Leben, dieses mal von einer Spätabtreibung: Ich kannte ein Paar, das unter schwersten Gewissensqualen im 5-6 Monat ihre sehr gewünschte Tochter haben abtreiben lassen, die schwerst behindert war, geistig und körperlich. Sie wussten allerdings sehr gut, dass ein Leben mit einem solchen Kind nicht möglich war für sie. Das Kind wird dabei schon vor der Austreibung getötet.
          Sie haben danach 2 gesunde und sehr musikalisch begabte Kinder bekommen. Beide sind übrigens Psychotherapeuten und die Frau hatte einen streng protestantischen Hintergrund gehabt, den sie als extrem einengend empfand. Und noch etwas, sie zeigte mir Kinderzeichnungen von sich.
          Dazu muss ich sagen, ich war/bin Kunstpsychotherapeutin, habe mich also intensiv mit der Symbolik menschlicher (Kunst)Erzeugnisse beschäftigt und beruflich damit gearbeitet. Tatsächlich hat sich diese Geschichte symbolisch in diesen Bildern angedeutet, sie war also sozusagen karmisch angelegt.
          Wer gibt Anderen das Recht, diese Menschen zu verurteilen und als Mörder zu beschimpfen?
          Und noch ein Beispiel aus dem wirklichen Leben, ein sehr christlich lebendes Paar, bei dem Mann wurde ein Hirntumor festgestellt, eine Zeitlang sieht es es so aus, als wäre er durch OP etc. zu heilen, wenn auch mit schädigenden Begleiterscheinungen. Das Paar hatte ein Kind, wollte aber angesichts der unklaren Aussichten kein zweites. Die Frau wurde trotz Verhütung(!!) schwanger und wenn ich mich recht erinnere, erlebte der Mann die Geburt des Kindes nicht.
          Auch sie betrachteten diese Tatsache, dass sich dieses Kind trotz dieser Widerstände durchgesetzt hat, als Schicksal, als karmisch.

      2. Ja klar, ein 2cm großer Embryo, der die Abtreibung überlebt, trotz Abtrennung vom Blutkreislauf der Mutter. Sie erzählen Märchen.
        Aus Ihnen spricht nichts anderes als ein tiefer Frauenhass, dem Sie vielleicht mal mit Hilfe auf den Grund gehen sollten. Und das meine ich absolut nicht zynisch.

        1. @ A.F.
          13. August 2024 um 8:33 Uhr

          Wenn Sie genauer gelesen hätten, dann hätten Sie gemerkt, dass ich mich (in Reaktion auf einen Gedanken von @ oHenry vom 12. August 2024 um 20:35 Uhr) auf jene Zeit bezog, in der eine Frühgeburt bereits außerhalb der Gebärmutter lebensfähig ist.

          Was Sie hier über „Frauenhass“ schreiben, ist lächerlicher Quatsch. Allerdings ist das Wollen der Frau nicht das Maß aller Dinge; das Wollen des Mannes natürlich auch nicht.

          Lassen Sie uns diesen Austausch beenden; er führt zu nichts.

          1. Ich habe auf die Satz von oHenry reagiert:
            „Und schliesslich gehört ja alles in der Frau der Frau ….. die Frau, deine Mutter oder deine Mörderin ?“
            Das ist Frauenhass!

  9. Wie kann man als Politiker etwas diskutieren, was nicht sein Bier ist?
    Wie kann man eine seit Jahren stattfindenden Diskussion etwas abgewinnen, wo wir doch überhaupt keine Bezugnahme zu verschiedenen Schicksale haben?
    Wie krankhaft und obszön ist eine Gesellschaft, wenn diese nicht in der Lage ist, einzelne Schicksale zu respektieren?
    Ich bin ausgewandert, weil ich ich sein möchte und nicht permanent durch verschiedene Ideologien drangsaliert werden wollte!

  10. @ Luck und Fritz the Cat
    So viel Unkenntnis in der Sache verdient den von mir ausgelobten Orden „Schmarrer vom Dienst“.
    Seit meiner Jugend halte ich das Recht der Frauen auf eine Abtreibung für ein geschlechtsspezifisches Menschenrecht – das Einzige das ich kenne – zu dem jegliche Mitsprache von Männern nicht zugelassen werden sollte. Es fehlt ihnen in der Sache jegliche Erfahrung. Mit dieser Position kann ich meine persönliche Moral durchaus vereinbaren: Wer verhütet kann sich Abtreibungen sparen und führt ein an Risiken deutlich ärmeres Leben.
    Demokratie wird nicht dadurch erfüllt, dass bestenfalls am Rande beteiligte Mitmenschen sich für entscheidungsbefugt halten, nur weil sie sich für „mitverantwortlich“ halten – was seit einigen Jahren sogar nachweislich und rechtswirksam erfreulicherweise untersucht und geklärt werden kann.
    Wie wenig Ahnung ihr von der Realität menschlichen Lebens habt, belegen eure obigen Anmerkungen. Ihr würdet wahrscheinlich den Samen einer sich zweihäusig vermehrenden Pflanze als `noch nicht pflanzlich´ kennzeichnen. Es ist ja bloß ein Krümel. Was hat das reale Leben mit dem woken Geschwätz eines vorgeblich besonders fortschrittlichen US-Politikers zu tun?
    „Null-Ahnung“ und trotzdem dumm daherreden kenne ich im realen Leben wirklich NUR von Mitmenschen, die wiederholt behaupten, sie dürften hierzulande nicht sagen, was sie wollen. Aus einem einzigen Grund: Sie sind zum Widersprechen zu feige.

    1. Das Gesetz von Walz ist sowieso nur progressives posieren. Dabei versuchen die Leute sich gegenseitig performativ zu überbieten, wie sehr sie der reinen Lehre folgen. Gibt es genauso bei anderen Ideologien, wenn zum Beispiel Christen wetteifern wieviel Nächstenliebe und Bescheidenheit sie üben. Oder die ewigen linken Diskussionen was denn wahrer richtiger Kommunismus ist, und daß der in Land X kein richtiger Kommunismus war. Gibt noch mehr Beispiele.

  11. Übrigens, wie die Kirche, speziell die katholische, mit geborenem Leben umging, kann man hier sehen
    https://www.arte.tv/de/videos/111752-007-A/re-irlands-geraubte-kinder/
    „Unverheiratet schwanger zu sein, das galt im erzkatholischen Irland lange als Schande. Bis 1998 wurden mehr als 50.000 irischen Frauen in sogenannten Mutter-und-Baby-Heimen ihre Kinder weggenommen und zur Adoption freigegeben. Nach Jahren des Schweigens versuchen die Adoptivkinder von damals ihre Mütter wiederzufinden. Sie kämpfen dafür, dass ihr Schicksal endlich anerkannt wird.“
    Und sie ließen sie zuhauf verhungern und an Krankheiten sterben.

    1. Warum sollte das jetzt für Abtreibungen sprechen, wenn die katholische Kirche Irlands so menschenfeindlich und alles andere als Nächstenliebe übend handelte? Das Problem war ja nicht, daß die Frauen nicht abtreiben durften sondern die Mishandlung der Mütter und Kinder durch die katholische Kirche.

      1. Eben, so ging die Kirche mit dem angeblich so schützenswerten Leben um, wenn es entweder von Indigenen, wie z.b. in Nordamerika und Australien und/oder von angeblich gefallenen Mädchen und Frauen kam. Und wie ist das mit den in den Klostergärten vergrabenen Säuglingen der von Priestern oft abhängig missbrauchten und geschwängerten Nonnen.
        Die, die am fundamentalischsten agieren, sind, was geborenes Leben angeht, meist ziemlich kaltschnäuzig. Letztlich geht es immer um die Frau als Verfügungsmasse, sei es als Lieferant für Kanonenfutter oder Industriefutter oder auch um die Männlichkeit des Erzeugers zu beweisen.
        Im übrigen spricht hier niemand FÜR Abtreibungen, sondern lediglich für das Recht der Frau an ihrem eigenen Körper und Leben, das als ultima ratio eben auch mal eine Abtreibung umfasst.
        Es gibt wohl niemanden, der eine Abtreibung für erstrebenswert hält.

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