
Das Frankfurter Gallusviertel war nie eine Komfortzone – aber die Verwahrlosung, die es jetzt erfährt, hat wirklich eine neue Dimension. Die Stadtbild-Debatte in der Nachbarschaft.
Als ich vor etwas mehr als zehn Jahren im Gallus landete, war das für mich wie eine Zeitenwende, um ein Modewort der Stunde zu bedienen. Vorher kannte ich die bayerische und die hessische Provinz – dort war die Welt nicht in Ordnung, aber geordneter war sie durchaus. Im Gallus war es schon vor einem Jahrzehnt dreckig, selbst die eher sauberen Ecken wirkten schmuddelig. Obdachlosigkeit zeigte sich hier und da, die Armut war auf der Straße fassbar und Deutsch sprach der kleinere Teil der hiesigen Bevölkerung. Ich zog der Liebe wegen hin – und bin dort hängengeblieben. In der Zeit habe ich die typisch »deutsche Transformation« erlebt – also die Veränderungen großstädtischer Lebensumstände, wie man sie in Deutschland der Jahre 2015 bis jetzt so gut wie überall erleben konnte.
Ein Stück weit hat dies Tradition, denn das Gallusviertel war immer ein raues Areal. Ein kurzer Exkurs: Das Gallus hatte einst den Spitznamen »Kamerun«, der heute nicht mehr wohlgelitten ist – die politische Korrektheit rümpft freilich angewidert die hochtragende Nase. Aber ein Kiosk dieses Namens findet sich noch auf der Mainzer Landstraße. Verwunderlich, dass die Antifa dort noch nicht protestiert hat. Der eigentliche Name des Viertels geht vermutlich auf das frühere Galgenfeld vor den Toren Frankfurts zurück. Dort befand sich im Mittelalter die Richtstätte der Stadt – also der Galgen. Wer von der Hand eines Scharfrichters sterben sollte, wurde dorthin gekarrt. Der Beiname »Kamerun« entstand dagegen erst Ende des 19. Jahrhunderts, als das Deutsche Reich die Kolonie Kamerun in Afrika besaß. Wohlhabendere Frankfurter bezeichneten das damalige Arbeiterviertel rund um Güterbahnhof, Industrie und enge Mietskasernen spöttisch und verächtlich als »Kamerun«, weil es ihnen fremd, laut und chaotisch erschien. Und viele der hart arbeitenden Leute liefen mit russigen und staubigen Gesichtern durch die Straßen.
Kein Kamerun mehr – trotz Kameruner
Im Gallus lebten Arbeiter, Wanderarbeiter und gesellschaftlich Abgehängte dicht gedrängt zwischen Fabriken, Gleisen und Hinterhöfen – teils auf engstem Raum. Der Begriff blieb hängen und wurde noch bis in die Neunzigerjahre hinein im Stadtteil selbst benutzt – mit einem gewissen Stolz, denn er stand für Fleiß und Einfachheit, für hemdsärmelige Menschen und Zusammenhalt durch die Gewissheit, dass der Stadtteil durch Arbeiterhände entstand, wuchs, sich entwickelte und weiterhind am Laufen gehalten wurde. Das Gallus war also immer ein Ort der kleinen Leute, der Migranten, Gestrandeten und jener Menschen, die in Frankfurt zwar gebraucht wurden, aber selten gemeint waren oder auch nur gefragt wurden. Das alles ist freilich heute nur noch Stadtteilfolklore. Und das Gallusviertel ist noch nicht mal die schlimmste Problemzone der Stadt Frankfurt. Dennoch erlebte es eine Veränderung, die nichts mehr von den alten Qualitäten des Kamerun in sich trägt – auch wenn heute vermutlich sogar echte Kameruner dort wohnen.
130 Nationen sollen im Gallus ansässig sein. Über 43 Prozent der hier lebenden Menschen sind Ausländer. Migrationshintergrund haben noch mehr – auch der Autor dieser Zeilen gehört dazu. Als ich vor mehr als zehn Jahren herzog, war die größte Sorge der Menschen die Gentrifizierung des Stadtteiles – mittlerweile spricht kaum noch jemand von dieser Entwicklung. Zwar findet sie nach wie vor statt, neue Mietskasernen werden hochgezogen, deren Mietwohnungen sich ein Normalsterblicher kaum leisten kann. Aber der Stadtteil verwahrlost in einer derart rapiden Art und Weise, dass der Fokus der Bevölkerung kaum mehr auf die Verdrängung einkommensschwacher Haushalte liegt – vielleicht auch, weil der Zuzug einkommensstarker Haushalte stockt. Schließlich schaut man sich das Umfeld genau an, in dem man wohnen soll – und heruntergewirtschaftete Hausfassaden, verschmutzte und mit alten Möbeln vollgestellte Plätze und Straßen und wachsender Obdachlosigkeit, die längst nicht mehr im Bahnhofsviertel verweilt, sondern mitten in den Wohngebieten des Gallus und des Gutleutviertels zu finden ist, lässt sicherlich manchen Umzugs- und Zuzugswilligen zurückschrecken.
In den letzten Jahren drängte die bitterste Armut auch in den Stadtteil, in dem ich lebe. Natürlich sah man auch schon vor zehn Jahren Menschen, denen die Armut anzumerken war. Aber vor den Supermärkten tummelten sich damals noch nicht, so wie es mittlerweile der Fall ist, unzählige Menschen ohne Dach über dem Kopf. Längst haben vor dem örtlichen Rewe Obdachlose eine Bleibe gefunden. Häufig liegen dort völlig weggetretene Männer – seltener Frauen – apathisch im Gebüsch. Orientierungslose Wesen kreuzen den Weg, wenn man sich auf dem Weg zum Einkauf macht – auch das gab es schon vormals, wenn auch nicht in dieser Dimension. Alkoholismus ist ein gravierendes Problem, dem man auf den Straßen des Gallus begegnet – ob man will oder nicht. Es wird ungeniert gesoffen, vor einem Discounter sitzen nicht selten mehrere Männer beisammen und saufen sich geradewegs in die Bewusstlosigkeit. Die Kundenfrequentierung des Ladens, aber das ist nur mein persönlicher und subjektiver Eindruck, scheint stark nachgelassen zu haben. Sicher, die Herren, die sich da betrinken, sind ohne Frage arme Teufel. Dennoch sind sie nicht gerade Werbeträger für das Geschäft, vor dem sie ihren Frust ertränken.
Zwischen Crack und besetzten Läden
Eine gänzlich neue Qualität des allgemeinen Verfalles begegnete mir erst vor einigen Tagen. Vor eben jenem Discounter saßen erneut Männer. Diesmal ging nicht die Schnapsflasche herum, sondern eine Pfeife, auf der die Herren ein weißes Kügelchen platzierten. Sie rauchten Crack – nicht irgendwo heimlich in einer Ecke, sondern gut präsent am Rande der Mainzer Landstraße. Dort liefen auch Kinder vorbei. Niemand fühlte sich jedoch bemüßigt, zumindest einen Platzverweis auszusprechen. Ein Polizeiwagen fuhr vorbei, aber das kümmerte diese armen Kreaturen herzlich wenig. Vor dem Geschäft inhaliert potenzielle Kundschaft zwangsläufig die Ausdünstungen von Menschen, die sich längst – auch hygienisch – aufgegeben haben. Da geht es den älteren Herrschaften, die sich als Flaschensammler verdingen, und die das Stadtteilbild in den letzten Jahren stärker geprägt haben als zuvor, noch richtig wohlständig dagegen. Die Armut hat eine Hierarchie – die Trinker und Drogensüchtigen sind ganz unten angekommen, wenngleich sich die Alkoholiker für höher einschätzen als diejenigen, die einem anderen Suchtstoff nachlaufen.
An vielen Ecken im Stadtteil riecht es beißend nach Urin. Manche Exkremente möchte man als Hundescheiße klassifizieren, obgleich man weiß, dass es die Hinterlassenschaften einer menschlichen Kreatur sein dürften. Das Gallus ist zu einer Kloake verkommen. Es gibt keinen Gemeinsinn. Keinen Esprit der Bewohner, ihren Stadtteil – und damit ihr eigenes Umfeld – mit Respekt zu behandeln. Das Viertel ist eine Müllhalde, ein Gnadenhof für die Aussortierten. Der Umstand, dass viele Einwohner kaum Deutsch können, fördert auch nicht gerade, dass man das Gallus wieder pfleglicher behandelt und sich gegen Wildpinkler und wilde Sperrmüllaktionen zur Wehr setzt. Kaum jemand versteht was, viele scheinen auch nicht zu verstehen, nach welchen Regeln deutsche Städte sich ursprünglich organisiert haben. Dennoch haben sich die Bewohner darauf verständigt, dass Deutsch die Amtssprache zwischen den verschiedenen Nationen sein sollte – wobei es sich oft nur um eine Art von Pidgin handelt. Dann vernimmt man deutsche Satzfetzen, die das Zusammenleben auf einem sehr spärlichen Niveau regeln – es ist die Geschäftssprache zwischen den Einwohnern, für tiefere soziale Kontaktaufnahmen eignet sich die rudimentäre Kenntnis des Idioms allerings nicht. Es ist möglich, einen Spaziergang durch das Gallus zu machen, ohne auch nur ein deutsches Wort zu vernehmen. Im Gallus ist man alleine unter allen.
Im letzten Jahr besetzten dann einige Studenten einen verwaisten Laden, der der Stadt gehörte. Ehe man sich versah, fanden sich immer mehr junge Leute ein, die dann auch noch das angrenzende Plätzchen für sich in Beschlag nahmen. Sie bauten einen Pavillon auf, hingen eine Regenbogen- und eine Palästinaflagge auf und ließen im Eifer der Weltrettung Musik spielen. Die Anwohner, fast nur ausländische Bürger, oft ohne nennenswerte Sprachkenntnisse, wurden natürlich nicht gefragt – da ist die Antifa nicht anders als jene, denen sie sonst den Kampf ansagt. Die Szenerie war grotesk genug. Aber keine zwei Tage später gesellten sich wildbärtige Männer zu den jungen Leuten – sie stammten eindeutig aus einer anderen Altersklasse. Es war völlig klar, dass es sich um Herren handelte, die man gemeinhin als »Salafisten« bezeichnet – oder als Islamisten. Die Verbindung zwischen linken Studenten und muslimischen Fanatikern: Man konnte hier sehen, wie die Annäherung funktioniert. Die Männer waren sicher keine Vertreter weltoffener Ansichten, mit denen sich die StudentInnen schmückten – die palästinensische Flagge trieb sie aber ins Lager der Ladenbesetzer. Den Anwohnern selbst jedoch, meistens Muslime, hielten sich von den jungen Leuten und deren neuen Begleitern fern.
Das Elend wächst jede Stunde
Am selben Tag, an dem ich den Crack rauchenden Männern beim Schmauchen ihrer Pfeife konnte, lag einige Meter die Straße hinauf ein Mann auf dem Gehsteig. Er atmete nur noch flach. Eine Frau hatte sich seiner bereits angenommen – er war völlig weggetreten, ein Notarzt war auf dem Weg. Wie oft begegnete mir in den letzten Jahren der Rettungsdienst, wenn ich ins Geschäft ging oder aus selbigen herauskam? Die Armut hat den Stadtteil fest im Griff. Sie ist die Konstante, die man an allen Ecken antrifft. Der Trost dieser bedrängten Wesen ist die Sucht. Dieses Szenario gilt für viele Linksliberale als ausgesprochen chic. Die Stadt feiert jedes Jahr eine Bahnhofsviertelnacht – dabei tut sie so, als sei das Aufeinandertreffen von Armut und Reichtum, das man in diesem Bereich der Stadt so gut fassen kann, wie sonst nirgends, eine beneidenswerte Lebensform. Wie oft hatte ich eigentlich im Laufe der letzten Jahre gesehen, wie in die B-Ebene am Hauptbahnhof geschissen wurde? Was soll daran chic sein? Dass sich also die jungen Leute im Gallus niederlassen und ihre Show unter dem Pavillon veranstalten, dabei feministische, transfreundliche und propalästinensische Parolen skandieren und auf Bannern aufpinselten, ohne sich in Dingen der Armut zu äußern, ist beileibe kein Zufall. Die Armut, so könnte man vermuten, gehört doch zum Gallus – sie zu bekämpfen würde ja heißen, den Wesenskern des Stadtteils aufzugeben. Und das geht offenbar nun wirklich nicht.
Wie auf die Stadtbild-Äußerung des Kanzlers reagiert wurde, gerade auch im linksliberalen Milieu, war ein weiterer Beleg dafür, dass es diesen Leuten nicht um die Verbesserung der Lebensbedingungen geht – sie sehen in der Verwilderung der Stadtteile eine Existenzform, die geschützt werden sollte wie die Traditionen eines eben entdeckten Stammes im Regenwald. Vermutlich sieht man es als kulturelle Anmaßung an, wenn jemand diese Missstände ernstlich beseitigen möchte. Die Armut und die Verwahrlosung stehen also gewissermaßen unter dem Schutz einer Klientel, die Armut nicht bekämpfen, sondern mit ihr koexistieren möchte. Diese Mischung als starker Migration, materiellen Mangel und städtischen Rückzug verkauft man am Ende gar als charmante Lebensart, als Lifestyle, den man einfach gerne haben muss. Viele junge Leute mit studentischem Hintergrund – nicht die Ladenbesetzer – und etliche Yuppies kommen offenbar gerne abends ins Gallus, verdrücken dort einen Burger oder einen Döner, Speisen die man an jeder Ecke mehrfach bekommen kann, und ziehen sich dann wieder in ihre etwas besser intakten Viertel zurück: Die große Niedergangsshow – jetzt auch mit Bewirtung!
In Nischen, an der Galluswarte, unter Brücken und teilweise auch mitten auf dem Bürgersteig wird man der »Wohnstätten« von Menschen ansichtig, die keine Bleibe mehr finden können. Sie leben auf Matratzen oder Klamottenbergen, ihre Notdurft verrichten sie – wie schon gesagt – an Ort und Stelle. Suff und Drogen lassen viele von ihnen zur tickenden Zeitbombe werden, Aggressionen sieht man in den Straßen des Gallus fast täglich. Psychosen sowieso. Das Gallus ist eine Freilichtirrenanstalt. Die Armut hat keine menschliche Dimension, die Habenichtse schauen nicht aufeinander – und es kommen so viele von ihnen in den Stadtteil – oder werden von der Politik produziert –, dass die Wohlwollenden, denen es in diesem Stadtteil noch halbwegs passabel geht und die durchaus ein Sensorium für die Leidgeplagten haben, auch den Kopf in den Sand stecken und genervt abwinken. Die Klientel im Gallus hat sich im Laufe des letzten Jahrzehntes drastisch verwandelt – viele flüchten ins Umland, lassen die große Stadt hinter sich, die verloren scheint und die zwar viele Imagekampagnen initiiert, die aber nicht imstande ist, die eigene Abwärtsspirale zu unterbrechen.
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Danke, lieber Roberto, starker, trauriger, realistischer, leider nicht positiv stimmender Text! Immer wieder wird von linksliberaler oder linksalternativer, aber auch von christlicher Seite weitere , praktisch unbegrenzte Migration gefordert! Es ist aber leider heute schon so, dass Staat und Gesellschaft die zahlreichen Probleme kaum oder gar nicht mehr lösen können oder wollen! Deutsche und osteuropäische TrinkerInnen und Drogensüchtige, multikulturelle Jugendcliquen, seelisch behinderte Personen, welche keine Hilfe erhalten oder so mitlaufen! Wahrscheinlich gibt es im Gallusviertel auch aggressive Jugendbanden, Du hast es nicht explizit erwähnt! Auf SPD Veranstaltungen im Wahlkampf für die Landtagswahl wurde nur die AFD angegangen und die Vielfalt zum heiligen Wert erklärt! Vielfalt bedeutet real aber auch, viele Ar,, Druck im sozialen Kessel, Aggression, verschiedene Fremdheitsgefühle treffen aufeinander!
Ich sitze gerade in meiner Kleinstadt inmitten einer ehemaligen Arbeitersiedlung, wo nach und nach erst der Fahrdienst zur Tagespflege, dann der Rettungswagen, dann der Bestatter, dann die Wärmepumpe und dann die jungen Familien vorfahren und denke mir: Danke.
In Gegenden wie meinen kann man sehen, dass die „Stadtbild“-Bemerkung keineswegs rassistisch ist. Genug Türken, Perser, Sonstige gibt es bei uns. Aber die können sich halt benehmen.
In der Kleinstadt, in der meine Schwester wohnt, sieht man das Gegenteil. Aber da ist auch eine linke Uni.
Issja logo, Migranten saufen an der Trinkhalle und kotzen danach aufs Straßenpflaster…
Issja so stulle, dass ganz klar wird, warum die Deutschen mangels Kindern aussterben, wenn sie noch 1000 Jahre so weiter machen.
Ich habe vor über 40 Jahren in Frankfurt gewohnt, das Foto mit der Trinkhalle könnte damals entstanden sein. Das Gallusviertel war schon immer das verrufenste, und NPD und Republikaner, deren Klientel an den Trinkhallen anzutreffen war, zerrissen sich das Maul.
Nix Neuss also, Kultur ist da, wo Neuss Deutschland ist: https://www.youtube.com/watch?v=4vBJzglrOy4
„warum die Deutschen mangels Kindern aussterben, “
Mal angenommen das Ukraine Abenteuer geht für Deutschland glimpflich aus, also alles läuft mehr oder weniger so weiter wie bisher, dann ist aus populationsdynamischer Sicht klar, das Deutschland in wenigen Generationen ein Vielvölkerstaat mit einer deutschen Minderheit ist, der sich ein eine unbestimmte Zukunft weiter bewegt. Es ist völlig offen welche kulturellen, sozialen und politischen Verwerfungen und Konflikte daraus entstehen werden. Das alles zudem noch vor dem Hintergrund zunehmend schlechter werdender natürlicher Rahmenbedingungen
eine kriegerische auseinandersetzng, die schon tausende u abertausende leben gekostet hat, als „abenteuer“ zu bezeicchnen, kann einem auch nur dann einfallen, wenn man life noch nix von „sowas“, also so ein sterben von einer kugel oder wenn eine granate so reinhaut in ein paar menschen, mitbekommen hat. na hoffen wir mal, dass es bei den 5 freunden nicht so schlimm wird.
Kultur-Linke kämpfen gegen Windmühlenflügel (gegen das imaginäre Böse) wenn es gegen die materielle Substanz geht. Das gilt auch dann wenn diese nationalistisch geprägt ist. Denn das Nationale wird benutzt um das materielle Sein zu sichern. Dagegen hat linke Kultur keine Chance.
Die Russen wissen gar nicht was ihnen entgeht, wenn sie sich weiter so stur weigern Teil der westlichen Wertegemeinschaft zu werden.
Das ist das, was im Westen keiner begreifen will/soll. Die haben immer noch das Russlandbild aus der Zeit Jelzins im Kopf mit Bettlern, vermüllten Straßen, verlotterten Wohnquartieren, und begreifen gar nicht, wie die Leute dort „trotzdem“ immer noch Putin wählen können, weshalb man sich auch das dann mit „Wahlmanipulationen“ erklärt.
Die Realität ist aber das genaue Spiegelbild zu Deutschland! Während es hierzulande, ausgehend von einem im Schnitt hohen Niveau, seit mittlerweile über 20 Jahren immer weiter bergab geht, hat es in Russland seit der Machtübernahme durch Putin einen unglaublichen Aufschwung gegeben. Die Wirtschaft kam wieder hoch, mit zusätzlichen Maßnahmen seit Beginn der Sanktionen wurde auch die Eigenversorgung wiederhergestellt, so daß Russland heute Exporteur von Lebensmitteln ist statt diese, wie zu Jelzins Zeiten im großen Stil zu importieren. Und so weiter.
Im Schnitt mögen die Lebensverhältnisse in Russland immer noch etwas schlechter sein, als in Deutschland. Aber der Vergleich solcher Slums in deutschen Großstädten (!!!) wie dem Gallus in der Stadt des Geldes mit den Banken-Wolkenkratzern im Zentrum mit andererseits Metropolen wie Moskau oder St. Petersburg zeigt klar, wer auf der Verliererstraße ist, und wieso deutsche Kanzler/innen im Lande so „beliebt“ sind, während der „brutale Machthaber“ Putin fest im Sattel sitzt.
Aber um das vergleichen zu können, müßte man sich für die eigene Weltanschauung ja mal die Welt dort drüben anschauen! Das verhindern aber Medienverbote im „freien Deutschland“.
Sollte der Satz „Diese Mischung als starker Migration, materiellen Mangel und städtischen Rückzug verkauft man am Ende gar als charmante Lebensart, als Lifestyle, den man einfach gerne haben muss.“ nicht evtl. „Diese Mischung [als] aus starker Migration, materiellen Mangel und städtischen Rückzug verkauft man am Ende gar als charmante Lebensart, als Lifestyle, den man einfach gerne haben muss.“ lauten?
Lesenswerter Artikel! Der Autor schreibt: „Als ich vor mehr als zehn Jahren herzog, war die größte Sorge der Menschen die Gentrifizierung des Stadtteiles – mittlerweile spricht kaum noch jemand von dieser Entwicklung.“
Dasselbe könnte man zu Kreuzberg und Neukölln sagen. Ob wohl bewusste Spekulation dahintersteckt – erst ein Stadtteil verslumen lassen, günstig kaufen, dann teuer vermieten und den Kiez langfristig wieder aufwerten? Zumindest war das früher die Vorgehensweise.