Lügen durch Weglassen

MDR-Satellitenschüssel
Tilo Mittelstraß, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie der MDR mit Gebührengeldern NATO-Propaganda unters Volk bringt.

Wenn Lügen kurze Beine haben, dann sollte der MDR-Redakteur Martin Dietrich Rollsplitt meiden. Er könnte sich die Genitalien verletzen.

Unter dem Titel „Russische Propaganda-Mythen: warum ein Buch in Kamenz für Streit sorgt“[1] zeigt er, wie „Lügen durch Weglassen“ funktioniert. Gemeint mit der Schlagzeile ist mein Buch „Auf beiden Seiten der Front. Meine Reisen in die Ukraine“.[2] Da der MDR meine Stellungnahme weithin unbeachtet lässt, schicke ich sie ihm öffentlich hinterher.

Man nennt solche Schlagzeilen „strategisches Framing“. Diesen Begriff kennt Martin Dietrich vermutlich nicht. Er bedeutet das „Aktivieren von Schablonen der Wahrnehmung“, eine solche „strategische Wort- und Bilderwahl“, „dass auch mit Fakten gelogen werden kann.“[3] Agenda Setting ist eben immer auch Agenda Cutting. Die Fakten mögen manchmal sogar stimmen; ihre Auswahl ist entscheidend.

Martin Dietrich legt nahe, ich stünde für die Verbreitung von Kreml-Propaganda in Kamenz. Dazu habe ich ihm geschrieben: „Ich nehme von niemandem Weisungen entgegen. Meine Entscheidungen fälle ich in eigener Verantwortung, und finanziell bin ich völlig unabhängig. Das unterscheidet mich von Ihnen, der Sie als Mitarbeiter des MDR gegenüber Ihren Vorgesetzten weisungsgebunden sind.[4]

Erinnert habe ich ihn daran, dass ich dem Kreml mehrfach unsanft auf die Zehen getreten bin, was mir zwei Begegnungen mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB beschert hat. Eigentlich wäre es seine Aufgabe, im ARD-Archiv nachzuschauen, was ich zum Thema Russland gemacht habe. Das ist aber wohl zu viel verlangt. Martin Dietrich lässt das einfach weg. Es passt nicht zum Suppenteller-Horizont seiner Krämerseele.

Damit hat er seine journalistische Sorgfaltspflicht verletzt. Denn wenn ein Gesprächspartner mit konkreten Vorwürfen konfrontiert wird und sich dazu erklärt, muss er auch korrekt zitiert werden.

Im journalistischen Lehrbuch steht: Ausgewogenheit bedeutet „nichts anderes, als dass der Nachrichtenredakteur ein Ereignis nicht nur aus einem Blickwinkel beschreibt, sondern stets in seiner Gesamtheit, also in allen Aspekten“.[5] Diese journalistische Handwerksregel hat Martin Dietrich missachtet. Dabei spielt es keine Rolle, ob er sie kennt. Auch wer nicht weiß, dass bei Rot das Fahrzeug an der Ampel zu stoppen ist, macht sich strafbar, wenn er weiterfährt.

Als Fachredakteur für Osteuropa ist Martin Dietrich noch nicht weiter aufgefallen. Von Recherchen in Kriegs- und Krisengebieten hat er keine Ahnung. Es handelt sich um einen Schreibtisch-Bewohner, der die Welt überwiegend aus dem Computer kennt. Dazu habe ich ihm gesagt: „Die Schreibtisch-Perspektive bietet ein verkürztes, wenn nicht gar verzerrtes Bild der Wirklichkeit.“ Was Martin Dietrich schreibt, hat er sich am Schreibtisch zurechtfantasiert. Es sagt mehr über seine Vorurteile aus als über mich.

Friedensgespräche im März 2022

Martin Dietrich bestreitet, dass es im März 2022 Friedensgespräche in Istanbul gegeben und der Westen ein bereits parafiertes Abkommen verhindert habe. Doch dies ist schlicht Teil des Forschungsstandes.[6] Für ein solches unterschriftsreifes Abkommen gibt es mindestens sechs verschiedene, voneinander unabhängige Quellen, von denen drei am Verhandlungsprozess direkt beteiligt waren. Internationale Experten sind sich einig, dass sich die Ukraine, anders als es US-Präsident Joe Biden versprochen hat, heute in einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition befindet. Kiew hat während der Sommeroffensive mehr Gebiete verloren als zurückerobert.[7]

Die Behauptung, Boris Johnson habe gar nicht die Macht gehabt, bei seinem Besuch in Kiew am 9. April 2022 einen Friedensschluss zu verhindern, ist an den Haaren herbeigezogen. Die von Dietrich zitierte Körber-Stiftung verwechselt schlicht Koch und Kellner. Dazu Altbundeskanzler Gerhard Schröder, der ebenfalls in die Friedensgespräche eingebunden war: „Doch am Ende passierte nichts. Mein Eindruck: Es konnte nichts passieren, denn alles Weitere wurde in Washington entschieden.“[8]

Da Martin Dietrich aber Gerhard Schröder vermutlich für einen Einflussagenten Moskaus hält, wie wäre es mit der Quelle Fiona Hill? Dieser Name sagt Martin Dietrich vermutlich nichts. Deshalb eine kleine Nachhilfe: leitende Mitarbeiterin der Brookings Institution in Washington; ehemaliges Mitglied des National Security Council; Beraterin dreier US-Präsidenten. Fiona Hill schreibt:

„Nach Angaben mehrerer ehemaliger hochrangiger US-Beamter, mit denen wir sprachen, schienen sich russische und ukrainische Unterhändler im April 2022 vorläufig auf die Grundzüge einer ausgehandelten Zwischenlösung geeinigt zu haben: Russland würde sich auf seine Position vom 23. Februar zurückziehen, als es einen Teil der Donbass-Region und die gesamte Krim kontrollierte, und im Gegenzug würde die Ukraine versprechen, keine NATO-Mitgliedschaft anzustreben und stattdessen Sicherheitsgarantien von einer Reihe von Ländern erhalten.“[9]

Doch dies unterschlägt der MDR: Lügen durch Weglassen.

Der Anschluss der Krim

Ein Experte für die Krim ist Martin Dietrich nun nicht gerade. Auch hier: keine Realitätsprobe vor Ort, sachfremdes Gerede. Es geht nicht, wie Dietrich eine Expertin zitiert, die keine ist, um irgendwelche Narrative, sondern darum, was wir belegen können. Deshalb die Fakten im Zeitraffer:

Die Krim gehörte ursprünglich zur Russischen Sowjetrepublik. Auf Betreiben von Nikita Chruschtschow wurde sie 1954 an die Ukrainische Sozialistische Republik abgetreten. Dem stimmte am 19.02.1954 das Präsidium des Obersten Sowjets zu. Aber die Abtretung wurde weder vom Obersten Sowjet der UdSSR noch vom Sowjet der Russischen Sozialistischen Republik oder dem der Ukrainischen Sozialistischen Republik bewilligt. Die Gebietsabtretung war also unrechtmäßig. Am 20.01.1991, also vor der Unabhängigkeit der Ukraine, sind die Krimbewohner eingeladen darüber abzustimmen, ob sie bei Kiew bleiben oder von Moskau verwaltet werden wollen wie vor 1954. Es handelte sich um das erste Autonomie-Referendum in der UdSSR. Die Krimbewohner entscheiden sich mit 93,6 Prozent für den Anschluss an Moskau. Die 1945 abgeschaffte Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Krim wird am 12.02.1991 durch den Obersten Sowjet der SSR der Ukraine wiederhergestellt. Am 17. März organisiert Moskau ein Referendum zum Erhalt der Sowjetunion, der von der Ukraine bejaht wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Krim bereits Moskau und nicht mehr Kiew zugeordnet. Die Ukraine ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht unabhängig. Kiew organisiert dann ebenfalls ein Unabhängigkeits-Referendum. Die Beteiligung der Krimbewohner fällt schwach aus, denn sie sind bereits unabhängig und sehen sich nicht mehr betroffen. Die Ukraine wird ein halbes Jahr nach der Krim unabhängig, die bereits am 04.09. ihre Souveränität erklärt hatte. Am 26.02.1992 ruft das Parlament der Krim mit Zustimmung von Kiew die Republik Krim aus. Die ukrainische Regierung gewährt ihr den Status einer selbstverwalteten Republik. Am 05.05.1992 erklärt sich die Krim für unabhängig und verabschiedet eine Verfassung. Es folgt ein jahrelanges Tauziehen zwischen Simferopol und Kiew, das die Krim unter Kontrolle behalten will.

Mit der Unterzeichnung des Budapester Memorandums 1994 gibt die Ukraine den Besitz ehemals sowjetischer Atomwaffen auf ihrem Staatsgebiet gegen „ihre Sicherheit, Unabhängigkeit und territoriale Integrität“ auf. Zu diesem Zeitpunkt ist die Krim in ihrem Selbstverständnis nicht mehr Teil der Ukraine. Die Regierung in Kiew sieht sich durch das Memorandum gestärkt und schafft am 17.03.1995 gewaltsam die Verfassung der Krim ab. Sie schickt Spezialeinheiten, die den Präsidenten der Krim Jurij Meschkow absetzen und annektiert damit faktisch die Halbinsel. Die Folge sind Demonstrationen der Krimbewohner für einen Anschluss an Russland. Die Krim wird daraufhin autoritär durch Präsidentenerlasse aus Kiew regiert. Deshalb schreibt das Parlament der Krim im Oktober 1995 eine neue Verfassung, um die Autonome Republik Krim wiederherzustellen. Sie wird vom Parlament der Krim am 21.10.1998 ratifiziert und am 23.12.1998 vom ukrainischen Parlament bestätigt.

Am 31.05.1997 unterzeichnen Russland und die Ukraine einen Freundschaftsvertrag. Kiew nimmt die Unverletzlichkeit der Grenzen in den Vertrag auf, weil die Ukraine eine Abspaltung der Krim befürchtet, und zwar gegen eine Garantie „des Schutzes der ethnischen, kulturellen, sprachlichen und religiösen Eigenart der nationalen Minderheiten auf ihrem Staatsgebiet“. Allerdings sind am 23.02.2014 die neuen Machthaber in Kiew aus einem Staatsstreich erwachsen. Sie schaffen das Gesetz über die offiziellen Sprachen ab und missachten damit die Garantie des Vertrages von 1997. Wieder demonstrieren die Krimbewohner für eine Rückkehr nach Russland. Am 6. März beschließt das Parlament der Krim einen Volksentscheid über den Verbleib in der Ukraine oder einen Anschluss an Russland. Der Ausgang des Referendums führt zur Bitte um Beitritt an die Regierung in Moskau. Damit hat die Krim nichts anderes getan, als den Status wiederherzustellen, den sie legal kurz vor der Unabhängigkeit der Ukraine erworben hatte – den die Ukraine aber nie respektierte.

Googeln hilft. Dann stößt man auf Fakten. Wieder: Lügen durch Weglassen. Hätte Martin Dietrich mein Buch gelesen und die Fußnoten nachverfolgt, dann wüsste er, dass nicht ich es bin, der Geschichtsmythen vom Stapel lässt. Vielmehr sind es Frau Prof. Vulpius und Frau Dr. Wendland, die meine Lesung im sächsischen Kamenz torpedieren und dabei pro-ukrainischen Geschichtsrevisionismus betreiben. Dazu begeben sie sich auf die Ebene der Diffamierung. Das spricht eigentlich für sich.

Nicht einmal den Forschungsstand kennen sie. Sie stellen Behauptungen auf, die mehr über ihr Weltbild sagen als über die Realität. Bekenntnis ersetzt Erkenntnis. Wie auch, wenn sich die Damen mit dem Krieg nicht befasst, ihre Studien auf Archivbesuche begrenzt und ihre Erkenntnisse am Schreibtisch gewonnen haben.

Deshalb hier noch einmal die wichtigsten Punkte:

Was den Putsch auf dem Maidan betrifft, so bestätigen neueste Fachpublikationen meine Recherche-Ergebnisse. Dies betrifft auch die Frage, wer auf dem Maidan geschossen hat. Nikolai N. Pietro, Politikwissenschaftler an der University of Rhode Island, in seinem Buch über den 19. und 20. Januar 2014 in Kiew:

„Schon am nächsten Tag wurden in einer Aktion, die der Kommandant des Maidan, Andriy Parubiy, später als koordinierten Versuch bezeichnete, das Regime in Aufruhr zu versetzen, regionale Verwaltungen in mehreren westlichen Regionen des Landes von rechtsgerichteten, Maidan-treuen Gruppen übernommen. Die Waffenlager mehrerer Polizeistationen wurden geplündert und ihr Inhalt an die Demonstranten auf dem Maidan verteilt… Im Nachhinein betrachtet haben wir den Einfluss der extremen Rechten, die nicht nur das derzeitige politische Establishment, sondern das gesamte politische System hinwegfegen wollte, grob unterschätzt… Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch bereits fast hundert Menschen in einer weiteren Runde von Scharfschützenfeuer getötet worden, das, wie es sich heute darstellt, wieder aus dem von den Maidan-Kräften kontrollierten Gebiet kam. Zwei Tage später gab ein demoralisierter Janukowitsch seine präsidialen Befugnisse auf und stimmte vorgezogenen Präsidentschaftswahlen zu… Ein Regimewechsel hatte durch den Angriff eines Teils des Landes auf die Rechte eines anderen Teils stattgefunden, und nicht durch einen Kompromiss der regionalen Eliten… Der Maidan 2014 wurde zu einem Wendepunkt in der ukrainischen Politik, zu dem Moment, in dem sich die nationale Politik vom Streben nach Konsens zum Streben nach ausdrücklicher politischer und kultureller Dominanz Galiziens wandelte. Das erklärt, warum so viele Maloross-Ukrainer den Maidan damals als Staatsstreich betrachteten. Schon bald wurden die Ukrainer Zeugen zahlreicher Gewalttaten bewaffneter nationalistischer Milizen, die sich offen über die Justiz, die Strafverfolgungsbehörden, den Präsidenten und das Parlament hinwegsetzten… Heute hat es den Anschein, dass die Eskalation der Gewalt auf dem Maidan von Svoboda und dem Rechten Sektor koordiniert wurde, die gemeinsam ‚als Einheitsfront‘ agierten.“[10]

Nik Pietro hat dazu die Fachliteratur gründlich ausgewertet. Er bestätigt die ältere, genauso akribische Studie von Ivan Katchanowski,

dass es sich bei dem Massaker um eine Operation unter falscher Flagge handelte, die rational geplant und mit dem Ziel des Sturzes der Regierung und der Machtergreifung durchgeführt wurde. Es wurden verschiedene Beweise für die Beteiligung eines Bündnisses rechtsextremer Organisationen, insbesondere des Rechten Sektors und der Svoboda, sowie oligarchischer Parteien wie der Vaterlandspartei gefunden. Versteckte Schützen und Späher wurden in mindestens 20 vom Maidan kontrollierten Gebäuden oder Gebieten ausgemacht.“[11]

Beim Maidan handelt es sich gerade nicht um einen Bürger-Aufstand. Wie der Osteuropa-Experte Reinhard Lauterbach zeigt, wurden die Proteste sehr schnell von ultranationalistischen und faschistischen Kräften gekapert.[12] So wurde, wie Stefano di Lorenzo schreibt, aus Protesten „- mit massiver Hilfe der USA – schließlich ein Staatsstreich“.[13]Aber dies soll die deutsche Öffentlichkeit nicht erreichen. Denn dann würde deutlich, dass die „woke“ Schwarmintelligenz des ökolibertären Bürgertums und die NATO im Bunde sind mit ukrainischen Ultranationalisten und Faschisten, die auch für die Maidan-Morde verantwortlich sind.

Bürgerkrieg in der Ostukraine

Was den Aufstand in der Ostukraine betrifft, so schreibt Nicolai D. Petro in seinem aktuellen Buch:

„Während des Maidan 2014 verfügte der Rechte Sektor über ein großes Waffenarsenal und vielleicht bis zu 10.000 Kämpfer… Wie der Pressesprecher des Rechten Sektors schon vor der Absetzung Janukowitschs betonte, ‚ist unsere Gruppe durchaus in der Lage, einen Bürgerkrieg zu führen‘… Zu Beginn des Konflikts im Donbass weigerte sich das ukrainische Militär, auf die lokale Bevölkerung zu schießen. In dieser kritischen Phase griff der Rechte Sektor ein, um sicherzustellen, dass der Konflikt nicht in einer Verhandlungslösung endet, die der Region größere Autonomie gewährt. Laut dem leitenden Militärstaatsanwalt des ukrainischen Militärs, Anatoly Matios, führten diese Freiwilligenbataillone auch routinemäßig Strafexpeditionen gegen die örtliche Bevölkerung durch.“[14]

Auch in diesem Punkt bestätigt Nick Petro ältere und noch deutlich detailliertere Studien wie die von Serhij Kudelia:

„Einheimische aus dem Donbass bildeten von Anbeginn der Kämpfe an die Mehrheit der Milizen. Dies wird durch die Liste der Opfer unter den Freiwilligen (dominiert von Ukrainern) und durch die Datenbank bestätigt, die mit der Unterstützung der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden angelegt wurde, und die zeigt, dass zwei Drittel der Separatisten Ortsansässige sind.“[15]

Damit handelt es sich um einen Bürgerkrieg. Aber das sind Untersuchungen, die Martin Dietrich nicht kennt, offenbar auch nicht zur Kenntnis nehmen will. Auch hier: Lügen durch weglassen.

Stellvertreterkrieg

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte am 7. September 2023 vor dem EU-Parlament, dass Putin einen Verzicht auf eine NATO-Erweiterung gegen den Verzicht auf den Einmarsch in die Ukraine vorgeschlagen habe. Der russische Präsident habe der NATO im Herbst 2021 einen Vertragsentwurf geschickt, den die NATO unterzeichnen sollte:

„Das Gegenteil trat ein. Er wollte, dass wir das Versprechen unterschreiben, die NATO niemals zu erweitern. Er wollte, dass wir unsere militärische Infrastruktur in allen Verbündeten, die der NATO seit 1997 beigetreten sind, abbauen, d.h. die Hälfte der NATO, ganz Mittel- und Osteuropa, wir sollten die NATO aus diesem Teil unseres Bündnisses entfernen und eine Art B-Mitgliedschaft oder Mitgliedschaft zweiter Klasse einführen. Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um die NATO, mehr NATO, in der Nähe seiner Grenzen zu verhindern.“[16]

Dies bedeutet: Erstens handelt es sich nicht um einen „unprovozierten“ Angriffskrieg; die NATO hat ihn provoziert. Zweitens handelt es sich um einen Stellvertreterkrieg, in dem es im Kern um die NATO-Osterweiterung geht. Aber das ficht den MDR-Autor nicht an. Wäre er bei Sinnen, so müsste man wohl sagen, dass er wider besseres Wissen die Unwahrheit sagt. Nun darf jedermann Märchen erzählen. Aber auf Kosten des Gebührenzahlers?

Programmauftrag

Ich habe Martin Dietrich eine lange Liste mit Zitaten führender westlicher Politiker geschickt, die allesamt belegen, dass die NATO hier einen solchen Stellvertreterkrieg führt.[17] Aber er unterschlägt es und führt so die Gebührenzahler in die Irre. Wiederum: Lügen durch Weglassen. Dies widerspricht dem Programmauftrag des MDR. Dort heißt es in § 8, Absatz 3:

Alle Informationsangebote (Nachrichten und Berichte) sind gewissenhaft zu recherchieren und wahrheitsgetreu und sachlich zu halten. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen. Die Redakteurinnen oder die Redakteure sind bei der Auswahl und Verbreitung der Nachrichten zur Objektivität und Überparteilichkeit verpflichtet. Kommentare sind deutlich von Nachrichten zu trennen und unter Nennung der Verfasserin oder des Verfassers als persönliche Stellungnahme zu kennzeichnen. Sie haben dem Gebot journalistischer Fairness zu entsprechen.“

Wenn Lügen kurze Beine haben, dann hat Martin Dietrich diese Messlatte glatt unterlaufen. Er redet, mein Buch „Recherchieren“[18] zitierend, von Interessen. Nur bedürfen eben auch Interessen des Nachweises. Das mir naheliegende Interesse wäre, das Leben meiner Freunde auf beiden Seiten der Front zu retten – jener Freunde, die vor der Einberufung stehen, jener, die im Kriegsgebiet verschollen sind oder jener, die noch am Leben sind. Aber für Martin Dietrich muss es der Kreml sein, auch wenn sich die Balken biegen. Das erinnert ein wenig an Klein-Otto aus Berlin beim Ausflug seines katholischen Internats. Die Nonne fragt: „Na, Otto, was ist denn das da vorne für ein Tier?“ Otto antwortet: „Normalerweise würde ick sagen, det is een Eichhörnchen. Aber so, wie ick den Laden hier kenne, isset ja wieder det kleene Jesulein!“

Wenn sich ein Redakteur einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt handwerklich derart angreifbar macht, dann müsste er eigentlich entlassen werden. Doch dies braucht er gewiss nicht zu fürchten. Denn er handelt im konkludenten Einverständnis mit seinen Führungskräften. Sicher hat er sich nach oben abgesichert. Mit anderen Worten: Martin Dietrich handelt nicht in eigener Verantwortung. Im vorauseilenden Gehorsam schreibt er das, wovon er hofft, dass es bei seinen Vorgesetzten Gefallen findet.

Diese Vorgesetzten wiederum sind außertariflich – gemeint ist übertariflich – entlohnt. Sie haben befristete Sonderverträge, die regelmäßig verlängert werden müssen. Dies geschieht beim MDR durch den Rundfunkrat auf Vorschlag des Verwaltungsrates. In beiden Gremien haben Parteien und Regierung einen erheblichen Einfluss. Für außertariflich bezahlte Führungskräfte bedarf es keiner Weisung; wer eine Vertragsverlängerung anstrebt, hat die Logik der Anpassung verinnerlicht.

NATO-Propaganda

Ob ein Siegfrieden in der ukrainischen Sommer-Offensive herbeigeschrieben, ein Kampf um westliche Werte propagiert oder fernab des Forschungsstandes geschichtsrevisionistisches Geschwafel produziert wird – sein Artikel ist typisch für das, was sich derzeit im gebührenfinanzierten Rundfunk abspielt: NATO-Propaganda auf Kosten des Gebührenzahlers.

Peter Scholl-Latour hat schon vor Jahren festgestellt:

„Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung… Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von taz bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil sprechen, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt… Ich frage mich, was sich die Europäische Union von einer Annäherung der Ukraine erhofft? In Brüssel sollte man sich besser auf eine Konzentration und Konsolidierung ausrichten, statt die Ausweitung nach Osten voranzutreiben. Schon mit der Aufnahme Rumäniens und Bulgariens haben sich die Kommissare in Brüssel übernommen. Käme nun noch die Republik von Kiew dazu, wo von den Tartaren die Wurzeln des heutigen Russlands gelegt wurden und die Bekehrung zum Christentum stattfand, dann würde das aufgeblähte Territorium der fragilen Europäischen Union bis rund dreihundert Kilometer an jenes Schlachtfeld heranrücken, das unter dem Namen Stalingrad berühmt wurde. Haben die Deutschen jedes Gespür für die Tragik der eigenen Geschichte verloren?“[19]

Ja, das haben sie offenbar. In Redaktionen und Akademien sitzen überwiegend Bürgerkinder. Sie haben ihre Jugend in der Wohlstandssphäre verbracht, wo ihnen feindliches Feuer nur im Computerspiel begegnet ist. Was Krieg heißt, wissen sie nicht. In diesem zivilisatorischen Schonraum beurteilen sie Kriege nach dem Wert der Rüstungsaktien, die sie einmal von ihren Eltern erben werden. Leben und sterben in der Ukraine – das entzieht sich ihrer Vorstellung – und ihren Interessen.

In den vergangenen Wochen haben mich hunderte von Zuschriften erreicht. Mit einer einzigen Ausnahme sprechen mir die Menschen Mut zu und danken mir für meine Recherchen. Dies zeigt, dass die öffentliche Meinung der Bevölkerung deutlich von der veröffentlichten Meinung der Mainstream-Medien abweicht. Wenn aber Redakteure des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihre Legitimation unter den Gebührenzahlern verlieren und die Kriegspropaganda der Machteliten wiederkäuen, dann sägen sie an dem Ast, auf dem sie sitzen. Das geht einige Zeit gut – und dann wenden sich die Menschen angewidert ab.

Ideologische Staatsapparate

Martin Dietrich steht dabei nicht allein. Die „ideologischen Staatsapparate“ wirken zusammen. Zu den ideologischen Apparaten zählt der französische Philosoph Louis Althusser Elternhaus, Schulen, Universitäten, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen sowie Medien. Gemeinsam, so Althusser, sorgen sie dafür, dass die Bürger loyal zum Staat und zur marktkapitalistischen Gesellschaftsordnung stehen.[20]

Da sind einmal Schulen wie jene Gesamtschule in Geilenkirchen, die aus Mangel an Zivilcourage und demokratischem Bürgersinn eine Lesung absagt.[21] Sie fallen herein auf Denunzianten wie den Dresdener Martin Walther. Es handelt sich um ein FDP-Mitglied, das der Nichtregierungs-Organisation „North Atlantic Fellas Organization(NAFO)“ angehört. Angeblich will NAFO „gegen prorussische Propaganda und Falschnachrichten“ kämpfen. Sie unterstützt die Ukraine im Propagandakrieg und ist damit selbst Kriegspartei.[22] Die NAFO hat nichts mit der NATO zu tun, versammelt vielmehr Cybernauten, Amateurkünstler und Spender. Sie posten in den sozialen Medien, um die Ukraine zu unterstützen und Spenden zu kanalisieren – für Soldaten-Ausrüstung, die georgische Freiwilligenlegion oder humanitäre Hilfskampagnen.[23] Walter bezeichnet sich als „pseudoliberaler Kapitalist“, hetzt gegen „ungeimpfte Fußballprofis“ und bezeichnet „unseren Ministerpräsidenten #Kretschmer… für weitgehend unzurechnungsfähig“.[24] Zu X-Chef Elon Musk fällt Walther ein: „Musk ist völlig fertig, ich hoffe, dass sein Drogenhirn bald platzt.“[25] „Fuck you, @elonmusk. Der Typ ist wirklich extrem dumm.“[26] Auf den Tweet eines Lesers, Walther möge vielleicht mal an seiner „Rhetorik arbeiten“, lautet seine Antwort: „Einen Teufel werde ich tun.“[27] Ein schlichter Internet-Pöbler. Dies beschreibt das Niveau dieser Trolle.[28] Die NAFO ist eine Organisation mit Sitz in Langley, wo auch die CIA zuhause ist.[29]

Dann kommen Universitäten und Institute ins Spiel. So schreibt eine Dr. Veronika Wendland vom Herder-Institut diffamierende Hetzbriefe voller Falschbehauptungen an den Bürgermeister von Kamenz, und eine Prof. Ricarda Vulpius von der Universität Münster legt im gleichen Stile nach. Die Schreiben können auf der Website der Stadt Kamenz gelesen werden.[30] Sie sind in Inhalt und Form nicht von hoher Güte. Die beiden gehören der deutsch-ukrainischen Historischen Kommission an.[31] Diese Kommission wird vom DAAD finanziert. Der DAAD wird von den Hochschulen und den Studierendenschaften getragen. Das heißt, im Wesentlichen handelt es sich hier um eine staatliche Finanzierung. Da liegt es nahe, dem Geldgeber einen Gefallen zu tun. Dr. Wendland wirkte auch im Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung, die den grünen nahesteht. Gemeinsam ist Frau Dr. Wendland und Frau Prof. Vulpius, dass sie sich mit dem Putsch auf dem Maidan, dem Bürgerkrieg im Donbass und dem Krieg in der Ukraine nicht näher befasst haben. Sie setzen Behauptungen in die Welt, die sie nicht belegen können.

Dies wiederum ist ein gefundenes Fressen für sachfremde Redakteure wie Martin Dietrich vom MDR. Er bleibt nicht lange allein. Weitere Journalisten kommen hinzu, wie Christos Pasiantis von der Rheinischen Post oder Torsten Hilscher von der Sächsischen Zeitung.[32] Sie verbreiten die Diffamierungen der beiden Akademikerinnen ungeprüft, fragen nicht einmal bei der Gegenseite nach. Damit verletzen sie die Journalistische Handwerksregel „et audiatur altera pars“ – auch die andere Seite soll gehört werden. Sie schreiben einfach ab. Wir befinden uns in der Recherche-freien Zone.[33] Der Redakteur der Sächsischen Zeitung hat auch mein Buch nicht gelesen. Damit redet er über Dinge, von denen er keine Ahnung hat. Vom Krieg in der Ukraine hat er sowieso keine Kenntnis. Denn da war er nie. Als Fachredakteur für Osteuropa ist er noch nicht aufgefallen. Hier haben wir es also mit einem Journalisten zu tun, dem die Verbreitung von Propaganda wichtiger ist als Recherche. Damit sind wir wieder beim „strategischen Framing“.

Nun gibt es im Pressewesen den sog. „Tendenzschutz“ und das sog. „Verleger-Privileg“. Das bedeutet, dass der Verleger bzw. der Eigentümer eines Presse-Organs die redaktionelle Linie einer Zeitung festlegt. Die Sächsische Zeitung wird aufgelegt von der DDV-Mediengruppe, die sich wiederum zu 60% im Besitz der Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr und zu 40% im Besitz der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, einem Medienunternehmen der SPD, befindet. Wenn die Eigentümer die redaktionelle Linie festlegen, dann verwundert mich die tendenziöse und schlecht recherchierte Berichterstattung nicht. Aber wie Upton Sinclair 1934 geschrieben hat:

„Es ist schwer, einen Menschen von etwas zu überzeugen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.“[34]

Antidemokratische Info-Kartelle

Dazu kommen dann noch Nichtregierungs-Organisationen wie „Fakeobservers“, die das Bundesaußenministerium und die EU-Kommission als Sponsoren nennen und mit Falschinformationen eine Prangerfunktion ausüben.[35] Dagegen gehe ich juristisch vor. Die strategische Ausrichtung propagiert die regierungsnahe Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik. Ihre Mitarbeiter wollen Deutschland und die NATO „zum Kampf gegen Russland befähigen“:

„Deutschland muss einen Quantensprung wagen: Die Bundesregierung muss binnen kürzester Frist die Bundeswehr personell stärken, die Rüstungsproduktion ausweiten und die Resilienz verbessern. Voraussetzung dafür ist ein Mentalitätswechsel in der Gesellschaft.“[36]

Entspannungspolitik; ein Volk der guten Nachbarn; Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts – die Politik eines Willy Brandt war einmal. Jetzt schlägt die DGAP ein verpflichtendes „Resilienzpraktikum“ für „alle in Deutschland lebenden Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren“ vor. Volk ans Gewehr! Jeder Schuss ein Russ! Die Ausführungen der DGAP sind getragen vom Anspruch auf einen militärisch gestützten Großmachtstatus. Es ist Ausdruck der „Bereitschaft, eine dienende Führungsrolle auszuüben“. Mit diesen Worten hat sich Robert Habeck dem Washingtoner Establishment angebiedert.[37]

So legt sich ein Netz ideologischer Apparate über das Land, die funktionieren wie kommunizierende Röhren. Was hier erkennbar wird, ist ein klassisches Informations- oder besser Denunziations- und Zensur-Kartell. Am Ende läuft es immer darauf hinaus, Abweichler vom Kurs der Regierungs-Propaganda mundtot zu machen. Antonio Gramsci:

„Die Intellektuellen haben die Funktion, die gesellschaftliche Hegemonie einer Gruppe und ihre staatliche Herrschaft zu organisieren.“[38]

Es geht im Kern um die Ächtung von Dissenz. Sie ist, wie Rainer Mausfeld richtig schreibt, die Funktionslogik des demokratischen Debattenraums. Ohne Dissenz ist keine demokratische Meinungsbildung möglich. Die genannten Personen führen sich auf wie Kopflanger, die den Staatsorganen helfen, „die Stabilität herrschender Machtverhältnisse durch eine rigorose Kontrolle des öffentlichen Informationsraumes zu sichern“.[39] Die Feigheit der anderen macht sie so erfolgreich.

Eine Minderheit von Kriegshetzern in Politik, Rüstungsverbänden, Universitäten und Medien wollen die Menschen in Deutschland in neue Kriege hineinzutreiben. Ihre Geschichtslügen sollen dazu beitragen, den Krieg zu rechtfertigen und das Gemetzel an der Front zu vergessen. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Figuren, die sich ausrechnen können, dass sie selbst und ihre missratenen Gören nie an der Front landen werden. Dort werden dann Andere die Kastanien aus dem Feuer holen müssen. Doch die Generation der „woken“ Klimakleber könnte schon bald erfahren, was Krieg heißt.

Glaubt man dem ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat, wird die NATO in naher Zukunft entscheiden müssen, ob sie mit eigenen Kräften in der Ukraine eingreifen will.[40] Dann wird der Krieg ein Gesicht bekommen. Es ist das Gesicht Euer aller Söhne und Töchter, die Euch aus Leichensäcken entgegenstarren werden. Jene Vertreter des postmodernen Totalitarismus, die dafür Verantwortung tragen, werden zur Tagesordnung übergehen und weiter in der Kaffeetasse rühren.

Wie ein Menetekel liest sich die Diagnose des – linksradikaler Tendenzen unverdächtigen – Historikers Karl Dietrich Bracher über die Rolle der Intellektuellen bei der Zerschlagung der ersten deutschen Demokratie:

„Die Synkrisis des deutschen Geisteslebens mit der nationalen Revolution Hitlers war bestürzend nicht nur im Blick auf die Primitivität des Ideenkonglomerats, aus dem die NS-Weltanschauung gespeist wurde, sondern mehr noch durch die blinde Unterwerfung unter ihren betont unduldsamen Ausschließlichkeitsanspruch… Aber dies demonstrierte nur den Vorgang der Selbstgleichschaltung, der von Staatsrechtlern zu Nationalökonomen, von Historikern zu Germanisten, von Philosophen zu Naturwissenschaftlern, von Publizisten zu Dichtern, Musikern, bildenden Künstlern reichte. Untrennbar griffen Byzantinismus, Manipulation und Zwang ineinander.“[41]

Bei der totalitären Umklammerung der zweiten deutschen Demokratie spielen die Intellektuellen – oder das, was von ihnen blieb: Sitzredakteure und Akademiker – eine ähnlich treibende Rolle. Sie richten sich vor den Machteliten aus wie Metallspäne vor einem Magneten. So orchestrieren sie die Zerschlagung der demokratischen Öffentlichkeit und schaffen damit die Voraussetzung für eine Zerschlagung der zweiten deutschen Demokratie.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Leuten wie Martin Dietrich ist genial, gleichsam ein perpetuum mobile: Die Menschen dürfen für die Propaganda, mit der sie aufgehetzt werden, auch noch selbst bezahlen. Vielleicht sollte der Kollege einmal Carl Einstein lesen. Der hat 1912, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, „Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders“ geschrieben. Die Psychologie der Figuren und eine nachvollziehbare Handlung interessierten ihn dabei nicht; seine Absicht war vielmehr, „mit der Willkür die Kausalität zu beschämen“.[42]Auch für Martin Dietrich scheint der Hinweis von Colin Crouch zu gelten: „Nachprüfbare Fakten spielen keine Rolle. Wir leben im postfaktischen Zeitalter.“[43] Leute wie Martin Dietrich wirken wie Wegbereiter der protofaschistischen Gesellschaft.

Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber auf die beschriebene Weise NATO-Propaganda zu bieten hat, dann, so meine ich, sollte nicht der Gebührenzahler, sondern die NATO dafür aufkommen. Vielleicht ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, ob man den Propagandisten der NATO bei ARD und ZDF das Gebührenprivileg streicht.

Dann werden sich auch Lohnscheiber wie Martin Dietrich zur Decke strecken müssen – und damit vielleicht auch auf Rollsplitt einer Verletzung ihrer Genitalien entgehen.

 

Fußnoten

[1] Dietrich, Martin: Russische Propaganda-Mythen: Warum ein Buch in Kamenz für Streit sorgt. Mdr.de v. 18. Nov. 2023, https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/propaganda-russland-ukraine-krieg-baab-100.html

[2] Baab, Patrik: Auf beiden Seiten der Front. Meine Reisen in die Ukraine. Frankfurt a.M.: fifty-fifty 2023

[3] Schiffer, Sabine: Medienanalyse. Ein kritisches Lehrbuch. Frankfurt a.M.: Westend 2022, S. 19, 21, 23

[4] Patrik Baab antwortet dem MDR. Nachdenkseiten v. 08. November 2023, https://www.nachdenkseiten.de/?p=106362

[5] Horsch, Jürgen, Josef Ohler, Dietz Schwiesau (Hg.): Radio-Nachrichten. München u. Leipzig: List 1994, S. 15

[6] Pietro, Nikolai N. u. Ted Snider: What’s Next for Ukraine: The Outlines of a Peaceful Settlement. In: AntiWar.com v. 17. Nov. 2023, https://original.antiwar.com/nicolai_petro/2023/11/16/whats-next-for-ukraine-the-outlines-of-a-peaceful-settlement/   und Von der Schulenburg, Michael, Hajo Funke, Harald Kujat: Peace for Ukraine. Brave New Europe v. 4. Nov. 2023, https://braveneweurope.com/michael-von-der-schulenburg-hajo-funke-harald-kujat-peace-for-ukraine

[7] Holder, Josh: Who’s Gaining Ground in Ukraine? This Year, No One. The New York Times v. 28. Sept. 2023, https://www.nytimes.com/interactive/2023/09/28/world/europe/russia-ukraine-war-map-front-line.html

[8] Schröder: Ukrainer durften keinen Frieden vereinbaren. In Berliner Zeitung v. 21. Oktober 2023, https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/schroder-ukrainer-durften-keinen-frieden-vereinbaren-li.2151502

[9] Hill, Fiona u. Angela Stent: The World Putin Wants. How Distortions About the Past Feed Delusions About the Future. In: Foreign Affairs, Sept./October 2022, v. 25. August 2022.  https://www.foreignaffairs.com/russian-federation/world-putin-wants-fiona-hill-angela-stent

[10] Petro, Nicolai N: The Tragedy of Ukraine. What Classical Greek tragedy can teach us about Conflict Resolution. Boston: De Gruyter 2023, S. 87-89, 96. Der Autor konnte mit Nick Pietro anlässlich seines Vortrages „The Search for peaceful coexistence in Eurasia: The Role of Tragedy“ am 26. Juni 2023 in Berlin diskutieren.

[11] Katchanovski, Ivan: The ‚Snipers Massacre‘ on the Maidan in Ukraine. Paper, American Political Science Association annual meeting, San Francisco, 3.-6. September 2015. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2658245

[12] Lauterbach, Reinhard: Integration per Putsch. Vor zehn Jahren begann der als „Euromaidan“ beschönigte prowestliche Staatsstreich in der Ukraine. Junge Welt v. 18. Nov. 2023, https://www.jungewelt.de/artikel/463456.geschichte-der-ukraine-integration-per-putsch.html

[13] Di Lorenzo, Stefano: 10 Jahre später: die Maidan-Revolution in der Ukraine. Globalbridge v. 21. Nov. 2023, https://globalbridge.ch/10-jahre-spaeter-die-maidan-revolution-in-der-ukraine/

[14] Petro, Nicolai N: The Tragedy of Ukraine. What Classical Greek tragedy can teach us about Conflict Resolution. Boston: De Gruyter 2023, S. 102, 110

[15]  Kudelia, Serhiy: The Donbas Rift. In: Russian Politics & Law, 13. Juni 2016, S. 5-27, hier: S. 19. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10611428.2017.1316062

[16] Stoltenberg, Jens: Opening remarks at the joint meeting of the European Parliament’s committee on Foreign Affairs (AFET) and the Subcommittee on Security and Defence (SEDE) followed by an exchange of view with Members of the European Parliament. 07. Sept. 2023, https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_218172.htm#:~:text=The%20background%20was%20that%20President,condition%20for%20not%20invade%20Ukraine

[17] Patrik Baab antwortet dem MDR. Nachdenkseiten v. 08. November 2023, https://www.nachdenkseiten.de/?p=106362

[18] Baab, Patrik: Recherchieren. Ein Werkzeugkasten zur Kritik der herrschenden Meinung. Frankfurt a.M.: Westend 2022

[19] Scholl-Latour: „Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung“. Interview Ramon Schack. Telepolis v. 09. März 2014, https://www.telepolis.de/features/Scholl-Latour-Wir-leben-in-einer-Zeit-der-Massenverbloedung-3364167.html?seite=all Vgl. dazu auch Schack, Ramon: Das Zeitalter der Idiotie. Wie Europa seine Zukunft verspielt. Berlin: edition ost 2023, S. 9f.

[20] Althusser, Louis: Idéologie et appareils idéologiques d’État. La Pensée, Nr. 151, Juni 1970, sowie Althusser, Louis: Positions. Paris: Les Éditions sociales 1976, S. 67-125

[21] Pasvantis, Christos: Veranstaltung mit umstrittenen Journalisten Patrik Baab abgesagt. Rheinische Post v. 21. Nov. 2023, https://rp-online.de/nrw/staedte/kreis-heinsberg/geilenkirchen-veranstaltung-mit-journalist-patrik-baab-abgesagt_aid-101830715

[22] Catoni, Laura: Wie ein Dresdner FDP-Mitglied auf Twitter für die Ukraine kämpft. Dresdner Neueste Nachrichten v. 10. Sept. 2022, https://www.dnn.de/lokales/dresden/wie-ein-dresdner-fdp-mitglied-auf-twitter-fuer-die-ukraine-kaempft-3C3JNBOIYVEGBLXG5ROTO5WPQQ.html

[23] Michaels, Daniel: Ukraine’s Internet Army of ‚NAFO Fellas’ Fights Russian Trolls and Rewards Donors with Dogs. In: Wall Street Journal v. 27. Sept. 2022, https://www.wsj.com/articles/ukraines-internet-army-of-nafo-fellas-fights-russian-trolls-and-rewards-donors-with-dogs-11664271002

[24]https://x.com/martinwaltherdd/status/1584074039462858754?s=46

[25] https://twitter.com/MartinWaltherDD/status/1708751125128650840

[26] https://twitter.com/MartinWaltherDD/status/1708756901977059646

[27] https://twitter.com/MartinWaltherDD/status/1708760992111316994

[28] Klöckner, Marcus: Meinungsvielfalt? Schule sagt Veranstaltung mit Autor Patrik Baab ab. Substack, 21. Nov. 2023, https://marcuskloeckner.substack.com/p/meinungsvielfalt-schule-sagt-veranstaltung

[29] https://twitter.com/Official_NAFO

[30]https://www.kamenz.de/ausfuehrliche-nachricht/zum-disput-zu-einer-veransstaltung-im-stadttheater.html

[31] https://www.duhk.org/kommission/mitglieder/deutsche-kommissionsmitglieder

[32] Hilscher, Torsten: Noch mehr „Russland-Versteher“? Ärger um nächsten Kamenzer Talkgast. Sächsische Zeitung v. 08. Nov. 2023, https://www.saechsische.de/kamenz/politik/kamenz-stadttheater-dialog-talkgast-patrik-baab-kritik-historikerin-wendland-ukraine-russland-5929378-plus.html

[33] Klöckner, Marcus: Meinungsvielfalt? Schule sagt Veranstaltung mit Autor Patrik Baab ab. Substack, 21. Nov. 2023, https://marcuskloeckner.substack.com/p/meinungsvielfalt-schule-sagt-veranstaltung

[34] Sinclair, Upton: I, Candidate for Governor: And How I Got Licked. Oakland Tribune v. 11. Dez. 1934, S. 19

[35]https://www.fakeobservers.org/politically-biased-election-observers.html?search=&member_of_election=&member_of_mission=&f_country=Germany&f_function=&_submit=c4ca4238a0b923820dcc509a6f75849b

[36] Mölling, Christian u. Torben Schütz: Den nächsten Krieg verhindern. Deutschland und die NATO stehen im Wettlauf mit der Zeit. Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, 08. Nov. 2023, https://dgap.org/de/forschung/publikationen/den-naechsten-krieg-verhindern

[37] Neu, Alexander S.: Deutschland: Vom Primat der Innenpolitik zum Primat der Außenpolitik zum Primat des Militärischen? Nachdenkseiten v. 22. Nov. 2023, https://www.nachdenkseiten.de/?p=107072&pdf=107072

[38] Gramsci, Antonio: Gefängnishefte, Bd. 3. Berlin: Argument 1992, S. 515

[39] Mausfeld, Rainer: Die Zerstörung des politischen Raums und die Ächtung von Dissens. Nachdenkseiten v. 22. Nov. 2023, https://www.nachdenkseiten.de/?p=107080

[40] Eskalation bis zum Weltkrieg? NATO General Kujat über den Krieg in der Ukraine. HCKM v. 06. Nov. 2023, https://www.nachdenkseiten.de/?p=106675

Péli, Éva: General a.D. Kujat zur aktuellen Ampel-Regierung: „Das ist keine Politik, das ist Fanatismus“. Nachdenkseiten v. 14. Nov. 2023, https://www.nachdenkseiten.de/?p=106675

[41] Bracher, Karl Dietrich: Die deutsche Diktatur. Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus. Köln u. Berlin: Kiepenheuer&Witsch 1969, S. 274

[42] Einstein, Carl: Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders. Berlin: Europäischer Literaturverlag 2015

[43] Crouch, Colin: Postdemokratie revisited. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2021, S. 243.

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35 Kommentare

  1. Leute wie dieser Martin Dietrich und deren Zuschreiber und Auftragsarbeiter?!:

    ()https://www.manova.news/artikel/der-fake-journalismus

    von Julien Fomenta Rosat

    Von: Alice
    Betreff: Bestellung Woche 16012017

    Hallo, ich habe einen Artikel, den ich für die nächste Woche bei dir bestellen möchte, 60 Euro, sag mir, ob das für dich in Ordnung ist.
    Ein Artikel über den NATO-Beitritt Montenegros, der immer mehr Polemik auslöst. Der Artikel sollte neutral und journalistisch sein und gleichzeitig entwickeln, dass Montenegro zu korrupt und Opfer zu vieler Verbrechen ist, um der NATO beizutreten. Russland darf nicht erwähnt werden.

    So, vielen Dank noch einmal!
    Alice

    Diese Art von E-Mails mit einem professionellen und freundschaftlichen Tonfall erhielt ich mehrmals pro Woche.
    Fünfhundertfünfundneunzig. Fast zwei pro Woche, einschließlich der Ferien. Zu allen möglichen Themen, manchmal sogar zu Themen, von denen ich nichts wusste: Energie, internationale Politik, neue Technologien, Gesundheit, Wirtschaft — und so weiter und so fort.

    Das war natürlich kein Journalismus. Aber abgesehen von einem kurzen Hochstapler-Syndrom hatte ich keine Gewissenskonflikte: Solange man von mir nicht verlangte, jemandem direkt zu schaden oder einen berüchtigten Verbrecher zu verherrlichen … Irgendwie musste ich ja meine Brötchen verdienen. Wenn ich es nicht tat, würde es außerdem jemand anderes tun.

    Wie ist es so weit gekommen? Dass ich mit über dreißig Jahren nun Fake-Artikel schreibe, um anderen das Ego zu streicheln oder den Interessen der Reichen und Mächtigen zu dienen? Das war eindeutig nicht mein Plan, als ich von der Journalistenschule abging .

    Ich bin mal Wirtschaftsberater, Expertin für Energiegeopolitik, Journalist und Schriftsteller aus Gabun, Beraterin für erneuerbare Energien und alternative Lösungen, ehemalige Krankenschwester in leitender Position und nun Beraterin im Gesundheitswesen, Lehrer für Geschichte und Geografie mit Spezialisierung auf afrikanische Fragen, Beauftragter für versicherungstechnische Studien, Unternehmer und Chefredakteur, Juristin mit Spezialisierung auf Internetrecht, Berater für neue Technologien, internationaler Bilanzprüfer …

    Alle meine Artikel landen auf spezialisierten, alternativen Nachrichtenseiten oder auf den Blogs anerkannter Medien — Mediapart, Huffington Post, Les Échos —, jenen Plattformen, deren Redaktionen den Inhalt an jeden delegieren, der möchte. Wenn ich schon dabei bin, schreibe ich auch Kolumnen, die von Politikern und Wirtschaftsführern unterzeichnet sind.“

    Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien unter dem Titel „Moi, journaliste fantôme au service des lobbies“ zuerst am 19. Mai 2022 in der Papierausgabe des Fakir Nummer 103 und online auf fakirpresse.info. Er wurde von Elisa Gratias übersetzt und vom Manova-Korrektoratsteam lektoriert.

    1. Absolut Klasse! Wobei 60 Euro klingt nicht wirklich verlockend. Da muss der Artikel wirklich in Minuten geschrieben sein und möglichst mehrfach verwendet werden können? Kaum, dass Zeit zum Googeln bleibt.
      Warum bloß wundert mich das so überhaupt nicht?

      Der 1211, Handhabungberater, Schluchtenhunde-Trainer und persönlicher Fitness – Trainer des Raben Ralf

        1. Ja, vermutlich hat er das. Aber was soll ich machen? “ Expertin für Energiegeopolitik, Journalist und Schriftsteller aus Gabun, Beraterin für erneuerbare Energien und alternative Lösungen, ehemalige Krankenschwester in leitender Position und nun Beraterin im Gesundheitswesen, Lehrer für Geschichte und Geografie mit Spezialisierung auf afrikanische Fragen, Beauftragter für versicherungstechnische Studien, Unternehmer und Chefredakteur, Juristin mit Spezialisierung auf Internetrecht, Berater für neue Technologien, internationaler Bilanzprüfer “ war -siehe oben- alles schon vergeben.
          In Wirklichkeit bin ich natürlich nur der Zwölfelf. Aber daran sollte nun kein Zweifel sein! Oder?

  2. „Die Synkrisis des deutschen Geisteslebens mit der nationalen Revolution Hitlers war bestürzend nicht nur im Blick auf die Primitivität des Ideenkonglomerats, aus dem die NS-Weltanschauung gespeist wurde, sondern mehr noch durch die blinde Unterwerfung unter ihren betont unduldsamen Ausschließlichkeitsanspruch… Aber dies demonstrierte nur den Vorgang der Selbstgleichschaltung, der von Staatsrechtlern zu Nationalökonomen, von Historikern zu Germanisten, von Philosophen zu Naturwissenschaftlern, von Publizisten zu Dichtern, Musikern, bildenden Künstlern reichte. Untrennbar griffen Byzantinismus, Manipulation und Zwang ineinander.“

    Und das trifft auf ALLE virulenten Themen zu: Corona, Klima, Migrationsförderung, EU, WHO, Gender, Digitalisierung, Globalisierung, Weltgouvernance, Kriege, … alles Einheitsbrei, alles von Akademikern, „Links“ und WEF auf die Fahnen geschrieben, alles eine einheitliche, gleichgeschaltete Verdummungs- und Unterdrückungsphalanx.

    Und schreiend offenbar – aber von angestellten Berufsverdummern und Schreibtisch-Lügnern in Abrede gestellt mit den unterschiedlichsten „Argumenten“ und Finten bei „Linken“ wie bei „Rechten“. Alles gelogen, alles maximal zerredet, verschwurbelt, verlogen, fehlgesteuert, indoktriniert.

  3. Der öffentlich rechtliche Rundfunk ist seit bestehen der brdgmbh eine Organisation, die unter den Alliierten oder deren rechtsrechtsaussen Darstellungen immer gefolgt sind. Das haben die Bürger alles bezahlt, d. H. der Bürger bezahlt für eine Lückenpresse.
    Heute soll ja alles privat wirtschaftlich übernommen werden, das ist eigentlich in Ordnung, nur sollten diese ‚privaten‘ auch wirklich als privat wirtschaftliche Subjekte identifiziert werden!

    1. Die BRD ist keine GmbH.
      Auch wenn das in Reichsbürger-Kreisen gerne behauptet wird. Die ‚Belege‘ halten keiner Überprüfung stand.

  4. Der MDR ist seit der Bestellung des Herrn Brinkbäumer vom „Spiegel“ zum MDR- Programmdirektor voll auf US-Hörigkeit und transatlantische Vasallentreue umgestellt worden.Manchmal denke ich,die Typen in Leipzig bekommen ihre Anweisungen direkt aus Langley/ Virginia…

  5. Herr Baab, „NAFO-Troll“ Walther hier. Ich habe in meinem Schreiben an die Schule in Geilenkirchen eine Reihe Ihrer journalistischen Fehlleistungen aufgezeigt. Ihr Hauptproblem ist einfach, dass Sie ein schlechter Journalist sind.

  6. Großartig!
    if it can be destroyed by the truth, it has deserved to be destroyed by the truth!

    Danke Herr Baab! Halten Sie die Ohren steif und machen Sie bitte weiter so!

  7. Und weiter Scholl-Latour:
    „Das größere Problem sind Fabriken der Desinformation, ob sie sich nun in North Carolina, London oder Israel befinden. Die zielen auf deutsche und europäische Medien. Und das klappt……..wir leben mit so vielen Lügen.
    ….
    ….dass sich die Öffentlich-Rechtlichen auf das Niveau der Privaten begeben haben. Das ist die Schande!“

    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/ich-verstehe-mich-gut-mit-ganoven-3552862.html

    Ob er heute noch in eine Talkshow eingeladen würde?

    1. Mit Sicherheit nicht. Noch in seinen letzten Jahren wurde Scholl-Latour von den Presstituierten mehr oder weniger als ältlicher, leicht schrulliger Exot dargestellt.

  8. Patrick Baab hat absolut Recht. Spätestens mit dem Krieg in der Ukraine oder in Israel/ Gaza sind kritische Stimmen aus den meisten Medien verschwunden

    1. Mir sind schon bei der Berichterstattung zu Syrien ab 2011 regelmäßig die Sicherungen rausgefallen. Selbst wenn man absolut nichts über die Konfliktlinien wusste, waren sämtlicher Artikel so voller offensichtlicher manipulierender Tricks, dass mir schleierhaft war, wie irgendjemand das ernst nehmen sollte.

      Letztlich kam ich dann zum Schluss, dass diese Artikel womöglich auf dieser Metaebene bewusst offensichtlich agierten, damit alle, die auf Harmonie getrimmt sind, gar nicht erst auf die Idee kommen, sich auf kritische Überlegungen einzulassen. Eben bewusste Triggerung des Mitläufersyndroms.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Mitl%C3%A4ufereffekt

      1. @Müsli zum Fest
        Da war ich schon etwas früher dran 🙂
        Seit der Berichterstattung im Jugoslawienkrieg ist mir buchstäblich das Gesicht eingeschlafen und ich bin vom Glauben abgefallen.

  9. Das ist jetzt genau zehn Jahre her. Mit Beginn des Maidan passierte etwas, das mir sofort auffiel: die deutsche Presse, die sich bis dahin außerhalb der Kommentare stets mit Wertungen zurückgehalten hatte, war von einem auf den anderen Tag da völlig schmerzbefreit. Die Polizei auf dem Maidan war plötzlich brutal, die Demonstranten hingegen friedlich. Zu einem Zeitpunkt, als längst verstörende Videos auf dem Netz waren, die zeigten, wie diese Demonstranten mit Eisenstangen und Schlagketten auf die Polizei losgingen und in einem Fall, wie sie den Polizisten mit Benzin übergossen und anzündeten. Ich wusste, dass da eine neue Zeit begonnen hat, in der ich die alte sehr vermissen werde.
    Ab dann am laufenden Band die konstruierten Ereignisse, die dazu dienten, Russland zu diskreditieren und zu dämonisieren. Die Maidanschüsse, das Giftgas in Syrien, die angeblichen Angriffe Russlands auf Krankenhäuser, Skripal, Nawalny und als Krönung „Putins Palast“. Unschwer zu erkennen, dass da kein einziges Bild echt war, alles virtuelle Realität. Erstellt mit einem 20-köpfigen Team, das natürlich ich als Steuerzahler bezahlt habe. Die dachten tatsächlich, sie könnten damit einen Volksaufstand losbrechen und den völlig unfähigen Nawalny als Regierungschef etablieren.
    Nach eins fiel auf: der Ukrainekonflikt hat sofort Edward Snowden verdrängt, der den ganzen Herbst die Medien dominiert hatte. Zack, auf einen Schlag verschwunden. Den Piratenparteien fehlte plötzlich ihr Thema und sie gingen sang- und klanglos ein. Auch hier: totale Gleichschaltung.
    Bleibt das so? Erfährt die Öffentlichkeit nie die Wahrheit? Abwarten, der Ball ist rund. Nehmen wir mal das hier:
    https://www.anti-spiegel.ru/2023/das-mordprogramm-der-ukrainischen-geheimdienste-in-russland-wird-von-der-cia-unterstuetzt/

    Und, was ist dem Economist jetzt passiert? Nichts. Da werden andere denken, dass sie dann ja auch können. Vor zwei Jahren aber noch undenkbar.

    1. Die pro-NATO-Propaganda in unseren „Qualitätsmedien“, allen voran ARD, ZDF, Spiegel, Zeit usw. ging schon Jahre vor dem Maidanputsch los. So richtig deutlich wurde das beispielsweise bereits 2008 beim Georgienkonflikt, als die ARD einen Korrespondenten in Moskau ein Interview mit Putin machen ließ und dieses dann geschnitten und entstellt zur Hauptsendezeit dem deutschen „Schaf“ unter die Augen und Ohren gerieben wurde. Es sollte die russische Reaktion auf die militärische Aggression Georgiens in Südossetien (unter der Regie der USA mit ihrem Handlanger Sakashwilii) so aussehen lassen, als wäre es eine russische Aggression gewesen. Erst nach Protesten von Wissenschaftlern und dem Rundfunkrat wurde dann die unzensierte Fassung mitten in der Nacht auf dem Kanal nachgereicht – natürlich zu einer Uhrzeit, in der sichergestellt war, dass es fast keiner sieht, aber dem Label „objektive Berichterstattung“ Genüge getan war.
      Weitere Beispiele sind die lächerliche Kampagne gegen russische Athleten, denen untersagt wurde und immer noch wird, auf internationalen Wettkämpfen mit ihrer Landesflagge teilzunehmen wegen der Behauptung, in Russland herrsche „staatlich gesteuertes Doping“. Erstens wird in den USA und vielen europäischen Ländern nicht weniger, eher teilweise mehr gedopt, zweitens hätte man dann zuallererst einmal China näher unter die Lupe nehmen und mit entsprechenden Sanktionen belegen müssen.
      Und das Gekläffe über angebliche russische „Provokationen“ an der Außengrenze Russlands zu NATO-Aktionen, die sich dann stets so gelesen haben, dass der russische Pilot „gefährliche Manöver“ durchgeführt hätte gegenüber dem sich völlig friedlich verhaltenden NATO-Flugzeug an Russlands Luftraumgrenze könnten aus einem Comic für 10-jährige sein, so geistig unterirdisch war und ist die „Berichterstattung“ unserer „Qualitäts-Leitmedien“ …

      Fazit: der Krieg der USA gegen Russland in der Ukraine stand schon kurz nach der Wahl Putins als russischer Präsident auf der Agenda des Pentagon und dessen Auftraggebern. Wäre Jelzin an der Macht geblieben, oder durch den Wunschkandidat der USA, Chodorkowski ersetzt worden, hätte man an der Wallstreet das Fell des russischen Bären natürlich auch ohne Krieg unter sich aufteilen können.

      1. Du hast natürlich recht. Aber immerhin haben sie sich nach 2008 noch gefangen. Aber diese massive Manipulation, quer durch alle Medien und über 8 Jahre lang, das gab es erst ab Maidan.

    2. Es fing schon früher an, dass sich deutsche Presse als Propagandamedium etablierte. Über die Kriege und Konflikte im ehem. Jugoslawien wurde bereits einseitig berichtet, nicht ins Bild passende Geschehnisse wurden weggelassen oder relativiert. Ich habe mich seinerzeit gefragt, ob in diesem Umfang nicht schon vorher über andere Konflikte bzw. Kriege die Leser manipuliert worden sind und man es nur nicht merkte, da einem keine anderen Informationen zur Verfügung standen. Es gab allerdings in den 1990er Jahren in der SZ oder FR hin und wieder ein Artikel, der einigermaßen objektive Berichterstattung erhielt, inzwischen gibt es diese so gut wie gar nicht mehr. Bzgl. der Kriege in Libyen sowie Syrien hat sich der deutsche Journalismus ebenfalls in keiner Weise als informative Kraft hervorgetan. Nur gab es zu dieser Zeit Internet, so dass die Unwahrheiten nicht mehr unhinterfragt durchgehen konnten.

    3. Moin Artur,

      ja, das hast du vollkommen Recht. Ich wundere mich nur, dass du das bezüglich des Massenmordes des Staates Israel im Gaza-Streifen das nicht äquivalent bewertest.

      Bist du (der ehemalige) Artur_B aus dem Heise-Forum? Da hast du genauso verquer argumentiert.

  10. Hallo Herr Baab,

    Ihre Empörung ist nachvollziehbar, der MDR hat Ihnen großes Unrecht angetan. Dennoch würde ich Dietrich nicht zu ernst zu nehmen.

    Er ist eines jener austauschbaren Mietmäuler, die seit Jahren die deutschen Redaktionen heimsuchen wie eine biblische Plage. Diese Mietmäuler sind pflegeleicht, angepasst und kostengünstig. Frei von Wissen, Haltung und Moral. Sie machen irgendwas mit Medien, sind aber hoffnungslos verloren, wenn die Autokorrektur in ihrem Textverarbeitungsprogramm ausgeschaltet ist.

    Leute wie Dietrich schreiben heute dies und morgen das. Ihnen ist grundsätzlich egal, womit sie beauftragt werden. Sie funktionieren. Mehr hat man ihnen nicht beigebracht, darin sehen sie ihre Erfüllung.

    Wenn sich der Wind in der MDR-Chefetage dreht und Ihre Osteuropa-Expertise plötzlich wieder erwünscht ist – vielleicht, weil nach Baerbocks Abwahl 2025 ein neuer Außenminister versteht, dass man Russland weder besiegen noch dauerhaft zum Feind haben kann –, würde Dietrich ohne mit der Wimper zu zucken eine Hymne über sie dichten, dass Ihnen die Ohren wackeln. Er liefert, was bestellt wird. Skrupel kennt er ebenso wenig wie politische Bildung.

    Sie schreiben korrekt: „Als Fachredakteur für Osteuropa ist Martin Dietrich noch nicht weiter aufgefallen. Von Recherchen in Kriegs- und Krisengebieten hat er keine Ahnung.“

    Das verheimlicht er auch nicht:

    „Martin ist freier Journalist und beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um Videospiele und Filme. Geboren wurde er 5 Jahre nach der Wende.“
    https://keinejungpioniere.de/ddr-im-kindergarten

    Legt man seine redaktionellen Arbeiten zugrunde, ist Dietrich nie über den Status eines Volontärs hinausgekommen:

    8.8.2022:
    Wie gut kann man in der Stadt kostenlos Obst sammeln?
    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/sommerserie-picknick-obst-sammeln-streuobstwiesen-100.html

    4.10.2022:
    Danger Dan in Bautzen: „Wenn ihr das mögt, ist das okay“
    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/konzert-lesung-rechtsextremismus-ginsburg-danger-dan-100.html

    13.11.2022:
    Videospiel aus Dresden wird zum Millionenerfolg: „War schwer zu begreifen“
    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/video-computer-spiel-gaming-entwickler-millionen-dome-keeper-100.html

    4.6.2023:
    Streit um prämiertes Videospiel über Vertreibung im 2. Weltkrieg
    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/serious-game-gezeichnet-flucht-vertreibung-heimat-eklat-foerderung-weltkrieg-100.html

    18.11.2023:
    Russische Propagandamythen: Warum ein Buch in Kamenz für Streit sorgt
    https://www.tagesschau.de/inland/regional/sachsen/mdr-russische-propagandamythen-warum-ein-buch-in-kamenz-fuer-streit-sorgt-100.html

    22.11.2023:
    Sächsische Schweiz: Konstruktive Uneinigkeit beim zweiten Bürgerdialog
    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dippoldiswalde-sebnitz/nationalpark-saechsische-schweiz-zukunft-petition-100.html

    Der typische Gemüsegarten einer Nachwuchskraft, die mit den Aufträgen zufrieden sein muss, die vom Tisch des Ressortleiters krümeln. Und mittendrin tauchte mit Stand 18.11.2023 der Beitrag über Sie auf – zwischen Videospiel und Bürgerdialog.

    Ich vermute, der MDR hat Dietrich mit Kamenz beauftragt, weil gerade niemand anderes verfügbar war. Tiefergehende Gründe kann ich mir nicht vorstellen.

    Leider sind mir Typen wie Dietrich vertraut. In unserer Redaktion wimmeln wir sie immer wieder ab, doch sind wir einen los, weist uns das Personalbüro wie in einer Zeitschleife den Nächsten zu. Und bei Gott, die tägliche Arbeit mit ihnen ist widerlich.

    Ich mache mir aber keine Illusionen. Diese Leute werden sich durchsetzen. Herausgeber, Verleger und Intendanten protegieren windelweichen Menschen. Keiner von denen stellt sich dem Umbau der Medienlandschaft in den Weg. Sie schreiben wie befohlen.

    1. Das ist ein interessanter Einblick.

      Personalbüro? Dann ist ihr Job auch ÖRR? Oder ist das der ganz normale Wahnsinn mit Zeitarbeitsfirmen und verschachtelten Subunternehmen?

      „windelweich“ – ja, der Mann ist wohl so um 20-30? Solche kenne ich auch. Die machen brav, was der Chef sagt, in der Hoffnung sie finden damit einen guten Platz in der Gesellschaft. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich in dem Alter auch nicht mehr gewusst hätte oder härter gewesen wäre. Bei der Haltung und Moral glaube ich aber, dass die Karrieristen diese Eigenschaften doch immer dann entwickeln, wenn es um ihren Status geht und sie von der Gruppe ausgegrenzt werden könnten.

      Das fiel mir schon früher auf, wenn lobend über USA geschrieben und sich mit der Shoa beschäftigt wurde, also die Holocaust-Industrie (nach Finkelstein) oder Israellobby unterstützt, dann ist es sehr einfach Stipendien oder andere Vergünstigungen zu bekommen. Mittlerweile hat sich das ausgeweitet auf Osteuropa-Studien, Gender und Diversity oder Faktenchecker usw.

      Das Geld für diese Jobs kommt von der PR-Industrie. Die bestimmt in welche Richtung ihre Kampagnen gehen sollen, um entsprechende Zielgruppen zu manipulieren. Auch die Themenwahl vom unseren Nachwuchs-ÖRR-Mitarbeiter ist stark bestimmt vom Algorithmen der sozialen Medien. In seinen Gedanken ist natürlich das, was er vorher gesehen hat im Netz, die Mundraub App, die Kampagne für den Naturpark. Er weiß natürlich, dass Russen böse sind wegen dem unprovozierten Angriffskrieg und die NATO gut, die DDR war schlecht und sehr wichtig, die Videospiele für sein Vergnügen und seine Sucht. Das hat er alles so in der Schule und im Netz gelernt.

      Man merkt schon bei dem Autor, dass er „Haltung“ zeigt, z.B. wenn es bei der sächsischen Schweiz um den Naturpark geht, was ein wertloses Label ist, Naturschutzgesetze verwässert. Es ist eine Vermarktungshilfe für die Tourismusbranche. Es ist eben oft nicht gut, wenn der Gastwirt mitbestimmt, was Naturschutz ist und was nicht, weil dessen Hauptziel mehr Tourismus ist und nicht Naturschutz. Auch wenn er das sogar im Nebensatz hingeschrieben hat, will er das nicht so recht wahrhaben und schwafelt am Ende was von Demokratie bei der angeblich ausgelosten Bürgerversammlung.

      Er versucht sich immer schön anzupassen.

    2. Nicht ein Dietrich ist das Problem sondern die Leute die sowas wie so einem Dietrich eine Plattform bieten. Auch ein Relotius war nicht das Problem, sondern der Speigel selbst, der so einen Relotius (und noch viele andere, unaufgedeckte dieser Art) aufpäppelte und den Weg für sowas frei machte …

      Und auch bei Ihnen fällt auf: verharmlosen, verniedlichen, schön reden – wo Verdammung und klare Worte am Platz wären.

      Sie fühlen als wahrscheinlich „Beitragszahler“, auf jeden Fall Zielgruppenangehöriger, sich nicht verarscht? Vielleicht weil Sie selbst gerne solch ein Verarscher wären – oder gar sind?

    3. Ich weiß wirklich nicht was du hast. Der ist doch begabt. Mich überzeugt die Vielfälligkeit seines Schaffens und wenn er weitere Belege dafür abliefert, jerzeit die Erwartungen der Redaktionen zu erfüllen, sollte es mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht weitere Aufträge erhält und dereinst einen Arbeitsvertrag. Falls es dann sowas noch gibt. Die hier vorliegende Abrechnung Baabs wird seiner Entwicklung eher förderlich sein. Dabei spielt es natürlich keine Rolle, dass ihm lückenlos nachgewiesen wurde, dass er, außer der gerade geforderten Gesinnung, gar nichts anzubieten hat. Zählen wird, dass er in Gestalt Baabs das personifizierte Böse angegriffen hat und dass das Böse ihn angriff, weil er sich als Journalist tapfer und unerschrocken für das Gute einsetzte. Irgendwas mit Presse – und Meinungsfreiheit wird dann erzählt und das wird die des MDR meinen, nicht die Baabs, weil der ja böse ist. Und das Böse muss bekämpft und nicht befreit werden.
      Das hat der Mann verstanden, umgesetzt und wenn er weiter so macht, wird das eine Erfolgsgeschichte

  11. Die Zeiten sind übel und das einzige, was mich mit ihnen versöhnt, ist, dass sie noch übler werden und bald zu den “ guten alten Zeiten “ gehören werden, an die man sich mit Wehmut zurück erinnert. Man wird das Gebührenprivileg nicht streichen, sondern die Abgabe erhöhen und würde man den ÖR abschaffen, würde es die Situation nicht verbessern.

    Nur eins bliebt unverstanden. Ist irgendwie was persönliches, das mir schon mal durch den Kopf ging, als Markus Kompa auf tp diesen Journalisten-Vereinigungs-Chef, Professor Unrat oder so ähnlich, bloßstellte. Er hatte ihn zu RT angesprochen, die damals noch nicht verboten waren, und auf konkrete Frage, was die so an Bösem tun, fiel ihm nur die Meldung zu einer angeblich missbrauchten Jugendlichen ein, was so nicht stimmte, aber von RT zum Zwecke der Stimmungsmache erfunden und verbreitet worden sein soll. Damit hätte ein deutscher Journalist zufrieden sein müssen und er hätte gewusst, was zu schreiben wäre. Kompa aber ist Rechtsanwalt und Zauberer, hat Verstand und kann auch besser schreiben, als die meisten Mietmäuler. Er machte das, was so auch in dem Lehrbuch stehen könnte, von dem der Autor schrieb – er befragte die „andere Seite“, nämlich RT. Und Radionow erklärte nachprüfbar, wie oft -ich habe die Zahl vergessen, es war wenig- sie etwas zu diesem Fall schrieben und dass sie nur Meldungen einer Nachrichtenagentur verwandten.
    Nun, was soll ich sagen, und das beziehe ich auch auf den hier kritisierten MDR-Journalisten, wäre ich selbst derart überzeugend und unmittelbar nachprüfbar öffentlich vorgeführt worden, wäre mir derart deutlich gemacht worden, dass ich mein Handwerk nicht rudimentär beherrsche, würde ich umgehend in den Keller gehen, um mich aufzuhängen.
    Aber wie es aussieht, werden die beiden Herren keinesfalls so handeln, da sie eine sehr andere Vorstellung von Ehre haben.
    So isses eben.

  12. Meinen größten Respekt und einen ebensolchen Dank an Sie, Herr Baab.
    Sie sind ein Leuchtturm analytischer Kraft und Redlichkeit sowie eine Richtschnur für Menschlichkeit und Gerechtigkeit.

  13. Und genau wegen solcher Vorgänge bin ich heute Radioimmigrant. Ich bin zu Bürger-und Musikfunksendern geflüchtet, weil ich diesen überaus dusseligen Hass-und Hetze- Umgang nicht mehr ertragen kann. Gerade das fadenscheinige Niveau der Propaganda ist für den intelligenten Zuhörer in besonderer Weise beleidigend. Wenn es wenigstens halbwegs intelligent gemacht wäre.

    Aber so geht mir heute schön am Ohr und Auge vorbei – und die eigentlichen Informationen erhalte ich im Internet. Jetzt muss ich aber Schluß machen und meine tägliche Duran-Sendung reinziehen. Tschüß.

  14. Yevhen Karas Ukraine’s neo Nazi C14’s speech
    (Europe/Maian)
    https://www.youtube.com/watch?v=FDJnDIoCkHI
    Anhören, Lachen (oder Weinen (oder beides (in beliebiger Reihenfolge)))

    BTW, mehr Framing: Es gibt keinen „Vertrag von Minsk“
    Resolution 2202 (2015) vom 17. Februar 2015
    https://www.un.org/depts/german/sr/sr_14-15/sr2202.pdf
    Merkels (und anderer) Aussage nach „hatten nie vor uns daran zu halten“, wäre vor einem Zivilgericht ein Geständnis vorsätzlichen Mordes, so nur „Völkerrechtsbruch mit hundertausendefacher Todesfolge“

    Zum Artikel\Autor – und wenn alles nichts hilft:
    Auszug aus ANATOMIE DER STAATSSICHERHEIT – MFS-Handbuch
    („Stasi-Handbuch“)

    Seite 287, 2.6.2 Formen, Mittel und Methoden der Zersetzung

    Bewährte anzuwendende Formen der Zersetzung sind:
    – systematische Diskreditierung des offentlichen Rufes, des Ansehens und des Pres­
    tiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, uberprufbarer und dis­
    kreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit eben­
    falls diskreditierender Angaben;

    Ans Internet wurde auch gedacht:
    – die Verwendung anonymer oder pseudonymer Briefe, Telegramme, Telefonanrufe
    usw., kompromittierender Fotos, z. B. von stattgefundenen oder vorgetauschten
    Begegnungen;

    etc.: https://api.deutsche-digitale-bibliothek.de/binary/4309cfa9-ade3-440d-8615-2b45ac582318.pdf

  15. Als ich mich 2015 mit einem geflüchteten, ethnisch russischen Bürger der Ukraine unterhielt, sagte er, dass er die hiesigen Pressemeldungen nicht verstand und sich fragt, über welches Land die da schreiben.

    Ich war 8 Jahre im Bereich Luftfracht (bis 2015) tätig. Ich kenne ua Angestellte der in LEJ tätigen Antonow-Mannschaft. Auch deren Berichte von ihren Flügen nach Kiew waren nicht das, was ich hier in D las.

    Es ging also schon früh los, mit der Desinformation und dem Verschleiern der Realitäten vor Ort.
    Was ich auf selbstgedrehten Handy Vids sah, entsprach auch nicht dem, was in der Presse behauptet wurde.

    Dran blieben! Propaganda (von beiden Seiten) sachlich ad absurdum führen und die Verbreiter einer solchen demaskieren. „Wir“ können uns einfach nicht leisten den Krieg nur aus einer Perspektive zu betrachten!

    Für alle offenen Geister ein netter Spruch zum Schluß:
    „Es ist schwer jemanden hinters Licht zu führen, wenn es ihm einmal aufgegangen ist!“

    mfg

  16. Lieber Herr Baab,
    nachdem ich Ihr Buch gelesen und Sie auch persönlich bei Lesungen und Diskussionen über dieses Buch erlebt habe, möchte ich mich auf diesem Wege auch noch einmal für Ihre großartige, mutige, kluge, kenntnisreiche Arbeit bedanken! Sie sind in meinen Augen ein Leuchtturm des Journalismus und auch der Menschlichkeit in diesen trüben Tagen und der offiziellen Medienlandschaft, die ich allerdings nur noch ab und zu konsumiere. Es ekelt mich einfach an und langweilt mich. Oder besser auch: es macht mich unendlich traurig – jeden Tag könnte ich weinen. Doch das aufrechte Verhalten des Kamenzer Oberbürgermeisters tröstet doch. Meine Hochachtung auch für ihn.
    Ihnen wünsche ich Durchhaltekraft und weiterhin Ihren schon so großartig bewiesenen Mut – und vor allem auch den Humor, der trotz allem bei Ihrem Auftreten immer wieder zum Vorschein kommt. Einen besonderen Dank auch dafür!
    Bleiben Sie „behütet“! EK

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