Ketch’up, Germany!

Manager feiern
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Deutschlands Versuch, mit dem US-Kapitalismus „aufzuholen“, hat eine neue Elite hervorgebracht – und eine wachsende Entfremdung von der Arbeiterklasse.

Ein Buchauszug.

Als ich in den 1990er Jahren durchs Rheinland reiste, sah ich einmal ein bescheiden aussehendes Kleidergeschäft für Frauen einer gewissen Altersgruppe, welches »Ketch’up« hieß. Es war sonderbar, ein Modegeschäft mit ordentlichen Schuhen und Blumenkleidern zu sehen, das nach einer US-amerikanischen Tomatensauce benannt war, die dafür bekannt ist, schwer auswaschbare Flecken auf pastellfarbenen Blusen zu hinterlassen. Durch das Hinzufügen des Apostrophs und dadurch, dass »Ketch« und »up« getrennt geschrieben wurden, verwandelte der Besitzer des Geschäfts die Tomatensauce in ein trennbares Verb, wie es im Deutschen üblich ist. »Ketch’up« ist eine Version von »catch up«, einem Spiel, das sich Deutschland gezwungen sah zu spielen, um mit den fortgeschrittensten kapitalistischen Systemen Schritt halten zu können. Max Weber, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Siegfried ­Kracauer zufolge hat sich das deutschsprachige Volk schwer­getan, das protestantische Ethos mit seiner eifrigen Rationalisierung der Produktionskräfte anzunehmen. Horkheimer und Adorno hielten Nationalsozialismus wie Antisemitismus für Reaktionen der Deutschen auf die von der Moderne und dem Kapitalismus geforderte Rationalisierung des Alltags.

Die Vorherrschaft der US-amerikanischen PMC

Ich habe Die Tugendpächter während der Tumulte um die Trump-Präsidentschaft geschrieben: In den Vereinigten Staaten spielte sich ein politisches Drama ab, inklusive eines erbitterten Kampfes zwischen einer technokratischen Klasse von angeblich Liberalen und einem wütenden Zusammenschluss all jener, die sich gegen alle demokratischen Normen auflehnten. Die amerikanische Rechte hieß Irrationalität als eine Form der politischen Agitation und Mobilisierung willkommen und ließ sie nicht mehr los. Für diejenigen von uns, die die Kandidatur von Bernie Sanders 2016 und 2020 unterstützten, war es offensichtlich, dass der sorgfältig inszenierte kulturelle Liberalismus der Technokraten und der »Professional Managerial Class«, deutsch: »Professionelle Managerklasse«, kurz »PMC« die wirtschaftlichen Veränderungen verhindern wollte, die notwendig gewesen wären, um den amerikanischen Liberalismus von seiner elitären, identitätsbesessenen Politik und der rechtsextremen Ablehnung demokratischer Normen zu retten.

Die Vorherrschaft der US-amerikanischen PMC verschleiert ihre Allgegenwärtigkeit. Der Begriff »Professional Managerial Class« wurde 1977 von Barbara und John Ehrenreich geprägt, um ein neues Segment zu beschreiben, das im klassischen marxistischen Denken als »Kleinbürgertum« bezeichnet wurde. Diese Klasse besteht aus beruflich qualifizierten Angestellten, die keine Rentiers oder Kapitalisten sind – sie müssen arbeiten, also ihre Arbeitskraft verkaufen, aber sie unterscheiden sich sehr von der Arbeiterklasse, deren Körper während des Arbeitstages Schaden nimmt. Sie sind Fachleute, weil sie eine spezielle Ausbildung in Bereichen absolvieren müssen, die von Berufsverbänden geregelt werden. Sie sind insofern Manager, als sie die in der Arbeitshierarchie unter ihnen stehenden Personen motivieren und führen müssen. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Klasse in den Vereinigten Staaten immer stärker, da die Wirtschaft immer komplexer wurde. Professionelle Eliten gewannen an Macht durch den Ausbau der Universitäten wie durch den Sicherheitsstaat des Kalten Krieges. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte diese Klasse nur einen kleinen Teil der US-amerikanischen Erwerbsbevölkerung aus. Heute machen Angestellte und Fachkräfte etwa ein Viertel der US-amerikanischen Erwerbsbevölkerung aus. Die Ehrenreichs wiesen 1977 darauf hin, dass die Werte und Weltanschauungen der PMC zunehmend die Politik des linken Flügels dominieren und die Prioritäten der Arbeiterklasse in der Demokratischen Partei verdrängen. Obwohl es sich bei ihnen um Arbeiter handelt und einige jüngere Kritiker der PMC-These sagen, dass sie ein Teil der Arbeiterklasse sind – was im technischen Sinne stimmt –, sind sie in einzigartiger Weise unfähig, sich mit den Kämpfen der Mehrheit der Menschen in der ganzen Welt zu solidarisieren.

Diese Klasse exportiert ihre Vision der Welt mithilfe der US-amerikanischen Kulturindustrie und offenbart sich dabei als grausamer Beschützer ihrer eigenen materiellen Interessen – und zwar gegenüber der Arbeiterklasse und den Nicht-Hochschulabsolventen, die deren Sprache des Fortschritts, ihre »Hilfe« oder ihre leere Empathie nicht akzeptieren. Die liberale PMC-Elite betrachtet die Arbeiterklasse als hoffnungslos rückständig und reaktionär und schüttelt entsetzt den Kopf, wenn die Massen nicht »aufholen«– Ketch’up – wollen. Meine Analyse dieser Klasse verdankt Kracauer sehr viel. Im Berlin der 1920er Jahre machte er sich daran, eine neue Klasse von Deutschen zu erforschen: Angestellte in großen Unternehmen. Diese neuen Arbeiter waren angetrieben von Ansprüchen und Ängsten, die vollständig bestimmt waren durch den Druck, innerhalb der kapitalistischen Unternehmen zu überleben, die Verlockungen der städtischen Kulturindustrie und die nackte Angst vor der Arbeitslosigkeit. In Die Angestellten (1930) beschreibt Kracauer die Kämpfe der Arbeiter als mangelhafte Versuche, in einer zunehmend rationalisierten Welt Glück und Würde zu finden. Seiner Ansicht nach versuchten die Angestellten verzweifelt, sich vom Proletariat zu unterscheiden. Sie litten unter dem eisernen Joch der Arbeitsdisziplin, die durch Bürokratie und Standardisierung geprägt war. Kracauers soziologische Analyse der Arbeiter in Berlin hatte einen starken Einfluss auf die Arbeit von C. Wright Mills, seinem Kollegen an der Columbia University. Mills wiederum spielte eine entscheidende Rolle für John und Barbara Ehrenreichs Formulierung der PMC, von der Die Tugendpächter das kritische Konzept der Klassenpolitik nach 1968 übernimmt.

In Die Angestellten finden wir anschaulich gezeichnete Porträts von Verkäufern und Büroangestellten: Kracauer sympathisiert hier mit den Gesprächstaktiken einer »kleinbürgerlichen Sekretärin […], die dadurch einige Versiertheit vorzutäuschen sucht, daß sie immer ein ›Well‹ in ihre Rede einflicht«. Sie hat gehört, wie erfolgreiche Leute den englischen Ausdruck verwenden, und kopiert deren Sprechweise: Ihr »bescheidener Posten« zwingt sie jedoch dazu, »ihre Natur aus[zu]treiben«. Als Gegensatz zu dieser Frau beschreibt Kracauer einen äußerst charmanten Zigarettenverkäufer aus der Arbeiterklasse. Er ist ein Naturtalent in seinem Beruf. Er ist entspannt im Umgang mit Menschen aller Klassen: Nach ein paar Drinks lässt er alle in der von ihm besuchten Arbeiterkneipe an seinem Gesang teilhaben, von Lohengrin bis La Traviata. In diesen Momenten erhält jeder, der ihm zuhört, einen Einblick in »ein schönere[s] Leben«.

Die PMC-Deutschen machen sich offen über die deutsche Arbeiterklasse lustig

Das neue Berlin des wiedervereinigten Deutschlands entledigt sich in aller Stille solcher Arbeiterkneipen. Es ist eine globale Stadt, eine der Start-ups, Streber und Hipster. In diesem neuen Deutschland fühlen sich die Angestelltenklassen mehr oder weniger vollkommen heimisch in einem englischsprachigen Milieu. Die milliardenschweren Samwer-Brüder, Gründer von Rocket Internet, Deutschlands erfolgreichstem und umstrittenstem Start-up-Inkubator, haben die neueste Phase der Nachahmung des US-amerikanischen Kapitalismus durch die deutsche PMC eingeleitet. Trotz der Kontroverse und Kritik an ihren nachgeahmten Start-up-Unternehmen (die deutschen Firmen Alando, Zalando und Wimdu sind jeweils Ebay, Zappos und Airbnb nachempfunden), konnten die Brüder ein Vermögen anhäufen, dem keine noch so scharfe Kritik an ihrer vermeintlichen Originalität etwas anhaben kann. Sie gingen in den 1990er Jahren in die USA, machten Praktika im Silicon Valley und an der Wall Street und kehrten nach Deutschland zurück, um deutsche Versionen US-amerikanischer Unternehmen zu gründen. Die US-Firmen kauften dann wiederum die Klonfirmen auf und die Brüder wurden reich dabei. Im Gegensatz zu den deutschen Kapitalisten des vorigen Jahrhunderts, die ihren Reichtum in der Schwerindustrie und im Bergbau erwirtschaftet hatten, entsprachen die Samwers dem Profil der informationsbasierten, kosmopolitischen Eliten der PMC. Die Hardware, von der ihre Anwendungen abhängen, wird in den USA entwickelt und in Asien hergestellt. Die Software, die sie entwickelt haben, basiert auf US-amerikanischen Codes. Ihre Investoren kommen aus Japan, Singapur und China.

Die deutschen Eliten mögen weltoffen sein, aber die PMC-Deutschen machen sich offen über die deutsche Arbeiterklasse lustig und schauen auf sie herab. Denken Sie an das Schicksal der deutschen Kevins (und ihrer weiblichen Gegenstücke, der Chantals). Deutsche aus der Arbeiterklasse, die ihren Kindern »exotische« englische und französische Namen gaben, haben das kulturelle Phänomen des »Kevinismus« hervorgebracht. Sprachwissenschaftler mögen sich über die empirischen Auswirkungen der Vorurteile gegenüber deutschen Kevins nicht einig sein, aber der Name und seine Träger rufen eine unangenehme klassenbezogene Verachtung hervor. Kevin Bacon und Kevin Costner mögen die Ursache für die Liebe der Deutschen aus der Arbeiterklasse zu diesem Namen gewesen sein, aber konzentrieren wir uns hier nur auf Kevin Bacon, dessen Film Footloose aus dem Jahr 1984 Generationen von jungen Deutschen inspirierte, die versuchten, sich in einer zunehmend globalisierten und verwirrenden Welt eine Identität zu schmieden. In Footloose von Herbert Ross spielt Bacon einen Teenager aus Chicago, der in eine ländliche Stadt verpflanzt wird, in der Bücher verbrannt werden und Tanzen und Rock’n’Roll verboten sind. Bacon liest Slaughterhouse Five (1969) von Kurt Vonnegut und verrichtet außerdem schwere körperliche Arbeit in der örtlichen Mühle. Er ist voller wilder Energie, verkörpert aber auch eine zarte Männlichkeit und mutige Körperlichkeit. In einer der berühmtesten Szenen des Films bringt Bacon seinem neuen besten Freund (gespielt von Chris Penn) bei, den Takt zu halten und schließlich zu tanzen. Die Lektion findet zu Deniece Williams’ mitreißendem Song »Let’s Hear it for the Boy« statt. Für die Deutschen, die sich Sorgen machten, ob sie mit den US-Amerikanern mithalten könnten, müssen Bacons Lektionen zum Fußwippen und Fingerschnippen beruhigend gewesen sein. Der Film bietet ein aufbauendes Ende: Der von John Lithgow gespielte, »Feuer und Schwefel« predigende Pastor versöhnt sich mit seiner wilden Tochter, gespielt von Lori Singer. Die religiösen Werte der Kleinstadt und die sexuellen Verheißungen des Rock’n’Roll werden in mitreißenden und straff choreografierten Tanznummern zu Kenny Loggins’ »Footloose« in Einklang gebracht. Sowohl die Tyrannen als auch die Bücherverbrennungsfanatiker werden besiegt. Kevin Bacon führt die Versöhnung der kulturellen Gegensätze an und zeigt den Weg zu einer besseren Welt. Für die Deutschen war er ein Held der Arbeiterklasse.

Als Ost- und Westdeutschland in den 1990er Jahren wiedervereinigt wurden, konnten die Menschen sowohl Bacon als auch Penn sein, der Lehrer und der Schüler, der Tänzer und der Kämpfer, der Dichter und der Arbeiter. Bacon hat den Deutschen gezeigt, wie man einen rückständigen Ort, ein Wohnprojekt oder eine Kleinstadt in die moderne Welt führen kann. Footloose bietet eine gut verpackte, realitätsferne Unterhaltung, die sowohl Freiheit von ökonomischen als auch von sexuellen Zwängen verspricht: Das Vergnügen an der Choreografie zeigt eine schöne Form koordinierter Aktivität, Kracauers »Massenornament«. Ein Kind Kevin zu nennen ist ein hoffnungsvoller Akt, der versucht, etwas von Bacons Magie einzufangen: In einer Welt, in der es keine Alternative zum Kapitalismus gab, suchten die Eltern eines deutschen Kevin nach einem Ausweg aus einer Zukunft, in der die Arbeiterklasse zunehmend in die Rückständigkeit gedrängt werden würde.

Parteien wie die AfD könnten nicht gedeihen, wenn es keine abgehobene deutsche PMC gäbe

In einer aufschlussreichen Szene in der deutschen Erfolgsserie 4 Blocks (2017–2019) über den Berliner Stadtteil Neukölln verliert Abbas Hamady, ein Mitglied des kriminellen Hamady-Clans, die Beherrschung, als er in einem neuen Café in der Nachbarschaft mit einem englischsprachigen Barista konfrontiert wird. Um die Spannungen der Gentrifizierung in Berlin zu dramatisieren, attackiert Hamady, gespielt von dem Rapper Veysel Gelin, den US-amerikanischen Café-Besitzer, der ihn lässig auf Englisch grüßt. »Sprich Deutsch!!!«, schreit Abbas. Die Hamadys mögen in den vier Blocks von Neukölln wie Könige herrschen, aber sobald sie ihre Enklave verlassen, sind sie der Polizei, anderen Gangs und dem deutschen Rassismus ausgeliefert. Sie haben zwar Geld, aber keine deutschen Pässe. Sie können nicht an der erleichterten Mobilität partizipieren, die den Menschen durch die Globalisierung garantiert werden soll. In 4 Blocks ist es der Einwanderer, der die deutsche Sprache verteidigt und am lautesten gegen die Umwandlung seines Arbeiterviertels in den komfortablen Satellitencampus eines US-amerikanischen Auslandsstudiums protestiert.

Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist niedrig, aber eine wachsende Zahl deutscher Arbeitnehmer ist in »atypischen Beschäftigungsverhältnissen« tätig oder hat einen Teilzeitjob, eine freiberufliche Tätigkeit, einen Niedriglohnjob oder einen Job ohne jegliche Sozialleistungen. Im Jahr 2019 kontrollierten die reichsten 10 Prozent der deutschen Haushalte 65 Prozent des deutschen Vermögens, während es im Jahr 1970 noch 44 Prozent waren. Die wachsende Ungleichheit ist ein weiterer Bereich, in dem Deutschland die Vereinigten Staaten nachahmt. Allerdings ist die deutsche Hochschulbesuchsquote eine der höchsten unter den OECD-Ländern. Mit ihren soliden Berufsausbildungen sollten die deutschen technischen Universitäten die Industrie mit gut ausgebildeten Arbeitskräften versorgen. In den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften übernehmen die deutschen Universitäten jedoch zunehmend US-amerikanische und anglophone Vorlieben. In den Büros eines universitären Forschungsinstituts im ehemaligen Osten sah ich ein Paar Toiletten, auf denen Regenbögen pupsende Einhörner abgebildet waren, die für die Genderneutralität innerhalb der Einrichtungen warben. Die Samwers und ihresgleichen sind auch auf der Suche nach Einhörnern, aber solchen, die Ströme von Gold anstatt Regenbögen produzieren. Es war überraschend, diese Toilettenaufkleber in einer Gegend zu sehen, in der Salzproduktion und Tourismus die Entvölkerung kaum aufzuhalten imstande sind.

Aus der Sicht einer Außenstehenden leidet die deutsche geistes- und sozialwissenschaftliche Hochschulforschung unter einem semifeudalen Belohnungssystem, das einigen wenigen mächtigen Professoren die Möglichkeit gibt, über die Forschungskarriere von Doktoranden zu entscheiden. Der Versuch, US-amerikanische Rankingsysteme zu imitieren, hat der Regierung einen Vorwand geliefert, um die  Budgets von Einrichtungen zu kürzen, die mit den neuen Exzellenzstandards nicht mithalten können. Ein höheres Wettbewerbsniveau führt nicht zu besseren Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Wissenschaftler, die ihren Lebensunterhalt bis weit in ihre vierziger und fünfziger Jahre hinein mit einer Reihe von befristeten Stellen bestreiten müssen. Wenn deutsche Universitäten einfach die kulturellen und politischen Strategien ihrer US-amerikanischen Pendants kopieren, indem sie sich als Boutique-Trainingsgelände für die Start-up-Kultur und/oder den Identitätspluralismus der amerikanischen PMC anbieten, dann wird es Deutschland tatsächlich gelingen, sich in einen fügsamen 51. Staat der USA zu verwandeln, entzweit durch eine Politik des Pseudo-Fortschritts, die die brutalen wirtschaftlichen und sozialen Realitäten verschleiert. Parteien wie die AfD könnten nicht gedeihen, wenn es keine abgehobene deutsche PMC gäbe, die sich US-amerikanische Streamingdienste ansieht, vom nächsten Einhorn träumt, zudem bereit ist, den US-Imperialismus im In- und Ausland zu unterstützen und die Sorgen der Arbeiterklasse zu ignorieren oder gar zu verachten. »Kevinismus« ist eine relativ harmlose und sozial stigmatisierte Form kultureller Nachahmung: Die PMC-Liebe der Vereinigten Staaten ist sehr viel gefährlicher – sowohl für die Deutschen als auch für die ganze Welt.

Catherine Liu

Catherine Liu ist seit fast dreißig Jahren als Professorin tätig. Sie promovierte in Französisch am Graduate Center der City University of New York, arbeitete an der University of Minnesota und ist Professorin für Film- und Medienwissenschaft an der UC Irvine. Sie hat über kritische Theorie, Populismus, Anti-Intellektualismus in der akademischen Welt, Psychoanalyse, Klassenbildung und Marxismus geschrieben. Sie interessiert sich für das Scheitern des Liberalismus und das Fortbestehen des historischen Materialismus als eine Form der Politik und Kritik.
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4 Kommentare

  1. Nur eine kleine scherzhafte Anmerkung zu Catherine Lius Artikelüberschrift „Ketch’up, Germany!“ – etwas was ich übrigens, bis vor kurzem, selber nicht wußte 🙂

    Ketch-Up ist tatsächlich eine Erfindung eines deutschen Einwanderers, der in den USA als Migrant lebte, erfand und arbeitete – wie übrigens manche andere Produkte auch, die wir im Wertewesten für typisch amerikanisch halten ursprünglich von Deutsch-AmerikanerInnen erfunden wurden, aber keine Sorge ich vertiefe das Thema nicht, und bleibe beim Ketch-Up, obwohl das Thema äußerst interessant ist….. 😉

    Amüsierter Gruß
    Bernie

  2. Wunderbarer Text, bitte mehr davon. Allein der Abschnitt mit den Arbeiterkneipen trifft es nicht ganz: Die sogenannten Arbeiter in Berlin – z.B. Lieferdienstfahrer aus fernen östlichen Ländern – gehen nicht in eine klassische deutsche oder europäische Kneipe.

  3. „hat eine neue Elite hervorgebracht“

    Abseits von Vermögen finde ich nichts, was für Elite da stehen könnte..
    Im Gegenteil , diese agieren Autoritär zunehmend ..
    Die Neureichen Deutschlands des Online Handels hätte es niemals gegeben wenn die Politik nicht gleichzeitig Autofahren so teuer gemacht hätte, eine Entwicklung die in einer USA so nicht zu finden war o(

  4. Das Catherine Liu als amerikanisch gibt, ist ihre Sache. Hat aber jedoch nichts mit ihrer originalen Herkunft gemeinsam.
    Wenn man über „Ketch“up schreibt, sollte die Dame ihre wirkliche Herkunft verneinen.
    Das ist das allgemeine Dilemma der heutigen Zeit.
    Mann oder Frau agieren in der Politik und setzen Nihilismus über Ideologien in die Welt und haben ihr ursprüngliche Herkunft ignoriert!
    Welch ein Geschwätz für die tägliche Verblödung..
    Mir hatte man vor Jahren, die Einbürgerung im Gastland angeboten, ich hatte diese Zuneigung verneint, da ich eben aussehe wie ich aussehe, also bin ich weiterhin deutscher und der Beamte hat meine Entscheidung, sogar mit einem Lächeln versehen.

    Die Aussage zur Nationalität ist, jeder oder fast jeder Mensch verneint seine Identität und möchte dann gerne sich geben als…
    Wer diese gebaren nährt, ist in seiner eigenen Blase gefangen…

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