Friedensdemos mit Deutschlandfahnen?

Deutschlandfahne vor grauem Himmel
Geoprofi Lars, Public domain, via Wikimedia Commons

In Verbindung mit Friedensdemos taucht regelmäßig die Vorgabe der Veranstalter auf, dass Nationalfahnen unerwünscht sind. Dabei geht es eigentlich um Deutschlandfahnen im engeren Sinne.

Größere Relevanz hat diese Thematik in der jüngsten Zeit dadurch bekommen, dass auch bei rechten Aufmärschen friedenspolitische Forderungen zu sehen sind – teilweise in enger Verbundenheit von Friedens- und Deutschlandfahnen.

Tradition von Schwarz-Rot-Gold

Die Ursprünge der schwarz-rot-goldenen Fahne in der heutigen Form lassen sich zurück verfolgen auf das Hambacher Fest 1832. Dort wurde ursprünglich gold-rot-schwarz zum Symbol der damaligen Freiheitsbewegung gegen Repression und für eine deutsche Republik.

Mit der Märzrevolution 1848 und dem damals etablierten Deutschen Bundestag wurde daraus erstmals eine deutsche Nationalfahne. Allerdings verschwand diese mit der Niederschlagung der Revolution auch wieder schnell aus der Öffentlichkeit.

Offizielle Nationalfahne wurde Schwarz-Rot-Gold erst 1919 in der Weimarer Republik. Bei den politischen Widersachern der Republik stieß das auf entschiedene Ablehnung und man versuchte, dem die Reichsfahnen Schwarz-Weiß-Rot entgegen zu setzen. 1933 mit  der Machtübernahme der Nazis hatte sich auch Schwarz-Rot-Gold vorerst erledigt.

Bemerkenswert ist, dass mit den Neugründungen von BRD und DDR 1949 beide deutsche Staaten wieder auf Schwarz-Rot-Gold zurück griffen, obwohl beide Staatswesen wenig Gemeinsamkeiten hatten. Schwarz-Rot-Gold stand damit nach dem Ende von zwei Weltkriegen, die hauptsächlich von deutschem Großmacht-Chauvinismus ausgelöst wurden, für einen freiheitlichen und demokratischen Neubeginn. Für die DDR waren die Farben  der Hintergrund des darauf dargestellten Staatswappen mit Ährenkranz, Hammer und Zirkel, womit diese Nationalfahne eine Verbindung von historischen und aktuellen Bezügen war.

Schwarz-Rot-Gold heute

Das heutige Deutschland hat wenig gemeinsam mit den vorgenannten, positiven Traditionen.  2014 wurde für die Deutsche Politik das Prinzip „Neue Macht – neue Verantwortung“[1] zur Grundlage eines neuen deutschen Großmachtchauvinismus. Dieses hat einige Gemeinsamkeiten mit dem früheren deutschen Kaiserreich (als Negation von Schwarz-Rot-Gold) im Sinne von neokolonialer Wirtschaftspolitik, die einhergeht mit den offen bekundeten Ambitionen, stärkste Militärmacht in Europa zu werden und direkten militärischen Drohungen gegenüber Russland.

Dieses steht damit in der Tradition der deutschen Kriegserklärung von 1914 gegen („das reaktionäre, zaristische“) Russland und dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 („gegen den Bolschewismus und slawische Untermenschen“).

Wo Nationalfahnen sinnvoll sind

Problematisch ist es, wenn die historisch-kritische Sicht auf Schwarz-Rot-Gold auf andere Nationalfahnen übertragen wird, die in der Friedensbewegung im Rahmen der internationalen Solidarität eine wesentliche Rolle spielen. Bei unterdrückten Völkern (Kurden, Palästinenser) sowie dem vom US-Imperium drangsalierten Kuba spielt hingegen Patriotismus eine wesentliche Rolle. Demgemäß sind hier Nationalfahnen auch eindeutige Symbole internationaler Solidarität der Friedensbewegung.

Generell gilt aber, dass progressive Ideale mit patriotischem und damit auch nationalem Hintergrund immer kompliziert sind und der Unterschied zwischen Heimatliebe und einem fremdenfeindlichen Nationalismus nicht immer klar erkennbar ist. Diese Thematik ist ein Forschungsschwerpunkt von Xosé M. Núñez Seixas, Professor für moderne und zeitgenössische Geschichte an der Universität Santiago de Compostela. In einem kürzlich verfassten Beitrag schreibt er:

Das Bild wird durch substaatlichen oder Minderheiten-Nationalismus noch komplizierter, eine ganz andere Erscheinung, die oft eher mit linken und progressiven Idealen in Verbindung gebracht wird. Viele politische Parteien und Ideologien – in Europa, Amerika und anderswo – verwenden den Begriff „nationalistisch“ ohne jegliche Konnotation zu rechtsextremen Überzeugungen. Stattdessen präsentieren sie die Nation als emanzipatorische Kraft, die nach Selbstbestimmung für ein bestimmtes Territorium strebt.[…]

Elemente wie Abstammung, Geschichte und Territorium sind jedoch keineswegs ausschließlich faschistischen oder autoritären Konzepten der Nation vorbehalten. Viele dieser Elemente finden sich auch in liberalen und republikanischen Definitionen der Nation, die in der Regel die „kulturelle Gemeinschaft“ als gegeben voraussetzen, innerhalb deren ethnischer und territorialer Grenzen die Gemeinschaft der Bürger aufgebaut werden soll. […][2]

Nationalpazifismus

In den Nuller-Jahren gab es starke Versuche seitens des rechtsextremen Spektrums rund um die NPD, an die Friedensbewegung anzudocken. Zur Erinnerung: Die Friedensbewegung konzentrierte sich damals auf den Widerstand gegen den Afghanistankrieg und die dort vorhandene Bundeswehr-Präsenz.

Ebenso war der von den USA angeführte Krieg gegen den Irak – wenngleich ohne direkte deutsche Beteiligung – ein Schwerpunkt der Friedensbewegung. Für Rechtsextreme lag daran der Ansatzpunkt: Bundeswehr ja – aber nicht für fremde Interessen. Dieses Prinzip gilt auch heute für die Programmatik der AfD.

Stark geprägt war dieses damals durch den „Nationalen Antikriegstag“ in Dortmund, der dort auf heftigen Widerstand stieß. Dieses erfolgte nicht nur auf lokaler Ebene sondern zog sich hin bis zu einem Verbot durch das Bundesverfassungsgericht 2012.

In einer 2009 verfassten Analyse von Lucius Teidelbaum wurde dieses mit dem Begriff Nationalpazifismus umschrieben.[3]

Anknüpfungspunkte an den früheren „Nationalen Antikriegstag“ in Dortmund finden sich heute wieder an anderer Stelle. Aktuell scheint sich Aschaffenburg zum entsprechenden Aufmarschort von rechtsextremen „Frie­dens-“Aktivitäten zu entwickeln. Allerdings ist hier eine schwer durchschaubare Mischung von Aktivisten aus dem Umfeld von AfD, der inzwischen in „Die Heimat“ umbenannten NPD sowie den (früheren) Corona-Maßnahmenkritikern in wechselnder Zusammensetzung zu beobachten.

Deutschland als führende Kriegsnation

Friedenspolitische Aktivitäten richten sich prinzipiell immer an die eigene Regierung, was insbesondere in Deutschland zunehmend relevant wird. Bei der Verhinderung einer Friedenslösung im Ukrainekrieg und bei der Duldung bzw. Unterstützung des Völkermordes in Gaza spielt Deutschland mittlerweile eine führende Rolle.

Um „kriegstüchtig“ zu werden soll die Bundeswehr massiv aufgerüstet werden. Fortgesetzte Waffenlieferungen aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine führen jedoch faktisch zu einer „Abrüstung“ und stehen diesem Ziel damit im Wege. Diese widersinnige Logik ist damit auch eine Steilvorlage für die AfD, die einen Stopp der militärischen Unterstützung für die Ukraine fordert – zugunsten der Bundeswehr-Kriegsfähigkeit.

Unterschiedliche Deutungen

Programmatischer Kern der AfD ist das Ansprechen von vermeintlich deutschen Interessen, wozu auch ein Stopp von militärischer Unterstützung der Ukraine (zugunsten der Bundes­wehr-“Kriegsfähigkeit“) gehört. Keine  Taurus-Lieferungen an die Ukraine zu fordern und daran anschließend „Grenzen dicht machen“, hat deshalb nichts mit friedenspolitischem Engagement zu tun.

Während man deshalb bei der AfD von einem Nationalpazifismus sprechen kann, ist es bei einer anderen Gruppe von Aktivisten komplizierter. Die Corona-Maßnahmenkritiker der Jahre 2020 und 2021 haben sich in ihrem Selbstverständnis zu einer Freiheits- und Friedensbewegung weiter entwickelt. Dieses impliziert auch die Suche nach Fahnensymbolen als Identifikationsmerkmal.

Deutschlandfahnen werden hier unter Bezug auf die Freiheitsbewegungen des 19. Jahrhunderts gesehen. Das Aktionsbündnis „FreiEinig“ mit jährlichen Veranstaltungen auf dem Hambacher Schloss in der Pfalz – natürlich unter Verwendung der historischen Farben – bekundet als Selbstverständnis diese revolutionäre Tradition:

„Im Bewusstsein unserer Verantwortung für die Demokratie und in Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit Deutschlands rufen wir als Bundesbürger alle Menschen und Organisationen dazu auf, sich unter dem Zeichen des Hambacher Schlosses zur basisdemokratischen Erneuerung Deutschlands zusammenzuschließen.

Unsere Werte sind Freiheit, Wahrheit, Frieden, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltlosigkeit, persönliche Selbstbestimmung und die unveräußerlichen allgemeinen Menschenrechte, genauso wie Zusammenhalt, Mut und Liebe.“[4]

Fazit

Prinzipiell sollten alle Banner, Transparente, Schilder und Fahnen möglichst eindeutige Friedensbotschaften vermitteln. Dieses beinhaltet natürlich eine große Bandbreite, denn die Friedensbewegung war schon immer eine gelebte Vielfalt. Dieses galt früher auch unabhängig von Links–Rechts-Kategorien, während „rechts“ heute zum Synonym für „rechtsextrem“ geworden ist.

Wer aber mit Deutschlandfahnen zu einer Friedensdemo erscheint, sollte gefragt werden: Welche Aussage soll damit vermittelt werden? Wenn an solcher Stelle keine aufklärerische Argumentation gegenüber Gutwilligen möglich ist, dann gilt: Nationalisten und Chauvinisten haben keinen Platz auf Friedensdemos. Das heißt aber auch: Angesagt sein sollten keine generellen Fahnenverbote, sondern Bewertungen und Entscheidungen im Einzelfall.

Unveräußerliche Grundprinzipien und damit auch Minimalkonsens der Friedensbewegung sind Antimilitarismus, Internationalismus und Antifaschismus. Dieses gilt ungeachtet vieler Schwerpunktsetzungen, Streitpunkte und Meinungsverschiedenheiten.

Schwarz-Rot-Gold kann nur in einem Kontext akzeptiert werden, der internationale Solidarität, länderübergreifende Friedensaktivitäten oder eine (Re-)Aktivierung von deutsch-russischer Freundschaft symbolisiert.

Vom Verfasser wurde bei einer Kundgebung mit nicht unproblematischer Zusammensetzung ein Teilnehmer beobachtet, der auf der linken Seite seines Rucksacks ein Friedenstauben-Fähnchen und auf der rechten Seite ein Deutschland-Fähnchen eingesteckt hatte. Mit einer Deutschlandfahne und darauf groß platzierten Friedenstaube wäre man hingegen eindeutig nicht in einer Grauzone mit Militaristen und Kriegstreibern.

 

Fußnoten

[1] „Neue Macht – neue Verantwortung“ wurde auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 vorgestellt.
Quelle z.B. https://internationalepolitik.de/system/files/article_pdfs/ip_06_2013_stelzenmueller_u_a.pdf

[2] https://www.telepolis.de/features/Patriot-oder-Faschist-wo-verlaeuft-die-Grenze-10399853.html

[3] https://www.frieden-und-zukunft.de/pdf/fj/FJ_2009-4.pdf#page=10

[4] https://freieinig.de/

Karl-Heinz Peil

Karl-Heinz Peil ist aktiv in der Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V. in Frankfurt a.M. und verantwortlicher Redakteur des zweimonatlich erscheinenden FriedensJournals.
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34 Kommentare

    1. Nordfriesische Kriegsflagge, weisser Adler auf weissem Grund…
      Ursprünglich war es ja mal eine Parlamentärsflagge, aber es gibt ja nix mehr zu verhandeln.

      1. Weiß ist immer noch die Parlamentärsflagge. Eine Kapitulation signalisiert man mit der umgekehrt gehissten Flagge. Also für Deutschland wäre das Gold-Rot-Schwarz. Was öfter mal zu Verstimmung führt bei manchen Ländern, weil deren Flagge falsch herum aufgehängt wurde. Passiert dem Vereinigten Königreich öfter, weil die Flagge tatsächlich nicht symmetrisch ist und ein oben und unten hat. Gibt noch ein paar weitere wie Trinidad und Tobago, die aus Versehen verkehrt herum aufgehängt werden können.

    2. Vor den weissen Fahnen kommen aber die schwarzen Trauerfahnen.
      Falls das angesichts eines drohenden Atomkriegs überhaupt noch relevant ist.
      and dort ein.
      In Paris soll wohl ein Hauptquartier errichtet werden, Ziel dürfte wohl die Koordinierung der Nato-Truppen, die im Fall eine Waffenstillstandes in die Ukraine einmarschieren sollen.

      Ich vermute, es dauert nicht mehr lange und wir marschieren auch ohne Waffenstillstand dort ein.

        1. Rostock(Natobasis) ist doch nur ein weiterer Vertragsbruch der den 2+4 Vertrag aushebelt und damit die Wiedervereinung(Annexion) rechtlich ad absurdum führt.
          Das Deutschländerwürstchenland wähnt sich im Recht des Stärkeren, es hat ja einen grossen Bruder.
          Dem es dienend und führend beiseite steht , 🤮

          1. Führen tuts dabei allenfalls Teile seiner eigenen Bevölkerung hinter die Fichte, ansonsten ist der Habück sicher genauso maximal devot wie seine Nachfolger.

            Ach, schon wieder vertippt. Habeck heisst er ja.

        2. Paris ist halt jetzt Zentrum der Koalition der Willigen(extra billig gekauften Politik).
          Das wird ein Spass für die gesamte EU, falls es nicht nur Show ist..

  1. *seufz*

    Unveräußerliche Grundprinzipien und damit auch Minimalkonsens der Friedensbewegung sind Antimilitarismus, Internationalismus und Antifaschismus.

    Und was ist mit Antirassismus, Antisexismus, Feminismus, LGBTQ-Rechten, dem Kampf gegen den Klimawandel?

    Ernsthaft Herr Peil, wenn ich eines gelernt habe im Leben, dann, dass es Sinn macht, sich auf ein Ziel zu konzentrieren und
    nicht alles gleichzeitig anzustreben…

    Frieden ist bereits ein großes Ziel, warum das mit nachrangigen Zielen wie Internationalismus (der mittlerweile stark umstritten in der Bevölkerung ist, Anywheres gegen Nowheres usw.) kontaminieren? Warum mit einem (längst über jedes vernünftige Maß gehenden) „Antifaschismus“ vermatschern, der sich anschickt alles zu zermalmen, was nicht linksextrem argumentiert?

    Entweder man lässt Nationalfahnen konsequent weg und zwar alle oder man lässt sie generell zu. Folgendes funktioniert nicht und ich würde es sogar als ziemlich widersprüchlich bezeichnen:

    Wer aber mit Deutschlandfahnen zu einer Friedensdemo erscheint, sollte gefragt werden: Welche Aussage soll damit vermittelt werden? Wenn an solcher Stelle keine aufklärerische Argumentation gegenüber Gutwilligen möglich ist, dann gilt: Nationalisten und Chauvinisten haben keinen Platz auf Friedensdemos.

    Inwiefern wären „Nationalisten“ ein Problem, wenn sie friedlich sind und Frieden wollen? Ich will auch nicht von Linksextremen bewertet werden und bei einer Demo meine Hose runterlassen, damit mich diese Spinner bewerten können, ich würde einfach nicht hingehen… und genau das ist es, was ihr mit eurem moralistischen Wahn erreicht (und dann wundern, warum keine Friedensbewegung mehr zu Stande kommt).

    Schwarz-Rot-Gold kann nur in einem Kontext akzeptiert werden, der internationale Solidarität, länderübergreifende Friedensaktivitäten oder eine (Re-)Aktivierung von deutsch-russischer Freundschaft symbolisiert.

    So ein Quatsch! Die Fahne symbolisiert die deutsche Republik, alles andere ist krankhafte linke Interpretation (und darüber hinaus typisch deutsch, in keinem anderen Land wird derart schräg und moralinsauer über das Zeigen der Landesfahne diskutiert, noch dazu mit der Forderung nach einer Gesinnungsprüfung, ich glaube es hakt).

    1. Ich bin zwar der Auffassung, dass weltweit zuviel Aufhebens um irgendwelche Flaggen gemacht wird, aber Sie haben da schon einen Punkt.

      Das ist auch der Hauptgrund, warum die Linken nichts auf die Reihe bekommen: Sie verschwenden zuviel Energie darauf, Menschen zu bekämpfen, die grundsätzlich ähnliche Ziele haben, aber wer nicht komplett auf der selben Linie unterwegs ist, ist sofort raus aus dem hehren Zirkel der Weltenretter.

      So wird das nix mit der Revolution, Leute!

      Man sollte sich erstmal zusammen setzen, bevor man sich auseinander setzt!

      1. Nein nein nein! Die ideologische Reinheit ist das aller wichtigste! Noch vor Erreichung der angeblichen Ziele! Die pure Reinheit muss gewahrt bleiben! Besonders der kultivierte Nachkriegsdeutsche Selbsthass. Der ist wichtiger als Frieden. /sarc

        Man muss ja nicht alles zupflastern mit Nationalflaggen. Das hatten wir im letzten Jahrhundert ein paar Mal, daß das umfänglich getan wurde. Das muss auch nicht sein. Aber in das gegenteilige Extrem zu verfallen ist genauso dumm.

  2. „ Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die andern sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus.“

    ( Kurt Tucholsky , Buch: Der Mensch )

  3. Mit der Fahnerei hat es so richtig nach der „Wiedervereinigung“ angefangen. Ist ja schon fast so wie bei den Amis, die haben auch fast vor jedem Haus ein Fähnchen, denn sonst wüßten die gar nicht in welchem Land sie wohnen.

    Heinrich Heine zur Erinnerung
    Im düstern Auge keine Träne,
    Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
    Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
    In Winterskälte und Hungersnöten;
    Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
    Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
    Den unser Elend nicht konnte erweichen,
    Der den letzten Groschen von uns erpresst,
    Und uns wie Hunde erschiessen lässt –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
    Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
    wo jede Blume früh geknickt,
    Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
    Wir weben, wir weben!

    Das Schifflein fliegt, der Webstuhl kracht,
    Wir weben emsig Tag und Nacht –
    Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!
    —————————————————-

    Wiegenlied von Georg Herwegh.

    Deutschland – auf weichem Pfühle
    Mach dir den Kopf nicht schwer
    Im irdischen Gewühle!
    Schlafe, was willst du mehr?

    Laß jede Freiheit dir rauben,
    Setze dich nicht zur Wehr,
    Du behältst ja den christlichen Glauben;
    Schlafe, was willst du mehr?

    Und ob man dir alles verböte,
    Doch gräme dich nicht zu sehr,
    Du hast ja Schiller und Goethe:
    Schlafe, was willst du mehr?

    Dein König beschützt die Kamele
    Und macht sie pensionär,
    Dreihundert Taler die Seele:
    Schlafe, was willst du mehr?

    Es fechten die Zeitungsblätter
    Im Schatten, ein Sparterherr;
    Und täglich erfährst du das Wetter:
    Schlafe, was willst ud mehr?

    Kein Kind läuft ohne Höschen
    Am Rhein, dem freien, umher:
    Mein Deutschland, mein Dornröschen,
    Schlafe, was willst du mehr?

    1. Heine mochte die schwarz-rot-goldene Fahne nicht, zumindest nicht generell:

      „Pflanzt die schwarzrotgoldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschentums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben.“ (Vorwort zu: Deutschland, ein Wintermärchen)

      Aber auch darüber hinaus band ihn eine intensive Hassliebe an das Land und die Leute. Auch diese Worte stammen von ihm:

      „Es lässt sich nicht leugnen, dass auch die Deutschen die Freiheit lieben, aber anders wie andere Völker. Der Engländer liebt die Freiheit wie sein rechtmäßiges Weib, er besitzt sie, und wenn er sie auch nicht mit absonderlicher Zärtlichkeit behandelt, so weiß er sie doch im Notfall wie ein Mann zu verteidigen. Der Franzose liebt die Freiheit wie seine erwählte Braut. Er glüht für sie, er flammt, er wirft sich zu ihren Füßen mit den überspanntesten Beteuerungen, er schlägt sich für sie auf Tod und Leben, er begeht für sie tausenderlei Torheiten. Der Deutsche liebt die Freiheit wie seine alte Großmutter.“

      „Scheltet mir nicht die Deutschen! Wenn sie auch Träumer sind, so haben doch manche unter ihnen so schöne Träume geträumt, dass ich sie kaum vertauschen möchte gegen die wachende Wirklichkeit unserer Nachbarn. Da wir alle schlafen und träumen, können wir vielleicht die Freiheit entbehren, denn unsere Tyrannen schlafen ebenfalls und träumen bloß ihre Tyrannei.

      Spottet nicht unserer Träumer; dann und wann, wie Somnambulen, sprechen sie Wunderbares im Schlafe, und ihr Wort wird Saat der Freiheit.

      Keiner kann absehen die Wendung der Dinge. Der spleenige Brite, seines Weibes überdrüssig, legt ihr vielleicht einen Strick um den Hals und bringt sie zum Verkauf nach Smithfield. Der flatternde Franzose wird seiner geliebten Braut vielleicht treulos und verlässt sie tänzelnd singend nach den Hofdamen seines königlichen Palastes. Der Deutsche wird seine alte Großmutter nie ganz vor die Türe stoßen, er wird ihr immer ein Plätzchen am Herd gönnen, wo sie den horchenden Kindern ihre Märchen erzählen kann. – Wenn einst, was Gott verhüte, in der ganzen Welt die Freiheit verschwunden ist, so wird ein deutscher Träumer sie in seinen Träumen wieder entdecken.“ (Englische Fragmente)

      https://fassadenkratzer.de/2015/11/03/die-deutschen-und-die-obrigkeit-heinrich-heines-ach-so-aktuelle-kritik/

      Oder das hier, man fühlt sich unmittelbar an Merz erinnert:

      „Armes, unglückliches deutsches Vaterland! Welche Schande steht dir bevor, wenn du sie erträgst, diese Schmach! Welche Schmerzen, wenn du sie nicht erträgst! Nie ist ein Volk von seinen Machthabern grausamer verhöhnt worden. Nicht bloß, dass jene Bundestagsordonnanzen voraussetzen, wir ließen uns alles gefallen – man möchte uns dabei noch einreden, es geschehe uns ja eigentlich kein Leid oder Unrecht. Wenn ihr aber auch mit Zuversicht auf knechtische Unterwürfigkeit rechnen durftet, so hattet ihr doch kein Recht, uns für Dummköpfe zu halten.

      Eine Hand voll Junker, die nichts gelernt haben als ein bisschen Rosstäuscherei, Kartenspieltricks, Becherspiel oder sonstige plumpe Schelmenkünste, womit man höchstens nur Bauern auf Jahrmärkten übertölpeln kann – diese wähnen, damit ein ganzes Volk betören zu können, und zwar ein Volk, welches das Pulver erfunden hat und die Buchdruckerei und die „Kritik der reinen Vernunft“. Diese unverdiente Beleidigung, dass ihr uns für noch dümmer gehalten, als ihr selber seid, und euch einbildet, uns täuschen zu können, das ist die schlimmere Beleidigung, die ihr uns zugefügt in Gegenwart der umstehenden Völker, die noch mit Erstaunen warten, was wir tun werden. Es handelt sich jetzt nicht mehr, sagen sie, um die Freiheit, sondern um die Ehre.“(Französische Zustände, Vorrede 1832)

        1. mmh, er hat eher über die Träger gespottet, zum Hambacher Fest z.B. über die nur in Deutschland mögliche Frage, ab man denn überhaupt legitimiert, sei eine Revolution auszurufen.

          Oder über das bücherverbrennende Wartburgfest (u.a. des code civil!) in hellsichtigen Worten „Da wo heute Bücher brennen, da brennen morgen auch Menschen“

          Die Fahne war ihm egal, da stand er drüber. Deren tumbe Träger machten ihn Sorgen

          1. Nachtrag: Heines Atta Troll kann als eine einzige Abrechnung mit diesen tumben Trägern verstanden werden. So führte es jedenfalls ein gewisser Helmut Flieg in seiner Magisterarbeit im Chicagoer Exil im Jahr 1936 aus. Bekannter dürfte er unter seinem Künstlernamen sein. Da nannte er sich Stefan Heym

  4. „Vom Verfasser wurde bei einer Kundgebung mit nicht unproblematischer Zusammensetzung ein Teilnehmer beobachtet“

    Mein Vorschlag:
    Wir führen am besten vor jeder Demo eine Gesinnungsprüfung ein.
    Es dürfen nur die diejenigen gegen Aufrüstung demonstrieren die das aus den richtigen Gründen tun. Und nach der Demo distanzieren wir uns am Besten auch gleich wieder, wenn nicht zu 100% ausgeschlossen ist, dass sich niemand eingeschmuggelt hat, der aus der falschen Bewegung heraus mit demonstriert hat. [Sakasmus aus]

    Um gemeinsam gegen Krieg und Aufrüstung zu sein, muss man nicht die gleiche Weltanschauung teilen. Es genügt das Streben nach friedlicher Koexistenz.

    Was die Deutsche Flagge auf einer Friedensdemo betrifft:
    Ist es denn für den Autor so schwer vorstellbar, dass Friedenswille und Patriotismus Hand in Hand gegen können?

    1. Ist es denn so schwer vorstellbar, dass Friedenswille und Patriotismus Hand in Hand gegen können?

      Es ist nicht unvorstellbar. Dürfen diese verkappten Faschisten und Nazis. Für sich. Für Räääccchhhtzzz! Wir haben schließlich die grundgesetzlich garantierte Versammlungsfreiheit. Leider auch für die Räääccchhhten …
      Die wollen einen anderen Frieden als wir! Einen räääccchhhten Frieden. Da können wir dann auch die Oma:*_Innen hinschicken. Gegen Räääccchhhtzzz! . Und die Antifant:*_Innen! Damit die den Räääccchhhten einmal zeigen, wie friedliches Zusammenleben geht! In Handarbeit!

      Es ist unvorstellbar, sich mit solchen Gesinde zu zeigen, wenn man sich Internationalismus auf die eigene Fahne geschrieben hat. Zur Abgrenzung. Gegen Räääccchhhtzzz! Deshalb die Gesinnungsprüfung vor der Demo. Es könnten sonst die Falschen für Frieden sein. Die Räääccchhhten! Und wenn die womöglich bei Friedensvorträgen von Internationalist:*_Innen klatschen…. Beifall von der falschen Seite! Von Räääccchhhtzzz! Absolut unvorstellbar! Nicht zu tolerieren!

      Also schön brav distanzieren. Von Räääccchhhtzzz! Und ausgrenzen. Die Räääccchhhten! So was räääccchhhtes ist nicht zu tolerieren! Wir sind schließlich für Toleranz! Und gegen Ausgrenzung! Und gegen Räääccchhhtzzz! Da müssen wir alle zusammenstehen!
      Mit denen kann es kein friedliches Miteinander geben! Wir sind schließlich für Frieden! Und gegen räääccchhhten Frieden!!

  5. Frieden ist Frieden zwischen Staaten, genauer: zwischen ihren Armeen, und natürlich immer auch in deren Interesse, weil Armeen in Friedenszeiten nur einen Bruchteil einer Armee im Krieg kosten und im Krieg sowieso alles kaputt geht. Schon deshalb sind Nationalfahnen, schon gar unsere mit unserer eigentlich pazifistischen Verfassung, kaum woanders so passend wie auf Friedensdemos. Ich kapier diese blödsinnigen Abgrenzungsrituale überhaupt nicht. Wenn es einen Grund gäbe, AfDler nicht auf ner Friedensdemo haben zu wollen, dann bspw. eher wegen ihrer Haltung zur NATO, aber doch nicht, weil sie etwa der Meinung wären, dass Frieden gut für Deutschland ist und folglich Nationalisten auch Pazifisten sein müssten. Wer wollte da denn widersprechen (außer dem Autor)?

  6. Am Anfang stand das Versagen der Linken. Sie haben 2014 drein geschaut wie eine Kuh, wenn’s blitzt. Obwohl sie diejenigen sein müssten, die begreifen, was da los ist. Das ganze Geschehen scheint doch einem leninitischen Lehrbuch entnommen zu sein. Ein klassischer Naziputsch in imperialistischer Absicht. Bis heute übrigens. Die Nazis bekommen zwar nur zwei Prozent bei den Wahlen, aber der Nazi will keine Wählerstimmen, er will das Gewaltmonopol. Und das hat er. Putin hat recht.
    Nun war damals der Elsässer auf dem Platz und der hatte seinen Lenin gelesen. Er hatte das quasi vorher gesagt, als er noch für die Linke schrieb. Aber da war er schon rechts und da konnte er nicht mit Lenin kommen. Stattdessen rechtes Gebrabbel, mit dem er aber die von den Linken offen gelassene Flanke besetzen konnte. Elsässers Entourage ist von der unangenehmen Sorte, aber inzwischen von den Schwurblern übernommen. Die sind doch eher heiterkeitserzeugend.
    Die, die da mit einer Deutschlandfahne unterwegs sind, die kann man als Rechtspazifisten bezeichnen. Was müssen wir Radwege in Peru bezahlen, wenn es bei uns nicht reicht? Und was müssen wir uns einmischen, wenn sie sich da im Osten die Köpfe einhauen? Das liegt auf einer Linie. Und das ist der angenehmere Teil der Rechten.

    Wegen der paar Fahnen würde ich jetzt kein Gedöns machen. Als Linker hat man zu erklären, was Sache ist. Daran fehlt es.

    1. Das Gedöns, ein Nebenkriegsschauplatz, geeignet im Vorfeld eine Friedendemonstration zu verhindern bzw. zu minimieren. Falls das in einer beachtlichen Größenordnung überhaupt noch möglich ist.
      Sollte Einer mit einem Plakat mit arabischen Schriftzeichen mitlaufen, würden die Schergen eventuell die Demo auflösen, bei SchwarzRotGold bestimmt nicht. 😉

  7. Angenommen die Politik möchte die Friedensbewegung zerstören, wie macht sie das? Antwort: Man verlangt von der Friedensbewegung alle zu verbieten, die nicht einwandfrei sind.

    Also zum Beispiel Leute mit Deutschlandfahnen. USA-Fahnen sind aber vermutlich ok, ebenfalls Israel-Fahnen. Machen zwar beide Krieg, sind aber Staatsraison. Hamas-Fahnen sind vermutlich böse. Oder gut. Je nach dem ob es gerade Terroristen sind oder für die Unabhängigkeit kämpfen. Dann muss man natürlich den Impfstatus prüfen. Diskutierbar ist, welche Gruppe man verbietet, die Ungeimpften (aus Sicherheitsgründen) oder die Geimpften (auch aus Sicherheitsgründen). Beim Ukrainekrieg ist es politisch heikel. Ist man gegen den Krieg (wegen der Nazis in der Ukraine) oder für den Krieg (weil die ja gegen die RuSSen kämpfen). Gleiches Problem beim Verlangen von Antifaschismus. Kämpfen die Russen nun gegen Faschisten oder sind sie selbst Faschisten? AfD (also etwa 25% der Bevölkerung) muss man natürlich komplett verbieten. Sind ja alles Rechte. Und Feministinnen muss man übrigens auch verbieten, Die Emma (das Feministinnen-Magazin) sucht eine Annäherung an die Rechten, seit dem die Feministinnen der zweiten Welle herausbekommen haben, dass Männer in die Frauendusche gehen können, wenn sie an der Kasse erklären „weiblich gelesen zu werden“.

    Sehr geehrter Herr Peil, ich habe das Gefühl, dass ihnen Frieden völlig egal ist. Ihnen geht es eigentlich darum, die Friedensbewegung zu spalten.

  8. Mit der Amerikanisierung Westdeutschlands wurde das Nationale ins Abseits gedrängt. Und später von Linken und Liberalen sogar als Ursache für den Faschismus deklariert. Damit hatte auch die Deutschlandfahne als Ausdruck des Nationalen einen schweren Stand. Es gibt wohl keine Nation die das Nationale so sehr hasst wie die deutsche.

    1. @ garno
      Es war und ist gewollt und nennt sich Umerziehung. Mir scheint, dass das ausmerzen des Deutschtums in der DDR bei weitem nicht so forciert wurde, wie im Westen. Mittlerweile dürften die unter 50jährigen Ex-DDRler meist auch uz-zeitgeistkompatibel sein. Zumindest meine (Ex-DDR-)Bekannten, die hier im Westen wohnen, sind brave UZ-Verehrer, loben und preisen das gelobte Land der Freien und Tapfersten der Tapferen und verdammen das erschröckliche russische Reich des bösen Wladi, dem Fürchterlichen.

  9. Ich teile die Verbotspraxis von Nationalfahnen auf Friedensdemonstrationen. Es war nicht die Fahne des Hambacher Fest, sondern dessen spiegelbildliche Farbumkehr, die zum Staatssymbol der Weimarer Republik wurde.

    Einer Weimarer Republik, die im Blute revolutionärer Arbeiter watend, gegründet wurde, die mit Noske das Bündnis der Republik mit dem deutschen Militarismus und seiner präfaschistischen Mordbataillione verkörperte. Ein Vorgang der sich bei Gründung der Bundesrepublik wiederholte, die eben keine Probleme mit der Integration des deutschen Militarismus in sein Militär und seine Geheimdienste hatte.

    Ein Militarismus, der zum Entsetzen Mitterands schon kurz nach 1990 mit dem Anzünden des Jugoslawischen Bürgerkrieges sein wieder sehr lebendiges Gesicht zeigte und instantan mit der Kür des dafür verantwortlichen Geheimdienstchefs zum Außenminister seine feste Integration in den deutsche Politik dokumentierte. Ein Militarismus der in ex-Jugoslawien seinen ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Deutschlands seit 1945 führte und in dessen Namen Deutschland am Hindukusch verteidigt wurde. Ein Militarismus in dessen Namen Deutschland die grösste Armee Europas bekommen soll und sie auch einsetzen will. Mit einer Regierung für die das Völkerrecht nur bei eigenem Nutzen selektiv gilt und die den Militarismus schon mal vorsorglich vom Völkerrecht ausgenommen hat.

    Die Differenz zwischen der angloamerikanischen Orientierung des deutschen Kapitals und dessen deutschnationaler, eurozentrierter Gegenströmung kann nicht für Friedenspolitik nutzbar gemacht werden. Selbst wenn im Sinne letzterer zwischen Deutschlandfahnen auch mal eine Fahne mit Friedenstaube gegen die usamerikanisch geführten Kriege geschwenkt wird, für Antimilitarismus und substanzielle Abrüstung ist diese Fraktion nicht zu haben.

    Eine Friedensbewegung, die sich der Symbiose zwischen Militarismus, Rüstungsindustrie und Nationalstaat nicht stellt, sondern diese durch halbgare Analysen verwischen will, die gibt sich selbst auf und hat keine Zukunft.

    1. @ klaudie
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kapp-Putsch
      Wenn es nach dem Kapitän Ehrhardt gegangen wäre, hätte er zuerst ein paar der in seinen Augen zögerlichen Putschgeneräle erschossen, damit die anderen in seinem Sinne spuren und anschliessend den Generalstreik nach allen Regeln seiner Kriegskunst zusammenkartätschen lassen. Dem wäre es ziemlich sicher egal gewesen, was sich zu Tode röchelt, ob Frau. Mann. Kind, jung oder alt. Der Obergärtner Kapp hat durch seinen Rückzug das Allerschlimmste verhindert. (Reichswehr schiesst nicht auf Reichswehr).
      Quelle, Interview mit Kapitän Ehrhardt (nichts für sensible Nerven):
      https://m.youtube.com/watch?v=WhHlGVx5SNk&t=14s&pp=ygURa2FwaXTDpG4gZWhyaGFyZHTSBwkJ2AkBhyohjO8%3D

      Für meinen Teil erachte ich es wenig sinnvoll, dass sich eine Friedensbewegung aus was für fadenscheinigen Gründen auseinanderdividieren lässt und im Endeffekt gar nichts zustande bringt. Gaby Weber hat dies vor kurzem hier sehr schön in einem Film über Rostock und seine gespalteten Friedlinge dokumentiert.
      https://overton-magazin.de/top-story/neuer-film-zu-nato-manoever-baltops-in-der-ostsee/

      1. historisch ist die Weimarer Republik mit Blute der Novemberrevolutionäre entstanden. Zu deren Niederschlagung hat er eben die von den Revolutionären vertriebenen Militaristen ins Boot der Weimarer Republik geholt, die maßgeblich die Welt in den ersten Weltkrieg geführt haben. Es waren dieselben, die als Reichswehrführung schon 1923-25 die Pläne für den 2. Weltkrieg entwarfen, die Hitler bis auf die einzelne Division genau umsetzte.

        Und es waren wieder die deutschen Generäle, diesmal für die Bundeswehr, die jüngst auf eigene Rechnung einen Kriegseintritt Deutschlands in der Ukraine hinter dem Rücken der Bundesregierung betrieben.

        Was Gaby Webers Beschreibung von Rostock betrifft, so trifft sie genau den Zustand, das viele zwar mit dem Wort Frieden auf den Lippen auftreten, aber vor allem ihre eigene Anpassung im Blick behalten, diese wegen irgendeines Friedens nicht aufs Spiel setzen wollen. Die von Gaby Weber geschilderten anlassbezogenen Protestaufzüge sind ganz sicher nicht Ausdruck einer kontinuierlichen Antikriegspolitik. Aber vielleicht werden sie ja noch dazu.

  10. hitler bzw die nsdap hat vor seiner machtübernahme auch ständig vom frieden gelabert.
    wer frieden will braucht keine schlandfahne wedeln. da reicht ne friedensfahne als symbol.
    ausserdem: ohne liebe zur nation kein weltkrieg.

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