Europa vor einem blutigen Bruderkrieg

Europa bei Nacht
Data courtesy Marc Imhoff of NASA GSFC and Christopher Elvidge of NOAA NGDC. Image by Craig Mayhew and Robert Simmon, NASA GSFC., Public domain, via Wikimedia Commons

Europa erlebt gerade einen erneuten Einigungsprozess. Er gründet auf Blut – und es wird das Blut der Europäer in West und Ost sein: ein europäischer Bürgerkrieg.

Es gab in der Geschichte unseres vielfältigen Kontinents einige Versuche der Vereinigung. Manche hatten sogar lange Bestand. Das erste großeuropäische Reich wurde von Rom aus geführt. Es zerfiel, hielt sich aber über viele Jahrhunderte – mal mehr, mal weniger befriedet – über Wasser. Diese Geschichte ist so bekannt, wie die folgenden – sie seien daher nur kurz angerissen. Das Frankenreich unter jenem Karl, den sie den Großen nannten, übte den Versuch eines neuen Rom – ganz Europa zur konsistenten Einheit zu formen, blieb ein Gedankenspiel; aber bruchstückhaft traf es durchaus hervor. Die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bauten auf dieser Wunschvorstellung auf – ihr Reich blieb so wenig universalistisch wie jenes der Franken zuvor.

Ab dem 18. Jahrhundert erlebten wir zwei kriegerische Versuche, Europa zu einer Einheit zu formen. Beide »Versuchsleiter« strebten weit in den Osten – der eine schaffte es bis Moskau, fand aber eine verlassene Stadt vor. Die Truppen des anderen scheiterten kurz vor der russischen Hauptstadt. Das Europa Napoleons wurde im Namen revolutionärer Umtriebe unterworfen – das Europa Hitlers nicht minder. Die Revolutionsansätze unterschieden sich freilich beträchtlich. Beide »europäischen Einigungsprozesse« hatten eine atemberaubende Kurzlebigkeit gemeinsam. Die Idee der Europäischen Union, vormals auch Europäische Gemeinschaft genannt, sollte den finalen Versuch einer europäischen Einigung darstellen – die Grundidee war nicht kriegerischer Idee, sondern wirtschaftspolitischer.

Union verkappter nationaler Interessen der Geberländer

Bis neulich galt das noch – mehr oder weniger. Europa – diese Bezeichnung wird in diesem Artikel synonym für Europäische Union gebraucht – geriet jedoch in eine tiefe Krise. Ein dezidiert europäisches Interesse kristallisierte sich eigentlich zu keinem Zeitpunkt heraus. Die Mitgliedsländer verstanden sich weiterhin als Einheiten, die einem nationalen Interesse dienen sollten – einige formulierten das ganz offen, andere haderten mit der Idee eines nationalen Interesses, machten aber trotzdem eine Politik, die den Interessen ihrer Unternehmen diente. Deutschland ist so ein Beispiel. Aus historischen Gründen tat man sich schwer damit, ein nationales Interesse offensiv zu rechtfertigen, schließlich hatte »Hitlers Einigungsversuch« dieselbe Grundlage eines nationalen Interesses. In dessen Namen wurde Europa zu einem Schlachthaus.

Das änderte jedoch nichts daran, dass Staaten immer einem solchen Interesse folgen – die sogenannte Eurorettung galt nicht der Bewahrung der Europäischen Union, wie man damals gerne festhielt und für die man die Eiserne Kanzlerin der Bundesrepublik lobte. Nein, deutsche Unternehmensinteressen sollten gewahrt werden. Vielen europäischen Mitgliedsstaaten war das damals bereits bewusst – insbesondere osteuropäische Staaten verstanden, dass diese Union nationale Interessen der Geberländer kaschieren und zu einem europäischen Interesse umgestalten soll, das es gar nicht gibt. Etwaige deutsche Alleingänge, erinnert sei an die Klärung der Flüchtlingsfrage nach Merkels Art, verblüffte die Union und stellte sie vor getroffene Entscheidungen aus Berlin – die Briten stiegen aus. Die Ungarn blieben in all der Zeit ein Fremdkörper, der sich die Integration fürstlich entlohnen ließ – italienische und französische Populisten drohten mit dem Austritt, so sie die Regierungsgeschäfte übernehmen. (Im Falle Italiens hat sich das letztlich nicht bestätigt.) Kurz und gut: Die Union schien nach 2015 endgültig zu zerreißen.

Der Schein trog nicht. Diese Gefahr war real. Die Pandemie verschleppte diese Entwicklung jedoch – denn wer zuhause im Lockdown sitzt, kommt auf wenig dumme Gedanken. Und wer weiß schon sicher, in wie vielen Köpfen europäischer Politiker der Gedanke reifte, die Krise rund um das Virus zu nutzen, um den europäischen Zersetzungsprozess zu verschleppen, um etwas Zeit zu gewinnen? Im Februar 2022 veränderte sich der ukrainisch-russische Bürger- und Bruderkrieg. Russland ging dazu über, aus den vielen tödlichen Scharmützeln und geheimdienstlich initiierten Aktionen einen regulären Krieg zu machen. Erkannten EU-Politiker sofort, dass dieser Krieg das Zeug dazu hatte, den Abwicklungsprozess der europäischen Einigung einzudämmen und vielleicht sogar aufzuhalten?

Oh Krieg, errette uns!

Eine Weile lange versprach dieser Konflikt die Union zusammenzuhalten – gelegentlich aufmuckende Mitgliedsstaaten waren mittels Zahlungen ruhigzustellen. Etwaige Friedensgespräche, zumal wenn sie erfolgreich verlaufen würden, hätten die Union wieder in den Alltag zurückgeworfen und sie verkümmern lassen – dass ausgerechnet die Briten einem Friedensprozess im Weg standen – erinnert sei an Istanbul – mag man als Treppenwitz der Geschichte abtun, schließlich waren sie kein Teil der Union mehr. Aber der Brexit wurde von populistischen Kräften forciert, die etwas heraufbeschworen hatten, was sie in letzter Instanz gar nicht verwirklicht wissen wollten. Der Krieg erlaubte es Großbritannien zu eine Art Mitgliedsstaat außer Wettbewerb zu werden. »Sonderstatus« nennt man das wohl.

Die Personalie Trump wurde in Europa sofort als große Gefahr begriffen – sicher aus verschiedenen Gründen. Ein Grund war jedoch, dass dieser Trump den Krieg, der Europas Zerklüftung aufzuhalten schien, zunächst beenden wollte. Aus Sicht derer, die die EU retten wollten, whatever it takes, wie man seit Kriegsbeginn so oft erklärte, war das eine Katastrophe. Am Ukrainekrieg gab es reichlich Gewinner. Wirtschaftlich sowieso. Aber eben auch existenziell. Eine mächtige Europäische Union unter Kuratel einer präpotenten deutschen Anführerin, wäre ohne diesen Krieg so nicht denkbar gewesen – die Forcierung einer Denkkontrolle, wie sie dem Wesenskern europäischer Antidesinformationskampagnen entsprechen, hätte es in dieser radikalen Weise sicherlich nicht gegeben.

Die Verewigung dieses Krieges wird in Brüssel gleichgesetzt mit einem neuerlichen europäischen Einigungsprozess. Er ist mehr als eine bloße Chance – er ist die vielleicht letzte Möglichkeit, ehe die Union sich splittet und das Projekt, das als endgültiger Schritt hin zu einer europäischen Republik betrachtet wurde, unkontrollierbar würde. Einige Jahre konnte man sich am Rande eines Stellvertreterkrieges am Leben halten. Aber Kriege entfalten Dynamiken, die nicht mehr beherrschbar sind. Wieso sollte der Ukrainekrieg sich hier von anderen Waffengängen unterscheiden?

Auf Blut gebaut

Und warum sollte Europa, Geldgeber und spiritual leader der Ukraine, davor gefeit sein, von diesen Dynamiken nicht erfasst zu werden? Den Europäern scheint also bewusst zu sein, dass sie früher oder später der Moment ereilt, da sie selbst zum Teil des aktiven Kriegsgeschehens werden müssen, so sie als vereinigter Kontinent überdauern wollen – sicher steckt darin imperiales Bestreben, auch wenn man davon nicht allzu viel wahrnimmt, außer vielleicht, dass man die kontinentale Einigkeit beschwört, um gegen die Fährnisse der Zeit gewappnet zu sein. Ein Hauch von Augusta umweht die Kommissionspräsidentin allerdings schon – sie trägt ihr Haar nicht selten als Kranz. Und Martin Sonneborn wirkt zuweilen wie einer jener antiken Sklaven, die römischen Feldherren auf den Schlachtwagen gestellt wurden, damit diese beim pompösen Siegeszug durch die Urbs immer wieder ins Ohr des Imperators flüstern konnten, er sei auch nur ein Mensch, er möge das bitte nicht vergessen.

Europa will sich auf Grundlage des Blutvergießens in Einigkeit üben. Dabei wird – auch das könnte man mit den Vorgängen im Römischen Reich vergleichen, zu dessen Zeiten Bruderkriege häufig vorkamen und deren man sich durchaus schämte – ausgeblendet, dass dieses Europa gegen Europa vorgeht. Russland liegt zwar größtenteils auf dem asiatischen Kontinent, ist aber ein Land europäischer Kultur. Es ist eine europäische Brudernation, auf deren Rücken die Einigung der westlichen europäischen Hemisphäre gewährleistet werden sollte. Ein europäischer Bruderkrieg zeichnet sich ab – 2029 oder danach. Und auf Blut soll die Union gründen, mit Blut soll sie neu besiegelt, ein neuer europäischer Pakt und Zusammenhalt beschlossen werden.

Hier gleicht die Einigung des Kontinents durchaus jenen beiden kriegerischen Einigungsabsichten, die ab dem 18. Jahrhundert nach der Kontinentalmacht griffen. Auf Grundlage von Menschenopfern stellten sich beide Feldherren – der eine war wirklich einer, den anderen nannten seine Lakaien so – ein europäisches Großreich vor. Fast spürt man darin die Absicht, einen Mythos zu gründen, der nicht selten mit einem großen Opfer zu Beginn einhergeht. Abermals sollen Europäer geopfert werden. Jene Europäer, die keine Lobby haben und die marschieren müssen, sobald die europäischen Eliten Häscher etablieren, die mit der Waffe hinter den Marschunwilligen stehen – fast so wie jene Sklaven hinter erfolgreichen Feldherren. Nur halten die keinen Lorbeerkranz in Händen, sondern entsicherte Gewehre. Europa wird am Ende aber nicht als einiger Kontinent aus diesem Bürger- und Bruderkrieg hervorgehen, sondern als Torso. Und eines Tages wird es erneut jemand versuchen mit einer europäischen Idee. Wenn der Krieg, der uns erwartet, dann lange genug verstrichen sein wird, dürfte es ein neuerlicher Gewaltexzess sein, der etwas einigen will, was offenbar gar nicht geeinigt werden will.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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41 Kommentare

  1. Unter dem totalen Untergang macht es der Roberto nicht
    Womit sonst sollte der Roberto auch noch sein abgestumpftes Publikum erreichen?

  2. „Europa wird am Ende aber nicht als einiger Kontinent aus diesem Bürger- und Bruderkrieg hervorgehen, sondern als Torso.“

    Europa wird, sollte es tatsächlichen einen offenen Krieg gegen die RF geben, ein Trümmerfeld, eine verstrahlte Ödnis sein. Nix mit Torso.

    1. Warum überfallen wir nicht lieber Holland?

      Ist nicht so weit weg, viel kleiner als Russland und außerdem sind die oft bekifft …

      1. @H.L.

        In den Niederlanden wird nicht mehr gekifft als in anderen europäischen Ländern; der Unterschied ist nur der, das sich keiner beim kiffen den Hals verrenken muss um nach Polizei oder gar Petzen Ausschau zu halten, die gerade in Deutschland massiv mit diversen Anlaufstellen zur anonymen Denunzierung gefördert werden.

  3. Während die Russen mit Putin und Lawrow jahrelang versucht haben, in der Ukraine mit Verhandlungen (Minsker Abkommen) zu einer für die Menschen vernünftigen Lösung des Konflikts zu kommen und selbst im April 2022 noch zu einer Verhandlungslösung gekommen sind, sehe ich auf westlicher Seite nur Lug und Betrug und Scheindiplomatie.

    Offenbar wollte der Westen einen blutigen Krieg. Nun wird er ihn vielleicht bekommen – wenn auch nicht so wie erwartet.

    Bedenke, worum Du bittest.

    1. Russland hatte mal wieder ziemlich lustige Ideen:

      „Russia inserted a clause saying that all guarantor states, including Russia, had to approve the response if Ukraine were attacked. In effect, Moscow could invade Ukraine again and then veto any military intervention on Ukraine’s behalf — a seemingly absurd condition that Kyiv quickly identified as a dealbreaker.
      Russia tried to secure a veto on Ukraine’s security guarantees by inserting a clause requiring unanimous consent.

      “The Guarantor States and Ukraine agree that in the event of an armed attack on Ukraine, each of the Guarantor States … on the basis of a decision agreed upon by all Guarantor States, will provide … assistance to Ukraine, as a permanently neutral state under attack…”“

      https://www.nytimes.com/interactive/2024/06/15/world/europe/ukraine-russia-ceasefire-deal.html

      1. erst muss der Krieg beendet werden,
        entweder durch Verhandlungen oder Kapitulation; kleiner Tipp, Russland wird es nicht sein, der kapituliert. Danach kommen die Feinheiten wie zB eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa MIT
        Russland, ohne macht keinen Sinn.
        Merken Sie sich doch bitte folgendes:
        „Das Argument, eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine sei kein Verhandlungsgegenstand, da die Ukraine ihre Sicherheitsvereinbarungen frei wählen könne, ist so ebenfalls nicht richtig. Denn in der OSZE-Charta von Paris für ein neues Europa – auch das ist ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag – erklärten bereits im Jahr 1990 alle europäischen Staaten sowie die USA und Kanada:

        „Sicherheit (auf dem europäischen Kontinent) ist unteilbar und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen Staaten verbunden“. Im Istanbul Dokument der OSZE von 1999 wurde das noch weiter präzisiert: „Jeder Teilnehmerstaat wird diesbezüglich (gemeint sind Sicherheitsvereinbarungen) die Rechte aller anderen achten. Sie werden ihre Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen.“
        (haben Sie das bei Telepolis überlesen? )

        1. Interessant, dass Sie ausgerechnet den entscheidenden Satz aus Paragraf 8 desselben Dokuments „vergessen“ haben – ob absichtlich oder nicht, sei dahingestellt. Dort steht nämlich:

          „Jeder Teilnehmerstaat hat dasselbe Recht auf Sicherheit. Wir bekräftigen das jedem Teilnehmerstaat innewohnende Recht, seine Sicherheitsvereinbarungen einschließlich von Bündnisverträgen frei zu wählen oder diese im Laufe ihrer Entwicklung zu verändern.“

          Beachten Sie die Formulierung: kein „sofern“, kein „es sei denn“, kein „unter der Bedingung“. Das Bündnisrecht wurde explizit und separat verankert – egal wie man „unteilbare Sicherheit“ auch auslegt.

          Und dieser Begriff ist seinerseits bemerkenswert vage. Ihre Lesart, wonach er bedeutet, dass ausgerechnet Russland das Recht hat, ausgerechnet der Ukraine den Beitritt zu ausgerechnet der NATO zu verbieten – das ist eine sehr, sehr gewagte Interpretation eines sehr, sehr unscharfen Begriffs.

          Und während wir schon dabei sind: Als Russland 2002 die OVKS gründete und Belarus hineingezogen hat – ein Land, das seit 1998 Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten war, also einer Organisation, deren Mitglieder sich verpflichtet hatten, keinem Militärbündnis beizutreten – hat Russland da die NATO oder die Ukraine um Erlaubnis gefragt? Als Russland Militärbasen baute oder neue Waffensysteme testete – brauchte es dafür die Zustimmung Kiews? Also – warum ausgerechnet Ukraine und NATO, und keine anderen Fall?

          Und nun zu den Sätzen, die Sie selbst zitiert haben:

          „Jeder Teilnehmerstaat wird diesbezüglich die Rechte aller anderen achten.“

          Ja – Russland ist verpflichtet, das in Paragraf 8 verankerte Recht der Ukraine auf freie Bündniswahl zu achten.

          „Sie werden ihre Sicherheit nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten festigen.“

          Ja – und Russland annektiert die Krim, besetzt den Donbass und zwingt der Ukraine militärisch-politische Beschränkungen auf – festigt also seine (angebliche) Sicherheit auf Kosten von Territorium und Souveränität der Ukraine. Genau das, was dieser Satz verbietet.

          Also, was ist hier unklar?

          1. die Vorschläge, die Russland im Dezember 2021 den USA übermittelt hat, sind alle in die Tonne getreten worden, man wollte nicht MIT Russland verhandeln, Russland sollte in die Ukraine gezogen werden, um mit wirtschaftlichen Sanktionen stranguliert zu werden.
            Das ist Fakt, 8 Jahre wurde die Ukraine militärisch aufgerüstet, Minsk II für obsolet erklärt und die
            abtrünnigen Oblaste sollten durch Bomben und Raketen gefügig gemacht werden, lt Selenski könnte die prorussische Bevölkerung ja nach Russland auswandern, das Territorium aber sollte auf jeden Fall verteidigt werden.
            „Das bedeutet, dass jeder Staat das Recht hat, seine politische Ordnung selbst zu wählen und seine inneren Angelegenheiten dementsprechend selbst zu regeln ohne Einmischung anderer Staaten. Dieses Prinzip ist im Ukraine-Konflikt eklatant verletzt worden.“ auch aus Telepolis.
            Die komplette UN Charta will ich jetzt nicht zitieren.

            1. Fangen wir chronologisch an — das klärt erstaunlich viel.

              Es war Russland, das 2014 sämtliche mit der Ukraine geschlossenen Verträge massenhaft in den Papierkorb warf: Belaveža-Abkommen 1991, Alma-Ata-Deklaration 1991, Budapester Memorandum 1994, Freundschaftsvertrag 1997, Schwarzmeerflotten-Abkommen 1997, Grenzvertrag 2003 — persönlich von Putin unterzeichnet. Eine beeindruckende Sammlung.

              Dann die Endlosschleife der Lügen: ‚Das sind nicht unsere Soldaten auf der Krim‘ — ‚Ach doch, und das haben wir nie verheimlicht.‘ Die ‚Separatistenführer‘ Girkin, Antufeev, Pavlow „Motorolla“ und Borodaj — alle Russen aus Moskau, vorwiegend mit FSB/Russische Armee -Biographie — die sich irgendwie als „Volksvertreter des Donbass Bergbauleute“ wiederfanden.

              MH17, 298 Tote, neue russische Lügeversion pro Tag. Russische Fallschirmjäger, die sich fünfzig Kilometer hinter der ukrainischen Grenze ‚verlaufen‘ hatten.

              Und dann Minsk II — am nächsten Tag buchstäblich in Debalzewo überrollt von russischen Panzern aus Burjatien, die sich eine Separatisten-Tarnung längst gespart hatten.

              Zur Erinnerung, was Minsk II enthielt: Abzug ausländische (i.e. russischer Truppen), OSZE-Wahlen, ukrainische Grenzkontrolle. Keine ‚Volksrepubliken‘, keine ukrainische Entwaffnung, kein roter Teppich für russische Panzer bis Kiew. Russland besitzt offenbar eine seltene Begabung beim Vertragslesen — es sieht präzise was nicht drinsteht, und übersieht zuverlässig was schwarz auf weiß geschrieben steht.

              Zur empörten Frage, ob die Ukraine Gebiete mit Bomben zurückgewinnen wollte — interessante moralische Sorge, ausgerechnet aus Moskau. Meinen Sie, wie Russland Grosny dem Erdboden gleichmachte? Oder wie Russlands Freund Assad ein Drittel seiner Bevölkerung vertrieb — mit russischer Luftunterstützung? Bemerkenswerte Wahl des Standpunkts.

              Und Russland rüstet seit den 1990ern kontinuierlich auf — das nennt man Verteidigungspolitik. Die Ukraine tut dasselbe nach 2014 (nach dem Russland durch militärische Mittel die große Gebiete von Ukraine annektiert hat) — das nennt man Provokation. Die Logik erschließt sich nicht auf Anhieb.

              Und dann, Dezember 2021, der krönende Abschluss: Russland schickt Ultimaten — und ist ehrlich empört, dass niemand verhandeln will. Dabei hatten westliche Politiker seit 2014 fast wöchentlich dasselbe gesagt: ‚Wladimir, zieh deine Truppen ab, halte deine eigenen Verträge ein.‘ Russland hörte nicht zu — und beschwert sich jetzt, dass niemand zuhört.

              Aber gut — nehmen wir russische Forderungen ernst und denken sie zu Ende. Was wäre, wenn der Westen symmetrische Gegenforderungen schickte: Russland auf Stand 1997 — Austritt aus SCO und BRICS, Auflösung der OVKS, Stopp jeglicher Zusammenarbeit mit China. In Austausch für… nichts eigentlich…

              Würde Moskau solche Vertrag sofort unterschreiben?

              Nein? Seltsam. Warum sollte Westen es dann tun?

          2. @ L.Ren 18 Uhr 26: Wer sich aus Dokumenten nur das raus-pickt, was ihm passt, wird zu keinem brauchbaren Ergebnis kommen. Es zählt die Zusam -menschau, der Kontext .

    2. Mit, sowas wie einen blutigen Krieg haben wir hierzulande ja schon. Landesweit auch noch – jeden Mittag kurz vor Mittag an den Zapfsäulen. Noch soll zwar noch kein Blut geflossen sein, aber die Berichte im Staats-Fernsehen klingen jedenfalls schon arg bedrohlich. Wer erinnert sich nicht an die Scharmützel im Supermarkt von dereinst, die vor dem Klopapier-Regal, Und, man. bedenke, es dürfte, es wird schlimmer kommen. Mit schlimmsten Konsequenzen auch noch.
      Da brauchen wir keinen Bruderkrieg in West-Eurasien

      Gestern schrieb ich im Beitrag zu B.P.’s Besuch an der NATO-Ostflanke „Der andere (Krieg), fast schon ein Vierteljahr mit identischen Indizien, allerdings das Massenklagen darob schön ausgeblieben, bis an den Tankstellen gefühlt beim Zapfen die maximale Anzeigenkapazität gesprengt werden musste.“ Stimmt, da habe ich leicht übertrieben. Eben durfte ich alelrdings irgendwo (overseas) lesen:

      „Ich war diese Woche bei einem Branchentreffen, und ich kann Ihnen sagen, dass eine der größten Sorgen darin bestand, dass die Dieselpreise [in den USA] auf 10 Dollar steigen könnten und die Anlagen – also die Pumpen, Zapfsäulen und so weiter – einen so hohen Wert nicht verkraften können. Das ist unglaubilich.“ (deeplübersetzt)

      Nun, das ist der Preis für eine Gallone, in Deutschland hat man noch das Glück in Litern zu rechnen. Die 10$ pro Gallone umgerechnet in Liter – Google weiß es natürlich – 3,78541 Liter – ergibt etwa € 2,64 – na ja, soweit entfernt war die Anzeige an der Zapfsäule heute Morgen auch wieder nicht, was dann um High Noon angezeigt wird, weiß man ja noch nicht, Ein Wahnsinnsglück haben sie schon, unsere Gierschlunde. Von 2,50 bis zu 10,00 auf der Anzeige dürfte es noch eine Weile dauern – wenn wir Glück haben – zu Beginn der Sommerferien wird es dann wohl aber so weit sein, wetten dass?

    3. Sowas wie einen blutigen Krieg haben wir hierzulande ja schon. Landesweit auch noch – jeden Mittag kurz vor Mittag an den Zapfsäulen. Noch soll zwar noch kein Blut geflossen sein, aber die Berichte im Staats-Fernsehen klangen jedenfalls schon mal arg bedrohlich. Wer erinnert sich nicht an die Scharmützel im Supermarkt von dereinst, die vor dem Klopapier-Regal, Und, man. bedenke, es dürfte, es wird schlimmer kommen. Mit schlimmsten Konsequenzen auch noch.
      Da brauchen wir keinen Bruderkrieg in West-Eurasien

      Gestern schrieb ich im Beitrag zu B.P.’s Besuch an der NATO-Ostflanke „Der andere (Krieg), fast schon ein Vierteljahr mit identischen Indizien, allerdings das Massenklagen darob schön ausgeblieben, bis an den Tankstellen gefühlt beim Zapfen die maximale Anzeigenkapazität gesprengt werden musste.“ Stimmt, da habe ich leicht übertrieben. Eben durfte ich allerdings irgendwo (overseas) lesen müssen:

      „Ich war diese Woche bei einem Branchentreffen, und ich kann Ihnen sagen, dass eine der größten Sorgen darin bestand, dass die Dieselpreise [in den USA] auf 10 Dollar steigen könnten und die Anlagen – also die Pumpen, Zapfsäulen und so weiter – einen so hohen Wert nicht verkraften können. Das ist unglaubilich.“ (deeplübersetzt)

      Nun, das ist der Preis für eine Gallone, in Deutschland hat man noch das Glück in Litern zu rechnen. Die 10$ pro Gallone umgerechnet in Liter – Google weiß es natürlich – 3,78541 Liter – ergibt etwa € 2,64 – na ja, soweit entfernt war die Anzeige an der Zapfsäule heute Morgen auch wieder nicht, was dann um High Noon angezeigt wird, weiß man ja noch nicht, Ein Wahnsinnsglück haben sie schon, unsere Gierschlunde. Von 2,50 bis zu 10,00 auf der Anzeige dürfte es noch eine Weile dauern – wenn wir Glück haben – zu Beginn der Sommerferien wird es dann wohl aber so weit sein, wetten dass?

      1. Aus der gleichen Wochenkolumne wie das obige Zitat, dann noch das. Selbst das ‚Kapital‘ (Gruß an @heiko übrigens) scheint wohl leicht enerviert zu sein, ob der aktuellen globalen Lage. Egal, wenn’s dem eigenen Portefeuille zu dienen vermag! Man höre und staune …

        As a consequence of Trump’s inane decision to go to war against Iran, the Financial Times reports that “nearly 80 countries have now introduced emergency measures to protect their economies as the world approaches a new, more dangerous phase in the energy crisis driven by the Iran war.” (Entnommen aus: https://www.counterpunch.org/2026/05/22/roaming-charges-130/)

        Während hierzulande mit reichlich roten Heringen allerlei Ablenkungsmanöver laufen um das Wahlvolk – solange es noch könnte – ruhig zu stellen, scheint es so, dass anderweitig doch nicht aller Hopfen und aller Malz verloren zu sein scheint. Sogar im ‚Home of he braves‘ scheint msn nicht mehr unbedingt mit allem zufrieden zu sein. So eine Wahlwerbung wie die hier: (für Ton auf Textbos klicken):

        https://x.com/MorePerfectUS/status/2056095822354510295

        … ist leicht überraschend aber es hat dann schon was für sich!

      2. Aus der gleichen Wochenkolumne wie das obige Zitat, dann noch das. Selbst das ‚Kapital‘ (Gruß an @heiko übrigens) scheint wohl leicht enerviert zu sein, ob der aktuellen globalen Lage. Egal, wenn’s dem eigenen Portefeuille zu dienen vermag! Man höre und staune …

        As a consequence of Trump’s inane decision to go to war against Iran, the Financial Times reports that “nearly 80 countries have now introduced emergency measures to protect their economies as the world approaches a new, more dangerous phase in the energy crisis driven by the Iran war.” (Entnommen aus: https://www.counterpunch.org/2026/05/22/roaming-charges-130/)

        Während hierzulande mit reichlich roten Heringen allerlei Ablenkungsmanöver laufen um das Wahlvolk – solange es noch könnte – ruhig zu stellen, scheint es so, dass anderweitig doch nicht aller Hopfen und aller Malz verloren zu sein scheint. Sogar im ‚Home of he braves‘ scheint msn nicht mehr unbedingt mit allem zufrieden zu sein. So eine Wahlwerbung wie die hier: (für Ton auf Textbos klicken):

        https://x.com/MorePerfectUS/status/2056095822354510295

        … ist leicht überraschend aber es hat dann schon was für sich!

  4. Nicht zu vergessen das Oströmische bzw. Byzantinische Reich, das sich ebenso als Nachfolgerin des Römischen Reiches sah und eine eigene, orthodoxe Kultur/Zivilisation ausgebildet hat. Damals gab es auch schon West-Ost-Konfrontationen, wobei der Westen nicht selten als Aggressor auftrat (4. Kreuzzug, Plünderung Konstantinopels).
    Europa ist auf engstem Raum sehr heterogen und seine „Christentümer“ (evangelisch, katholisch, orthodox) mentalitätsgeschichtlich doch sehr verschieden.

  5. Ich bin irritiert und nicht geehrt – allem Anschein nach nimmt mich Octopussy für einen politischen Gegner. Nun, das bin ich nicht, das wär definitiv zu viel der Ehre.

  6. Wenn der Zahlmeister Europas erst komplett pleite ist wird sich der Rest Europas gegen die Deutschen wenden und ihnen die Schuld am Krieg geben.

    Es ist nicht nur ein Bürgerkrieg zu befürchten sondern auch ein Krieg der Europäer untereinander.

    GB pleite, Frankreich pleite, Deutschland auch bald pleite,die Gift-Zwerge aus dem Baltikum sind eh pleite.
    Alles hängt nur noch am seidenen Faden und deshalb wolen / müssen die Krieg machen.

    1. „Wenn der Zahlmeister Europas erst komplett pleite ist wird sich der Rest Europas gegen die Deutschen wenden und ihnen die Schuld am Krieg geben.“

      Das ist auch richtig so, denn Deutschland hatte den längsten Hebel in der Hand, um den Ukrainekonflikt zu bremsen.
      Scheiß auf England und Frankreich, die werden sich nach Jahrhunderten Kolonialistengehabe nicht mehr ändern. Aber Deutschland, noch dazu als Zahlmeister von fast allem, hätte gekonnt. Aber von Politikern, die sogar ihr eigenes Volk hassen, darf man nicht ernsthaft gute Politik erwarten.

    2. @Otto0815

      Der Zahlmeister wird auch Probleme mit der Ukraine selbst bekommen, wenn er nicht mehr zahlen kann oder möchte. Und weder GB, noch Frankreich, noch irgendwer wird ihnen, den Deutschen zur Seite springen…

    3. Otto0815

      Zu besagtem Rest Europas werden sich dann auch flugs die Ukrainer gesellen, um neue Unterstützer finanzieller Art zu rekrutieren. Waffen und Kriegserfahrung hierfür haben sie ja dank ihres edlen, dann vormaligen Spenders mehr als genug. Wie sich dann all‘ jene vom hiesigen Bürgergeld gepamperten Ukrainer vor Ort positionieren… Schauen wir mal! Bis dahin zahlen wir erstmal weiter…

  7. Aha, die Zensur ist jetzt total. Die Brandmauer steht. Alles was nach Populismus und AfD riecht, wird einfach rausgeschmissen, ohne gelesen zu werden, oder in die Moderation zu kommen.

  8. Ein Europa, das einen gemeinsamen Feind braucht, um einig zu sein, hat keine Zukunft. Noch weniger hat ein Europa, das sich im ökonomischen Niedergang befindet, eine Zukunft, wenn es auf Krieg setzt. Ein ökonomischer Niedergang wird nur innengesellschaftliche Konflikte beschleunigen. Die Ressourcen, die wir für die Bewältigung diverser Entwicklungen benötigen – Klimawandel, Überalterung, wirtschaftliche Entwicklungen, Rohstoffmangel etc. – können wir nicht ins Militär stecken.
    Wenn die Gleichung 1 Arbeitnehmer versorgt zukünftig 4 Rentner nicht aufgeht, ist die Idee, dass 1 Arbeitnehmer zukünftig 4 Rentner + einen aufgeblähten Militärisch-Industriellen-Komplex versorgt und noch ein bisschen Krieg treibt, obsolet.

    Aber, kein Zweifel, sie werden es versuchen.

    1. @ Simon 13 Uhr 57 Ein EUropa, das sich im Ökonomischen Niedergang befindet und auch noch auf Krieg setzt, hat keine
      gute Zukunft.
      ?
      Ein wesentlicher Grund für die nazional-sozialistischen Eroberungskriege waren auch die Plünderungen, sowohl bei Juden
      als auch in den fremden Gebieten, um den eigenen Bankrott aufzuschieben

  9. Der Artikel fängt zwar recht interessant an, endet dann aber etwas schwammig. Und wie kann man von der Entwicklung Europas zur „Einigkeit“ sprechen, ohne die USA zu erwähnen. Es waren doch die USA, die nach dem Krieg ein wirtschaftlich starkes Europa benötigten als Bollwerk gegen den Kommunismus – militärisch die Nato und wirtschaftlich die EU.

    Das heutige Europa ist ganz wesentlich ein Produkt US-amerikanischer Politik. Das gilt sogar noch für den Krieg in der Ukraine, die den Europäern von den USA aufgehalst wurde. Das Hauptziel der USA mit dem Ukraine-Krieg wurde längst mit der Zeitenwende von Kanzler Scholz erreicht, nämlich die Trennung Deutschlands von Russland. Entsprechend verringert sich das Interesse der MAGA-USA an der Ukraine.

    Die Europäer halten fest an den ursprünglich von US-Demokraten (mit ihren transatlantischen Hilfstruppen) ausgegebenen Werte-Erzählungen zum Ukraine-Thema. Sie machen aus der Not eine Tugend. So wird der Krieg zum Selbstläufer.

  10. Der Aufsatz stolpert durch die Geschichte eines Kontinents der nicht eins werden will. Vielleicht liegt es ja daran, dass Europas Gesellschaftssysteme im Grunde auf Raubmord beruhen und bisher die Clanführer noch nicht bereit dazu sind, die Beute miteinander zu teilen.
    Auch das Machtprinzip des Teilens und Herrschens sollte Berücksichtigung finden. GB hätte kaum die Wellen der Weltmeere beherrschen können, wenn der Rest Europas sich einig gewesen wäre und auch die USA sind regelmäßig darauf angewiesen sich an einem Krieg in Europa wirtschaftlich gesund zu stoßen.

  11. Das Europa der EU/NATO ist schon jetzt nur ein Torso: der entzündete Blinddarm Eurasiens! Also ein pathologischer Fall der operiert und entfernt werden muss!

  12. „Im Februar 2022 veränderte sich der ukrainisch-russische Bürger- und Bruderkrieg. Russland ging dazu über, aus den vielen tödlichen Scharmützeln und geheimdienstlich initiierten Aktionen einen regulären Krieg zu machen. Erkannten EU-Politiker sofort, dass dieser Krieg das Zeug dazu hatte, den Abwicklungsprozess der europäischen Einigung einzudämmen und vielleicht siogar aufzuhalten?“
    Der Autor weigert sich beharrlich, Ursache und Wirkung anzuerkennen und die Prognose wie die Endabrechnung Arestowitschs zur Kenntnis zu nehmen. Auch wenn dieser sich mit fremden Federn schmückt, er war nur der Kurier der US-Botschaft, enthüllt er doch präzis, wer einen Krieg anstrebte und wem das gelang. Er brüstete sich, dass er Putin zu den militärischen Maßnahmen gezwungen habe, ohne zu anderem eine Chance zu haben, auch kein snderer Präsident hätte eine Alternative gehabt.
    Die Frage nach einer möglichen dem Frieden zugewandte EU-Politik ist im höchsten Maße naiv. Die stand gar nicht, auch damals assistierte die EU der auf Krieg gerichteten der USA, nur wollte man selbst die Kriegszügel in die Hand bekommen, man sah sich abgedrängt.
    Zur Wandlung der Rolle Russlands: dessen Vorgehen war auf Stopp der Invasion der Kiewer Putschregierung in der Ostukraine und der Durchsetzung des Minsker Abkommens gerichtet. Und das ganz im Rahmen des Völkerrechts (UN-Sicherheitsratsbeschluß) und nicht wie oft und auch hier kolportiert in Verletzung dessen.
    Das in Abrede zu stellen hat eine ganze Menge Chupze.

    1. „Ach ja, Arestovych – der Berater für soziale Medien und moderne Kommunikation im Büro des Präsidenten, wohlgemerkt, nicht für Strategie oder Militär. Was hat er nun eigentlich gesagt?

      Seine Prognose aus dem Interview von 2019 lautete so: „Die Wahrscheinlichkeit einer großangelegten russischen Militäroperation gegen die Ukraine liegt bei 99,9 Prozent. Wenn wir nicht der NATO beitreten, werden wir von Russland in zehn bis zwölf Jahren geschluckt.“ Mit anderen Worten: die Ukraine steht vor der Wahl zwischen zwei Übeln – Krieg oder schleichende Absorption. Das ist keine Kriegslust, das ist eine nüchterne Risikoabwägung angesichts eines Nachbarn, der bereits 2014 Truppen geschickt hatte.

      Apropos 2014: Es war Putin, der zuerst Soldaten auf die Krim und in den Donbass schickte – Girkin und Konsorten lassen grüßen – und dann hinter dem Rücken eben dieser Soldaten den Friedensverhandler spielte. Das ist die klassische Taktik des russischen Raidertums: erst schickt man die Schläger, dann kommt man als Problemlöser und verlangt die Kontrolle über das Unternehmen, das man selbst destabilisiert hat.

      Und die Minsker Abkommen? Die Tinte war kaum trocken, als russische Panzer aus Burjatien sie bereits überrollten.

      Und ja – der UN-Sicherheitsratsbeschluss zu Minsk, nämlich Resolution 2202 (2015), enthält eben keine Berufung auf Kapitel VII der UN-Charta, die eine Resolution erst verbindlich und vollstreckbar macht. Sie wurde ausdrücklich nicht unter Kapitel VII verabschiedet – hat also genau denselben beratenden Charakter wie die zahlreichen UN-Generalversammlungsresolutionen, die Russland seit 2014 auffordern, seine Truppen aus der Krim und dem Donbass abzuziehen. Seltsam, dass Sie die eine Seite dieser Gleichung so bereitwillig zitieren und die andere so konsequent übersehen.

      Aber die eigentliche Frage: Wie genau konnte die „Kiewer Putschregierung“ in ihr eigenes Territorium einmarschieren? Das wäre so, als würde man sagen, die „Moskauer Junta“ habe im Juni 1941 plötzlich das „Reichskommissariat Moskau“ angegriffen. Ursache und Wirkung auf den Kopf zu stellen – das beherrschen Sie wirklich meisterhaft.

  13. Als der Mensch unter den Trümmern seines bombardierten Hauses hervor-gezogen wurde, schüttelte er sich und
    sagte: Nie wieder ! – Jedenfalls nicht
    gleich.

    sinngemäß: Günter Kunert, deutscher Lyriker

  14. Herr Lapuente: „Europa erlebt gerade einen erneuten Einigungsprozess. Er gründet auf Blut …“

    Wie das Blut der „reinrassigen“ deutschen Arier, die 1939 Polen und 1941 Russland überfielen, ist auch dieses Blut nicht sortenrein, sondern kontaminiert. Öl, Fracking-Gas, seltene Erden und Merz-Leyen-Viren sind da auch noch dabei.

  15. Irgendwie passen die historischen Bezüge nicht zum Titel:
    Weder Napoleon noch dem Gröfaz ging es um die Einigung Europas.
    Napoleon ging es darum, Frankreich vor dem Angriff der Monarchisten zu retten, und da alle europäischen Nationen außer F monarchistisch waren und sich auf die Fahnen geschrieben haben, um jeden Preis zu demonstrieren, dass es keine Alternative zur Monarchie geben darf, war er mit dem ganzen Rest Europas konfrontiert.
    Hitler ging es nicht um ein vereintes Europa, sondern um die deutsche Nation, der er „Lebensraum“ verschaffen wollte.
    Dass nach WK2 die Idee eines vereinten Europa virulent wurde, lag an der durch den Aufstieg der USA bewirkten Verschiebung der Kräfteverhältnisse, aufgrund derer keines der europäischen Länder allein in der globalen Konkurrenz der Mächte entscheidend mitspielen konnte.

    1. @ Rythi …21 Uhr 48 : Hört man sich die Reden des Teutschen Diktators Hitler an, liest die Transskripte, so faselt der immer wieder von Europa, den europäischen Streitkräften, vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer .

  16. „Europa vor einem blutigen Bruderkrieg“ – Na sowas, nicht mal ein Fragezeichen dahinter ist notwendig, RDL scheint sich sicher zu sein. Wenn er denn also meint! Alle mir bekannten Maximen, vom „Liebet eure Feinde“ – Autor bekannt, zumindest früher mal in der Parteibasis des aktuellen Kanzlers von Ost-Rom 2.0, über „„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – der ein oder andere hier erinnert sich vielleicht noch, bis hin zum „NIE WIEDER“ – jener verständliche Schwur allerding mit ziemlich begrenzter Halbwertszeit, nun also final verklappt -da als absolut nicht mehr vertretbar – entsorgt. Und alles ersetzt durch…? Nein, ich wiederhole sie nicht, die Tiraden der Merzens, die Wadephals, die Pistoriusse, die Roderichs, die von Marie-Agnes und auch auch von uns’Ursula. Der ‚Russe‘ war’s und ist’s, bei ihnen unisono im Fadenkreuz

    Wie konnte es denn nur so weit kommen, dass ausgerechnet nachdem das böse Gespenst, diese ewige Bedrohung von Frieden&Freiheit auf der Welt – der „Kommunismus“, schon vergessen? – von jetzt auf nachher eben einfach nicht mehr so richtig existieren sollte. Warum eigentlich? Noch nicht darauf gekommen, na? Wer in seiner Ausbildungs- und Berufszeit Kontakt mit unseren Freunden von overseas hatte, gar deren West- wie auch Ostküste zu bereisen fähig und in der Lage war und versuchte Kontakte zu knüpfen, dem mußte, dem konnte einfach nicht entgehen, dass für die Besatzer von „god’s own Land’ nicht nur die ‚Commies‘ pfui waren. Nein, auch das was sich so ‚socialist‘ schimpfte – insbesondere die aus dem ‚old Europe‘ – einfach waren und sind dem Weltenherrscher und seinen Marionettenziehern zuwider.

    Ist es nur ein Zufall, dass just nach ElevenNine anno neundacht’zge und dem Einholen der Hammer&Sichel-Flagge ein Jahr später überall in Transatlantica (in West wie auch Ost) urplötzlich bis hinein in kleinere, kapitalistische Wirtschaftseinheiten das Konstrukt aus ‚Zielfindung&Zielerreichung‘ in den Fokus gerückt zu werden hatte. ‚Methoden, Maßnahmen wie auch Mittel&Wege‘ standen dann – bestens per ‚templates‘ strukturiert – im Mittelpunkt. Da war doch was angesagt? Die ‚Reorganisationen‘ auch gerne als ‚Restrukturierung‘ – der Hirne vielleicht – genannt? Das beste, das teuerste Hotel und nicht nur in der Pamp war gerade gut genug, um das Fussvolk mal kräftig einzunorden. Völlig egal, was ‚hinten dann rauskam‘, das interessierte nicht, die ganzen Papierstöße und Giga- wenn nicht Terrabytes an Mail-Attaches mit den ‚Updates der dabei erstellten papers‘.

    Wäre ‚künstliche Intelligenz‘ wirklich gescheiter als die ‚natürliche‘, dann wäre doch längst fällig gewesen, das hätte erkannt werden und auch dem ‚demos’ offenbart werden müssen. Aber nichts da! Die Tatsache, dass sie bzw. die erstellten ‚Ergebnisse’ vornehmlich wenn nicht so gut wie ausschließlich auf Vergangenheitswissen und – falls erforderlich – mit vorgegebenen Zielen, wie auch entsprechenden Narrativen (um nicht Märchen oder Langleygenden sagen zu müssen) zu gründen hat, juckt das jemand? Wenn jetzt ein LEO XIV. Ins Grübeln gerät, ist das auch ein Zufall?

    Und so begab es sich, dass seit spätestens einem Achteljahrtausend alles wunderbar wie nach Plan zu laufen hat, egal ob constraints im Wege standen – wie Revolutionen, Regimewechsel bspw. – oder nicht. Im Gegenteil, sie wurden immer gerne aufgegriffen für allerlei … , wenn sie nicht gar Bestandteil des (Business-)Plans waren. Und niemand will und darf es mal wahr haben, dass das Meiste, was uns um die Ohren geschmiert wird, nur Propaganda ist. Und somit nur ‚Lug und Trug‘, unterfüttert mit Niedertracht. Das letzte Vierteljahrhundert? Eine einzige ‚Entlarvung der Schurken, den tumben Bären, dem falschen Drachen, den hinterhältigen Mullahs‘, als Karotte vor der Nase der Esel baumelnd, nun, das könnte ja gerade noch angehen, falls man Rheinmetallaktien besitzt. Dass Länder wie Schweden und Finnland sich allerdings dem derzeit einzig noch real existierenden Angriffspakt anschliessen, das soll zu erwarten gewesen sein? Oder dass in unserer Willy-Partei – allein um ihr die Altersversorgung zu retten? – jegliche verstandesgemäße Regung abhanden zu kommen hatte, na ja, man muß eben Prioritäten setzen!

    Und so stehen wir also da wo wir nun stehen, jetzt nach dieser Zeitenwende, oder doch angebrochene Endzeit? Egal, der ‚Russe‘ muss weg! Gerade wie ich das hier tippe, vor mir auf der Mattscheibe dieTagesthemen: „Deutschland steht unverbrüchlich an der Seite der Ukraine!“. Ist noch gar nicht so lange her, da mußte unserem damals beliebtesten Außenminister ever an den Zwickel gefahren werden. Weil dieser ‚Schuft‘ mutmaßlich bestimmten Damen aus diesem Landstrich, den bis dahin so gut wie niemand kannte, doch ohne Grund und Veranlassung zuhauf Visa verpasst haben soll, damit sie ihrer Geschäftsidee auch in Deutschland nachgehen konnten.

    Hatte man uns – bereits schon anno 1982 und vorher eine ‚geistig-moralische Wende‘ versprochen? Nun, als sich dann stattdessen eine ‚unverhoffte wie unverzügliche‘ Wende einstellte und aus dem Wende-Kanzler eine Abriss-Birne im Osten und er zum Einheitskanzler mutieren durfte, war ja auch gut. Das scheinbare Meisterwerk jedenfalls hatte ‚er‘ vollbracht. So manches ‚geistig-moralische‘ wie ‚soziale‘ allerdings, das überließ er dann aber mal besserHden Sozen, ‚Hart aber fair – Hartz IV‘. Da war – neben dem späteren zum Putin-Freund gewandelten – erstmals der Joschka gefordert. Das erste Mal, dass das eingangs erwähnte ‚Nie wieder‘ mit realen Maßnahmen konterkariert werden durfte. „Seit heute Morgen hat die NATO mit Luftschlägen …’ verlautbarte der Basta-Kanzler, von seinem Vize gefordert&gefördert mit ‚Auschwitz darf sich nicht wiederholen‘! Lange sollte es bei Letzterem auch nicht mehr gehen, bis er mit seiner Vorturnerin von overseas konform gehen würde. Jene Frau, die lt. Wiki maßgeblich auf den NATO-Angriff auf Serbien gedrängt haben soll. Diese, noch als UN-Botschafterin mit der Frage konfrontiert „Wir haben gehört, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind – das sind mehr Kinder, als in Hiroshima starben. Ist es diesen Preis wert?“ Ihre Antwort lautete: „Es ist diesen Preis wert.“ Na ja, es war wohl ein ‚politischer Fehler‘, wie sie irgendwann später einmal mutmaßte. Aber da war sie ja auch schon ‚secretary of state‘ bei Obama und Joschka alsbald auch ihr Schosshündchen.

    Und jetzt also verkünden seit längerem die Nachfolger Joschka’s gefühlt so etwas, wie dass bald ein Barbarossa 2.0 notwendig sei. Nicht ganz so deutlich, zugegeben. Aber was anderes sollte man aus dem ‚Russland ruinieren‘ oder ‚Russland wird immer unser Feind sein‘ schon schließen dürfen? Das virtuelle Bombardement hat ja lange schon begonnen. Gefühlt rund um die Uhr und das 24/7/365. Gerade eben wieder heißt es in einer extra ARDstory: ‚ein russisches Kriegsschiff in der Ostsee – große Aufregung‘, unterlegt mit einem Filmchen der schwedischen Luftwaffe. Und dann das Finale – der Russe ist schuld an unseren Mobilfunkstörungen. Na dann!

    Wer wenn nicht der selbstberufene Weltenretter wird seinen Vasallen in der NATO eingeflüstert haben, was sie zu tun und zu lassen haben. Das soziale Wolkenkuckucksheim war für ihn ja schon immer ein veritabler Graus, der ‚Sozialstaat des Grauens‘ geradezu. Dem muß abgeholfen werden, mit allen ‚Maßnahmen und Mitteln, auf allen möglichen Wegen‘. In der Glotze soeben – immer noch in besagtem Propaganda-Brennpunkt – die Außenbeauftragte Kaja K.! Na ja, was wird sie schon mutmaßen. Kurz danach und bevor ich den Bildschirm doch schwarz werden lasse, noch ein schwer Verantwortung tragender Litzenträger und somit auch Experte: er hat Angst, dass was passieren könnte. Und der ‚Staatsminister im Äußeren/CSU‘ pflichtet ihm bei, satt grinsend. Und nochmal Kalles mit irgendetwas wie „Ukraine finanzieren“. Den Rest will ich gar nicht mehr hören.

    Andere Baustelle: Klar, der Hegemon, der Weltenherrscher weiß auch, an zwei Stellen kann er nicht gleichzeitig sein. Jetzt wo er, quasi im Auftrag eines Dritten einem Volk mit fast 100 Millionen den Garaus zu machen hat, da muß er natürlich andere anstehende Aufgaben delegieren. Und wenn dann noch das Ganze in eine Win-Win-Win-Situation für ihn ausartet. Die größte Regionalmacht weg vom Fenster – die nervigen ‚krauts‘ ein für allemal vom Hals – das Aktiendepot mit überraschender Entwicklung, wer würde da schon maulen! Hier ein Findling aus overseas! Die Tonlage wird wohl doch leicht härter!

    „+ Graham Platner, der tatsächlich in zwei Kriegen nach dem 11. September gekämpft hat, noch Trumps Iran-Krieg etwas anders: Ich möchte diese Leute so richtig bloßstellen. Ich habe in diesen blöden Kriegen gekämpft. Ich habe den Großteil meiner 20er und frühen 30er Jahre in der Infanterie verbracht und in Irak und Afghanistan gekämpft. Und ich bin nicht JD Vance. Ich habe nicht den ganzen Tag in einem klimatisierten Büro gesessen und verdammt noch mal abgetippt. Ich war Maschinengewehrschütze im Marine Corps. Ich war Leiter eines Fernaufklärungsteams und Truppführer in der US-Armee. Ich habe es gesehen. Ich habe es angefasst. Ich weiß, wie es aussieht, wenn amerikanische Sprengstoffe mit verdammten Kindern in Berührung kommen. Und es ist das Schrecklichste, was man je sehen wird. Ich will im Senat sein, um sicherzustellen, dass, wenn sogar Leute in meiner Partei denken, es sei eine gute Idee, Amerikas Söhne und Töchter aus dummen Gründen in den Krieg zu schicken, ich zu ihnen gehen und ihnen sagen kann, dass sie verdammte Arschlöcher sind. Bis diese Sendung ausgestrahlt wird, ist es gut möglich, dass wir langsam begreifen, dass Krieg kein verdammtes Spiel ist und dass das US-Militär sich in einen Konflikt verstrickt hat, den es nicht unter Kontrolle hat, der sich auf eine Weise zuspitzen könnte, die wir nicht wirklich begreifen können. Ich habe schreckliche Angst. Und es sind nicht die Leute, die diesen Krieg begonnen haben, die den Preis dafür zahlen werden.“

    Noch Fragen?

  17. Da hat man jahrzehntelang Schüler traktiert mit den Lehren aus den beiden Weltkriegen, aber gelernt hat man nichts. Man stolpert genau wieder rein mit Kriegskrediten und Aufrüstung. Diesmal sinds nicht die nationalistischen Parteien die die anderen ausgrenzen, sondern andersrum, das ist der einzige Unterschied. Gleich geblieben ist, es geht gegen Russland. Das muss anscheinend so ein Urfeind sein.

    1. @Patient 0: Was hat man denn in der Schule über die Weltkriege gelernt? Außer dem, was eh‘ jeder weiß, nämlich dass es schlimm war und nicht wieder passieren sollte – und ganz wichtig: dass das alles irgendwie gar keinen Grund hatte, sondern man „hinein gestolpert“ sei. Und diese „Erkenntnis“ will uns @Patient0 erneut auftischen. Was für ein Musterschüler!
      Vielleicht sollte man sich doch von der Schul-Sicht befreien und es einmal mit der Logik probieren: Da gibt es nämlich den Satz vom zureichenden Grund. Man sollte also nach den Gründen fragen, weshalb die Staaten einander immer wieder bekriegen und in den Zeiten zwischen den Kriegen Kriegsgründe schaffen und gegeneinander Drohungen aussprechen.
      Eine Darstellung der Gründe, warum Staaten einander immer streiten, findet sich z.B. in dem Flugblatt
      „Krieg – Wer will den eigentlich?“
      https://www.rudi-netzsch.de/blog-3-1/flugblatt-zum-ostermarsch
      (Auf einem Flugblatt ist der Raum begrenzt; daher ist Darstellung sehr knapp -aber verständlich, wenn man sich nur die erforderliche Zeit nimmt und über jeden einzelnen Satz nachdenkt)

      1. > Und diese „Erkenntnis“ will uns @Patient0 erneut auftischen.

        Wieso diese Aggro? Ich hab meine Meinung zum Thema geschrieben und nicht jemandem etwas „auftischen“.

        > es einmal mit der Logik probieren:

        Gut, das war mir natürlich nicht bekannt, das du der einzige bist der Logik kennt. Da bitte ich um Verzeihung.

        Nichts für ungut du solltest Meinungen als Meinungen verstehen und nicht in Oberlehrermanie versuchen zu urteilen. Nur mal so als Tip. Hoffe das war keine Absicht.

        Noch kurz zum Thema. Mir ging es nicht ! darum Gründe für Kriege zu charakterisieren, sondern nur einige Merkmale aufzuzählen was davor passiert ist.

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