
Jeffrey Epstein und seine Komplizen suchten die Nähe zu reichen Golfarabern. Doch gleichzeitig herrschten auch Verachtung und Rassismus.
Jeffrey Epstein ist kein Ausrutscher und auch kein Einzelfall, sondern ein Produkt eines Systems, das Macht über Moral stellt. Die sogenannten „Epstein Files“ legen nicht nur Namen offen, sie entblößen eine globale Elite, die auch nach 2008 – sprich: nach der rechtskräftigen Verurteilung Epsteins in Florida wegen Sexualdelikten an Minderjährigen und seinem umstrittenen „Plea Deal“ – weiterhin bereit war, mit ihm zu verkehren. Damals bekannte er sich schuldig, verbrachte nur rund 13 Monate in Haft und erhielt ein außergewöhnlich großzügiges Arbeitsfreigangsprogramm. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wusste jeder, mit wem er es zu tun hatte. Und doch blieb er gesellschaftsfähig. Das gilt nicht nur für Akteure in Europa und Nordamerika, sondern auch für den Nahen Osten und insbesondere für die Vereinigten Arabischen Emirate.
Epstein und Sultan bin Sulayem
Wer sich mit den Epstein-Files auseinandergesetzt hat, erkennt schnell ein Muster: Epstein suchte systematisch den Zugang zu Machtzentren. Er bewegte sich dort, wo Kapital und Einfluss konzentriert sind. Die Emirate sind ein solches Zentrum – globaler Finanzplatz, Logistikdrehscheibe, sicherer Hafen für Vermögen aus aller Welt. Hinzu kommen strukturelle Schattenseiten wie Arbeitsausbeutung, intransparente Finanzstrukturen und ein Milieu, in dem Diskretion oft höher bewertet wird als Aufklärung. All das passt zu Epsteins Lebensstil und Geschäftsmodell.
In veröffentlichten Unterlagen finden sich zahlreiche Hinweise auf Kontakte zwischen Epstein und Sultan bin Sulayem, dem langjährigen Chef von DP World und einem der einflussreichsten Manager Dubais. De facto waren die beiden eng befreundet. Epstein sah in Sulayem einen „guten“ und „hörigen“ Araber und Muslim. Es ging um Einladungen, um Gespräche, um Netzwerke. Epstein reiste wiederholt in den Nahen Osten, suchte Investoren und versuchte, sich als Finanzarchitekt globaler Projekte zu inszenieren. Sulaymen, der ebenso von Epstein begeistert zu sein schien, unterstützte ihn dabei bereitwillig.
Doch der Kontakt zu Sulayem mutet auch Düsteres an. War es ein Zufall, dass Epstein, der unschuldige Mädchen und Frauen auf seine Privatinsel Little Saint James verfrachten ließ, ausgerechnet die Nähe zu einem der größten Hafenbetreiber der Welt suchte? Ebenso brisant ist auch eine E-Mail, in der sich Epstein bei Sulayem offenbar für ein Foltervideo bedankt.
Es existieren bis heute keine strafrechtlichen Anklagen gegen bin Sulayem im Zusammenhang mit Epsteins Verbrechen. Vor kurzem trat er jedoch von mehreren Positionen zurück. Offiziell ohne Zusammenhang. Inoffiziell steht über allem wohl der Reputationsschaden für Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Kulturelle Geringschätzung
Parallel dazu zeigt der Blick auf Ghislaine Maxwell, Epsteins Hauptkomplizin, eine ideologische Dimension, die ebenso aufschlussreich ist. In einer E-Mail nach den Anschlägen vom 11. September 2001 äußerte sie sich offen rassistisch über „Araber“ und fantasierte über deren Vernichtung. Das war keine ironische Floskel, sondern Ausdruck einer Denkweise, die Menschen kollektiv entwertet. Während nach 9/11 Millionen Muslime unter Generalverdacht standen, bewegte sich Maxwell weiterhin ungehindert in elitären Kreisen. Und sie hatte offenbar kein Problem damit, gleichzeitig die Nähe zu wohlhabenden Golfarabern zu suchen. Verachtung im Privaten, Geschäftsbeziehung im Öffentlichen.
Hier liegt die eigentliche Doppelmoral. Öffentlich wird Diversität beschworen, privat werden Stereotype reproduziert. Öffentlich kritisiert man autoritäre Regime im Nahen Osten, privat pflegt man Kontakte zu deren Eliten — solange es opportun ist. Eine Praxis, die nicht nur von Epstein und Konsorten gepflegt wurde, sondern von nahezu der gesamten politischen Klasse des Westens – und zwar bis heute. Araber erscheinen im sicherheitspolitischen Diskurs als Bedrohung, im ökonomischen Kontext als Investoren. Diese Gleichzeitigkeit ist kein Widerspruch, sondern hat rassistische, neokoloniale Struktur.
Ein weiteres Detail verdeutlicht die kulturelle Geringschätzung, die das Epstein-Milieu kennzeichnete. Zahlreichen Berichten und 2017 geführten E-Mail-Korrespondenzen zufolge besaß Epstein ein Fragment der Kiswah, des schwarzen Tuchs der Kaaba in Mekka. Die Kiswah wird jährlich erneuert. Einzelne Fragmente werden teils als diplomatische oder symbolische Geschenke weitergegeben. In den Mails ist von der saudischen, in den Emiraten lebenden Geschäftsfrau Aziza al-Ahmadi die Rede, die bei der Beschaffung des Stücks eine Rolle gespielt haben soll. Gerichtsfeste Anklagen gegen sie existieren nicht. Doch die aktuelle Faktenlage legt nahe, dass das Fragment gezielt organisiert wurde.
Machtmissbrauch, Rassismus und moralischer Verachtung
Dokumenten und Fotos zufolge soll sich dieses Kiswah-Stück in Epsteins Anwesen befunden und auf dem Boden gelegen haben. Sollte das zutreffen, wäre es mehr als geschmacklos. Die Kaaba ist für Muslime weltweit das spirituelle Zentrum ihres Glaubens. Ein solches Objekt als Dekor oder Bodenbelag in der Villa eines verurteilten Sexualstraftäters zu verwenden, wäre ein Akt symbolischer Entweihung. Es passt zur Logik eines Mannes, der alles als verfügbar betrachtete: Körper, Kontakte, Symbole.
Ob Epstein mit dem schwarzen Tuch tatsächlich nur seinen Fußboden schmücken wollte oder ihm eine andere Bedeutung zuschrieb, ist unklar. Im Internet kursieren mittlerweile zahllose Verschwörungstheorien. Diese sind weiterhin mit Skepsis zu beobachten. Doch ebenso falsch wäre es, offensichtliche Widersprüche zu ignorieren. Denn Epsteins Netzwerk, das öffentlich von Aufklärung, Philanthropie und Fortschritt sprach, war im Privaten von Machtmissbrauch, Rassismus und moralischer Verachtung durchzogen.




Das nennt man dann Pädophilanthropie. 🤡
—🤢—😱—🤮 Was soll man dazu noch sagen??? Ohne sich selbst zu gefährden??? Widerwärtig…
Ich sage was verbotenes:
Ist es verboten zu sagen das Epstein Jude war und sehr proisraelisch eingestellt war?
Ist es verboten zu sagen das seriöse Quellen vermuten Epstein sei Mossad Agent gewesen?
Ist es verboten zu sagen das der globale Süden von der Epstein-Koalition spricht.
Ist es verboten zu vermuten, das Trump wegen seiner Epstein-Verwicklungen von Netanjahu erpresst und in diesen Krieg getrieben worden zu sein?
Ist es verboten zu sagen das Israel durch seine völkermörderische Politik weltweit den Antisemitismus befeuert?
Fragen über Fragen, wo bleibt die Antwort?
Auch Trump ist m.E. schon lange konvertiert.
Sie sind doch auch „konvertiert“.. ™ 1974.
Ich gehöre keiner Glaubensrichtung an.
Ich bin ein integrer aber völlig autonomer Freigeist mit einer ganz eigenen Ethik, Gerechtigkeitssinn und Rechtsauffassung.
@Biggi
Ihre „Rechtsauffassung“, die regelmässig die Vernichtung der Eliten inkl. Todesstrafe fordert, kennen wir zur Genüge.
Ja, genau, die wollen UNS ja auch töten.
Die haben schon über 20 Millionen Menschen umgebracht.
Das ist reine Selbstverteidigung.
Die oder wir, das sollte mittlerweile jedem klar sein.
Dazwischen, wird es nicht mehr viel geben.
Ihr werdet schon sehen wohin das alles noch führt.
In Ausgabe 126 des „3. Jahrtausend“ beschäftigen sich Fleischer, Pohlmann und Bröckers mit der Thematik:
https://www.exomagazin.tv/epstein-die-aliens-das-3-jahrtausend-126/
Einige interessante Links finden sich unter diesem Beitrag.
Au Backe…
Das sind doch die Alienadlaten vom Exomagazin…die an Aliens und Klimawandel glauben….lol
Schreib‘ doch noch etwas mehr…
So intelligente & interessante Ausführungen findet man ja sonst selten, Marvin!
Ein bißchen mehr Medienkompetenz hätte ich allerdings schon erwartet.
Wie schrieb jemand so treffend: Bei 300% Profitrate existiert kein Verbrechen, das es nicht begeht.
Das Ganze hatte neben der unsägliche Pädophilie und sexistischen Machtausübung auch eine profitable Seite, ohne die das Ganze keinen Sinn macht. Profit => Reichtum => Macht => Profit …. usw. usf.
Auch „Kapitalismus“ genannt.
Es macht keinen Sinn moralische Komponenten suchen zu wollen bei Typen oder Organisationen die junge Frauen als Werkzeug Eigner und geopolitischer Machtspielchen einsetzten.
Die Würde von Menschen ……………