Eine unbewiesene Geschichte, die ein Land bewegte

Wannsee
Asif Masimov, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Scheinbar ein ganzes Land wurde durch eine Geschichte mobilisiert, die es so gar nicht gab. Das hat nun ein Gericht endgültig bestätigt. Aber wen interessiert das noch?

Am 23. November 2023 traf sich in Potsdam eine Gruppe, um dort über Remigration – Abschiebungen – zu sprechen. Anfang 2024 berichtete die sogenannte Rechercheplattform Correctiv von dem Treffen. Schnell entstand aus dem Bericht, den auch große Medien aufgriffen, eine gesellschaftliche Mobilisierung. Wenige Tage danach gehen daraufhin in ganz Deutschland Menschen auf die Straße, um gegen rechts zu demonstrieren. Im Laufe der folgenden Wochen wird jenes Treffen immer wieder behandelt. Es wird als Beleg dafür genommen, dass die Übernahme der Rechten kurz bevorstehe. Die damalige Bundesregierung unterstützt die Proteste – Proteste, die der in einer tiefen Krise steckenden Ampelkoalition wohltun, denn sie verlagern die Schwerpunkte in der öffentlichen Debatte.

Immer wieder rufen Nichtregierungsorganisationen zu Protesten auf, die auch die noch im Amt befindliche Regierung stützen sollen und die wiederum Gelder auf die Konten »der Zivilgesellschaft« überweisen lässt. Einige Teilnehmer des Treffens, das in der Öffentlichkeit geschichtsvergessen als Wannsee-Konferenz 2.0 kursiert, klagen daraufhin auf Unterlassung. Mit Teilerfolgen. Gestern nun der vorerst letzte Akt: Das Landgericht Berlin II hat dem Recherche-Netzwerk Correctiv in einem presserechtlichen Verfahren teilweise untersagt, bestimmte Aussagen über jenes Treffen in Potsdam zu verbreiten. Zwar ist nun nicht die ganze Geschichte hinfällig, könnte man nun schlussfolgern: aber das Herzstück der damaligen Recherche wurde kassiert, was nahelegt, dass die Story in der Tat völlig verbrannt ist.

Ein Ausflug zum Wannsee

Geklagt hatte die AfD-Bundestagsabgeordnete Gerrit Huy. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen mehrere Passagen aus einer Correctiv-Recherche, die Inhalt und Zielsetzung des Treffens beschrieben. Das Gericht untersagte insgesamt drei Aussagen. Dazu gehört erstens die Darstellung, bei dem Treffen sei ein »Masterplan zur Ausweisung [auch] deutscher Staatsbürger« besprochen worden. Zweitens wurden Formulierungen beanstandet, die den Eindruck erwecken, bei dem Treffen seien konkrete, bereits ausgearbeitete politische Maßnahmen oder Programme zur Umsetzung solcher Vorhaben beschlossen oder auch nur geplant worden. Drittens untersagte das Gericht verallgemeinernde oder zugespitzte Darstellungen, die die Inhalte des Treffens als eindeutig feststehende Tatsachen mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen darstellen. Diese seien nach Auffassung des Gerichts nicht hinreichend belegt. Correctiv hat angekündigt, dagegen Berufung einzulegen.

Insgesamt stellt die Entscheidung aus Berlin einen Teilerfolg für die Klägerseite dar. Sie betrifft jedoch nur einzelne Aussagen und nicht die gesamte Recherche, deren grundlegender Inhalt damit rechtlich zunächst unberührt bleibt. Gleichwohl entriss man Correctiv, das immer wieder betonte, dass die grundsätzliche Story stimme, die Deutungshoheit über die damaligen Geschehnisse. Natürlich kann es weiterhin zutreffen, dass in Potsdam derlei Dinge besprochen wurden – beweisen lässt es sich indes nicht. Correctiv hatte die Geschichte jedoch im einem Ton der Wahrhaftigkeit vorgetragen, der jeden Zweifel ausschloss. Andere Medien unterstrichen den vermeintlichen Wahrheitsgehalt, indem sie die Recherche nicht kritisch beäugten, sondern gewissermaßen ungeprüft übernahmen.

Von Anfang an gab es jedoch Zweifel am Recherchebericht, der zunächst nicht direkt deutlich machte, dass Correctiv in den Räumlichkeiten zugegen war, in denen sich die Akteure zum Treffen versammelten. Die Rechercheplattform behauptete allerdings, dass es Insider gegeben habe, die später als Quellen fungierten. Belegen lässt sich das freilich – Quellenschutz – nicht. Alles in allem blieb die damalige Recherche sehr oberflächlich, sie wucherte mit Tatsachen, die zumindest stark hinterfragbar waren – das Landgericht Berlin II sah es offenbar ganz ähnlich.

Eine vage Geschichte als Mobilisierungshelfer

Zumindest an den Formulierungen stieß sich das Gericht. Man könnte nun also berechtigterweise festhalten, dass die Story niemals auf diese Weise hätte veröffentlicht werden dürfen – nicht im Brustton der Überzeugung, die quasi eine Unfehlbarkeit der damals erhobenen Behauptungen stark nahelegten. Der Recherche hätte ein großer Schuss Demut gutgetan, mehr spekulative Elemente – ob sie dann dem Publikum etwas nähergebracht hätte, was sich so oder ähnlich zutrug, sei mal dahingestellt. Die vermeintliche Überzeugungskraft, die in dem tatsächlichen Bericht aus dem Januar 2024 steckte, hätte es jedoch sehr erschwert, das ganze Land – den Ausschnitt, den die veröffentlichte Meinung zeigt – zu mobilisieren.

Die Dynamik wäre wohl gar nicht auf diese Weise entstanden. Doch die zugespitzte Erzählung kam zur richtigen Zeit und entfaltete eine Stimmungslage, die den öffentlichen Diskurs hysterisierte und sich sofort zur moralischen Gewissheit auswuchs, die freilich nicht mehr hinterfragt werden durfte. Wer doch Zweifel äußerte, sah sich schnell dem Verdacht ausgesetzt – wir kennen das bereits –, die falsche Seite zu unterstützen. Hat sich die Öffentlichkeit also durch einen Bericht verführen lassen, der durch unsaubere journalistische Arbeit manipulierte? Ist es nicht das, was man »den Rechten«, also Menschen aus unserer Mitte, die eine eher konservative Sicht auf die Dinge pflegen, unterstellt? Sich leicht manipulieren und verführen zu lassen? Unausgegorenen Geschichten auf dem Leim zu gehen?

Das gestrige Urteil ist insofern auch für jene peinlich, die damals mit Inbrunst verkündeten, dass spätestens mit diesem angeblichen Remigrationsplan ein Ende ihrer Zurückhaltung gekommen sei, die Schilder malten und hochhielten, zu Demonstrationen liefen und davon erzählten, ein 1933-Erlebnis zu haben. Diese Bürger, die für sich in Anspruch nehmen, besonders kritische Zeitgenossen zu sein, haben dem Bericht unhinterfragt Glauben geschenkt, obgleich sich schon anfangs Fragen aufdrängten, auch weil der Recherchebericht, den Correctiv online stellte, recht konfus geschrieben war – man spürte dem Text den Schwerpunkt der Skandalisierung an, ihm fehlt – um es nochmals zu sagen – die notwendige sachliche Gelassenheit. Obgleich sich das Potsdam-Treffen im November 2023 ereignete, benötigte Correctiv noch anderthalb Monate bis zur Veröffentlichung: Warum kam am Ende ein Bericht heraus, der wie mit der heißen Nadel gestrickt schien? Was das Konfuse des Berichtes, der an den notwendigen Stellen der Frage ausweicht, wie man so genau wissen konnte, was da drinnen besprochen wurde, etwa kalkulierte Absicht?

Kampf für rechts

Im Grunde wäre die Entscheidung des Gerichts auch ein Schlag ins Gesicht derer, die gegen rechts kämpfen, die das weitere Wachstum der Alternative für Deutschland (AfD) verhindern wollen. Die Frage ist jetzt nur, ob sie überhaupt davon erfahren. Denn so total die Medienlandschaft im Januar 2024 sich des Correctiv-Berichtes annahm, so zurückhaltend ist sie nun, da man durch richterliche Einschätzung zu der Einsicht gelangte, dass das Herzstück der Recherche gar nicht mehr auf diese Weise sagbar ist. Die Geschichte, die nicht zulässig formuliert wurde, hat sich ins Kollektivgedächtnis der Gesellschaft gegraben. Ob man das überhaupt nochmal einfangen kann – altbekanntes Motto: Calumnia, audacter semper aliquid haeret, wie schon der alte Mittelitaliener wusste –, ist fraglich. Unmöglich ist es jedoch, wenn keiner die überlebte Story von einst berichtigt und geraderücken möchte.

Interessiert es überhaupt noch jemanden in Politik, Medien und Vorfeldorganisationen? Kümmert es den willfährigen und verführbaren Bürger? Ganz offenbar scheint Deutschland ein Ort zu sein, an dem man Geschichten schätzt, weniger den Wahrheitsbezug und die Verifizierbarkeit von Behauptungen. Hier lebt man narrativ, orientiert sich an Erzählungen – wenn die sich morgen schon als unzutreffend erweisen, dann winkt man ab: denn Geschichten müssen offenbar in erster Linie Dynamiken entfalten, Lebenslügen stützen und einem bestimmten Lifestyle dienen. Ob sie im Kern wahr sind oder zumindest Zweifel offenhalten, ist scheinbar nicht von Belang. Die Welt als Wille und Vorstellung – nicht als Wahrheit und Realitätssinn. Journalistische Standards sind daher als zweit- oder drittrangig zu betrachten. Man schätzt den guten Erzähler: Claas Relotius war eben kein Zufall, denn der Mann erzählte genau die Geschichten, die sich ein breites Publikum und auch seine Berufskollegen wünschten.

Gleichwohl sind es aber auch Peinlichkeiten wie jene, die den Kampf gegen rechts, eher zu einer Werbekampagne für rechts werden lassen. Die Bürger spüren in den letzten Monaten wohl immer mehr, dass mit Speichel vor dem Mund Kampagnen gefahren werden, die am Ende dann auch noch so schlecht geplant wurden, dass sie peinlicherweise durchschaut werden – man denke nur, wie vor einigen Wochen der Bericht des Verfassungsschutzes, der in den letzten Tagen der Innenministerin Nancy Faeser veröffentlicht wurde, vom Bundesverfassungsgericht für relativ nichtig erklärt wurde. Während Verführer und noch immer leicht zu Verführende also alles ausblenden, was ihrem Weltbild nicht entspricht, formiert sich eine immer stärker werdende Phalanx, die die fehlende Demut des Medienbetriebes und seiner Zuträger spürt und die am Ende dort landet, wo man sie ja um Gottes willen nicht haben will: in der Nähe der AfD.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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66 Kommentare

  1. Die AFD und dessen Saalschutz hat aber trotzdem hyperventiliert und von gefälschten Fotos schwadroniert.
    Die geleakten Chats der Faschos sind ja kein Stück besser.

    1. @ Murg
      „hyperventiliert,schwadroniert,Faschos“ Du bist der beste Beweis warum es gut ist ,dass dieses Deutschland abgeschafft wird. 80% dumme manipulierte Idioten die nur noch Sprechblasen Nachplappern und der Rest rennt arbeiten weil er zu dumm ist zu bemerken ,dass er diese ganze verkommene Mischpoke finanziert. Degeneration im Endstadium. Gott sei Dank bin ich da schon lange weg.

    2. Noch so ein Extremist.

      Die einzige Gruppierung, die einem
      Saalschutz aus früheren Zeiten heuer alle Ehre macht,
      ist ja wohl die Transatlantifa.

      Alles andere entspringt ja wohl eher
      krankhaft falscher Beurteilung von Realität:
      Wahnhafter Verkennung.

  2. Übrigens als Ergänzung eine Zunahme der („rechtsextremen“) AfD könnte auch mit der Doppelmoral, Heuchelei, unserer „Eliten“ in der Spitzenpolitik, der Wirtschaft und den Mainstream-Medien zusammenhängen.

    Einerseits im Inland gegen die („rechtsextreme“) AfD zu sein, aber andererseits in der globalen Außenpolitik mit jedem neo-faschistischen, oder auch nur rechtsextremen/-radikalen, Staat zu paktieren, dass merkt der/die Bürger/-in auch, und zieht daraus jeweils seine Konsequenzen.

    Die Mehrheitsbevölkerung (= alle Bürger/innen Deutschland, auch die mit ausländischen Wurzeln sind gemeint) ist auch nicht dämlich, und sieht die Heuchelei im Umgang mit der Bandera-Ukraine, der neo-faschistischen Milei-Regierung in Argentinien, das kuschen vor dem rechten US-Präsidenten Donald Trump sowie das vor der rechtsextremen-israelischen Regierung von Netanjahu….

    Ich für meinen Teil bin eher für einen internationalen Widerstand gegen sämtliche Formen des Neo-Faschismus/Rechtsradikalismus bzw. -extremismus, wo der wieder sein ekliges Haupt emporhebt.

    „Kein Fußbreit den Faschisten!“

    Aber wer bin ich schon?!

    Kein Spitzenpolitiker im Kanzleramt, oder einem Ministerium in Berlin, der lieber die Doppelmoral sowie Heuchelei betreibt, die ich weiter oben beschreibe, und von der AfD & Konsorten letztendlich mit steigenden Zustimmungswerten bei Wahlen profitieren.

    Gruß
    Bernie

    1. Und das ist also eine Begründung um Faschos an die Macht zu bringen?

      Insbesondere da die AFD voll steil auf die Faschos in den Regierungen von Russland, Israel, USA, etc. abgeht.

      1. @murg

        Was sollen Ihre unqualifizierten, haltlosen Unterstellungen hier? 😁🙄👎👎

        Haben Sie meinen Beitrag überhaupt gelesen? 🤔

        Seit wann ist der Aufruf

        „Kein Fussbreit den Faschisten!“

        ein Aufruf Faschisten „an die Macht zu bringen“ wie Sie, mit ihren eigenen Worten, hier schreiben????? 🙂‍↔️🙂‍↔️🙂‍↔️🙄🙄

        Amüsierter Gruß
        Bernie😁

          1. @Dr. Klöbner alias…..alias….multiple🧌 Person…alias….m ..g😁🧌

            Nett 🪱 ausgelegt und 🧌🎣 beißt gleich an – nett 😁😂😂

            Weidmann’s Heil sag ich da nur 😁

            Amüsierte Grüße
            Bernie

      2. Jeder, der einem nicht gefällt ist „Fascho“.
        So kann man sich die Welt einfach machen.

        Und unsere herrschenden politischen „Eliten“?

        Merz redet von „Drecksarbeit“, welche Israel für uns machen würde (das war der Ausdruck, den die SS für Massenerschiessungen benutzte).

        @Murg:
        Die Nazi Symbole ukrainischer Milizen und ihren Kult für den Faschisten Bandera übersehen, aber den „Fascho“ in der russischen Regierung verorten, …
        Da stimmt der politische Kompaß absolut nicht mehr.

  3. Das Getöse zwischen der Pseudo-Opposition und dem Rest ist in etwa so Sinn stiftend wie über dem Teich zwischen Dems und Reps:

    “Es gibt nur eine Partei in den Vereinigten Staaten, die Partei der Besitzenden. Und diese Partei hat zwei rechte Flügel. Die Republikaner und die Demokraten.”
    ―Gore Vidal

    Der hat das auch gut rübergebracht:

    George Carlin ~ Der amerikanische Traum (Transkript)

    Aber es gibt einen Grund. Es gibt einen Grund. Es gibt einen Grund dafür, es gibt einen Grund, warum die Bildung so schlecht ist, und aus demselben Grund wird sich das auch niemals ändern.

    Es wird nie besser werden, such nicht danach, sei zufrieden mit dem, was du hast.

    Denn die wahren Machthaber dieses Landes wollen das nicht. Ich spreche von den wirklichen Machthabern, den Mächtigen! Den Reichen… den wahren Machthabern! Den großen, wohlhabenden Wirtschaftsinteressen, die die Fäden in der Hand halten und alle wichtigen Entscheidungen treffen.

    Vergiss die Politiker. Sie sind irrelevant. Politiker sollen dir nur vorgaukeln, du hättest Wahlfreiheit. Die hast du aber nicht. Du hast keine Wahl! Du hast Besitzer! Sie besitzen dich. Ihnen gehört alles. Ihnen gehört das gesamte wichtige Land. Sie besitzen und kontrollieren die Konzerne. Sie haben längst den Senat, den Kongress, die Landtage und die Rathäuser gekauft und bezahlt. Sie haben die Richter in der Tasche und besitzen alle großen Medienkonzerne. Sie kontrollieren also praktisch alle Nachrichten und Informationen, die du zu hören bekommst. Sie haben dich fest im Griff.

    Sie geben jedes Jahr Milliarden von Dollar für Lobbyarbeit aus, um ihre Ziele zu erreichen. Wir wissen ja, was sie wollen: mehr für sich selbst und weniger für alle anderen. Aber ich sage Ihnen, was sie nicht wollen:

    Sie wollen keine Bevölkerung mit kritischem Denkvermögen. Sie wollen keine gut informierten, gebildeten Menschen, die kritisch denken können. Daran sind sie nicht interessiert. Das nützt ihnen nichts. Das widerspricht ihren Interessen.

    Ganz genau. Die wollen keine Leute, die intelligent genug sind, um am Küchentisch zu sitzen und darüber nachzudenken, wie sehr sie von einem System verarscht werden, das sie vor 30 Jahren im Stich gelassen hat. Das wollen die nicht!

    Wisst ihr, was die wollen? Gehorsame Arbeiter. Gehorsame Arbeiter, Leute, die gerade schlau genug sind, um die Maschinen zu bedienen und den Papierkram zu erledigen. Und gerade dumm genug, um all diese immer beschisseneren Jobs mit dem niedrigeren Lohn, den längeren Arbeitszeiten, den reduzierten Sozialleistungen, dem Wegfall der Überstunden und der verschwindenden Rente, die im selben Moment verschwindet, in dem man sie abholen will, passiv hinzunehmen. Und jetzt wollen sie auch noch eure Sozialversicherung. Sie wollen euer Rentengeld. Sie wollen es zurück, um es ihren kriminellen Freunden an der Wall Street zu geben. Und wisst ihr was? Sie werden es kriegen. Sie werden euch alles früher oder später wegnehmen, denn ihnen gehört dieser verdammte Laden! Es ist ein exklusiver Club, und ihr seid nicht drin! Ihr und ich gehören nicht dazu.

    Übrigens, es ist derselbe große Knüppel, mit dem sie auf dich den ganzen Tag lang einhämmern, wenn sie dir vorschreiben, was du glauben sollst. Den ganzen Tag lang hämmern ihre Medien auf dich ein und sagen dir, was du glauben, denken und kaufen sollst. Die Karten sind nicht mehr gedeckt, Leute. Das Spiel ist manipuliert, und niemand scheint es zu merken. Es scheint niemanden zu kümmern! Anständige, hart arbeitende Menschen – ob Angestellte oder Arbeiter, egal welche Farbe ihr Hemd hat. Anständige, hart arbeitende Menschen, Menschen mit bescheidenen Mitteln, wählen weiterhin diese reichen Arschlöcher, denen ihr scheißegal seid… denen seid ihr scheißegal… denen seid ihr ein Drecksding.

    Sie scheren sich überhaupt nicht um dich… überhaupt nicht… GAR NICHT. Und niemand scheint es zu merken. Niemanden scheint es zu kümmern. Genau darauf spekulieren die Machthaber. Darauf, dass die Amerikaner wohl weiterhin bewusst die Augen vor dem großen rot-weiß-blauen Schwanz verschließen, der ihnen täglich in den Arsch geschoben wird, weil die Machthaber dieses Landes die Wahrheit kennen.

    Man nennt es den amerikanischen Traum, weil man schlafen muss, um daran zu glauben.

    https://www.icomedytv.com/content/george-carlin-the-american-dream-transcript

    Die Illusion der Wahl, fasziniernd nicht? Das Stück ist bereits in so vielen Ländern so lange auf Tour und zieht immer noch.

    1. 👍
      Leider ein sehr treffendes Zitat.
      Und es ist auch genau das, was mich immer wieder wahnsinnig macht. Dieser Zustand liegt so dermaßen offen (und seit so langer Zeit) vor aller Augen und keiner guckt hin. Geistige, seelische und emotionale Leere allenthalben.
      PS : Für das Zitieren von George Carlin bekommen Sie vom ALR gerade bestimmt einen stillen virtuellen Knutscher…😉

    2. Sehr gut, Danke für den Beitrag. Es ist immer wohltuend mal von Menschen zu hören, welche die Dinge so sehen wie man selbst, wie sie sind und sich nicht an oberflächlichen Kaspereien abarbeiten.
      Es gibt da keine Seite auf die man sich stellen könnte.
      „There is no dark side of the moon really. Matter of fact it’s all dark.“

  4. Ich hatte kein gutes Gefühl, schon damals. Es würde damit enden, dass die AfD wieder ein Jammerticket bekommt. Hat nun etwas gedauert, ist nun aber eingetreten.
    Und sie jammert sogar zurecht. Die Sachlage ist ziemlich eindeutig.

    Insofern bin ich mit Roberto einig. Nur häuft sich das in einer Weise, dass ein gewisser Verdacht aufkommt. Der Tiefe Staat liefert der AfD wissentlich Jammertickets. Denn das ist für sie die Hartwährung.

          1. Macht euch bewusst, dass unsere repräsentative Demokratie der optimal legalisierende Schutzmantel des Kapitalismus ist. Lest in Hannah Arendts Buch «Über die Revolution», weshalb sie der Meinung ist, dass die Parlamente «nicht mehr als Organe der Volksmacht anzusehen (sind), sondern als sehr wirksame Hilfsmittel, diese Macht einzuschränken und zu kontrollieren». Versucht zu verstehen, weshalb diese nach Belieben vereinnahmte Philosophin die repräsentative Demokratie durch ein Rätesystem ersetzen wollte. Erkundigt euch danach. Auch über die Vorzüge gebundener Mandate. Und über eine Zusammensetzung von Parlamenten, die nicht nur von Parteien bestimmt wird. Fragt, weshalb die Jusos und die Grünen einst mit entschiedenen Forderungen nach Rätestrukturen gescheitert sind.
            ( Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 276)

          2. @Murg
            Arthur Dent weiss nichtmal etwas mit sich selbst anzufangen und irrt vermutlich kopflos durch Frankfurt um den richtigen Weg zu finden.
            Was wollen Sie von dem erwarten?

    1. Glühend heiße Liebesbekundungen auf den Rängen
      La-Ola-Wellen branden durch den Saal
      Frauen reißen sich ekstatisch die BH´s runter und werfen sie auf die Bühne
      (Bilder wie bei einem Rockkonzert…….)

  5. Es wird dennoch nichts passieren.

    Man denke allein nur mal an die von staatlich (!!!) finanzierten Gruppen organisierten Demos gegen die „drohende Machtübernahme“ seitens der Merz-CDU, in denen diese Lügen von der „Wannsee-Konferenz 2.0“ wieder aufgewärmt wurden, obwohl an der Darstellung längst Zweifel bestanden. Die Union stellte daraufhin medienwirksam über 500 „kleine Anfragen“ zur Finanzierung dieser Gruppen durch den Staat an die Regierung Scholz. Das wäre mal eine Chance gewesen, diesen Sumpf mit seinen in ihrer Vielzahl kaum noch zu überblickenden modrigen Quellen und im Chor quakenden „NGO“-Fröschen trockenzulegen.

    Vor allem weil an diesem Beispiel für jeden Dummen offensichtlich wurde, daß hier ganz gezielt Wahlen zugunsten der aktuellen Regierungsparteien und zulasten der damaligen Opposition von CDU und CSU (sowie natürlich der AfD) mit Steuergeldern aus den SPD/Grünen-geführten Ministerien beeinflußt wurden (werden sollten). Was ganz klar illegal war und ist.

    Was passierte stattdessen? Die Union ließ die ganze Sache nach der Wahl fallen, ging eine Koalition mit der SPD ein, beschloß aber noch fix vor der (von Grünen und Linken unterstützten) Wahl von Merz zum Kanzler die größte Verschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik mit dem alten, abgewählten Bundestag. Und alles ging weiter wie gehabt…. inklusive der staatlich finanzierten Propaganda- und Denunziationsmaschinerie der „Zivilgesellschaft“….

    1. @ Elberadler
      So ist es. Herr von Arnims „Der Staat als Beute“ hat sich weiter aufgebläht und zeigt sich noch schambefreiter und unverschämter, fett bräsig grinsend, in die Gesichter seiner Unterlinge spuckend. Kartellparteienübergreifend!

  6. Ich würde einen Schritt weiter gehen als der Autor mit der These, dass selbst wenn man in der Tagesschau richtigerweise gesagt hätte, dass es sich bei Potsdam 2.0 um ein reines Medienereignis handelt, hätten die Leute dennoch „gegen Rechts“ demonstriert.

    Es ist mittlerweile empirisch belegt, die meisten Menschen interessieren sich nicht dafür, ob Dinge, über die sie sich aufregen, empirisch belegbar sind.

  7. Relotius ist der Begriff, der verwendet werden muss. Die Geschichte muss stimmen, nicht die Sache selbst. Macht das der journalistische Abfall in der GROßBUCHSTABENPRESSE nicht schon immer? Oder Scholz, wenn er vor laufenden Kameras behauptet, der Russe habe seine Gaslieferungen eingestellt?
    Es ist letztendlich aussichtslos. Es stimmt schon, dass dem Willen Geschichten zu erfinden, eine ebenso große Entschlossenheit gegenübersteht, diese Geschichten zu glauben. Und wenn es mit der Geschichte so gar nicht mehr geht, erfindet man sich eine neue, die einfach passen muss. Heute demonstriert das das Mannheimer Propaganda -Kommissariat der Epstein – Koalition : die finsteren Mächte wollen nur die AFD stärken, es denn sie Gründe schaffen, dass die sich beklagen kann.
    So muss es gewesen sein. Ganz bestimmt genau so. Wie denn sonst?
    Und wenn nicht? Egal, warten wir auf die nächste Geschichte. Irgendwer wird sie liefern. Hauptsache es passt.

  8. Peinlich ist die ganze Republik mit ihrem scheinbaren Justiz.
    Diese Justiz die sich auf eine Verfassung beruft, nach dem GG handelt, kann justiziabel überhaupt nicht ernst genommen werden.
    Hatte die damalige deutsche Bevölkerung ein Referendum erhalten, um über das GG abzustimmen?
    Na eben, lebt weiter in der Simulation.

  9. Die Skandale un die AfD, all das Geschrei
    um Verbot und vermeintlichen Extremismus,
    all das ist natürlich Strategie.

    Alle echt oppositionellen Positionen,
    zu aller erst geopolitische, also EU- und
    Eurokritik sowie kontinentale Ausrichtung
    entgegen transatlantische, Kritik an
    rechtsfeindlicher Pandemiepolitik, usw.
    werden der AfD überlassen. Damit ist
    der Schein einer Demokratie gewahrt.

    Gleichzeitig werden die Medien ideologisch
    auf eine Brandmarkung der gleichen Partei
    eingeschworen. Ebenso verhält sich das
    regierende Parteiensystem.

    Der Rest ist Makulatur. Es ist so durchschaubar
    wie langweilig. Danke für den Artikel.

    1. Ich bin auch davon überzeugt, dass die politische Klasse in der Lage sein wird, ihren Frieden mit der AfD zu machen. Der Feind steht in der besten deutschen Republik immer und ausschließlich links, wobei ich „links“ nicht beim wokeschistisch abgedrehten Bürgertum verorte. Leute, die sich für Frieden und Ausgleich einsetzen, werden auf Linie gebracht werden oder gehen müssen. Der Markenkern ist marktradikal und neoliberal, womit man auch in diesem Land wird leben können oder müssen – je nachdem, ob man es exekutiert oder erleidet.
      Ungeachtet dessen sehe ich -anders als du- keine Strategie, um die AFD an die Macht zu führen. Die Konkurrenz zur etablierten politischen Klasse ist real. Solange die nicht durch Gewalt oder Wahlen gezwungen wird, Platz an den Fresströgen zu machen, die die Republik noch immer zuverlässig füllt, werden sie die entschlossen verteidigen. Das sind keine Showkämpfe – jedenfalls sehe ich nirgends einen Beweis für eine solche Annahme – das sind sehr ernsthafte Gegensätze.

      1. Ja, die Gegensätze sind ernst, sehe ich auch so.

        Das Establishment hat aber nur scheinbar
        eine lediglich dünne Mehrheit.
        Es hat deutlich ausreichend die Macht,
        jederzeit eine Regierung der AfD zu verhindern. Deswegen Scheindemokratie.

  10. Die Geschichte um das Potsdamer Treffen war von Anfang an inszeniert und überzeichnet, sie wurde bewusst verbreitet, um Menschen zu mobilisieren, Angst zu erzeugen und Stimmungen zu lenken, lange bevor überprüfbare Fakten vorlagen. Medien und Politik haben diese Dynamik bereitwillig aufgegriffen und verstärkt, sodass das Publikum reagierte, bevor die Wahrheit erkennbar war. Das Gerichtsurteil ändert nichts daran, denn klar ist: Hier war kein Zufall am Werk. Alles war geplant, gesteuert und auf Wirkung ausgelegt. Wer Debatten so kontrolliert, verzerrt den öffentlichen Diskurs, untergräbt Vertrauen in Medien und Politik und manipuliert die Meinung der Gesellschaft. Wachsamkeit ist die einzige Möglichkeit, sich gegen solche inszenierten Narrative zu wehren.

  11. Immerhin hat diese typisch linke Lügenkampagne ein Gutes hervorgebracht: Der Begriff „Remigration“ wurde in die Debatte gebracht. Die Linken haben ja ein großes Interesse daran, die Deutungshoheit für alles und jedes zu behalten und über das als „unsagbar“ gebrandmarkte Vokabular das Denken zu kontrollieren. „Remigration“ ist von den Linken nur sehr schwer umzudeuten, im Grunde ist es das, was die Mehrheit hier will, jedoch nur schwer in Worte fassen kann, weil es so viele Denk- und Sprechverbote gibt.

    1. linke Lügenkampagne? Correktiv ist weit rechts und Obrigkeitshörig, so wie es Herr Gauck 2004 von den Deutschen im Haus der deutschen Geschichte in einem Vortrag über das Informationsfreiheitsgesetz einforderte. Der Chef von Correktiv besitzt ein Ur- NSU- Video. Er verweigert bis heute eine Veröffentlichung. Möglicherweise der Grund für seine Karriere und das fürstliche Gehalt.

      1. Rechts sind höchstens Teile der AfD. Correctiv sind linke Denunzianten, sonst nichts.

        Das mit Deinem super duper NSU-Video ist Quatsch, das gibt es nicht.

        1. Inhaltloses verlogenes Gewäsch zur Verwirrung der Rezipienten. Deshalb zur Aufklärung anbei:

          Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld.
          05. August 2016 um 9:55

          Die NachDenkSeiten beschäftigen sich von Beginn an mit dem Thema Manipulation und mit der Frage, wie man sich davor schützen kann. Ein großer Experte dafür ist auch Professor Mausfeld. Ihn hatten wir im vergangenen Sommer mit den NachDenkSeiten-Leserinnen und Lesern bekannt gemacht. Jens Wernicke hat ihn jetzt aus aktuellem Anlass ein zweites Mal für die NachDenkSeiten interviewt.
          (…)
          Links und rechts sind ja nicht lediglich – in ihrem Bezug auf die Sitzordnung in der verfassunggebenden französischen Nationalversammlung von 1789 – historische Einteilungen entlang einer eindimensionalen Eigenschaft. Als solche wären sie in der Tat nicht nur historisch überholt, sondern auch hoffnungslos unterkomplex. Links steht vielmehr für die normativen moralischen und politischen Leitvorstellungen, die über den Menschen und über die Möglichkeiten seiner gesellschaftlichen Organisation in einem langen und mühsamen historischen Prozeß gewonnen wurden und die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden. Den Kern dieser Leitvorstellungen bildet ein universeller Humanismus, also die Anerkennung einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen.

          Bereits aus dieser Leitvorstellung ergeben sich schwerwiegende und weitreichende Folgerungen. Beispielsweise schließt ein universeller Humanismus Positionen aus, die auf der Überzeugung einer prinzipiellen Vorrangstellung der eigenen biologischen, sozialen, kulturellen, religiösen oder nationalen Gruppe beruhen; er schließt also Rassismus, Chauvinismus, Nationalismus oder Exzeptionalismus aus. Zudem beinhaltet er, dass alle Machtstrukturen ihre Existenzberechtigung nachzuweisen und sich der Öffentlichkeit gegenüber zu rechtfertigen haben, sonst sind sie illegitim und somit zu beseitigen.

          Aus dem universellen Humanismus ergibt sich also das spezifische Leitideal einer radikal-demokratischen Form einer Gesellschaft, in der ein jeder einen angemessenen Anteil an allen Entscheidungen hat, die die eigene ökonomische und gesellschaftliche Situation betreffen; er schließt also Gesellschaftsformen aus, die auf einer Elitenherrschaft oder auf einem Führerprinzip beruhen. Diese in der Aufklärung erstmals klar formulierten Leitideale sind seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und verfeinert worden und stellen den Identitätskern des linken Projektes dar.

          Da diese Leitideale gewaltige politische Konsequenzen haben, wurden sie seit je auf das schärfste bekämpft; historisch war das der Kern der sogenannten Gegenaufklärung, der es wesentlich um die Wahrung des jeweiligen Status quo ging. Die Behauptung, eine Links-Rechts-Unterscheidung hätte sich historisch überlebt, würde also letztlich beinhalten, dass sich die Leitideen einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen und einer ernsthaften demokratischen Gesellschaftsorganisation überholt hätten – eine These, die natürlich gerne von denen vertreten wird, deren Macht gerade auf rassistischen, chauvinistischen, nationalistischen oder exzeptionalistischen Ideologien basiert.
          (…)
          Es ist nämlich konstitutiv für die rechte Perspektive, dass sie das normative Ideal einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen mit all seinen Implikationen rigoros zurückweist und eine radikal nationalistische, chauvinistische und rassistische Haltung – ihr Rassismus tarnt sich nur dürftig durch ihr Konzept des „Ethnopluralismus“ – vertritt. Ihr Gesellschaftsideal ist das einer kulturell homogenen und hierarchisch-elitär organisierten Volksgemeinschaft, in die sich der Einzelne einzufügen und der er sich unterzuordnen habe. Ihr Hauptgegner ist folglich gerade die „Humanitätsideologie“ der Aufklärung und damit alles linke Gedankengut, das zu einer „weltanschaulichen Entwurzelung“ und zu einer Schwächung der „gewachsenen Ordnung der ethnischen Volksgemeinschaft“ und somit der „nationalen Identität“ geführt habe. Es kann also weder in den Zielen noch in den Mitteln Gemeinsamkeiten zwischen dem linken und dem rechten Projekt geben.

          https://www.nachdenkseiten.de/?p=34504

          Die amtierenden Agenten des Kapitals und dazu gehört auch Correctiv, sind nicht weniger rechts als jene gegen die sie vorgeben anzutreten. Das Gebalg der Stiefelknechte des Kapitals untereinander und mit dabei die Verwirrung der Sprache und darüber das Denken, ist in erster Linie dazu da die Machtunterworfen unter jeweils verschiedenen Hirten im Gehege der tatsächlich Mächtigen, im Kapitalismus die Kapitalisten, zu halten. Es soll nicht einmal gedacht werden können, daß es tatsächlich demokratische, dem Allgemeinwohl dienende Gesellschaftsformen gibt. Nachrangig geht es dabei um das Plätzchen am Futtertrog der Herren, nachrangig weil, denn schließlich wird man bereits für das sinnlose Gebalg bestens entlohnt.

          Und anbei:

          Kampf gegen Rechts heißt Kampf gegen Links
          15. Februar 2020 um 13:30 Ein Artikel von Rainer Mausfeld

          Die aktuellen „Dammbruch“-Empörungen zu Thüringen sind in weiten Teilen vorgeschoben, sagt Rainer Mausfeld. Denn rechte bis rechtsextreme Haltungen sind seit Beginn der Bundesrepublik in den Parteien der sogenannten Mitte fest verankert. Der Kampf der politischen Zentren der Macht gegen Rechts war und ist in Wahrheit immer ein Kampf gegen Links. Es ist beschämend, wie eilfertig weite Teile der Linken auf die ausgelegten Wortköder hereinfallen und Arm in Arm mit Merkel und Seehofer ihre Entschlossenheit im Kampf gegen Rechts bekunden – jeder wirklich Linke müsste es als eine Beleidigung empfinden, wenn ihn die Mächtigen zum Kampf gegen Rechts auffordern! Mit dieser Strategie hat es die neoliberale Mitte geschafft, die Linke in permanente Angst zu versetzen, als rechtsoffen zu erscheinen, und sie wichtiger Kernthemen beraubt. Doch in Thüringen wendet sich dies nun gegen die Politstrategen selbst.
          (…)
          Die alltägliche politische Sprache von Politikern und Journalisten geht jedoch in der Regel weit über traditionelle Formen populistischer Kommunikation hinaus. Diese politisch-journalistische Alltagssprache fällt in eine gänzlich andere Kategorie als in die Kategorie volkstümlicher Vereinfachungen und volkstümlicher Affektnähe. Sie fällt überhaupt nicht mehr in eine Kategorie rationaler Kommunikation, denn die Sprache hat hier alle argumentative Struktur eingebüßt. Sie dient gar nicht mehr einer möglichst rationalen Vermittlung von Überzeugungen und Gesichtspunkten, also argumentativen Bemühungen einer Objektivierung subjektiver Interessen, um auf diese Weise eine gemeinsame Basis zur Kommunikation über unterschiedliche Denkwelten bereitzustellen.

          Vielmehr artikuliert sich in der von Politikern und Journalisten zumeist favorisierten Sprache ein tiefer Anti-Intellektualismus und mit ihm eine Geringschätzung, wenn nicht gar eine Verachtung für das Argument überhaupt. In derartigen Diskurssimulationen, wie sie die Medien tagtäglich inszenieren, gibt es nichts mehr, das sich durch Argumente oder empirische Befunde widerlegen ließe. Jeder Widerlegungsversuch würde nur ein neues Rauschen an Wörtern hervorrufen, bei denen längst die Frage bedeutungslos geworden ist, was sie und ob sie überhaupt etwas bedeuten.

          https://www.nachdenkseiten.de/?p=58488

          1. Was nützt es immer neue Definitionen von „links“ in den Raum zu husten?

            “ Links steht vielmehr für die normativen moralischen und politischen Leitvorstellungen, die über den Menschen und über die Möglichkeiten seiner gesellschaftlichen Organisation in einem langen und mühsamen historischen Prozeß gewonnen wurden und die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden.“

            Völliger Quatsch!

            „Links“ steht vielmehr einzig und alleine für die mehrheitlichen Agenden derer, die sich als „links“ bezeichnen.

            Und diese Agenden sind heute zu 90% identisch mit den Agenden der Finanzoligarchie, des WEF, der Bankerherrschaft:

            Globalisierung
            Digitalisierung (und die damit verbundene grenzenlose Kontrolle jedes Einzelnen)
            Migrationsförderung
            Angstregime (Viren, Corona, Klima, „rechts“, Putin, China, Mullahs, „Überbevölkerung“, …)
            Materialismus, Anti-Spiritualität (weil Spiritualität zu einer Selbststeuerung führen kann, während Materialismus und Psychologisierung zu Fremdsteuerungsanfälligkeit führt)
            Bekämpfung von der Erkennntnis, dass wir durch Verschwörungen gelenkt werden
            Verwirrungsagenden wie die Genderideologie, Transgeschlechtlichkeit, Sprachentartung, …
            Durchsetzung des unrterkomplexen, eindimensionalen „links-rechts“-Denkens
            Bekämpfung von Denkansätzen, die Marx und Quark überwinden und neue Welten auftun können

            „links“ ist, was die sagen, die sich „links“ nennen. UNd alles andere ist Verarschung.

            Wer sich heutzutage selbst als „links“ bezeichnet stellt sich damit hinter die, die diese Begrifflichkeit für sich gekapert haben.

            1. Und: was Mausfeld vielleicht nicht sieht – oder vielleicht auch zu verstecken sucht weil er vielleicht selbst davon infiziert ist – ist, dass „links“ völlig von Marxisten besetzt ist.

              Marxismus ist aber Antidemokratisch.

              „Leitvorstellungen, […] die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden. “

              Lüge!

              „Links“ steht heute vor allem für marxistischen Totalitarismus. Alles andere ist Vertuschung oder Wunschdenken.

              1. Der Infekt dürfte eher bei dir vorliegen. Aber das sind gewünschte Rekrutierungsmerkmale eurer Zunft. Dein Sabbel ergibt keinen und soll auch keinen Sinn ergeben. Steht in meinem Beitrag und vermutlich wolltest du das bestätigen. Was ist wenn man euch komplett durch Bots ersetzt?

                Egal, aber da du Marx erwähnst. Hier anbei:

                Bekanntlich haben Marx und Engels, vor allem in der ‘Deutschen Ideologie’, den radikal-egoistischen Individualismus Max Stirners[8] einer ausführlichen Kritik unterzogen. Tatsächlich hatte Stirner das seit Mitte des 17. Jh. praktisch und theoretisch (Theorie des Gesellschaftsvertrags von Hobbes bis Rousseau, des individuellen Nutzens bei Bentham, im Utilitarismus etc.) sich durchsetzende Prinzip des liberalen Individualismus[9] nur radikalisiert und auf eine fast absurde Spitze getrieben. Insofern ist die Behauptung, der historische Materialismus habe den abstrakten, bürgerlichen Individualismus überwunden, grundsätzlich berechtigt. Aber die These, wonach der bürgerliche Individualismus[10] im Sozialismus/Kommunismus durch einen Kollektivismus überwunden werde, ist eine Vorstellung, die Marx und Engels nach meiner Auffassung kaum weniger heftig kritisiert hätten. Denn es ging ihnen in ihren Aussagen zum Kommunismus gerade nicht darum, die Gesellschaft oder Gemeinschaft – das Kollektiv – gegen die Individuen – oder auch umgekehrt – auszuspielen, vielmehr versuchten sie, das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft im Kommunismus als einer gegenüber der bestehenden bürgerlichen Gesellschaft höher entwickelten Formation historisch-praktisch und begrifflich neu zu bestimmen und zwar derart, dass darin der abstrakte Gegensatz beider Pole dialektisch, im Sinne von ‘aufgehoben’, überwunden wird.[11]

                Marx und Engels waren in keiner Weise – weder weltanschaulich noch methodisch oder normativ[12] – Individualisten[13], schon gar keine ‘Besitzindividualisten’ wie die politischen Philosophen und Ökonomen des 17. und 18. Jh.[14] Aber sie waren ebenso wenig Kollektivisten, wie es zumeist von radikalen Gegnern des Marxismus behauptet wird. Dabei stützen letztere sich gelegentlich auch auf Äußerungen von Autoren aus den ehemaligen ‘realsozialistischen’ Ländern, u.a. auch aus der DDR, die sich bei der These vom Primat der Kollektivität im Kommunismus aber keineswegs auf Marx oder Engels berufen können.[15]

                Was Marx’ Begriff des Kommunismus gegenüber diesen einseitigen, sich wechselseitig ausschließenden Interpretationen auszeichnet, ist die gleichzeitige und gleichgewichtige Verbindung von freier Assoziation und freier Individualität. Die Individuen können sich als isolierte Individuen nicht wirklich befreien, da sie als solche stets in feindlicher, konkurrierender – oder um den Philosophen verständlicher zu bleiben in ´entfremdeter´ – Abhängigkeit von einander, also im ´Krieg aller gegen Alle´ (Hobbes) und damit letztlich in Unfreiheit verbleiben. Wirklich frei werden sie demnach nur in der Assoziation, der freiwilligen Vereinigung mit anderen Individuen, in der die unterschiedlichen Individualitäten sich wechselseitig betätigen und in dieser Tätigkeit zugleich entfalten können. Dies ist das Grundthema und das Endziel von Marx Untersuchungen der Geschichte progressiver Gesellschaftsformationen.
                (…)
                Dass Engels damit tatsächlich den Kern der Marxschen Auffassung vom Kommunismus getroffen hat, belegt u.a. das folgende Zitat aus ‘Kapital’ Bd. 1, wo Marx „die volle und freie Entwicklung jedes Individuums“ als das Grundprinzip der der kapitalistischen Produktionsweise folgenden „höheren Gesellschaftsform“ bezeichnet.[25]

                Aus:
                Marx-Engels-Forschung
                ‘Kommunismus’ – ein falsch verstandener Begriff?
                Überlegungen zur Dialektik von Individualität und Kollektivität bei Marx (Teil I)
                von Werner Goldschmidt
                Z. 96 Dezember 2013

                https://www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/de/article/1135.kommunismus-ein-falsch-verstandener-begriff.html

                1. Wer nichts selbst weiß findet sicher im Marx-Engels-Quark irgendwas, das irgendwas behauptet oder aussagt und vielleicht oder auch nicht irgendwo passt.

                  Marx-Engels-Quark hat alle Eigenschaften einer ausgebauten Schriftreligion – außer Spiritualität.

                  Hervorstechendes Kennzeichen sind die selbsternannten Ausleger und Deuter die für sich die Deutungshoheit beanspruchen indem sie vorgeben, alles dazu gelesen und und im Sinne der Erfinder verstanden zu haben.

                  Und auf nächster Ebene sind die aufstrebenden Schriftgelehrte und Prediger, die ihre Propheten unf Vorbilder anbeten und denen ständig Honig ums Maul schmieren.

                  Die dritte Eben sind naive und verführte Menschen, die staunend auf diese „Geitesgrößen“ und deren „Weisheit“ und „Einsicht“ starren – die aus nichts weiter als aus unverdautem Kauderwelsch und Gebrabbel ohne Sinn und Ziel in einem pseudowissenschaftlichen Duktus besteht.

                  Die vierte Ebene sind solche, die sich aus guten, humanen und von Menschen- und Gemeinwohl geleiteten Gründen als „links“ ansehen, und nicht merken, dass sie sich damit ohne es zu wollen einer totalitären Sekte anschließen, die dieses „links“ völlig dominiert, ja, besitzt.

                  Menschen, die zurecht nicht „rechts“ sein wollen werden damit von den Marxquarkisten für sich vereinnahmt. Ein perfider Plan der leider viel zu gut aufgeht.

                  Erst wenn eine Mehrheit kapiert, dass das Politische nicht auf (vorwiegend marxistisches) „links“ und „rechts“ beschränkt sein kann, kommen wir aus dieser Falle heraus: es gibt viel mehr als „links“ und „rechts“.

                  Zum Beispiel Demokratie, also eine echte Verwirklichung der Idee einer Selbstherrschaft selbst konstituierter Gemeinschaften. Ob die sich an einer Stelle an „linken“ an anderer Stelle an „rechten“ Ideen bedient, ist deren Sache. Weil nämlich nur so kann es wirklich demokratisch sein.

                  Marxengelsquarkismus ist wie jedes totalitäre Konstrukt und absolutistische Denkschablone antidemokratisch!

  12. Wir wissen, dass sie lügen, sie wissen, dass sie lügen, wir wissen, dass sie wissen, dass sie lügen und sie wissen, dass wir wissen, dass sie lügen.
    Mir tun nur die Naivchen aufrichtig leid, die immer noch glauben, die AfD wäre die neue Nazi-Partei, die die Demokratie gefährden würde, die glauben, die Russen führten bereits einen hybriden Krieg gegen uns, die sogar noch glauben, dass die Russen bald die NATO angreifen würden.
    Die Leute, die diesen Schwachsinn glauben, sind ja nicht einmal grenz-debil oder extrem dumm, sie sind einfach nur unendlich naiv….

  13. Also was ist nun eigentlich das Neue?
    Dass dort kein konkreter Masterplan beschlossen wurde, keine genau bestimmten Maßnahmen erarbeitet, keine Tatsachen mit weitreichenden gesellschaftliche Folgen geschaffen wurden?
    Wie denn auch? Die, die solches in die Tat umsetzen können, also die Regierung, waren ja gar nicht dabei.
    Es war doch damals schon nur ein Hype, der eher Wasser auf die Mühlen der Ampel leitete (was im Artikel ja auch ein wenig angedeutet wird), als er den Rechten irgendwie geschadet hätte: es war doch Reklame für sie.
    Und dann diese unsäglichen Demos: Demos, die nicht gegen die bestehenden Mächte und deren Vertreter gerichtet sind, sondern für sie und gegen deren hochgepuschte Gegner.

  14. Warum regt sich eigentlich keiner über die Bilderbergertreffen, oder Davos, das WEF, oder alle anderen Wirtschaftsgipfel auf, wo die herrschende Klasse die Einzelheiten unseres Niedergangs verfügt?

    1. Weil wir das alles schon seit 1974 wussten.
      Und daß sie uns alle töten wollen.
      Wir bekämpfen das auch schon seit 1492.
      Wir haben auch immer recht.
      Wir wünschen uns auch eine kleine Miezekatze.
      Für unser Wochenendhaus.
      Wir wissen auch nicht, wie man die Wiederholungstaste ausschaltet.
      Also nochmal von vorn :
      Wenn ich einmal traurig bin, dann trink ich mir ’n Korn…
      (Um die Frage vorwegzunehmen : ja, ich finde das witzig 😁😄😛😉)

      1. Ich nicht, aber „Told you so“.
        Daran gibt es keinen Zweifel und darauf kommt es eben dann.
        Trustee Inmate oder eben keine Ahnung haben und Witze machen.
        Ich halte euch nur den Spiegel vor…nichts weiter wie der Viewer so schön zu sagen pflegt.
        Your choice!

  15. Das nervigste bei alledem ist die schluderige Vorgehensweise von Correctiv, dem Verfassungsschutz und einigen Eiferern wie Nancy Faser, Dabei ist hier Sorgfalt angesagt, damit nicht die Rechte letztendlich lachend um die Ecke biegen kann.

    1. Die von dir genannten wollen und wollten doch gar keine Aufklärung, egal worum es geht.
      Die wollen „Law and Order“…nichts weiter!

      1. Na mit „Recht & Gesetz“ hat die Umvolkung aber herzlich wenig zu tun. Und nur darum geht es ja, mit „Remigration“ als Aufreger.

  16. Alle, die diese „linke-rechts“-Veraschung aufrecht erhalten, „Linke“ wie „Rechte“ sind von Übel.

    „Links“ genauso wie „Rechts“ ist nichts weiter als die Affentheater-Dekoration der Herrschenden für ihre Inszenierung unserer Bedrückung und Ausbeutung.

    „Links“ als Mausfelds „Leitvorstellungen, […] die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden. “
    (nach Gracchus Babeuf, heute 09:48 Uhr
    ist eine glatte Lüge.

    „Links“ ist heute vollständig von Marxisten besetzt die Denkverbote, Funktionärsdiktatur und Volksverarschung anstreben mit fast der identischen Agenda, die die heutigen Herrschenden vertreten.

    Wie lange wollt ihr euch noch selbst verarschen? Oder verarscht ihr damit nur uns alle anderen und wisst selbst genau Bescheid?

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