Eine ganz kurze Geschichte der Verrohung

Zeitungsstand
Andreas Bohnenstengel, CC BY 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) verlässt die Plattform X. Grund: Die dortige Verrohung sei nicht mehr erträglich. Die SZ ist daran so unschuldig, wie jede andere Tageszeitung, versteht sich.

Der Kurznachrichtendienst X (früher Twitter) ist um eine Attraktion ärmer. Die Süddeutsche Zeitung hat mittels eines »vorläufig letzten Posts« ihren Abgang verkündet. Aus ihrer Sicht »macht die zunehmende Verrohung der Plattform einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich.« Die Tageszeitung aus München gibt letztlich nur wieder, was viele Journalisten und Medien aus dem Bereich des Mainstreams laufend wiederholen: X ist nicht mehr auszuhalten, ist zu rechts, zu roh und kann nur Krawall. Seitdem Elon Musk die Plattform übernommen hat, repetieren sie diese Einsicht besonders gerne – als ob Twitter vorher so viel friedfertiger und feinfühliger gewesen wäre.

Grundsätzlich hat die SZ aber durchaus recht. Dieses X ist eine Hölle der totalen Verrohung. Es könnte aber sein, dass der Autor dieser Zeilen und die sich zurückziehende Tageszeitung von ganz verschiedenen Dingen sprechen. Denn die Plattform war für den Mainstream vor einiger Zeit noch ein idyllischer Ort – roh ging es auch damals zu. Aber den rohen Umgang mussten nur Leute und kleine Medienmacher ertragen, die an der veröffentlichten Meinung zweifelten. Denen fummelte die Plattformen Disclaimer unter Posts, die nach Lesart der Regierungsagenda als kritisch erachtet wurden – schließlich sollte jeder sehen, mit welchem Verschwörungsheini und Querdenker man es da zu tun hatte. Nun wird der Chor kritischer Stimmen zunehmend lauter und niemand markiert diese Äußerungen mehr rechtzeitig. Disclaimern ist nicht mehr in. Das Blatt hat sich gewendet, plötzlich entdeckten die Rohlinge von vorher eine Verrohung, die längst Einzug gehalten hatte im öffentlichen Raum. Die SZ ist also nur spät dran.

Chronik einer angekündigten Verrohung

Die Verrohung und der Mainstream: Das ist eine Geschichte voller Missverständnisse – oder besser gesagt: voller moralischer Leugnungen. Seit Jahren befindet sich Deutschland in einem emotionalen Ausnahmezustand. Man könnte sagen, mit Beginn des neuen Jahrhunderts, mit der Etablierung einer neuen Sozialgesetzgebung, die einherging mit der Stigmatisierung von Armut und Arbeitslosigkeit, hat man die Bundesrepublik in eine mentale Schieflage gebracht. Soziale Medien gab es seinerzeit noch nicht; die Verrohung erfolgte von Medienseite.

Arbeitslose, schlimmer noch Langzeitarbeitslose, wurden zu Menschen zweiter Klasse erklärt. Sie galten nicht als Opfer des Systems, das Fehlen eines Arbeitsplatzes wurde ihnen als persönlicher Makel ausgelegt. Ja, sogar als etwas, was in ihrem Charakter angelegt sei. Der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, ein Mann, der ein Glas Bier in weniger als zwei Sekunden den Rachen hinabströmen lassen konnte – was seine größte Qualifikation für ein Ministeramt gewesen sein dürfte –, ließ eine Broschüre für sein Haus drucken, in der Arbeitslose mit Parasiten gleichgestellt wurden. Das war das Klima in jenen Jahren – total verroht. Voller Verachtung sprach man von denen, die Transferleistungen bezogen, denen es am Ende des Monats an Geld und manchmal auch an Brot mangelte. Das Wort von der »Hassrede« war noch nicht geboren, aber das Phänomen gab es schon. Wenngleich nicht auf Plattformen wie Facebook oder X, denn die gab es noch nicht. Politisch interessierte User zogen sich in Foren zurück, die wenig Aufmerksamkeit erzeugten, dort blieb man unter sich – der Mainstream konnte somit gänzlich ungeniert gegen die Habenichtse zu Felde ziehen. Der Unfug, der in Talkshows zu dieser Sache verbrochen wurde – Minister Clement erfand beispielsweise Zahlen zur mangelnden Erreichbarkeit von Arbeitslosen –, blieb ziemlich unkommentiert. Sicher, es regten sich einige in den schon genannten Foren auf. Aber wer bekam das denn mit?

Gut, ein Stück weit fair muss man sein: Die SZ hatte – und hat – Heribert Prantl. Der kritisierte regelmäßig, wie die Politik und die Medien mit Menschen umgingen, die keiner Arbeit nachgehen konnten. Aber Standard war dieses Verständnis freilich nicht. Wenn Medien aus dem Mainstream heute kritisieren, wie verroht die Stimmung im Lande und insbesondere in den Netzwerken ist, dann vergessen sie, dass sie damals ein Monopol innehatten, das ihnen erlaubte, unkontrolliert verroht über Menschen im Lande zu sprechen, die keine Lobby hatten und sich demgemäß nicht wehren konnten. Deren Protest gegen den Sozialabbau, immer wieder montags in verschiedenen Städten, wurde schnell als eine freche Aktion von Leuten hingestellt, die auf den Zug der Montagsdemonstrationen aufstiegen, die Jahre zuvor die DDR an ihr Ende brachten. Sie hätten eine gute Sache gekapert, um ihre rückwärtsgewandte Agenda zu transportieren, so die Einschätzung – die Bürger hatten keine Möglichkeit, sich gegen solcherlei Interpretationen zu wehren. Sie galten als Sozialromantiker, was damals ungefähr so herabsetzend gemeint war, wie heute der Russlandversteher.

Belehren statt berichten

Damals nahm die Verrohung ihren Anfang. Medien begriffen sich als verlängerter Arm des politischen Reformwillens und Reformeifers. Kaum ein Mainstreammedium zweifelte am Kurs des Sozialabbaus – eine neue Zeit schien angebrochen, ab jetzt war jeder eine Ich-AG, wer wirklich wollte, der konnte angeblich hoch hinaus. Das kapitalistische System hatte gewonnen, das Ende der Geschichte sollte auch ein Ende des Sozialstaates bedeuten. Dass Reformen immer notwendig sind, ist freilich eine Binsenweisheit – aber man etablierte damals ein gänzliches neues Menschen- und Gesellschaftsbild. Der Ellenbogen wurde zum Sinnbild einer Republik im Aufbruch. Der Verantwortlichen schwebte eine Kreatur vor, die nur existiert, damit sie sich in den Markt integrieren kann. Flexibel sollte sie sein – und jederzeit erreichbar und einsetzbar. Wer auf seiner Scholle klebte, den würde das Leben bestrafen – und warum sollte die Allgemeinheit jemanden in Lehrte mit Arbeitslosengeld unterstützen, wenn er im Schongau Geschirr spülen kann? Das mit der Scholle wiederholt der Verfasser dieser Zeilen oft. Damals war er selbst arbeitslos und der für ihn zuständige Fallbeauftragte im Arbeitsamt erklärte dem damals noch jungen Mann, wie es sich mit dem Festkleben auf einer Scholle verhalte: man käme zu nichts. Daher muss man sich entscheiden: Heimat, Familie, Freunde, regionaler Bezug – oder Mobilität und Flexibilität? Auch das war Verrohung in der Amtsstube.

Diese Logik des Humankapitals, welches keine Rücksichten mehr nehmen sollte auf Familie, Freunde und Heimat, sollte den Bürgern Gewissheiten nehmen, sie willfährig machen für die Notwendigkeiten des Marktes. Die Linken, damals noch im Widerstand gegen diese neoliberale Revolution des um sich greifenden Nihilismus, machten es dem Kapital dennoch einfach: Denn das griff – wie schon erwähnt – den Heimatbegriff an, der Mensch sollte Globalist sein, nicht Wesen in einem lokalen Bezugsrahmen. Da man »unter Linken« Heimat ohnehin für ein rechtes Konstrukt hielt, adaptierten sie diesen Begriff nicht etwa in weiser Voraussicht, sondern verwarfen ihn wie die Reformer. Auch diese Heimatfeindlichkeit war Teil einer verrohenden Agenda, denn sie würdigte Menschen, die gerne in ihrer Stadt, in ihrem Landkreis lebten, schnell als rechtsextrem ab.

Längst hatte der Mainstream damit begonnen, seine Berichterstattung zurückzufahren, um sie durch Belehrung zu ersetzen. Besonders deutlich wurde das ab Herbst 2015. Die kritischen Stimmen, die die Grenzöffnung der Merkel-Administration fassungslos begleiteten, die ganz verschiedene Kritikpunkte aufzählten, wurden allesamt nicht nur abgewürgt, sondern mit roher Hand in die »rechte Ecke« gedrückt. Wer Bedenken hatte, dass seine Kommune diesen neuen Kurs nicht bewältigen konnte – finanziell wie gesellschaftlich wie kulturell –, wurde vom Mainstream schnell abqualifiziert. Sigmar Gabriel nannte besorgte Bürger – ein Label, dass später von den Medien verächtlich genutzt wurde – als »Pack«. Nette Herrschaften waren die, die herumschrien und pöbelten ganz sicherlich nicht. Aber Bürger von oben herab mit unflätigen Bezeichnungen zu belegen: Das war ein Dammbruch.

Zeitung spielen im luftleeren Raum?

Damals hätte es eine Brandmauer gegen die Verrohung der Eliten und ihrer Medien gebraucht. Aber die schossen sich immer weiter ein auf Menschen, die gewisse Fragen innerhalb der deutschen Gesellschaft grundlegend anders beantwortet sehen oder sie zumindest mal stellen wollten. Man versagte ihnen den Diskurs, stigmatisierte sie sogar noch und rückte sie in die Nähe von Leuten, die einst in der Wehrsportgruppe Hoffmann Hoffnungsträger und in den erzählten SS-Abenteuern des Großvaters Geschichten aus einer liebevollen alten Zeit sahen. Das war unwürdig – und es war roh. Der Medienbetrieb blieb seltsam eindimensional, mischte mit bei der Pathologisierung Andersdenkender. Dass Ostdeutschland heute als ein dunkler Ort gilt, an dem die Menschen tendenziell vom Sozialismus in den Neonazismus transformierten, hat mit genau jenen Mainstreammedien zu tun, die sich jetzt über die Verrohung in Gesellschaft und Netzwerken ärgern – und die nun aus letzteren flüchten wollen, weil sie es für unerträglich halten.

Wohin konnten denn die Bürger flüchten, wenn sie medial in Ecken gerückt wurden, in die sie nie wollten? Hat die mal jemand gefragt? Auch sie fanden den Umgang, den man ihnen und anderen Bürgern angedeihen ließ, unerträglich. Doch was hätten sie tun können? Man entkommt zwar X, aber nicht jenen Medien, die noch immer die Deutungshoheit im Land beanspruchen – und auch innehaben, wenn man mal ehrlich ist. Muss man dann noch über Corona sprechen und der Art und Weise, wie man mit Bürgern umging, die mit der Maßnahmenpolitik nicht zufrieden waren? Für viele gilt Corona als Beginn der medialen Verrohung; erst ab diesem Zeitpunkt soll sich angeblich der Vertrauensbruch zwischen Mensch und Medien vollzogen haben. Doch Corona füllte das Fass, das schon fast bis an den Rand gefällt war, mit den letzten Tropfen, die zum Überlaufen notwendig waren. Schon vorher war der Bruch angelegt, war schon mehr als ein Haarriss – ja, war teils auch schon vollzogen. Und die SZ lief – wie der gesamte Mainstream – zur Hochform auf in diesen Jahren; jeder Kritiker galt als potenzielles Opfer, das man in Grund und Boden schreiben durfte und musste. Verrohung? Ja, wo kommst du nur her?

Natürlich kann man sich von X zurückziehen, wenn man das für geboten hält. Vielen täte es ohnehin gut, aus der Parallelwelt schnell hingerotzter Kurznachrichten auszubrechen. Denn in diesen Netzwerken wartet nur der Wahnsinn – wer zu viel Zeit dort verbringt, kann eigentlich nur krank werden. X zu verlassen und dabei zu jammern, weil einem die Verrohung dort zu zusetzt, während man selbst nach eigener Einschätzung stets bemüht freundlich war: Das ist der üble Beigeschmack, den man den Mainstreammedien nicht durchgehen lassen sollte. Denn es war der Mainstream, der die Verrohung nicht nur begünstigt, sondern strikt forciert hat. Meinten die Tageszeitungen und Talker im Lande wirklich, sie bewegen sich mit ihrem Hass und ihrer Hetze im luftleeren Raum? Und wollen sie Bürger haben, die man je nach politischer Agenda mit Schmutz bewerfen kann und die einem diese Aktion nie krummnehmen? Falls ja, dann wollen sie dumme Bürger – und weil es offenbar viel weniger Dumme gibt, als sie erhofften, verlassen sie nun Social Media und weinen über die Verrohung, die über sie kam, wie ein Unwetter, das sie nicht haben kommen sehen. Fühlt sich nicht schön an, wenn man roh angegangen wird, oder SZ?

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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67 Kommentare

  1. In einem Selbstexperiment habe ich vor Jahre mal einen Account bei Twitter angelegt und mir das ganze für genau 3 Monate angesehen. Danach war mich klar, dass ich und die „sozialen“ Medien nie zusammen kommen werden.

    1. Den Eindruck kann ich aus dem pre-Elon Twitter uneingeschränkt bestätigen. In der aktuellen Variante sind leider auch interessante Nachrichten zwischen Gerümpel versteckt. Ich bin da aber read-only „Kunde“.

    1. Die verhetzen im Auftrag der herrschenden Klasse, um die tatsächlichen Verhältnisse zu vernebeln und die Wut der Menschen auf die falsche Fährte zu locken. Ein altbewährtes Mittel des Erhalts der Herrschaft.

      1. Die Römer erkannten das bereits „divide et impera“
        Es eignen sich innere Feinde – Langzeitarbeitslose, Rentner (kosten zu viel), alte weiße Männer, Menschen, die ihre Kultur beibehalten wollen (Rechte), Autofahrer, AfD/BSW – Anhänger,
        sowie, und fast noch besser äußere Feinde – die Russen! (wollen bald angreifen), China.

        1. Zwei Fragen. Erstens. Zählen zur, von interessierter Seite, willkürlich bestimmten Gruppe von Feinden auch Migranten, Flüchtlinge, Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten etc.? Also wenn es nicht gerade ein Virus ist auf das man sich global verständigt hat. Demnächst ist es ja noch was völlig erfundenes, sowas wie Außerirdische.

          Zweitens. Eine Kombifrage. Um was für eine Kultut geht es und von wem wird diese weggenommen?

          Entschuldigung, hab doch noch ne Dritte. Ist es nicht doch so, daß die Herren überall, während sie den großen Abriß tätigen, gerne ihr(!) nationales Fähnchen schwenken um die Machtunterworfenen gegeneinander zu hetzen, damit sie nur ja nicht woanders nach der Ursache für die ganze Misere schauen.

          1. Zur ersten Frage: ich beziehe mich auf die Regierung und die Mainstream-Medien – also die Institutionen bei uns, die mit großem Abstand die größte Macht und Wirksamkeit innehaben. Dort kommen keine Migranten oder Flüchtlinge als Feindbild vor, eher das Gegenteil steht auf der Agenda, es wird alles unter den Teppich gekehrt, das ein bisschen am Image der kunterbunten Gesellschaft im Garten Eden kratzen könnte. Aber ja, Sozialisten, die für mehr Arbeitnehmerrechte eintreten oder den Gewinn von großen Kapitalvermögen versteuern möchten, sowie Kommunisten sind natürlich auch ein Feindbild – aber diese Gruppe ist ja fast nicht mehr existent in Deutschland, somit erübrigt sich deren Eignung für das „divide et impera“ Prinzip.

            Zweite Frage: das Umdefinieren oder Umbenennen althergebrachter Traditionen, ich sag nur „Lichterfest“ oder Weihnachtsmärkte, die man am liebsten aus woken Gründen abschaffen möchte – wäre da nicht der rebellierende Einzelhandel, dem dann Geschäfte entgehen würden.
            Das Umschreiben von Märchen, die schon mehrere hundert Jahre existieren und plötzlich nicht „multikulti woke“ genug sind.
            Nationalismus wurde uns ja jahrzehntelang ausgetrieben, was ich auch für nicht falsch halte. Dümmliches Fähnchenschwingen bei Sportveranstaltungen mag die Stimmung heben und gut für den Bierkonsum beim Fußball taugen, aber was bitteschön haben die ballkickenden Millionäre da unten auf dem Rasen mit dem Land zu tun, für das sie antreten? Meist spielen sie ja außerhalb der Nationalelf irgendwo in einem ausländischen Verein, weil man da mehr Kohle macht.
            Der gleiche geistige Tiefflug, wenn man russische Sportler nur mit neutraler Flagge antreten lässt, obwohl die Nationen, die im Medaillenspiegel meist ganz weit oben stehen – von China einmal abgesehen -weit brutalere völkerrechswidrige Angriffskriege schon seit Jahrzehnten durchführen?

  2. Hass und Hetze gegen Russen, Iraner, Palästinenser und alle die sich den westlichen Kolonialherren nicht unterwerfen wollen von der Regierung und den Medien praktiziert und gefördert und dann regt sich die SZ auf, meint es wäre unerträglich?
    Hat die SZ jemals die Regierung dafür kritisiert oder hat sie ihre eigene Berichterstattung geändert?
    NEIN! Sie ist selbst Teil dieses Netzwerks!

    Damit kann die SZ allenfalls ein paar Omas die gegen Rechts sein wollen aber selbst Rechts sind beeindrucken

  3. Bei X schau ich nur selten mal vorbei, bei FB oder YT öfter mal. Die sogenannten „Mainstream-Medien“ haben ja auch dort oftmals ihre Beiträge, die man zum Teil auch unzensiert kommentieren kann. Aber oft ist auch die Kommentarfunktion von vornherein deaktiviert, weil sie wissen, dass sie Gegenwind aushalten müssten in Anbetracht ihrer einseitigen „Vorträge“.
    Dass sich SZ aus X verabschiedet, hat meines Erachtens weniger mit einer „Verrohung“ der dort aktiven Mitglieder zu tun, sondern ich vermute eher damit, dass die Plattform von Musk übernommen wurde, der ja seit er auf Trumps Seite steht auch zum Feindbild der global-liberalen Propagandapresse a’la SZ, NZZ, Spiegel, FAZ, FR, TAZ, sowie dem gesamten deutschen TV-Spektrum zählt.
    Als Tesla und Musk noch schön grün-woke waren und somit die Propaganda der „menschengemachten Klimakatastrophe“ mit dem Ausweg „E-Mobilität“ unterstützten, war noch alles gut mit Musk.

  4. Der Artikel ist ein Paradebeispiel für „Nachrichten“ aus der medialen Filterblase. Interessiert keine Sau, ob die SZ oder sonstwer seinen Account bei X-, FB oder sonstwo schliesst. Warum nicht? Na weil es scheissegal ist. Das fällt in die selbe Kategorie wie der „Skandal“ um Ulmen uva.. Alles Themen die völlig irrelevant für die Menschen sind, ausser natürlich denen, die in der medialen Filterblase wohnen, die diese Themen hervorbringt. So erspart man es sich Artikel über Themen bringen zu müssen, in die man sich für einen guten Artikel erst einarbeiten müsste.

      1. Die Anführung des Rückzugs der SZ dient als Bsp. für ein die Gesellschaft, von oben nach unten, durchdringendes Phänomen. Die Bsp. sonst sind allgegenwärtig und es wurden mehrere angeführt.

        Ja und seit ein paar Jahren ist die Barbarei der Herrschenden auch vollends in den kapitalistischen Kernlanden angekommen und es gibt fast niemanden mehr den man noch auspressen könnte. Deshalb dürfte auch die Radikalrasur 2021 begonnen haben.

        Der Druck auf dem Kessel wächst und man sucht krampfhaft, eigentlich andauernd, Manöver um noch irgendwie dieses oder jenes Überdruckventil zu öffnen. Wie weit sind eigentlich die Heimatschutzregimenter gediehen? Oder ist die ganze Rüstung nicht zuvorderst doch auch für den örtlichen Plebs?

        War ja am Ende vom Weltengemetzel eins in Deutschland auch so. Für eine Wiederholung des Verrats bieten sich doch Alternativen an. Also sollte es eng werden für die üblichen Verdächtigen.

  5. „Man könnte sagen, mit Beginn des neuen Jahrhunderts, mit der Etablierung einer neuen Sozialgesetzgebung, die einherging mit der Stigmatisierung von Armut und Arbeitslosigkeit, hat man die Bundesrepublik in eine mentale Schieflage gebracht.“

    Die Stigmatisierung (erweitert um Alte, Rentner, Denkende und und und) war nicht überseh- und hörbar; dennoch machten sich ohne Not eher mehr als weniger diese zu Eigen.
    Auch im aktuellen Zeitgeist erfreut sich dieses Prinzip breitflächig wachsender Beliebtheit.

    Allerdings ist das Forcieren nur eine Seite der Medaille.
    Die andere ist es, sich (overtonisch alternativ) konsequent, aber laut auszuschweigen, trotzdem tatsächlich relevante Themen zuhauf auf der Straße liegen und regelrecht um Beachtung betteln.
    Finde den Unterschied!

  6. In Deutschland haben wir wieder eine gleichgeschaltete Gesinnungs-( Terror- )Presse – flankiert von den Staats-Regieungs-ÖRR -, die wohl in ihrer Art erschreckend einzigartig in der EU bzw. den sog. ‚westlichen Demokratien‘ ist. Diese Presse kriegt es in der Summe nicht einmal mehr hin, beispielsweise Nachricht, Meinung / Kommentar ( man nennt derlei politisch ‚richtig‘ „Haltung“ / „Einordnung“ ) und Glosse voneinander zu trennen. Evidenz basierte Erkenntnisse? Immer mehr Fehlanzeige. Es wird auf die ‚Expertise‘ von NGOs / Denkfabriken … ‚vertraut‘, also auf Ideologie.

    Das Lügen durch Weglassen erreicht olympionikische Höhen. Hinzu tritt ein widerlicher politischer Fanatismus. Sodann die Verhunzung der deutschen Sprache … Das Denken im Falschen soll zementiert werden ( Stichwort Geschlechter- und Gender-Gaga-LGBTQ… ).

    Niemals habe ich die Gleichschaltung vieler Medien in Deutschland so stark wahrgenommen wie seit August 2015 bzw. dem 24.02.2022. Fürchterlich und grauenhaft. Hinweise auf Analogien der Nazizeit sind deshalb hilfreich und angebracht.

    Literaturhinweise
    Victor Klemperer: LTI. Notizbuch eines Philologen ( 1947 )
    Ders.: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 – 1945
    Hannes Heer ( Hg. ): Im Herzem der Finsternis. Victor Klemperer als Chronist der NS-Zeit
    Cornelia Schmitz-Berning: Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus ( https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42752/sprache-und-sprachlenkung-im-nationalsozialismus/ )
    Horst Dieter Schlosser: Sprache unterm Hakenkreuz: Eine andere Geschichte des Nationalsozialismus

    Fazit: Die SZ braucht kein Mensch! Hofberichterstattung gedungener Lohnschreiberlinge ist ebenfalls überflüssig. Leider wiederholt sich Geschichte in Deutschland in Teilen. Mediale Hinrichtungen haben wir bereits zuhauf, gepaart mit pseudodemokratischem Empörungsmanagement gegen anders Denkende – früher sprach man von Verstößen gegen das „gesunde Volksempfinden“. Da musste dann die SA zuschlagen. Heute schlagen u. a. NGOs zu. – Und ja, die Selbstzensur feiert Auferstehung: „Im Giftschrank der ARD Sechs „Tatort“-Ausgaben dürfen nicht wiederholt werden“ ( https://www.focus.de/kultur/kino-tv/sechs-tatort-folgen-duerfen-nicht-mehr-wiederholt-werden_e54af148-055a-4b47-874e-5fb286fecd1b.html ).

    Gebot der Stunde: Medienboykott sämtlicher Mainstream- / Regierungsmedien!
    Ich selbst habe im Jahre 2000 sämtliche Zeitungsabos abbestellt und schaue seitdem kein Fernsehen mehr. Dennoch nehme ich für mich in Anspruch, gut über die Zeitläufte informiert zu sein.

    1. @Roland Weinert

      „Ich selbst habe im Jahre 2000 sämtliche Zeitungsabos abbestellt und schaue seitdem kein Fernsehen mehr.“

      Vorbildlich.
      Aber ist Ihnen bekannt, dass Sie auch dann für die Staatspropaganda (zumindest in Gestalt des sog. öffentlich-räudigen Rundfunks) zahlen müssen, wenn Sie selbst diese Staatspropaganda nicht mehr rezipieren? Das nennt sich dann Zwangsbeitrag – oder im Staatspropagandasprech: „Demokratieabgabe“.

      Durch Ihren Zwangsbeitrag sorgt das System dafür, dass seine Staatspropaganda in mindestens 3 andere Hirne besser und unbemerkter träufelt, auch wenn Sie selbst insoweit begrüßenswerte Medienhygiene betreiben.

      „Dennoch nehme ich für mich in Anspruch, gut über die Zeitläufte informiert zu sein.“

      Hier macht „Dennoch“ stutzig.
      Weil es im Gesamtkontext Ihre Ausgangsbotschaft konterkariert. Zuerst sagen Sie, dass Hofberichterstattung (also schlechte bzw. Desinformation) keiner braucht. Dann erklären Sie, „dennoch“ gut informiert zu sein – so als ob in der eben noch „Hofberichterstattung“ genannten Desinformation „dennoch“ gute Informationen enthalten wären und Ihr Verzicht darauf einen – im Nachgang auszugleichenden – Mangel evozieren würde.

    2. Klar, natürlich seit 2015, das war der Epochenbruch. Wenn ich mal ein Wort entlehnen darf. Das ist ein zum Elefantenhaufen aufgeblasener Fliegenschiss der kapitalen Anscheinalternative.

    3. Eine der gesperrten Folgen ist ausgerechnet TATORT: REIFEZEUGNIS, eine der seltenen wirklich relevanten Episoden.
      Das war lange auch die Vorzeigeepisode wenn es um die Relevanz von überteuerten ARD Krimis ging, nach dem Motto: schaut doch mal wie mutig und frech wir sein können. Natürlich verdienen wir jeden Produktionscent.

  7. Querdenker, Putin-Versteher, Verschwörungstheoretiker, Kontaktschuld, etc. Egal welche Verrohung, die SZ war immer vorne mit dabei.

    Jetzt noch mehr „virtue signalling“ durch effektheischenden Rückzug von Twitter. Interessiert das ausser den indoktrinierten Sedierten, die weiterhin die SZ lesen, eigentlich noch Jemand?

    Gehen die jetzt zu „truth social“? Würde zu deren „Berichterstattung“ passen 😉

    1. Du hast vergessen: „Mehr Diktatur wagen“ als Überschrift der SZ zu den Protesten von Corona-Maßnahmen-Kritikern. Sätze wie dieser sollten nicht verlorengehen:
      „Dass ausgerechnet die Corona-Leugner … eine ‚Corona-Diktatur‘ heraufziehen sehen, sollte erst recht Grund sein, sie zu wollen“, schreibt Thomas Brussig in der SZ.

      1. Für dich ists Corona, für mich war es das grosse Abonnentensterben von ca 2011, wiederum andere führen die Zerschlagung der Friedensbewegung an, die älteren Semester vielleicht sogar 9/11 oder die „Berichterstattung“ zum Jugoslawienkrieg.

        Es ging mir nicht um spezifische Details, sondern dass die SZ bei all diesen Themen immer vorne mit gehetzt hat (was auch bereits um die 2000 rum diverse Kritiker des US-Imperiums ihren Job kostete, „cancel culture“ ist nicht neu, bloss immer ausgeprägter). Und jedesmal wenn sie dafür einstecken mussten, heulten sie allen die Hucke voll und löschten ihre Kunden oder liessen sonst die Kritik verbieten.

        Jetzt bei Twitter/X können sie offenbar die Kritik nicht (mehr?) zensieren lassen, ergo ziehen sie sich heulend zurück.

        1. Ja es gab eine Menge Episoden die zum Jetzt führten. War im kalten Krieg so und bei Übernahme und Plünderung des Ostblocks hat es nochmal zugelegt. Dann noch ein paar Episoden und immer wurde ein Schäufelchen draufgelegt. Wer nicht stromlinienförmig genug ist bleibt dann eben außen vor oder fliegt raus.

          Mit Etablierung des totalitären Putsches 2020 hat es dann aber tatsächlich eine exzellente Güte erreicht, die sie so seit vor Mitte letzten Jahrhunderts tatsächlich nicht mehr hatte. Da wurden die alten Sprüche herausgekramt, Blinddarm, Madagaskar, garniert mit Drohungen und tumben Beschimpfungen, die am besten jenen stehen würden die sie aussprachen. Die Worte wurden ausgiebig von Taten begleitet. Berufsverbote und Kriminalisierungen, in schon ebenso lange nicht mehr praktiziertem Ausmaß. Löschungen und Sperrungen auch gerne ausgiebig Konten.

          Andere gefährden würden jene die sich verweigern und über den Schwachsinn aufklären. Wie grotesk. Umgekehrt wäre es ein Schuh geworden. Die Leichen stapeln sich und keinen kratzt es. Und es ist ja nicht vorbei, ebenso wie der Duktus erhalten geblieben ist, Kanonen statt Butter hieß es zur Begleitung der Aufrüstung. Was gut war soll wieder gut sein.

      1. Kann man einen Diener für die Instruktionen seiner Herren verantwortlich machen?

        Ich kann hier nicht schreiben was ich über ihn, oder Rutte, oder Zensursula, oder Selensky, oder Cassis, oder.. (sehr lange Liste) denke, ohne selbst in die Kategorie Hass und Hetze zu fallen 😉

        1. Juristisch ja, moralisch auch. Wobei das Zweite die nicht kratzen dürfte, denn darum haben die ja die Posten. Für Ersteres bleibt ihnen momentan die Gewissheit, daß es nicht dazu kommt. Mal schauen ob noch was übrig ist wenn der Rauch sich legt.

    2. Nachtrag. Nicht zu vergessen der überhaupt nicht „verrohte“, sondern durchaus „ausgekochte“ Kommentar „November des Zorns“ in der SZ von 2021:
      “Droht die Spaltung der Gesellschaft, wenn man Ungeimpften ihr kindisches Recht aufs Ungeimpftsein nimmt? Quatsch. Diese Leute rauben den Vernünftigen die Freiheit – und die Regierungen haben auch noch gekuscht vor ihnen.”

      1. +++
        Good find!
        Seit ca. 2010 ist die SZ ohnehin den ausgetretenen Weg von FAZ, Spiegel, TAZ, Tagesspiegel – wie sie alle heißen – gegangen: unlesbar

        Einzig die gedruckte ZEIT kann man in Teilen noch lesen, weil sie kulturell tiefer geht. Jedoch ist online, oder politisch, gerade sie ein absoluter Totalausfall. Es begann alles mit 9/11 in den USA und wird niemals enden. Interessant, oder?

  8. Ich denke, die Verrohung ist sowieso lediglich vorgeschoben,. Viel relevanter dürfte der Umstand relevant sein, daß man auf solchen Plattformen einer tatsächlichen Diskussion am nächsten ist und das paßt den Medienunternehmen überhaupt nicht. Nicht umsonst haben die ja praktisch alle ihre Kommentarfunktionen eingestampft, die wollen keine Diskussion, die wollen Recht haben und wo sie keines haben, wollen sie trotzdem so tun, als hätten sie es. Sie beanspruchen die universelle und absolute Deutungshoheit und dulden nicht nur keinen Widerspruch, sie wollen ihn hinter den Horizont verbannt wissen. Und das gibt es bei X zumindest derzeit nicht.

  9. Die kritischen Stimmen, die die Grenzöffnung der Merkel-Administration fassungslos begleiteten (…)

    Merkel hat die Grenzen nicht geöffnet. Seit dem Schengener Abkommen waren die Grenzen bereits offen. Merkel hat sich geweigert, sie zu schließen.
    Ob es das besser macht, sei dahingestellt. Jedenfalls macht es einen Unterschied zu den Krakeelern von rechts.

    1. „Merkel hat die Grenzen nicht geöffnet. Seit dem Schengener Abkommen waren die Grenzen bereits offen. Merkel hat sich geweigert, sie zu schließen.“

      Die Leute haben die Deutschen seit 2005 (Merkel-Machtübernahme) mit ideren äusserst aggressiven Anwerbepolitik in Herkunfstländern nicht aus dem Schengenraum geholt, sondern ausserhalb des Schengenraums -grösstenteils aus dem Middle East und Afrika. Aus dem Schengenraum können Sie nicht planmässig 1 bis 2 Mill. Leute pro Jahr nach Deutschland importieren. Wenn Sie anderer Meinung sind, müssen Sie schon ein gutes Argument finden, warum und wozu überhaupt jemand aus Österreich, Holland, Schweden, Finnland, der Schweiz etc in das abgefuckte Niedergangsschland kommen sollte und selbst die hier seit Jahrzehnten lebenden Polen in immer grösseren Zahlen zurück nach Polen gehen…(?)

  10. Verrohung war im Adenauerstaat schon immer en vogue, insbesondere, wenn es die gerade aktuellen Staatsfeinde betraf.
    Viele haben im Zuge der relativen Zivilisierung der Bundesrepublik im Nachgang der 68 Revolte die Verhältnisse vergessen, die im Adenauerstaat der 50 und 60 herrschten. Und natürlich waren die gleichgeschalteten Schreiberlinge der Staats und Oligarchenmedien stets vorne mit dabei. Warum auch nicht? Wer entlang der Obrigkeit hetzt, braucht keinen Bademantel.

  11. Nun muss ich X ausdrücklich verteidigen. Es gibt Hatespeech, natürlich und fast immer von rechts. Aber auf X schaut schon ein Algorithmus, ob er so etwas findet und dann kann man nicht posten. Oder wenn doch, dann wirkt ein zweiter Korrekturmechanismus. Wenn ich Kraftworte benutze, bekomme ich keine Likes. Ich habe mich wegen X gebessert. Ist das nichts?
    Inhaltlich hingegen gibt es keine Beschränkungen. Da gibt es beispielsweise diese Candace Owens, die unserem Matthias Bröckers so gefällt. Sie hat sich offensichtlich die alten Ausgaben des „Stürmer“ kommen lassen und schreibt dort alle Lügen ab. Heute beispielsweise streitet sie die Experimente von Josef Mengele einfach ab. Jetzt schaut mal, was die Kommentare mit ihr machen. Das ist absolut richtig, was hier passiert. Sie darf das schreiben, aber es wird in aller Deutlichkeit richtig gestellt. So funktioniert Entnazifizierung.
    https://x.com/VividProwess/status/2038096307483807841

    X ist schon der ungebremste Aufeinanderprall der Meinungen, während ich anderswo die Weichspülung bemerke. Es dominieren keineswegs nur die Rechten. Unlängst hat die Atomindustrie eine Offensive begonnen, die aber Gegenwind bekam. An welchem ich teilnahm. Wie es aussieht, haben wir die Atomfritzen verjagt.
    Nun ja, Elon Musk ist mein Follower und er hat mir gar zwei nette Briefe geschrieben. Was ja etwas verwundert, denn wir sind politisch doch sehr weit auseinander. Er meinte das im Zusammenhang mit dem Technikfreak, der ich nun mal bin. Da verstehen wir uns, in der Tat.

    1. Es gibt Hatespeech, natürlich und fast immer von rechts

      Guter Witz, der zweierlei bedeuten kann:

      a) du liest keine linken Statements (die vor Hass und Einseitigkeit oft nur so triefen)

      b) du praktizierst deine übliche Doppelmoral, die es dir unmöglich macht, gleiche Maßstäbe auf beide Seiten anzuwenden

      X ist schon der ungebremste Aufeinanderprall der Meinungen, während ich anderswo die Weichspülung bemerke. Es dominieren keineswegs nur die Rechten. Unlängst hat die Atomindustrie eine Offensive begonnen, die aber Gegenwind bekam. An welchem ich teilnahm. Wie es aussieht, haben wir die Atomfritzen verjagt.

      Hier kommst du dem Problem von Twitter/X schon wesentlich näher, aufgrund der Längenbeschränkung der Texte und der intellektuellen und zeitlichen Beschränkung der typischen Nutzer, ist es kaum mehr als ein sinnbefreites Krawallportal, in dem Idioten austesten können, ob sie ausreichend Mob auf ihre Seite ziehen können (und schnell genug ihre Kritiker sperren oder mundtot machen).

      Albern, fast immer überwiegend destruktiv und aufgrund der Masse der Leute stark zur Blasenbildung neigend… und darüber hinaus eine gewaltige Zeitverschwendung.

      Es mag auch den ein- oder anderen Vorteil geben, ob er das Negative überwiegt, lasse ich mal dahingestellt.

      1. Die (echten) Linken haben aber Recht.
        Der Rest ist Imperialismus und libertäres und reaktionäres Denken.
        Im Übrigen bin ich der Meinung, das jeder sagen und schreiben können wie immer es ihm beliebt.

  12. Nicht die Verrohung ist das Problem für den Mainstream auf X, denn diese kann getrost ignoriert und Spinnern zugeschrieben werden. Das Problem sind vielmehr seriöse Widerlegungen propagandistischer Behauptungen, nennen weiterer Quellen, usw. Das stellt für diese Medien ein großes Problem dar, da die Kommentare nicht so einfach wegzensiert werden können, wie kritische Leserbriefe und sich damit ein gänzlich anderes Stimmungsbild ergibt.

  13. Born In A Time Of Ruin
    https://www.youtube.com/watch?v=c47XVrlb-Dc&list=RDl8rvT1BIm0E&index=27

    Der Druck steigt: Könnte Russland hart reagieren? – Stas Krapivnik & Glenn Diesen
    https://m.youtube.com/watch?v=z-Hr_Ih1uMM&pp=ygVHRGVyIERydWNrIHN0ZWlndDogS8O2bm50ZSBSdXNzbGFuZCBoYXJ0IHJlYWdpZXJlbj8gLSBLcmFwaXZuaWsgJiBEaWVzZW4%3D

    Kapitel
    00:00 — Gast Stanislaw, Thema Explosionen
    03:06 — Regeln des Stellvertreterkriegs gebrochen
    07:04 — Estland als Ziel der Abschreckung
    10:06 — Globale Konflikte und Rolle des Westens
    14:14 — Energiekrise und ihre Folgen
    17:29 — Zerstörung von Raffinerien, Wiederaufbau
    20:22 — Treibstoffmangel und Aussaatprobleme
    23:23 — Krise, Hunger und soziale Risiken
    26:21 — Infrastruktur im Golf und Schwächen
    29:11 — Iran, Russland und Beteiligung
    32:19 — Militärtechnik und Unterstützung Irans
    35:24 — Iran als Festung und Geografie
    38:20 — Reale Stärke der US-Armee
    41:07 — Probleme der Armee und Ausbildung
    43:21 — Inseln und US-Strategie
    46:16 — Drohnen und Verwundbarkeit der Flotte
    49:13 — Eskalationsrisiken und Trumps Fehler
    52:03 — Trumps Briefings und Analyselevel
    ——————————————————————————-
    Die Samson Option – Die besagt Israel könnte die Welt mit in den Abgrund zu ziehen sowie alle größeren Städte in Deutschland und Europa atomar zu vernichten. Könnte sie jemand aufhalten? Ich befürchte nein.
    Interview mit Dirk Pohlmann (vormals beim ZDF) der darüber eine Dokumentation erstellt hatte. Es gab dazu auch eine BBC Doku, die ist leider in der orginalen Version entfernt worden. Es soll aber wohl noch eine geänderte Version geben.
    Es geht auch um die Verstrickung Deutschalnds als Finanzier des israelischen Atomprogramms
    Überlänge: Dauer ca. 1 Stunde 54 Minuten, ohne Adblocker mit Werbeunterbrechungen
    https://m.youtube.com/watch?v=jGZJsNfKlPQ&pp=ygUkRGllIFNhbXNvbi1PcHRpb24gLSBIb21lIE9mZmljZSAjNjMy

  14. Nebenbei:

    Zur (sprachlichen) Verrohung gehört auch das unreflektierte Verwenden von semantischen Verdrehungen, bei denen im Grunde positiv besetzte Begriffe mit einer negativen Konnotation versehen und als politischen Kampfbegriffe missbraucht werden. Beispielsweise „Gutmensch“ oder „die Guten“ (unabhängig davon, dass die so bezeichneten hierfür gerne auch Steilvorlagen liefern).
    In rauen Mengen zu finden bei Overton, insbesondere bei Schreibereien von R.d.L.

    1. Jeder weiß, was mit „Gutmensch“ gemeint ist, Leute die sich für gut halten, in ihrer Blödheit aber das genaue Gegenteil bewirken („gut gemeint“ ist i.d.R. das Gegenteil von „gut gemacht“), so wie die „Omas gegen rechts“, die vor allem immer wieder intensiven Fremdscham auslösen… zumindest bei mir.

      Aber ich kann mir lebhaft vorstellen, dass dich das Wort aufregt 😉

  15. Stimme dem Artikel grundsätzlich zu, geht aber an einer Stelle meiner Meinung in die falsche Richtung.

    Das Wort „Verrohung“ ist nicht viel besser als „Hassrede“. Hier fällt man auf ein MS Narrativ herein, das es im Rechtlichen gar nicht gibt. Letztlich dient das dazu kritische Äußerungen zu entfernen. „Wir müssen jetzt endlich mal die Verrohung im Netz beseitigen, dazu brauchts eine Klarnamenspflicht“.

    Rechtlich gesehen gibt es nur 2 Kategorien, Meinungsfreiheit auf der einen Seite und Begenzung der Meinungsfreiheit wenn es um strafrechtlich relevante Äusserungen geht. Das ist ausreichend, solange wir von Demokratie reden.

    „schnell hingerotzter Kurznachrichten“

    Natürlich muss man sich das nicht antun, wenn man das nicht will. Ich hab zB keinen Account, lese nur gelegentlich Beiträge. Ist aber letztlich nichts anderes als was seit 100en Jahren an Stammtischen geredet wurde. Es wird immer so getan als würde hier eine Verrohung der Gesellschaft stattfinden. Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil hier geht es nur um Worte. Am Stammtisch in früheren Zeiten wurde das auch mal handgreiflich. Insofern ist das sogar eine Verbesserung. Wenn die „schnell hingerotzter Kurznachrichten“ keiner liest, dann lässt man das eh irgendwann nach. Geht ja immer auch um Klicks. Es gibt einen sozialen Mechanismus der dabei wirkt. Also selbst aus der Sicht, man muss nicht alles verbieten.

    Man sollte das Internet als Demokratisierung sehen. Die Hoheit über die Meinung lag in der Vergangenheit bei den Politkern und Medien, von Demos abgesehen. Jetzt gibt es die Möglichkeit für den Bürger seine eigene Meinung viel schneller und einfacher zu Gehör zu bringen. Deshalb muss unbedingt X bekämpft werden…

    1. Der Ton ist schon erheblich rauer geworden.

      Nicht nur bei politischen Themen, ich bin zb auch in einem Sport-Forum unterwegs. Da wurde vor 10-15 Jahren selbstverständlich auch schon „geflamed“, aber heute dreschen da teils erwachsene Kleinkinder verbal aufeinander ein ohne irgendwelche Argumente („Mein Idol ist besser als deins!1“).

      Die erbärmlichen Blockwarte von InterRed haben mit ihrer „Moderation“ das Heise Forum auch um einiges gehässiger gemacht (die Leute waren zusätzlich genervt wegen all dem Löschen und Sperren). Wobei ich nicht weiss wie es da heute aussieht.

      Vielleicht sind es auch nur die Zeichen der Zeit. Die Transformation von einer Nische für Nerds zu einer Platform für den Massenkonsum kontrolliert von Grosskonzernen, kann auch an einer Kommunikationsform wie dem Internet nicht spurlos vorbeigehen.

      1. Das Usenet (erinnert sich noch jemand?) ist untergegangen, als die Normalbürger dort eingefallen sind. AOL läßt grüßen. comp.lang.c war mal super. Die Besten waren dort, inklusive Dennis Ritchie, de.etc.sprache.deutsch war auch sehr gut, bis die Normalos kamen …

        Heute ist es unmöglich, rational zu diskutieren. Jetzt schreiben „Juergen“ und „Arthur Dent“ über Themen, von denen sie keine nachgewiesene Ahnung haben. Das ist übrigens der Nachteil der Anonymität. In den 90ern war es vollkommen normal, unter dem richtigen Namen zu schreiben.

        1. Unter Klarnamen schreiben, geht halt nur, wenn man sich unter gesitteten und gebildeten Menschen bewegt und am besten noch konfliktbehaftete Themen meidet, im jungen akademischen Internet war das noch möglich, aus der (naiven) Zeit stammt ja z.B. auch eMail, die heutzutage, Dank Spam, fast unbenutzbar geworden ist, das war damals halt noch nicht abzusehen.

          Die 90iger waren in Sachen Meinungsfreiheit ohnehin noch sehr viel liberaler, die richtig krasse Wende kam mit der Massentauglichkeit des Internets per Smartphone. Plötzlich waren auch alle die online, die bis dahin zu ungebildet waren, sich einen PC einzurichten. Spätestens seitdem sollte man Klarnamen überall meiden.

  16. Wer ist eigentlich die SZ?

    Hat mich nie interessiert und wird mich auch weiterhin nicht interessieren. Eine Zeitung, die sich selbst für maßgeblich hält, während sie für viele längst keine Rolle mehr spielt.

    Und jetzt dieser Abgang. Plötzlich ist alles zu roh, zu laut, zu unerquicklich. Jahrelang wurde selbst fleißig eingeordnet, bewertet und ausgeteilt, oft genug von oben herab. Aber solange das in die eigene Richtung lief, war das offenbar kein Problem.

    Jetzt, wo Gegenwind kommt und sich nicht mehr so leicht kontrollieren lässt, entdeckt man auf einmal die eigenen Prinzipien. Der Rückzug wird dann als moralische Haltung verkauft, wirkt aber eher wie die Flucht vor einem Diskurs, den man nicht mehr dominieren kann.

    Am Ende bleibt ein ziemlich durchsichtiger Eindruck. Solange man selbst den Ton angibt, ist alles akzeptabel. Sobald andere lauter werden, ist das Umfeld plötzlich unzumutbar.

  17. „…wer zu viel Zeit dort verbringt, kann eigentlich nur krank werden…“ Ich sehe das ja anders herum. Nur wer krank ist, wird dort zu viel Zeit verbringen.

  18. Soso Verrohung… zweierlei… Epstein, Dogru, das Foltern von Assange, permanente Kriege, Vorbereitung für Kriege (Kriegstüchtigkeit), Männer in jungen Jahren zum Töten und Sterben abrichten zu wollen (Kriegspflicht), Völkermord (als Staatsräson), Gewalt, staatlich generierter HASS und Rassismus? DAS ist Verrohung. Die aber wird gerne übersehen bzw. ignoriert. Ich komme gleich noch zu einem Fall, wo die Gewalt gerne übersehen wird.

    Dass die Menschen wütend sind, ich vermute das ist es, was die SZ kritisiert, es aber „Verrohung“ nennt (ich bin gerade erst am Anfang des Artikels)… es rührt vor allem daher, dass sich die Eliten wie Gesetzlose verhalten. Null Justiz für die Mächtigen, dafür umso mehr auch rein machtpolitische „Justiz“ für das Fußvolk.

    Nun ein Fall, wie Verrohung funktioniert: C. Fernandes. Auf der Basis von Gerüchten wird mal wieder eine Sau durch’s Dorf getrieben, deren Inhalt im Wesentlichen der pure Hass auf die Männer ist. Wie es aussieht ist der Fall Fernandes wieder mal eine ganz große Inszenierung mit wenig bis gar keinem Bezug zur Sache,. Offensichtlich gibt es wenig Belastendes gegen ihren Mann Ulmen. Sowohl die spanische als auch die deutsche Justiz hatten dazu die Ermittlungen schonmal eingestellt (sprich sie konnte nichts Belastendes vorweisen). Ebenso hat Fernandes selbst wohl zumindest ein Stück weit zurück gerudert…

    „In einem Interview relativierte Fernandes: Es gebe Deepnudes von ihr, aber die pornografischen Videos unter ihrer Identität seien „ein Deepfake, eine Montage, ein was auch immer“. KI-generierte Videos von Ulmen existierten nicht. Zum Glück.

    Plötzlich war der zentrale Skandal – der Ehemann als Deepfake-Produzent – keiner mehr. Der Spiegel hatte die Story mit Schlagzeilen wie „Du hast mich virtuell vergewaltigt“ inszeniert. Die Berichterstattung wirkt nun wie klassischer Verdachtsjournalismus, mit Korrektur im Kleingedruckten.“

    https://freedert.online/meinung/275084-mediale-vergewaltigung-wie-fall-collien/

    Das Ding ist: ok. Der Fall ist noch nicht 100 %ig aufgeklärt. Was aber schon gesagt werden kann: da hat sich mal wieder ein Mob der Selbstgerechten und des Hasses gebildet, der wieder sein Fresschen gefunden hat, die wieder einen Grund gefunden haben Männer für alles Unheil dieser Erde verantwortlich zu machen. Diese Form der Kollektivbestrafung wird mal wieder nicht thematisiert. Und entschuldigt, wenn sich wie bei Kachelmann, Ramstein und Vielen Anderen mehr alles ein klein wenig anders herausstellt, wird sich auch nicht.

    Das, was zwischen Ulmen und Fernandes vorgefallen ist, weiß ich nicht, will ich auch nicht wissen. Was ich aber weiß, das ist diese abstoßende theatralische Show die mal wieder abgezogen wird. Und es hat ganz reale Folgen. Man muss als Mann nur mal beobachten, wie einem immer offener Hass entgegen sprüht, obwohl man überhaupt nichts gemacht hat. Und das Problem ist… die sind ja so in Rage diese Typen, dass man dagegen auch keine differenziertere Meinung mehr platzieren kann. DAS ist Verrohung.

    Die deutsche Justiz ist Verrohung (siehe der Fall Dogru und viele andere), der deutsche Staat – Politik und Staatsapparat – ist Verrohung, die Medien sind Verrohung (sie applaudieren bei Krieg und Gewalt, zeigen sich nur empört, wenn sich das Opfer wert).

    1. Die Politiker inszenieren sich als die großen Kämpfer für Völker-und Menschenrecht, wenn sie die völkerrechtswidrig angegriffene Ukraine mit Geld und Waffen versorgen. Sie sonnen sich in ihrem Heiligenschein, aber wenn Russland, also Putin, den völkerrechtswidrig angegriffenen Iran mit Waffen, Technologien und Informationen gegen Israel und die USA versorgt , spuckt Aussenminister Wadephul Gift und Galle.

      Dogru ist übrigens „Putin-Versteher“ obwohl er den Narrativen unseres Mainstream im Fall des Kriegs in der Ukraine voll zustimmt.

  19. „X ist nicht mehr auszuhalten, ist zu rechts, zu roh und kann nur Krawall. Seitdem Elon Musk die Plattform übernommen hat, repetieren sie diese Einsicht besonders gern“

    Ich erinnere mich mit Schadenfreude an einen BBC-Reporter, der Musk genau diese Geschichte erzählte, worauf Musk ihn bat doch ein paar Beispiele für die „zunehmende Verrohung“ zu nennen. Aber mit kritischen Nachfragen hatte der „Reporter“ nicht gerechnet. Das ist ja auch eine Frechheit, ein Medienkonsument schluckt schließlich, was ihm der „Journalist“ als Welterkenntnis verabreicht. Es stellte sich heraus, dass diese Person vom BBC nur nachplapperte, was ihm andere erzählt hatten, er selbst hatte den account auf X bereits vor 40 Tagen gekündigt und war nicht mehr auf dem laufenden.

    Leider unterlassen es die „SZ-Journalisten“ Beispiele für die von ihnen diagnostizierte „zunehmende Verrohung“ zu geben, was mich als ahnungslosen Konsumenten mit dem Verdacht zurücklässt, dass es mit dem Vorwurf nicht weit ist.

    PS: Der Deutschlandfunk angelt jetzt auf TikTok nach euren Kindern. Dort passt man sich den Gewohnheiten an. Muss man ja, wenn man mitspielen will.

  20. Danke Roberto für die Geschichte der Verrohung!
    Meines Erachtens ist die Verrohung ein Bestandteil der menschlichen Geschichte und findet nicht nur heute statt.
    Die Psychopathen die in der Psychologie durch die wen auch immer, in den Himmel gerufen hatte, hatte immer seine Interessen zur Hand.
    Ein AFD Politiker verklagt den öffentlichen Rundfunk, weil dieser seiner Ansicht nach, die journalistischen Säule in einer „Demokratie“ nicht wahrnimmt, oder eher gefährdend einsetzt. Das tun alle ‚monopol strukturierten Medien‘ genauso, ob der Besitzer von der SZ etwa Angst besitzt, das sein Meinungsmonopol in Wirkung mit deren einflüssterer zusammen bricht?
    Was für ein schmieriges Gehabe sich von einer Plattform zu distanzieren, wenn die gesamte politische Klasse ihre Klicks und ‚Baits‘, über Jahre ihre Einkommen erhöhte.
    Da denke ich an Luisa, eine Kopie der politischen Landschaft….
    Aber zurück zu Roberto, denn wenn die SZ etwas von sich gibt, über ihrem angeblichen Herren USA, dann stehen grosse Veränderungen vor der Haustür. Eine Korrektur im gesamten medialen Bereich, auweia…, das wird bei einigen richtige schmerzen bereiten…

  21. Ein nüchterner Blick eines X-Accountbesitzers:

    X ist vieles, das neue Westfernsehen wie auch eine US-amerikanisch geprägte Propagandaschleuder voller KI-Videos und Technokitsch aus dem Hause Musk. Über das, was man anklickt, kommentiert, „liked“ oder „repostet“, stellt man sich ein wenig seine X-Realität zusammen, als Erschaffer seiner eigenen Bubble, sozusagen. Die Tatsache, dass Algorithmen am Werk sind, gilt es im Hinterkopf zu behalten und könnte auch an Schulen im aufklärerischen Sinne gelehrt werden.

    Im Vergleich zu Instagram, Facebook oder Youtube ist mehr Politik geboten. Oft geht es auch um politisch unkorrekte Dinge wie die These, der Westen sei den anderen Erdregionen kulturell überlegen. Hier blitzt im Extremfall zwangsläufig rassistisches Gedankengut auf, welches sich jedoch leicht dechiffrieren lässt. Selbst denken ist die Devise. Zahlreiche alte Medien sind vertreten und journalistische Newcomer mit guter Schreibe promoten ihr neues Buch.

    Ein gewisser Suchtfaktor ist nicht von der Hand zu weisen, daher gilt auch bei X das Motto von Peter Lustig: Wenn es zu lange dauert, einfach „Abschalten!“.

    1. „was man anklickt, kommentiert, „liked“ oder „repostet“, stellt man sich ein wenig seine X-Realität zusammen, als Erschaffer seiner eigenen Bubble“
      Eigentlich genau richtig beobachtet. Im Vergleich zu youtube, erscheint mir das Konzept dahinter allerdings deutlich weniger intelligent zu sein, so richtig viele neue, gute alte, was-auch-immer-Ideen versprüht X nicht. Man muss nervige Sachen außerdem in deutlich höherer Frequenz ertragen. Da geht in deutlich weniger als einer Stunde die Lust verloren, und ich schalte X ab.
      Obendrein ist mir schon einige Male der Zugang für einen oder zwei Tage gesperrt worden – ich habe nicht einmal einen Verdacht, warum eigentlich. Rückfragen beantworten sie nicht.

      Die gratis-KI „Grok“ ist für technische Probleme oder kompliziertere Recherchen im Netz ein ganz guter Startplatz.

  22. Wolfgang Clement ist nur ein Beispiel für die arrivierte SPD, endlich komplett „angekommen“ im Kapitalismus, die endgültig ihre letzten formalen Wurzeln in der Arbeiterbewegung abhackte und sich fürderhin komplett hemmungslos der Kriecherei vor den Bossen zwecks Karriereförderung widmete. Oskar Lafontaine hat es wohl relativ schnell geschnallt, wo die Reise seitdem hingeht. Signale gab es schon durch die ganzen 90er. Der Niedergang der ARD begann wohl auch in etwa mit der Umwandlung von WDR1 in „1-live“ und der Entlassung vieler Journalisten noch in der Johannes Rau-Spätphase in NRW, wo sich all diese Gestalten wie Clement und Müntefehring bereits finden.

    Was Twitter betrifft: Hab mal so vor 15 Jahren ein paar Monate lang damit experimentiert und fand diese Filterblase, die einem schmeichlerisch eine komplett irreale Welt vorgaukelte, da schon extrem gruselig. Musk find ich einfach nur noch eklig, mit dem Creep will ich nix zu schaffen haben.

  23. Früher habe ich die Süddeutsche regelmässig gelesen. Bis sie über die bösen Väter belehrte, die den unschuldigen Müttern nicht genug Unterhalt zahlten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich genug praktische Erfahrungen mit Scheidung, Umgangsverweigerung, Sorgerechtsentzug, Familiengericht, Rechtsanwälten. Seitdem habe ich nie wieder Süddeutsche gekauft. Es geht auch ohne. Es geht fast immer auch ohne Süddeutsche Online. Diese Zeitung wird wegen ihrer Ideologie auch „Alpen-Prawda“ genannt.

    Die Debatte um Sorgerecht und Scheidung ist weitgehend verschwunden, Deutsche heiraten selten und haben seltener Kinder. Zuwanderer lösen dies aussergerichtlich. In diese Stadtviertel traut sich nur das Sondereinsatzkommando, und das lohnt sich nur bei Schwerverbrechern.

    Demografisches Problem ? Nicht mein Problem. Zuwanderer und Bürgergeld ? Nicht mein Problem. Zuwanderer und Gewalt ? Nicht mein Problem. Bildungsmisere in Schulen ? Nicht mein Problem.

    Nur weiter so, da geht noch mehr Migration, Bürgergeld, Kriminalität in Deutschland. Nicht mein Problem.

    Denn es kam ein Schild am Strassenrand, blau mit gelben Sternen. Eine Grenze innerhalb der Europäischen Union. Ciao !

  24. Danke Roberto für die Geschichte der Verrohung!
    Da schließe ich mich an.

    Was jedoch noch fehlt ist die politische Einordnung.
    Die SZ vollzieht hier lediglich den Befehl der Politik, Abstand von Medien zu nehmen, die nicht zu 100% unter der eigenen Kontrolle stehen.
    Parallel dazu wird die Gesetzgebung verschärft.

    Das Thema Verrohung ist lediglich Tarnung.
    Tatsächlich geht es um das Monopol, die Sau wählen zu können, die durchs Dorf getrieben wird.
    Obwohl D. ein 100% Vasall der USA bleibt und der Krieg gegen Russland in der Ukraine zu 100% für die geopolitischen Interessen der USA weiter betrieben wird, wird man medial so tun müssen, als würde die EU damit einen eigenständigen Kurs verfolgen.
    Der von den US verordnete Suizid Europas soll den Menschen als patriotische Tat der Selbstbehauptung verkauft werden. Das erfordert eine Mediensteuerung die den Menschen in den USA ein X und in Europa ein U vormacht.

  25. danke
    es fuchst mich schon gaaanz laaange, dass die Gewalt von oben nahezu gar nicht beleuchtet/thematisiert und kritisiert wird…
    und dass sie sprachlich abgeschwächt/verschwurbelt wird…
    die Verachtung der Herrschenden gegen8ber dem Schwächeren/vermeintlichen Untertanen und Fußvölker ist ekelhaft!

    vor Schröder/Fischer war Mensch daran gewöhnt dass CDU/CSU Und FDPler (und Medien und sogenannten Experten und ihnen nahestehende VIPs) Verachtung ausdruckten, doch mit Schröder Fischer brach diese Brandmaier: „die Genossen der Bosse“ ließen ihrer Menschenverachtung freien Lauf!
    ‚bildungsferne Schicht‘
    ‚Asolziale‘
    ‚wer nicht arbeitet darf nix essen‘
    beim Pöbel sparen wo nur geht, während die Gierigen und Schmarozzenden befüttert werden das es kracht!
    gleichzeitig entsorgen sie „die Demokratie“ auf dem Misthaufen der Geschichte: nur die Anwesenheit einer starke Opposition im Sinne der Mehrheit (Fußvolk) legitimiert die Bezeichnung „Demokratie“ …
    die Reichen und Mächtigen haben sich immer schon gut zu helfen und zu versorgen gewußt…

    und natürlich muß das ‚Greifen nach der Forken‘ eingedämmt werden …nur so können die Angestellten der Reichen (bez.aus der Sozialhilfekasse)Geld und Volkseigentum immer weiter in den Besitz ihrer Auftraggeber spülen…
    Blackrocks arbeiten ja nicht! die sahnen nur ab!

  26. Da hat der Roberto wieder mal die Wahrheit bemüht….Was in unseren Breiten ja recht selten geworden ist ….

    Chapeau, Herr Autor und Vielen Dank!

    Aber wie immer bei mir, eine Sache doch noch: Wer vermisst heutzutage eigentlich wirklich die SZ auf X (Twitter) ???? Wollte ich bloß mal gesagt haben:)))

    PS: An die Forenten: Wie kriegt Ihr hier eigentlich die Smileys rein? Bin hilflos!

    1. 🤪
      Mein Lieblings-Emoji unter Linux:
      Ctrl (Strg)+Shift(Pfeil nach oben, darüber)+u eingeben
      Es erscheint daraufhin ein unterstrichenes u
      sofort(!) danach 1F92A eingeben (Unicode für ‚verrücktes Gesicht‘, hexadezimal), siehe oben
      🤔 1F91F Nachdenken
      🤕 1F915 Kopfverband
      🫩 1FAE9 Übermüdung

  27. Glückwunsch an die X-Nutzer, dass ein weiterer Müllproduzent verspricht, von seinem schändlichen Treiben abzulassen. Auch wenn das natürlich gelogen ist, sie anonymisieren sich bloß.

    Aber gut, dass sie sich zeigen, wie sie sind: Läppische Laffen rennen wie Jammerlappen greinend zurück in die Blase, die Regierungen, Parteien, NGOs und Propagandamedien gebildet haben. Damit sie dort in der Welt unausgegorener, abstruser und bizarrer Phantasmagorien wieder ungestört aberwitzigen Allmachtsphantasien nachhängen können. Heidewitzka, wie die sich da zu immer größerem Irrsinn aufschaukeln!

    Frage nebenbei: Wieso verwenden die noch ein Z in ihrer Selbstbezeichnung? Hatten sie das Z nicht selbst als verpönt abgelehnt? So wie ihre Kooperationspartner, die FA_, die N__, die B_, die _eit, das _DF? Nicht so wichtig, da niemand außerhalb dieser Blase deren Geblöke rezipiert.

    Ich glaube, man nennt es Regression, wenn sich sonst erwachsen gebende Fatzken versuchen, eine Mama zu finden, bei der sie sich ausheulen können und ansonsten in Schmollwinkeln verschanzen.
    Wie lächerlich, die S_!

    Als Anregung: Wie wäre es jetzt noch mit einem Rückzug aus dem Internet?

  28. Sehr guter Artikel, insbesondere auch wegen des Ausnehmens von Prantl, der tatsächlich, auch zur übelsten Zeit der neoliberalen Hassrede, nicht eingeknickt ist. Der Sozialdarwinismus ist zurück.

  29. Wie fortgeschritten die Verrohung bei X ist, kann man hier mitvollziehen:

    „We are crowdfunding $1 million for a bounty for the capture of Mohammad Marandi, advisor to Iran’s Supreme Leader and frequent IRGC-aligned propagandist.

    We want him alive pic.twitter.com/IR9vOhHEFE

    — Terror Alarm (@Terror_Alarm) March 19, 2026“

    https://21stcenturywire.com/2026/03/25/the-day-free-speech-put-a-price-on-an-iranian-academics-head/

    Kann da noch getopt werden?

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